Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat mit Schreiben vom 20. September 1989 die Kleine Anfrage namens der Bundesregierung wie folgt beantwortet:
Vorbemerkung
Kunststoffsichtfenster aus Kunststoffolien, in der Regel Polystyrol, stellen beim Papierrecycling kein größeres Problem dar, da sie in der Regel zusammen mit anderen Verunreinigungen des Altpapiers abgeschieden werden.
Bei einem jährlichen Altpapieraufkommen von fast 5 Millionen Tonnen fallen Fensterbriefumschläge von der Menge her kaum ins Gewicht.
Bei einer Umweltbewertung der Pergamin-Sichtfenster muß neben der technischen Gebrauchstüchtigkeit und der Entsorgungsproblematik auch der Herstellungsprozeß der Sichtfenstermaterialien berücksichtigt werden. Hier liegen derzeit nur ungenügende Daten vor. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, daß Pergamin als hochaufgemahlenes Sonderpapier im Vergleich zur Polystyrolfolie ökologische Nachteile aufweisen könnte.
Die Funktionsvorteile der Kunststoffolie (Feuchteunempfindlich, gut transparent, nicht reflektierend) die geringen Probleme mit Kunststoffsichtfenstern beim Altpapierrecycling sowie die Unsicherheiten bei der Ökobilanzierung von Kunststoff- und Pergaminfolien haben auch dazu geführt, daß bei der Vergabe von Umweltzeichen für Briefumschläge aus Recyclingpapier die Art der Sichtfenster keine Rolle spielt.
In den Altpapiersammlungen findet sich ein nicht unerheblicher Anteil von sogenannten Umweltschutzbriefumschlägen, deren Papier zwar wiederverwertbar ist, deren Kunststoffsichtfenster aber ein Problem beim Papierrecycling darstellt. Die Kunststoff-Folie läßt sich weder zermahlen noch löst sie sich beim weiteren Produktionsprozeß auf. Damit wird ein Teil sehr sinnvoller Recyclingbemühungen zunichte gemacht.
1. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, die Hersteller von Briefumschlägen zum Verzicht auf Sichtfenster aus Kunststoff-Folie zu bewegen?
Vor dem Hintergrund der in den Vorbemerkungen gemachten Angaben sieht die Bundesregierung derzeit keine Veranlassung zu besonderen Maßnahmen.
2. Hält die Bundesregierung es für möglich, die Hersteller von Briefumschlägen auf dem Verordnungsweg zur Verwendung des tatsächlich recyclebaren Pergamin für die Herstellung von Sichtfenstern zu bewegen?
3. Wann gedenkt die Bundesregierung entsprechende Schritte zu unternehmen, um die Recyclierfähigkeit von Umschlägen zu verbessern?