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Kleine AnfrageWahlperiode 11Beantwortet

Grundbildung in der Entwicklungszusammenarbeit (G-SIG: 11005013)

Förderung der Grundbildung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, Höhe der Mittel, Lehrerausbildung, Schulförderung in Entwicklungsländern, Realisierung der Schulpflicht und Bildungsetat in einzelnen Entwicklungsländern

Fraktion

SPD

Ressort

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Datum

13.02.1990

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 11/611014.12.89

Grundbildung in der Entwicklungszusammenarbeit

der Abgeordneten Dr. Niehuis, Schluckebier, Bindig, Brück, Duve, Großmann, Dr. Hauchler, Dr. Holtz, Luuk, Schanz, Toetemeyer, Dr. Osswald, Dr. Vogel und der Fraktion der SPD

Vorbemerkung

Kinder bekommen in den ersten Schuljahren, also in Grundbildung, jene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die grundlegend ihre Chance beeinflussen, ihr eigenes Leben, aber auch die Lebensverhältnisse mitzugestalten.

Durch Investitionen in die Bildung wird der Mensch und sein Entfaltungspotential in den Mittelpunkt der Entwicklung gestellt. Darum kommt der Bildungspolitik im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit eine besondere Bedeutung zu. Um beurteilen zu können, welche Anstrengungen die Bundesregierung in der Bildungszusammenarbeit mit den Partnerländern unternimmt, fragen wir die Bundesregierung:

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen20

1

Welchen Stellenwert mißt die Bundesregierung der Förderung der Grundbildung im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit bei?

2

Welche Sektorkonzeptionen bzw. Grundsatzpapiere hat die Bundesregierung nach dem Grundsatzpapier „Förderung der Erziehung" vom Februar 1981 erarbeitet?

3

Welchen prozentualen Anteil hatten die Ausgaben für Grundbildung an den Ausgaben in der Technischen Zusammenarbeit und in der Finanziellen Zusammenarbeit im Einzelplan 23 von 1980 bis 1989 einerseits und an den Ausgaben für Bildung und Erziehung in der Entwicklungszusammenarbeit von 1980 bis 1989 andererseits?

Wie hoch sind diese Ausgaben in dem genannten Zeitraum absolut?

4

Welche Gründe führt die Bundesregierung an, die Vernachlässigung der Grundbildung in der Entwicklungszusammenarbeit zu rechtfertigen?

5

Welchen Stellenwert hat die Bundesregierung der Grundbildung im Politikdialog beigemessen, und welche Angebote hat sie den Partnerländern von sich aus gemacht?

6

Wie stark wurde im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in den Jahren 1980 bis 1989 die Lehreraus- und -fortbildung prozentual und absolut in Zusammenarbeit mit welchen Ländern gefördert?

Wie viele Studentinnen und Studenten aus welchen Entwicklungsländern haben in diesem Zeitraum an bundesdeutschen Hochschulen und Universitäten eine Lehrerausbildung absolviert?

7

Wie hoch ist der absolute Betrag und der prozentuale Anteil an den Ausgaben für Expertisen, die Erarbeitung und Herstellung von Lehr- und Lernmitteln hinsichtlich der Grundbildung in Entwicklungsländern in den Jahren 1980 bis 1989 ausgegeben wurde?

Um welche Entwicklungsländer handelt es sich?

In welcher Weise wird die zweisprachige Grundbildung gefördert, insbesondere in Ländern mit einem großen indianischen Bevölkerungsanteil?

8

Mit welchen Maßnahmen in welchen Entwicklungsländern hat die Bundesregierung die Schulverwaltung in den Jahren 1980 bis 1989 gefördert?

Wie viele finanzielle Mittel aus dem Etat Bildung und Erziehung sind in diesen Bereich geflossen?

9

In welchen Entwicklungsländern hat sich die Bundesregierung an der Planung und Erarbeitung von Curricula für den Grundbildungsbereich in den Jahren 1980 bis 1989 beteiligt?

Wie viele finanzielle Mittel aus dem Etat Bildung und Erziehung sind in diesen Bereich geflossen?

Welche curricularen Ansätze hält die Bundesregierung für die Grundbildung in Entwicklungsländern aufgrund der vorliegenden Ergebnisse für besonders geeignet?

10

Welche Beiträge hat der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Hinblick auf die Grundbildung in Entwicklungsländern in den Jahren 1980 bis 1989 vorgelegt?

11

Welche Grundschulprojekte hat die Bundesregierung in welchen Ländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit welchen finanziellen Mitteln in der Zeit von 1980 bis 1989 gefördert?

12

Mit welchen inhaltlichen und länderspezifischen Schwerpunkten fördert die EG im Rahmen ihrer Entwicklungszusammenarbeit die Grundbildung?

Welchen Anteil hat dieser Bereich am Entwicklungshaushalt allgemein, am Bildungshaushalt in der Entwicklungspolitik im speziellen?

13

Wie viele Jahre umfaßt die Schulpflicht in den einzelnen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit?

Wie wird in den einzelnen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit die Realisierung der Schulpflicht gewährleistet?

Gibt es Entwicklungsländer, in denen keine Schulpflicht besteht?

14

Wie viele Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren nehmen in den einzelnen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit am Schulunterricht in welcher Schulart teil (jeweils prozentualer Anteil eines Jahrgangs)?

Wieviel Prozent Mädchen, wieviel Prozent Jungen nehmen in den einzelnen Jahrgängen in welchen Entwicklungsländern am Schulunterricht teil?

Wie hoch ist die gegenwärtige Einschulungsrate, getrennt nach Mädchen und Jungen, in den einzelnen Entwicklungsländern?

15

Über wie viele ausgebildete Grundschullehrer/innen verfügen die einzelnen Entwicklungsländer?

Kann mit dem vorhandenen Bestand an ausgebildeten Lehrern und Lehrerinnen der Lehrerbedarf bei 100prozentiger Realisierung der Schulpflicht gedeckt werden und ist die Finanzierung der Lehrergehälter in den einzelnen Entwicklungsländern gesichert?

16

Wie groß sind die Schulklassen?

Wie viele Kinder werden maximal in einer Klasse unterrichtet?

Müssen aufgrund . von Lehrermangel mehrere Jahrgangsstufen zusammengelegt werden?

17

Welche Mittel sieht der Etat der Bundesregierung für die Grundausstattung der Schulen vor?

Ist die Grundausstattung in allen Schulen gewährleistet (Mobiliar, Tafeln, Kreide, Stifte, Papier, Bücher)?

18

Hat die Bundesregierung Erkenntnisse darüber, ob die Situation der Schulen im ländlichen Raum und in entlegenen Gebieten der Situation in den Städten entspricht?

Wird bei der Förderung der Bundesregierung besonderes Gewicht auf den ländlichen Raum gelegt?

19

In welchen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit müssen die Eltern für ihre Kinder Schulgeld bezahlen, jeweils für Primarschul- und Sekundarschulbereich?

Wenn ja, wie hoch ist das Schulgeld?

Hat sich diese Schulgeldsituation in den Jahren von 1980 bis 1989 verändert?

Wenn ja, in welchen Ländern?

20

Welchen prozentualen Anteil hat der Bildungs- und Erziehungsbereich in den Haushalten der einzelnen Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit?

Wie hat sich dieser Bildungsetat in den Jahren 1980 bis 1989 in den einzelnen Ländern entwickelt?

Welche Gründe sind nach Ansicht der Bundesregierung ausschlaggebend für eine möglicherweise zu sehende Verringerung der Bildungsetats in den einzelnen Ländern?

Bonn, den 13. Dezember 1989

Dr. Niehuis Schluckebier Bindig Brück Duve Großmann Dr. Hauchler Dr. Holtz Luuk Schanz Toetemeyer Dr. Osswald Dr. Vogel und Fraktion

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