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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Über- und Fehlkonsum von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (G-SIG: 10000334)

Ergebnisse des "bewertenden Arzneimittel-Index" über Hypnotika, Sedativa und Psychopharmaka, sog. Informationen für Fachleute seitens der Arzneimittelhersteller, Verbesserung der pharmakologischen und toxikologischen Ausbildung der Medizinstudenten, Aufnahme der Arzneimittel- und Suchtberatung der Ärzte und Patienten in die Berufsordnung der Apotheker, Meldepflicht für Arzneimittelsüchtige bei den Gesundheitsämtern, Verbesserung der von Herstellerfirmen unabhängigen Information über Arzneimittel, Informationen über Arzneimittel für Patienten

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

Datum

04.08.1983

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/26120.07.83

Über- und Fehlkonsum von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

der Abgeordneten Frau Dr. Hickel und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Welche Folgerungen gedenkt die Bundesregierung zu ziehen aus den Ergebnissen des „bewertenden Arzneimittel-Index" über Hypnotika, Sedativa und Psychopharmaka, der soeben vom Institut für Sozialmedizin in Bremen vorgelegt wurde?

2

Ist der Bundesregierung bekannt, daß vergleichbar zu bewertende Erkenntnisse bezüglich Über- und Fehlkonsum von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auch auf anderen Gebieten der Arzneimitteltherapie vorhanden sind?

3

Gedenkt die Bundesregierung, die als sogenannte Information getarnte Reklame für Fachleute seitens der Arzneimittelhersteller zu unterbinden?

4

Gedenkt die Bundesregierung, die pharmakologische und toxikologische Ausbildung der Medizinstudenten zu verbessern?

5

Gedenkt die Bundesregierung, in den Ausbildungsordnungen a) der Ärzte und b) der Apotheker die sozialmedizinischen Aspekte der Verschreibungspraxis und der Suchtgefahren stärker als bisher als Ausbildungsstoff vorzuschreiben?

6

Gedenkt die Bundesregierung, in der Berufsordnung der Apotheker stärker als bisher sozialmedizinische Inhalte, insbesondere auch die Arzneimittel- und Suchtberatung der Ärzte und der Patienten, aufzunehmen?

7

Gedenkt die Bundesregierung, die Meldepflicht für Arzneimittelsüchtige bei den Gesundheitsämtern wieder durchzusetzen und zu überwachen?

8

Wie gedenkt die Bundesregierung die von Herstellerfirmen unabhängige Information über Arzneimittel bei Ärzten und Apothekern zu verbessern?

9

Will die Bundesregierung die Information über Arzneimittel für Patienten weiterhin der Laienpresse allein überlassen?

Bonn, den 20. Juli 1983

Dr. Hickel Beck-Oberdorf, Schily, Kelly und Fraktion

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