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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Umweltprobleme durch Äthylendibromid (G-SIG: 10001088)

Verwendung von Äthylendibromid in anderen Ländern der Gemeinschaft, Unterbindung der Einfuhr von Nahrungsmitteln, die mit diesem Stoff kontaminiert sind, Verwendung von Äthylendibromid als Benzinzusatz

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

Datum

27.03.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/110712.03.84

Umweltprobleme durch Äthylendibromid

des Abgeordneten Dr. Ehmke (Ettlingen) und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA hat die Empfehlung ausgesprochen, daß Nahrungsmittel, die mit Äthylendibromid (EDB) in dem Maße verunreinigt sind, so daß sie mehr als 30 ppb EDB enthalten, aus dem Angebot entfernt werden sollen. Diese Empfehlung gilt bisher nur für Mehlprodukte. Es ist jedoch vorauszusetzen, daß diese Chemikalie, die seit 1948 eingesetzt wird und laut EPA das stärkste Kanzerogen ist, das sie je getestet haben, auch in anderen Nahrungsmitteln in zu hohen Dosen vorhanden ist. Außerdem wird EDB als sog. scavenger bei bleihaltigem Benzin eingesetzt, um Bleiablagerungen im Motor zu vermeiden.

Wir fragen die Bundesregerierung:

Fragen3

1

Ist der Bundesregierung bekannt, ob dieser seit 1975 in der Bundesrepublik Deutschland als Pestizid verbotene Stoff in anderen Ländern der Europäischen Gemeinschaft zum Einsatz kommt?

2

Was gedenkt die Bundesregierung zu tun, um die Einfuhr von Nahrungsmitteln, die mit diesem Stoff kontaminiert sind, zu unterbinden?

3

Wird Äthylendibromid weiterhin als sog. scavenger bei bleihaltigen Kraftstoffen in der Bundesrepublik Deutschland benutzt, und wenn ja, in welchen Mengen pro Jahr?

Bonn, den 12. März 1984

Dr. Ehmke (Ettlingen) Beck-Oberdorf, Schily, Kelly und Fraktion

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