BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Futtermittelimporte (G-SIG: 10001097)

Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern 1982 und 1983, Anteil der AKP-Staaten, Nahrungsmittelhilfe an diese Länder, brasilianische Futtermittelexporte, EG-Agrarüberschußproduktion 1982 und 1983, EG-Getreidepolitik und Getreide-Weltmarktpreis, Abbau des Agrarprotektionismus

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Datum

30.03.1984

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/113615.03.84

Futtermittelimporte

des Abgeordneten Verheyen (Bielefeld) und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Wie hoch waren die Futtermittelimporte (incl. Getreide, Soja, Ölkuchen, Ölschrote, Melasse, Fischmehl) der EG und der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1983 (1982)? Welcher Anteil davon kam aus Entwicklungsländern?

2

Liegen der Bundesregierung Schätzungen darüber vor, wie hoch die tatsächlichen, auch indirekten Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern waren, die z. B. über Drittländer (NL) in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt wurden?

3

Wie hoch waren die Importe von Futtermitteln aus den AKP-Staaten, und welchen Anteil an den Gesamtexporten der AKP-Länder machen sie aus?

4

Welches sind die zehn wichtigsten Futtermittelexportierenden AKP-Länder, und wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung ihre Nahrungsmittelselbstversorgung?

5

In welchem Maße haben die in Frage 4 genannten Länder 1983 (1982) Getreide (incl. Nahrungsmittelhilfe) und andere Nahrungsmittel aus EG-Beständen erhalten?

6

Wie hoch waren die brasilianischen Futtermittelexporte (vor allem Soja) 1983 (1982) in die EG und in die Bundesrepublik Deutschland?

7

Wie hoch war in 1983 (1982) die EG-Agrarüberschußproduktion (vor allem Getreide, Milchprodukte, Fleisch)?

8

Welche Bedeutung mißt die Bundesregierung der EG-Getreidepolitik für die Gestaltung des Getreide-Weltmarktpreises bei?

9

Welche Folgen für die Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern würde die Bundesregierung bei einem Abbau des Agrarprotektionismus erwarten?

10

Welche erfolgversprechende Strategie sieht die Bundesregierung, die Eigenversorgung der Bevölkerung in den Entwicklungsländern mit Grundnahrungsmitteln zu verbessern, ohne daß es zu einer verstärkten Abhängigkeit von Kleinbauern (Kreditbedarf, Saatgut, Düngemittel etc.) kommt?

11

Wie beurteilt die Bundesregierung die 1981 formulierte Meinung: „Ich halte es geradezu für moralisch verwerflich, heute noch Thesen zu vertreten, die Lebensmittel aus Hungerregionen zu uns zu transferieren, um jene Staaten ein paar Devisen verdienen zu lassen. Was wir tun müssen, wäre das Gegenteil, nämlich ihnen zu verstärkter Agrarproduktion zu verhelfen, aber nicht für unsere Märkte, sondern für ihre eigenen."

Bonn, den 15. März 1984

Verheyen (Bielefeld) Beck-Oberdorf, Schily, Kelly und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen