Folgen des Wald- und Vegetationssterbens im Alpenraum
der Abgeordneten Frau Dr. Bard und der Fraktion DIE GRÜNEN
Vorbemerkung
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen9
Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen der Bedrohung von Bergdörfern (z. B. Wagneritz, Gemeinde Rettenberg) durch Erdrutsch-Muren und Sturzbäche und dem bedrohlich fortschreitenden Vegetations- und Waldsterben in der Alpenregion, das z. B. im Oberallgäu 81 % des Bergwaldes erfasst hat?
Welche Schlüsse und Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dem Umstand, daß nach den Laub- und Nadelbäumen jetzt auch die Latschen vom Waldsterben betroffen sind?
Wie steht die Bundesregierung zur sogenannten „Partsch-Methode", die da heißt, hochalpine Pionierpflanzen werden im Flachland vorgezogen, um sie dann am Berg zu reimplantieren?
Kann die Bundesregierung Auskunft über die zentralen Fragen eines alpinen Notprogrammes geben die da sind:
a) Welche Pionierpflanzen eignen sich für welchen Untergrund am besten?
b) Wie lassen sie sich optimal vermehren?
c) Welche Pflanzen haben welche Ansprüche an Standort, Sonneneinstrahlung und Nährstoffversorgung?
d) Wie günstig sind etwa Weiden, Apenfarne, Wegeriche?
e) Welche Tiefwurzler sind die besten Bodenstabilisatoren?
f) Hält die Bundesregierung bezüglich der Fragen a) bis e) eine großangelegte wissenschaftliche Untersuchung für notwendig und finanzierbar?
Ist die Bundesregierung bereit, ähnlich wie in den Hohen Tauern (Österreich) und in Südtirol, Gruppen, die unter hochqualifizierter Leitung nach der „Partsch-Methode" arbeiten, staatlich zu fördern?
Welche Kosten entstünden bei einem flächendeckenden Sterben des Bergwaldes durch notwendige technische Maßnahmen, bzw. welche Mittel wurden bereits bis heute hierfür ausgegeben?
Teilt die Bundesregierung die Meinung, daß durch Wildverbiss die notwendige Neuaufforstung zum Scheitern verurteilt ist?
Betrachtet die Bundesregierung den Totalabschuß von Rehen und Gemsen als wirksames Mittel gegen die drohende Verkarstung der Allgäuer Alpen?
Hält die Bundesregierung angesichts der dramatischen Situation in den Alpen den Bau weiterer Wintersportstätten, z. B. Skipisten und Skizirkusse, und den Bau von Seilbahnen, Sessel- und Schleppliften für vertretbar?