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Kleine AnfrageWahlperiode 10Beantwortet

Gesetzeswidrige Einführung von verbotenen Hormonen aus den Niederlanden in die Bundesrepublik Deutschland (G-SIG: 10002869)

Verbotene Hormone bei Schlachttieren, ca. 50 Metzger als Abnehmer in Nordwestdeutschland, Kontrollen bei hiesigen Mästern und auf Schlachthöfen und bei Importen aus den Niederlanden, Verbraucherschutz, Erkenntnisse über die Anwendung nicht zugelassener oder verbotener Masthilfestoffe

Fraktion

Die Grünen

Ressort

Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit

Datum

22.08.1985

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 10/369601.08.85

Gesetzeswidrige Einführung von verbotenen Hormonen aus den Niederlanden in die Bundesrepublik Deutschland

des Abgeordneten Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Kleine Anfrage

Gesetzeswidrige Einführung von verbotenen Hormonen aus den Niederlanden in die Bundesrepublik Deutschland

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen11

1

Wann wurden von niederländischer Seite die ersten öffentlichen Aussagen über den Vertrieb von verbotenen Hormonen durch eine Firma in Sittard (Niederlande) gemacht?

2

Trifft es zu, daß die deutschen Behörden erst am 27. Juni 1985, also ungefähr drei Wochen später, von den niederländischen Behörden benachrichtigt wurden?

3

Ist den deutschen Behörden bekannt, daß belgische Mastbetriebe mit den verbotenen niederländischen Hormonen beliefert wurden, und wenn ja, seit wann?

4

Treffen die Aussagen niederländischer Behörden zu, daß sie durch Probeuntersuchungen bei Schlachttieren auf den Einsatz von verbotenen Hormonen gestoßen sind?

5

Sind den deutschen Untersuchungsbehörden ca. 50 Metzger in Nordwestdeutschland namentlich bekannt, die als Abnehmer in diesem Hormonfall auftraten? Sind darüber hinaus noch andere Fälle in anderen Gebieten bekannt?

6

Ist der Bundesregierung eine Mastfutterfirma bekannt, die Hormone mit falschen Papieren in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt und an die betreffenden Landwirte weiterverkauft hat?

7

Haben die zuständigen deutschen Behörden, nachdem der Fall in den Niederlanden bekannt war, verstärkte Kontrollen und Untersuchungen bei hiesigen Mästern und auf Schlachthöfen durchgeführt, und sind Importe aus den Niederlanden verschärft untersucht worden?

8

Sind möglicherweise scharfe Kontrollen von deutscher Seite aus erst drei Wochen nach Veröffentlichung des Falls in den Niederlanden angelaufen, um hier einen Hormonskandal zu vermeiden, da gerade drei Wochen der Zeitraum ist, bei dem nach der letzten Spritze ein Nachweis von Hormonen im Fleisch nur noch schwierig festzustellen ist?

9

Kann die Bundesregierung ausschließen, daß auch auf deutschen Schlachthöfen Masttiere vermarktet wurden, die mit niederländischen Hormonen gespritzt waren?

10

Was gedenkt die Bundesregierung zu tun, um den Verbraucher künftig besser vor Schäden durch Hormonfleisch zu schützen?

11

Hat die Bundesregierung weitere Erkenntnisse über die Anwendung nicht zugelassener oder verbotener Masthilfstoffe, um welche Stoffe handelt es sich hierbei, und in welchem Umfang konnte ihre Anwendung festgestellt werden?

Bonn, den 1. August 1985

Werner (Dierstorf) Hönes, Schmidt (Hamburg-Neustadt) und Fraktion

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