Stand der bundesweiten Einrichtung von Pflegestützpunkten
der Abgeordneten Heinz Lanfermann, Daniel Bahr (Münster), Dr. Konrad Schily, Jens Ackermann, Dr. Karl Addicks, Uwe Barth, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Patrick Döring, Mechthild Dyckmans, Jörg van Essen, Ulrike Flach, Otto Fricke, Paul K. Friedhoff, Dr. Edmund Peter Geisen, Hans-Michael Goldmann, Miriam Gruß, Joachim Günther (Plauen), Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Birgit Homburger, Michael Kauch, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Dr. h. c. Jürgen Koppelin, Harald Leibrecht, Ina Lenke, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dr. Erwin Lotter, Horst Meierhofer, Patrick Meinhardt, Jan Mücke, Burkhardt Müller-Sönksen, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Frank Schäffler, Marina Schuster, Dr. Max Stadler, Carl-Ludwig Thiele, Dr. Daniel Volk, Christoph Waitz, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Hartfrid Wolff (Rems-Murr), Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Mit Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes (PfWG) am 1. Juli 2008 sind nach § 92c des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI) von Pflege- und Krankenkassen zur wohnortnahen Beratung, Versorgung und Betreuung der Versicherten Pflegestützpunkte einzurichten, sofern die zuständige oberste Landesbehörde dies bestimmt. Die Einrichtung muss innerhalb von sechs Monaten nach der Bestimmung durch die oberste Landesbehörde erfolgen.
Während sich die Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, in den Verhandlungen zur Pflegereform für 4 000 Pflegestützpunkte eingesetzt hatte, sieht der Kompromiss zwischen den Fraktionen der CDU/CSU und SPD die bundesweite Einrichtung von 1 200 Stützpunkten vor, für die Fördergelder in Höhe von 60 Mio. Euro bis Ende Juni 2011 eingeplant sind. Nach Angaben der Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, kommt die Einrichtung der Pflegestützpunkte zu langsam voran. Im epd Basisdienst vom 11. Mai 2009 bezeichnet die Bundesministerin „die Umsetzung eines der Kernvorhaben aus der vorigen Pflegereform als schwierig“.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen8
Welche Bundesländer haben eine Bestimmung zur Einrichtung von Pflegestützpunkten im Sinne des § 92c SGB XI erlassen, und wie viele Stützpunkte sollen in den einzelnen Ländern jeweils errichtet werden?
Welche der Stützpunkte waren spätestens sechs Monate nach der Bestimmung durch die oberste Landesbehörde eingerichtet, und wenn nicht, welche Gründe standen der Einrichtung entgegen?
Welche Pflegestützpunkte sind dabei aus den 16 zuvor geförderten Pilot-Pflegestützpunkten hervorgegangen bzw. sollen hervorgehen?
Welche Pflegestützpunkte sind aus den bereits zuvor bestandenen Beratungsund/oder Koordinierungsstellen hervorgegangen bzw. sollen hervorgehen?
Wie viele der nach § 92c SGB XI eingerichteten Pflegestützpunkte haben Fördermittel zur Anschubfinanzierung beantragt, und welche Gesamtsumme ergibt sich daraus?
Welche Gründe führen die Bundesländer an, die die Einrichtung von Pflegestützpunkten ablehnen?
Wie stellt die Bundesregierung eine angemessene Trägervielfalt bei den Pflegestützpunkten sicher?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass es unabdingbar ist, dass die Beratenden in den Pflegestützpunkten nicht gleichzeitig auch Leistungsanbieter sind, um Neutralität und Unabhängigkeit zu gewährleisten?