Förderung der Kleinbauern in der Dritten Welt
der Abgeordneten Dr. Kunz (Weiden), Sauter (Epfendorf), Dr. Pinger, Herkenrath, Bayha, Frau Fischer, Hanz (Dahlen), Höffkes, Dr. Hüsch, Lamers, Dr. Pohlmeier, Repnik, Schmöle, Schröder (Lüneburg), Dr. Hornhues, Graf von Waldburg-Zeil, Dr. Köhler (Wolfsburg), Dr. Vohrer, Dr. Rumpf, Paintner, Schäfer (Mainz), Frau Fromm, Bredehorn, Holsteg, Dr. Zumpfort und der Fraktionen der CDU/CSU und FDP
Vorbemerkung
Ländliche Entwicklung, Ernährungssicherung, Arbeitsplatzschaffung und Abbau der Landflucht sind Ziele, die in der Entwicklungspolitik der Industriestaaten und der internationalen Organisationen eine hohe Priorität besitzen. Sie sind auch wichtiger Bestandteil der entwicklungspolitischen Aussagen der Bundesregierung.
Entscheidend für die ländliche Entwicklung ist nicht allein die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft, sondern mehr noch die Stärkung der wichtigsten Produktionseinheit im ländlichen Raum: die Kleinbauernfamilie. Deren Position in der Agrarstruktur zu verbessern ist — wie die Erfahrung zeigt — grundlegende Voraussetzung für eine stabile wirtschaftliche, soziale und gesellschaftspolitische Entwicklung in den meisten Ländern der Dritten Welt.
Deshalb fragen wir die Bundesregierung:
Fragen18
Nach welchem Konzept handelt die Bundesregierung in ihren Programmen der ländlichen Entwicklung in der Dritten Welt?
Welche der von der Bundesrepublik Deutschland geförderten Entwicklungsländer haben bisher nachweislich der ländlichen Entwicklung oberste Priorität gegeben?
Welche Programme zur Förderung kleinbäuerlicher Betriebe in den Entwicklungsländern unterstützte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit von 1978 bis 1981 über
a) die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit,
b) die Kreditanstalt für Wiederaufbau,
c) Institutionen wie DSE, CDG, DED, DEG,
d) die Nichtregierungsorganisationen?
In welchen Ländern der Dritten Welt unterstützte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit von 1978 bis 1981 im Rahmen der bilateralen Maßnahmen Programme der integrierten ländlichen Entwicklung?
Werden die betroffenen Bevölkerungsschichten bei Programmen der integrierten ländlichen Entwicklung wirklich beteiligt? Welche Möglichkeiten sind gegeben, um dies sicherzustellen?
In welchen Ländern der Dritten Welt wurden durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit von 1978 bis 1981 Maßnahmen der Agrarstrukturverbesserung zugunsten von Kleinbauern gefördert?
Wie wurden bei Programmen der integrierten ländlichen Entwicklung die bestehenden sozioökonomischen Strukturen berücksichtigt?
a) Durch welche Maßnahmen unterstützt die Bundesregierung im Rahmen von ländlichen Entwicklungsprogrammen Selbsthilfeorganisationen kleinbäuerlicher Betriebe?
b) In welchen Ländern geschah dies im Rahmen der bilateralen Maßnahmen 1980 und 1981? Welche Arten von Selbsthilfeorganisationen wurden gefördert?
Durch welche Maßnahmen wird bei Programmen der integrierten ländlichen Entwicklung die Einbeziehung des Handwerks im ländlichen Bereich gewährleistet?
Welche Rahmenbedingungen in den Entwicklungsländern haben sich als vorteilhaft erwiesen, um die deutsche Entwicklungshilfe für die ländliche Entwicklung besonders wirksam werden zu lassen?
Welche Fort- und Ausbildungssysteme baut die Bundesregierung vor Ort für Kleinbauern im Rahmen der bilateralen Maßnahmen auf?
a) Wie viele kleinbäuerliche Betriebe wurden 1980 und 1981 mit Mitteln der finanziellen Zusammenarbeit über Entwicklungsbanken gefördert?
b) Wie hoch war die durchschnittliche Summe der Endkredite?
Welche Art von Kreditsystemen baut die Bundesregierung in den Ländern der Dritten Welt speziell für Kleinbauern auf, um ihnen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern? In welchen Ländern ist dies bisher geschehen?
Welche Beratungssysteme hat die Bundesregierung vor Ort für Kleinbauern im Rahmen der bilateralen Maßnahmen aufgebaut, um Produktion, Technik, Organisation und Vermarktung zu verbessern?
a) In welchen Ländern der Dritten Welt hat die Bundesregierung bisher durch bilaterale Maßnahmen ländliche Zentren aufgebaut?
b) Von welchen Erfahrungsgrundsätzen läßt sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit beim Aufbau ländlicher Zentren leiten?
c) Wo hat die Bundesregierung beim Aufbau ländlicher Zentren auch Einrichtungen für Handwerker im ländlichen Bereich geschaffen?
Inwieweit spielen bei der Förderung der Kleinbauern in der Dritten Welt durch die Bundesregierung Fragen der ökologischen Belastungsgrenzen eine Rolle? Inwieweit werden Aufforstung und Erosionsbekämpfung in die Projekte einbezogen?
a) Durch welche Maßnahmen werden bei Projekten der Kleinbauernförderung frauenrelevante Fragen miteinbezogen?
b) Wie wird negativen Auswirkungen auf die Frauen bei Programmen der integrierten ländlichen Entwicklung und bei Kleinbauernprogrammen entgegengewirkt?
Was unternimmt die Bundesregierung auf dem Gebiet der Zusammenarbeit mit anderen Geberländern und internationalen Organisationen im Hinblick auf die Förderung kleinbäuerlicher Betriebe in der Dritten Welt?