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Kleine AnfrageWahlperiode 8Beantwortet

Drosselung von Touristenreisen in die Baltischen Staaten seitens der sowjetischen Behörden und Verbot einer deutschen Ausstellung in Litauen (G-SIG: 00000439)

Vereinbarkeit der sowjetischen Maßnahmen mit der Absichtserklärung in der KSZE-Schlußakte nach einer Verbesserung der Bedingungen für den Tourismus, Zahl der bundesdeutschen Touristen in der Sowjetunion und der sowjetischen Touristen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1976; Anzahl der zwischen beiden Ländern 1976 ausgetauschten Ausstellungen; politische Folgen und wirtschaftliche Ergebnisse dieser Ausstellungen

Fraktion

CDU/CSU

Ressort

Auswärtiges Amt

Datum

26.05.1977

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 8/34304.05.77

Drosselung von Touristenreisen in die Baltischen Staaten seitens der sowjetischen Behörden und Verbot einer deutschen Ausstellung in Litauen

der Abgeordneten Dr. Marx, Windelen, Graf Huyn, Dr. Hupka, Dr. Gradl, Sauer (Salzgitter), Frau Berger (Berlin), Würzbach und der Fraktion der CDU/CSU

Vorbemerkung

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Besitzt die Bundesregierung Informationen über die in der deutschen Presse (u. a. Goslarsche Zeitung vom 21. März 1977, Hamburger Abendblatt vom 22. März 1977) gemeldete drastische Drosselung der diesjährigen Aufenthaltsbestätigungen auf ein Viertel der Vorjahreskontingente für deutsche Touristenreisen in die Baltischen Staaten sowie über die von den sowjetischen Touristenbehörden gegebenen Begründungen?

2

Sieht die Bundesregierung in dieser restriktiven Zuteilung von Hotelplätzen in Riga und Tallin eine Diskriminierung deutscher Reisewilligen und deutscher Reisebüros?

3

Ist die Bundesregierung bereit, wegen der sowjetischen Haltung bei der sowjetischen Regierung vorstellig zu werden und in diesem Zusammenhang auf den Widerspruch zu der Absichtserklärung in der KSZE-Schlußakte von Helsinki (Korb III, Ziffer 1 e) aufmerksam zu machen, in der die Verbesserung der Bedingungen für den Tourismus auf individueller und gemeinschaftlicher Grundlage vereinbart ist?

4

Wie viele Touristen aus der Bundesrepublik Deutschland haben insgesamt 1976 die Sowjetunion besucht?

5

Welche Gegenden wurden bevorzugt?

6

Wie viele sowjetische Touristen haben 1976 die Bundesrepublik Deutschland besucht?

7

Wie beurteilt die Bundesregierung die Tatsache, daß laut einem Bericht des Hamburger Abendblattes vom 23. März 1977 („Helsinki-Bazillus" geht um) die deutsche Ausstellung „Ruhrgebiet — heute schon Zukunft", die nach erfolgreichem Verlauf in Rostow am Don und Donezk im Herbst 1976 nunmehr im März 1977 in Wilna gezeigt werden sollte, drei Tage vor Beginn der Aufbauarbeiten verboten und die zur Eröffnung angemeldete Delegation von 42 Kommunalpolitikern, Experten und Journalisten unter Führung des Oberbürgermeisters von Essen ausgeladen wurden?

8

Welche deutschen bzw. sowjetischen Ausstellungen wurden 1976 in der Sowjetunion bzw. in der Bundesrepublik Deutschland gezeigt? Wie hoch waren die jeweiligen Besucherzahlen?

9

Wie beurteilt die Bundesregierung die wirtschaftlichen Ergebnisse und die politischen Folgen dieser Ausstellungen?

Bonn, den 4. Mai 1977

Dr. Marx Windelen Graf Huyn Dr. Hupka Dr. Gradl Sauer (Salzgitter) Frau Berger (Berlin) Würzbach Dr. Czaja Klein (München) Petersen Dr. Todenhöfer Dr. Kohl, Dr. Zimmermann und Fraktion

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