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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Entwicklungen der Freiwilligendienste

Zahlenangaben zu Bundesfreiwilligendienstleistenden, Dienstleistenden des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Freiwilligen Ökologischen Jahres, Auslandsaufenthalte, Dienstleistende in der Altenpflege, Bundesausgaben pro Freiwilligendienstleistender, Verwaltungskosten für Gesamtaufwendungen des Bundesfreiwilligendienstes, Stellenkontingentierung, Doppeljahrgänge, Bundesgesamtausgaben für Freiwilligendienste, Dienste mit Flüchtlingsbezug, Schnittmengen und Zusammenführung der Freiwilligendienste, Bewerbung und Stellenantritt<br /> (insgesamt 24 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

17.08.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/364031.07.2018

Entwicklungen der Freiwilligendienste

der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg, Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Katrin Helling-Plahr, Dr. Christoph Hoffmann, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Thomas L. Kemmerich, Pascal Kober, Alexander Graf Lambsdorff, Till Mansmann, Christoph Meyer, Alexander Müller, Frank Müller-Rosentritt, Dr. Stefan Ruppert, Frank Schäffler, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Sandra Weeser und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 wurde der Zivildienst in den Bundesfreiwilligendienst überführt. Freiwilliges Engagement über Altersgrenzen hinweg ist Ausdruck einer lebendigen Zivilgesellschaft. Daher muss es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht werden, sich in die Gesellschaft einzubringen und dabei auf verlässliche und nachvollziehbare Strukturen des Staates zurückgreifen zu können. Die Möglichkeiten des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) wurden somit um den Bundesfreiwilligendienst (BFD) ergänzt.

Berichte über Abbruchquoten von rund 30 Prozent im Rahmen des BFD (vgl. Bundestagsdrucksache 19/2139) sowie das Auslaufen des BFD mit Flüchtlingsbezug bieten nach Auffassung der Fragesteller Anlass, die Regierung zu den Entwicklungen im Bereich der Freiwilligendienste, deren Ausgestaltung, Akzeptanz und Zukunft zu befragen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen24

1

Wie viele Zivildienstleistende gab es nach Kenntnis der Bundesregierung im letzten Monat vor Auslaufen des Zivildienstes?

2

Wie viele Bundesfreiwilligendienstleistende gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2011 (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

3

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FSJ gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2011 (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

4

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FSJ haben eine Stelle im Ausland angetreten (bitte für die Jahre seit 2011 sowie nach Zielländern aufschlüsseln)?

5

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FÖJ gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2011 (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

6

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FÖJ haben nach Kenntnis der Bundesregierung eine Stelle im Ausland angetreten (bitte für die Jahre seit 2011 sowie nach Zielländern aufschlüsseln)?

7

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FSJ und des BFD gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2011, die bei der Betreuung von Seniorinnen und Senioren eingesetzt wurden (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

8

Wie viele Dienstleistende im Rahmen des FSJ, des BFD und des FÖJ gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2011, die über 50 Jahre alt waren (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?

9

Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Ausgaben des Bundes pro Platz im BFD (bitte für die Jahre seit 2011, die Art des Dienstes und nach Altersstruktur aufschlüsseln)?

10

Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Ausgaben des Bundes pro bereitgestelltem Platz im Rahmen des FSJ und des FÖJ (bitte für die Jahre seit 2011 und nach Altersstruktur aufschlüsseln)?

11

Wie viele Mitarbeiter des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben sind nach Kenntnis der Bundesregierung mit der Umsetzung des BFD betraut?

Welche Kosten entstehen hieraus (bitte nach Anzahl der Mitarbeiter sowie Art des Beschäftigungsverhältnisses – Voll- oder Teilzeit, Beamte oder Angestellte – aufschlüsseln)?

12

Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der Verwaltungskosten an den Gesamtaufwendungen für die Umsetzung des BFD (bitte prozentual und in absoluten Zahlen angeben)?

13

Wie ist die Haltung der Bundesregierung dazu, dass die zugewiesenen Kontingente von BFD-Stellen – wie den Fragestellern bekannt ist – von Seiten der Träger als unflexibel wahrgenommen werden können?

Sieht die Bundesregierung hier Handlungsbedarf (bitte begründen)?

14

Welche qualitativen Unterschiede sind der Bundesregierung bekannt bezüglich der Ausgestaltung der Stellenkontingentierung des BFD und des Zivildienstes (bitte konkret benennen)?

15

Welche Überlegungen gibt es von Seiten der Bundesregierung, die zu erwartende steigende Nachfrage nach BFD-Stellen im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 in einigen Bundesländern und den daraus resultierenden sogenannten Doppeljahrgängen zu kompensieren?

16

Welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Träger vor Ort sieht die Bundesregierung durch die oben genannten Doppeljahrgänge?

Falls auch negative Auswirkungen erwartet werden, welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um dem entgegenzuwirken?

17

Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Gesamtausgaben des Bundes für den BFD und das FSJ sowie FÖJ (bitte für die Jahre seit 2011 aufschlüsseln)?

18

Welche Finanzmittel wurden nach Kenntnis der Bundesregierung vom Bund bereitgestellt (bitte für die Jahre seit 2011 nach BFD sowie FSJ und FÖJ unter Angabe der entsprechenden Haushaltstitel aufschlüsseln und nach eingestellten und tatsächlich abgeflossenen Mitteln unterscheiden)?

19

Welche Pläne gibt es von Seiten der Bundesregierung, die Kapazitäten des BFD mit Flüchtlingsbezug (10 000 Stellen, vgl. Bundestagsdrucksache 19/1963) nach Auslaufen der derzeitigen Förderung dauerhaft in die Kapazitäten des BFD zu überführen?

Falls solche Pläne erörtert werden, welchen konkreten Zeitplan verfolgt die Bundesregierung?

20

Welche qualitativen Schnittmengen der Rahmenbedingungen bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen BFD, FSJ und FÖJ (bitte konkret benennen)?

21

Welche qualitativen Unterschiede der Rahmenbedingungen von BFD und FSJ sind der Bundesregierung bekannt, die einer Zusammenführung der vorher genannten Freiwilligendienste unter einem Dach entgegenstehen?

Wie bewertet die Bundesregierung in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Zuständigkeiten zwischen Bund (insb. BFD) und Ländern (insb. FSJ) im Hinblick auf die Träger- und Finanzierungsstrukturen (bitte auch analog für BFD und FÖJ beantworten und die qualitativen Unterschiede konkret benennen)?

22

Wie lang war nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Dauer zwischen Bewerbung und Antritt der Stelle

a) beim BFD bzw.

b) beim FSJ/FÖJ (bitte für die Jahre seit 2011 aufschlüsseln)?

23

Wie viele eingeleitete Bewerbungen führten nach Kenntnis der Bundesregierung nicht zu einem Antritt der Stelle

a) beim BFD bzw.

b) beim FSJ/FÖJ (bitte für die Jahre seit 2011 aufschlüsseln)?

24

Wie bewertet die Bundesregierung die Verlängerung der Bewerbungsfrist von drei auf sechs Wochen im Vorlauf eines Engagement-Antritts?

Welche konkreten Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Grund dieser Fristverlängerung?

Berlin, den 25. Juli 2018

Christian Lindner und Fraktion

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