[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 8. Januar 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/6991
19. Wahlperiode 10.01.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ottmar von Holtz,
Claudia Roth (Augsburg), Uwe Kekeritz, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/6049 –
Zwischenbilanz der Umsetzung des zweiten Gender Aktionsplans des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Februar 2016 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seinen zweiten Gender Aktionsplan (kurz
GAP II) vorgelegt. Laut BMZ zeigt „der zweite entwicklungspolitische
Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 – 2020 des BMZ die
Schwerpunkt-setzungen und konkreten Maßnahmen auf, mit denen die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit (EZ) den dreigleisigen Ansatz aus Gender
Mainstreaming, Empowerment und Politikdialog in der politischen Steuerung
sowie in Programmen und Projekten umsetzen wird“ (Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Entwicklungspolitischer
Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 – 2020. S. 5; www.
bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier361_
02_2016.pdf). Der GAP II ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
BMZ und der deutschen entwicklungspolitischen Durchführungsorganisationen
verbindlich. Im Sinne der gemeinsamen Verantwortung aller Akteure, die auch
ein Grundprinzip der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist, dient der
Aktionsplan als Orientierung und Kooperationsangebot für die Partnerinnen und
Partner des BMZ, insbesondere für Zivilgesellschaft,
Nichtregierungsorganisationen, private Träger, wissenschaftliche Forschungseinrichtungen sowie die
Privatwirtschaft.
Laut BMZ setzen jährliche Road Maps den GAP II um. Die Maßnahmen der
Road Maps sollen über die fünfjährige Laufzeit des GAP II kumulativ dazu
beitragen, dessen Ziele insgesamt zu erreichen.
Generell ist es aus Sicht der Fragesteller begrüßenswert, dass sich das BMZ
stärker mit dem Thema Frauen und Mädchen in der
Entwicklungszusammenarbeit (EZ) auseinandersetzt und den Aktionsplan zur Thematik fortentwickelt.
Frauen sind noch immer im globalen Vergleich signifikant häufiger von
extremer Armut betroffen als Männer und werden unter anderem beim Zugang zu
Wasser, Gesundheit, Bildung und Krediten diskriminiert. Auch sind Frauen und
Mädchen in hohem Maße von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt
betroffen. Dies stellt auf individueller und gesamtgesellschaftlicher Ebene ein
erhebliches Entwicklungshemmnis sowie eine Bedrohung für Frieden und
Sicherheit dar. Eine Ausrichtung der EZ anhand von Gender-Aspekten kann nach
Ansicht der Fragesteller vielfältige Mehrwerte erzeugen. Sie kann einerseits die
Erfüllung des Menschenrechts auf Gleichstellung aller Geschlechter in
Gesellschaften befördern, was ein zentraler Baustein für soziale Gerechtigkeit und
Demokratie ist. Zudem trägt die Förderung von Frauen und Mädchen zur positiven
Entwicklung von Gesellschaften bei und fördert die Verankerung nachhaltigen
Friedens.
Das BMZ blieb bislang mit seinen Zielsetzungen zur Stärkung von Frauen
und Mädchen hinter den Erwartungen von Fachexpertinnen und Fachexperten
sowie Nichtregierungsorganisationen zurück (
http://venro.org/uploads/tx_
igpublikationen/VENRO-Stellungnahme_Geschlechtergerechtigkeit_im_
Schneckentempo.pdf). Der größte Kritikpunkt am GAP II ist, dass es das BMZ
versäumt habe, konkrete Indikatoren zur Messung der Fortschritte aufzustellen,
wodurch das Ziel der nachvollziehbaren Messbarkeit nur unerfüllt bleiben kann.
Ferner fehlt es den jährlich erstellten Road Maps zur Umsetzung nach
Auffassung der Fragesteller leider an Ambitionsniveau, um die Ziele des Gender
Aktionsplans tatsächlich zu erreichen. Darüber hinaus liefern sie durch die
wechselnden Projektvorstellungen und mitunter fehlende Handlungsfelder keine
ausreichende Grundlage für ein objektives Monitoring. Es bleibt somit zu
befürchten, dass der GAP II und damit auch die gesamten genderpolitischen
Ambitionen des BMZ zahnlos bleiben.
Umsetzung GAP II
1. a) Welche im GAP II formulierten strategischen Ziele wurden bislang von
der Bundesregierung erreicht?
Die Antworten zu den Fragen 1a und 1b beziehen sich auf die Road Maps 2016
und 2017. Der Umsetzungsbericht der Road Map 2018 wird voraussichtlich in
der zweiten Jahreshälfte 2019 fertiggestellt. Die Maßnahmen in den Road Maps
sind keine umfassende Darstellung des Engagements der Bundesregierung zur
Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter und von Frauenrechten,
sondern sie bilden dieses jeweils exemplarisch in dem jeweiligen Jahr ab.
In den Jahren 2016 bis 2017 wurden für alle strategischen Ziele des Gender-
Aktionsplans (GAP II) Maßnahmen umgesetzt. Große Fortschritte gab es im
Schwerpunkt 1 (Zugang zu Recht und Gerichtsbarkeit) und dort zu den
strategischen Zielen 1.1 (Zugang zu Recht und Gerichtsbarkeit für Frauen und Mädchen
stärken) und 1.2. (Politische Teilhabe, Mitbestimmung und Repräsentation von
Frauen fördern, auch durch Förderung staatlicher Pflichtenträger, politische
Teilhabe von Frauen zu gewährleisten, Partizipationsprozesse inklusiv zu gestalten
und Teilhaberechte rechtlich und institutionell zu verankern). Auch im Ziel 6.1
(Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Wirtschafts- und Erwerbsleben durch
Politikdialog stärken, im Einklang mit ILO-Kernarbeitsnormen) gab es in diesem
Zeitraum signifikante Fortschritte in der Zielerreichung. Erste Fortschritte gab es
im Schwerpunkt Energie, der 2017 neu eingeführt wurde. Es ist zu erwarten, dass
bis zum Ende der Laufzeit des GAP II in 2020 alle strategischen Ziele umgesetzt
werden.
b) Welche im GAP II formulierten strategischen Ziele wurden von der
Bundesregierung noch nicht erreicht?
In den Jahren 2016 bis 2017 gab es für alle strategischen Ziele Maßnahmen, die
zu deren Umsetzung beitragen. Erst kleinere Fortschritte gab es hinsichtlich der
Zielerreichung der Ziele 3.4 (Gute Ansätze der deutschen Entwicklungspolitik
zur Überwindung geschlechtsspezifischer Gewalt, weiblicher
Genitalverstümmelung und anderer schädlicher traditioneller Praktiken verbreiten und in der
bilateralen Zusammenarbeit in Partnerländern mit hoher Prävalenz verankern), 5.4
(Umfassende Sexualerziehung in Curricula verankern, inkl. wertschätzender
Information über unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche
Identitäten), 6.4 (In globalen Lieferketten geschlechtergerechte sowie sozial und
ökologisch nachhaltige Ausgestaltung fördern), und 8.2 (Maßnahmen zur
Verbesserung der Sanitärversorgung in Bildungseinrichtungen unterstützen).
Ebenfalls erst kleinere Fortschritte gab es im Schwerpunkt Energie, da er 2017 neu
eingeführt wurde.
2. a) In welchem der elf vom BMZ in der Road Map 2018 (
www.bmz.de/de/
mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier445_04_
2018.pdf) definierten Schwerpunkte sind nach Meinung der
Bundesregierung am meisten Fortschritte erzielt worden?
Worin liegen nach Meinung der Bundesregierung die Gründe hierfür?
Die Road Map 2018 befindet sich momentan in der Umsetzung. Der
Umsetzungsbericht ist noch nicht abgeschlossen und wird für die zweite Jahreshälfte 2019
erwartet. Bis dahin sind keine Aussagen über die Fortschritte der Umsetzung
möglich.
b) In welchem der elf vom BMZ definierten Schwerpunkte sind nach
Meinung der Bundesregierung am wenigsten Fortschritte erzielt worden?
Worin liegen nach Meinung der Bundesregierung die Gründe hierfür?
Auf die Antwort zu Frage 2a wird verwiesen.
c) Wie viele finanzielle Mittel werden für die einzelnen Schwerpunkte von
der Bundesregierung aufgewandt (Antwort bitte nach Schwerpunkten
aufschlüsseln)?
Der GAP II ist nicht mit finanziellen Mitteln hinterlegt. Er dient vielmehr dem
Mainstreaming des Themas Gleichberechtigung der Geschlechter und
Frauenrechte in den einzelnen Fachbereichen des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
3. Weshalb hat sich die Bundesregierung entschieden, in den jährlich
veröffentlichten Road Maps jeweils überwiegend zuvor in Road Maps nicht
vorgestellte Projekte zu beschreiben?
Auf die Antwort zu Frage 1a wird verwiesen.
Ziel der Road Maps ist es, das vielfältige Engagement der Bundesregierung zu
präsentieren und neue Ansätze hervorzuheben. Die Maßnahmen, die über den
Umsetzungszeitraum einer Road Map hinausgehen, werden weiter umgesetzt und
fließen in die Zielerreichung des GAP II – über den gesamten Zeitraum ihrer
Umsetzung – ein.
4. Gibt es eine öffentlich zugängliche Übersicht über den Durchführungsstand
von Projekten, die nicht in den Road Maps vorgestellt werden?
Wenn ja, wie ist diese zugänglich?
Im Rahmen der deutschen Technischen Zusammenarbeit (TZ) werden zu allen
laufenden Vorhaben detaillierte Projektdaten sowie Projektdarstellungen
veröffentlicht. In der GIZ-Projektdatenbank finden sich Daten zu den Projekten und
Programmen sowie Informationen zu den laufenden Vorhaben in den
Partnerländern und Regionen (
www.giz.de/de/weltweit/24772.html).
Im Rahmen der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) berichtet die KFW-
Entwicklungsbank regelmäßig öffentlich zugänglich über neu vereinbarte
Vorhaben. Die nachfolgend genannte Projektdatenbank enthält Informationen zu allen
Vorhaben, die seit Januar 2013 vertraglich vereinbart wurden. Darüber hinaus
findet sich darin eine Vielzahl laufender aktualisierter Projektbeispiele, die auch
Einblick in Projekte geben, die nicht in der Road Map verankert sind (www.
kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/
Projekte/).
Öffentlich zugänglich sind auch Auswertungen der unabhängigen KFW-
Evaluierungsabteilung. Die Ex-post-Evaluierung erfolgt etwa drei bis fünf Jahre nach
Abschluss der Vorhaben. In der Evaluierung wird der gesamte Projektzyklus, von
der Planung über die Durchführung bis hin zu den Betriebserfahrungen, mit Blick
auf die erzielten Wirkungen noch einmal geprüft. Hierbei werden auch Aspekte
der Gleichberechtigung der Geschlechter analysiert, sofern sie in der Zielsetzung
des Vorhabens verankert waren (
www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-
Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/Evaluierungen/Ergebnisse/).
5. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass das BMZ und die
Durchführungsorganisationen gendersensibel arbeiten?
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist explizites Ziel sowie
Gestaltungsprinzip und Qualitätsmerkmal der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Dazu hat sich das BMZ einem menschenrechtsbasierten Ansatz verpflichtet.
Das übersektorale „Konzept zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der
deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ (2014) (
www.bmz.de/de/mediathek/
publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier341_02_2014.pdf) ist eine
verbindliche Vorgabe für die Gestaltung der deutschen EZ durch das BMZ und
die Durchführungsorganisationen und legt die Grundlagen für das Engagement
fest. Kern ist ein dreigleisiger Ansatz aus (1) Gender Mainstreaming, (2)
Maßnahmen zur Stärkung von Frauenrechten und zur Beseitigung
geschlechtsspezifischer Diskriminierung (Empowerment) und der (3) Verankerung der Themen im
entwicklungspolitischen Politikdialog. Der „Entwicklungspolitische Aktionsplan
zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 bis 2020, (GAP II)“, (www.
bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier361_
02_2016.pdf) legt konkrete Schritte zur Umsetzung des
Gleichberechtigungskonzepts fest. Die Umsetzung des GAP II erfolgt durch die verschiedenen Einheiten
im BMZ sowie die Durchführungsorganisationen und die Zivilgesellschaft.
6. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass das Personal des BMZ und der
Durchführungsorganisationen gendersensibel geschult werden?
Die Stärkung sektoraler und übersektoraler Genderkompetenz auf allen Ebenen
ist zentrales Instrument in der Umsetzung des Gender-Ansatzes des BMZ und ist
im „Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur Gleichberechtigung der
Geschlechter 2016 bis 2020 (GAP II)“ verankert.
Das BMZ bildet seine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer
umfangreichen Einführungsfortbildung aus, die auch Gendersensibilität im Fokus hat.
Ferner finden kontinuierlich weitere spezielle Fortbildungen zur
Geschlechtergleichheit statt.
Die GIZ stellt die gendersensible Schulung aller Mitarbeitenden über individuelle
Beratung, Fortbildungen, Arbeitshilfen und Fachgespräche sicher. Für alle neuen
Mitarbeitenden gibt es eine verpflichtende Fortbildungseinheit zur Agenda 2030
und dem Safeguard und Gender Management System.
Die KFW-Entwicklungsbank stellt für alle neuen Mitarbeitenden im Rahmen
einer verpflichtenden Fortbildungseinheit zu Menschenrechten und
Gleichberechtigung der Geschlechter sowie zur Zielgruppen- und Betroffenenanalyse eine
gendersensible Schulung sicher.
7. Hat sich nach Einschätzung der Bundesregierung die Einführung des
Safeguards + Gender Systems bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bewährt?
Wenn ja, inwiefern?
Die GIZ hat im Dezember 2016 das Safeguards + Gender Managementsystem
eingeführt. Es beruht auf dem Leitprinzip der nachhaltigen Entwicklung und dient
dazu, durch eine systematische Prüfung geplanter Vorhaben mögliche nicht
intendierte negative Wirkungen sowie Potenziale zur Förderung der
Gleichberechtigung der Geschlechter frühzeitig zu erkennen und während des Projektzyklus
zu adressieren. Das Safeguards + Gender Managementsystem hat sich bewährt,
da es dazu beiträgt, bestehende Standards noch besser und systematischer
einzuhalten. Zu diesen gehören insbesondere die Vorgaben des übersektoralen
„Konzepts zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit“ und des GAP II für eine durchgängige Berücksichtigung des
Themas Gleichberechtigung der Geschlechter in Projekten und Programmen auf der
Basis von verbindlichen Genderanalysen.
8. Wie erreicht die Bundesregierung, dass der gesamte Zyklus eines Projektes
einer Durchführungsorganisation gendersensibel ist?
In der Planungsphase muss verpflichtend für alle Projekte eine Genderanalyse
erstellt werden, die sowohl für die Planung als auch die Projektimplementierung
genutzt wird. Projekte mit den Kennungen GG1 und GG2 haben Indikatoren,
durch die Wirkungen zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter
erfasst werden. Weiterhin wird über die regelmäßige Berichterstattung an die
Bundesregierung sowie durch die finalen Projektevaluierungen sichergestellt, dass
der gesamte Projektzyklus gendersensibel gestaltet ist.
Bei der KFW wird durch die verpflichtende Genderanalyse sowie verpflichtende
Vorabanalysen zu Zielgruppen und Betroffenen (für zielgruppennahe Vorhaben),
der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung (USVP), sowie Konfliktanalysen
(PCA) in fragilen Kontexten in der Vorbereitungsphase der Vorhaben bereits
sichergestellt, dass das Umfeld des Vorhabens auf mögliche
Diskriminierungsformen hin analysiert wird und der Anspruch des do no harm-Prinzips gewahrt
werden kann. Diese Analysen haben darüber hinaus das Ziel, dass der gesamte
Projektzyklus gendersensibel gestaltet werden kann und Potentiale erkannt und
ausgeschöpft werden können.
In der GIZ wird die gendersensible Gestaltung der Projekte durch das safeguard
+ gender System sichergestellt, vgl. auch Antwort zu Frage 7.
9. a) Inwiefern berücksichtigt die Bundesregierung Trans-, Inter- und
nichtbinäre Menschen in ihrer Gender-Perspektive?
b) Wie werden die Rechte von LSBTTI (Lesben, Schwule, Bisexuelle,
Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle) durch den Gender
Aktionsplan unterstützt?
Die Fragen 9a und 9b werden gemeinsam beantwortet.
Sowohl das BMZ-Strategiepapier „Gleichberechtigung der Geschlechter in der
deutschen Entwicklungspolitik“ als auch der „Entwicklungspolitische
Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 bis 2020 (GAP II)“ verweisen
auf die besonderen Bedürfnisse von Lesben, Schwulen, Bisexuellen,
Transgender, Transsexuellen und Intergeschlechtlichen (LSBTTI) Personen.
Im GAP II ist berücksichtigt, dass LSBTTI-Personen in besonderer Weise Gewalt
ausgesetzt sind und damit spezifische Bedarfe entstehen. So formuliert der GAP
II das Ziel, bis 2020 umfassende Sexualerziehung in Curricula zu verankern und
Informationen über unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche
Identitäten zu inkludieren. Um geschlechtsspezifische Diskriminierungen und
Benachteiligungen zu überwinden, müssen Frauen und Männer sowie Menschen
jedweder sexuellen Orientierung und geschlechtlicher Identität
zusammenwirken.
c) Wie viele Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben die
Rechte und Unterstützung von LSBTTI als Ziel und Indikator (bitte nach
Projekten, Partnerländern und Laufzeit aufschlüsseln)?
Die nachfolgenden Vorhaben der bilateralen TZ und solcher privater Träger
leisten konkrete Beiträge zur Unterstützung von LSBTTI und zur Stärkung ihrer
Rechte. Da die Maßnahmen solcher Vorhaben neben LSBTTI auch anderen von
Benachteiligung betroffenen Zielgruppen zugutekommen, sind LSBTTI in den
Zielformulierungen und Indikatoren dieser Vorhaben nicht separat erwähnt.
Aktivitäten zur Stärkung der Rechte von LSBTTI werden statistisch nicht separat
erfasst, so dass die folgende Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit
erheben kann.TZ-Vorhaben:
Land Projektschwerpunkt Projektlaufzeit Bezug zu LSBTI
Republik Uganda Stärkung der
Menschenrechte
2014 – 2016 Unterstützung ugandischer
zivilgesellschaftlicher Organisationen, darunter
auch Organisationen, die zu den
Rechten von LSBTI arbeiten
Stärkung von
Regierungsführung und
Zivilgesellschaft in Uganda
2017 – 2019
Karibik
(Regionalvorhaben)
Regionales
Gesundheitsvorhaben in der Karibik
2009 – 2015 Berücksichtigung von LSBTI als
besonders gefährdete Zielgruppen, u. a. über
Kooperation mit einem regionalen
zivilgesellschaftlichen Netzwerk
Afrika
(regionale Maßnahme)
Maßnahme zum Abbau
von Diskriminierung
aufgrund der sexuellen
Orientierung und
Geschlechtsidentität
2014 – 2016 Unterstützung von LSBTI-
Organisationen in afrikanischen Ländern, z. B.
Netzwerkbildung, Fortbildungen
Republik Südafrika Multisektorale Prävention
von Infektionskrankheiten
2018 – 2020 Förderung der Berücksichtigung der
Rechte von LSBTI u. a. in
Lehrerfortbildungen, in Peer Education
Programmen und in der Schulgesundheitspolitik
Ukraine HIV/AIDS-Beratung und
Institutionenförderung
2007 – 2018
(abgeschlossen)
Unterstützung einer Organisation von
Eltern von LSBTI und einer LSBTI-
Organisation
Globalvorhaben Deutsche BACKUP
Initiative
2012 – 2020 In allen Handlungsfeldern Stärkung der
Einbindung zivilgesellschaftlicher
Positionen, insbes. von vulnerablen
Bevölkerungsgruppen (darunter LSBTI);
Einzelmaßnahmen des Vorhabens haben in
der Vergangenheit mehrere LSBTI-
Selbstvertretungsorganisationen in
verschiedenen Ländern gefördert
Lateinamerika
(Regionalvorhaben)
Vorhaben zur Stärkung der
Mitglieder durch den
Iberoamerikanischen Verband
der Ombudspersonen (FIO)
2015 – 2018 Stärkung der Fähigkeiten der
Ombudsbehörden in Lateinamerika zum Schutz
der Rechte von LSBTI
Vorhaben privater Träger:
Land Projekt Jahr Träger
Afrika südlich der
Sahara (nur EL)
Stärkung der zivilgesellschaftlichen
Handlungsfähigkeit und regionalen
Allianzen für Advocacy für
Menschenrechte
2013 Lesben- und Schwulenverband in
Deutschland (LSVD) e. V.
Namibia Stärkung und Unterstützung der
Menschenrechte junger lesbischer Frauen
2015 Solidaritätsdienst-International e. V.
Republik Südafrika Menschenrechte im südlichen Afrika
durch Stärkung von NGO-Aktivistinnen
voranbringen, mit dem Fokus
Frauenrechte und LGBTI-Rechte
2018 Lesben- und Schwulenverband in
Deutschland (LSVD) e. V.
Costa Rica Stärkung von Initiativen zum Schutz der
Menschenrechte von Homo-, Bi-, Trans-,
und Intersexuellen
2013 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Südafrika Mainstreaming von HIV und AIDS, TBC,
Gender
2014 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Kambodscha Integration von Menschen, die mit HIV
und AIDS leben, Zugang zu Bildung und
Entwicklung
2015 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
China Gemeindeentwicklung und HIV/AIDS-
Prävention Menglian
2015 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Bolivien Verbesserung der Leistungen im
Gesundheitssektor
2015 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Brasilien Förderung der Menschenrechte und der
HIV/AIDS-Prävention im Nordosten
2015 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Costa Rica Förderung gesellschaftlicher Akzeptanz
im Umgang mit Vielfalt sexueller
Orientierungen
2016 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Afrika überreg. Überkonfessionelle Arbeit gegen Stigma
und Diskriminierung in Bezug sexuelle
Diversität
2016 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
Vietnam Stärkung der Rechte von Transsexuellen 2017 Evangelische Zentralstelle für
Entwicklungshilfe e. V.
10. Wie viele Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben die
Bekämpfung von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt zum
Ziel und/oder als Indikator (bitte nach Projekten, Partnerländern,
Mittelvolumen und Laufzeit aufschlüsseln)?
Laufende Vorhaben zu geschlechtsspezifischer Gewalt (überwiegend)
nichtstaatlicher Akteure: 1
Projekt-Nr. Projektbezeichnung Projektziel Projektträger bzw.
Kürzel Durchf.Org
201721612 Prävention von Gewalt
gegen Frauen und
Mädchen im südlichen
Afrika
Die Kooperation von staatlichen,
nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren
zur Prävention von Gewalt gegen Frauen
und Mädchen im südlichen Afrika wird
gestärkt.
Inter-University
Council for East
Africa,
Durchführung: GIZ
201726173 Berufliche Ausbildung
und psychosoziale
Begleitung von Frauen
und Mädchen in
Kolumbien und
Ecuador
In Kolumbien und Ecuador soll es mittels
Persönlichkeitsentwicklung und
Berufsausbildung 6 066 Frauen, die sich prostituieren
oder davon gefährdet sind, ermöglicht
werden, selbstbestimmt
Einkommensalternativen zu entwickeln, sich in ein würdevolles
soziales Umfeld einzugliedern, schrittweise
aus der Prostitution auszusteigen und zur
Verbesserung der sozialen Strukturen für
andere Betroffene beizutragen.
Deutscher
Caritasverband
(Caritas), Freiburg
201774793 Förderung des Rechts
auf selbstbestimmte
sexuelle und
reproduktive Gesundheit und
ein Leben ohne
Gewalt.
Stärkung der Rechte von Frauen und
Jugendlichen, um die Förderung, den Dialog
und die politische Einflussnahme zu
gewährleisten, mit dem Ziel, zu sexueller und
reproduktiver Gesundheit und einem Leben
ohne Gewalt beizutragen.
Evangelische
Zentralstelle für
Entwicklungshilfe
(EZE), Bonn
201775923 Unterstützung von
missbrauchten Frauen
Unterstützung von Opfern häuslicher
Gewalt – Frauenhaus in East London
Evangelische
Zentralstelle für
Entwicklungshilfe
(EZE), Bonn
201776194 Stärkung der
Gendergerechtigkeit und
sozio-ökonomische
Entwicklung mit
Landfrauen im Punjab
(Fortführung)
Evangelische
Zentralstelle für
Entwicklungshilfe
(EZE), Bonn
201776236 Stärkung von
Frauenrechten in
Westgeorgien, Fortführung
Gewaltprävention und Beratung/
Unterstützung für Betroffene von häuslicher Gewalt
in Westgeorgien.
Evangelische
Zentralstelle für
Entwicklungshilfe
(EZE), Bonn
1 Da es sich um laufende Vorhaben nicht-staatlicher Projektträger handelt, kann eingesetztes Mittelvolumen nicht detailliert angegeben
werden.
Projekt-Nr. Projektbezeichnung Projektziel Projektträger bzw.
Kürzel Durchf.Org
201776558 Gemeindebasierte
Aufklärungsarbeit zur
Überwindung der
weiblichen
Genitalverstümmelung in Sierra
Leone
Das Projekt möchte einen breiten
gesellschaftlichen Dialog unter Führung der
Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften
initiieren, damit die die
Genitalverstümmelung bei Frauen in Sierra Leone
zurückgedrängt und schließlich beendet wird.
Evangelische
Zentralstelle für
Entwicklungshilfe
(EZE), Bonn
201779982 Verbesserung von
Schutzmechanismen
für Frauen und
Mädchen gegen
geschlechterbasierte Gewalt
Gewalt gegen Frauen und Mädchen in
Konflikt- und Postkonflikt-Szenarien ist
verringert durch die Bereitstellung von
Unterstützung an Frauen-
Zivilgesellschaftsorganisationen und durch Erarbeitung von
technischem Wissen, das die Prävention und
Reaktionsstrategien relevanter Stakeholder
sowie ihre Beteiligung und Führung in
friedenbildenden Initiativen beraten und führen
wird.
United Nations
Entity for Gender
Equality and the
Empowerment of
Women
(UNWOMEN)
201606003_0016 Integriertes Projekt zur
Verteidigung und
Stärkung der Rechte von
Frauen und Mädchen
in der Gemeinde
Nyamina, Region
Koulikoro, Mali
Engagement Global
gGmbH (EnGlo)
201606003_0026 Reduzierung der
Gewalt gegen Frauen und
Mädchen sowie
verbesserte Qualität
staatlicher und
zivilgesellschaftlicher Dienste für
Überlebende von
Gewalt
Engagement Global
gGmbH (EnGlo)
201606003_0068 Verhinderung der
Kinderheirat in Simbabwe
(18+)
Engagement Global
gGmbH (EnGlo)
6610567 Kinderehen in
Mosambik stoppen
Menschenrechtsprojekt 2017 der Botschaft
Maputo gegen Kinderehen in Mosambik.
ActionAid
Mozambique
6611355 Schutz vor sexueller
Belästigung
„Capacity Building“ zum Schutz vor
sexueller Belästigung für Frauen und Mädchen
in einer ländlichen Region einschließlich
Maßnahmen zur Förderung wirtschaftlicher
Selbständigkeit für Frauen.
Bint El Reef, Minya
6610508 Schutz für Frauen und
Mädchen
Besserer Rechtszugang für Frauen und
Mädchen, die Opfer von sexueller Gewalt
sind. Schaffung eines gewalt- und
diskriminierungsfreien Umfeldes für Frauen.
Centro Mujeres A.C.
6610412 Samparka Network Menschenrechtsprojekt 2017 des GK
Kalkutta – Samparka Network.
Jabala Action
Research Org.
6610515 Prävention sexueller
Gewalt
Kampagne gegen Missbrauch von Frauen
und Mädchen.
NGO Aguas Bravas
Projekt-Nr. Projektbezeichnung Projektziel Projektträger bzw.
Kürzel Durchf.Org
6610493 Hilfe für Opfer
sexueller Gewalt
Hilfe und Unterstützung für betroffene
Frauen bieten, physischen Schutz und
Perspektiven. Stärkung ihrer Rechte.
Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
NGO Dastak
Charitable Trust
6610492 Prävention von Gewalt Aufklärung über Gewalt gegen Mädchen
und Frauen durch Veranstaltungen und
Radiosendungen.
NRO Foro
Ciudadano
6611359 „Igmadi@Delta“-
Seminare für Frauen
Selbstbewusstseinsstärkung von jungen
Frauen in ländlichen Regionen, Schutz vor
sexueller Belästigung und Diskriminierung
durch Selbstverteidigung und Motivation.
Salemah for
Women's
Empowerment
6610482 Schulungen zum Anti-
Harassment-Law
Bewusstseinsbildung und
Selbstverteidigung gegen sexuelle Belästigung.
Social Safety and
Social Protection
Organization (SSSPO)
6610706 Frauenrechte und
Verhinderung häuslicher
Gewalt
Frauenrechte und Prävention häuslicher
Gewalt.
Women's Center
Gulrukshor
6610536 Bekämpfung von
Menschenhandel
Entwicklung eines Themenpapiers zur
analytischen und konzeptionellen Beratung
hinsichtlich Menschenhandel zu
Heiratszwecken.
United Nations
Office on Drugs and
Crime (UNODC)
6610465 Vorbeugung sexueller
Gewalt an Unis in
Bosnien und Herzegowina
Vorbeugung sexueller Belästigungen an
Universitäten durch Entwicklung eines
Mechanismus zur Vorbeugung und
Sensibilisierung an Unis für das Thema.
Atlantic Initiative
6609129 Qualifizierung
Gesundheitspersonal
Schulung von Gesundheitsfachkräften, um
dem Mangel in BiH in diesem Bereich
Abhilfe zu schaffen und den btroffenen Frauen
und Mädchen so die benötigte
Unterstützung zukommen zu lassen
(Traumatherapie).
Medica Mondiale
e. V.
6610241 Trauma-sensible
Beratung für Frauen
Psychosoziale Beratung für Frauen mit
Gewalterfahrungen.
Medica Mondiale
e. V.
6610582 Maßnahmen gegen
gender-spezifische
Gewalt
Ziel ist, Frauen vor gender-spezifischer
Gewalt zu schützen durch juristische und
psychosoziale Betreuung und Aufklärung
sowie staatliche Stellen besser einzubinden.
Center for Civic
Initiative (CCI)
LM-A-17-55 Frauenrechte –
Konsolidierung eines
gewaltfreien Gemeindeklimas
Für die Rechte der Frauen wurde ein
gewaltfreies Gemeindeklima konsolidiert.
Partner Südmexikos
e. V. (PSM),
Böblingen
SEZ-STAMI-
B04/2017
Beitrag zur
Reduzierung von sexueller
geschlechtsspezifischer
Gewalt und
Verbesserung der
Lebensumstände von betroffenen
Frauen und Mädchen
(Burundi)
Die sexuelle geschlechtsspezifische Gewalt
wurde reduziert und die Lebensumstände
von betroffenen Frauen und Mädchen
verbessert.
Réseau Burundais
des Personnes vivant
avec le VIH/SIDA
(RPB+, Antenne
Bubanza)
Projekt-Nr. Projektbezeichnung Projektziel Projektträger bzw.
Kürzel Durchf.Org
SEZ-STAMI-
B07/2017
Sensibilisierung gegen
sexuelle und
geschlechtsspezifische
Gewalt (Burundi)
Menschen werden gegen sexuelle und
geschlechtsspezifische Gewalt sensibilisiert.
Radio Publique
Africaine
Baumaßnahme für ein
Gewaltschutzhaus in
Nordmali – Schutz für
Mädchen und Frauen
vor Gewalt
Baumaßnahme für ein Gewaltschutzhaus in
Nordmali – Schutz für Mädchen und Frauen
vor Gewalt
Terre des Femmes
e. V.
19 aus 2016 Überwindung der
weiblichen
Genitalverstümmelung in Gambia
Beitrag zur Überwindung der weiblichen
Genitalverstümmelung in Gambia durch die
Aufklärung der Bevölkerung sowie
Beschneider, religiösen und traditionellen
Autoritäten
(I)NTACT
Mädchenhilfe e. V. –
Internationale Aktion
gegen die
Beschneidung von Mädchen
und Frauen
Laufende FZ-Vorhaben mit Ziel und/oder Indikator zu geschlechtsspezifischer Gewalt:
BMZ Nr. Projektbezeichnung Partnerland Mittelvolumen
(EUR)
Beginn
Vertrag
201065986 Gewaltprävention Helenvale Südafrika 5.000.000,00 2012
201067008 Gewaltprävention in städtischen Armenvierteln
Western Cape
Südafrika 5.000.000,00 2014
201266055 Gewaltprävention in städtischen Armenvierteln
Mamelodi East
Südafrika 5.000.000,00 2015
201265388 Gewaltprävention für Jugendliche Kongo, Dem.
Rep.
10.000.000,00 2015
ÜH 42355 Zugang zu sicherer Trinkwasser- und
Sanitärversorgung sowie Prävention und
Nachsorge von genderbasierter Gewalt
Südsudan 6.650.000,00 2018
201365261 Reproduktive Gesundheit V (Gutschein Mutter-
Kindgesundheit II)
Jemen 7.500.000,00 2017
201367036 Privatsektorvorhaben Reproduktive Gesundheit Kamerun 16.000.000,00 2014
201768670 Reintegration and Reconstruction Programme Liberia 14.700.000,00 2018
201468602 Stärkung von Public Private Partnerships zur
Förderung reproduktiver Gesundheit
Malawi 6.500.000,00 2014
201468529 Familienplanung und HIV-AIDS-Prävention VI Niger 5.000.000,00 2015
201568989 HIV/AIDS-Prävention und Stärkung von
Frauenrechten IV (FGM-Bekämpfung)
Sierra Leone 6.000.000,00 2016
201540848 UNICEF, Bildung und Schutz von Kindern, Irak Irak 24.242.913,00 2015
11. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass Frauen und Mädchen sowie
LSBTTI aus den Zielländern in Problemanalysen bereits während der
Projekt- bzw. Schwerpunktplanung mit einbezogen werden?
Das BMZ-Konzept „Menschenrechte in der Entwicklungspolitik (2011)“ benennt
explizit die Inklusion von LSBTTI-Personen in Programmen der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit. Durch das Safeguards + Gender Managementsystem
und das Safeguard Menschenrechte der GIZ wird das erhöhte
Diskriminierungsrisiko von LSBTTI Personen in der Planung von Maßnahmen berücksichtigt.
12. Anhand welcher Kriterien werden neue Schwerpunkte in die
veröffentlichten Road Maps (z. B. Energie) aufgenommen und vorhandene (z. B.
Genderkompetenz bzw. Wissensmanagement) herausgenommen?
Die jährlichen Road Maps zeigen, welche thematischen und institutionellen
Prioritäten und Ziele das BMZ für das jeweilige Jahr setzt. Dafür werden jährlich
Schwerpunktthemen und strategische Ziele ausgewählt und in den Road Maps
dazu Maßnahmen für die Umsetzung formuliert. In der Road Map 2017 wurden
aufgrund aktueller geschlechtsspezifischer Herausforderungen Energie als
Schwerpunktthema und Digitalisierung als ein zusätzliches Ziel im Schwerpunkt
Bildung ergänzt. So ist es möglich, auf aktuelle geschlechtsspezifische
Benachteiligungen und Potenziale zu reagieren.
Jede Road Map setzt zudem einen besonderen Fokus auf ein ausgewähltes
sektorales Handlungsfeld des GAP II, zu dem in den Road Maps exemplarisch
Maßnahmen benannt werden. Das Engagement der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit erfolgt jedoch weiterhin zu allen sektoralen Handlungsfeldern des
GAP II.
Zugang zu Recht und Gerichtsbarkeit für Frauen und Mädchen, politische
Teilhabe, Mitbestimmung und Repräsentation (Participation, Voice, Leadership)
13. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 1 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Grundsätzlich gilt für alle Schwerpunkte: Um den jährlichen Umsetzungsstand,
die Fortschritte und die Wirkungen der Maßnahmen der Road Maps zu erfassen
und darzustellen, werden – unter Einbeziehung aller relevanten Akteure –
jährliche Umsetzungsberichte erstellt. Der „Umsetzungsbericht zur Road Map 2016“
(
www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/sMaterialie
350_gender_roadmap_2016.pdf) wurde im März 2018 veröffentlicht, die
Arbeiten am Umsetzungsbericht zur Road Map 2017 sind noch nicht abgeschlossen.
Im Schwerpunkt 1 (Zugang zu Recht und Gerichtsbarkeit für Frauen und
Mädchen, politische Teilhabe, Mitbestimmung und Repräsentation) wurden 2016 alle
sechs im Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt 20 Maßnahmen im Schwerpunkt 1 (zu
allen drei Zielen des BMZ GAP in diesem Bereich). Davon konnten die zwei
folgenden Maßnahmen während der Laufzeit der Road Map noch nicht umgesetzt
werden:
Die Unterstützung des Radiosenders „La Voix de la Femme“ („Die Stimme der
Frau“) im burundischen Giheta, der partizipative, konfliktsensible
Radiosendungen produziert und sich für die Rechte von Frauen einsetzt, konnte aus
Sicherheitsgründen nicht durchgeführt werden.
Die in Kambodscha im Rahmen des Projekts IDPoor geplanten Schulungen zum
Thema Gleichberechtigung der Geschlechter konnten aufgrund von
Verzögerungen (u. a. wg. Kommunalwahlen) nicht stattfinden, werden aber baldmöglichst
nachgeholt.
14. a) Welche Fortschritte wurden nach Meinung der Bundesregierung im
Regionalvorhaben Stärkung von Frauen in führenden Positionen in
Verwaltung und Zivilgesellschaft im Nahen Osten (LEAD) seit 2016 erzielt?
Im Rahmen des Regionalvorhabens LEAD in den Palästinensischen Gebieten,
Jordanien und im Libanon wurden seit 2016 Fortbildungsmaßnahmen,
Mentoringprogramme und Mikroprojekte umgesetzt, die es Frauen ermöglichen, sich
stärker in die Lokalpolitik einzubringen. Mit der Durchführung von sogenannten
Genderaudits in Gemeindeverwaltungen und Gender Mainstreaming wird
sichergestellt, dass die Teilhabe und Anliegen von Frauen nachhaltig in den
Institutionen verankert werden.
Durch den Aufbau und die Unterstützung von Netzwerken auf nationaler und
regionaler Ebene stärkt das Vorhaben inklusive und repräsentative
Beteiligungsformen und Bürgerorientierung mit dem Ziel einer stärkeren Berücksichtigung der
Belange von Frauen in kommunalen Angelegenheiten.
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die momentanen
Tätigkeiten der durch Trainings gestärkten Frauen?
In den Palästinensischen Gebieten unterstützt das Vorhaben gemeinsam mit
dem Ministry of Local Government (MoLG) die Struktur- und
Kompetenzentwicklung in 35 ausgewählten Gemeinden. Eine Evaluierung fünf Monate nach
Abschluss der Schulungsmaßnahmen zur Personalentwicklung hat ergeben,
dass 100 Prozent der Befragten sich durch das Ausbildungsprogramm in ihrer
Rolle gestärkt sehen und ihre Fähigkeiten und berufliche Entwicklung
verbessern konnten. Von den im letzten Berichtszeitraum in Kooperation mit der
Palestinian Initiative for the Promotion of Global Dialogue and Democracy
(„Miftah“) umgesetzten sechs Kleinprojekten gaben 67 Prozent der Frauen an,
dass die Erfahrung sie befähigt hat, über das Projekt hinaus besser
Führungsrollen wahrnehmen zu können.
In Jordanien hat das Vorhaben insgesamt 951 Frauen und 117 weibliche
Jugendliche mit Hilfe von Schulungsmaßnahmen zur Personalentwicklung
gestärkt. Darunter fallen unter anderem 296 weibliche Ratsmitglieder, welche
sowohl an Schulungen in Führungs- und Managementkompetenzen als auch
Schulungen zur Erfüllung von spezifischen Aufgaben beruflicher Profile
teilnahmen. Außerdem wurden 566 Frauen und 131 Männer hinsichtlich der
Dezentralisierungswahlen in Jordanien geschult. Darüber hinaus hat das
Vorhaben gemeinsam mit dem Al Hayat Center for Civil Society Development („Al
Hayat“) ein Konzept zur Umsetzung weiterer 18 Kleinprojekte entwickelt,
finalisiert und die Implementierung gestartet.
Im Libanon besteht seit November 2015 eine Kooperation mit der
hauptsächlich im Nordosten des Landes (Baalbek-Hermel Region) aktiven Lebanese
Organisation for Studies and Training (LOST). Die Projekte „Empowering
Women to Lead“ (EWL 1 und 2) bauen fachliche und technische Kompetenzen
teilnehmender Frauen, aber auch teilnehmender Männer in den Bereichen
kommunale Arbeit, Kooperation und Partizipation auf. Die Teilnahme an
EWL 2 hat bereits sichtbar zu einer stärkeren Beteiligung von Frauen auf
kommunaler Ebene geführt. Als Ergebnis des Projekts ist bspw. in einer der
Partnergemeinden eine Gruppe von Frauen vom Bürgermeister eingeladen worden,
sich an der Arbeit der technischen Ausschüsse sowie der kommunalen
Entscheidungsfindung zu beteiligen. Des Weiteren bestätigten die teilnehmenden
Frauen, dass sich ihre Führungs- und Entscheidungskompetenzen durch die
Umsetzung der Kleinprojekte erheblich verbessert haben. Außerdem
berichteten sie, dass erstmalig ihre Stimme in der Gemeinde gehört wurde.
c) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, ob sich die Anzahl
an Frauen, die in der Lokalpolitik in Jordanien, dem Libanon und den
palästinensischen Gebieten tätig sind, seit 2016 positiv verändert hat?
Allen drei Ländern ist weiterhin gemein, dass das soziale Rollenbild von Frauen
stark von patriarchal und religiös dominierten Familien- und Rechtssystemen
geprägt ist und daher einer effektiven Teilhabemöglichkeit von Frauen in Politik
und Gesellschaft entgegensteht.
In den Palästinensischen Gebieten lag bei den im Mai 2017 abgehaltenen
Kommunalwahlen der Frauenanteil in den neuen Gemeinderäten bei 21,2 Prozent
(19,8 Prozent durch Wahl und 22,4 Prozent durch Ernennung), und somit
knapp über der 20 Prozent Quote. Eine weitere Entwicklung im
Berichtszeitraum stellen die im März 2018 vom Kabinett angekündigten neuen
Resolutionen zu Frauenrechten dar, einschließlich dem Recht für Frauen, einen Pass für
ihre Kinder zu beantragen, Bankkonten für ihre Kinder einzurichten, und ihre
Kinder auf eine andere Schule zu schicken.
Eine bedeutsame Entwicklung seit 2016 in Jordanien stellt der
Dezentralisierungsprozess dar sowie die daraufhin erfolgten Wahlen im August 2017. Das
Resultat ist eine zusätzliche Verwaltungsebene auf Ebene der Governorate in
der lokalen Regierungsstruktur Jordaniens, womit insgesamt drei Ebenen
bestehen (local councils, municipalities, governorate councils). Dabei bleibt die
Frauenquote von 25 Prozent in den bisherigen Ebenen bestehen. Da auf
Governorats-Ebene jedoch eine Frauenquote von nur 10 Prozent festgelegt
wurde, sank der Anteil von gewählten Frauen insgesamt bei der Wahl 2017
(vorher: 36 Prozent, nach der Wahl 2017: 29 Prozent Frauen).
Im Libanon ist Ende 2017 die vorläufige Nationale Koalition „Frauen in
Politik“ entstanden, der sich etwa 150 Organisationen und
Frauenrechtsaktivistinnen und -aktivisten anschlossen.
Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
15. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 2 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnte die Bundesregierung aus welchen Gründen in dem
Bereich nicht umsetzen?
Im Schwerpunkt 2 (Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und
Ernährungssicherheit) wurden 2016 beide im Rahmen der Road Map 2016 geplanten
Leuchttürme ((1) Globalvorhaben Verantwortungsvolle Landpolitik und (2)
Comprehensive Africa Agriculture Development Programme (CAADP)
Berufsbildungsvorhaben für Frauen im ländlichen Afrika) umgesetzt.
Das 2017 gestartete CAADP Berufsbildungsvorhaben für Frauen rückt die
speziellen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in den Fokus. Es wird innerhalb des
deutschen Engagements mit der Afrikanischen Union (AU) und dem
Entwicklungsprogramm der AU (NEPAD) als Teil des CAADP durchgeführt und von
deutscher Seite mit 14 Mio. Euro gefördert. In sechs ausgewählten Pilotländern
(Kenia, Malawi, Ghana, Benin, Burkina Faso und Togo) werden
arbeitsmarktorientierte und einkommenssteigernde Qualifizierungsangebote für Frauen im
Agrar- und Ernährungssektor angestoßen.
Bisherige Wirkungen:
120 Lehrkräfte an den Pilotinstitutionen haben an Weiterbildungsmaßnahmen
zur gendersensiblen Gestaltung von Aus- und Weiterbildung teilgenommen.
1 026 Frauen haben bisher an landwirtschaftlichen Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen.
21 der ausgewählten landwirtschaftlichen Ausbildungsinstitutionen bieten
gendersensible Aus- und Weiterbildung an.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt 13 Maßnahmen im Schwerpunkt 2, davon
konnten nur drei Maßnahmen während der Laufzeit der Road Map noch nicht
umgesetzt werden:
(1) Die Unterstützung von 4 500 malawischen Bäuerinnen beim Erwerb von
zertifiziertem Saatgut durch das „Programm zur Förderung von mehr Beschäftigung
und Einkommen im ländlichen Raum“ konnte nicht erfolgen, da der Partner aus
dem Privatsektor seine Beteiligung zurückzog.
(2) In dem Vorhaben „Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen“
in Madagaskar wurden die Aktivitäten zur Förderung von
Landwirtschaftsverbänden und rein landwirtschaftlichen Aktivitäten Anfang 2017 eingestellt, da
diese nicht mehr in die Gesamtkonzeption des Vorhabens passten. Somit erfolgte
im Rahmen dieses Vorhabens keine Unterstützung von Bäuerinnen bei der
Vermarktung ihrer Produkte. Das Nebenziel des Vorhabens „Gleichberechtigung der
Geschlechter“ (Kennung: GG-1) wird in den anderen Handlungsfeldern des
Vorhabens weiterhin umgesetzt, u. a. bei der Förderung einer angemessenen
Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen im Bereich des Managements der
Nutzung natürlicher Ressourcen sowie bei Umweltsensibilisierungs- und
Bildungsmaßnahmen.
(3) Im Regionalvorhaben Arbeits- und Sozialstandards im Textil- und
Bekleidungssektor in Asien wurde im Juli 2017 die Studie “Feasibility Study Providing
Nutritious Food in Worker Canteens in the Garment Sector in Cambodia” wie
geplant veröffentlicht. Auf die geplante Einführung von Trainingsmodulen auf
Fabrikebene wurde jedoch aus folgendem Grunde verzichtet:
Die Studie zeigte, dass Textilarbeiterinnen und -arbeiter eine Gehaltszulage für
Verpflegung erhalten, die sie verlieren würden, wenn Essen in Kantinen über
die Unternehmen bereitgestellt würden. Auf Seiten der Gewerkschaften und
Arbeitnehmervertretungen stößt eine Veränderung dieses Ist-Zustands daher
auf großen Widerstand, da diese Gehaltszulage ein wichtiger
Gehaltsbestandteil ist.
Als Ergebnis der Studie scheinen daher nur eine umfassende Veränderung des
Bewusstseins für eine gesunde Ernährung oder gesetzliche Regelungen als
mögliche Lösungsansätze.
Um gezielter auf die tatsächlichen Probleme von Frauen in den Fabriken
einzugehen, wurde entschieden, alternativ das Thema der Transportsicherheit in
Textilfabriken zu adressieren. Der Großteil der Textilarbeiterinnen wird auf
überfüllten Ladeflächen großer Transporter zu den Fabriken transportiert,
wobei es immer wieder zu gravierenden Unfällen kommt.
16. a) Wie viele Landrechte wurden durch das Globalvorhaben
„Verantwortungsvolle Landpolitik“ in den Jahren 2016 und 2017 erworben (Antwort
bitte nach Ländern und Jahren aufschlüsseln)?
Das Globalvorhaben „Verantwortungsvolle Landpolitik“ hat das Ziel, bis 2021
die Landrechte von rund 460 000 Menschen in Peru, Uganda, Benin (ab Ende
2015), Laos, Madagaskar (ab 2017) und Paraguay (von 2017 bis 2018) zu
dokumentieren und rechtlich abzusichern.
Landrechte zu sichern, ist je nach Ausgangslage ein komplexer und langwieriger
Prozess, so dass die Anfangsphase des Vorhabens von gründlichen und
umsichtigen Vorbereitungsmaßnahmen geprägt ist. Die Erreichung der Zielzahlen für
die konkrete Landrechtssicherung ist daher in den letzten beiden Jahren (2020 bis
2021) der laufenden Programmphase zu erwarten.
Im Jahr 2016 war der Schwerpunkt auf die Etablierung und Stärkung von
rechtssicheren Titulierungsmechanismen sowie den Aufbau von
Konfliktlösungsmechanismen ausgerichtet. Damit wurden keine Landrechte gesichert, jedoch die
Verfahren und Mechanismen zur systematischen Vermessung und Titulierung
von Landparzellen vorbereitet.
Im Jahr 2017 wurden die Landrechte von 12 489 Menschen (2 621 Haushalten)
gesichert. In Uganda wurden zur Validierung des Ansatzes die Landrechte von
rund 160 Menschen (30 Haushalten) dokumentiert. In Paraguay wurde eine
Kleinstmaßnahme umgesetzt, deren Schwerpunkt auf Politikberatung lag und
damit indirekt 2017 und 2018 zur Stärkung der Landrechte von rund 3300 Indigenen
beitrug davon 601 Frauen 2017 durch Sensibilisierungsmaßnahmen, Trainings
und Politikberatung.
Übersicht: Menschen mit gesicherten Landrechten
Jahr Peru
(ab 2016)
Uganda
(ab 2016)
Benin
(ab 2016)
Laos
(ab 2017)
Madagaskar
(ab 2017)
Paraguay
(2017-2018)
Summe
2016 0 0 0 - - - 0
2017 918 162 8.669 2.139 - 601 12.489
b) Für wie viele Frauen wurde bislang die Landrechtssicherheit verbessert
(Antwort bitte nach Ländern aufschlüsseln)?
Im Rahmen des Globalvorhabens Verantwortungsvolle Landpolitik wurden bis
Ende 2018 die Landrechte von rund 13 338 Frauen nachhaltig gesichert. Dies
geschieht durch die Registrierung des Landrechts im Namen der Frau oder im
Namen beider Ehepartner.
Im Rahmen des GIZ-Vorhabens Landmanagement und dezentrale Planung
(LMDP) in Laos konnten bereits 31 000 Parzellen registriert werden. Davon
wurden 70 Prozent im Namen der Frauen oder der Ehepartner gemeinsam ausgestellt.
Zusammen mit anderen internationalen Gebern wurden durch das GIZ-Vorhaben
„Beitrag zur Sicherung von Landrechten“ in Kambodscha 3 Millionen Landtitel
registriert, von denen mindestens 50 Prozent an Frauen ausgestellt wurden.
Durch das Vorhaben Unterstützung der Landreform wurden in Namibia bereits
115 000 Landnutzungsrechte registriert, wobei 41,5 Prozent der Titel an Frauen
ausgestellt wurden.
c) Mit welchen weiteren Maßnahmen werden die Rechte von
Kleinbäuerinnen gestärkt?
Die Bundesregierung unterstützt zivilgesellschaftliche Organisationen und
Stiftungen mit vielfältigen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Rechte von
Kleinbäuerinnen zu stärken. Zu den geförderten Projekten gehören unter anderem
„Land and Corruption in Sub-Saharan Africa: Developing Gender-Sensitive
Responses“ von Transparency International, welches das Ziel hat,
Landkorruption zu bekämpfen und zur Sicherung der Landrechte von Frauen und Männern
in mehreren afrikanischen Staaten beizutragen.
Des Weiteren wird das Projekt „Strengthening Women’s Land Use and Land
Ownership Rights in Sub-Saharan Africa“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-
Stiftung und lokalen Partnern in sechs afrikanischen Staaten umgesetzt.
d) Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung hierzu in
Madagaskar und Paraguay ergriffen?
Das Globalvorhaben Verantwortungsvolle Landpolitik arbeitet seit 2017 in
Madagaskar an der Sicherung von Landrechten und hat bis Mitte 2018 in Paraguay
die Verbesserung der Rechtslage für indigene Gemeinschaften unterstützt.
In Paraguay wurden drei Verordnungen auf Gemeindeebene unter Beteiligung
der Zivilgesellschaft sowie der indigenen Gemeinschaften erarbeitet. Diese
klären die nachhaltige Nutzung von Wald und Land durch indigene Gemeinschaften
und erleichtern so den Zugang zu überlebenswichtigen Ressourcen, gleichzeitig
sichern sie die Mittelallokation im Haushalt der lokalen Verwaltung für Belange
indigener Gemeinschaften und richten behördliche Anlaufstellen für indigene
Gemeinschaften ein. Von diesen Maßnahmen profitieren rund 3 300 Indigene in den
Zielgemeinden.
In Madagaskar wurden erste Sensibilisierungs- und „Training of Trainers“
Maßnahmen hinsichtlich des Themas Zugang zu Land / Landinventur auf
Gemeindeebene im Projektgebiet durchgeführt. Hierbei konnte unter den Teilnehmerinnen
und Teilnehmern eine Beteiligung von mehr als einem Drittel Frauen erreicht
werden. Diese sollen auch im weiteren Verlauf der Projektumsetzung eine aktive
Rolle spielen und als Multiplikatoren fungieren. Bei mit der Zivilgesellschaft
organisierten Fortbildungen zum Thema „Zugang zu Land“ sowie „Leadership“
war knapp die Hälfte aller Beteiligten Frauen. Vorgesehen ist zudem, einen
lokalen Frauenverband, der bereits bei der Frage der Sicherung des Zugangs zu Land
unterstützt wurde, auch bei Aktivitäten im Bereich Wiederbewaldung aktiv zu
begleiten.
Gewalt gegen Frauen und Mädchen
17. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 3 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 3 (Gewalt gegen Frauen und Mädchen) wurden 2016 sieben der
acht im Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt 13 Maßnahmen im Schwerpunkt 3.
Davon wurden 12 Maßnahmen planmäßig umgesetzt, eine Maßnahme konnte (noch)
nicht während der Laufzeit der Road Map umgesetzt werden:
Die für 2017 im Vorhaben des zivilen Friedensdienstes „Afghanische Jugend für
den Frieden“ geplanten psychosozialen Trainings und Coachings für Frauen in
den „Juvenile Rehabilitation Centres“ (JRC) konnten nicht stattfinden. Der Grund
war, dass nach dem Anschlag auf die Deutsche Botschaft Mitte 2017 aus
Sicherheitsgründen eine Relozierung des internationalen Personals stattfand und die
Durchführung von Trainings in den JRC dadurch stark eingeschränkt war.
18. a) Wie viele kambodschanische Provinzen umfasst aktuell die Reichweite
des Projekts „Zugang zu Recht für Frauen“?
Das Vorhaben wurde im Januar 2014 gestartet und im Dezember 2017 beendet.
Die Zielprovinzen des Vorhabens waren Siem Reap und Kampong Thom. Von
den zentralstaatlichen Beratungsleistungen des Vorhabens profitieren alle
Kambodschaner. Die kambodschanische Regierung und Internationale Organisationen
wie CARE, UN Women, UNFPA und nationale Nichtregierungsorganisationen
(NROs) haben die im Vorhaben entwickelten Richtlinien zur Erstbehandlung und
Weiterleitung von Überlebenden genderspezifischer Gewalt in ihre Programme
aufgenommen und wenden diese landesweit an.
b) Wie viele Frauen haben bislang im Rahmen des Projekts rechtliche oder
psychosoziale Unterstützung erhalten?
2014 wurden 1 765, 2015 wurden 2 340 und 2016 wurden 2 141 rechtliche und
psychosoziale Leistungen über lokale NRO-Partner erbracht. Ob die Klienten
mehrfach von den Leistungen profitiert haben, ist nicht bekannt. Aus
datenschutzrechtlichen Gründen wurden dem BMZ keine Namenslisten übermittelt. Im
letzten Umsetzungsjahr wurden den NRO über das Vorhaben keine Mittel mehr zur
Verfügung gestellt.
c) Welche konkreten Maßnahmen werden zur psychosozialen Unterstützung
ergriffen?
Die konkreten Maßnahmen umfassten: Schutzraumbezogene Unterstützungen,
Unterstützung bei der Reintegration, individuelle psychologische Beratung,
psychologische Beratung in der Gruppe, juristische Beratung, gerichtliche
Vertretung, medizinische Beratung und Berufsbildungsmaßnahmen.
d) Wie versucht die Bundesregierung, die betroffenen Frauen nachhaltig
psychosozial zu unterstützen?
Über das Vorhaben wurden Richtlinien zur Erstbehandlung und Weiterleitung
von Überlebenden genderspezifischer Gewalt entwickelt. Die entsprechenden
Trainings werden von der kambodschanischen Regierung fortgeführt und auch
wie in der Antwort zu Frage 18a erläutert von Internationalen Organisationen und
nationalen NRO übernommen. Die über das Vorhaben geförderten NRO wurden
bezüglich möglicher alternativer Finanzierungsquellen nach Abschluss der BMZ-
Unterstützung beraten.
19. Ist aus Sicht der Bundesregierung der aktuelle Stand der Umsetzung des
Vorhabens „Jugend gegen sexuelle Belästigung“ in Ägypten erfolgreich, und
wie begründet sie diese Einschätzung?
Das Vorhaben läuft noch bis zum 31. Dezember 2019 und wird aufgrund der
bisher erreichten Wirkungen positiv bewertet:
Das Ministerium für Jugend und Sport hat in Ägypten Anfang 2018 die erste,
gemeinsam mit dem Vorhaben entwickelte Policy gegen sexuelle Belästigung
auf Regierungsebene veröffentlicht. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Ministeriums und der Jugendzentren wurden über die Policy und den
entsprechenden Beschwerdemechanismus informiert.
Landesweit wurden pilothaft 3 300 weibliche und männliche Jugendliche in
20 Jugendzentren dafür sensibilisiert, sich aktiv gegen sexuelle Belästigung
einzusetzen. Über Ansätze wie Sport für Entwicklung wurden auf lokaler
Ebene weitere Initiativen gegen sexuelle Belästigung durchgeführt.
Durch 40 ausgebildete, ägyptische Trainerinnen wurden 2 000 junge Frauen in
der Selbstverteidigungstechnik WenDo geschult.
Das Vorhaben organisiert zusammen mit dem Ministerium für Jugend und
Sport landesweit Kampagnen und Veranstaltungen gegen sexuelle
Belästigung. Eine Kampagne in öffentlichen Verkehrsmitteln (Plakate, Social Media
und Videoclips) erreicht täglich mehrere Hunderttausende Ägypterinnen und
Ägypter.
20. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung durch die Anwendung des
DAC-Sektorschlüssels „Beendigung von Gewalt gegen Frauen und
Mädchen“ (CRS 15180) gewonnen?
Die Einführung des DAC-Sektorschlüssels 15180 wurde von der
Bundesregierung befürwortet. Die ersten Daten wurden erst kürzlich von der OECD vorgelegt.
18 der 30 Mitgliedsländer des OECD-DAC Gendernet haben den neuen Code
bisher genutzt. Deutschland verwendet diesen Schlüssel. Für tiefergehende
Analysen des Sektorschlüssels werden weitere Statistiken benötigt, die erst in einigen
Jahren vorliegen werden. Aus Sicht des BMZ ist die Einführung des
Sektorschlüssels positiv zu bewerten, da er einen besonderen Fokus auf Projekte zur
Förderung der Prävention von Gewalt gegen Frauen legt und so das Engagement
der Geber sichtbar und messbar macht.
21. a) Welche Fortschritte wurden in der Umsetzung des Programms
„Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika (ComVoMujer)“ seit
Veröffentlichung der Road Map 2016 erreicht?
Das Regionalvorhaben wurde 2016 mit 1,5 Mio. Euro aufgestockt und bis Ende
2017 verlängert. In dieser Zeit wurden u. a. nationale Studien erstellt, die die
gesamtgesellschaftlichen Kosten von Gewalt gegen Frauen sowie die
Auswirkungen von Gewalt auf die Produktivität von Studierenden untersuchten. Die
Ergebnisse dienten den zuständigen Behörden der Planung und Ausgestaltung von
Präventionsmaßnahmen. Um den erfolgreichen und breitenwirksamen Ansatz von
ComVoMujer für andere Regionen und einzelne Länder leichter anwendbar zu
machen, wurden dessen Erfahrungen vom Regionalvorhaben aufbereitet und im
November 2016 im Rahmen einer Ausstellung im BMZ Bonn
öffentlichkeitswirksam vorgestellt (Wissenstransfer). Alle Publikationen des
Regionalprogramms sind hier in Form eines Katalogs erfasst:
http://info.comvomujer.org.pe/
catalogocomvo/catalogo_comvomujer_web.pdf.
b) Wird das Regionalvorhaben über das Jahr 2017 hinaus fortgeführt?
Nein.
c) Wenn nein, weshalb nicht?
Das Regionalvorhaben wurde nach Beendigung der Laufzeit erfolgreich
abgeschlossen. Es gibt zwei neue Vorhaben, die auf dem Konzept und den
Erfahrungen von ComVoMujer basieren:
Im südlichen Afrika (Lesotho, Südafrika, Sambia) gibt es seit Dezember 2017
ein Regionalvorhaben zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Auf die Antwort zu Frage 22 wird verwiesen.
2018 wurde – auf explizite Anfrage der dortigen Regierung – in Ecuador ein
Projekt für die Prävention von Gewalt gegen Frauen begonnen.
Zudem ist die Bundesregierung im Gespräch mit der Regierung von Bolivien über
ein bilaterales Vorhaben in Bolivien zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und
Kinder (ab 2019).
22. Wie weit fortgeschritten ist die Imitierung des in der Road Map 2016
angekündigten und auf den Ansätzen von ComVoMujer basierenden
Regionalvorhabens in Subsahara Afrika?
Das Regionalvorhaben zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen
im Südlichen Afrika (Lesotho, Südafrika, Sambia) wurde von der
Bundesregierung mit einer Laufzeit von Dezember 2017 bis November 2020 beauftragt. Von
den ursprünglich vorgesehenen 10 Mio. Euro wurden bislang 4,5 Mio. Euro
zugesagt, weitere 3,9 Mio. Euro sollen noch in 2019 zugesagt werden.
Das Vorhaben hat im Januar 2018 seine Arbeit aufgenommen und fördert die
Kooperation von staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren
zur Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Der Aufbau von Multi-
Akteurs-Partnerschaften ist dabei Leitprinzip.
In Südafrika wird derzeit eine Kooperation zwischen NRO und der Medien- und
Kreativwirtschaft geprüft. Ziel ist eine kritische Reflektion von
Geschlechterstereotypen, da Medien einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und damit eine
wichtige Funktion bei der Sensibilisierung für und Prävention von Gewalt gegen
Frauen haben. Damit zielt das Vorhaben auf eine gendersensible Darstellung von
Themen wie geschlechtsspezifische Gewalt in Nachrichten und
Unterhaltungsformaten.
Bewaffnete Konflikte, Friedenssicherung und Flucht
23. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 4 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 4 (Bewaffnete Konflikte, Friedenssicherung und Flucht) wurden
2016 bereits 12 der 13 im Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen
umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt 13 Maßnahmen im Schwerpunkt 4 (zu
allen fünf Zielen des BMZ GAP in dem Bereich). 12 Maßnahmen wurden
planmäßig umgesetzt, eine Maßnahme konnte (noch) nicht während der Laufzeit der
Road Map umgesetzt werden:
Das Vorhaben zur Unterstützung für Betroffene der Krise in der
Zentralafrikanischen Republik startete erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 und läuft bis
einschließlich 2022. Hierdurch werden jene Aktivitäten (mit 10 Mio. Euro)
gefördert, die sich an schwangere und stillende Frauen/Mädchen, Binnenflüchtlinge
und Flüchtende richten.
24. a) Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung der ab Juli 2017 durchgeführten
einkommensschaffenden Maßnahmen im Südsudan und in Mali?
b) Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung der ab Juli 2017 durchgeführten
Fortbildung von Solidaritätsgruppen von Frauen im Südsudan und in
Mali?
c) Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung der ab Juli 2017 durchgeführten
Einsetzung von Gemeindehelferinnen und Gemeindehelfern von Frauen
im Südsudan und in Mali?
Die Fragen 24a bis 24c werden gemeinsam beantwortet.
Das in der Road Map 2016 genannte Vorhaben zur „Stärkeren Beteiligung von
Frauen in Friedensverhandlungen und bei der Konfliktbewältigung“ wird mit
Mitteln des BMZ von UN Women in Südsudan und Mali bis Ende 2019
durchgeführt. Aus der aktuellen Fortschrittsberichterstattung (bis Juni 2018) geht
hervor, dass bei der Umsetzung einkommensschaffender Maßnahmen bisher
insgesamt 2 351 Menschen eine berufliche Qualifizierung sowie insgesamt 2 215
Menschen bisher einen Kleinstkredit bzw. Startguthaben erhalten haben. Durch
Fortbildung von Solidaritätsgruppen wurden bisher 4 375 Frauen erreicht. Bisher
wurden außerdem 350 Gemeindehelferinnen und -helfer auftragsgemäß
ausgebildet.
25. Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung der Initiative „Initiative zur
Befähigung syrischer Zivilgesellschaft, Frauen und kommunaler Akteure“?
Die „Initiative zur Befähigung syrischer Zivilgesellschaft, Frauen und
kommunaler Akteure“ wurde von Mai 2015 bis Dezember 2017 von der GIZ durchgeführt.
In diesem Zeitraum wurden mehrere Projekte zur Verbesserungen der
Selbsthilfekapazitäten von Frauen in Syrien durchgeführt sowie Hebammen in Südsyrien
ausgebildet. Das Nachfolgevorhaben „Qualifizierungsinitiative lokale
Verwaltungsstrukturen und Zivilgesellschaft in Syrien“ hat im Anschluss die Arbeit
aufgenommen.
Bildung
26. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 5 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 5 (Bildung) wurden 2016 alle fünf der im Rahmen der Road Map
2016 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Aufgrund aktueller geschlechtsspezifischer Herausforderungen wurde den bereits
bestehenden Zielen des BMZ GAP im Schwerpunkt Bildung mit der Road Map
2017 ein weiteres Ziel („Bildung und Beschäftigung von Frauen und Mädchen in
der digitalen Welt fördern“) hinzugefügt. Die Road Map 2017 umfasst insgesamt
17 Maßnahmen im Schwerpunkt 5. Davon wurden 16 Maßnahmen planmäßig
umgesetzt, eine Maßnahme konnte während der Laufzeit der Road Map nicht
umgesetzt werden:
Diese Maßnahme des Vorhabens zur Energiepolitikberatung in Nigeria
(Vermittlung von 30 Studentinnen und Absolventinnen von technischen
Energielehrgängen in Praktika bei Firmen aus dem Energie- und Umweltbereich) konnte nicht
durchgeführt werden, da das Vorhaben mit anderer Schwerpunktsetzung und
anderen Indikatoren beauftragt wurde.
27. a) Welche Fortschritte hat die Bundesregierung beim Vorhaben zur
Verbesserung des Zugangs von Binnenvertriebenen zu Bildung im Nordirak
erzielt?
In enger Zusammenarbeit mit dem kurdischen Bildungsministerium sowie der
regionalen Bildungsbehörde wurden Gemeinden und Camps im Governorat Dohuk
und Erbil ausgewählt, in denen der Bedarf an Unterstützung besonders hoch war:
Im Rahmen des Vorhabens wurden 33 Schulen errichtet und elf Schulen
renoviert. Durch den Schulbau und die Schulrehabilitierung haben insgesamt mehr als
30 000 Kinder von Binnenvertriebenen (internally displaced people, IDP) aus
Camps und umliegenden Gemeinden einen verbesserten Zugang zum
Schulunterricht erhalten. Zudem wurden mit Blick auf Unterrichtsmethoden für Klassen
mit einer großen Anzahl an Kindern sowie auf konfliktsensible
Unterrichtsmethoden bisher mehr als 3 300 Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet.
b) Wie viele Menschen haben im Rahmen des Vorhabens Angebote zur
beruflichen Qualifizierung erhalten?
Im Rahmen des Vorhabens haben mehr als 9 600 Personen Angebote zur
beruflichen Qualifizierung erhalten.
c) Wie viele von ihnen waren Mädchen und Frauen?
Von den in der Antwort zu Frage 27b genannten 9 600 Personen waren 35
Prozent weiblich.
d) Wie viele Bauvorhaben von Schulen werden im Rahmen des Vorhabens
unterstützt?
Insgesamt unterstützt das Vorhaben 55 Maßnahmen im Bereich Bau, wie die oben
beschriebenen 33 Schulneubauten, elf Schulrehabilitierungen, die Anlegung von
Schulgärten (fünf), ein Frauenzentrum und ein mehrfach nutzbarerer
Containerkomplex für Bewohner eines IDP Camps sowie kleinere Maßnahmen.
28. Wie viele Frauen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung durch das
Projekt zur beschäftigungsorientierten Förderung von Frauen in Liberia
unterstützt?
Das Projekt befindet sich noch in der Umsetzung (bis 12/2019). Bis Ende der
Projektlaufzeit werden voraussichtlich 3 623 berufstätige Frauen, Studentinnen
und Sekundarschülerinnen direkt von Maßnahmen des Vorhabens profitieren. Ein
Großteil der Zielgruppe befindet sich im ländlichen Südosten Liberias. Indirekt
werden weitere Frauen durch geschlechtergerechtere Gestaltungen der
Personalpolitik und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen profitieren (2016 gab es
insgesamt 7 242 Frauen, die im öffentlichen und privaten Gesundheitswesen
Liberias berufstätig waren).
Aufschlüsselung der Zahlen:
2.500 Sekundarschülerinnen, die an Maßnahmen der gendersensiblen Berufsorientierung (z. B. Girls Days)
teilnehmen (auch männliche Schüler nehmen an manchen der Aktivitäten teil)
26 Sekundarschullehrerinnen, die in Berufsorientierungsaktivitäten eingebunden sind und entsprechend
fortgebildet wurden (ebenso männliche Lehrer)
860 Studentinnen in Gesundheitsfachberufen, die von Maßnahmen zur Förderung von gendersensiblen
Ausbildungsbedingungen an 4 ausgewählten Fachhochschulen und Universitäten profitieren
80 weibliche Lehr- und Verwaltungsfachkräfte, die ebenfalls von der Verbesserung der
Arbeitsbedingungen an den ausgewählten Fachhochschulen und Universitäten profitieren
46 Stipendiatinnen, die bereits vom Vorhaben finanzierte Aus- und Weiterbildungsstipendien durch das
Gesundheitsministerium erhalten haben (u. a. in Labortechnik, Arztassistenz)
45 weitere Stipendiatinnen, die voraussichtlich 2019 in das Stipendienprogramm (Weiterbildungen)
aufgenommen werden
16 weibliche Personalfachkräfte des Gesundheitsministeriums (sowie auch alle männlichen
Personalfachkräfte), die in gendersensiblem Personalmanagement fortgebildet wurden
50 Entscheidungsträgerinnen in der Regierung von Minister- bis Referatsleitungsebene (Ministerien für
Gesundheit, Bildung und Gender), die in verschiedene Maßnahmen des Vorhaben eingebunden sind
3.623 Insgesamt
29. Um wie viel Prozent konnte die Anzahl an Frauen und Mädchen in
Entwicklungsländern, die durch G7-Maßnahmen beruflich qualifiziert werden, wie
in der Gipfelerklärung von Elmau 2015 vereinbart, bereits erhöht werden?
Der Fortschritt bei der Umsetzung der G7-Initiative wird in regelmäßigen
Abständen von drei Jahren gemessen. Die nächste Datenerhebung soll 2019 für das
Jahr 2018 erfolgen und so der Fortschritt bei der Umsetzung der G7-Initiative
gemessen werden. Derzeit ist eine Aussage daher noch nicht möglich.
30. Um wie viel Prozent hat sich seit 2015 die Anzahl an Frauen und Mädchen
in Entwicklungsländern, die beruflich qualifiziert werden, durch vom BMZ
finanzierte Projekte erhöht?
Im Auftrag des BMZ wurde 2016 eine Baseline-Erhebung durchgeführt. Gemäß
dieser Baseline-Studie wurden im Jahr 2015 fast 355 000 Frauen und Mädchen
durch entwicklungspolitische Maßnahmen der beruflichen Bildung gefördert.
Anfang 2019 wird im Auftrag des BMZ eine planmäßige Datenerhebung zur
Förderung von Mädchen und Frauen durch berufliche Qualifizierung stattfinden. Erst
nach Auswertung dieser Daten kann eine evidenzbasierte Aussage getroffen
werden, um wie viel Prozent sich die Anzahl an Frauen und Mädchen in
Entwicklungsländern, die beruflich qualifiziert werden, durch vom BMZ finanzierte
Projekte erhöht hat.
31. Welche Rolle spielt umfassende Sexualaufklärung für die Umsetzung von
Schwerpunkt 5?
Umfassende Sexualaufklärung ist eines der vier strategischen Ziele unter
Schwerpunkt 5. Umfassende Sexualerziehung ist ein wichtiger Bestandteil der Bildung
eines jeden Menschen und deckt ein breites Spektrum an Themen im
Zusammenhang mit den körperlichen, biologischen, emotionalen und sozialen Aspekten der
Sexualität ab. Thematisiert werden u. a. auch Aspekte wie Geschlechterrollen und
-attribute sowie geschlechterspezifische Gewalt. Die Bundesregierung setzt sich
sowohl auf internationaler Ebene als auch in der Zusammenarbeit mit den
Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit für den Zugang zu
umfassender schulischer und außerschulischer Sexualaufklärung ein.
Erwerbsarbeit und wirtschaftliches Empowerment
32. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 6 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 6 (Erwerbsarbeit und wirtschaftliches Empowerment) wurden
2016 alle zwölf der im Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen
umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt 14 Maßnahmen im Schwerpunkt 6.
Davon wurden 13 Maßnahmen planmäßig umgesetzt. Eine Maßnahme (Förderung
von Unternehmerinnen und Unternehmensgründungen von Frauen in Indien)
konnte aufgrund administrativer Verzögerungen nicht während der Laufzeit der
Road Map umgesetzt werden, befindet sich jedoch derzeit in der Umsetzung.
33. a) Von wie vielen Jugendlichen in Ägypten wurde nach Kenntnis der
Bundesregierung seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im Zuge des
Vorhabens „Teilhabe durch Beschäftigung – Zugang zum Arbeitsmarkt
erleichtern“ die Beschäftigungssituation verbessert?
b) Wie viele von diesen Jugendlichen sind nach Wissensstand der
Bundesregierung Frauen?
Die Fragen 33a und 33b werden im Folgenden gemeinsam beantwortet.
4 640 Arbeitssuchende – davon 1 320 Frauen – wurden in menschenwürdige,
formelle Arbeitsverhältnisse vermittelt.
2 920 Jugendliche – davon 880 Frauen – haben das Serviceangebot für
Berufsvorbereitung in Anspruch genommen.
11 300 Beschäftigte – davon 6 200 Frauen – haben eine bessere
Beschäftigungsqualität erhalten.
34. a) Welche weiteren Firmen haben seit Veröffentlichung der Road Map 2016
im Rahmen des Regionalprogramms „Beschäftigung von jungen Frauen
durch angewandtes Gender Diversity Management in Unternehmen
(GDM)“ Kooperationsverträge mit der GIZ unterzeichnet?
Bisher wurden neun Kooperationsverträge in Ägypten (General Motors, Sekem,
Vodafone), in Jordanien (Dar Al Omran, Umniah), in Marokko (BMCI, Sanofi,
Unilever) und in Tunesien (Amen Bank) abgeschlossen. Weitere 19
Kooperationsverträge befinden sich derzeit in der Umsetzung, z. B. mit Juhayna in
Ägypten, Landmark in Jordanien, Safran Electronics in Marokko und Orange in
Tunesien. Drei Kooperationsverträge mit Unternehmen in Ägypten, Jordanien und
Marokko sind noch in der Vorbereitung.
b) Von wie vielen Frauen haben sich bereits durch das Projekt die
Arbeitsbedingungen und die Integration ins Erwerbsleben verbessert?
Durch die Maßnahmen des Projekts haben sich für ca. 34 000 Frauen die
Arbeitsbedingungen und die Integration ins Erwerbsleben verbessert.
Gesundheit, inklusive sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR)
35. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 7 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 7 (Gesundheit, inklusive sexuelle und reproduktive Gesundheit
und Rechte –SRGR–) wurden 2016 die vier im Rahmen der Road Map 2016
geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt zehn Maßnahmen im Schwerpunkt 7 (zu
allen fünf Zielen des BMZ GAP im Bereich), welche alle planmäßig umgesetzt
wurden.
36. In wie vielen Partnerländern wurden im Rahmen der deutschen finanziellen
Zusammenarbeit seit Veröffentlichung der Road Map 2016
Verhütungsmittel verteilt?
Seit 2016 wurden im Rahmen der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit
14 Partnerländer (Elfenbeinküste, Guinea, Jemen, Kambodscha, Kamerun,
Kenia, Malawi, Mali, Nepal, Niger, Pakistan, Sierra Leone, Tansania und
Usbekistan) sowie zwei Regionalorganisationen – CEMAC (Economic and Monetary
Community of Central Africa) und ECOWAS (Economic Community of West
African States) – bei der Beschaffung und Verteilung von Verhütungsmitteln
sowie Aufklärungsmaßnahmen unterstützt.
37. a) Welche Fortschritte wurden mit der Initiative „Selbstbestimmte
Familienplanung und Müttergesundheit“ erzielt?
Wichtige Indikatoren für Fortschritte der BMZ-Initiative sind die Zahl der
professionell betreuten Geburten, der ausgebildeten Fachkräfte für die Geburtshilfe
sowie die Zahl der Menschen, denen durch den Beitrag der deutschen EZ, Zugang
zu Beratung und modernen Methoden der Familienplanung ermöglicht wurde.
Zwischen 2011 und 2017 trug die deutsche EZ zu mindestens 3,4 Millionen
betreuten Geburten bei, unterstützte die Ausbildung von mindestens 16 000
Fachkräften in reproduktiver Gesundheit und half mindestens 19 Millionen Paaren,
sich für ein Jahr vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen.
Dabei erreichte die BMZ-Initiative über bilaterale und regionale Vorhaben der
KFW und der GIZ Menschen in 34 Ländern, hauptsächlich in Afrika und Asien.
Weitere Länder wurden durch die Arbeit privater und kirchlicher Träger erreicht,
die auch Mittel im Rahmen der BMZ-Initiative erhalten.
b) Plant die Bundesregierung die Fortführung ihrer Initiative
„Selbstbestimmte Familienplanung“ über das Jahr 2019 hinaus?
c) Wenn ja, plant die Bundesregierung die Mittel für die Initiative
aufzustocken und die Initiative verstärkt auf Jugendliche und Unverheiratete
auszuweiten?
d) Wenn nein, mit welcher Begründung wird die Initiative nicht fortgeführt?
Die Fragen 37b bis 37 d werden gemeinsam beantwortet.
Über die Fortführung der BMZ-Initiative „Selbstbestimmte Familienplanung und
Müttergesundheit“ wird im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2020 entschieden.
38. Werden die Mittel für SRGR in Hinblick auf die Global Gag Rule, die
Nichtregierungsorganisationen, die Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen
anbieten bzw. sich für die Legalisierung einsetzen, von US-amerikanischer
finanzieller Unterstützung ausschließt, von der Bundesregierung insgesamt
erhöht?
Im Rahmen des BMZ-Haushalts 2019 ist eine Mittelerhöhung für einschlägige
Organisationen, die im Bereich SRGR arbeiten, vorgesehen.
Wasser- und Sanitärversorgung
39. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts 8 allgemein erzielt, und welche Projekte aus der
Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der Bundesregierung in
dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt 8 (Wasser- und Sanitärversorgung) wurden 2016 die drei im
Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt sechs Maßnahmen im Schwerpunkt 8.
Davon wurde eine Maßnahme in der Laufzeit der Road Map nicht umgesetzt:
Diese Maßnahme (i. R. d. Vorhaben zur Steigerung der Verfügbarkeit von
Wasserressourcen für Anrainer von Bergbaubetrieben) zum gleichberechtigten
Zugang von Frauen und Mädchen zu Wasserversorgung in Bolivien, Chile, Ecuador,
Kolumbien und Peru wurde nicht umgesetzt, da Analysen zeigten, dass in den
Arbeitsgebieten des Projekts keine geschlechtsspezifische Benachteiligung bei
der Wasserversorgung erkennbar ist.
40. Wie viele Frauen in Jordanien konnten nach Kenntnis der Bundesregierung
bereits durch das Vorhaben „Water Wise Plumbers“ zu Klempnerinnen
ausgebildet werden?
Über das Vorhaben „Unterstützung jordanischer Gemeinden bei der syrischen
Flüchtlingsproblematik durch Klempnerausbildung (Water Wise Plumbers)“ und
das Folgevorhaben „Berufliche Aus- und Fortbildung für Jordanier/innen und
syrische Flüchtlinge im Wassersektor“ wurden bisher 385 Klempnerinnen
ausgebildet. Im Zuge der Aus- und Fortbildung erhalten Frauen zudem
Existenzgründungstraining sowie Hilfe bei der Erstellung von Businessplänen und
Marktanalysen.
41. Inwiefern konnte die Bundesregierung den „Water Services Trust Fund“ in
Kenia umsetzen?
Seit 2008 wird der „Water Services Trust Fund“ erfolgreich in Kenia mit Mitteln
des BMZ umgesetzt und befindet sich derzeit in der dritten Phase. Durch die
bisherigen Maßnahmen konnte bspw. gemeinsam mit anderen Gebern in rund
331 Einzelprojekten für rund 1,8 Millionen Menschen der Zugang zu
Trinkwasser bzw. Sanitärversorgung verbessert werden. Die Verbesserung der
Lebensbedingungen von Frauen und Kindern ist eine wichtige positive Wirkung der
Maßnahmen. Beide Gruppen profitieren in besonderem Ausmaß von der verbesserten
Wasser- und Sanitärversorgung in städtischen Armutsgebieten. Ferner binden die
Maßnahmen Frauen gezielt ein, bspw. im Betrieb von Wasserkiosken und von
öffentlichen Sanitärblöcken.
42. Wie viele Schulen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in Uganda
seit Veröffentlichung der Road Map 2016 mit neuen Sanitäreinrichtungen
ausgestattet oder saniert?
Nach Kenntnis der Bundesregierung wurden in Uganda seit 2016 in 88 Schulen
Sanitäranlagen im Rahmen von TZ-/FZ-Maßnahmen neu errichtet oder saniert.
In weiteren 25 Schulen sind Neuerrichtungen oder Sanierungen von sanitären
Anlagen vorgesehen.
Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit wurden Sanitäreinrichtungen an
Schulen in Uganda seit 2016 wie folgt gebaut bzw. saniert:
Neubau und Sanierung von Sanitäreinrichtungen an insgesamt 58 Schulen in
Norduganda über die folgenden Vorhaben:
a) Integrated program to improve the living conditions in Guluv – neun Schulen
(sieben weitere geplant).
b) Water Services Development Fund II – zehn Schulen.
c) Regionales UNHCR Vorhaben in Ostafrika: hier Uganda (201640473) – neun
Schulen.
d) Unterstützung von Flüchtlingen und aufnehmenden Gemeinden in Norduganda
über UNHCR (201740711) – 30 Schulen (weitere 28 Schulen geplant).
Daneben befindet sich der Neubau bzw. die Rehabilitierung von
Sanitäreinrichtungen an 25 Schulen im Rahmen des FZ-Vorhabens Unterstützung
südsudanesischer Flüchtlinge und aufnehmender Gemeinden in Uganda (VP) (201668995)
in Durchführung.
43. Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung des in der Road Map 2016
vorgestellten stadtweiten Wettbewerbs in Kampala?
In Kampala wurden 79 öffentliche Schulen eingeladen, sich bis zum 5. Dezember
2018 für die Teilnahme am Wettbewerb zu registrieren. Bis Ende Februar 2019
können Vorschläge/Konzepte eingereicht werden, aus denen ein Gewinner
ausgewählt wird. Ziel ist es, für einen nachhaltigen Umgang mit Sanitäranlagen zu
werben.
Energie
44. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2017 im
Bereich des Schwerpunkts Energie allgemein erzielt, und welche Projekte
aus der Road Map 2017 konnten aus welchen Gründen von der
Bundesregierung in dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Der Schwerpunkt Energie wurde aufgrund aktueller geschlechtsspezifischer
Herausforderungen mit der Road Map 2017 neu aufgenommen. Die Road Map 2017
umfasst insgesamt acht Maßnahmen im Schwerpunkt Energie.
In dem Länderprojekt Indonesien der Energiepartnerschaft Energising
Development (EnDev) wird ein besonderer Fokus auf das Thema Mainstreaming von
Geschlechtergleichberechtigung gelegt. Bis September 2019 soll in allen Aktivitäten
ein Frauenanteil von mindestens 30 Prozent erreicht werden, beispielsweise bei
der Beteiligung an technischen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Ziel ist es,
insgesamt einen 20-prozentigen Frauenanteil in Managementpositionen entlang
der gesamten geförderten Wertschöpfungskette für Inselnetze (sog. Mini-grids)
zu erreichen. Seit der Veröffentlichung der Road Map 2017 und im Rahmen des
Länderprojektes EnDev-Indonesien engagieren sich neun Frauen in
Managementteams innerhalb von vier neu gegründeten Kooperativen. Rund 50 Prozent
der Teilnehmenden an Unternehmenstrainings waren bisher Frauen. Dadurch
konnten die Teilnehmerinnen neue Geschäfte eröffnen oder ihr Einkommen aus
bestehenden Unternehmungen erhöhen.
In Ghana wurde 2017 mit Unterstützung von Strategic Energy Advisory and
Dialogue Services (SEADS) ein Workshop für Schülerinnen organisiert, um deren
Bewusstsein für die Bedeutung von Energieeffizienz sowie ihr Interesse für
technische Karrieren zu fördern. Das Projekt erreichte seine geschlechtsspezifischen
Erwartungen; die ausgebildeten Mädchen der St. Marys und Accra Girls Senior
High School geben ihr Wissen an Mitschülerinnen weiter. Darüber hinaus hat die
ghanaische Regierung mit Unterstützung des Vorhabens ein 5-kW-Photovoltaik-
Kraftwerk in der Mädchenschule installiert, das eine kontinuierliche
Stromversorgung – und damit einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts – sicherstellt.
Das „Africa-EU Renewable Energy Cooperation Programme (RECP)“
unterstützt die Ausbildung von mindestens 13 Ingenieurinnen (25 Prozent der
geförderten Personen) an afrikanischen Hochschulen zu Energiegrundversorgung. Der
Themenkomplex Gender und Energie wird gezielt in die Curricula integriert.
Daneben förderte das RECP wissenschaftliche Publikationen von 31 Autorinnen
(von gesamt 53).
45. Weshalb hat die Bundesregierung im Rahmen der Road Map 2017 das
Themenfeld „Energie“ als Schwerpunkt hinzugefügt?
Besonders Frauen und Mädchen profitieren von einem modernen und
nachhaltigen Zugang zu Energie. Frauen können starke Vermittlerinnen des Wandels im
Energiesektor sein. Durch ihre sozialen Beziehungen und ihr Wissen über die
Herausforderungen des lokalen Energiebedarfs können sie erfolgreiche
Energieunternehmerinnen und Multiplikatorinnen werden.
In der Road Map 2017 wurde aufgrund dieser geschlechtsspezifischen
Herausforderungen das Thema Energie als Schwerpunkt ergänzt.
46. Wie hat die Bundesregierung auf die Aufnahme von gendersensiblen
Indikatoren in die 2020-Ziele der Afrika-EU-Energiepartnerschaft (AEEP)
hingewirkt?
Im Rahmen des zweiten Stakeholder-Forums (
www.aeep-forum.org/en/outcomes)
der Africa-EU Energy Partnership (AEEP) in Mailand im Mai 2016
verpflichteten sich Regierungsvertreterrinnen und Regierungsvertreter aus Afrika und
Europa (darunter auch der Bundesregierung) dazu, die Bedürfnisse der Frauen in der
Entwicklung des afrikanischen Energiesektors stärker zu berücksichtigen. Das
Steuerungsgremium der AEEP (in dem die Bundesregierung Mitglied ist) hat
daraufhin die Aufnahme von gendersensiblen Indikatoren in die Ziele der AEEP bis
2020 beschlossen. Die Anpassung der Ziele der AEEP bis 2020 wurde im April
2017 durch das AEEP-Steuerungsgremium jedoch vorläufig ausgesetzt, da ein
neuer Zielkorridor formuliert werden soll. Entsprechend konnten bisher keine
Gender-Indikatoren aufgenommen werden. Allerdings beachtet seitdem das
Monitoring der bestehenden AEEP-2020-Ziele in besonderem Maße auch Gender-
Aspekte (auf die Antwort zu Frage 47 wird verwiesen).
Weiterhin zielt das erste Ziel der AEEP bis 2020 auf die Erweiterung des Zugangs
zu modernen und nachhaltigen Energiedienstleistungen für weitere 100 Millionen
Afrikanerinnen und Afrikaner. Das Ziel legt besonderen Wert auf die
Bereitstellung von Energie für die Grundversorgung einschließlich Gesundheit, Bildung,
Wasser und Haushaltsbedarf. Durch die Fokussierung auf diese gendersensiblen
Aktivitäten hat die Bundesregierung zu einem genderspezifischen Ansatz bei der
Verbesserung des Energiezugangs in Afrika beigetragen.
47. Welche gendersensiblen Indikatoren wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung als 2020-Ziele der Afrika-EU-Energiepartnerschaft (AEEP)
aufgenommen?
Die Thematik der Geschlechtergleichstellung erhält weiterhin besondere
Aufmerksamkeit im Rahmen der Partnerschaft und wurde 2017/2018 erstmals in den
jährlichen Status-Bericht des Africa-EU Energy Partnership (AEEP)
aufgenommen. In einem eigenen Kapitel analysiert der Bericht den Status der
Geschlechtergleichstellung und widmet sich sozialen Indikatoren (darunter die
geschlechtsspezifischen Ungleichgewichte im Energiesektor). Aktuell eruiert die
Partnerschaft auf Betreiben der Bundesregierung eine mögliche Kooperation mit
internationalen Frauennetzwerken (z. B. dem Globalen Frauennetzwerk für die
Energiewende GWNET, ENERGIA), um gemeinsam eine geschlechterübergreifende
Energiewende in Afrika zu fördern. Zudem fokussiert das dritte AEEP-2020-Ziel
die Verdreifachung der Kapazität erneuerbarer Energiequellen einschließlich
moderner Biomasse. Die Nutzung von Biomasse auf traditionelle, ineffiziente und
umweltschädliche Weise ist in Afrika weit verbreitet und betrifft vor allem Frauen
und Mädchen bei der Versorgung der Haushalte mit Energie. Mit der Festlegung
dieses Ziels hat die Bundesregierung daher zu genderspezifischen Indikatoren im
Rahmen der AEEP-2020-Ziele beigetragen.
Klimawandel, Katastrophenrisikomanagement, nachhaltige Entwicklung, Stadt-
und Kommunalentwicklung
48. Welche Fortschritte wurden seit Veröffentlichung der Road Map 2016 im
Bereich des Schwerpunkts „Klimawandel, Katastrophenrisikomanagement,
nachhaltige Entwicklung, Stadt- und Kommunalentwicklung“ allgemein
erzielt, und welche Projekte aus der Road Map 2017 konnten aus welchen
Gründen von der Bundesregierung in dem Bereich nicht umgesetzt werden?
Im Schwerpunkt „Klimawandel, Katastrophenrisikomanagement, nachhaltige
Entwicklung, Stadt- und Kommunalentwicklung“ wurden 2016 alle fünf im
Rahmen der Road Map 2016 geplanten Maßnahmen umgesetzt.
Die Road Map 2017 umfasst insgesamt zehn Maßnahmen im Schwerpunkt
„Klimawandel, Katastrophenrisikomanagement, nachhaltige Entwicklung, Stadt- und
Kommunalentwicklung“. Diese wurden alle planmäßig umgesetzt.
49. Konnten nach Kenntnis der Bundesregierung bereits Klempnerinnen in
Bangladesch, wie in der Road Map 2017 angekündigt, ausgebildet werden?
Wenn ja, wie viele?
Grundsätzlich sollten Frauen durch berufsqualifizierende Maßnahmen in die
Lage versetzt werden, sich eine eigene Einkommensquelle zu schaffen –
entweder als Angestellte oder als Selbständige. Ebenso wurde versucht, klassische
Rollenmuster zu durchbrechen und Frauen beispielsweise für eine Ausbildung als
Klempnerin zu interessieren. Bislang gelang es, Frauen in technischen Berufen
auszubilden, wie z. B. in den Bereichen Motorradwartung, Hauselektrik,
Klimaanlagentechnik, Mobiltelefonwartung oder Gebrauchselektronik. Siehe
nachfolgende Tabelle:
Beschäftigungsqualifizierende Maßnahmen mit Aufteilung nach Geschlecht
Angestellt Selbstständig
Gewerbe Männlich Weiblich Gesamt M W M W
Klimaanlagentechnik 100 30 130 80 16 8 5
Hauselektrifizierung 189 92 281 121 27 13 36
Mobiltelefonwartung 151 107 258 97 62 14 25
Gebrauchselektronik 31 29 60 12 9 3 5
Motorradwartung 194 9 203 123 2 13 2
Computerausbildung, Basis 15 15 30 9 - 1 1
Schneidern - 324 324 - 139 - 137
Schönheitspflege - 140 140 - 116 - 7
Industrielle Nähmaschinenbedienung - 92 92 - 10 - 69
Gemeindegesundheitspflege - 30 30 - 14 - 8
Block Batik - 20 20 - 3 - 11
Total 680 888 1568 442 398 52 306
50. a) Welche vom BMZ finanzierten Projekte wirken auf das im SDG 13b
formulierte Ziel des Ausbaus effektiver Planungs- und
Managementkapazitäten im Bereich des Klimawandels hin (bitte einzeln nennen)?
Zu den im Folgenden genannten Projekten wird auf Anlage A verwiesen (Projekte
zum Klimawandel).
b) In welchen dieser Projekte wird das Ziel des Gender Mainstreamings
umgesetzt?
Grundsätzlich haben alle bei Frage 50a aufgeführten Projekte eine GG 1-/GG 2-
Kennung, d. h. Gender Mainstreaming ist im Projektdesign berücksichtigt.
Folgend einige Beispiele, wie sich dies auf unterschiedliche Weise umsetzt:
Uganda:
Im Bereich Minderung unterstützt die Bundesregierung ein bilaterales Vorhaben
im Norden Ugandas, bei dem in 40 Dörfern kleine regionale Netze zur
Energieversorgung, oft als Mini-Grids bezeichnet, installiert werden. Durch den Zugang
zu Energie steigen die Löhne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im
Dienstleistungsbereich und es werden alltägliche Aufgaben erleichtert, die insb.
von Frauen ausgeführt werden (z. B. durch den Einsatz von Wasserpumpen).
Bangladesch:
In Bangladesch unterstützt die Bundesregierung das Umwelt- und
Forstministerium bei der kohärenten Planung, Priorisierung, Finanzierung und Durchführung
von Anpassungsmaßnahmen. Die Einbeziehung der vulnerabelsten Gruppen, u. a.
Frauen, bei der Stärkung der institutionellen Kapazitäten für die Steuerung und
Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen war ein zentrales Element. Zudem wird
dem Thema durch ein eigenes Kapitel im nationalen Klimaaktionsplan, welcher
voraussichtlich Anfang 2019 veröffentlicht wird, in den Fokus gerückt.
NDC-Partnerschaft:
Im Rahmen der von der Bundesregierung Ende 2016 mit-initiierten und
mitfinanzierten NDC-Partnerschaft, die die Umsetzung der nationalen Klimabeiträge im
Einklang mit den Entwicklungszielen der Agenda 2030 vorantreibt, nimmt die
Integration von Genderaspekten eine wichtige Rolle ein. Basierend auf einem
detaillierten Arbeitsplan („Partnerschaftsplan“) passen die Entwicklungspartner
ihre laufenden Programme an und planen zusätzliche Maßnahmen, welche die
NDC-Umsetzung vorantreiben. In diesen Prozessen werden Genderaspekte und
entsprechende Akteure explizit angesprochen, wie beispielsweise im ersten
Partnerschaftsplan mit Uganda, der 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
InsuResilience Globale Partnerschaft:
Das BMZ ist Gründungsmitglied der InsuResilience Global Partnership, die den
Ausbau von Versicherungs- und Risikofinanzierungsinstrumenten zur
Absicherung gegen Klima- und Katastrophenrisiken für besonders arme und vulnerable
Bevölkerungsschichten in Entwicklungsländern zum Ziel hat. Frauen und
Mädchen als besonders vulnerable Gruppe sollen gezielt berücksichtigt werden. Im
November 2018 veröffentlichte das InsuResilience-Sekretariat im Auftrag des
BMZ eine Studie zur Relevanz und Stärkung gendersensitiver Ansätze für
Klimarisikoversicherungen im Rahmen der Partnerschaft. Das Thema soll im höchsten
Steuerungsgremium der Partnerschaft verankert werden und als
Querschnittsthema in die Ausgestaltung von Finanzierungsinstrumenten einfließen. Zudem
vergibt das BMZ über die GIZ ein Stipendium für die Teilnahme am „Leadership
and Diversity Program for Regulators“ von Women’s World Banking und Oxford
University. Das Stipendium ging in der ersten Runde an Frauen aus Ruanda und
Madagaskar, die in der Versicherungsregulierung ihres Landes tätig sind.
NAP Global Network:
Im Rahmen des NAP Global Network (NAP GN) wurde im Februar 2018 mit
Hilfe kanadischer Finanzierung ein Austauschforum zu Gender und NAPs
veranstaltet und basierend darauf im April 2018 ein Synthesebericht zu
gendersensiblen NAP-Prozessen veröffentlicht. Seitdem finden regelmäßig weitere
Aktivitäten zum Thema Gender statt, bspw. wurde im September 2018 gemeinsam mit
UN Women in der Karibik ein regionaler Workshop zur Verbindung von
Geschlechtergerechtigkeit und nationaler Anpassungsplanung durchgeführt, dessen
Ergebnisse z. B. in den jamaikanischen NAP eingeflossen sind.
51. a) Welche vom BMZ finanzierten Projekte wirken auf das im SDG 11.2
formulierte Ziel der Verbesserung von sicheren, bezahlbaren, zugänglichen
und nachhaltigen Verkehrssystemen hin (bitte einzeln nennen)?
Folgende Vorhaben wirken auf das im SDG 11.2 formulierte Ziel der
Verbesserung von sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen
Verkehrssystemen ein:
Nr. Projektnummer Projekttitel Land
1 2016.2085.5 Sektorvorhaben Nachhaltige Mobilität Sektorvorhaben
2 2015.2127.7 DKTI – Energieeffiziente Antriebe im urbanen Kontext Brasilien
3
2015.2197.0
DKTI – Integrierte nachhaltige Stadtverkehrssysteme für Smart
Cities Indien
4 2016.2157.2 Verbesserung der Lebensbedingungen in Ammans Armutsgebieten Jordanien
5 2015.2210.1 Verkehr, Mobilität, Logistik Namibia
6 2016.2016.0 DKTI – Nachhaltige Mobilität in Sekundärstädten Peru
7
2017.2026.7
Offener Regionalfonds Südosteuropa – Energieeffizienz –
Komponente Urbane Mobilität Balkan regional
8
2017.2015.0
Politikberatung in der Kommunal- und Stadtentwicklung – C40
Finance Facility Sektorvorhaben
9 2013.2078.7 Energieeffizienz in der urbanen Mobilität Brasilien
10 2015.2071.7 Integrierte Stadtentwicklung Ukraine
11 2012.1003.8 Strategische Allianz: West African Transport Academy Ghana
12
2015.2227.5
Nachhaltige Gestaltung von städtischer Mobilität in mittelgroßen
Metropolregionen – SMMR Asien NA
b) In welchen dieser Projekte wird das Ziel des Gender Mainstreamings
umgesetzt?
Von den oben genannten Projekten wird das Ziel des Gender Mainstreamings
(jeweils GG1-Kennung) in den Vorhaben 1 (Sektorvorhaben), 4 (Jordanien), 5
(Namibia), 6 (Peru) und 12 (Asien NA) verfolgt.
52. a) Welche vom BMZ finanzierten Projekte wirken auf das im SDG 11.7
formulierte Ziel der Verbesserung des Zugangs zu Grünflächen und
öffentlichen Räumen hin (bitte einzeln nennen)?
Folgende Vorhaben wirken auf das im SDG 11.7 formulierte Ziel der
Verbesserung des Zugangs zu Grünflächen und öffentlichen Räumen ein:
Nr. Projektnummer Projekttitel Land
1
2016.2157.2
Pilotvorhaben zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Ammans
Armutsgebieten Jordanien
2 2014.2160.1 Nachhaltige Mittelstädte (Ciudades Intermedias Sostenibles) Ecuador
3 2014.2082.7 Gewaltpräventionsprogramm (Violence Prevention Programme) Südafrika
b) In welchen dieser Projekte wird das Ziel des Gender Mainstreamings
umgesetzt?
Alle drei Vorhaben haben eine GG-1-Kennung.
Überwindung der Mehrfachdiskriminierung
53. Wie genau definiert die Bundesregierung den Schwerpunkt „Überwindung
von Mehrfachdiskriminierungen“?
Insbesondere Frauen und Mädchen sind durch Mehrfachdiskriminierungen
aufgrund von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, sexueller
Orientierung, Behinderung und Alter besonderen Risiken ausgesetzt. Damit ist
Gender mit anderen Variablen sozialer, politischer, rechtlicher oder kultureller
Marginalisierung eng verschränkt. Eine Geschlechterorientierung trägt zur
Überwindung dieser Mehrfachdiskriminierungen bei. Dies bedeutet, dass in der
Entwicklungspolitik alle gesellschaftlichen Gruppen einbezogen und die
Zielgruppen bzw. beteiligten Akteurinnen und Akteure der Maßnahmen differenziert
betrachtet werden. Dies ist eine Grundvoraussetzung für entwicklungspolitische
Programme, die sozialen Wandel und Demokratisierung unterstützen sollen.
54. Plant die Bundesregierung die Beibehaltung des Themengebiets
„Überwindung der Mehrfachdiskriminierung“ als Schwerpunkt?
Der „Entwicklungspolitische Aktionsplan zur Gleichberechtigung der
Geschlechter 2016 bis 2020 (GAP II)“ enthält neben den Schwerpunkten auch
sektorübergreifende Handlungsfelder wie die Überwindung von Mehrfachdiskriminierung.
Die Road Maps zur Umsetzung des GAP II greifen jedes Jahr ein
sektorübergreifendes Handlungsfeld zusätzlich zu den thematischen Schwerpunkten auf und
weisen dieses als zusätzlichen Schwerpunkt aus. Für die Road Map 2019 ist der
Schwerpunkt Entwicklungsfinanzierung vorgesehen. Eine Zuordnung von
Maßnahmen, die der Überwindung von Mehrfachdiskriminierung beitragen, wird
jedoch weiterhin erfolgen.
55. Welche Projekte ordnet die Bundesregierung dem Schwerpunkt zu?
Die deutlich komplexer gewordene Realität der Geschlechterverhältnisse
erfordert eine regelmäßige Überprüfung der Relevanz und Effektivität aller
Maßnahmen. Nur so decken sie nicht nur kurzfristig praktische Bedürfnisse, sondern
tragen auch zum gezielten Abbau von Mehrfachdiskriminierungen und strukturellen
Ungleichheiten zwischen Geschlechtern bei. Die Bundesregierung ordnet dem
Schwerpunkt unter anderem die folgenden Projekte zu:
In Kambodscha unterstützt das BMZ Maßnahmen, die – im Rahmen der
Versorgung von Müttern und Neugeborenen – speziell die Bedürfnisse von
Menschen mit Behinderungen berücksichtigen. Bereits bestehende
Trainingsmaßnahmen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte wurden 2018
in Zusammenarbeit mit Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit
Behinderungen überarbeitet. Dadurch konnten die Inhalte an die speziellen
Bedürfnisse dieser Zielgruppe angepasst werden.
Auf dem Westbalkan setzt sich ein Vorhaben dafür ein, dass Angehörige von
Minderheiten (vor allem Roma, Binnenvertriebene, Menschen mit
Behinderungen, Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete, ebenso wie Frauen und
Mädchen) ihre sozialen Rechte einfordern können. So haben 2018 in
Pilotgemeinden im Kosovo alle staatlichen und nichtstaatlichen Projektpartner, die
soziale Dienstleistungen anbieten, ein spezielles Gender Training erhalten.
Insgesamt stehen für die Umsetzung des Projekts 7,9 Mio. Euro zur Verfügung.
Ein Projekt von Help Age zur Förderung der Menschenrechte älterer Menschen
und Frauen in Moldawien unterstützt staatliche und nichtstaatliche
Organisationen dabei, ihre Schutz- und Hilfsmechanismen zu verbessern, damit
besonders ältere Frauen, die Opfer von Missbrauch und Gewalt wurden, besser
geschützt und beraten werden. Das Fördervolumen beträgt rd. 500 000 Euro.
Das Projekt zur HIV/AIDS-Beratung und Institutionenförderung in der
Ukraine umfasst Schulungen für Trainer/innen, die Sexualerziehungsunterricht in
Schulen anbieten. Themen wie Toleranz gegenüber verschiedenen sexuellen
Orientierungen und Geschlechteridentitäten sowie traditionellen
Geschlechterrollen sind Bestandteil der Kurse.
Seit 2014 fördert das BMZ das regionale Masakhane-Projekt der Coalition of
African Lesbians und des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland
(LSVD). Ziel ist die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Handlungsfähigkeit
im Kontext sexueller Orientierung und Geschlechteridentität in Botswana,
Namibia, Sambia und Zimbabwe. Die Fortsetzung des Projekts wird aktuell
geprüft.
GG1- und GG2-gekennzeichnete Projekte
56. Wie viele aus Mitteln des BMZ finanzierte Projekte verfügten in den Jahren
2014 bis 2018 über eine GG1-Kennung (bitte die Antwort einzeln nach
Jahren und Sektoren aufschlüsseln)?
Zusagen für Projekte mit GG1-Kennung in den Jahren 2014 – 2018:
Zusagen für GG1-Projekte in Mio. EUR nach Förderbereichen
Förderbereich 2014 2015 2016 2017 2018
€ % € % € % € % € %
Bildung 226.348.691,77 10,73 340.398.138,43 13,96 310.420.173,16 16,17 354.745.542,44 14,50 214.109.172,65 13,58
Gesundheitswesen 136.900.000,00 6,49 206.023.951,44 8,45 169.647.784,80 8,84 195.515.000,00 7,99 100.736.240,26 6,39
Bev.Pol./
Programme u.
reprod.
Gesundheit 64.635.579,34 3,06 74.014.345,12 3,04 111.125.328,68 5,79 63.645.410,00 2,60 50.800.283,59 3,22
Wassersektorpolitik und
-verwaltung 196.165.848,76 9,30 310.346.812,89 12,73 84.822.089,92 4,42 152.268.880,15 6,22 162.718.696,93 10,32
Staat und
Zivilgesellschaft 388.549.954,50 18,42 329.519.523,96 13,52 379.235.606,48 19,75 390.286.102,93 15,95 254.833.066,01 16,16
Sonstige soz.
Infrastruktur u.
Dienste 63.220.747,81 3,00 42.646.451,62 1,75 41.214.983,75 2,15 159.753.413,73 6,53 55.173.298,12 3,50
Transport und
Lagerhaltung 11.523.560,65 0,55 82.399.529,71 3,38 19.400.000,00 1,01 19.011.961,63 0,78 10.653.236,39 0,68
Kommunikation 5.700.795,00 0,27 1.000.000,00 0,04 611.599,23 0,03 7.000.000,00 0,29 2.400.000,00 0,15
Zusagen für GG1-Projekte in Mio. EUR nach Förderbereichen
Förderbereich 2014 2015 2016 2017 2018
€ % € % € % € % € %
Energieerzeugung und -
versorgung 59.808.250,83 2,83 49.236.330,19 2,02 93.203.670,92 4,85 149.726.161,51 6,12 65.389.219,13 4,15
Finanzwesen 139.891.885,40 6,63 85.699.780,87 3,52 111.781.784,79 5,82 59.351.076,27 2,43 46.336.572,27 2,94
Privatwirtschaftliche und
andere Dienste 86.920.554,66 4,12 65.181.950,62 2,67 111.456.821,03 5,80 118.143.381,36 4,83 106.788.831,84 6,77
Landwirtsch.,
Forstwirtsch.,
Fischereiwesen 196.330.262,39 9,31 188.483.595,13 7,73 126.731.552,22 6,60 153.551.492,46 6,28 94.139.751,31 5,97
Industrie,
Bodenschätze u.
Bergbau 9.241.898,01 0,44 22.622.180,33 0,93 29.759.223,18 1,55 25.300.000,00 1,03 12.198.375,53 0,77
Handel und
Tourismus 15.470.000,00 0,73 30.960.000,00 1,27 30.018.731,46 1,56 16.269.491,91 0,67 21.500.000,00 1,36
Umweltschutz
allgemein 236.855.662,18 11,23 223.810.740,62 9,18 121.098.786,05 6,31 251.106.333,64 10,26 211.931.829,17 13,44
Andere
multisektorale
Maßnahmen 160.200.079,29 7,59 228.470.810,83 9,37 141.023.935,45 7,34 247.130.602,02 10,10 143.412.273,31 9,09
Strukturanpassungshilfe mit
WB und IWF 2.000.000,00 0,09 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Nahrungsmittelh./Hilfe z.
Ernährungssicherung 21.700.000,00 1,03 14.000.000,00 0,57 0,00 0,00 55.000.000,00 2,25 0,00 0,00
Sonstige allg.
Programm u.
Warenhilfen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Schuldenerleichterung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstige Not-
und Soforthilfe 55.000.000,00 2,61 55.000.000,00 2,26 7.500.000,00 0,39 0,00 0,00 0,00 0,00
Wiederaufbauhilfe 24.500.000,00 1,16 68.000.000,00 2,79 26.750.000,00 1,39 27.000.000,00 1,10 17.700.000,00 1,12
Katastrophenprävention und
-vorsorge 0,00 0,00 18.000.000,00 0,74 32.166,88 0,00 0,00 0,00 5.000.000,00 0,32
Verwaltungskosten 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Unterstützung
von NRO 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Nicht
zuordenbare
Maßnahmen 8.775.000,00 0,42 2.000.000,00 0,08 4.300.000,00 0,22 1.600.000,00 0,07 1.100.000,00 0,07
2.109.738.770,59 100,00 2.437.814.141,76 100,00 1.920.134.238,00 100,00 2.446.404.850,05 100,00 1.576.920.846,51 100,00
57. Über wie viel finanzielle Mittel verfügten die einzelnen GG1-Projekte in den
Jahren 2014 bis 2018 (bitte die Antwort einzeln nach Projekten, Sektoren
und Jahren aufschlüsseln)?
Auf die Anlage B (FZ-Projekte mit GG1-Kennung in den Jahren 2014 bis 2018)
und Anlage D(TZ-Projekte mit GG1-Kennung in den Jahren 2014 bis 2018) wird
verwiesen.
58. Inwiefern stellt die Bundesregierung sicher, dass Projekte mit GG1-Kennung
einen wirklichen Beitrag zur Gendergerechtigkeit liefern?
Per Definition sind Projekte, die die Kennung GG1 erhalten, Projekte, bei denen
die Gleichberechtigung der Geschlechter ein Nebenziel der Maßnahme ist. Dieses
wird in der Regel durch einen Indikator auf Ebene des Modulziels nachgehalten.
So haben die meisten Projekte mit einer GG1-Kennung einen Indikator, der den
Beitrag zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter abbildet.
Weiterhin wird in den Zwischen- und Abschlussberichten der Projekte über Maßnahmen
berichtet, die dies unterstützen.
59. Inwiefern werden Projekte mit GG1-Kennung mit zusätzlichen finanziellen
Mitteln ausgestattet, um die Durchführung der Gendergerechtigkeitsziele
sicherzustellen?
Bei einigen GG1-Projekten lassen sich die bereitgestellten Mittel spezifischen
Aktivitäten zur Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter zuordnen,
andere haben einen Mainstreaming-Ansatz, dessen Mittel sich nicht spezifisch
zuordnen lassen. Die Sicherstellung der Umsetzung der Ziele zur Förderung der
Gleichberechtigung der Geschlechter erfolgt durch Indikatoren.
60. Wie viele aus Mitteln des BMZ finanzierte Projekte verfügten in den Jahren
2014 bis 2018 über eine GG2-Kennung (Antwort bitte einzeln nach Jahren
und Sektoren aufschlüsseln)?
Auf die nachfolgende Tabelle: Zusagen für Projekte mit GG2-Kennung in den
Jahren 2014 bis 2018 wird verwiesen.
Zusagen für Projekte mit GG2-Kennung in den Jahren 2014 – 2018
Zusagen für GG2-Projekte in Mio. EUR nach Förderbereichen
Förderbereich
2014 2015 2016 2017 2018
€ % € % € % € % € %
Bildung 20.000.000,00 26,51 0,00 0,00 14.000.000,00 18,71 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesundheitswesen 0,00 0,00 3.000.000,00 7,77 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Bev.Pol./Programme u.
reprod. Gesundheit 46.340.019,33 61,43 19.500.000,00 50,53 42.500.000,00 56,80 19.000.000,00 34,33 15.400.000,00 44,77
Wassersektorpolitik und
-verwaltung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Staat und Zivilgesellschaft 9.098.046,87 12,06 11.093.297,89 28,74 15.926.562,00 21,28 19.344.119,43 34,95 19.000.000,00 55,23
Sonstige soz. Infrastruktur
u. Dienste 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Transport und Lagerhaltung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Kommunikation 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Energieerzeugung und
-versorgung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzwesen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Privatwirtschaftliche und
andere Dienste 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Landwirtsch., Forstwirtsch.,
Fischereiwesen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Industrie, Bodenschätze u.
Bergbau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Handel und Tourismus 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Umweltschutz allgemein 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Andere multisektorale
Maßnahmen 0,00 0,00 5.000.000,00 12,96 2.400.000,00 3,21 10.000.000,00 18,07 0,00 0,00
Strukturanpassungshilfe mit
WB und IWF 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Nahrungsmittelh./Hilfe z.
Ernährungssicherung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstige allg. Programm u.
Warenhilfen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Schuldenerleichterung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Sonstige Not- und
Soforthilfe 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Wiederaufbauhilfe 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.000.000,00 12,65 0,00 0,00
Katastrophenprävention und
-vorsorgung 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Verwaltungskosten 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Unterstützung von NRO 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Nicht zuordenbare
Maßnahmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
75.438.066,20 100,00 38.593.297,89 100,00 74.826.562,00 100,00 55.344.119,43 100,00 34.400.000,00 100,00
61. Über wie viel finanzielle Mittel verfügten die einzelnen GG2-Projekte in den
Jahren 2014 bis 2018 (Antwort bitte einzeln nach Projekten, Sektoren und
Jahren aufschlüsseln)?
Auf die Anlage C (FZ-Projekte mit GG2 Kennung in den Jahren 2014 bis 2018)
und Anlage E (TZ-Projekte mit GG2- Kennung in den Jahren 2014 bis 2018) wird
verwiesen.
62. a) Plant die Bundesregierung, den prozentualen Anteil von Projekten mit
GG2-Kennung zu erhöhen?
b) Wenn nein, weshalb nicht?
Vorhaben mit der Kennung GG2 haben ein besonderes Potential, das
Geschlechterverhältnis zu transformieren. Dies ist Ziel von SDG 5 der Agenda 2030, der
sich die Bundesregierung verpflichtet hat. Daher wird mittelfristig eine Erhöhung
des GG2-Portfolios angestrebt. So ist derzeit beispielsweise ein GG2-Projekt im
Irak in Planung, weitere Projekte sind zu prüfen.
63. Sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit für mehr GG1- und GG2-
Projekte sowie zusätzlicher finanzieller Mittel für Genderaspekte seit des
Inkrafttretens der Global Gag Rule?
Bisher liegen keine gesicherten Erkenntnisse zu den konkreten Auswirkungen der
Mexico City Poliy (MCP)/Global Gag Rule vor. Finanzierungsverträge, die
bereits vor der Einführung der MCP abgeschlossen worden sind, sind von den
Regelungen der MCP nicht betroffen. Ausländische Nichtregierungsorganisationen
müssen sich erst entscheiden, ob sie sich der MCP unterwerfen, wenn neue
Finanzierungsverträge abgeschlossen oder laufende Finanzierungsverträge erneuert
oder geändert werden müssen.
Unabhängig von der MCP vertritt die Bundesregierung die Ansicht, dass u. a.
über GG1- und GG2-Projekte gezielte Investitionen in die Gleichstellung der
Geschlechter notwendig sind.
64. Wie viele Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit haben
Familienplanung und sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte als
Schwerpunkt (bitte nach Projekten, Partnerländern und Laufzeit
aufschlüsseln)?
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat im Rahmen der Technischen und
Finanziellen Zusammenarbeit 74 laufende Projekte (mit 21 Ländern und zwei
Regionalorganisationen) mit Schwerpunkt Familienplanung und sexuelle und
reproduktive Gesundheit und Rechte (auf Anlage E wird verwiesen).
Messung der Umsetzung der Ziele des Gender Aktionsplans
65. Wie möchte die Bundesregierung ihrem im GAP II formulierten Ziel von
messbaren Fortschritten von Geschlechtergerechtigkeit gerecht werden und
die Messung konkret durchführen?
Die Umsetzung des GAP II erfolgt durch verschiedene Einheiten des BMZ, die
Durchführungsorganisationen sowie die Zivilgesellschaft im Rahmen einer
Multi-Stakeholder Partnerschaft. Jährlich rollierende Road Maps setzen den
Aktionsplan um und werden in enger Abstimmung mit allen Beteiligten entwickelt.
Die Road Maps benennen Schwerpunkte mit Aktivitäten zu deren Umsetzung.
Diesen Aktivitäten sind konkret zu erreichende Indikatoren – sogenannte
Meilensteine und Leuchttürme – zugeordnet.
Die Indikatoren der jährlichen Road Maps werden den übergeordneten,
strategischen Zielen des GAP II zugeordnet. Damit kann überprüft werden, zu welchen
strategischen Zielen und Maßnahmen des GAP II die Aktivitäten sowie
Meilensteine und Leuchttürme der jährlichen Road Maps beitragen.
Zur Überprüfung der Beiträge aus den Road Maps findet eine jährliche Abfrage
der erreichten Wirkungen und Fortschritte im BMZ sowie den beteiligten
Organisationen der Zivilgesellschaft statt. Die Ergebnisse werden in einem Bericht
veröffentlicht, der darstellt, inwieweit die geplanten Maßnahmen umgesetzt
wurden und ob und in welchem Maße diese zur Erreichung der strategischen Ziele
des GAP II beigetragen haben. Dazu wurde unter Einbeziehung aller Akteure
(BMZ, Durchführungsorganisationen und Zivilgesellschaft) ein
Monitoringsystem entwickelt, das es ermöglicht, Umsetzungsstand und Wirkung der
durchgeführten Aktivitäten zu erfassen und darzustellen.
66. a) Gedenkt die Bundesregierung Indikatoren zur Messung der im GAP II
formulierten strategischen Ziele zu erstellen?
b) Wenn ja, welche?
c) Wenn ja, anhand welcher Kriterien wurden die Indikatoren aufgestellt?
d) Wenn nein, mit welcher Begründung wird eine solche
Fortschrittsmessung unterlassen?
Die Fragen 66a bis 66d werden gemeinsam beantwortet.
Zur Messung der im GAP II formulierten strategischen Ziele werden keine
eigenen Indikatoren aufgestellt. Die Umsetzung erfolgt durch die Aktivitäten in den
Road Maps, deren Umsetzungsstatus jährlich überprüft wird. Auf die Antwort zu
Frage 65 wird verwiesen.
e) Plant die Bundesregierung die Einführung eines wirkungsorientierten
Monitoringsystems?
Es wurde unter Einbeziehung aller Akteure (BMZ, Durchführungsorganisationen
und Zivilgesellschaft) ein geeignetes Monitoringsystem entwickelt, welches es
ermöglicht, Umsetzungsstand und Wirkung der durchgeführten Aktivitäten zu
erfassen und darzustellen. Auf die Antwort zu Frage 65 wird verwiesen.
Zukunft des Gender Aktionsplans
67. Plant die Bundesregierung einen Bericht über den Gesamterfolg des GAP II
vorzulegen?
Zum Laufzeitende des „Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur
Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 bis 2020 (GAP II)“ ist eine Überprüfung der
Umsetzung und Wirksamkeit des Aktionsplans durch ein externes Gutachten
vorgesehen.
68. a) Plant die Bundesregierung für den Zeitraum nach 2020 erneut einen
Gender Aktionsplan?
Es wird aktuell geprüft, ob es einen weiteren Gender-Aktionsplan geben wird.
b) Wenn ja, inwiefern wird sichergestellt, dass die Erkenntnisse über
notwendige Veränderungen aus dem Bericht über den Gender Aktionsplan
2016 – 2020 eingepflegt werden?
Für den Fall, dass es einen neuen Gender Aktionsplan gibt, werden die Ergebnisse
der externen Evaluation in der Erstellung berücksichtigt.
69. Plant die Bundesregierung, Nichtregierungsorganisationen in die Erstellung
eines etwaigen neuen Gender Aktionsplans miteinzubeziehen?
Sollte es einen weiteren Gender-Aktionsplan geben, werden
Nichtregierungsorganisationen in dessen Erstellung einbezogen – analog der Erstellung des
„Entwicklungspolitischen Aktionsplans zur Gleichberechtigung der Geschlechter
2016-2020 (GAP II)“.
70. a) Kann die Bundesregierung bereits Schlüsse aus Teilen der Antwort zu
Frage 67 hinsichtlich einer möglichen Weiterentwicklung des Gender
Aktionsplans nach 2020 ziehen?
b) Wenn ja, welche?
Nein.
71. Plant die Bundesregierung vor dem Hintergrund der Ankündigung der
kanadischen Regierung, ihren Anteil der EZ-Gelder für Projekte und Aktivitäten,
die einen direkten Bezug zur Förderung der Gendergerechtigkeit beinhalten,
bis zum Jahr 2020 von derzeit 2 Prozent auf 15 Prozent zu steigern (http://
international.gc.ca/world-monde/issues_development-enjeux_developpement/
priorities-priorites/policy-politique.aspx?lang=eng), den Anteil deutscher
EZ-Gelder für Projekte mit ausdrücklichem Bezug zur Förderung der
Gendergerechtigkeit zu erhöhen?
Wenn ja, auf welche Quote?
Wenn nein, wie hoch ist die Quote derzeit?
Sowohl nominal als auch prozentual wird perspektivisch eine Erhöhung des GG2-
Portfolios angestrebt.
72. Welche neuen Entwicklungen gibt es hinsichtlich der Antwort der
Bundesregierung zu Frage 9 auf Bundestagsdrucksache 19/3010, die eine
Abwägung eines Beitritts der Bundesregierung zur „She-decides-Initiative“
beinhaltet?
Die Bundesregierung hat entschieden, die Initiative SheDecides politisch zu
unterstützen.
73. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass das Ziel des Gender Mainstreaming
in den vom BMZ veröffentlichten Strategiepapieren und Initiativen
verankert wird?
Die Verankerung einer Gender-Perspektive in alle BMZ Länder- und
Sektorstrategien ist ein zentrales Instrument in der Umsetzung des
Gleichberechtigungskonzeptes des BMZ und ist im „Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur
Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 bis 2020 (GAP II)“ als solches festgelegt.
Klimawandels
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
*
Projektnummer
Projektbezeichnung,
deutsch Partnerland
GG-
Kennung
KLM-
Kennung
KLA-
Kennung
Projektwert
("Auftragswert")
1995.3517.0
Integrierte Fachkraft im
Department of Heritage
(DOH) des Ministry of
Information, Culture and
Tourism (MICT) Laos G1 1 1 175.000,00
1995.3545.1
Anpassung an den
Klimawandel im
Einzugsgebiet des Rio Buzi Mosambik G1 0 1 200.000,00
1995.3557.6
Umsetzung der Sahel-Allianz
in der EZ Mali G1 1 1 200.000,00
1995.3565.9
Unterstützung der
Erarbeitung des
Agrarinvestitionsprogramms
PNIASA2 Togo G1 0 1 55.000,00
2001.3501.2
Prüfung- Energieeffizienz
und Integration von
Solarenergie ins Netz (DKTI) Bangladesch G1 2 0 164.566,56
2001.3501.2
Studie zu Chancen und
Risiken der deutschen EZ zur
Arbeit in bangladeschischen
Sonderwirtschaftszonen Bangladesch G1 1 1 66.200,00
2001.3501.2
Unterstützung bei der
Umsetzung der nationalen
Anpassungspläne und der
nationalen
Klimaschutzbeiträge in
Bangladesch Bangladesch G1 0 2 123.970,00
2009.2231.0 Biodiversitätsförderung Jemen G1 1 1 6.000.000,00
2011.9015.6
Innovative
Entwicklungsplanung zur
Anpassung an den
Klimawandel in Mali Mali G1 0 2 3.150.000,00
2011.9203.8
Programm zur Umsetzung
der Nationalen
Klimaanpassungsstrategie Mali G1 0 2 4.906.000,00
2011.9833.2
Anpassung
landwirtschaftlicher
Anbaumethoden der
Karimojong an den
Klimawandel in der
Subregion Karamoja Uganda G1 0 2 4.830.000,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2012.2097.9
Programm eneuerbare
Energie und Energieeffizienz
Klimawan
Bangladesch
dels
G1 2 0 10.000.000,00
2012.9750.6
Verringerung der
Auswirkungen des
Klimawandels auf die
Verfügbarkeit von Wasser-
und Bodenressourcen Burundi G1 0 2 6.000.001,00
2012.9752.2
Erosionsschutz,
Rückgewinnung und
Inwertsetzung degradierter
Flächen Burkina Faso G1 0 2 6.000.000,00
2012.9761.3
Entwicklung von Kapazitäten
zur Stärkung der
Dürreresilienz der (agro-
)pastoralen Bevölkerung im
Tiefland von Äthiopien Äthiopien G1 0 2 9.433.333,00
2012.9766.2
Partizipative
Waldbewirtschaftung(PFM) Äthiopien G1 1 1 3.000.000,00
2012.9830.6
Anpassung
landwirtschaftlicher
Anbaumethoden an den
Klimawandel und
Stabilisierung der
Lebensgrundlagen,Südsudan Südsudan G1 0 2 5.300.000,00
2013.2201.5
Programm Entwicklung des
Wasser- und Sanitärsektors Uganda G1 0 1 18.527.775,97
2013.2258.5
Förderung des
Managements der
Sunderbans-
Mangrovenwälder für
Biodiversität und
verbesserte
Anpassungsmöglichkeiten Bangladesch G1 0 1 5.000.000,00
2013.9755.3
Unterstützung von
REDD+readiness und
Waldrehabilitierung in Togo
(ProREDD) Togo G1 2 0 5.000.000,00
2013.9763.7
Anpassung der
Landwirtschaft an den
Klimawandel Benin G1 0 2 5.000.000,00
2013.9770.2
Resiliente und inklusive
Stadtentwicklung Bangladesch G1 0 2 3.500.000,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2014.1803.7
Integration von Flüchtlingen
und Verbesserung der
Ernährungssicherheit von
ansässiger Bevölkerung u.
Flüchtlingen in der
osttschadischen Region Ouadd
Klimawan
Tschad
dels
G1 0 1 10.885.000,00
2014.2006.6
Programm Nachhaltige
Landbewirtschaftung Äthiopien G1 0 1 32.778.000,00
2014.2008.2
Erhalt der Biodiversität und
nachhaltiges Management
der natürlichen
Lebensgrundlagen Äthiopien G1 1 1 16.500.000,00
2014.2009.0
Stärkung der Dürreresilienz
im äthiopischen Tiefland Äthiopien G1 0 2 7.500.000,00
2014.2010.8
Programm
landwirtschaftliche
Entwicklung Burkina Faso G1 1 1 7.000.000,00
2014.2014.0
Trinkwasser und
Sanitärprogramm in Boucle
du Mouhoun, Hauts-Bassins
und Süd-West Burkina Faso G1 0 1 6.300.000,00
2014.2018.1
Nachhaltige Wasser- und
Sanitärversorgung in Mali Mali G1 0 1 16.000.000,00
2014.2069.4
Programm ländliche
Entwicklung und produktive
Landwirtschaft - Förderung
der produktiven
Landwirtschaft (PROMAP) Niger G1 0 1 15.750.000,00
2014.2076.9
Programm für die Reform
des Wassersektors Sambia G1 0 1 12.704.355,44
2014.2138.7
Erneuerbare Energien im
ländlichen Raum Nepal G1 2 0 5.300.000,00
2014.2175.9
Förderung subnationaler
Regierungsstrukturen Afghanistan G1 0 1 40.530.000,00
2014.2176.7
Nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung und
Beschäftigungsförderung Afghanistan G1 0 1 35.000.000,00
2014.2283.1
Anpassung an den
Klimawandell Mosambik G1 0 2 2.500.000,00
2014.2463.9
Unterstützung der
Straßenverkehrsbehörden in
Somalia Somalia G1 0 1 24.239.004,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2014.3500.7
Unterstützung des
Sekretariats für Rural
Economic Development and
Food Security (RED&FS)
Klimawan
Äthiopien
dels
G1 1 1 156.000,00
2015.2085.7
Nachhaltiges
Landmanagement in
Somaliland Somalia G1 0 1 10.000.000,00
2015.2105.3
Wiederaufbauprogramm
Nepal Nepal G1 0 1 10.067.500,00
2015.2136.8
Sektorprogramm
Wasser/Abwasser
(PROSECO) - Unterstützung
der Wassersektorreform
(RESE)
Kongo Dem.
Rep. G1 0 1 8.030.000,00
2015.2150.9
Regionale
Wirtschaftsentwicklung IV Kambodscha G1 0 1 5.140.000,00
2015.2177.2
Unterstützung der
Entwicklung des
Wassersektors Tansania G1 0 1 9.683.945,12
2015.2180.6
Programm nachhaltiges
Management natürlicher
Ressourcen Tansania G1 0 1 6.243.444,66
2015.2181.4
Nachhaltige Nutzung
erneuerbarer Energien Tansania G1 2 0 3.000.000,00
2015.2190.5
Beschäftigungsförderung für
marginalisierte
Bevölkerungsgruppen Timor-Leste G1 1 1 18.000.000,00
2015.2193.9
Förderung der nachhaltigen
Aquakulturentwicklung Myanmar G1 0 1 22.250.000,00
2015.2217.6
Programm zur Förderung
nachhaltiger Energien Senegal G1 2 0 13.760.000,00
2015.2218.4
Jugendbeschäftigungsförder
ung durch lokale
Wirtschaftsentwicklung Sierra Leone G1 0 1 25.500.000,00
2015.2229.1
Biodiversitätserhalt und
nachhaltige
Waldbewirtschaftung
Kongo Dem.
Rep. G1 1 0 24.600.000,00
2015.2230.9
Klimaverträgliche
Sanitärversorgung in
periurbanen Gebieten von
Lusaka Sambia G1 1 1 5.000.000,00
2015.3504.6 Klimaprüfung Kambodscha Kambodscha G1 1 1 51.834,67
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2016.0116.0
Trilaterale Resilienz
Erweiterung im äthiopischen
Tiefland (Afar Region)
Klimawan
Äthiopien
dels
G1 0 2 1.000.000,00
2016.0123.6
Verbesserung der
Ernährungssicherung und
des
Katastrophenrisikomanagme
nts zur Stärkung der
Resilienz in Afar/Äthiopien Äthiopien G1 0 1 5.000.000,00
2016.1844.6
Stärkung d.
Lebensgrundlagen
vulnerabler Gemeinden in v.
saisonalem Wassermangel
betroffenen Regionen im
Südosten Haitis Haiti G1 0 1 5.500.000,00
2016.1847.9
Förderung der
Lebensgrundlagen durch
verbesserte Tierhaltung und
Landwirtschaft in der Region
Saaxil in Somalia Somalia G1 0 1 8.000.000,00
2016.1849.5
Ernährungssicherung,
Friedensförderung und
Katastrophenrisikomanagem
ent zur Erhöhung der
Resilienz im Tschad Tschad G1 0 1 23.700.000,00
2016.2009.5
Schutz und nachhaltige
Nutzung von
Waldökosystemen und
Biodiversität Laos G1 1 1 4.678.208,04
2016.2036.8
Unterstützung des
nationalen Programms für
nachhaltige
Kleinbewässerungslandwirts
chaft (PASSIP) Mali G1 0 1 28.674.118,00
2016.2045.9
Förderung von Inselnetzen
zur ländlichen
Elektrifizierung Uganda G1 2 0 6.200.000,00
2016.2055.8
Institutionelle Entwicklung
des Wassersektors III -
Sicherstellung der
Grundversorgung Jemen G1 0 1 9.000.000,00
2016.2071.5
Programm Erneuerbare
Energie und Energieeffizienz Bangladesch G1 2 0 200.000,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2016.2111.9
Stärkung
ressourcenschonender
Wasser- und
Sanitärversorgung
Klimawan
Uganda
dels
G1 0 2 11.175.505,84
2016.2112.7
Programm Förderung
Erneuerbaren Energien und
Energieeffizienz Uganda G1 2 0 3.200.000,00
2016.2115.0
Stärkung ländlicher
Entwicklung in Norduganda Uganda G1 0 1 4.520.000,00
2016.2142.4
Dezentrale
Energieversorgung Togo G1 2 0 6.000.000,00
2016.2143.2
Gesundheitssystemstärkung -
Sexuelle und Reproduktive
Gesungheit und Rechte Togo G1 0 1 6.000.000,00
2016.2192.9
Landmanagement und
Dezentrale Planung Laos G1 0 1 2.400.000,00
2016.2198.6
Programm Wasser und
Sanitärversorgung Benin G1 0 1 11.770.000,00
2016.2199.4
Programm zur
Unterstützung der
Dezentralisierung und
Kommunalentwicklung
(PDDC) Phase V Benin G1 0 1 15.500.000,00
2016.2200.0
Förderung der
Landwirtschaft Benin G1 0 1 10.000.000,00
2016.2207.5
Initiative für nachhaltige
Agrarentwicklung und
Lebensmittelqualität Myanmar G1 0 1 5.000.000,00
2016.2214.1
Programm zur
Unterstützung des
sambischen
Dezentralisierungsprozesses Sambia G1 0 1 6.220.000,00
2016.2220.8 Erfolgreich im Senegal Senegal G1 1 0 27.600.000,00
2016.2249.7
Unterstützung bei der
Umsetzung der nationalen
Anpassungspläne und der
nationalen
Klimaschutzbeiträge Bangladesch G1 0 2 3.000.000,00
2017.1800.6
Mittelfristige Übergangshilfe
für Flutopfer im Norden von
Bangladesch Bangladesch G1 0 1 600.000,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2017.1813.9
Ernährungssicherung und
Erhöhung der Resilienz von
Flüchtlingen und ansässiger
Bevölkerung in Ouaddai, Ost-
Tschad
Klimawan
Tschad
dels
G1 0 1 3.200.000,00
2017.2018.4
Partizipatives Management
von Meeres-, Küsten- und
Landressourcen Mauretanien G1 0 1 5.500.000,00
2017.2021.8
Sektorprogramm Wasser-
und Sanitärversorgung Burundi G1 0 1 12.000.000,00
2017.2068.9
Nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung und
Beschäftigungsförderung Afghanistan G1 0 1 11.000.000,00
2017.2093.7
Programm ländliche
Entwicklung u. produktive
Landwirtschaft - Förderung
der produktiven
Landwirtschaft(PromAP),
Phase II Niger G1 0 1 18.500.000,00
2017.2118.2
Unterstützung der
Umsetzung sozialer
Sicherung von absolut
Armen Malawi G1 0 1 8.010.000,00
2017.2147.1
Programm Nachhaltige
Landbewirtschaftung Äthiopien G1 0 1 13.000.000,00
2017.2165.3
Grenzüberschreitende
Zusammenarbeit
Ländercluster Sudan G1 1 1 2.500.000,00
2017.2177.8
Unterstützung von
Flüchtlingen und
aufnehmenden Gemeinden
in Uganda Uganda G2 0 1 20.000.000,00
2017.4048.9
Sudan - Ernährungssicherung
für Flüchtlinge und
anliegende Gemeinden in
Gedaref und Kassala State Sudan G1 0 1 5.000.000,00
2017.4066.1
Städtisches Management
klimawandelbedingter
Binnenmigration Bangladesch G1 0 2 15.000.000,00
2017.9079.9
Beitrag zur Förderung der
landwirtschaftlichen
Produktivität in Äthiopien Äthiopien G1 0 1 4.800.000,00
2018.1866.5
COM NORD - Integrierte
Kommunalentwicklung im
nördlichen Tschad Tschad G1 0 1 5.000.000,00
Anlage A zu Frage 50
Vorhaben mit explizit effektiver Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
2018.2018.2
Hochschulprogramm zu
erneuerbarer Energie und
Energieeffizienz
Klimawan
Senegal
dels
G1 1 0 200.000,00
2018.2054.7
Nachhaltiges Wasser- und
Bodenmanagement zur
Ernährungssicherung in
katastrophengefährdeten
Gebieten Burundi G1 0 2 5.000.000,00
2018.4951.2
Wasser- und
Sanitärversorgung für
Flüchtlingssiedlungen und
aufnehmende Gemeinden
im Norden Ugandas Uganda G1 0 1 5.000.000,00
2018.9201.7
Clusterkoordination Grüner
Sektor Benin Benin G1 1 1 120.000,00
Legende:
Für die in der Anlage aufgeführten Vorhaben, die Planungs- und Managementkapazitäten im Bereich des
Klimawandels in vulnerablen Partnerländern (LDCs, SIDSs) unterstützen, erfolgt die Darstellung anhand
folgender Kriterien, die aus den OECD/DAC (Entwicklungshilfeausschuss der OECD) -Kennungen abgeleitet
sind:
Im Bereich Klimaschutz (Mitigation): „KLM 2“: die Maßnahme fördert Klimaschutz als ein Hauptziel; „KLM 1“:
die Maßnahme trägt auch zur Bekämpfung des Klimawandels bei, jedoch nicht überwiegend(Nebenziel). Die
Kennung 0 wird dann vergeben, wenn die Maßnahmen nicht signifikant zum Klimaschutz beitragen.
Die im Folgenden genannten Maßnahmen betreffen insbesondere die Integration der Thematik „Minderung
von Treibhausgasen“ in die Entwicklungsziele der Empfängerländer durch Institutionenaufbau,
Kapazitätsentwicklung, Stärkung der ordnungspolitischen oder politischen Rahmenbedingungen oder z.B.
Forschung sowie Unterstützung der Bemühungen der Entwicklungsländer um die Erfüllung ihrer
eingegangenen minderungsrelevanten Verpflichtungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention.
Im Bereich Anpassung an den Klimawandel (KLA 2 bzw. 1) tragen die Maßnahmen entsprechend auf
Hauptoder Nebenzielebene zur Anpassung an den Klimawandel bei. Es geht also um die Stärkung von Kapazitäten,
die wichtig sind für den Anpassungsprozess bzw. die Steigerung der menschlichen Entwicklung, die
unmittelbar nützlich für die Anpassung ist, also z.B. im Hinblick auf die Eindämmung bzw. Bewältigung von
expliziten Klimarisiken sowie der Bewältigung von Folgen des Klimawandels.
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ISSN 0722-8333]