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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Gewalt gegen Männer und Männerhäuser

(insgesamt 5 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Datum

27.02.2019

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/763512.02.2019

Gewalt gegen Männer und Männerhäuser

der Abgeordneten Nicole Höchst, Thomas Ehrhorn, Frank Pasemann, Johannes Huber und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Viele Männer werden tagtäglich Opfer von Gewalt. Es muss dabei nach Gewalt zwischen Männern und Gewalt von Frauen gegenüber Männern unterschieden werden. Häusliche Gewalt von Frauen gegenüber Männern läuft, im Vergleich zur Gewalt von Männern gegenüber Frauen, meist diffiziler ab. Verbale, psychische und sexuelle Gewalt überwiegen körperliche Gewalt und gehen dieser voraus. Jürgen Gemünden fasst in seinem Buch „Gewalt gegen Männer in heterosexuellen Intimpartnerschaften“ von 1996, alle damals bekannten Studien zusammen. Diese weisen einen unerwartet hohen Anteil der Männer von 20 bis 50 Prozent aus, die der Gewalt ihrer Frauen ausgesetzt sind. Ein Mann der öffentlich zugibt, von seiner Frau geschlagen zu werden oder anderen Formen häuslicher Gewalt ausgesetzt ist, wird jedoch immer noch gesellschaftlich der Lächerlichkeit ausgesetzt und hat kaum Rückzugsmöglichkeiten. In der öffentlichen Wahrnehmung wird dieses Thema kaum diskutiert und stellt ein Tabuthema dar (www.focus.de/familie/im-oeffentlichen-bewusstsein-ist-der-mann-der-starke-zufluchtsortefuer-maennliche-opfer-haeuslicher-gewalt-bleiben-eine-seltenheit_id_8989550.html; https://ze.tt/haeusliche-gewalt-gegen-maenner-kaum-thematisiert-und-doch-praesent/).

Umgekehrt jedoch, beginnend mit der erstmals 1935 stattgefundenen Weltfrauenkonferenz, der 1975, 1980, 1985 und 1995 stattgefundenen UN-Weltfrauenkonferenz und der Istanbul-Konferenz 2011 und 2017, ist die Gewalt gegen Frauen durch Männer kein tabuisiertes Thema mehr und wird gebührend behandelt. Laut einer Studie des Robert-Koch-Institutes (https://edoc.rki.de/handle/176904/1504) überwiegen jedoch häusliche Gewalttaten durch Frauen gegenüber Männern.

Weitere Gruppen von Männern sind Gefahrensituationen in Asylunterkünften ausgesetzt und bedürfen explizit Schutz. Nur geht hier die Gefährdung nicht von Frauen sondern von Männern aus. Männliche Christen, Homosexuelle, männliche Jugendliche und Kinder, ja selbst feminin wirkende erwachsene Männer erleiden physische und psychische Gewalttaten von anderen Männern oder kulturfremden Gruppen (www.br.de/nachrichten/bayern/asylheim-fuer-homosexuelle,64u32chn64vk2ctm74u38c9q6gr3g).

Selbst der Kindesmissbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, spricht das Problem bei Jungen in Asylheimen an (siehe www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-warnung-vor-sexueller-gewalt-in-asylheimen-a-1055435.html).

Dabei gehen die Gewalttaten sogar bis zum Mord (www.maz-online.de/Brandenburg/Gewalt-in-Fluechtlingsheimen-nimmt-zu, www.lvz.de/Region/Borna/Haeusliche-Gewalt-Kreis-unterbreitet-Hilfsangebote-in-Asylheimen). Christen stechen aus der Gruppe gefährdeter Männer besonders hervor (www.evangelisch.de/inhalte/134327/09-05-2016/organisationen-gewalt-gegen-christen-asylheimenwird-ignoriert).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen5

1

Wie viele Männerschutzhäuser, Männerschutzwohnungen oder ähnliche Schutzeinrichtungen existieren nach Kenntnis der Bundesregierung in der Bundesrepublik Deutschland, und seit wann?

2

Aus welchen Altersgruppen (bis 21 Jahre, 21 bis 45 Jahre, 55 Jahre und älter) stammen nach Kenntnis der Bundesregierung die Männer prozentual, welche Gewalt von Frauen erfahren?

3

Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Gründe für schutzsuchende Männer zur Hilfesuche bei Männerhäusern?

4

Ist der Bundesregierung das Problem der Gewalt von Frauen gegen Männer und Jungen bekannt, und wenn ja, existiert ein Lösungskonzept?

5

Ist der Bundesregierung das Problem von Gewalt durch Männer an Männern in Asylunterkünften bekannt, und welche Maßnahmen plant sie zum Schutz männlicher Christen oder anderer religiöser Minderheiten, Homosexueller und sonstiger gefährdeter Männer und Jugendlicher in Asylheimen?

Berlin, den 29. Januar 2019

Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion

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