[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 21. Juni 2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/11068
19. Wahlperiode 25.06.2019
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Markus Tressel, Matthias Gastel,
Stefan Gelbhaar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/10458 –
Qualitätssicherung bei der Deutschen Bahn im Saarland
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Eine hohe Qualität ist ein wesentliches Merkmal eines attraktiven öffentlichen
Personenverkehrs. Neben fahrzeugbezogenen Qualitätsstandards,
beispielsweise durch einen guten Ausstattungsstandard und einen hohen
Aufenthaltskomfort, sind insbesondere optimale servicebezogene Qualitätsstandards
wichtig, etwa bei der Pünktlichkeit, der Anschlusssicherheit, der Sauberkeit oder der
Sicherheit. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und der nach Ansicht der
Fragesteller dringend notwendigen Verkehrswende kommt dem
Schienenpersonennahverkehr eine Schlüsselrolle zu. Umso wichtiger ist es, durch
bestmögliche Qualität hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten, damit die Bahn im
Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln attraktiv ist.
1. Welche Qualitätsanforderungen erfüllt die DB Regio AG im Saarland auf
Grundlage vertraglicher Vereinbarungen mit dem Aufgabenträger?
Nach Auskunft der Deutsche Bahn AG (DB AG) hat die DB Regio AG im
Saarland folgende Qualitätsanforderungen zu erfüllen:
Für die Regionalbahn-Linien (RB-Linien) die objektiven Kriterien:
Pünktlichkeit,
Sauberkeit und Schadensfreiheit der Züge,
Zugbildung (Anzahl der Sitzplätze)
sowie die subjektiven Kriterien (aus Kundenbefragungen):
gefühlte Pünktlichkeit der Züge,
gefühlte Sauberkeit der Züge,
gefühlte Sicherheit im Zug,
erlebte Schadensfreiheit der Züge,
erlebtes ausreichende Sitzplatzangebot,
erlebte Information bei Unregelmäßigkeiten.
Für die RE-Linie 1 im Saarland gelten die objektiven Anforderungen
Pünktlichkeit, Sauberkeit der Züge, Vermeidung von Ersatzfahrzeugen, Anzahl Zugausfall
und -bildung, Quote der Zugbegleitung, Funktionsfähigkeit und Schadensfreiheit
der Fahrzeuge und ihrer Ausstattung, Durchführung von Kundenbefragungen und
Bereitstellung Vertrieb.
2. Welche Mindestvorgaben im Hinblick auf die Pünktlichkeit ihrer Züge muss
die DB Regio AG im Auftrag des Saarlandes konkret erfüllen?
Nach Auskunft der DB AG gelten für RB-Linien ein Pünktlichkeitsziel von
93 Prozent und für die RE-Linie ein Pünktlichkeitsziel von 95 Prozent.
3. Wie sieht die Jahrespünktlichkeit für die von der DB Regio AG betriebenen
Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in den vergangenen zehn Jahren
aus, und welche Verspätungsursachen lagen jeweils vor (bitte nach Jahren,
Bahnlinien und Verspätungsursachen detailliert aufschlüsseln)?
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) wurde zu dem angesprochenen Sachverhalt um
Stellungnahme gebeten, die in der für die Beantwortung einer parlamentarischen
Frage zur Verfügung stehenden Zeit nicht vorgelegt werden konnte. Sobald
Informationen vorliegen, werden diese nachgereicht.
Die Antwort wurde mit Schreiben vom 3. Juli 2019 wie folgt ergänzt.
Nach Auskunft der Deutsche Bahn AG wurden die Daten 2019 am 14. Juni 2019
ausgewertet. Werte vor dem Jahr 2014 sowie eine weitergehende Differenzierung
nach Bahnlinien und Ursachen liegen für die einzelnen Länder nicht vor.
Jahrespünktlichkeitswerte des SPNV im Saarland der Jahre 2014 bis heute:
Jahr Pünktlichkeit
2014 96 Prozent
2015 95 Prozent
2016 96 Prozent
2017 95 Prozent
2018 95 Prozent
2019 97 Prozent.
4. Wie hoch ist der Anteil der ausgefallenen Zugleistungen für die von der
DB Regio AG betriebenen Regionalexpress- und Regionalbahnlinien in den
vergangenen zehn Jahren, und welche Ausfallursachen lagen jeweils vor
(bitte nach Jahren, Bahnlinien und Ausfallursachen detailliert
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG liegen Daten für Süwex RE 1 ab 2015 vor, hierbei
werden die Ausfälle ohne geplante Baumaßnahmen und über den gesamten
Linienverlauf Koblenz–Trier–Saarbrücken–Mannheim berücksichtigt.
Jahr Fahrtenanteil Ursachen
2015 0,5% Fahrzeugstörung,
Personalmangel, Mängel
Infrastruktur, andere
Unternehmen,
Witterungseinflüsse
2016 0,9%
2017 0,2%
2018 0,5%
2019 0,2%
Nach Auskunft der DB AG sind die Werte der RB vergleichbar.
5. Nach welchem Verfahren, z. B. Prozentverfahren oder Minutenverfahren,
misst die DB Regio AG die Pünktlichkeit, insbesondere an wie vielen und
welchen Messstellen im Saarland (bitte das Verfahren ausführlich darlegen)?
Nach Auskunft der DB AG wird die Pünktlichkeit nach einem Minutenverfahren
gemessen und in Prozent umgerechnet (Anzahl pünktlicher Züge geteilt durch
Anzahl aller Züge). Die Messungen finden für die RB-Linien an den Messstellen
Dillingen/S, Saarbrücken Hbf, Homburg/Saar Hbf, Illingen Saar und St.
Wendel statt. Für die RE-Linie erfolgen die saarländischen Messungen in
Saarbrücken Hbf und Homburg/Saar Hbf.
6. Gibt es bei der DB Regio AG sogenannte Pünktlichkeitsmanagerinnen bzw.
Pünktlichkeitsmanager zur Definition und Umsetzung
pünktlichkeitsverbessernder Maßnahmen?
Falls ja, wie tragen sie konkret für mehr Pünktlichkeit bei?
Falls nein, wieso nicht?
Die DB AG teilt mit, dass die zuständige Region Mitte der DB Regio AG
Betriebsqualitätsmanager oder Betriebsqualitätsmangerinnnen einsetzt. Diese
analysieren den Ist-Zustand und entwickeln laufend Maßnahmen zur Verbesserung
der Pünktlichkeit. Durch die Umsetzung der Maßnahmen konnte beispielsweise
die Pünktlichkeit des Süwex kontinuierlich gesteigert werden. Bundesweit
wurden bei der DB Regio AG mehrere hundert Pünktlichkeitsmaßnahmen abgeleitet,
die derzeit umgesetzt werden.
7. Setzt die DB Regio AG sogenannte Baukoordinatorinnen bzw.
Baukoordinatoren zur verbesserten Planung, Abstimmung und Abwicklung von
Baustellenverkehren ein?
Falls ja, wie tragen sie konkret für einen reibungsloseren Verkehr während
Baustellen bei?
Falls nein, wieso nicht?
Die DB AG teilt mit, dass die Region Mitte der DB Regio AG im Saarland
Mitarbeiter einsetzt, die die Baustellenabwicklung auf Seiten des
Eisenbahnverkehrsunternehmens (DB Regio) planen und koordinieren.
Zu den Aufgaben gehört die Koordinierung der Baumaßnahmen mit Regio-
internen Stellen. Außerdem bedienen Sie die Fahrplan-Informationskanäle.
8. Welche Vertragsstrafen zahlte die DB Regio AG in den vergangenen zehn
Jahren an das Saarland, und wie kamen diese jeweils genau zustande (bitte
für die einzelnen Jahre umfassend unter Angabe aller Gründe
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG sind Abzüge vom Bestellerentgelt im
Nahverkehrssektor üblich und fallen ausnahmslos bei allen Eisenbahnunternehmen an. Die
Höhe der Abzüge kann gemessen am Gesamtvolumen der Verkehrsverträge als
moderat bezeichnet werden. Eine Aufstellung von Vertragsstrafen oder
entfallenen Bestellerentgelten nach einzelnen Jahren kann nur mit Zustimmung des
Landes als Besteller/Aufgabenträger erfolgen. Der Bundesregierung liegen hier keine
eigenen Erkenntnisse vor, da die Zuständigkeit beim Land liegt.
9. Welchen Katalog möglicher Vertragsstrafen vereinbarte die DB Regio AG
mit dem Saarland, und wie hoch sind die Strafen (bitte Strafenkatalog
umfassend darlegen)?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 1 und 8 verwiesen.
10. Welche Mindestvorgaben im Hinblick auf die Anschlusserreichung muss die
DB Regio AG konkret erfüllen?
11. Wie hoch war die Quote der Anschlusserreichung an den Knoten- und
Umsteigebahnhöfen, insbesondere in Saarbrücken, Homburg, Neunkirchen,
Dillingen und Illingen in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach Jahren und
Bahnhöfen aufschlüsseln)?
12. Nach welchem Verfahren misst die DB Regio AG die Anschlusserreichung
im Saarland (bitte das Verfahren mit den Analysetools ausführlich
darlegen)?
Die Fragen 10 bis 12 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG existiert im Saarland ein hochfrequentes Zugangebot,
bei dem sich Verspätungen massiv übertragen würden, sobald auf verspätete
Anschlusszüge gewartet werden würde. Wegen des hochfrequenten Zugangebots (in
der Regel alle 30 Minuten) hält sich die Kundenauswirkung in Grenzen.
In der Gesamtabwägung wurde daher entschieden, im Normalfall nicht auf
verspätete Züge zu warten. Aus diesem Grund wird eine Quote nicht standardmäßig
erhoben.
13. Hat das Saarland gegenüber der DB Regio AG die Erreichung bestimmter
Anschlüsse konkret eingefordert?
Falls ja, welche Anschlüsse sind das (bitte nach Zugnummern
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG gilt für bestimmte Züge eine Wartezeitregelung.
Diese sind in der Tabelle dargestellt, wobei die angegebene Wartezeit den
Minuten entspricht, die der genannte Zug auf einen verspäteten Zubringerzug wartet.
Wartezeit 0 bedeutet, dass der Zug nicht wartet, da ein hochfrequentes Angebot
existiert.
Bahnbetrieb Betriebsleitstellen
Abweichende Wartezeitregelungen (WZR); Auszug Regionalbereich Mitte
1. Fahrplanhalbjahr 2019 gültig ab 09.12.2018
Es warten in Bahnhof ...
►in Richtung ... auf Zug ... Wartezeit in Min.
Dillingen (Saar)
Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Anschlusszug (Az) 0
Gennweiler
SPNV Az 0
Homburg (Saar) Hauptbahnhof
►Richtung Neunkirchen
SPNV Az 0
33850 Zug Nr.: 4131 2
33866 216 (21:55) 5
33870 1536/1550 (23:03) 5
►Richtung Saarbrücken
SPNV Az 0
►Richtung Kaiserslautern
RB, S-Bahn Az 0
RE 1 alle Zugnummern 41xx,auch
4340 4344
Az 2
Illingen (Saar)
SPNV Az 0
Merzig
SPNV Az 0
Neunkirchen (Saar)
►Richtung Homburg
SPNV Az 0
33815 12996 3
33875 29534 5
►Richtung St. Wendel
SPNV Az 0
33631 33866 3
33633 33870 3
VLEXX RB aus Richtung Homburg 2
►Richtung Saarbrücken
SPNV Az 0
►Richtung Illingen
SPNV Az 0
Saarbrücken Hbf
SPNV Az 0
►Richtung Neunkirchen
33633 33736 3
14. Gibt das Saarland der DB Regio AG Vorgaben zur Hand, um die
Anschlusserreichung zu analysieren und weiter zu verbessern, insbesondere im
Hinblick auf die Verknüpfung mit anderen Verkehrsunternehmen im
saarländischen öffentlichen Personennahverkehr?
Falls ja, welche genau?
15. Wie löst die DB Regio AG den Zielkonflikt zwischen Pünktlichkeit und
Anschlusssicherung im Saarland, insbesondere im Hinblick auf Übergänge zu
den Verkehrsunternehmen DB Fernverkehr AG und Vlexx GmbH, aber
auch Busunternehmen?
Die Fragen 14 und 15 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 10 verwiesen.
16. Welche Mindestvorgaben im Hinblick auf das einzusetzende
Zugbegleitpersonal muss die DB Regio AG erfüllen, und welche leistet sie tatsächlich
derzeit und in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach Jahren, Strecken und
Zugnummern aufschlüsseln, insbesondere auch im Hinblick auf
Regionalexpresse, Regionalbahnen und Tageszeiten kenntlich machen)?
Nach Auskunft der DB AG gilt für die RB-Linien im Saarland (außer RB 77)
gemäß Vorgaben des Bestellers eine Zugbegleitquote von 50 Prozent in der Zeit
von Betriebsbeginn bis 19:00 Uhr. Für die RB 77 gilt für diese Zeitspanne eine
Begleitquote von 30 Prozent. Ab 19:00 Uhr bis Betriebsschluss gilt für alle RB-
Linien eine Begleitquote von 100 Prozent.
Für die RE 1-Linie besteht die Vorgabe, dass alle Züge während der gesamten
Betriebszeit mit Zugbegleitern zu besetzen sind (100 Prozent Quote).
Die Begleitquote lag im Jahr 2016 bei 98,6 Prozent, im Jahr 2017 bei 99,8
Prozent, im Jahr 2018 bei 98,1 Prozent und im Jahr 2019 bislang bei 98,3 Prozent.
Die Quoten für die RB-Linien sind ähnlich.
17. Welche Mindestvorgaben im Hinblick auf das einzusetzende
Sicherheitsbegleitpersonal, insbesondere bezüglich deren Personalisierung und
Ausbildung, muss die DB Regio AG erfüllen, und welche leistet sie tatsächlich
derzeit und in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach Jahren, Strecken und
Zugnummern aufschlüsseln, insbesondere auch im Hinblick auf
Regionalexpresse, Regionalbahnen und Tageszeiten kenntlich machen)?
Nach Auskunft der DB AG gibt es keine Mindestvorgaben durch das Land oder
den Aufgabenträger im Saarland. Die DB Regio AG hat auf eigene Initiative
und eigenfinanziert eine Gefahrenanalyse durchgeführt. Eine
Sicherheitsbegleitung hat sie dementsprechend an den Wochenenden auf den Strecken
Saarbrücken–Merzig und Saarbrücken–Homburg eingeführt.
18. Welche Mindestvorgaben zur Sauberkeit und für den Fahrgast spürbare
Funktionsfähigkeit der Züge muss die DB Regio AG leisten, und welche
leistet sie tatsächlich derzeit und in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach
Jahren, Strecken und Zugnummern aufschlüsseln, insbesondere auch im
Hinblick auf Regionalexpresse, Regionalbahnen und Tageszeiten kenntlich
machen)?
Nach Auskunft der DB AG sind für die RE-Linie die Mindestvorgaben zur
Sauberkeit der Fahrzeuge über einen Reinigungsplan mit definierten Kriterien wie
beispielsweise Grobmüllbeseitigung, besenreiner Fußboden, geleerte
Abfallbehälter, Feuchtreinigung innen/außen mit dazugehörigen Reinigungsintervallen
festgelegt. Für die fahrgastrelevante Funktionsfähigkeit sind Kriterien wie
Funktionsfähigkeit von Türen, Toiletten, akustischer Fahrgastinformation mit
Beseitigungsfristen im Störungsfall definiert.
Für die RB-Linien werden Sauberkeit und Schadensfreiheit erfasst.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
19. Welche Mindestvorgaben im Hinblick auf die bereitzustellende Kapazität
muss die DB Regio AG erfüllen, und welche erfüllt sie tatsächlich derzeit
und in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach Jahren, Strecken und
Zugnummern aufschlüsseln, insbesondere auch im Hinblick auf
Regionalexpresse, Regionalbahnen und Tageszeiten kenntlich machen)?
Nach Auskunft der DB AG existieren Kapazitätsvorgaben detailliert für jede
Zugfahrt für die Bereitstellung von Doppel- oder Einzeleinheiten.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
20. Muss sich die DB Regio AG einem Qualitätsmesssystem des Saarlandes als
Aufgabenträger unterziehen, und falls ja, wie sieht dieses konkret aus (bitte
ausführlich darlegen)?
Nach Auskunft der DB AG kommt für die RB-Linien das Qualitätsmesssystem
des Unternehmens „ETC“ zur Anwendung; die Qualitätsmessung führt ETC
durch.
Für die RE-Linie läuft die Qualitätsbewertung über das aufgabenträgereigene
Messsystem QUMA. Ergebnisse dieser Messungen sind Grundlage für die
Angaben zur Vertragserfüllung.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
21. In welchem Rhythmus muss die DB Regio AG Qualitätsdaten an das
Saarland als Aufgabenträger liefern, und welche Daten sind dies genau?
Nach Auskunft der DB AG liefert die DB Regio AG die Pünktlichkeitsdaten
wöchentlich. Die übrigen Qualitätsdaten werden in der Regel monatlich
(Kundenbefragungen jährlich) erfasst und ausgewertet.
22. Gibt es regelmäßige Jours fixes zur Qualitätssicherung mit dem
Aufgabenträger?
Falls ja, wie oft, und wer nimmt daran teil?
Nach Auskunft der DB AG findet je Quartal eine Besprechung mit Vertretern des
Zweckverbandes Personennahverkehr Saarland (ZPS) bzw. der
Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar mbH (VGS) und der DB Regio AG statt.
In Bezug auf die RE-Linie gibt es die Arbeitsgruppen Fahrplan, Marketing und
Finanzen, sowie einen Lenkungskreis. Die Gruppen tagen unabhängig
voneinander zwei- bis dreimal im Jahr.
23. Welche Studien hat die DB Regio AG zur Markt- und Qualitätsforschung in
den vergangenen zehn Jahren auf vertraglicher Basis bzw. darüber hinaus
freiwillig durchgeführt (bitte Studien nennen, beschreiben und die jeweiligen
Ergebnisse skizzieren)?
Nach Auskunft der DB AG hat die DB Regio AG bei dem Unternehmen „IPSOS
Marktforschung“ eine Kundenbefragung im Saarland auf freiwilliger Basis in
Auftrag gegeben. Die Studie zeigt eine auf hohem Niveau befindliche und weiter
steigende Kundenzufriedenheit im Saarland. Unzufriedenheiten werden vor allem
durch hohe Fahrpreise und vereinzelte Unpünktlichkeiten begründet.
24. Wie viele Kundenbeschwerden mit welchen Beschwerdeursachen gingen bei
der DB Regio AG in den vergangenen zehn Jahren ein (bitte nach Jahren,
Eingangsmedium und Beschwerdeursachen aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG ist eine Auswertung von Kundeneingaben sortiert
nach Bundesländern nicht möglich.
Aus stichprobenweisen Prüfungen hat die DB AG erkannt, dass die ehemalige
Kundendialog-Region Südwest, zu der das Saarland neben Teilen von Rheinland-
Pfalz immer schon gehörte, ca. 2 bis 3 Prozent des gesamten
Kundeneingabeaufkommens von DB Regio AG umfasst. Da sich die regionalen Zuschnitte über den
angefragten Zeitraum geändert haben, ist eine valide Auswertung nach
Jahresscheiben nicht möglich.
Die Beschwerdeursachen werden beim Regio-Kundendialog in die Gruppen
„Anfragen“, „Beschwerde“ und „Lob“ eingeteilt. Im Jahr 2018 entfielen circa 55
Prozent aller Anfragen auf „Anfragen“, circa 43 Prozent auf „Beschwerden“ und
circa 2 Prozent auf „Lob“.
Die bevorzugten Eingangsmedien der Kundenanliegen haben sich durch das
Aufkommen von Social-Media-Kanälen nur geringfügig geändert. Im Jahr 2018
entfielen 27 Prozent aller Anliegen auf das Medium „E-Mail“, 9 Prozent auf „Brief“
und 64 Prozent auf „Telefon“.
25. Nach welchem Verfahren analysiert die DB Regio AG die
Kundenbeschwerden, und wie fließen die Ergebnisse in den aktuellen Betrieb konkret ein
(bitte das Verfahren für die zehn häufigsten Beschwerdeursachen ausführlich
darstellen)?
Nach Auskunft der DB AG wird durch Kundeneingaben ein ernstzunehmendes
Kundenempfinden abgebildet. Kundenbeschwerden fließen punktuell in den
aktuellen Betrieb ein, wenn erkennbare Verbesserungen im Gesamtkontext und
unter Berücksichtigung aller fachspezifischen Faktoren möglich sind. Wird für eine
fachlich fundierte Antwort Expertise benötigt, werden die Fachdienste
eingebunden.
Der Prozess der Vorgangsbearbeitung im Kundendialog ist für alle
Beschwerdeursachen in regionalen Prozessbeschreibungen gleich festgeschrieben. Eine
Einbindung von Fachdiensten oder auch anderen Abteilungen obliegt der
Einschätzung der Mitarbeiter oder ist vorgegeben (z. B. Fahrgastrechte,
Fahrpreisnacherhebung, mobilitätseingeschränkte Reisende etc.).
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 24 verwiesen.
26. In welchem Zustand sind die Bahnsteigoberflächen, insbesondere im
Hinblick auf Schadensfreiheit (bitte für alle Bahnhöfe und Haltepunkte
detailliert aufschlüsseln)?
Der Zustand ausgewählter Anlagenklassen (z. B. Bahnsteige, Bahnsteigdächer,
etc.) wird im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV)
durch die sogenannte BAQ-Note (Bewertung Anlagen Qualität) dokumentiert.
Grundlage der BAQ-Methode ist die Bewertung ausgewählter Elemente der
jeweiligen Anlagenklasse auf Basis definierter Schadensbilder. Diese werden über
einen Gewichtungskatalog zu einer BAQ-Note – nach der Schulnotenlogik –
verdichtet.
Die DB Station&Service AG berichtet die Gesamtnote jährlich im
Infrastrukturzustandsbericht (IZB).
27. Gibt es an Bahnsteigen das Problem der Stufenbildung bzw. Absackungen
sowie Schäden an den Platten der Blindenleitsysteme, und wie oft werden
Bahnsteige diesbezüglich untersucht?
Falls ja, wo, und was wird unternommen?
Die Bahnsteigoberflächen sind stark frequentierte und den
Witterungsbedingungen ausgesetzte Bauteile. Im Zuge der Nutzung kann es zu Verschleiß und in
Folge dessen zu Stufenbildung bzw. Absackungen oder zu Schäden am Belag
(inkl. des Blindenleitsystems) kommen.
Nach Auskunft der DB AG werden alle Bahnhöfe mindestens einmal pro Monat
durch Mitarbeiter der DB Station&Service AG nach einheitlichen Vorgaben
begangen und im Rahmen der Betreiberverantwortung auf ihre Verkehrssicherheit
untersucht, um Schäden zu erkennen und im Rahmen von
Instandsetzungsmaßnahmen zu beheben.
Werden bei diesen Begehungen Schäden festgestellt, die eine Gefahr für Reisende
darstellen, werden diese unverzüglich beseitigt. Ist eine sofortige Beseitigung der
Gefahr nicht möglich (in Abhängigkeit der Art oder Lage des Schadens), werden
unmittelbar Maßnahmen ergriffen, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Diese Schäden werden systemisch erfasst und eine Instandsetzung beauftragt.
28. Wie hoch lag die Ausfallquote der elektronischen
Fahrgastinformationssysteme an den einzelnen Bahnsteigen und die durchschnittliche Dauer bis zur
Wiederinbetriebnahme (bitte nach Bahnsteig und Bahnhof bzw. Haltepunkte
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG liegt die bundesweite Gesamtverfügbarkeit der
Fahrgastinformationssysteme, wie z. B. Dynamische Schriftanzeiger (DSA) und
Fahrgastinformationsanzeiger (FIA) derzeit bei rund 98 Prozent.
Dies trifft auch für die 172 DSA und 62 FIA im Bahnhofsmanagement
Saarbrücken mit seinen 77 Bahnhöfen zu.
Abhängig vom jeweiligen Schadensbild ist eine Wiederinbetriebnahme innerhalb
von 48 Stunden möglich. In einzelnen Fällen, z. B. bei Engpässen in der
Beschaffung von Ersatzteilen oder Ersatzgeräten, kann diese Frist überschritten werden.
29. Wie stellt die Deutsche Bahn AG die Fahrgastinformation, beispielsweise
über Verspätungen, an Bahnhöfen ohne festes Personal für Menschen ohne
Smartphone konkret sicher, für den Zeitraum, in dem
Fahrgastinformationssysteme nicht funktionieren?
Nach Auskunft der DB AG sind auf jedem Bahnhof Informationsplakate mit
Telefonnummern veröffentlicht. Bei einem Systemausfall der Fahrgastinformation
können hierüber entsprechende Auskünfte erfragt werden.
30. Welche Mindestvorgaben für den Schienenersatzverkehr muss die DB
Regio AG erfüllen, und welche erfüllt sie derzeit tatsächlich?
Nach Auskunft der DB AG ist bei planmäßig ausfallenden Zügen die DB
Regio AG verpflichtet, Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen durchzuführen.
Die DB Regio AG stimmt das Ersatzkonzept mit dem Aufgabenträger ab und
trägt für eine umfassende Fahrgastinformation Sorge; insbesondere bei länger
andauernden Störungen entwickelt die DB Regio AG angemessene
Kommunikationsmaßnahmen. Für die RE-Linie gelten zusätzliche Anforderungen, wie
insbesondere die Bedienung aller Halte der Regelfahrpläne, nachfragegerechte
Sitzplatzkapazitäten und die Bereitstellung von Reisendenlenkern an den Start- und
Zielbahnhöfen des SEV.
Busnotverkehr (BNV) als Ersatz für kurzfristig entfallende Zugleistungen ist von
der DB Regio AG nach Möglichkeit innerhalb von 90 Minuten nach
Ereigniseintritt einzurichten. Die Aufgabenträger sind über unvorhergesehene Zugausfälle
unverzüglich zu informieren.
Im SEV sind Störungen eher selten. Beim BNV kann es vereinzelt zu Störungen
kommen, wenn Busse oder Fahrer nicht kurzfristig verfügbar sind. In diesem Fall
werden ggf. Taxen eingesetzt.
31. Wie stellt die DB Regio AG den Schienenersatzverkehr im ungeplanten und
geplanten Falle jeweils sicher, insbesondere welche vertraglichen
Vereinbarungen gibt es dazu?
Nach Auskunft der DB AG bestehen zur Sicherstellung des
Schienenersatzverkehrs Verträge mit ortsansässigen Busunternehmen mit detaillierten Vorgaben
zur Leistungserfüllung. Die Verträge gelten sowohl für BNV (Busnotverkehr) als
auch für SEV (Schienenersatzverkehr).
32. Stellt die DB Regio AG bei Schienenersatzverkehren auch die
Personalisierung mit Begleitpersonal sicher?
Falls nein, wie sichert die DB Regio AG in diesen Fällen
Fahrgeldeinnahmen?
Nach Auskunft der DB AG ist durch den Aufgabenträger eine Personalisierung
mit Begleitpersonal vertraglich nicht gefordert. Nichtdestotrotz hat die DB
Regio AG Piloten mit Begleitpersonal im Bus durchgeführt und ist in Kontakt mit
den Aufgabenträgern zur vertraglichen Umsetzung.
33. Welche ausgefallenen Züge infolge von kurzfristigen Streckensperrungen
wurden in den vergangenen zwölf Monaten nicht durch einen
Schienenersatzverkehr ersetzt (bitte nach Linien, Datum und Zugnummern
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG sind im Jahr 2018 bei den RE Zügen 0,33 Prozent und
bei den RB Zügen 0,55 Prozent der geplanten Zugfahrten ausgefallen, ohne dass
ein Ersatzverkehr gestellt wurde.
34. Wie hoch ist die Verfügbarkeitsquote von WLAN in den Süwex-Zügen (bitte
detailliert aufschlüsseln, insbesondere welche Fahrzeuge in welchen
Zeiträumen seit dem Einführungstag ohne WLAN bzw. mit defektem WLAN
unterwegs waren)?
Die DB AG teilt mit, dass das WLAN im Süwex im November 2018 eingeführt
wurde. Dabei ist es in den ersten Wochen zu einigen Anfangsstörungen
gekommen, die Anfang 2019 behoben worden sind.
35. Wie hoch ist die Verfügbarkeitsquote von Toiletten in den Süwex-Zügen
(bitte detailliert aufschlüsseln, insbesondere welche Fahrzeuge in welchen
Zeiträumen im vergangenen Jahr mit einer oder zwei defekten Toiletten
unterwegs waren)?
Nach Auskunft der DB AG lag die Ausfallquote eines WCs im Jahr 2018 bei 6,6
Prozent. Aufgrund des zweiten WC im Süwex war – bis auf Einzelfälle – ständig
mindestens ein WC im Zug nutzbar.
36. Wie hoch ist die Verfügbarkeitsquote von Toiletten in den
Regionalbahnzügen (bitte detailliert nach Linien aufschlüsseln, insbesondere welche Züge in
welchen Zeiträumen im vergangenen Jahr mit keiner funktionstüchtigen
Toilette unterwegs waren)?
Nach Auskunft der DB AG lag die Verfügbarkeitsquote im Jahr 2018 bei 92,8
Prozent. Die RB-Linien mit WC-Fahrzeugen im Saarland werden alle mit dem
gleichen Fahrzeugtyp bedient.
37. Welche Zugleistungen wurden aus jeweils welchen Gründen in den
vergangenen zwölf Monaten mit nicht barrierefreien Fahrzeugen gefahren (bitte
nach Linien, Tagen und Zugnummern aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG sind alle im Saarland eingesetzten Fahrzeuge mit
einer Rampe ausgerüstet und ermöglichen aus Fahrzeugsicht einen barrierefreien
Zugang. Ausnahmen sind die planmäßig eingesetzten Dieseltriebwagen 628 (bis
Dezember 2019 nach Lebach-Jabach) und die französischen Dieseltriebwagen
X 73900l, die grenzüberschreitend ab Saarbrücken eingesetzt werden.
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken,
www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
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