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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Auswirkungen der Profiltiefe von Reifen auf den Klimaschutz
(insgesamt 7 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Datum
20.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1205631.07.2019
Auswirkungen der Profiltiefe von Reifen auf den Klimaschutz
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12056
19. Wahlperiode 31.07.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Christian Jung, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis,
Renata Alt, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Jens Beeck, Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand,
Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Thomas L. Kemmerich,
Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Alexander Müller, Roman Müller-Böhm,
Bernd Reuther, Matthias Seestern-Pauly, Bettina Stark-Watzinger,
Michael Theurer, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Auswirkungen der Profiltiefe von Reifen auf den Klimaschutz
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis
2030 um 55 Prozent und bis 2050 um bis zu 95 Prozent zu reduzieren. Hierfür
müssen Faktoren wie Ressourcenschonung, Wirtschaftlichkeit und eine
innovative Kreislaufwirtschaft optimal zusammenspielen. Die die Bundesregierung
tragenden Parteien haben in der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU, CSU und
SPD vom 12. März 2018 die Kreislaufwirtschaft hervorgehoben. So soll diese
weiterentwickelt werden, um die Reduktion von Abfall und die Erhöhung der
Quote von recycelten Materialien zu erreichen. Dazu müssen Anreize gesetzt,
aber auch gesetzliche Pflichten überprüft werden, was die Hersteller verstärkt in
die Pflicht nehmen würde (Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
2018, S. 139 f.).
Produkte, die auf Langlebigkeit setzen, können einen erheblichen Beitrag zur
Ressourceneffizienz leisten. Um den Verkehrsbereich mit Blick auf den Klima-
und Umweltschutz weiterzuentwickeln, müssen nach Ansicht der Fragesteller
somit nicht nur Antriebe, sondern auch Reifen verstärkt in den Fokus rücken. Bei
Reifen gehört neben der Verminderung im Abrieb auch die Möglichkeit dazu,
sicher bei niedriger Profiltiefe fahren zu können – sowohl bei Sommer- als auch
bei Winterreifen.
Reifen werden in Europa in den meisten Fällen vor dem Erreichen der
Mindestprofiltiefe gewechselt. Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten
Nationen (UNECE) befasst sich mit der Frage, ob bei der Reifenneuzulassung
künftig nicht nur Tests für den Neureifen, sondern auch für den gefahrenen Reifen
verlangt werden sollen (vgl. www.unece.org/fileadmin/DAM/trans/doc/2019/
wp29grb/ECE-TRANS-WP.29-GRB-2019-06e.pdf; www.unece.org/fileadmin/
DAM/trans/doc/2019/wp29grb/ECE-TRANS-WP29-GRB-67e.pdf; www.unece.
org/fileadmin/DAM/trans/doc/2018/wp29grb/GRB-69-10e.pdf). Dies könnte
nach Ansicht der Fragesteller den Kunden besser aufklären und den
Reifenverbrauch sowohl in Deutschland als auch Europa reduzieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Gibt es nach Ansicht der Bundesregierung die Notwendigkeit, Verbraucher
vermehrt über die Nutzung von Reifen bis zur gesetzlichen
Mindestprofiltiefe aufzuklären?
2. Wie bewertet die Bundesregierung das Potential einer verlängerten
Reifennutzung mit Blick auf den Klimaschutz?
3. Sind der Bundesregierung Studien bekannt, welche die Einsparpotentiale
von Reifen analysieren?
Wenn ja, welche?
4. Wenn ja, wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse der Studie?
Welche Schlussfolgerungen zieht sie aus der Studie mit Blick auf die
Aussagen zur Kreislaufwirtschaft im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und
SPD?
5. Welche Position vertritt die Bundesregierung hinsichtlich Tests mit
gefahrenen Reifen während der Zulassung, um die Sicherheit der Reifen auch bei
Anwendung der Mindestprofiltiefe zu überprüfen?
6. Unterstützt die Bundesregierung Bestrebungen auf der europäischen Ebene
beziehungsweise bei der UNECE, Reifen im gefahrenen Zustand zu testen?
Wenn ja, welche Initiativen wurden umgesetzt?
Wenn nein, warum nicht?
7. Ist es nach Ansicht der Bundesregierung möglich, entsprechende
Testverfahren bereits vor Implementierung einer internationalen oder europäischen
Regelung für Deutschland einzuführen?
Wenn ja, ist eine entsprechende Regelung geplant?
Berlin, den 17. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
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ISSN 0722-8333]
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