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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Bundesjugendspiele attraktiver machen
(insgesamt 28 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Datum
20.08.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1209301.08.2019
Bundesjugendspiele attraktiver machen
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12093
19. Wahlperiode 01.08.2019
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Britta Katharina Dassler, Katharina Willkomm,
Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Jens Beeck,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz) ,
Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Katrin Helling-Plahr,
Markus Herbrand, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann,
Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde Jensen, Dr. Christian Jung,
Thomas L. Kemmerich, Konstantin Kuhle, Oliver Luksic, Alexander Müller,
Bernd Reuther, Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Matthias Seestern-Pauly,
Frank Sitta, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Michael Theurer,
Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Nicole Westig, und der Fraktion der FDP
Bundesjugendspiele attraktiver machen
Bewegung ist gut für die Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation weist, wie
zahlreiche andere Organisationen, darauf hin, dass Kinder und Jugendliche
gesundheitlich von regelmäßiger Bewegung profitieren (www.who.int/dietphysical
activity/factsheet_young_people/en/). Gleichzeitig stellen Untersuchungen wie
der DKV-Report (DKV = Deutsche Krankenversicherung Aktiengesellschaft)
2018 („Wie gesund lebt Deutschland?“) fest: „Der Anteil der Befragten, die die
Mindestempfehlungen für körperliche Aktivität in den Lebens-bereichen Arbeit,
Transport und Freizeit erreichen, nimmt weiter ab“ (www.ergo.com/-/media/
ergocom/pdf-mediathek/studien/dkv-report-2018/dkv-report-2018.pdf?la=de&
hash=C83A66CFE70E58BE499C8B57D0A0F699B0CED4FA).
Fraglich ist, ob und wie diese Entwicklung gedreht werden kann. Ein wichtiger
Baustein wäre die Stärkung des Sportunterrichts, der aufgrund begrenzter
Budgetmöglichkeiten in den Landeshaushalten und teilweisem Mangel an
Lehrkräften nach Ansicht der Fragesteller viel zu häufig nur stiefmütterlich behandelt
wird. Daneben könnten eine der vielen Stellschrauben, um dieses Ziel
staatlicherseits zu unterstützen, die Bundesjugendspiele sein, die unter anderem vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zur Relation von
durchgeführten Bundesjugendspielen und der Entwicklung der Gesundheitswerte von
Kindern und Jugendlichen?
2. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn
Jahren die jährlichen Zahlen der in Deutschland durchgeführten
Bundesjugendspiele entwickelt (bitte im Folgenden für diese und alle folgenden Fragen
differenziert a) für die Wettbewerbe Leichtathletik, Turnen und Schwimmen,
b) nach Bundesländern und c) im Verhältnis zur Zahl der
durchführungspflichtigen Schulen pro Bundesland darstellen)?
3. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn
Jahren die Zahlen der daran teilnehmenden Kinder und Jugendlichen entwickelt
(bitte in absoluten Zahlen pro Bundesland sowie prozentual im Vergleich zu
den teilnahmepflichtigen Kindern und Jugendlichen pro Bundesland
darstellen)?
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
das zahlenmäßige Verhältnis an der Teilnahme zwischen Mädchen und
Jungen entwickelt, und wird darüber hinaus Kindern und Jugendlichen, die sich
keiner dieser beiden Geschlechter zugehörig empfinden, ermöglicht, unter
einer dritten Option (z. B. „divers“ oder „keine Angabe“) erfasst zu werden?
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
die Zahl der vergebenen Siegerurkunden entwickelt?
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
die Zahl der vergebenen Ehrenurkunden entwickelt?
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
die Teilnahme von Personen mit körperlicher Behinderung bei
Bundesjugendspielen entwickelt (bitte nach Bundesländern aufgeschlüsselt und in
absoluten Zahlen angeben)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
die Teilnahme von Personen mit geistiger Behinderung bei
Bundesjugendspielen entwickelt (bitte nach Bundesländern aufgeschlüsselt und in
absoluten Zahlen angeben)?
9. Sollte in Bezug auf die Fragen 7 und 8 die Teilnahmezahlen von Personen
mit Behinderung zurückgegangen sein, sieht die Bundesregierung eine
Ursache dafür darin, dass eine adäquate Inklusion im regulären Sportunterricht
noch nicht in ausreichendem Maße verwirklicht wurde, und welche
Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung einzuleiten, um diesen Missstand
gegebenenfalls zu beheben?
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
in Zahlen die Teilnahme von Flüchtlingen bei Bundesjugendspielen
entwickelt?
11. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen der
Kultusministerkonferenz (KMK) Programme zur Fortbildung von Sportlehrern an
Regelschulen im Bereich der sportlichen Inklusion im Allgemeinen und
insbesondere im Zusammenhang mit den Bundesjungendspielen thematisiert, und
liegen nach Kenntnis der Bundesregierung hierzu Beschlüsse der KMK vor?
12. Unterstützt die Bundesregierung Maßnahmen zur Fortbildung insbesondere
von Sportlehrern im Bereich des inklusiven Sportes, beispielsweise im
Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung?
13. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, ob und
gegebenenfalls in welchem Umfang aufgrund maroder Sportstätten wie
Schwimmhallen oder Leichtathletik-Anlagen in den Gemeinden die Durchführung von
Wettkämpfen der Bundesjugendspiele oder das Training für diese
Wettkämpfe nicht durchgeführt werden konnte, bzw. ob und in welchem Umfang
von den Kindern und Jugendlichen immer weitere Entfernungen in Kauf zu
nehmen sind, um zu intakten Sportstätten zu gelangen?
14. In welchem Umfang und in welcher Form findet nach Kenntnis der
Bundesregierung eine Einbindung von Vereinen in die Planung und Durchführung
von Bundesjugendspielen statt?
15. Wie hat sich diese Einbindung von Vereinen in die Planung und
Durchführung von Bundesjugendspielen nach Kenntnis der Bundesregierung in den
letzten zehn Jahren entwickelt?
16. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über das Verhältnis zu den im
Rahmen von Bundesjugendspielen angebotenen Sportarten und der
Nachfrage dieser Sportarten bei den örtlichen Sportvereinen?
17. Wie bewertet die Bundesregierung den Ansatz, das Angebot
unterschiedlicher Sportarten, in denen Bundesjugendspielen durchgeführt werden
können, auszuweiten?
18. Könnte aus Sicht der Bundesregierung die Attraktivität von
Bundesjugendspielen bei Kindern und Jugendlichen durch das Angebot anderer Sportarten
als den bisherigen erhöht werden?
19. Wie bewertet es die Bundesregierung, sich dabei am Kanon der olympischen
Sportarten zu orientieren?
20. Wie bewertet die Bundesregierung die Einführung von Bundesjugendspielen
im E-Sport, und hat sie Kenntnis von konkreten Planungen der Länder dazu?
21. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zur Einbettung der
Bundesjugendspiele in den Schulunterricht?
22. Wie bewertet die Bundesregierung den Ansatz, Bundesjugendspiele über die
Durchführung hinaus in den Schulunterricht einzuführen (beispielsweise im
Sinne einer Verbindung mit der Erklärung von
Sauerstoffsättigungsprozessen im Biologieunterricht oder Flugbahnberechnungen im
Mathematikunterricht)?
23. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über eine Verbindung der
Durchführung von Bundesjugendspielen mit dem Schulunterricht zu
Ernährungsfragen, und wie bewertet sie solch einen Ansatz?
24. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zur Digitalisierung der
Bundesjugendspiele, etwa durch Einbindung digitaler Tools für die
Durchführung einzelner Bundesjugendspiele oder der Durchführung ganzer
Bundesjugendwettbewerbe als Fernwettbewerbe zwischen weit entfernten
Partnerschulen?
25. In welcher Form (z. B. monetär, organisatorisch oder ideell) gestaltet sich
die Mitwirkung der Bundesregierung an den Bundesjugendspielen?
26. Welche jährlichen Summen hat das Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend (oder gegebenenfalls andere Bundesministerien) in
den letzten zehn Jahren für die Förderung von Bundesjugendspielen
bereitgestellt?
27. Wofür sind diese Mittel im Einzelnen in den letzten zehn Jahren ausgegeben
worden?
28. Wie viele Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in welchen Bundesministerien
sind thematisch mit den Bundesjugendspielen befasst?
Berlin, den 17. Juli 2019
Christian Lindner und Fraktion
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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