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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Sachgerechte Haushaltsführung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei der Nachnutzung der Museumsgebäude in Berlin-Dahlem

Fraktion

AfD

Ressort

Beauftr. der Bundesregierung für Kultur und Medien

Datum

03.09.2019

Aktualisiert

26.07.2022

BT19/1220207.08.2019

Sachgerechte Haushaltsführung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei der Nachnutzung der Museumsgebäude in Berlin-Dahlem

Kleine Anfrage

Volltext (unformatiert)

[Deutscher Bundestag Drucksache 19/12202 19. Wahlperiode 07.08.2019 Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Martin Erwin Renner, Dr. Götz Frömming und der Fraktion der AfD Sachgerechte Haushaltsführung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei der Nachnutzung der Museumsgebäude in Berlin-Dahlem Im Januar 2017 wurden das Museum für Asiatische Kunst und das Ethnologische Museum geschlossen. Die Ausstellungsstücke sollen ab 2020 im Humboldt- Forum gezeigt werden (www.weltkunst.de/blog/2017/01/abschied-von-den- dahlemermuseen). Spätestens seit Januar 2017 steht damit die Frage einer Nachnutzung für die geräumten Gebäude im Raum. Das Architekturbüro Arnold und Gladisch erhielt den Auftrag, hierfür eine „Potenzialanalyse“ zu erstellen, für deren Erstellung der ungewöhnlich lange Zeitraum von zweieinhalb Jahren benötigt wurde. Im Juli 2019 wurde in den Medien berichtet, dass die Gebäude – so das Nutzungskonzept, das das Architekturbüro nun vorgeschlagen hat – weiterhin von den Museen für Forschungs- und Restaurationszwecke genutzt werden sollten. Dafür bedarf es allerdings zunächst einer Sanierung, deren Kosten im dreistelligen Millionenbereich liegen sollen. Wann es zu dieser Sanierung kommen kann, ist derzeit offenbar unklar (www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/der-plan-fuer-die-museen-in- dahlemwirkt-eher-wie-ein-schlechter-witz). Dieser Befund gibt vor dem Hintergrund der Tatsache, dass seit 2002 ein Nutzungskonzept für das Humboldt-Forum im Berliner Stadtschloss existent ist (Bundestagsdrucksache 16/7488, S. 2, Antrag „Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt-Forums im Schlossareal Berlin – Rekonstruktion der historischen Fassaden sicherstellen“) Anlass zu einer Reihe von Fragen. Das Forum soll die Verbindung „zwischen den Kulturen der Welt und der Wissenschaft“ leisten (Bundestagsdrucksache 16/7488, S. 2) und als eine Art Pendant zur Museumsinsel mit ihrem Schwerpunkt der europäischen Kunst (hier ist insbesondere das Bode-Museum zu nennen) die außereuropäische Kultur repräsentieren. Es erschließt sich nach Ansicht der Fragesteller vor diesem Hintergrund nicht, wie mit der Konzeption des Architekturbüros Arnold und Gladisch zum Beispiel hinreichend Publikum motiviert werden kann, das nach dem Besuch des Humboldt-Forums auch nach Dahlem kommt, um sich dort über Forschungsoder Restaurierungsfragen zu informieren. Weiter stellt sich nach Ansicht der Fragesteller die Frage, ob mit Blick auf das Nachnutzungskonzept des Architekturbüros, das auffällig spät erst Anfang 2017 in Auftrag gegeben wurde, bereits vorher alternative, innovativere Nutzungskonzepte geprüft wurden, zum Beispiel in Form einer Übergabe der Gebäude an die Freie Universität Berlin, die bereits Anfang 2016 ihr Interesse an den Gebäuden bekundet hatte (www.tagesspiegel.de/ berlin/bezirke/steglitz-zehlendorf/nachnutzung-dahlemer-museen-in- steglitzzehlendorf-was-die-bezirkspolitik-sich-so-vorstellt-/12854706.html). Schließlich steht nach Ansicht der Fragesteller die Frage im Raum, inwieweit in die „Potenzialanalyse“ des Architektenbüros Arnold und Gladisch das Zentraldepot der Staatlichen Museen in Berlin in Friedrichshagen Eingang gefunden hat, das 2022 fertiggestellt sein soll. In Friedrichshagen sollen Depots und Werkstätten, die sich bisher an verschiedenen Standorten befunden haben, zusammengeführt werden. Das erklärte Ziel des Zentraldepots besteht darin, „Synergieeffekte“ zu schaffen. Aus Sicht der Fragesteller stellt sich die Frage, worin diese „Synergieeffekte“ im Hinblick auf das Nachnutzungskonzept des Architekturbüros bestehen sollen und ob bzw. inwieweit sich die hier jeweils vorhandenen Kapazitäten ergänzen. Wir fragen die Bundesregierung: 1. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viel Quadratmeter an Fläche die geräumten Gebäude des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums genau umfassen? 2. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, warum das mit der Erstellung einer „Potenzialanalyse“ betraute Architekturbüro, das einen Nachnutzungsplan für die geräumten Gebäude des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums erstellt hat, zweieinhalb Jahre brauchte, um ein Konzept vorzulegen? Falls ja, welche Argumente hat das Architekturbüro für die ungewöhnlich lange zeitliche Dauer der Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes geltend gemacht? 3. Falls nein, warum nicht? Gab es Initiativen von Seiten der Bundesregierung, die Erstellung eines Nachnutzungsplanes für die Dahlemer Museen zeitlich zu beschleunigen? a) Falls ja, zu welchen Ergebnissen haben diese Initiativen gezeitigt? b) Falls nein, warum nicht? 4. Gab es im Hinblick darauf, dass das Nutzungskonzept des Humboldt-Forums seit 2002 bekannt ist, nach Kenntnis der Bundesregierung bereits vor 2017 Konzepte, wie die leergeräumten Dahlemer Museen genutzt werden könnten? Falls ja, was für Konzepte waren das, und warum wurden sie nicht weiterverfolgt? 5. Warum ist nach Kenntnis der Bundesregierung erst Anfang 2017 der Auftrag erteilt worden, ein Nachnutzungskonzept für die Dahlemer Museen zu erstellen? 6. Wie beurteilt die Bundesregierung das Nachnutzungskonzept des Architekturbüros? Inwieweit ist die Bundesregierung in diesem Zusammenhang der Auffassung, dass dieses Konzept hinreichend interessiertes Publikum nach Dahlem zieht? 7. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung seitens des Architekturbüros alternative Vorschläge zu dem vorgeschlagenen Konzept, die Gebäude vor allem für Forschungs- und Restaurierungszwecke zu nutzen? a) Falls ja, welche Vorschläge sind das? b) Falls nein, warum nicht? 8. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, in welchem finanziellen Rahmen sich die Honorierung des Architekturbüros belief? a) Falls ja, kann die Bundesregierung hier genauere Angaben machen? b) Falls nein, warum nicht? 9. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, in welchem Kostenrahmen sich die notwendige Sanierung der geräumten Gebäude des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums bewegen wird (www.bz-berlin. de/artikel-archiv/kunst-in-dahlem-nicht-mehr-sicher)? a) Falls ja, gibt es bereits Überlegungen darüber, wer diese Kosten tragen wird? b) Falls nein, warum nicht? 10. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wer dafür verantwortlich ist, dass mit Blick auf die Dahlemer Museen ein so hoher Sanierungsaufwand entstehen konnte? a) Falls ja, kann die Bundesregierung hier nähere Angaben machen? b) Falls nein, warum nicht? 11. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung einen Zeitplan, wann genau die Sanierung der Museumsgebäude in Dahlem in Angriff genommen werden soll? a) Falls ja, kann die Bundesregierung sagen, über welchen Zeitraum sich diese Sanierung erstrecken soll? b) Falls nein, warum nicht? 12. Kann die Bundesregierung angeben, welche Aufgaben und Funktionen künftig in den Räumlichkeiten der geräumten Dahlemer Museen und in dem Zentraldepot in Friedrichshagen wahrgenommen werden sollen? 13. Inwieweit ist nach Kenntnis der Bundesregierung das Aufgabenfeld des Zentraldepots der Staatlichen Museen zu Berlin in Friedrichshagen, das 2022 fertiggestellt sein soll, in die „Potenzialanalyse“ eingegangen? Falls nein, warum nicht? 14. Kann die Bundesregierung angeben, ob und ggf. inwieweit sich die Nutzungskonzepte in Dahlem und Friedrichshagen ergänzen? a) Falls nein, warum nicht? b) Worin genau sieht die Bundesregierung „Synergieeffekte“ zwischen dem Zentraldepot und dem Nachnutzungskonzept der Dahlemer Museen? 15. Kann die Bundesregierung Angaben dazu machen, wie konkret die Pläne für die Einrichtung eines „internationalen Graduiertenkollegs“ in den Museumsbauten in Dahlem sind, das zusammen mit der Freien Universität Berlin realisiert werden soll (www.deutschlandfunkkultur.de/die-zukunft-des-museums standortes-dahlem-ein-neues.1013.de.html?dram:article_id=453179)? Berlin, den 19. Juli 2019 Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333]

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