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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für Gesundheit
Datum
13.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1276628.08.2019
Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Andrew Ullmann, Michael Theurer, Renata Alt,
Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Christian Dürr,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Katja Hessel,
Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek,
Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Konstantin Kuhle, Michael Georg Link,
Oliver Luksic, Alexander Müller, Dr. Stefan Ruppert, Thomas Sattelberger,
Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger,
Katja Suding, Linda Teuteberg, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich,
Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz
Aus einer Studie zur Gesundheitskompetenz aus dem Jahr 2016 geht hervor,
dass rund 54 Prozent der Menschen in Deutschland – also über die Hälfte der
Deutschen – nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügen
(Schaeffer, Doris et al.: Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in
Deutschland. Ergebnisbericht, Universität Bielefeld 2016, S. 40). Einige
Bevölkerungsgruppen haben dabei größere Schwierigkeiten als andere, beispielsweise
Menschen mit Migrationshintergrund, mit niedrigem Bildungsniveau oder im
höheren Lebensalter (ebd.).
Doch Gesundheitskompetenz ist nicht nur für die Gesundheit des Einzelnen,
sondern auch für das Gesundheitssystem insgesamt von Bedeutung. Das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) führte 2017 an, dass mangelnde
Gesundheitskompetenz laut Schätzungen der WHO für 3 bis 5 Prozent der
Gesundheitsausgaben verantwortlich sei. Für Deutschland seien das zwischen
9 und 15 Mrd. Euro (BMG Pressemitteilung: Gründung der Allianz für
Gesundheitskompetenz, 19. Juli 2017).
Vor diesem Hintergrund wurde 2017 die Allianz für Gesundheitskompetenz
gegründet (ebd.). Zudem hat ein Expertenkreis den Nationalen Aktionsplan
Gesundheitskompetenz erarbeitet, in dem konkrete Handlungsfelder benannt und
15 konkrete Empfehlungen formuliert wurden. Ebenfalls beabsichtigt das
Bundesministerium für Gesundheit die Einrichtung eines Nationalen
Gesundheitsportals, in dem „[v]erständliche, zuverlässige und werbefreie
Gesundheitsinformationen“ zur Verfügung gestellt werden sollen. Hierzu entwickelte das
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
bereits ein Konzept (Bach: Kompliziert, aufwendig und teuer, Tagesspiegel,
7. März 2019).
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12766
19. Wahlperiode 28.08.2019
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland in den letzten drei Jahren entwickelt
(bitte nach Jahren, Altersgruppen und Geschlecht aufschlüsseln)?
2. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Stand der digitalen
Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland?
3. Wird nach Auffassung der Bundesregierung ausreichend für die
Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland unternommen?
4. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die aktuellen
Fördermittel für Forschung zur Gesundheitskompetenz?
5. Wie beurteilt die Bundesregierung, dass es sich bei Menschen mit
begrenzter Gesundheitskompetenz häufig um Personen mit niedrigem
Bildungsstandard, ältere Menschen und solche mit Migrationshintergrund sowie
Personen, die auf verschiedene Formen öffentlicher Transferzahlungen
angewiesen sind, handelt?
Was plant die Bundesregierung zu unternehmen?
6. Welche der 15 Handlungsempfehlungen aus dem Nationalen Aktionsplan
Gesundheitskompetenz wurden nach Kenntnis der Bundesregierung bereits
umgesetzt?
Welche konkreten Maßnahmen sollen in der laufenden Legislaturperiode
umgesetzt werden?
7. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung konkrete Ergebnisse, wie sich
die bereits umgesetzten Maßnahmen auf die Gesundheitskompetenz der
Bevölkerung in Deutschland ausgewirkt haben?
Wenn nein, ist eine Evaluation geplant?
8. Welche Herausforderungen gibt es nach Auffassung der Bundesregierung
bei der Umsetzung der Maßnahmen?
9. Wie kann nach Auffassung der Bundesregierung die Digitalisierung dabei
helfen, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu erhöhen?
Welche Konzepte hat die Bundesregierung dazu?
10. Wie schätzt die Bundesregierung die Gefahr von gesundheitsbezogenen
Falschmeldungen in sozialen Netzwerken ein, und wie kann nach
Auffassung der Bundesregierung dagegen vorgegangen werden?
11. Wer eignet sich aus Sicht der Bundesregierung dazu,
Gesundheitskompetenz zu vermitteln?
12. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bereits einen Termin, zu dem
das Konzept zum Nationalen Gesundheitsportal umgesetzt werden soll?
a) Wie sehen die weiteren Umsetzungsschritte aus?
b) Wer soll Träger des Nationalen Gesundheitsportals sein?
c) Wie soll es finanziert werden?
Berlin, den 14. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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