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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Arbeitsbelastung im Bundesministerium für Gesundheit
(insgesamt 13 Einzelfragen)
Fraktion
DIE LINKE
Ressort
Bundesministerium für Gesundheit
Datum
16.09.2019
Antwortdauer
18 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
ThemenGesundheit & Pflege
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT19/1280929.08.2019
Arbeitsbelastung im Bundesministerium für Gesundheit
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Harald Weinberg, Susanne Ferschl, Matthias W. Birkwald,
Sylvia Gabelmann, Dr. Achim Kessler, Katja Kipping, Jutta Krellmann,
Pascal Meiser, Cornelia Möhring, Sören Pellmann, Jessica Tatti,
Pia Zimmermann, Sabine Zimmermann und der Fraktion DIE LINKE.
Arbeitsbelastung im Bundesministerium für Gesundheit
Als „Minister Fleißig“ wurde der Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn
betitelt. 16 Gesetze in 16 Monaten habe er vorgelegt und sei
„Alleinunterhalter“ bei der letzten Kabinettsitzung vor der Sommerpause gewesen
(www.aerzteblatt.de/nachrichten/104703/Minister-Fleissig-16-Gesetze-in-16-
Monaten). Aus keinem anderen Ressort sind seit der letzten Bundestagswahl
mehr Initiativen gekommen als aus dem Bundesministerium für Gesundheit
(BMG; ebd.). Der Ärztetag 2019 verlegte sich darauf, den „Turbo-Spahn“ zu
entschleunigen (www.aerztezeitung.de/kongresse/aerztetag/article/989198/
eroeffnung-aerztetag-will-turbo-spahn-entschleunigen.html9).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Gesetze hat das BMG seit 2009 jeweils jährlich auf den Weg
gebracht (bitte inkl. Gesetzentwürfen bzw. Eckpunktepapieren etc., die sich
momentan in der Erarbeitung befinden, angeben)?
2. Wie viele Verordnungen hat das BMG seit 2009 jeweils jährlich auf den
Weg gebracht (bitte inkl. Entwürfen, die sich momentan in der Erarbeitung
befinden, angeben)?
3. Wir oft wurden Formulierungshilfen für Bundestagsfraktionen oder
-gruppen für Gesetzentwürfe oder Änderungsanträge in den vergangenen
zehn Jahren jeweils jährlich erstellt?
4. Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage gab es im BMG jeweils in den
vergangenen zehn Jahren (bitte wenn möglich pro Quartal auflisten)?
5. Wie viele Beschäftigte des BMG waren in den vergangenen zehn Jahren
jeweils länger als vier Wochen arbeitsunfähig?
6. Wie viele Beschäftigte des BMG wurden in den vergangenen zehn Jahren
jeweils frühverrentet?
7. Wie viele Beschäftigte mussten aus Arbeitsgründen ihren Urlaub
abbrechen oder konnten einen geplanten Urlaub bzw. freie Tage nicht antreten?
8. Wie viele Urlaubsanträge wurden jeweils in den vergangenen zehn Jahren
aus betrieblichen Gründen abgelehnt?
9. Wie viele Überstunden wurden jeweils in den vergangenen zehn Jahren im
BMG geleistet?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/12809
19. Wahlperiode 29.08.2019
10. Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten im BMG, für die eine
Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde, und zu welchem Anteil wurden
diese jeweils vollständig, weitgehend, ansatzweise oder nicht umgesetzt?
11. Wie viele Gefährdungsbeurteilungen betrafen psychische Belastungen, und
wie viele wurden davon vollständig, weitgehend, ansatzweise oder nicht
umgesetzt?
12. Wie viele Überlastungsanzeigen gab es jeweils in den vergangenen zehn
Jahren im BMG?
13. Wie viele Beschäftigte hatte das BMG jeweils in den vergangenen zehn
Jahren (bitte Vollzeitäquivalente angeben)?
Berlin, den 14. August 2019
Dr. Sahra Wagenknecht, Dr. Dietmar Bartsch und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
BT19/1323116.09.2019
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 19/12809 - Arbeitsbelastung im Bundesministerium für Gesundheit
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Harald Weinberg, Susanne Ferschl,
Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/12809 –
Arbeitsbelastung im Bundesministerium für Gesundheit
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Als „Minister Fleißig“ wurde der Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn
betitelt. 16 Gesetze in 16 Monaten habe er vorgelegt und sei
„Alleinunterhalter“ bei der letzten Kabinettsitzung vor der Sommerpause gewesen
(www.aerzteblatt.de/nachrichten/104703/Minister-Fleissig-16-Gesetze-in-16-
Monaten). Aus keinem anderen Ressort sind seit der letzten Bundestagswahl
mehr Initiativen gekommen als aus dem Bundesministerium für Gesundheit
(BMG; ebd.). Der Ärztetag 2019 verlegte sich darauf, den „Turbo-Spahn“ zu
entschleunigen (www.aerztezeitung.de/kongresse/aerztetag/article/989198/
eroeffnung-aerztetag-will-turbo-spahn-entschleunigen.html9).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) wurde im Interesse einer
verbesserten Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger in den letzten
Monaten eine Vielzahl von Gesetzesinitiativen und Reformprojekten
angestoßen. Gleichzeitig hat sich zum Beispiel die Zahl der parlamentarischen und
weiterer Anfragen deutlich erhöht. Allein 11,5 Beschäftigte
(Vollzeitäquivalente) waren ausschließlich mit der Beantwortung parlamentarischer Anfragen
beschäftigt. Ein Vollzeitäquivalent entspricht im BMG durchschnittlich 209,1
Nettoarbeitstagen oder 1684 Arbeitsstunden. Das entspricht 19366
Arbeitsstunden, die im BMG für parlamentarische Anfragen aufgewandt wurden.
Das BMG ist sich der hohen Verantwortung für die Gesundheit der
Beschäftigten bewusst und hat daher ein umfassendes Betriebliches
Gesundheitsmanagement etabliert. In diesem Jahr wurde zur Weiterentwicklung dieses Bereichs ein
gesondertes Referat (IE4) eingerichtet. Es wurden und werden laufend
vielfältige Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitsbelastung vorgenommen, u. a.
durch personelle Verstärkungen, die Durchführung einer umfassenden
Organisationsuntersuchung und andere Entlastungsmaßnahmen.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13231
19. Wahlperiode 16.09.2019
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 12. September
2019 übermittelt.
Die Drucksache enthält – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wie viele Gesetze hat das BMG seit 2009 jeweils jährlich auf den Weg
gebracht (bitte inkl. Gesetzentwürfen bzw. Eckpunktepapieren etc., die
sich momentan in der Erarbeitung befinden, angeben)?
Das BMG hat Gesetze in folgender Anzahl auf den Weg gebracht: 2009: zwei;
2010: drei; 2011: vier; 2012: acht; 2013: drei; 2014: vier; 2015: sieben; 2016:
13; 2017: zwei.
In der laufenden Wahlperiode wurden bisher folgende Gesetzgebungsvorhaben
abgeschlossen: 2018: drei; 2019: drei. Hinzu kommen im Jahr 2019 13
Gesetzentwürfe, die entweder vor Kabinettbefassung bereits in der Abstimmung mit
Ländern bzw. Ressorts oder nach Kabinettbefassung im parlamentarischen
Verfahren sind.
2. Wie viele Verordnungen hat das BMG seit 2009 jeweils jährlich auf den
Weg gebracht (bitte inkl. Entwürfen, die sich momentan in der
Erarbeitung befinden, angeben)?
Das BMG hat Verordnungen in folgender Anzahl auf den Weg gebracht: 2009:
21; 2010: 14; 2011: 13; 2012: 14; 2013: 17; 2014: zehn; 2015: zwölf; 2016:
zehn; 2017: zwölf; 2018: zwölf; 2019: 7.
Darüber hinaus befinden sich 2019 sechs Verordnungsvorhaben in der
Ressortabstimmung.
3. Wir oft wurden Formulierungshilfen für Bundestagsfraktionen oder
-gruppen für Gesetzentwürfe oder Änderungsanträge in den vergangenen
zehn Jahren jeweils jährlich erstellt?
Zu sämtlichen Gesetzentwürfen, zu denen im Ausschuss für Gesundheit des
Deutschen Bundestages Änderungsanträge der jeweiligen Koalitionsfraktionen
eingebracht wurden, hat das BMG fachliche Unterstützung bei der
Formulierung von Änderungsanträgen geleistet. Darüber hinaus hat das BMG in o. g.
Zeitraum in fünf Fällen Formulierungshilfen für Gesetzentwürfe von
Bundestagsfraktionen oder -gruppen erarbeitet. Zudem hat das BMG 2019 zu sieben
Gesetzentwürfen, bei denen das Gesetzgebungsverfahren nicht abgeschlossen
ist, Formulierungshilfen für Änderungsanträge erarbeitet.
4. Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage gab es im BMG jeweils in den
vergangenen zehn Jahren (bitte wenn möglich pro Quartal auflisten)?
5. Wie viele Beschäftigte des BMG waren in den vergangenen zehn Jahren
jeweils länger als vier Wochen arbeitsunfähig?
6. Wie viele Beschäftigte des BMG wurden in den vergangenen zehn Jahren
jeweils frühverrentet?
Die Fragen 4, 5, 6 und 13 werden zusammen beantwortet.
Die Bundesregierung verweist zu den Fragen auf die folgende Tabelle:
Jahr Frage 4
Arbeitsunfähigkeitstage/
Durchschnitt1
Frage 5
Arbeitsunfähigkeit länger als
vier Wochen2
Frage 6
Frühverrentet
Frage 13
Zahl Beschäftigte
im BMG3
Vollzeit-
Äquivalente4
2009 8943/13,65 – – 655 637,2
2010 9495/14,34 – – 662 642
2011 8339/12,34 – – 676 657,5
2012 8848/13,41 – – 660 648,8
2013 8201/12,79 – 1 641 622,7
2014 7892/12,37 – 3 638 624,1
2015 9084/13,58 36 – 669 651,4
2016 9907/14,01 44 – 707 684,5
2017 10032/13,74 52 3 730 704,9
2018 11688/14,72 56 2 794 754,4
2019 – – 1 835 794,1
1 Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage in 2019 wird erst zum 31.12. des Jahres ermittelt.
2 Daten für die Jahre 2009 bis 2014 liegen dem BMG nicht mehr vor, da nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist von fünf Jahren eine Löschpflicht besteht.
3 Zahl der Beschäftigten = incl. zum BMG abgeordnete Beschäftigte und Auszubildende.
4 Vollzeitäquivalent = Zahl der Vollzeitstellen, die sich rechnerisch bei gemischter Personalbelegung mit Teilzeitbeschäftigten ergeben.
Hinweis:
In Frage 13 wird um Angabe der Beschäftigtenzahlen in Form von
Vollzeitäquivalenten gebeten. Die erbetenen Vollzeitäquivalente sind in der Spalte 5
dargestellt.
Da bei der Feststellung der Arbeitsunfähigkeitstage regelmäßig nicht die
Vollzeitäquivalente, sondern die Pro-Kopf-Zahl der Beschäftigten zugrunde gelegt
wird, wurden zusätzlich in der Spalte 4 die Beschäftigtenzahlen dargestellt.
7. Wie viele Beschäftigte mussten aus Arbeitsgründen ihren Urlaub
abbrechen oder konnten einen geplanten Urlaub bzw. freie Tage nicht
antreten?
8. Wie viele Urlaubsanträge wurden jeweils in den vergangenen zehn Jahren
aus betrieblichen Gründen abgelehnt?
Die Fragen 7 und 8 werden im Zusammenhang beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine statistischen Daten hierüber vor.
9. Wie viele Überstunden wurden jeweils in den vergangenen zehn Jahren
im BMG geleistet?
Im Jahr 2018 wurden von den Beschäftigten des BMG 3 897
Mehrarbeitsstunden geleistet, die zu einem großen Teil inzwischen durch Freizeitausgleich
abgegolten bzw. in Langzeitkonten gutgeschrieben worden sind. Zu den
Vorjahren liegen dem BMG keine Zahlen vor, da die Zeiterfassungsdaten sechs
Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes (31. 12.) zu löschen sind.
10. Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten im BMG, für die eine
Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde, und zu welchem Anteil wurden
diese jeweils vollständig, weitgehend, ansatzweise oder nicht umgesetzt?
11. Wie viele Gefährdungsbeurteilungen betrafen psychische Belastungen,
und wie viele wurden davon vollständig, weitgehend, ansatzweise oder
nicht umgesetzt?
Die Fragen 10 und 11 werden im Zusammenhang beantwortet.
Gefährdungsbeurteilungen werden im BMG als Teil des Betrieblichen
Gesundheitsmanagements kontinuierlich und für alle Beschäftigten durchgeführt.
Physische Gefährdungsbeurteilungen werden bezogen auf Betriebsstätten,
Arbeitsverfahren und Arbeitsplätze regelmäßig durchgeführt, auf besondere
Anfrage der Beschäftigten auch für einzelne Arbeitsplätze. Bei Bedarf werden
die Arbeitsplätze umgestaltet.
Eine flächendeckende Gefährdungsbeurteilung zur Ermittlung der psychischen
Belastungen wurde für alle Beschäftigten im BMG 2016 durchgeführt.
Basierend auf den Ergebnissen wurden zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung der
psychischen Belastungen umgesetzt, u. a. organisatorische Maßnahmen sowie
Fortbildungsmaßnahmen. Viele der Maßnahmen sind inzwischen in
Dienstvereinbarungen und im Personalentwicklungskonzept fest verankert. In einem
internen Arbeitskreis wird der Erfolg der bereits umgesetzten und der Einsatz
möglicher weiterer Maßnahmen regelmäßig nachgehalten.
12. Wie viele Überlastungsanzeigen gab es jeweils in den vergangenen zehn
Jahren im BMG?
Seit 1. Januar 2018 gab es eine Überlastungsanzeige im BMG. Aus den
Vorjahren liegen dem BMG keine statistischen Daten zu Überlastungsanzeigen vor.
13. Wie viele Beschäftigte hatte das BMG jeweils in den vergangenen zehn
Jahren (bitte Vollzeitäquivalente angeben)?
Zu den erbetenen Zahlen wird auf die Tabelle in der Antwort zu den Fragen 4,
5 und 6 verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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