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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Sekundär-Rohstoffe aus Kohleverbrennung - volkswirtschaftliche Konsequenzen der sogenannten Energiewende
Fraktion
AfD
Ressort
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Datum
26.09.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1310311.09.2019
Sekundär-Rohstoffe aus Kohleverbrennung - volkswirtschaftliche Konsequenzen der sogenannten Energiewende
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Thomas Seitz, Corinna Miazga, Dr. Axel Gehrke,
Frank Magnitz, Dr. Rainer Kraft, Steffen Kotré, Dr. Christian Wirth,
Martin Sichert, Dr. Lothar Maier, Kay Gottschalk, Dr. Harald Weyel, Jens Maier,
Dietmar Friedhoff, Uwe Schulz, Wilhelm von Gottberg, Franziska Gminder,
Jürgen Braun, Johannes Huber und der Fraktion der AfD
Sekundärrohstoffe aus Kohleverbrennung – volkswirtschaftliche Konsequenzen
aus der sogenannten Energiewende
Nach dem Willen der Bundesregierung soll neben der Kernkraft auch die
Energiegewinnung aus Kohle langfristig von erneuerbaren Energien ersetzt werden.
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wurde das Ziel
ausgegeben, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr
2030 auf bis zu 65 Prozent auszubauen (www.cdu.de/
koalitionsvertrag-2018, S. 71 abgerufen am 16. März 2018).
Bei der industriellen Verbrennung von Kohle entstehen Nebenprodukte, welche
derzeit in vielen Branchen gebraucht werden und Verwendung finden. Zu
nennen sind hier insbesondere: Carbonatsand, der zum Beispiel für die Giftstoff-
Filterung eingesetzt wird, oder Steinkohlenflugasche, die zur Aufbereitung von
Pflanzsubstraten benutzt wird. Bis zum Jahr 2038 wird die Gewinnung von
Steinkohlenflugasche voraussichtlich auf null sinken (Bundesverband
Baustoffe – Steine und Erden e.V.: Studie „Die Nachfrage nach Primär- und
Sekundärrohstoffen der Steine-und-Erden-Industrie bis 2035 in Deutschland“ –
Aktualisierung 2019, S. 42)
Die Bundesregierung hat mit Beschluss vom 6. Juni 2018 die Kommission
„Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ einberufen. Auch diese
Kom-mission hat in ihrem Abschlussbericht vom Januar 2019 auf die
Problematik hingewiesen (www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/A/
abschlussbericht-kommission-wachstum-strukturwandel-und-
beschaeftigung.pdf?__blob=publicationFile, S. 51, 86).
Die Kleine Anfrage soll klären, wie die Bundesregierung gedenkt, die
fehlenden Sekundärrohstoffe zu ersetzen, wenn weitere Kohlekraftwerke stillgelegt
werden, und ob, und wie die Versorgung mit diesen Rohstoffen auch in Zukunft
gesichert ist. Um eine gesamtwirtschaftliche Folgeabschätzung durchführen zu
können, ist nach Ansicht der Fragesteller eine Prognose etwaiger Ausfälle
vorzunehmen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wird die Frage eines Ausfalls des Sekundärrohstoffs Steinkohlenflugasche
bei der Deutschen Rohstoffagentur behandelt, und wenn ja, welches sind die
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13103
19. Wahlperiode 11.09.2019
Maßnahmen mit Hinblick auf den zu erwartenden Ausfall dieser Ressourcen
spätestens im Jahr 2038?
2. Welche kundenspezifische Beratung für klein- und mittelständische
Unternehmen führt die Bundesregierung im Rahmen der sogenannten
Rohstoffstrategie für Unternehmen durch, die Steinkohlenflugasche verarbeiten?
3. Wie hoch sind die finanziellen Mittel, die der Rohstoffagentur aus dem
Bundeshaushalt seit Gründung 2010 jährlich bereitgestellt wurden (bitte nach
Jahr und Höhe der zur Verfügung gestellten Mittel aufschlüsseln) für
Unternehmen, die Steinkohlenflugasche verarbeiten?
4. Welche Ersatzprodukte stehen nach Kenntnis der Bundesregierung für
Nebenprodukte aus Kohleverbrennung zur Verfügung, sollte die
Bundesrepublik Deutschland komplett aus der Kohleverbrennung aussteigen?
a) Aus welchen Produktions- oder Bezugsquellen stammen diese
Ersatzprodukte nach Kenntnis der Bundesregierung?
b) Aus welchen Ländern stammen diese Ersatzprodukte nach Kenntnis der
Bundesregierung, und in welchen Mengen werden diese nach
Deutschland eingeführt (bitte nach Herkunftsland und Mengenangaben
aufschlüsseln)?
c) Welche Kosten sind beim Bezug dieser Ersatzprodukte im Vergleich zur
aktuellen Bezugssituation nach Kenntnis der Bundesregierung zu
erwarten?
d) Welche Umweltbelastungen entstehen nach Kenntnis der
Bundesregierung durch die Gewinnung, Herstellung und den Bezug dieser
Ersatzprodukte?
5. Wird die Bundesregierung den Staatlichen geologischen Diensten
(www.infogeo.de/Infogeo/DE/Startseite/startseite_node.html) ein
Steuerungsgremium zuordnen, das im Sinne einer Gleichberechtigung im
Bundesraumordnungsplan und den durch formalrechtliche Ausweisungen im
Nachteil gegenüber den Natur-, Grundwasser- oder Hochwasserschutz
befindlichen Fragen der Rohstoffsicherung handeln kann?
Wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 15. August 2019
Dr. Alice Weidel, Dr. Alexander Gauland und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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