Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Gewalt gegen Einsatzkräfte im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Datum
09.10.2019
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/1332119.09.2019
Gewalt gegen Einsatzkräfte im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Benjamin Strasser, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis,
Renata Alt, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Britta Katharina Dassler,
Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr,
Katja Hessel, Manuel Höferlin, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek,
Dr. Christian Jung, Pascal Kober, Michael Georg Link, Oliver Luksic,
Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Dr. Stefan Ruppert,
Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Dr. Wieland Schinnenburg, Judith Skudelny,
Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann,
Linda Teuteberg, Michael Theurer, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich,
Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Gewalt gegen Einsatzkräfte im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren und Hilfsorganisationen leisten täglich
einen Beitrag für das Gemeinwohl und den Schutz rechtsstaatlicher Regeln.
Immer wieder sehen sie sich dabei jedoch verbaler wie auch körperlicher Gewalt
ausgesetzt. Laut der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der
Fraktion der FDP kam es allein im Jahr 2017 zu 4527 Gewaltdelikten gegen
Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/4016, Antwort zu Frage 1). Dabei wurden im gleichen Jahr 380
Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei sowie 13 Vollzugskräfte des Zolls verletzt
(vgl. ebd.: 3). Immer wieder beklagen aktive Einsatzkräfte sinkenden Respekt
und Übergriffe im Rahmen ihrer Dienstausübung. Eine Einschätzung, die
bereits von der Studie „Gewalt gegen Einsatzkräfte der Feuerwehren und
Rettungsdienste in Nordrhein-Westfalen“ der Ruhr-Universität Bochum bestätigt
wurde (vgl. www.kriminologie.ruhr-uni-bochum.de/images/pdf/Abschlussbe
richt_Gewalt_gegen_Einsatzkraefte.pdf). Im Rahmen der Studie wurden im
Jahr 2017 rund 810 Feuerwehrangehörige und Rettungssanitäter in Nordrhein-
Westfalen zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Im Ergebnis diagnostizierte die
Studie eine Tendenz zur Verrohung und einen „Verlust an Empathie“ in der
Gesellschaft, der sich auch gegen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren und
Hilfsorganisationen richtet. Solche gewalttätigen Übergriffe gegen Angehörige
von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gilt es aus Sicht der
Fragesteller langfristig zu beobachten und zu analysieren, um notwendige
politische Rückschlüsse aus ihnen ziehen und zielgerichtete Maßnahmen ergreifen
zu können.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Einsatzkräfte der Bundespolizei, des Zolls sowie des
Technischen Hilfswerks wurden im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 im
Zusammenhang mit der Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Körperverlet-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13321
19. Wahlperiode 19.09.2019
zung (i.S.d. §§ 223 bis 231 des Strafgesetzbuchs – StGB) oder eines
Tötungsdelikts (i.S.d. §§ 211 bis 222 StGB) (bitte nach Jahren, Behörde bzw.
Organisation und Delikten aufschlüsseln)?
Wie hat sich die Zahl der Delikte seit dem Jahr 2013 entwickelt (bitte nach
Jahren, Behörden bzw. Organisationen und Delikten – ebenso für die
Unterfragen – aufschlüsseln)?
a) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren jeweils
welchen Geschlechts?
b) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren
minderjährig?
c) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte standen unter
dem Einfluss von Alkohol?
d) Wie viele der im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 erfassten o. g.
Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte standen im Zusammenhang mit PMK-
links (PMK = Politisch motivierte Kriminalität), PMK-rechts, PMK-
ausländische Ideologie, PMK-religiöse Ideologie sowie PMK-nicht
zuzuordnen (bitte aufschlüsseln)?
e) Wie verteilen sich die im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
erfassten o. g. Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte auf die Bundesländer (bitte
nach Bundesländern, Jahren, Behörden bzw. Organisationen und
Delikten aufschlüsseln)?
2. Wie viele Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie
Polizeibeamte der Länder wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im
Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 im Zusammenhang mit der
Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Körperverletzung (i.S.d. §§ 223 bis 231
StGB) oder eines Tötungsdelikts (i.S.d. §§ 211 bis 222 StGB)?
Wie hat sich diese Zahl der Delikte seit dem Jahr 2013 entwickelt (bitte
nach Jahren, Behörden bzw. Organisationen und Delikten – ebenso für die
Unterfragen – aufschlüsseln)?
a) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren jeweils
welchen Geschlechts?
b) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren
minderjährig?
c) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte standen unter
dem Einfluss von Alkohol?
d) Wie viele der im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 erfassten o. g.
Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte standen im Zusammenhang mit PMK-
links, PMK-rechts, PMK-ausländische Ideologie, PMK-religiöse
Ideologie sowie PMK-nicht zuzuordnen (bitte aufschlüsseln)?
e) Wie verteilen sich die im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
erfassten o. g. Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte auf die Bundesländer (bitte
nach Bundesländern, Jahren, Behörden bzw. Organisationen und
Delikten aufschlüsseln)?
3. Wie viele Widerstandshandlungen i.S.d. §§ 113 bis 115 StGB wurden im
Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 gegen Einsatzkräfte von
Bundespolizei, Zoll und Technischem Hilfswerk (THW) begangen?
Wie hat sich die Zahl der Delikte seit 2013 entwickelt (bitte nach Jahren,
Behörden bzw. Organisationen und Delikten – ebenso für die Fragen 3a bis
3e – aufschlüsseln)?
a) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren jeweils
welchen Geschlechts?
b) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren waren
minderjährig?
c) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte standen unter
dem Einfluss von Alkohol?
d) Wie viele der im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 erfassten o. g.
Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte standen im Zusammenhang mit PMK-
links, PMK-rechts, PMK-ausländische Ideologie, PMK-religiöse
Ideologie sowie PMK-nicht zuzuordnen (bitte aufschlüsseln)?
e) Wie verteilen sich die im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
erfassten o. g. Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte auf die Bundesländer (bitte
nach Bundesländern, Jahren, Behörden/Organisationen und Delikten
aufschlüsseln)?
4. Wie viele Widerstandshandlungen i.S.d. §§ 113 bis 115 StGB wurden im
Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 nach Kenntnis der Bundesregierung
gegen Rettungskräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie
gegen Polizeibeamte der Länder begangen?
Wie hat sich die Zahl der Delikte seit 2013 entwickelt (bitte nach Jahren,
Behörden bzw. Organisationen und Delikten – ebenso für die Fragen 4a bis
4e – aufschlüsseln)?
a) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren jeweils
welchen Geschlechts?
b) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte waren
minderjährig?
c) Wie viele der Tatverdächtigen aus im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr
2019 erfassten o. g. Delikten gegen o. g. Einsatzkräfte standen unter
dem Einfluss von Alkohol?
d) Wie viele der im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 erfassten o. g.
Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte standen im Zusammenhang mit PMK-
links, PMK-rechts, PMK-ausländische Ideologie, PMK-religiöse
Ideologie sowie PMK-nicht zuzuordnen (bitte aufschlüsseln)?
e) Wie verteilen sich die im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019
erfassten o. g. Delikte gegen o. g. Einsatzkräfte auf die Bundesländer (bitte
nach Bundesländern, Jahren, Behörden bzw. Organisationen und
Delikten aufschlüsseln)?
5. Welche Tatmittel wurden im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 bei
gewalttätigen Übergriffen i.S.d. Fragen 1 bis 3 gegen Einsatzkräfte der
Bundespolizei, des Zolls sowie des Technischen Hilfswerks genutzt?
In wie vielen Fällen handelte es sich um körperliche Gewalt (bitte nach
Tatmitteln, Behörden bzw. Organisationen und Delikten aufschlüsseln)?
6. Gab es im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 nach Kenntnis der
Bundesregierung eine regionale Häufung von gewalttätigen Übergriffen
i.S.d. Fragen 1 bis 3 gegen Einsatzkräfte?
Wenn ja, in welchen Regionen ließ sich eine entsprechende Häufung
feststellen?
7. Gab es im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 nach Kenntnis der
Bundesregierung eine schwerpunktmäßige Häufung von gewalttätigen
Übergriffen i.S.d. Fragen 1 bis 3 gegen Einsatzkräfte im Umfeld
bestimmter (Groß-)Ereignisse?
Wenn ja, welcher?
8. Wie viele Einsatzkräfte der Bundespolizei, des Zolls sowie des
Technischen Hilfswerks wurden im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 im
Zusammenhang mit der Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Beleidigung
(i.S.d. §§ 185 bis 187 StGB)?
Wie hat sich die Zahl der Delikte seit dem Jahr 2013 entwickelt (bitte nach
Jahren, Behörde bzw. Organisation und Delikten aufschlüsseln)?
9. Wie viele Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie
Polizeibeamte der Länder wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im
Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 im Zusammenhang mit der
Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Beleidigung (i.S.d. §§ 185 bis 187
StGB)?
Wie hat sich die Zahl der Delikte seit dem Jahr 2013 entwickelt (bitte nach
Jahren, Behörde bzw. Organisation und Delikten aufschlüsseln)?
10. Wurden im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 bei Bundespolizei, Zoll
und Technischem Hilfswerk Anpassungen der Führungs- und Einsatzmittel
– beispielsweise Schutzausstattung und Bewaffnung – umgesetzt (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/4016, Antwort zu Frage 9)?
Wenn ja, welche, und aus welchem Anlass?
11. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse zum Anzeigeverhalten von
Einsatzkräften von Bundespolizei, Zoll und Technischem Hilfswerk sowie von
Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie von Polizeibeamten der
Länder im Zusammenhang mit gewalttätigen Übergriffen wie
Körperverletzungen sowie Beleidigungen?
Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung, um die Angehörigen von
Bundespolizei, Zoll und Technischem Hilfswerk für ein konsequentes
Anzeigeverhalten zu sensibilisieren?
12. Wie hoch waren die durch Übergriffe auf Einsatzkräfte verursachten
Ausfallzeiten (bitte nach Behörden bzw. Organisationen aufschlüsseln)?
13. Wie hoch war der finanzielle Schaden, der der öffentlichen Hand durch die
Ausfallzeiten entstanden ist?
14. In wie vielen Fällen, in denen es aufgrund von Übergriffen zu
krankheitsbedingten Fehlzeiten von Einsatzkräften kam, wurde auch zivilrechtlich
gegen die Schädiger vorgegangen (bitte nach Behörden bzw.
Organisationen aufschlüsseln)?
Berlin, den 28. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
Ähnliche Kleine Anfragen
Ökonomische und ökologische Landwirtschaft durch moderne Technologien
FDP03.06.2021
Verschärfung der Wegzugsbesteuerung
FDP07.06.2021
Archivierung digitaler Kommunikation von Bundesministerinnen und Bundesministern
FDP17.02.2020
Beauftragte, Sonderbeauftragte und Koordinatoren der Bundesregierung
FDP23.05.2018