[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Katrin Helling-Plahr, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis,
Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marcus Faber, Daniel Föst,
Otto Fricke, Peter Heidt, Katja Hessel, Manuel Höferlin, Reinhard Houben,
Ulla Ihnen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Michael Georg Link,
Oliver Luksic, Dr. Martin Neumann, Dr. Wieland Schinnenburg,
Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Nicole Westig und
der Fraktion der FDP
Entwicklung der Nutzung nichtinvasiver und invasiver Pränataldiagnostik
Seit dem Jahr 2012 sind nichtinvasive Pränataltests (NIPT) auf dem Markt auf
Selbstzahlerbasis zugelassen, mit deren Hilfe bereits während der
Schwangerschaft mittels eines Bluttests festgestellt werden kann, ob ein heranwachsendes
Kind eine Trisomie aufweisen wird. Am 22. März 2019 sprach sich der
Gemeinsame Bundesausschusses nun dafür aus, diese Bluttests zukünftig bei
medizinischer Indikation von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
bezahlen zu lassen, da potenziell risikoreichere invasive Methoden, wie die
Fruchtwasseruntersuchung und Plazentapunktion, die gegenwärtig bereits bei
medizinischer Indikation durch die GKV übernommen werden, durch die
deutlich risikoärmeren Bluttests teilweise ersetzt werden können. Auch der
122. Deutsche Ärztetag sprach sich vor diesem Hintergrund für eine
Übernahme durch die GKV, bei vorangegangener Beratung der Schwangeren, aus.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich, nach Kenntnis der Bundesregierung, die Anzahl der
Schwangeren, die nichtinvasive Pränataldiagnostik in Form eines Bluttests auf
Selbstzahlerbasis in Anspruch genommen haben, im Zeitraum seit
Marktzulassung im Jahr 2012 bis heute entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
2. Wie hat sich, nach Kenntnis der Bundesregierung, die Anzahl der
Schwangeren, die invasive Pränataldiagnostik in Form einer
Fruchtwasseruntersuchung in Anspruch genommen haben, im in Frage 1 genannten Zeitraum
entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
3. Wie hat sich, nach Kenntnis der Bundesregierung, die Anzahl der
Schwangeren, die invasive Pränataldiagnostik in Form einer Plazentapunktion in
Anspruch genommen haben, im in Frage 1 genannten Zeitraum entwickelt
(bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
4. Wie vielen der in den Fragen 2 und 3 genannten
Fruchtwasseruntersuchungen und Plazentapunktionen gingen, nach Kenntnis der Bundesregierung,
nichtinvasive Bluttests voraus?
Deutscher Bundestag Drucksache 19/13354
19. Wahlperiode 19.09.2019
5. Wie viele Anbieter nichtinvasiver Pränataldiagnostik in Form von Bluttests
sind, nach Kenntnis der Bundesregierung, gegenwärtig auf dem deutschen
Markt aktiv?
Wie viele dieser Anbieter haben ihren Firmensitz in Deutschland?
6. Existieren, nach Kenntnis der Bundesregierung, staatlich unterstützte bzw.
geförderte Informationsangebote zur nichtinvasiven Pränataldiagnostik?
a) Wenn ja, welche?
b) Wenn nein, plant die Bundesregierung entsprechende Angebote?
Berlin, den 28. August 2019
Christian Lindner und Fraktion
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ISSN 0722-8333]