Managementpläne für Braunbären
der Abgeordneten Karlheinz Busen, Frank Sitta, Dr. Gero Clemens Hocker, Carina Konrad, Nicole Bauer, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Roman Müller-Böhm, Hagen Reinhold, Christian Sauter, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Nach 13 Jahren ist wieder ein Braunbär (Ursus arctos) in der deutschösterreichischen Grenzregion gesichtet worden. Nach den vorliegenden Erkenntnissen, hat ein Braunbär auch bereits die Grenze nach Deutschland überquert und hält sich nun in der bayerischen Natur auf (www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tiere/touristin-entdeckt-spuren-wilder-baer-in-allgaeuer-alpen-16439713.html). Der Braunbär ist Bestandteil des Anhangs IV der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie) und somit streng geschützt.
Bereits 2008 beauftragte das Bundesamt für Naturschutz mehrere Wildtierforscher, um Standards für ein Monitoring von Großraubtieren zu entwickeln. Der Braunbär bildete neben dem Wolf und dem Luchs einen wesentlichen Bestandteil der Forschungsarbeit. Ziel war es, die Vergleichbarkeit von Hinweisdaten zu Großraubtieren innerhalb Deutschlands zu gewährleisten unter Beachtung der EU-Vorgaben hinsichtlich der FFH-Berichtspflichten (www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript413.pdf).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Wie viele Braunbären leben nach Kenntnis der Bundesregierung in Europa, von deren Population auch einzelne Tiere nach Deutschland wandern könnten?
Welche Gefahren gehen nach Kenntnis der Bundesregierung von Braunbären aus?
a) Welche Art von Schäden sind der Bundesregierung aus den letzten 30 Jahren bekannt, die durch Braunbären verursacht wurden?
b) Wie werden Schäden durch den Braunbär möglicherweise bewertet?
Welche konkreten Managementmaßnahmen sind nach Kenntnis der Bundesregierung für den Fall vorgesehen, dass ein Braunbär in Deutschland heimisch wird, nachdem bereits 2008 erste Überlegungen für ein Management von Großraubtieren in einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz zusammengefasst wurden (https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript413.pdf, Seite 3)?
Erfolgt die Erhebung von Hinweisdaten zu Großraubtieren wie dem Braunbären isoliert betrachtet auf Deutschland, und welche Art von Monitoring lässt sich daraus entwickeln?
Hält die Bundesregierung Gebiete in Deutschland als Lebensraum für Braunbären geeignet, und wenn ja, welche?
Wie viele Sichtungen von Braunbären gab es in der deutsch-österreichischen und der deutsch-tschechischen Grenzregion in den Jahren 2014 bis 2019 nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils?
Welche Kenntnisse besitzt die Bundesregierung darüber, wie weit Braunbären wandern können, welchen Herkunftsregionen sie zuzuordnen sind, und aus welchen Regionen stammen die zuletzt in Deutschland gesichteten Braunbären?