Absatz und Nutzung von Verhütungsmitteln in Deutschland
der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Dr. Marcel Klinge, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Dr. Martin Neumann, Dr. Stefan Ruppert, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Für die Familienplanung ist die Nutzung von Verhütungsmitteln inzwischen meist eine Selbstverständlichkeit. Dabei bestehen unterschiedliche Möglichkeiten der Empfängnisverhütung. Frauen können beispielsweise hormonelle Mittel einnehmen („Die Pille“), um eine Schwangerschaft zu verhindern. Weiter gibt es die Möglichkeit, mit physischen Methoden wie Kondomen oder Femidomen zu verhüten, welche oft auch noch einen zusätzlichen Gesundheitsschutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen bieten. Weiter sind chirurgische Eingriffe zur Empfängnisverhütung möglich, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Daneben bestehen sowohl natürliche Verhütungsmethoden (wie etwa die Temperaturmethode, Hormonmessungen etc.) wie auch chemische Verhütungsmethoden (wie etwa Spermizide).
Laut Pearl-Index, anhand dessen das Risiko einer Schwangerschaft bei der Verwendung des jeweiligen Verhütungsmittels gemessen werden kann, bieten hormonelle Verhütungsmittel den besten Schutz vor einer ungewünschten Schwangerschaft. Allerdings bieten hormonelle Verhütungsmittel keinen Schutz gegen Geschlechtskrankheiten, wie etwa das Kondom als physische Methode (www.welt.de/gesundheit/article153210967/Das-sind-die-zehn-sichersten-Verhuetungsmittel.html).
Außer bei natürlichen und chirurgischen Methoden haben alle Verhütungsmittel auch einen Einfluss auf die Umwelt, sei es durch Müll bei physischen Verhütungsmitteln, sei es durch die Einleitung von Hormonen und Chemikalien in die Umwelt. Zudem bergen sie teilweise auch Gesundheitsgefahren, bei physischen Mitteln etwa durch Allergien, bei hormonellen Mitteln teilweise durch ungewollte physische und psychische Nebenwirkungen (www.pharmazeutische-zeitung.de/werden-frauen-schlecht-beraten/).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen7
Welche Anzahl an Personen in Deutschland nutzt aktuell nach Kenntnis der Bundesregierung regelmäßig Verhütungsmittel oder Verhütungsmethoden?
Bestehen bei den einzelnen Verhütungsmitteln nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahresverlauf regelmäßig deutliche Absatzunterschiede, wenn ja, bei welchen, und aus welchem Grund?
Welche Aufklärungskampagnen finanziert die Bundesregierung in welcher Höhe, um über die Nutzung, den richtigen Gebrauch und über mögliche Gesundheitsgefahren von Verhütungsmitteln aufzuklären?
a) Welche Anzahl an Personen wurde durch diese Kampagnen erreicht?
b) Welche Bedeutung hat hier der Gesundheitsschutz?
Welche Anzahl an Erkrankungen und Fehltagen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in den Jahren 2017, 2018 und 2019 durch Nebenwirkungen welcher Verhütungsmittel verursacht (außer ungewollte Schwangerschaften)?
Welche Schäden für die Umwelt treten durch die Nutzung der einzelnen Verhütungsmittel auf, und welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um Umweltschäden durch die Nutzung von Verhütungsmitteln zu vermeiden?
Welche Anzahl von Produktrückrufen gab es bei Verhütungsmitteln in den Jahren 2017, 2018 und 2019, welche Produkte waren aus welchen Gründen betroffen?
Welche Anzahl an Verhütungsmitteln wie Kondomen wurde in den Jahren 2017, 2018 und 2019 kostenlos durch die Bundesregierung oder von ihr ganz oder teilweise finanzierten Projekten und Organisationen ausgegeben und welche Kosten sind hierbei entstanden?