Verwaltungs- und Personalkosten, Arbeitsweise und Aktivitätenbandbreite der Geschäftsstelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft
der Abgeordneten Dr. h.c. Thomas Sattelberger, Katja Suding, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Britta Katharina Dassler, Peter Heidt, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Christian Dürr, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Marcel Klinge, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Graf Lambsdorff, Ulrich Lechte, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Dr. Wieland Schinnenburg, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Linda Teuteberg, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert Forschungsprojekte an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen. Dazu stehen ihr jährlich derzeit 3,4 Mrd. Euro zur Verfügung, die sie überwiegend von Bund (69 Prozent) und Ländern (30 Prozent) erhält (https://www.dfg.de/dfg_profil/aufgaben/ was_ist_die_dfg/index.html).
Die im Mai 2019 beschlossene vierte Fortschreibung des erstmalig 2005 beschlossenen Pakts für Forschung und Innovation (PFI) sieht eine jährliche Steigerung der Zuwendungen an die DFG in den Jahren 2021 bis 2030 um jeweils 3 Prozent vor.
In ihrem Antrag „Hochschulfinanzierung nachhaltig stärken – Finanzierung der Deutschen Forschungsgemeinschaft innerhalb des Paktes für Forschung und Innovation neu justieren“ (Bundestagsdrucksache 19/7900) hatte die Fraktion der FDP bereits angeregt, die für die DFG vorgesehenen Mittelsteigerungen hauptsächlich den Hochschulen zur Verfügung zu stellen. Ihre bewährte und verdienstvolle Arbeit hätte die DFG auf dem bis dahin erreichten, sehr hohen Niveau fortsetzen können. Die am 6. Juni 2019 von den Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern beschlossenen Vereinbarungen zum PFI IV sehen jedoch jährlich 3 Prozent Aufwuchs auch für die DFG vor.
Die Verdienste der DFG in der Vergangenheit sind unumstritten. Aus Sicht der Fragesteller ist allerdings die Tendenz unübersehbar, dass sie sich – auch vor dem Hintergrund vielerorts knapper Ländermittel für die Hochschulen – inzwischen zu einer zentralen Einkommensquelle für die Universitäten entwickelt hat. Gleichzeitig ist sie allein aufgrund der von ihr verwalteten finanziellen Mittel eine äußerst machtvolle und einflussreiche Institution.
Nach Beobachtung der Fragesteller werden zudem Berufungsverfahren an Universitäten oft nach dem Kriterium entschieden, wie viele Drittmittel jemand bislang eingeworben hat. Dabei ist nicht jeder gute (junge) Forscher auch ein professioneller Schreiber von Anträgen bzw. nicht in den maßgeblichen Netzwerken der DFG verankert. Dies führt nach Überzeugung der Fragesteller einerseits auf allen Qualifikationsebenen zu einer Mainstream-Forschung, obwohl die Forschung originelle Köpfe dringend braucht, und andererseits zu einem Druck, die Themen zu erforschen, die Drittmittel einbringen.
Darüber hinaus gibt es nach Ansicht der Fragesteller Indizien dafür, dass Lehrstuhlinhaberinnen und Lehrstuhlinhaber an Universitäten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der DFG avisieren, so dass ein Kreislauf entsteht, nach dem die Ordinarien die Gutachterinnen und Gutachter für die von ihnen eingereichten Forschungsvorhaben bekommen, die in ihre eigenen Netzwerke gehören.
Insbesondere vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Mittel ist es für die Fragesteller von Bedeutung, dass die für den Pakt für Forschung und Innovation vorgesehenen Bundesmittel in allererster Linie tatsächlich in Forschung und Innovation fließen.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen68
Welche Aufgaben fallen nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt in den Geschäftsbereich der Präsidentin der DFG?
Wie viele Stellen sind der Präsidentin nach Kenntnis der Bundesregierung unmittelbar zugeordnet (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Wie viele Stellen sind der Präsidentin in ihrer Eigenschaft als Vorstand der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung zusätzlich unmittelbar zugeordnet (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren sowie nach Mitarbeiterzahl aufschlüsseln)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten der DFG in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte aufschlüsseln)?
Welche Aufgaben fallen nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt in den Geschäftsbereich der sieben Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten der DFG?
Wie viele Stellen sind den sieben Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung unmittelbar zugeordnet (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren sowie nach Mitarbeiterzahl aufschlüsseln)?
Welche Aufgaben fallen nach Kenntnis der Bundesregierung in den Geschäftsbereich des Generalsekretariats der DFG?
Wie viele Stellen sind dem Generalsekretariat der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung unmittelbar zugeordnet (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren sowie nach Mitarbeiterzahl aufschlüsseln)?
Wie viele Abteilungen gehören nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt zur Vorstandsebene der DFG?
a) Wofür sind diese Abteilungen jeweils zuständig?
b) Wie viele Stellen sind diesen Abteilungen jeweils zugeordnet (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
c) Wie sind diese Stellen jeweils eingeordnet (bitte aufschlüsseln)?
d) Wie hoch sind jeweils die Personalkosten in diesen Abteilungen?
e) Wie hat sich die Anzahl der Abteilungen auf der Vorstandsebene der DFG in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren sowie nach Mitarbeiterzahl aufschlüsseln)?
Wie viel Personal arbeitet nach Kenntnis der Bundesregierung jeweils im Geschäftsbereich der Vorstandsebene der DFG (bitte sowohl nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch nach Vollzeitäquivalenten aufschlüsseln)?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Führungspositionen in der DFG in den letzten zehn Jahren entwickelt? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind diesen Führungspersonen jeweils zugeordnet (bitte nach Jahren und Personenzahlen aufschlüsseln)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der generelle Personalaufbau der DFG in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren, ggf. auch mithilfe von Organigrammen, aufschlüsseln)?
Wie viel Personal arbeitet nach Kenntnis der Bundesregierung im Berliner Büro der DFG?
a) Welche Aufgaben werden hier übernommen?
b) Welche Kosten verursacht dieses Personal?
c) Wie haben sich die Personalkosten für diese Stellen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nach Vollzeitäquivalenten sowie nach Jahren aufschlüsseln)?
Wie viel Personal arbeitet nach Kenntnis der Bundesregierung im Bereich Personalverwaltung der DFG (bitte die Entwicklung der letzten zehn Jahre darstellen)? Welche Aufgaben werden von der Personalverwaltung der DFG wahrgenommen?
Wie viel Personal arbeitet nach Kenntnis der Bundesregierung im Bereich Personalentwicklung der DFG (bitte die Entwicklung der letzten zehn Jahre darstellen)? Welche Aufgaben werden von der Personalentwicklung der DFG wahrgenommen?
Wie viele Abteilungen hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Geschäftsstelle der DFG insgesamt (bitte die Entwicklung der letzten zehn Jahre darstellen)? Welche Aufgaben werden hier im Einzelnen übernommen?
Wie viele Referate hat nach Kenntnis der Bundesregierung die Geschäftsstelle der DFG insgesamt (bitte die Entwicklung der letzten zehn Jahre darstellen)? Welche Aufgaben werden hier im Einzelnen übernommen?
Wie hat sich der Titel 400: „Personalausgaben“ im Verwaltungshaushalt der DFG (vgl. Jahresbericht der DFG 2018, S. 254) in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Wie hat sich der Titel 410: „Sonstige Personalausgaben“ im Verwaltungshaushalt der DFG (vgl. Jahresbericht der DFG 2018, S. 254) in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Inwieweit hat sich die Neuorganisation der Geschäftsstelle durch die ehemalige Generalsekretärin (vgl. Jahresbericht 2018 der DFG, S. 17, https://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/geschaeftsstelle/publikationen/dfg_jb2018.pdf) nach Kenntnis der Bundesregierung auf die Anzahl der Stellen in der Geschäftsstelle ausgewirkt (bitte in Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie in Vollzeitäquivalenten vor und nach der Neuorganisation darstellen)?
In welchem Verhältnis zur Höhe der zu vergebenden Forschungsgelder haben sich die Personalkosten der Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte einzeln nach Jahren, Höhe des Budgets der DFG insgesamt, Höhe der zu vergebenden Forschungsgelder, Zahl der Projekte, Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Personalkosten aufschlüsseln)?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Gesamtzahl der vollzeitäquivalenten Stellen der Geschäftsstelle der DFG in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Zulagen auf Personalgehälter?
a) Wenn ja, wofür?
b) Wenn ja, auf welchen Hierarchieebenen?
c) Wenn ja, in welcher Höhe jeweils?
d) Wenn ja, wie hat sich die Höhe der Zulagen auf die Personalgehälter insgesamt in den letzten zehn Jahren entwickelt?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in der Geschäftsstelle der DFG variable Vergütungssysteme?
a) Wenn ja, wie sind diese ausgestaltet?
b) Wenn ja, welche Kriterien enthalten sie, und welche Relevanz wird diesen Kriterien jeweils beigemessen?
c) Wenn ja, auf welchen Hierarchieebenen gibt es diese Vergütungssysteme jeweils? Wie wird dies begründet?
d) Gibt es für die Präsidentin und die Vizepräsidenten variable Vergütungssysteme? Wenn ja, wie ist deren Struktur?
Wie viele befristete Arbeitsverträge gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in der Geschäftsstelle der DFG (bitte die letzten zehn Jahre auflisten)?
Wie viele unbefristete Arbeitsverträge gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in der Geschäftsstelle der DFG (bitte die letzten zehn Jahre auflisten)?
Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung, bezogen auf Vollzeitäquivalente, das Verhältnis zwischen unbefristeten und befristeten Arbeitsverträgen in der Geschäftsstelle der DFG (bitte jeweils die letzten zehn Jahre auflisten)?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für Aus- und Fortbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle der DFG (bitte jeweils die letzten zehn Jahre auflisten)?
a) Wie hoch waren die Kosten für interne Schulungen?
b) Wie hoch waren die Kosten für externe Schulungen?
c) Für welche Hierarchieebenen wurden diese Schulungen angeboten?
d) Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter welcher Hierarchieebenen haben diese Schulungen in Anspruch genommen?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Personalaufwendungen in der Geschäftsstelle der DFG für Arbeitskräfte, die nicht zu den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören, z. B. Beraterinnen und Berater oder Leiharbeitskräfte (bitte die letzten zehn Jahre aufschlüsseln)?
Welche Bedeutung haben aus Sicht der Bundesregierung die vielfältigen Auslandsvertretungen der DFG, nachdem die Förderpolitik ja eine nationale ist?
a) Welche Kriterien werden für den Erfolg der Arbeit von Auslandsvertretungen zugrunde gelegt?
b) Welche Form der Evaluierung gab es bisher?
c) Wurden auf Grundlage von Evaluierungen ggf. Veränderungen vorgenommen? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für die Auslandsvertretungen? Wie hat sich die Zahl der Mitarbeiter in den Auslandsvertretungen entwickelt (bitte jeweils gesamt und nach Auslandsvertretungen für die letzten zehn Jahre aufschlüsseln)?
Wie viel an echten Forschungsausgaben (absolut und in Prozent der Gesamtsumme) bleiben nach Kenntnis der Bundesregierung vom DFG-Budget inklusive Exzellenzinitiative übrig, wenn die individuellen Projektoverheads und der Overhead der Geschäftsstelle abgezogen werden (bitte für die letzten zehn Jahre absolut und in Prozent aufschlüsseln)?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten für externe Gutachterinnen und Gutachter im Rahmen der Fördermittelvergabe der DFG (bitte die letzten zehn Jahre aufschlüsseln und jeweils der Summe der zu vergebenden Fördermittel gegenüberstellen)?
a) Woraus bestehen diese Kosten?
b) Wie hat sich die Zahl der Gutachterinnen und Gutachter über die genannten zehn Jahre entwickelt (bitte aufschlüsseln)?
c) Wie viele Gutachterinnen und Gutachter sind in den vergangenen zehn Jahren ausgeschieden (bitte nach einzelnen Jahren aufschlüsseln und in Prozent der Gesamtzahl der Gutachter des jeweiligen Jahres sowie für den Gesamtzeitraum angeben)?
d) Wie viele Gutachterinnen und Gutachter sind in den vergangenen zehn Jahren neu dazugekommen (bitte nach einzelnen Jahren aufschlüsseln und in Prozent der Gesamtzahl der Gutachter des jeweiligen Jahres sowie für den Gesamtzeitraum angeben)?
e) Wie hat sich die Anzahl der Gutachterinnen und Gutachter je Förderantrag in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte aufschlüsseln)?
f) Wie hat sich das Verhältnis zwischen der Anzahl der externen Gutachterinnen und Gutachter einerseits und die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DFG-Geschäftsstelle in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte aufschlüsseln)?
Wie schätzt die Bundesregierung das derzeit in der DFG angewandte Verfahren zur Auswahl der Gutachterinnen und Gutachter ein (bitte begründen)?
Welche Haltung hat die Bundesregierung gegenüber einem möglichen Random-Verfahren bei der Auswahl der Gutachterinnen und Gutachter?
a) Welche sind aus Sicht der Bundesregierung die Gründe dafür, dass, nach Kenntnis der Fragesteller, das Random-Verfahren nicht genutzt wird?
b) Wird die Bundesregierung Schritte einleiten, damit die DFG die Nutzung des Random-Verfahrens prüft? Wenn nein, warum nicht?
c) Welche Länder mit hoher Forschungsintensität nutzen nach Kenntnis der Bundesregierung das Random-Verfahren in vergleichbaren Auswahlprozessen?
Ist der Bundesregierung bekannt, warum sich die DFG – nach Kenntnis der Fragesteller – weigert, im Begutachtungsprozess Verfahren zuzulassen, die weniger anfällig für Manipulationen sind, darunter „double-blind peer review“, „open peer review“ oder Gutachterpools mit Losverfahren?
Wenn ja, wie beurteilt sie diesen Sachverhalt?
Wenn nein, beabsichtigt die Bundesregierung, mit der DFG hierüber ins Gespräch zu kommen?
Teilt die Bundesregierung die Ansicht der Fragesteller, dass es dahingehende Indizien dafür gibt, dass Lehrstuhlinhaberinnen und Lehrstuhlinhaber an Universitäten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Tätigkeiten bei der DFG avisieren, so dass ein Kreislauf entsteht, in dem die Ordinarien mit höherer Wahrscheinlichkeit die Gutachterinnen und Gutachter für die von ihnen eingereichten Forschungsvorhaben bekommen, die in ihre eigenen Netzwerke gehören?
Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Wenn nein, warum nicht?
Ist der Bundesregierung das nach Überzeugung der Fragesteller in der Praxis häufig praktizierte Verfahren bekannt, nach dem Gutachter-Genealogien aufgestellt werden, um jeweils passende Förderanträge zu formulieren?
Wenn ja, welche Haltung vertritt die Bundesregierung dieser Praxis gegenüber?
Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Förderprogramme der DFG im Rahmen ihrer Forschungsförderung hinsichtlich ihrer Anzahl sowie ihrer Ausgestaltung entwickelt (bitte die letzten zehn Jahre auflisten)?
Ist der Bundesregierung bekannt, dass große nationale Stiftungen in bestimmten Förderlinien bis zu 90 Prozent nach Doppel-Blind-Verfahren vergeben und 10 Prozent durch Zufallsverfahren?
Wenn ja, wie beurteilt die Bundesregierung die zumindest probeweise Übertragung solcher Verfahren auf die der DFG?
Ist die Bundesregierung mit den Fragestellern einer Meinung, dass die partielle oder vollständige Nutzung von Zufallsentscheidungen auch unerwünschte Seiteneffekte von Netzwerk- bzw. Seilschaftsstrukturen in der Wissenschaft verringert bzw. ausschließt?
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Ausschreibungen der DFG im Rahmen ihrer Forschungsförderung entwickelt (bitte die letzten zehn Jahre auflisten)?
a) An wen richteten sich diese Ausschreibungen?
b) Inwiefern hat sich die fachliche Ausrichtung dieser Ausschreibung in den letzten zehn Jahren entwickelt?
Verfügt die Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung über einen Fuhrpark?
a) Wenn ja, wie setzt sich dieser im Einzelnen zusammen?
b) Wenn ja, wer kann diesen Fuhrpark nutzen?
c) Wenn ja, welche jährlichen Kosten verursacht er, und aus welchem Titel werden diese gedeckt?
Wie viele Veranstaltungen richtet die Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung pro Jahr aus (bitte für die letzten zehn Jahre einzeln auflisten)?
a) Welche Themen haben diese Veranstaltungen?
b) Welche Kosten verursachen diese Veranstaltungen?
c) Wie setzt sich der Kreis der Eingeladenen zusammen?
d) Wie viele Gäste haben die Veranstaltungen durchschnittlich?
e) Welche Kosten verursachen Vortragende? Wie hoch sind die Honorare der Redner, die gegen Honorar vorgetragen haben, im Durchschnitt sowie in der Spitze?
Wie viele Reisen führt die Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung pro Jahr durch?
a) Welche inhaltlichen Themen hatten diese Reisen?
b) An welche Orte gingen diese Reisen?
c) Welche Kosten verursachten diese Reisen?
d) Wie setzt sich der Teilnehmerkreis dieser Reisen zusammen?
e) Welche (Leitungs-)Ebenen der Geschäftsstelle der DFG haben an diesen Reisen teilgenommen?
f) Haben auch Partnerinnen und Partner sowie Angehörige der Teilnehmer aus der Geschäftsstelle der DFG an diesen Reisen teilgenommen? Wenn ja, an welchen Reisen? Welche Kosten haben sie dabei verursacht?
g) Wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten diese Reisen durchschnittlich?
Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Kosten der GAIN-Konferenzen (GAIN = German Academic International Network) in den USA, an deren Gestaltung die DFG beteiligt ist (bitte die letzten zehn Jahre auflisten)?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der aus Deutschland kommenden Vertreter der Wissenschaftsorganisationen an der Gesamtzahl der Teilnehmer? Wie viele Teilnehmer der DFG-Geschäftsstelle nahmen nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren an der GAIN-Konferenz teil (bitte differenziert nach Jahren auflisten)?
Wann hat nach Kenntnis der Bundesregierung die letzte Evaluierung der GAIN-Konferenzen stattgefunden? Zu welchem Ergebnis kam sie? Welche Maßnahmen wurden eingeleitet? Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Zahlen über die Zahl der durch GAIN beeinflussten deutschen akademischen Rückkehrer, wenn ja, wie viel Prozent davon waren schon im Fördernetzwerk des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der DFG und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)?
Wird nach Kenntnis der Bundesregierung eine Ausweitung der GAIN-Konferenz über die USA hinaus geprüft, wenn ja, mit welchem Ergebnis, wenn nein, warum nicht?
Welchen Governance-Gremien der DFG gehören nach Kenntnis der Bundesregierung Mitglieder des Deutschen Bundestages an?
Welche Einladungen spricht die Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bunderegierung gegenüber den Mitgliedern des Deutschen Bundestages aus (zu Veranstaltungen, zu Reisen u. Ä.)?
Hat die DFG nach Kenntnis der Bundesregierung Vorkehrungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten getroffen, die nach Auffassung der Fragesteller etwa bestehen, wenn die eingeladenen Mitglieder des Deutschen Bundestages gleichzeitig Mitglieder in den Kontrollgremien der DFG sind?
In welcher Höhe hat die Geschäftsstelle der DFG nach Kenntnis der Bundesregierung Mittel für Repräsentationszwecke, wie zum Beispiel für Empfänge, Messebesuche u. Ä., verwendet (bitte für die letzten zehn Jahre einzeln auflisten)? Aus welchem Titel werden diese Kosten finanziert?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bei der DFG einen Code of Conduct im Hinblick auf die Verwendung von Geldern für Reisen, Repräsentationsaufgaben u. Ä.?
Wenn ja, wie ist er ausgestaltet?
Wenn nein, warum nicht?
Für wie unabhängig und divers hält die Bundesregierung die Governance-Strukturen der DFG (bitte begründen)?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bei der DFG Vorkehrungen dafür, einen überproportionalen Anteil der Verwaltungskosten am jährlichen 3-prozentigen Aufwuchs im Rahmen des PFI zu vermeiden?
Wenn ja, wie sehen diese aus?
Wenn nein, warum nicht?
Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Fragesteller, dass sich die DFG – auch angesichts vielerorts knapper Ländermittel für die Hochschulen – zu einer zentralen Einkommensquelle für die Universitäten weiterentwickelt hat?
Wenn ja, inwiefern?
Wenn nein, warum nicht (bitte begründen)?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass die DFG allein aufgrund der von ihr verwalteten öffentlichen finanziellen Mittel eine äußerst machtvolle und einflussreiche Institution ist?
Wenn ja, inwiefern?
Wenn nein, warum nicht (bitte begründen)?
Wie beurteilt die Bundesregierung das nach Auffassung der Fragesteller Quasi-Monopol der DFG bei der Verteilung öffentlicher Forschungsgelder? Wie wird hier aus Sicht der Bundesregierung Check und Balance sichergestellt?
Teilt die Bundesregierung die Beobachtung der Fragesteller, nach der Berufungsverfahren an Universitäten oft nach dem Kriterium entschieden werden, wie viele Drittmittel jemand bislang eingeworben hat (bitte die eigene Einschätzung begründen)?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass nicht jeder gute (junge) Forscher auch ein professioneller Schreiber von Anträgen bzw. nicht in den maßgeblichen Netzwerken der DFG verankert ist?
Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Wenn nein, warum nicht?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass die in den Fragen 59 und 60 thematisierten Umstände auf allen Qualifikationsebenen zu einer Mainstream-Forschung führen können?
Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Wenn nein, warum nicht?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass die in den Fragen 59 und 60 thematisierten Umstände zu einem Druck auf die Forscherinnen und Forscher führen, diejenigen Themen zu beforschen, die eine hohe Summe an Drittmitteln einbringen?
Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Wenn nein, warum nicht?
Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass die in den Fragen 61 und 62 thematisierten Forschungsprojekte, die dem Mainstream entsprechen und/oder eine hohe Summe an Drittmitteln einbringen, nicht zwangsläufig die innovationsträchtigsten Forschungsprojekte sind?
Wenn ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Wenn nein, warum nicht?
Welchen Anteil an Verwaltungskosten aus den Mitteln des PFI bei der Geschäftsstelle der DFG hält die Bundesregierung für angemessen und akzeptabel (bitte begründen)?
Wird nach Kenntnis der Bundesregierung die Entwicklung der Geschäftsstelle der DFG regelmäßig einer Analyse auf Effizienz und Effektivität unterzogen?
Wenn ja, durch wen?
Wenn ja, in welchen zeitlichen Abständen, und wann zuletzt?
Wenn nein, warum nicht?
Wo verläuft nach Kenntnis der Bundesregierung bei der DFG die Grenzbestimmung zu Transfer bzw. anwendungsorientierter Forschung? Gibt es dafür definierte Kriterien?
Wenn ja, wie sehen diese aus?
Wenn nein, warum gibt es diese nicht?
Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bei der DFG Planungen, den Anteil der Forschungsförderung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften bzw. Fachhochschulen deutlich zu erhöhen?
Wenn ja, wie sehen diese konkret aus?
Wenn nein, warum gibt es sie nicht?
Hat die DFG nach Kenntnis der Bundesregierung bezugnehmend auf die Antwort des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/12543 Überlegungen zur Weiterentwicklung der Projektakademien angestellt?
Wenn ja, wie sehen diese aus?
Bis wann ist mit einer Umsetzung zu rechnen?
Wenn nein, warum hat die DFG nach Kenntnis der Bundesregierung diese Themen nicht weiterverfolgt?