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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Daten zu Todesfällen und Übersterblichkeit in Deutschland

(insgesamt 10 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Datum

29.05.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1932919.05.2020

Daten zu Todesfällen und Übersterblichkeit in Deutschland

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Christian Dürr, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Peter Heidt, Torsten Herbst, Manuel Höferlin, Dr. Christoph Hoffmann, Ulla Ihnen, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Oliver Luksic, Dr. Jürgen Martens, Dr. Christoph Hoffmann, Roman Müller-Böhm, Bernd Reuther, Frank Schäffler, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Benjamin Strasser, Katja Suding, Dr. Florian Toncar, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Während der COVID-19-Krise informiert das Robert Koch-Institut die Öffentlichkeit regelmäßig über Sterbefälle, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion stehen (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html). Allerdings gibt es auch Stimmen wie den Rechtsmediziner Dr. Klaus Püschel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die bezweifeln, dass alle Toten mit einer COVID-19-Infektion auch an dieser verstorben sind. Alle von ihm obduzierten Toten hätten unter mindestens einer Vorerkrankung gelitten, das Durchschnittsalter läge bei mehr als 80 Jahren (https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Rechtsmediziner-Pueschel-Angst-ist-ueberfluessig,pueschel306.html).

Unter Auswertung der Daten von EuroMOMO, einer europäischen Datenbank, die Daten zu Todesursachen von 24 Ländern zusammenführt, wurde zuletzt in der Presse von einer Übersterblichkeit in vielen europäischen Ländern berichtet, es sind also in Europa in den letzten Wochen mehr Menschen gestorben, als im gleichen Zeitraum der Vorjahre (https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-uebersterblichkeit-101.html).

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen10

1

In welchem Umfang werden welche Daten zu Todesfällen und Todesursachen in Deutschland von welchen Stellen erhoben?

2

Auf welcher Datengrundlage werden die Daten zu Todesfällen und Todesursachen in Deutschland erhoben?

3

Werden Daten über die Zahl der Beerdigungen etwa bei den Friedhofsverwaltungen erhoben, und wenn nein, warum nicht?

4

Trifft es zu, dass nur die Bundesländer Berlin und Hessen Zahlen zu Todesfällen an EuroMOMO melden, und wenn ja, warum werden keine bundesweiten Zahlen geliefert?

5

Plant die Bundesregierung, in Zukunft Daten zu Todesfällen und Todesursachen für ganz Deutschland an EuroMOMO zu liefern?

Wenn ja, wann, und in welchem Umfang?

Wenn nein, warum nicht?

6

Welche Verpflichtungen bestehen für Deutschland, Daten zu Todesfällen an welche europäischen und internationalen Organisationen zu melden, und wie kommt Deutschland diesen Verpflichtungen nach?

7

Wie stellt Deutschland Daten zu Todesfällen für die Forschung und öffentlich bereit, ist etwa der Zugriff via Opendata-Schnittstelle möglich?

8

Auf welcher Datengrundlage beruhen die COVID-19-Todesstatistiken?

9

In welchen Regionen Deutschlands gibt es seit Februar 2020 eine Übersterblichkeit in welcher Höhe im Vergleich zu den Vorjahren, und welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus diesen Daten?

10

Sollte es eine Übersterblichkeit geben, die nicht vollständig durch die Todesdaten in der offiziellen RKI-Statistik zu COVID-19-Todesfällen erklärbar ist, womit begründet die Bundesregierung diese Übersterblichkeit, und was für Schlüsse zieht sie daraus?

Berlin, den 14. Mai 2020

Christian Lindner und Fraktion

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