BundestagKleine Anfragen
Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Alkoholkonsum während der Corona-Pandemie

(insgesamt 15 Einzelfragen mit zahlreichen Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Gesundheit

Datum

15.06.2020

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/1969329.05.2020

Alkoholkonsum während der Corona-Pandemie

der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Nicole Bauer, Jens Beeck, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Britta Katharina Dassler, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Markus Herbrand, Torsten Herbst, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Till Mansmann, Alexander Müller, Dr. Martin Neumann, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Dr. Florian Toncar, Dr. Andrew Ullmann, Gerald Ullrich, Sandra Weeser und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GKF) wurden seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland 34 Prozent mehr Wein und 31 Prozent mehr Spirituosen verkauft (https://www.tagesspiegel.de/berlin/absatz-von-alkoholgetraenken-steigt-blaue-stunde-imhomeoffice/25760344.html). Unklar ist, ob es sich hierbei um die Verlagerung des Alkoholkonsums nach Hause handelt, weil seit Mitte März 2020 deutschlandweit Bars und Restaurants geschlossen wurden und hier somit kein Alkohol mehr konsumiert werden konnte.

Suchtexperten gehen davon aus, dass es unter der COVID-19-Pandemie zu einem Anstieg schädlichen Alkoholkonsums kommen kann (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/the_shift/andreas-jaehne-suchtexperteich-wuerde-jedem-raten-alkohol-komplett-sein-zu-lassen/25751402.html). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Alkoholkonsum während der COVID-19-Pandemie weitestgehend einzuschränken (http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0010/437608/Alcohol-and-COVID-19-what-you-need-to-know.pdf).

Durch die Besteuerung alkoholischer Getränke durch unterschiedliche Alkoholsteuern müsste nach Auffassung der Fragesteller die Bundesregierung einen guten Überblick über den Alkoholkonsum in Deutschland haben. Damit kann sie maßgeblich zur Aufklärung des Alkoholkonsums während der COVID-19-Krise beitragen.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen45

1

Welche Menge an Alkohol wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland pro Kopf und insgesamt jeweils in den Monaten von Januar bis Mai 2020 pro Monat konsumiert?

1

a) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Bier?

1

b) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Wein?

1

c) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Schaumwein?

1

d) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Spirituosen?

1

e) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Zwischenerzeugnisse?

1

f) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Alkopops?

2

Welche Menge an Alkohol wurde nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland pro Kopf und insgesamt jeweils in den Monaten Januar bis Mai der Jahre 2017, 2018 und 2019 konsumiert?

2

a) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Bier?

2

b) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Schaumwein?

2

c) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Spirituosen?

2

d) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Zwischenerzeugnisse?

2

e) Welche Menge hiervon entfällt jeweils auf Alkopops?

3

In welcher Höhe hat die Bundesregierung Steuern durch alkoholische Getränke jeweils in den einzelnen Monaten von Januar bis Mai 2020 eingenommen?

3

a) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Bier?

3

b) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Schaumwein?

3

c) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Spirituosen?

3

d) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Zwischenerzeugnisse?

3

e) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Alkopops?

4

In welcher Höhe hat die Bundesregierung Steuern durch alkoholische Getränke jeweils in den einzelnen Monaten von Januar bis Mai in den Jahren 2017, 2018 und 2019 eingenommen?

4

a) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Bier?

4

b) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Wein?

4

c) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Schaumwein?

4

d) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Spirituosen?

4

e) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Zwischenerzeugnisse?

4

f) Welche Beträge hiervon entfallen jeweils auf Alkopops?

5

Welche Unterschiede bei der Menge des konsumierten Alkohols gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen Männern und Frauen in dem oben genannten Zeitfenster, und wie haben sich diese seit 2017 entwickelt?

6

Wie viele qualifizierte Alkoholentzüge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland in den Monaten Januar bis Mai 2020 begonnen und durchgeführt?

7

Wie viele qualifizierte Alkoholentzüge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland in den Monaten Januar bis Mai jeweils in den Jahren 2017, 2018 und 2019 begonnen und durchgeführt?

8

Wie viele Menschen befanden sich in den Monaten Januar bis Mai 2020 jeweils in einer Entwöhnungstherapie (bitte nach Bundesländer auflisten)?

8

a) Wie viele Menschen befanden sich in stationärer Suchtrehabilitation?

8

b) Wie viele Menschen befanden sich in teilstationärer Suchtrehabilitation?

8

c) Wie viele Menschen befanden sich in ambulanter Suchtrehabilitation?

9

Wie viele Menschen befanden sich in den Monaten Januar bis Mai in den Jahren 2017, 2018 und 2019 jeweils in einer Entwöhnungstherapie (bitte nach Bundesländer auflisten)?

9

a) Wie viele Menschen befanden sich in stationärer Suchtrehabilitation?

9

b) Wie viele Menschen befanden sich in teilstationärer Suchtrehabilitation?

9

c) Wie viele Menschen befanden sich in ambulanter Suchtrehabilitation?

10

Wie viele Suchthilfeeinrichtungen (Beratungsstellen, Rehakliniken) mussten nach Kenntnis der Bundesregierung aufgrund der COVID-19-Pandemie ihre Versorgung einstellen bzw. reduzieren?

10

a) Welche Bundesländer sind in welchem Umfang betroffen?

10

b) Was tut die Bundesregierung, um hier die Versorgung zu sichern?

11

Wie stellt die Bundesregierung die Versorgung von Suchtkranken zu Corona-Zeiten sicher?

12

Welche präventiven Maßnahmen trifft die Bundesregierung, um einer Zunahme von Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit während der COVID-19-Pandemie entgegenzuwirken?

13

Welche Programme zur Verringerung des Alkoholkonsums und zur Prävention von Krankheiten, die in Verbindung mit dem Alkoholkonsum stehen, werden von der Bundesregierung und den gesetzlichen Versicherungen in welchem Umfang unterstützt?

14

Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung, um Kinder suchtkranker Eltern während der COVID-19-Pandemie zu schützen?

15

Hatte die COVID-19-Pandemie Einfluss auf die Im- bzw. Exporte von alkoholischen Getränken, wenn ja, in welchem Umfang, und aus welchen Gründen?

Berlin, den 28. Mai 2020

Christian Lindner und Fraktion

Ähnliche Kleine Anfragen