[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Protschka, Berengar Elsner
von Gronow, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 19/20492 –
Ernährungspolitischer Bericht und Ernährungsreport 2020
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Am 20. Mai 2020 wurde der zweite ernährungspolitische Bericht „Gesunde
Ernährung, sichere Produkte – Bericht der Bundesregierung zur
Ernährungspolitik, Lebensmittel- und Produktsicherheit“ von der Bundesministerin für
Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner im Rahmen des
Bundeskabinetts vorgestellt und anschließend veröffentlicht (
https://www.bmel.de/DE/the
men/ernaehrung/ernaehrungspolit-bericht2020.html). Der zweite
ernährungspolitische Bericht der Bundesregierung dokumentiert für den Zeitraum von
2016 bis 2020 Grundlagen, Ziele und Methodik der Politik der
Bundesregierung im Bereich der Ernährung und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes
(vgl.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ernaehrungspolitische
r-bericht-1754182). Im selben Monat wurden die Ernährungsgewohnheiten in
Deutschland mit dem Ernährungsreport 2020 des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der als eine Art Verbraucherbarometer
wichtige Impulse für die politische Arbeit aufzeigen soll, veröffentlicht (vgl.
https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2020.html,
https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungspolit-bericht202
0.html). Grundlage dieses Reports ist eine repräsentative Befragung des
Meinungsforschungsinstituts forsa unter rund 1.000 Bürgern (vgl.
https://www.bm
el.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport2020.html).
1. Wie hoch waren die Ausgaben für den zweiten ernährungspolitischen
Bericht (vgl.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ernaehru
ngspolitischer-bericht-1754182)?
Die Ausgaben für den Ernährungspolitischen Bericht der Bundesregierung
2020 betrugen für die vom Bundesministerium für Ernährung und
Landwirtschaft (BMEL) beauftragte Agentur 5.442,23 Euro (einschließlich gesetzlicher
Umsatzsteuer).
Deutscher Bundestag Drucksache 19/20959
19. Wahlperiode 10.07.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
vom 9. Juli 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Wie hoch waren die Ausgaben für die Werbemaßnahmen für den zweiten
ernährungspolitischen Bericht auf den sozialen Medien?
Es sind keine Kosten für Werbemaßnahmen für den Ernährungspolitischen
Bericht der Bundesregierung 2020 auf den sozialen Medien entstanden.
3. Aus welchen Haushaltstiteln stammten die in den Fragen 1 und 2
erfragten jeweiligen Ausgaben?
Der in der Antwort zu Frage 1 für den Ernährungspolitischen Bericht der
Bundesregierung 2020 aufgeführte Betrag wurde aus dem Bundeshaushalt
Kapitel 1011 Titel 543 01 (Fachinformation) bezahlt.
4. Wie beurteilt die Bundesregierung die Ergebnisse des
Forschungsvorhabens „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“ der
Universität Paderborn (vgl.
https://www.uni-paderborn.de/nachricht/90
581/), und welche Schlussfolgerung zieht die Bundesregierung für ihr
eigenes Handeln hieraus?
Wann wird das BMEL diese Ergebnisse der Universität Paderborn mit
den Bundesländern diskutieren, und welches genaue Ziel wird die
Bundesregierung hierbei anstreben (vgl.
https://www.bmel.de/SharedDoc
s/Downloads/DE/Broschueren/gesunde-ernaherung-sichere-produkte-ber
icht.pdf?__blob=publicationFile&v=6, S. 38, Ernährungsbildung für
Kinder)?
Die vom BMEL beauftragte Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in
Kitas und Schulen“ der Universität Paderborn (
www.bmel.de/DE/themen/ernae
hrung/gesunde-ernaehrung/kita-und-schule/studie-ernaehrungsbildung.html)
zeigt, dass alle Bundesländer die Themen Essen und Ernährung in ihren Lehr-
und Bildungsplänen verankert haben. Die Fachkräfte in Kitas und Schulen
werden auf diese Aufgabe jedoch zumeist unzureichend vorbereitet. Das BMEL
möchte dies gemeinsam mit den Bundesländern verbessern und
Ernährungsbildung verstärkt in Ausbildung, Studium und Fortbildungen integrieren. Ein
Ansatz ist bereits die Förderung des Projektes „Stärkung des Themenfelds
Ernährung in der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung“ im Rahmen des Nationalen
Aktionsplans zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel,
Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten (IN FORM).
Bezugnehmend auf die Ergebnisse der Studie hatte die Bundesministerin Julia
Klöckner die wichtigsten Akteure zu einem Runden Tisch zum Thema
„Ernährungsbildung in Schulen“ eingeladen, der am 26. März 2020 im BMEL
stattfinden sollte. Der Termin musste vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie
verschoben werden. Ein neuer Termin ist noch festzulegen. Dabei soll das von
der Bundesministerin Julia Klöckner angekündigte Konzept zur Stärkung der
Ernährungsbildung in Schulen vorgestellt werden. Darüber hinaus wird ein
Informationsaustausch angestrebt, um gemeinsam über Möglichkeiten der
Stärkung der Ernährungsbildung zu sprechen und Herausforderungen und
Handlungsfelder herauszuarbeiten. Allen relevanten Akteuren soll eine
Positionierung ermöglicht werden.
5. Welche neuen Erkenntnisse konnte die Bundesregierung aus dem
Runden Tisch zum Thema „Ernährung und Demenz“ (vgl.
https://www.zd
f.de/nachrichten/heute/ernaehrung-und-demenz-ministerin-kloeckner-lae
sst-forschen-100.html) erzielen, und wurden der Bundesregierung zu
diesem Thema bereits konkrete Handlungsempfehlungen vorgelegt?
Wenn ja, welche (vgl.
https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/
Broschueren/gesunde-ernaherung-sichere-produkte-bericht.pdf?__blob=
publicationFile&v=6, S. 39, Ernährungsinitiative für Seniorinnen und
Senioren)?
Die Erkenntnisse aus dem Runden Tisch „Ernährung und Demenz“, zu dem die
Bundesministerin Julia Klöckner Wissenschaftler sowie Vertreter von
Fachgesellschaften am 5. November 2019 geladen hatte, sind in die Nationale
Demenzstrategie der Bundesregierung eingeflossen. Für die Prävention von
Demenz spielt die Ernährung womöglich eine wichtige Rolle. Es existieren
Hinweise, dass bestimmte Ernährungsformen das Risiko einer
Demenzerkrankung verringern können. Um vertiefte Aussagen zum Zusammenspiel zwischen
Ernährung und Demenz treffen zu können, plant die Bundesregierung, die
vorläufige Evidenzlage durch weitere Studien zu stützen.
6. Mit welchen Parametern wurde nach Kenntnis der Bundesregierung
gemessen, dass die Kampagne „Zu gut für die Tonne!“ zu den
erfolgreichsten Kampagnen der Bundesregierung zählt (vgl.
https://www.bmel.de/Sh
aredDocs/Downloads/DE/Broschueren/gesunde-ernaherung-sichere-prod
ukte-bericht.pdf?__blob=publicationFile&v=6, S. 49, Zu gut für die
Tonne!)?
Seit 2012 informiert und sensibilisiert „Zu gut für die Tonne!“
Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Ziel, dass Lebensmitteln mehr Wertschätzung
entgegengebracht wird. Bereits nach einem halben Jahr Laufzeit kannte laut
einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jeder zweite
Deutsche (51 Prozent) die Kampagne. Im November 2012 wurde „Zu gut für die
Tonne!“ mit dem Politikaward als beste Kampagne öffentlicher Institutionen
ausgezeichnet. Seitdem werden jährlich Verbraucherumfragen durch die GfK
durchgeführt. Die Bekanntheit von Zu gut für die Tonne! beträgt auch 2019
knapp 45 Prozent.
„Zu gut für die Tonne!“ leistet seit 2012 kontinuierlich Aufklärungsarbeit,
produziert und verteilt eine Vielzahl verschiedener Informationsmaterialien und
entwickelte sich von einer reinen Kampagne zu einem wichtigen Baustein der
Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.
Von August 2018 bis September 2019 erschienen insgesamt 7.357
themenbezogene Beiträge in Print- und Online-Medien sowie TV und Hörfunk. Dabei
zeigte sich ein deutlicher Zuwachs der Gesamtreichweite von 206,8 Millionen
(zweites Halbjahr 2018) auf 604 Millionen Menschen (erstes Halbjahr 2019).
7. Wie hoch waren die Ausgaben für den Ernährungsreport 2020 (vgl.
https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport202
0.html)?
8. Wie hoch waren die Ausgaben für die Werbemaßnahmen für den
Ernährungsreport 2020 auf den sozialen Medien?
Die Fragen 7 und 8 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Kosten für die Umfragen des Meinungsforschungsinstitut Forsa beliefen
sich auf 46.886 Euro einschließlich gesetzlicher Umsatzsteuer. Die
Agenturkosten betrugen 39.421,13 Euro einschließlich gesetzlicher Umsatzsteuer. In
den Agenturkosten sind sämtliche Kosten für die Aufbereitung der Grafiken
auch für Social Media und die Webseite (4.605,30 Euro einschließlich
gesetzlicher Umsatzsteuer) enthalten.
9. Aus welchen Haushaltstiteln stammten die in den Fragen 7 und 8
erfragten jeweiligen Ausgaben?
Der Ernährungsreport 2020 wurde aus dem Bundeshaushalt Kapitel 1012 Titel
542 01 (Öffentlichkeitsarbeit) finanziert.
10. Wie bewertet die Bundesregierung das Ergebnis des Ernährungsreports
2020, dass 91 Prozent der Befragten Lebensmittel nach Ablauf des
Mindesthaltbarkeitsdatums auf Genießbarkeit überprüfen, und welche
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handel
daraus (vgl.
https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschuere
n/ernaehrungsreport-2020.pdf?__blob=publicationFile&v=16)?
Die Bundesregierung bewertet die Ergebnisse des Ernährungsreports 2020 in
Bezug auf das Mindesthaltbarkeitsdatum grundsätzlich positiv. Die Tatsache,
dass 91 Prozent der Befragten Lebensmittel nach Ablauf des
Mindesthaltbarkeitsdatums hinsichtlich ihrer Genießbarkeit prüfen, zeigt, dass das
Mindesthaltbarkeitsdatum in seiner jetzigen Form von der überwiegenden Mehrheit der
befragten Personen nicht als „Wegwerfdatum“ interpretiert wird. Die oben
genannten Ergebnisse bestätigen die Bundesregierung in ihren bisherigen – und
auch zukünftig geplanten – Aktivitäten, vor allem durch Aufklärung und
Verbraucherinformation, wie z. B. im Rahmen der Nationalen Strategie zur
Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und „Zu gut für die Tonne!“ über
den Umgang und das korrekte Verständnis der Datumsangaben zu informieren.
11. Kennt die Bundesregierung die Aussagen von Kritikern des
Ernährungsreports, dass der Ernährungsreport lediglich eine PR-Aktion sei und
wenig inhaltsreiche Ergebnisse erziele, und welche Schlussfolgerungen
zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln daraus (vgl.
https://w
ww.ernaehrungs-umschau.de/news/08-06-2020-wenig-inhaltsreiche-erge
bnisse-des-ernaehrungsreports-2020/,
https://www.swr.de/swr2/leben-un
d-gesellschaft/oliver-huizinga-foodwatch-ev-ernaehrungreport-ist-reine-p
r-strategie-100.html)?
12. Welche politischen Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr
eigenes Handeln aus dem Ernährungsreport 2020?
Die Fragen 11 und 12 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Um aktuelle Trends, Meinungen und Wünsche zu den Themen Ernährung und
Lebensmittel zu erfassen, beauftragt das BMEL jedes Jahr eine
Verbraucherumfrage. Durchgeführt wird die repräsentative Befragung unter rund 1.000
Bundesbürgerinnen und -bürgern ab 14 Jahren durch das
Meinungsforschungsinstitut Forsa. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden im Ernährungsreport des
BMEL zusammengefasst und veröffentlicht. Als Verbraucherbarometer gibt der
Report Impulse für die Arbeit des BMEL.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]