[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Christoph Hoffmann, Alexander
Graf Lambsdorff, Renata Alt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP
– Drucksache 19/22732 –
Reformpartnerschaft mit Côte d’Ivoire
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Seit 1975 unterstützt die Bundesregierung Côte d’Ivoire
entwicklungspolitisch. Allein die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH verwaltet mit über 160 Mitarbeitern 25 Projekte vor Ort. Der
Fokus liegt auf den Themen ländliche Wirtschaftsentwicklung, Erhalt der
Artenvielfalt, Umwelt, Rohstoff-Governance, erneuerbare Energien und
Energieeffizienz sowie Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung. Seit 2017 ist das
Land ein Reformpartner des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – ein Status, den Côte d’Ivoire auch nach
der strategischen Neuausrichtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
behalten wird (
https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobr
oschueren_flyer/infobroschueren/sMaterialie510_BMZ2030_Reformkonzep
t.pdf). Laut BMZ-2030-Konzept fallen darunter Staaten, die „besonders
reformorientiert“ sind (ebd.) und erhalten neben Reformfinanzierungen
erfolgsabhängige höhere finanziellen Zusagen als vergleichbare bilaterale Staaten.
Laut dem BMZ konzentriert sich die Partnerschaft auf den Energiesektor, die
ländliche Wirtschaftsentwicklung und den Erhalt der Biodiversität (https://
www.bmz.de/de/laender_regionen/subsahara/cote-divoire/index.jsp).
Côte d’Ivoire, ein wirtschaftliches Zentrum in Westafrika, leidet erneut unter
ethnischen Spannungen, die bereits Anfang der 2000er-Jahre zu einem
blutigen Bürgerkrieg führten (
https://taz.de/Wahljahr-in-der-Elfenbeinkueste/!5648
906/). Seit dem Ende der Unruhen 2011 hatte sich das Land grundsätzlich
stabilisiert; die Wirtschaft wuchs durchschnittlich 8 Prozent jährlich (
https://ww
w.worldbank.org/en/country/cotedivoire/overview).
Nichtregierungsorganisationen wie Transparency International bescheinigen dem Land Verbesserungen
im Kampf gegen Korruption (
https://www.transparency.de/cpi/cpi-2019/cpi-2
019-statistisch-signifikante-veraenderungen/); im
Korruptionswahrnehmungsindex 2019 lag Côte d’Ivoire mit einem CPI-Wert von 35 auf Platz 106 der
180 betrachteten Staaten. Im Jahr 2012 wurde Côte d’Ivoire unter der
Multilateralen Entschuldungsinitiative der G8 entschuldet. Seither haben sich die
Staatsschulden jedoch beständig auf rund 16 Mrd. US-Dollar erhöht (
https://er
lassjahr.de/laenderinfos/cote-divoire/). Die im Mai 2020 vorab
veröffentlichten Ergebnisse einer vom amerikanischen Arbeitsministerium (U.S.
Department of Labor) finanzierten und von der University of Chicago
durchgeführten Vergleichsstudie zeigen, dass mehr als eine Million Kinder in der ivori-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/23140
19. Wahlperiode 06.10.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 6. Oktober 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
schen Kakaoindustrie arbeiteten; diese Zahl sei in den vergangenen Jahren
sogar um 10 Prozent angestiegen (
https://www.nzz.ch/international/kakao-aus-d
er-elfenbeinkueste-die-kinderarbeit-nimmt-zu-ld.1541310). Neben fehlendem
Willen der Verantwortlichen benennen Experten schlechte Unterrichtsqualität,
fehlende Schulen, Korruption und mangelnde Infrastruktur als Gründe für
weitverbreitete Kinderarbeit. In den 231 Waldschutzgebieten, den acht
Nationalparks und sechs Naturreservaten der Côte d’Ivoire führen Kleinbauern
regelmäßig und staatlich geduldet Rodungen durch, um Kakaoplantagen zu
erweitern („Schokolade aus dem rechtsfreien Raum“, Neue Zürcher Zeitung,
10. Juni 2020, S. 4). Bereits seit 2015 gibt es Medienberichte über die Rodung
und landwirtschaftliche Nutzung staatseigener geschützter Wälder, den „forêts
classées“ (
https://www.deutschlandfunk.de/kakao-aus-der-elfenbeinkueste-roh
stoff-als-fluch-und-segen.724.de.html?dram:article_id=309710). Die UN
schätzt, dass seit den 1970er-Jahren 90 Prozent der ivorischen Waldfläche
verschwunden ist.
Im April verurteilte ein ivorisches Gericht den bis dahin wohl
aussichtsreichsten Kandidaten auf das Präsidentenamt, Guillaume Soro, wegen Veruntreuung
und schloss ihn von der für den 31. Oktober 2020 terminierten
Präsidentschaftswahl aus (
https://taz.de/Hartes-Urteil-in-der-Elfenbeinkueste/!5682
126/). Ende August 2020 bestätigte ein Gericht in Abidjan zudem den
Ausschluss von Laurent Gbagbo, dem früheren ivorischen Präsidenten, von der
Wahl (
https://www.evangelisch.de/inhalte/174081/26-08-2020/elfenbeinkuest
e-ex-praesident-gbagbo-von-wahl-ausgeschlossen). Wenige Tage zuvor hatte
der amtierende Präsident Ouattara angekündigt, sich um eine dritte Amtszeit
zu bewerben. Opposition und Zivilgesellschaft kritisieren einen Bruch der
Verfassung, die seit einer Verfassungsänderung 2016 nur zwei Amtszeiten
vorsieht (
https://www.dw.com/de/pr%C3%A4sident-der-elfenbeink%C3%BCste-
tritt-wieder-an/a-54481570). In Folge der Ankündigung kam es zu
gewalttätigen Protesten im ganzen Land, denen mehrere Menschen zum Opfer fielen
(
https://www.dw.com/de/tote-bei-regierungskritischen-protesten-in-der-elfen
beink%C3%BCste/a-54562488).
Die prominentesten regional tätigen Akteure auf der politischen Ebene, allen
voran ECOWAS, AU und EU, haben es bisher versäumt, sich gegen die
Absicht einer dritten Kandidatur zu stellen. Aus Sicht der Fragestellerinnen und
Fragesteller steht zu befürchten, dass die Wahlen nicht zu einer politischen
Erneuerung führen, sondern vom Kampf alter Männer um Macht und Pfründe
dominiert werden.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Côte d’Ivoire (CIV) hat sich nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen im
Zuge der Präsidentschaftswahlen 2010/2011 politisch stabilisiert (Verbesserung
vom 41. auf den 22. Rang des Ibrahim Index of African Governance zwischen
2017 und 2018) und sich wieder zu einem Wachstumsmotor der Region (2019
Wirtschaftswachstum 7,5 Prozent) entwickelt. Nach Verpflichtung auf geplante
Reformen zur Verbesserung der makroökonomischen und fiskalischen
Rahmenbedingungen sowie des Investitionsklimas wurde Côte d’Ivoire im Jahr
2017 Teil der G20-Initiative „Compact with Africa“ und unterstrich damit
seinen Reformwillen im Bereich der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung,
insbesondere in Bezug auf den Privatsektor. Beispielsweise sind bei der im
Rahmen des „Compact with Africa“ angestrebten Verbesserung des
Geschäftsklimas deutliche Fortschritte erkennbar, die sich u. a. bei den Platzierungen im
„Ease of Doing Business Index“ der Weltbank abbilden: So hat sich Côte
d’Ivoire von Platz 139 (von 190 Ländern) im Jahr 2018 auf Platz 110 im Jahr
2020 verbessert.
Seit 2011 ist auch bei der Beachtung demokratischer und rechtsstaatlicher
Standards sowie Menschenrechten verstärkte Reformbereitschaft zu verzeichnen.
So hat sich der Wert des o. g. Mo Ibrahim Index von 42,6 im Jahr 2011 auf 54,5
im Jahr 2017 verbessert, und es wurden friedliche Präsidentschafts- und
Parlamentswahlen in diesem Zeitraum durchgeführt. Mit Start des Sozialprogramms
der Regierung Anfang 2019 hat sich darüber hinaus die Reformbereitschaft in
Bezug auf Armutsreduktion und Investitionen in soziale Sektoren verbessert.
Diese Entwicklung war auch eine wichtige Voraussetzung für den Abschluss
der Reformpartnerschaft mit Côte d’Ivoire durch die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2017.
Die Bundesregierung beobachtet die politischen Entwicklungen in Côte
d’Ivoire fortwährend, auch in Hinblick auf die zukünftige Ausgestaltung der
Reformpartnerschaft.
1. In welchen Bereichen zeigt sich Côte d’Ivoire nach Ansicht der
Bundesregierung „besonders reformorientiert“?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.
2. In welchem zeitlichen Turnus evaluiert die Bundesregierung die
Reformschritte in Côte d’Ivoire, und zu welchem Ergebnis kam die letzte
Evaluation?
Die Bundesregierung bewertet die Reformfortschritte in Côte d’Ivoire
mindestens jährlich. Wesentliche politische Entwicklungen werden darüber hinaus
fortlaufend beobachtet. Die Bundesregierung schätzt die Reformbereitschaft im
wirtschaftlichen Bereich nach wie vor als hoch ein. Im sozialen Bereich werden
Investitionsprogramme, z. B. für Gesundheitsdienste und Stromanschlüsse,
vermehrt umgesetzt, auch wenn der Investitionsbedarf hoch bleibt.
Im Schwerpunktsektor der Reformpartnerschaft „Erneuerbare Energien und
Energieeffizienz“ werden die Fortschritte in der Regel halbjährlich mit der
ivorischen Regierung im politischen Dialog thematisiert. Dabei hält die
Bundesregierung die vereinbarten Reformen nach, hinterfragt die für die Zukunft
geplanten und drängt dabei auf die Verbesserung der Bedingungen für private
Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen sowie für
die Schaffung von Beschäftigung. Die 2017 und 2019 vereinbarten Reformen
sind größtenteils wie vereinbart erfüllt worden, dazu gehören die Verbesserung
des finanziellen Gleichgewichts im Stromsektor, die Verabschiedung einer
Strategie für erneuerbare Energien und Energieeffizienz und die Verbesserung des
Rechts- und Regulierungsrahmens für erneuerbare Energien und
Energieeffizienz. Die Umsetzung bisher nicht erfüllter Reformen wird im regelmäßigen
politischen Dialog verstärkt nachgehalten.
3. Wie bewertet die Bundesregierung die Regierungsführung im
Umweltsektor (Environmental Governance) in Côte d’Ivoire?
4. Welche Anstrengungen hat die Bundesregierung unternommen, um einen
Überblick über getroffene Maßnahmen und Effizienz
entwicklungspolitischer Projekte im Bereich Environmental Governance zu erhalten?
Die Fragen 3 und 4 werden gemeinsam beantwortet.
Die Regierungsführung im Umweltsektor sieht die Bundesregierung als
verbesserungswürdig an, da insbesondere Entwaldung und die Reduktion der
Artenvielfalt Herausforderungen bleiben. Allerdings gibt es positive Entwicklungen,
z. B. wurde 2019 eine neue Forstpolitik verabschiedet. Auch die Ziele der
Regierung in den Bereichen biologische Vielfalt und natürliche Ressourcen sind
ambitioniert. Diese müssen jedoch mit den notwendigen personellen und
finanziellen Mitteln unterlegt werden.
Die Bundesregierung berücksichtigt bei der Bewertung der Regierungsführung
im Umweltsektor u. a. öffentlich zugängliche Informationen, wie den
Environmental Performance Index, den Bertelsmann Transformation Index sowie die
Entwicklung der jeweils nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs – Nationally
Determined Contributions). Zusätzlich ist eine Betrachtung der
Regierungsführung im Umweltsektor sowie der bestehenden Maßnahmen Bestandteil der
vorbereitenden Projektprüfungen und der fortlaufenden Projektberichterstattung
der Durchführungsorganisationen. Die Effizienz entwicklungs-, klima- und
umweltpolitischer Projekte wird unabhängig vom Sektor durch vorherige Prüfung,
jährliche Berichterstattung sowie abschließende Berichte und Evaluierungen
sichergestellt.
5. Wie bewertet die Bundesregierung die Reformfortschritte im Bereich
Korruptionsbekämpfung in Côte d’Ivoire, und welche Projekte im
Bereich Korruptionsvermeidung strebt die Bundesregierung an?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 3 bis 4b der
Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf
Bundestagdrucksache 19/16972 verwiesen sowie auf die Vorbemerkung der Bundesregierung in
der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD
auf Bundestagsdrucksache 19/13045. So hat sich Côte d’Ivoire im
Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International beispielsweise in den
letzten Jahren kontinuierlich verbessert (2012: 29/100; 2019: 35/100).
Seit 2012 wird der rechtliche und institutionelle Rahmen zur
Korruptionsbekämpfung in Côte d’Ivoire stetig ausgebaut. Dazu gehören die Schaffung der
Korruptionsbekämpfungsbrigade innerhalb der Generalinspektion der Finanzen
im Jahr 2012, die Schaffung der Anti-Korruptionsbehörde (Haute Autorité pour
la Bonne Gouvernance, HAGB) 2014 und die 2014 angestoßene Umwandlung
der Rechenkammer des Obersten Gerichtshofes in einen eigenständigen
Rechnungshof (seit 2018 operativ). Das 2014 in Kraft getretene Gesetz zur
Informationsfreiheit ermöglicht es der Zivilgesellschaft, Informationen der Verwaltung
einzufordern. Die Reformbemühungen der ivorischen Regierung für mehr
Transparenz und gegen Korruption werden durch ihre Mitgliedschaft in der
„Open Government Partnership“ und die Umsetzung des diesbezüglichen
Aktionsplans für die Jahre 2018 bis 2020 bekräftigt.
Die Bundesregierung hat 2020 ein neues Vorhaben der technischen
Zusammenarbeit („Gute Regierungsführung für mehr Investitionen und Beschäftigung“)
begonnen, um die Kapazitäten zivilgesellschaftlicher, staatlicher und privater
Akteure zur Umsetzung von Korruptionspräventionsmaßnahmen auszubauen,
fairen Wettbewerb bei öffentlichen Ausschreibungen zu fördern und den
ivorischen Rechnungshof institutionell zu stärken. Weiterhin werden staatliche
Institutionen gefördert, die auf die Einhaltung von Integrität und Fairness der
Wirtschaft achten (z. B. die die nationale Meldestelle für Verdachtsfälle von
Geldwäsche; Cellule Nationale de Traitement des Informations Financières).
Darüber hinaus finanziert die Bundesregierung ein Vorhaben von UNODC
(United Nations Office on Drugs and Crime) zur Umsetzung der VN-
Konvention gegen Korruption. Zudem wird die Zivilgesellschaft über ein Vorhaben mit
Transparency International zur Rechenschaftspflicht der Regierung unterstützt.
6. Wie hoch sind die Anteile der finanziellen und wie hoch die der
technischen Zusammenarbeit am deutschen Waldportfolio in Côte d’Ivoire?
Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit zu den Themen Wald und
Nationalparks beträgt knapp 38 Millionen Euro (laufendes Portfolio), davon werden
über die finanzielle Zusammenarbeit 25 Millionen Euro und über die
technische Zusammenarbeit knapp 13 Mio. Euro bereitgestellt.
7. Welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung zur Umwandlung von
Primärwald in industriell bewirtschaftete Plantagen in den vergangenen
20 Jahren vor (bitte nach Ölpalmen-, Kaffee- und Kakaoplantagen
aufteilen)?
Es gibt derzeit kein national akzeptiertes System für die Überwachung von
Primärwaldbeständen in Côte d’Ivoire; ein solches System ist derzeit in Planung.
Unterschiedlichen öffentlichen Berichten z. B. von der FAO (Food and
Agriculture Organisation) zufolge ist die Waldfläche in Côte d’Ivoire seit 1960 von
16 Millionen Hektar auf 3,4 Millionen Hektar im Jahr 2015 zurückgegangen
(
https://www.forestcarbonpartnership.org/system/files/documents/190422-ERP
D%20RCI%20FV.pdf). Ursachen der Entwaldung sind neben der Umwandlung
von Waldflächen in landwirtschaftliche Flächen ein steigendes
Bevölkerungswachstum und kommerzielle Abholzung.
Dabei wird der Wald in Côte d'Ivoire in (1) rurale Wälder (mit 59 Prozent des
verbleibenden Primärwaldes), (2) Staatsforstreviere – Forêts Classées (mit
19 Prozent des verbleibenden Primärwaldes) sowie (3) Nationalparks oder
staatlich ausgewiesene Schutzgebiete (mit 22 Prozent) klassifiziert.
Im Jahr 2019 fand mehr als 75 Prozent der registrierten Entwaldung in ruralen
Wäldern statt, auf Staatsforstreviere entfallen 21 Prozent der Entwaldung. Drei
Prozent der registrierten Entwaldung fand in Nationalparks und Reservaten
statt.
Der größte Teil der Entwaldung wird dem Kakaoanbau zugeschrieben, es
spielen aber auch andere landwirtschaftliche Produkte eine Rolle. Der
Bundesregierung liegen über öffentlich zugängliche Quellen hinaus keine eigenen
Informationen darüber vor, wie stark der Anbau unterschiedlicher landwirtschaftlicher
Produkte industriell bewirtschafteter Plantagen zur Entwaldung beiträgt.
8. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, wie sich der
Anteil der o. g. Cash Crops am Gesamtexport von Côte d’Ivoire in den
vergangenen 20 Jahren entwickelt hat?
Kakao hat den größten Anteil am Exportwert, ist hierbei aber wegen der
volatilen Weltmarktpreise starken Schwankungen unterworfen. Im Jahr 2001
entfielen 36 Prozent des Exportwertes auf Kakaobohnen und Kakaoprodukte, 2002
lag dieser Anteil bei 46 Prozent, 2006 bei 25 Prozent. 2011 trugen
Kakaobohnen und –produkte zu 38 Prozent des Exportwertes bei, seit 2017 liegt der Wert
bei 39 Prozent.
Kaffee machte 2001 noch 2,8 Prozent des Exportwertes aus, verringerte aber
seine Bedeutung am Exportwert in den folgenden Jahren. 2010 waren es
1,6 Prozent und 2019 1,3 Prozent.
Der Exportwert von Palmöl machte im Jahr 2008 0,98 Prozent aus und
schwankte in den Folgejahren zwischen 0,14 und 2,5 Prozent. Im Jahr 2019
machte Palmöl weniger als 1,6 Prozent des Exportwerts aus.
9. Sind der Bundesregierung Aussagen bekannt, beispielsweise jene in der
Vorbemerkung der Fragesteller zitierten, wonach die Schutzgebiete in
Côte d’Ivoire zu einem Großteil nur noch auf dem Papier bestünden, in
Wirklichkeit aber landwirtschaftlich genutzt würden?
Falls ja, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
Der Bundesregierung sind solche Aussagen bekannt. Forêts Classées machen
etwa 20 Prozent der verbleibenden Wälder der Côte d'Ivoire aus, der jährliche
Waldverlust ist jedoch sechsmal so groß wie in den Nationalparks und
Reservaten.
Im Gegensatz dazu war die Entwaldung in Nationalparks und Reservaten, die
über 21 Prozent der verbleibenden Primärwaldflächen der Côte d‘Ivoire
ausmachen, lediglich für drei Prozent des Waldverlustes des Landes verantwortlich.
Die Entwaldung in diesen Gebieten ist weniger menschlichen Aktivitäten als
vielmehr natürlicher Walddegradierung zuzuschreiben und zeugt für die
Effektivität von Waldschutz in Gebieten wie dem Nationalpark Taï.
Die Bundesregierung arbeitet in den Nationalparks Taï-Grebo-Sapo-
Regenwaldkomplex und Comoé-Nationalpark mit der Côte d’Ivoire zusammen. Diese
stehen aufgrund von Wilderei, illegalem Kleinbergbau und illegaler Nutzung
unter Druck, Fauna und Flora sind aber stabil. Für diese Parks treffen die in der
Vorbemerkung zitierten Aussagen nicht zu. Übergreifend nimmt die
Bundesregierung die Konkurrenz zwischen Landwirtschaft und Walderhalt in
Gesprächen mit der ivorischen Regierung regelmäßig auf.
10. Sind der Bundesregierung Fälle bekannt, wonach staatliche Stellen oder
Individuen in Côte d’Ivoire die Rodung von Waldflächen unterstützt oder
gebilligt haben?
Wenn ja, wie hat die Bundesregierung darauf reagiert?
Bei einer jährlichen Entwaldungsrate von ca. 250.000 Hektar zwischen den
Jahren 1990 und 2015 und einem Verlust von 90 Prozent seiner Naturwälder
seit 1960 muss davon ausgegangen werden, dass die Rodung von Waldflächen
von staatlichen und privaten Akteuren im Land gebilligt wurde. Diese
Entwicklungen werden im Politikdialog mit den Partnern kontinuierlich thematisiert.
Konkrete Fälle sind der Bundesregierung jedoch nicht bekannt.
11. Evaluiert die Bundesregierung die von ihr finanziell oder technisch
unterstützten Projekte zur Erhaltung der staatlich ausgewiesenen
Schutzgebiete (forêts classées)?
Falls ja, in welchem Turnus, und mit welchem Ergebnis?
Falls nein, warum nicht?
Die von der Bundesregierung unterstützten Projekte zur Erhaltung der staatlich
ausgewiesenen Schutzgebiete betreffen nicht die in der Frage genannten
Staatsforstreviere „Forêts Classées“, sondern die tatsächlichen Schutzgebiete des
Landes. Diese Schutzgebiete fallen unter den Schutzstatus von Reservat bis hin
zu Nationalpark.
Zu den staatlich ausgewiesenen Schutzgebieten, zu denen die Bundesregierung
berät, zählen die beiden größten Nationalparks des Landes, Taï und Comoé. Sie
bedecken mehr als 1,5 Millionen Hektar und somit 75 Prozent der
Gesamtfläche der 14 Schutzgebiete des Landes. Hier finden jährliche Berichterstattungen
der Durchführungsorganisationen basierend auf Informationen der
Nationalparkbehörde statt. Die Parks führen alle zwei bis drei Jahre aufwendige, zum
Teil durch die Bundesregierung unterstützte, Inventare bezüglich Fauna und
Flora durch.
Die Bundesregierung setzt beim Monitoring verstärkt auf eine Anwendung
internationaler Standards. Seit 2014 sind beide Schutzgebiete im IUCN World
Heritage Outlook Evaluierungsprozess aufgenommen. IUCN World Heritage
Outlook ist das globale Instrument zur Bewertung von Leistungsfähigkeit und
Perspektiven im Management von Weltnaturerbestätten. Dem Nationalpark Taï
(Regenwald) gelang es 2017, seinen Rang in der zweitbesten Kategorie („good
with some concerns“) zu erhalten. Dem Nationalpark Comoé (Savanne) gelang
es nach Jahren des Bürgerkriegs, sich von der letzten Kategorie (critical) in die
nächsthöhere Kategorie („significant concern“) zu verbessern. Der Comoé
wurde damit im Jahr 2017 von der Welterbe-Kommission der UNESCO von der
„roten Liste“ der gefährdeten Welterbestätten gestrichen, auch dank der
Maßnahmen der Bundesregierung.
Die ivorischen Institutionen bereiten zurzeit die Kandidatur der beiden
Nationalparks für die IUCN Green List of Protected and Conserved Areas vor. Die
Bundesregierung berät in diesem Prozess. Das international anerkannte
Instrument METT (Monitoring Efficiency Tracking Tool) wird im Rahmen der
Vorhaben der technischen Zusammenarbeit jährlich in den beiden Nationalparks
durchgeführt und komplettiert den Evaluierungsprozess. Es zeigt, dass die
Professionalität der nationalen Parkbehörde stetig steigt.
12. Wie hat sich die Fläche der staatlich ausgewiesenen Schutzgebiete in
Côte d’Ivoire seit 2000 nach Kenntnis der Bundesregierung entwickelt,
und welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung mit Blick auf
die Antwort zu Frage 6 daraus?
In Bezug auf Entwaldung in den verschiedenen Kategorien von Wäldern wird
auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen.
Die Zahl der Naturschutzgebiete und Reservate steigt. Ihre Flächen sind zu
einem großen Teil in einem guten Zustand, jedoch sind sie einem zunehmenden
Nutzungsdruck ausgesetzt, insbesondere durch Kakaoanbau. Daher fördert die
Bundesregierung mit dem Grünen Innovationszentrum entwaldungsfreien und
nachhaltigen Kakaoanbau und unterstützt die Cocoa and Forest Initiative dabei,
Entwaldung durch Kakaoanbau zu stoppen. Innovationen im Bereich
Agroforstsysteme, satellitenbasiertes Waldmonitoring und klimaangepasste
Anbaumethoden helfen, Entwaldung in Schutzgebieten durch Kakaoanbau zu
reduzieren, die Produktivität von existierenden Kakaoanbauflächen nachhaltig zu
steigern, unproduktive Flächen in Wald umzuwandeln und somit den
Entwaldungsdruck von Waldflächen zu verringern.
Im Bereich des Schutzes der Meeres- und Küstenbiodiversität stellen Treiber
wie Umweltverschmutzung, Degradierung von Mangrovenwäldern,
Überfischung sowie unkontrollierte Besiedlungen die zentralen Herausforderungen
dar. Die Bundesregierung fördert deshalb bspw. die grenzübergreifende
Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten Côte d'Ivoires für ein integriertes
Management der Meeres- und Küstengebiete.
13. Wie beurteilt die Bundesregierung den aktuellen Verschuldungsgrad von
Côte d’Ivoire?
Côte d‘Ivoires Verschuldung ist nach der jüngsten der Bundesregierung
vorliegenden Einschätzung des IWF vom April 2020 tragfähig und birgt ein
moderates Zahlungsunfähigkeitsrisiko. Infolge der coronabedingten Rezession und des
damit einhergehenden gestiegenen Finanzierungsbedarfs wird die
Staatsverschuldung 2020 mit rund 42 Prozent des BIP voraussichtlich ihren Höhepunkt
erreichen. Sie liegt damit aber noch deutlich unterhalb des Schwellenwertes der
Westafrikanischen Wirtschaftsunion UEMOA (Schuldenquote i.H.v. 70 Prozent
des BIP) sowie unter dem Median Subsahara-Afrikas (62,6 Prozent). Côte d’I-
voire verfügt über eine relativ diverse Zusammenstellung von Finanzierungen
und dürfte durch aktives Schuldenmanagement den Anteil konzessionärer
Finanzierung künftig wieder steigern. Dazu nutzt Côte d’Ivoire auch die Hilfe der
von der Bundesregierung mitfinanzierten Debt Management Facility von
Weltbank und Internationalem Währungsfonds.
14. Betrachtet die Bundesregierung das Wirtschaftswachstum von Côte
d’Ivoire seit der Entschuldung 2012 als nachhaltig genug, um eine
langfristige Schuldentragfähigkeit zu erreichen?
Falls nein, in welchen Bereichen sieht die Bundesregierung das
Wachstum als kritisch oder gefährdet an?
Côte d‘Ivoire hat seit der bi- und multilateralen Entschuldung 2012 unter HIPC
(Highly Indebted Poor Countries) und MDRI (Multilateral Debt Initiative) trotz
der Spuren des Bürgerkriegs eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. In den
vergangenen fünf Jahren konnte das Land jährliche Wachstumsraten von ca.
7 Prozent erreichen und lag damit ein bis zwei Prozentpunkte über dem
Durchschnittswachstum vergleichbarer Staaten in diesem Zeitraum. Das Land
profitiert vom starken Reformwillen der Regierung und einer Vielzahl von
geschäftsfreundlichen Reformen. Außerdem stärken die hohen staatlichen und
privaten Investitionen insbesondere in die Energie- und Transportinfrastruktur
das Wachstumspotenzial des Landes zusätzlich. Côte d‘Ivoire profitiert im
regionalen Vergleich auch von einer relativ gut diversifizierten Exportbasis, von
selbst unter Corona-Bedingungen relativ stabil bleibenden Preisen und einem
geringen Nachfrageeinbruch für sein wichtigstes Exportgut Kakao. Infolge der
Corona-Pandemie und der daraus resultierenden geringeren Exporte und
Investitionen dürfte die Wirtschaft des Landes 2020 zwar deutlich weniger wachsen
als in den Vorjahren (IWF-Prognose ist 1,8 Prozent statt vorher erwarteten
6,7 Prozent). Für 2021 erwartet der IWF jedoch eine Erholung des
Wirtschaftswachstums auf 6,2 Prozent. Mögliche politische Konflikte stellen allerdings
Risikofaktoren für das Wachstum dar.
Um langfristige Schuldentragfähigkeit zu erhalten, muss die aufgenommene
Verschuldung für nachhaltige Investitionen genutzt werden, die das
Wachstumspotenzial entsprechend erhöhen. Hierzu trägt die Reformpartnerschaft mit
Côte d’Ivoire bei.
15. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus Berichten über
regelmäßige Kinderarbeit in zentralen Industriezweigen von Côte d’Ivoire?
16. Welche Projekte unterstützt die Bundesregierung zur Bekämpfung der
Kinderarbeit im Land und welche Rolle spielen dabei unabhängige
Zertifizierer wie UTZ, Rainforest Alliance, u. ä.?
Die Fragen 15 und 16 werden gemeinsam beantwortet.
Die Bekämpfung der weltweiten Kinderarbeit ist ein zentrales Ziel der
Bundesregierung. In der Côte d'Ivoire gehen Schätzungen zufolge rund 540.000
Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren gefährlicher Kinderarbeit nach.
Die Bundesregierung engagiert sich daher in Projekten in der Côte d’Ivoire zur
Bekämpfung der strukturellen Ursachen ausbeuterischer und gefährlicher
Kinderarbeit, beispielsweise durch die Einkommenssteigerung
kakaoproduzierender Familien, eine größere Vielseitigkeit kleinbäuerlicher Betriebe, Stärkung
guter landwirtschaftlicher Praktiken, durch den Aufbau und die Stärkung von
Genossenschaften und die Stärkung der Rolle der Frau.
In der Côte d‘Ivoire fördert das Grüne Innovationszentrum „Nachhaltige und
entwaldungsfreie Kakaowirtschaft“ (2018 bis 2025) die lokale Wertschöpfung,
berät zu Preismechanismen und arbeitet mit der International Cocoa Initiative
(ICI) zu Monitoring von Kinderarbeit zusammen (Risikoindex zu Ursachen von
Kinderarbeit). Im Rahmen des Grünen Innovationszentrums sind
Partnerschaften mit Fairtrade (Testen des Fairtrade Living Income Referenzpreises und
Farm Income Monitoring Tools) und Rainforest Alliance (Rückverfolgbarkeit
von Zahlungen durch Block Chain) geplant.
Das bilaterale Kooperationsprojekt „Professionalisierung von Bauern und ihrer
Organisation im Anbau von nachhaltigen Kakao“ (PRO-PLANTEURS) (2015
bis 2025) wird durch die Bundesregierung, das Forum Nachhaltiger Kakao e.V.
und den Conseil du Café-Cacao (CCC) finanziert. Ziel ist es, rund 30.000
kakaoproduzierende Familienbetriebe und ihre Organisationen in der Côte
d’Ivoire zu professionalisieren. Dadurch soll die Ernährung verbessert und das
Einkommen gesteigert sowie gleichzeitig missbräuchliche Kinderarbeit
verringert werden. Daneben tragen das Programm Agrarwirtschaftsförderung (2015
bis 2023), regionale Landwirtschaftsvorhaben sowie Vorhaben der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit mit Bezug zum Landwirtschaftssektor, zu
Governance und zum nachhaltigen Management natürlicher Ressourcen der
Räume Comoé und Taï (2020 bis 2024) zur Erhöhung der Einkommen von
Kleinbauern und damit indirekt zur Reduktion einer strukturellen Ursache für
Kinderarbeit bei.
Die Bundesregierung verfolgt darüber hinaus einen umfassenden Ansatz unter
Berücksichtigung aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette. In
Deutschland haben das BMZ und das BMEL daher bereits 2012 gemeinsam mit der
Süßwarenindustrie, Lebensmittelhandel und Zivilgesellschaft das Forum
Nachhaltiger Kakao initiiert mit dem Ziel, alle deutschen Akteure im Kakaosektor
zusammenzubringen und somit effektiv die Lebensumstände der Kakaobauern
und -bäuerinnen und ihrer Familien zu verbessern und missbräuchliche
Kinderarbeit in der Kakaoproduktion abzuschaffen.
Auf internationaler Ebene setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass
staatliche, zivilgesellschaftliche und private Akteure ihre Maßnahmen aufeinander
abstimmen und miteinander koordinieren. So zum Beispiel über die Alliance on
Living Income in Cocoa, einer internationalen Multi-Stakeholder Allianz, die
das Ziel verfolgt, Strategien und Lösungen zu entwickeln, um
Kakaokleinbäuerinnen und -bauern einen auskömmlichen Lebensstandard zu sichern.
17. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus der erneuten
Kandidatur von Alassane Ouattara für die (entwicklungs-)politische
Zusammenarbeit mit Côte d’Ivoire?
18. Welche Konsequenzen erwartet die Bundesregierung aus der Kandidatur
und der möglichen Wiederwahl von Präsident Ouattara für das
Reformmomentum im Land?
Die Fragen 17 und 18 werden gemeinsam beantwortet.
Unter Präsident Ouattara wurden vielfältige Reformvorhaben vorangebracht.
Seine erneute Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten wurde vom
Conseil Constitutionnel Côte d’Ivoires – dem höchsten ivorischen
Verfassungsgremium – als verfassungskonform zugelassen. Die Bundesregierung wird die
Fortsetzung des Reformkurses unter einer neuen Regierung – wie auch in
anderen Ländern der Reformpartnerschaft – kontinuierlich verfolgen.
19. Wie viele Personen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung bei den
Protesten gegen eine erneute Kandidatur von Präsident Ouattara verletzt
oder getötet?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine eigenen Informationen über öffentlich
zugängliche Medienberichte hinaus vor.
20. Erachtet die Bundesregierung eine europäische
Wahlbeobachtungsmission für die anstehenden Präsidentschaftswahlen als sinnvoll?
Falls ja, wie wirkt die Bundesregierung währen ihrer EU-
Ratspräsidentschaft darauf hin?
Die Bundesregierung hat sich auf EU-Ebene für eine
Wahlbeobachtungsmission in Côte d’Ivoire eingesetzt. Die Bundesregierung begrüßt den Plan der
Europäischen Kommission, eine Wahlexpertenmission nach Côte d’Ivoire zu
entsenden.
21. Rechtfertigen die aktuellen politischen Entwicklungen in Côte d’Ivoire
aus Sicht der Bundesregierung weiterhin den Status einer
Reformpartnerschaft nach Definition des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung?
Die Bundesregierung sieht derzeit keinen Anlass, den Status von Côte d’Ivoire
als Reformpartner in Frage zu stellen. Im Übrigen wird auf die Vorbemerkung
der Bundesregierung sowie die Antwort zu den Fragen 17 und 18 verwiesen.
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ISSN 0722-8333]