[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Krellmann, Susanne Ferschl,
Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/23247 –
Büroarbeit und körperliche Gesundheit
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Viele Millionen Beschäftigte in Deutschland leisten Büroarbeit, mit steigender
Tendenz (vgl. Institut der Deutschen Wirtschaft 2020:
https://www.iwkoel
n.de/fileadmin/user_upload/Studien/IW-Trends/PDF/2020/IW-Trends_2020-0
3-04_Hammermann-Voigtl%C3%A4nder.pdf). Wie hoch genau der Anteil
dieser Beschäftigtengruppe an der Erwerbsbevölkerung ist, bleibt aus Sicht
der Fragestellerinnen und Fragesteller unklar. Weitgehend offen bleibt auch,
inwiefern Büroarbeit negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Denn
Büroarbeit scheint „entgegen landläufiger Meinung (…) eben keine relativ
belastungsarme Tätigkeit“ zu sein, worauf die Bundesanstalt für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin (BAuA) hinweist (vgl. BAuA 2010: Wohlbefinden im
Büro. Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit, S. 3:
https://www.bau
a.de/DE/Angebote/Publikationen/Praxis/A11.pdf?__blob=publicationFile
&v=2). Wenn Gesundheitsbelastungen durch Büroarbeit betrachtet werden,
geraten häufig psychische Belastungen in den Blick (vgl. ebd.). Allerdings
können auch zahlreiche körperliche Belastungen mit Büroarbeit einhergehen
wie Kopfschmerzen, Beschwerden im Rücken-, Nacken und Schulterbereich,
Augenbeschwerden und Handgelenksentzündungen (vgl. ebd.).
Deshalb soll die Bundesregierung nach dem Stand der Büroarbeit in
Deutschland und möglichen Gesundheitsfolgen befragt werden.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Mit der vorliegenden Kleinen Anfrage wird die Bundesregierung explizit zu
„Büroarbeit“ und deren möglichen Gesundheitsgefahren befragt.
Der Bundesregierung liegt keine verbindliche Definition von „Büroarbeit“ vor.
Der Bundesregierung liegen keine Arbeitsunfähigkeitsdaten nach Art der
Tätigkeit des erkrankten Mitgliedes einer gesetzlichen Krankenversicherung vor.
Daher kann die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage absolut und je 100 Versicherte
hierzu nicht ausgewiesen werden.
Deutscher Bundestag Drucksache 19/24215
19. Wahlperiode 11.11.2020
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom
10. November 2020 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Statistiken über Arbeitsunfähigkeit werden in den jährlichen Berichten zum
Stand von „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ (SuGA) in den Tabellen
TD 1 – TD 18 dargestellt – ebenfalls nicht tätigkeitsbezogen. Die Berichte
werden jährlich als Bundestagsdrucksache sowie unter
www.baua.de/suga
veröffentlicht. Die Krankenkassen, die Arbeitsunfähigkeitsdaten für diese
Auswertungen zuliefern, variieren und sind über die Jahre nicht durchgängig dieselben.
Eine Interpretation als Zeitreihe ist deshalb nur eingeschränkt möglich.
Zur Beantwortung der weiteren Fragen der Kleinen Anfrage wurde die
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit Auswertungen
beauftragt.
Der BAuA liegen keine Daten vor, die eine Entwicklung der „Büroarbeit“ in
den letzten fünfzehn Jahren abbilden. Eine Annäherung kann die Auswertung
der 2006, 2012 und 2018 durchgeführten BIBB/BAuA-
Erwerbstätigenbefragung bieten. Die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung liefert Daten von ca.
20.000 Erwerbstätigen (2006: 20.000, 2012: 20.036, 2018: 20.012) zu
verschiedenen relevanten Aspekten der Arbeitswelt, u. a. zur gesundheitlichen Situation
von Erwerbstätigen. Befragt wurden Erwerbstätige mit 10 und mehr Stunden
wöchentliche Arbeitszeit, ab 15 Jahre, ohne Auszubildende.
Da es keine verbindliche Definition für „Büroarbeit“ gibt, hat die BAuA für die
nachfolgenden Auswertungen und Tabellen, die unter „Büroarbeit“
subsumierten Tätigkeitsmerkmale wie folgt operationalisiert: „Büroarbeit“ liegt dann vor,
wenn die Person häufig mit dem Computer und gleichermaßen häufig im Sitzen
arbeitet. Alle anderen Personen wurden der Kategorie „keine Büroarbeit“
zugeordnet. Personen, die bei mindestens einer der relevanten Variablen zur
Operationalisierung von „Büroarbeit“ keine Angaben gemacht haben, wurden aus den
Analysen ausgeschlossen.
Folgende Aspekte sind zu beachten:
• In allen drei Wellen (2006, 2012, 2018) liegt eine Angabe zum Arbeiten mit
dem Computer vor. Es wurde abgefragt: „Sagen Sie mir bitte, wie häufig
diese Tätigkeiten bei Ihrer Arbeit vorkommen, ob häufig, manchmal oder
nie.“
• Wie häufig im Sitzen gearbeitet wird, wurde nur 2006 und 2018 abgefragt.
So können für 2012 zum Thema „Büroarbeit“ keine Zahlen ausgewiesen
werden. Zudem wurde die Häufigkeit des Sitzens 2006 und 2018
abweichend erhoben. Während 2006 allgemein gefragt wurde, wie häufig im
Sitzen gearbeitet wird, lautete die Frage 2018, wie häufig mindestens eine
Stunde ununterbrochen im Sitzen gearbeitet wird. Die Antwortkategorien
waren bei beiden Erhebungen dieselben (häufig, manchmal, selten, nie).
In der BAuA-Arbeitszeitbefragung wurden die Teilnehmenden direkt danach
gefragt, ob sie hauptsächlich an einem „Büroarbeitsplatz“ arbeiten.
Auswertungen der Wellen 2015, 2017 und 2019 zeigen auf, dass die Operationalisierung
von „Büroarbeit“ in der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung sich gut mit
den subjektiven Angaben der Teilnehmenden aus der BAuA-
Arbeitszeitbefragung decken.
1. Wie definieren die Bundesregierung und ihr nachgeordnete Behörden
wie die BAuA „Büroarbeit“, und inwiefern lässt sich diese von anderen
Formen der Arbeit abgrenzen?
Eine verbindliche Definition von „Büroarbeit“ liegt nicht vor.
„Büroarbeit“ findet heutzutage in der Regel an Bildschirmarbeitsplätzen in
Arbeitsstätten statt. § 2 Absatz 5 ArbStättV definiert Bildschirmarbeitsplätze als
„Arbeitsplätze, die sich in Arbeitsräumen befinden und die mit
Bildschirmgeräten und sonstigen Arbeitsmitteln ausgestattet sind“.
Die DGUV Information 215-410 beschreibt den „Büroarbeitsplatz“ als
„Arbeitsplatz, an dem Informationen erzeugt, erarbeitet, bearbeitet, ausgewertet,
empfangen oder weitergeleitet werden. Dabei werden zum Beispiel Planungs-,
Entwicklungs-, Beratungs-, Leitungs-, Verwaltungs- oder
Kommunikationstätigkeiten sowie diese Tätigkeiten unterstützende Funktionen ausgeführt.“
2. Wie viele Beschäftigte leisteten in den letzten 15 Jahren nach Kenntnis
der Bundesregierung „Büroarbeit“, und wie hat sich ihr Anteil im
Vergleich zu allen Beschäftigten entwickelt (bitte nach Geschlecht, Alter,
Vollzeit- bzw. Teilzeit sowie nach Bundesländern, Städten und
Landkreisen differenzieren)?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen.
In der folgenden Tabelle 2.1 wird anhand der BIBB/BAuA-
Erwerbstätigenbefragung in Prozent angegeben, wie viele der Beschäftigten 2006 und 2018
danach „Büroarbeit“ geleistet haben. Die Angaben erfolgen differenziert nach
Geschlecht, Alter, Vollzeit- bzw. Teilzeit sowie nach Bundesländern.
Auswertungen nach Städten und Landkreisen können nicht vorgenommen werden.
Zur Abbildung der Entwicklung aller Beschäftigten wird auf Daten des
Mikrozensus 2005 und 2017 zurückgegriffen (Referenzstatistik für die
Strukturanpassung der beiden hier genutzten BIBB/BAuA-Wellen). Sie geben Auskunft
darüber, wie sich die Zahl der Kernerwerbstätigen (Erwerbstätige mit 10 und mehr
Stunden wöchentliche Arbeitszeit, ab 15 Jahre, ohne Auszubildende) über die
Zeit entwickelt hat. Zahlen zum Anteil an „Büroarbeitern“ werden anhand der
BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006 und 2018 ausgewiesen.
Tabelle 2.1: „Büroarbeit“ nach Geschlecht, Alter, Teil-/Vollzeit und
Bundesländern in Prozent (2006, 2018)
2006 2018
Büroarbeit keine
Büroarbeit
Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt 43,8 56,2 46,3 53,7
Geschlecht männlich 42,3 57,7 44,5 55,5
weiblich 45,6 54,4 48,6 51,4
Alter. 6 Gruppen
(in Jahren)
15 – 24 30,8 69,2 30,8 69,2
25 – 34 45,8 54,2 50,1 49,9
35 – 44 45,4 54,6 48,6 51,4
45 – 54 43,0 57,0 46,2 53,8
55 – 64 45,2 54,8 43,6 56,4
65+ 36,5 63,5 56,3 43,7
Teilzeit unter
35 Stunden / Vollzeit
Teilzeit 38,1 61,9 40,7 59,3
Vollzeit 45,7 54,3 48,4 51,6
Bundesland des
Wohnortes
Schleswig-Holstein 43,4 56,6 42,4 57,6
Hamburg 57,1 42,9 56,0 44,0
Niedersachsen 41,1 58,9 43,2 56,8
Bremen 42,5 57,5 48,4 51,6
Nordrhein-Westfalen 46,6 53,4 46,5 53,5
2006 2018
Büroarbeit keine
Büroarbeit
Büroarbeit keine
Büroarbeit
Hessen 50,8 49,2 52,6 47,4
Rheinland-Pfalz 42,7 57,3 46,7 53,3
Baden-Württemberg 44,4 55,6 48,6 51,4
Bayern 44,0 56,0 43,5 56,5
Saarland 48,5 51,5 55,7 44,3
Berlin 43,2 56,8 56,3 43,7
Brandenburg 40,6 59,4 47,8 52,2
Mecklenburg-Vorpommern 40,7 59,3 37,7 62,3
Sachsen 36,4 63,6 42,7 57,3
Sachsen-Anhalt 34,4 65,6 36,1 63,9
Thüringen 29,4 70,6 39,8 60,2
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006 (n=19.995; alle Erwerbstätigen), 2018
(n=19.973; alle Erwerbstätigen)
3. In welchen fünf Branchen war in den letzten 15 Jahren nach Kenntnis der
Bundesregierung der Anteil der Beschäftigten, die „Büroarbeit“ leisten,
am höchsten (bitte jährlich darstellen sowie gesondert nach
Bundesländern und Branchen darstellen)?
c) In welchen fünf Branchen war der Anteil von Bürobeschäftigten in
den letzten 15 Jahren am geringsten?
Die Fragen 3 und 3c werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen.
In Tabelle 3.1 wird anhand der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung für die
zwei Erhebungszeitpunkte 2006 und 2018 in Prozent angegeben, wie hoch der
Anteil an „Bürobeschäftigten“ in verschiedenen Branchen ist. Dabei wird zur
Operationalisierung der Branchen auf die Klassifikation der Wirtschaftszweige
2003 A-Q (WZ 2003) zurückgegriffen.
Tabelle 3.1: Anteil von Beschäftigten mit „Büroarbeit“ nach Wirtschaftszeigen
(WZ 2003 A-Q) in Prozent
Wirtschaftszweige (WZ 2003) 2006 Wirtschaftszweige (WZ 2003) 2018
Büroarbeit Büroarbeit
Gesamt 43,8 Gesamt 46,3
1 J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
92,6 1 J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
89,3
2 K Immobilien, Vermietung,
DL hptsl. für Unternehmen
74,9 2 L Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung, Sozialversicherung
80,8
3 L Öffentliche Verwaltung,
Verteidigung, Sozialversicherung
74,8 3 K Immobilien, Vermietung,
DL hptsl. für Unternehmen
75,0
4 E Energie- und Wasserversorgung 60,7 4 E Energie -und Wasserversorgung 66,7
5 I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
45,8 5 O Erbringung von sonstigen
öffentlichen und privaten
Dienstleistungen
49,3
6 O Erbringung von sonstigen
öffentlichen und privaten
Dienstleistungen
43,7 6 M Erziehung und Unterricht 47,1
7 D Verarbeitendes Gewerbe 39,7 7 I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
42,8
8 M Erziehung und Unterricht 38,4 8 D Verarbeitendes Gewerbe 42,3
Wirtschaftszweige (WZ 2003) 2006 Wirtschaftszweige (WZ 2003) 2018
Büroarbeit Büroarbeit
9 N Gesundheits-, Veterinär-
und Sozialwesen
36,0 9 G Handel; Instandhaltung und
Reparatur von Kraftfahrzeugen
und Gebrauchsgütern
32,9
10 G Handel; Instandhaltung und
Reparatur von Kraftfahrzeugen
und Gebrauchsgütern
29,1 10 N Gesundheits-, Veterinär-
und Sozialwesen
32,5
11 F Baugewerbe 20,7 11 F Baugewerbe 22,6
12 A Land- und Forstwirtschaft 14,5 12 A Land- und Forstwirtschaft 19,8
13 H Gastgewerbe 10,3 13 H Gastgewerbe 12,6
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006 (n=19.995; alle Erwerbstätigen),
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (n=19.973; alle Erwerbstätigen)
Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und
Produzierendes Gewerbe (nicht zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien
ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, C, P, Q werden aufgrund zu kleiner
Fallzahlen nicht abgebildet.
a) Wie lange dauert es nach Kenntnis der Bundesregierung
durchschnittlich, bis ein Betrieb dieser fünf Branchen nach einer
Arbeitsschutzkontrolle erneut durch die Arbeitsaufsichten der Länder kontrolliert
wird (bitte jährlich für die letzten 15 Jahre sowie geordnet nach
Bundesländern und Branchen darstellen)?
Der Bundesregierung liegen zur Arbeitsschutzaufsicht der Länder regelmäßig
keine eigenen Daten vor. Die von den Ländern für den SuGA übermittelten
Daten erlauben keine Differenzierung nach der Klassifikation der
Wirtschaftszweige 2003 A-Q (WZ 2003) und somit keine Auswertung zu den in der
Antwort zur Frage 3 und 3c ausgewiesenen Branchen.
Näherungsweise können die Auswertungen nach Leitbranchen in der Antwort
der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE auf
Bundestagsdrucksachen 19/7218, Tabelle 11 und 19/18811, Tabelle 14
herangezogen werden.
b) Wie hoch war der Anteil der Betriebe dieser fünf Branchen, für die
eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde (bitte jährlich für die
letzten 15 Jahre sowie geordnet nach Bundesländern und Branchen
darstellen)?
Der Bundesregierung liegen zur Arbeitsschutzaufsicht der Länder regelmäßig
keine eigenen Daten vor. Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und
Sicherheitstechnik (LASI) teilte auf Nachfrage mit, dass die Länder die erbetenen
Angaben nicht bereitstellen können. Gefährdungsbeurteilungen beziehen sich nach
Arbeitsschutzgesetz auf Arbeitsplätze bzw. auf Arbeitsbereiche. Ein Betrieb mit
mehreren Arbeitsbereichen (Produktion und Verwaltung) muss somit auch
mehrere Gefährdungsbeurteilungen erstellen. In der „Gesamtbewertung“ des
Betriebes erfolgt jedoch eine Zusammenfassung der Einzelbefunde.
4. Welche negativen Belastungen gehen nach Kenntnis der
Bundesregierung mit „Büroarbeit“ einher. und wie haben sich diese in den letzten
15 Jahren entwickelt?
a) Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der BAuA, dass neben
psychischen Belastungen auch zahlreiche negative körperliche
Belastungen mit „Büroarbeit“ einhergehen können wie Kopfschmerzen,
Beschwerden im Rücken-, Nacken und Schulterbereich,
Augenbeschwerden und Handgelenksentzündungen?
b) Welche weiteren negativen körperlichen Gesundheitsfolgen können
mit „Büroarbeit“ einhergehen?
Die Fragen 4 bis 4b werden gemeinsam beantwortet.
Lange, wenig unterbrochene Sitzzeiten – wie sie bei „Büroarbeit“ vorkommen
können – stehen in Verdacht neben Muskel-Skelett-Erkrankungen auch das
Risiko für verschiedene weitere Erkrankungen, u. a. Diabetes und Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, zu erhöhen.
Die Bundesregierung verfolgt mit Interesse die arbeitswissenschaftliche
Forschung, in der Zusammenhänge zwischen „Büroarbeit“ und Kopfschmerzen,
Beschwerden im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich, Augenbeschwerden
und Handgelenksentzündungen dargestellt werden. Zur weiteren Untersuchung
dieser möglichen Zusammenhänge führt die BAuA verschiedene
Forschungsvorhaben durch.
5. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung hinsichtlich der Zahl
der Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) in den letzten fünfzehn Jahren
vor (bitte in Summe darstellen sowie gesondert für Bundesländer, Alter
und Geschlecht ausweisen)?
6. Wie viele durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte gab es nach
Kenntnis der Bundesregierung in den letzten fünfzehn Jahren (bitte für
die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen darstellen, bitte nach
Geschlecht, Alter und nach Bundesländern differenzieren)?
Die Fragen 5 und 6 werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Der
Bundesregierung liegen keine Informationen über das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen bei
„Büroarbeit“ vor.
7. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei der BAuA-Erwerbstätigenbefragung angaben, der
körperlichen Anforderung „Arbeit im Sitzen“ in den Jahren 2006, 2012
und 2018 ausgesetzt gewesen zu sein, im Vergleich zu allen
Beschäftigten, und wie hoch war der Anteil derjenigen, die sich davon belastet
gefühlt haben (bitte nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung im
Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw. Vollzeit
ausweisen)?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen.
Die Variable „Arbeiten im Sitzen“ wird zur Operationalisierung von
„Büroarbeit“ in der BIBB/BAuA Erwerbstätigenbefragung benutzt. Entsprechend
arbeiten 100 Prozent der „Büroarbeiter“ im Sitzen. Abgrenzend können die
Anteile zu „Arbeiten im Sitzen“ der Personen ohne „Büroarbeit“ mit denen aller
Erwerbstätigen verglichen werden. Die Frage danach, ob die sitzend Tätigen
dies als Belastung empfinden kann hingegen auch zwischen „Büroarbeitern“
und „Nicht-Büroarbeitern“ vergleichen werden.
Gerade bei der Interpretation der Ergebnisse zur Belastung durch das häufige
Sitzen ist die unterschiedliche Erhebung in 2006 und 2018 zu beachten. So
kann der höhere Anteil an Personen, die sich belastet gefühlt haben, in 2018
unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass explizit danach gefragt wird,
mindestens eine Stunde ununterbrochen im Sitzen“ gearbeitet zu haben. In
2006 wurde lediglich nach dem „Arbeiten im Sitzen“ gefragt.
Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung
im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zum Arbeiten im Sitzen und
Belastungen dadurch sind Tabelle 7.1 und 7.2 zu entnehmen.
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8. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei BAuA-Erwerbstätigenbefragungen angaben, mit
ihren körperlichen Arbeitsbedingungen „weniger zufrieden“ oder „nicht
zufrieden“ zu sein in den Jahren 2006, 2012 und 2018 im Vergleich zu
allen Beschäftigten (bitte nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen,
Stellung im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw.
Vollzeit ausweisen)?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen.
Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung
im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zur (Un-)Zufriedenheit mit
den körperlichen Arbeitsbedingungen sind Tabelle 8.1 zu entnehmen.
Tabelle 8.1: Anteil der Beschäftigten, die mit ihren körperlichen
Arbeitsbedingungen weniger/ nicht zufrieden sind, differenziert nach „Büroarbeit“/keine
„Büroarbeit“ in Prozent
(Un-)Zufriedenheit mit den körperlichen Arbeitsbedingungen?
(Anteil weniger/nicht zufrieden)
2006 2018
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt 16,1 6,5 23,5 18,8 9,6 26,7
Bundesland des
Wohnortes
Schleswig-Holstein 15,3 7,3 21,5 18,0 8,5 25,0
Hamburg 18,7 8,2 32,6 13,6 9,0 19,5
Niedersachsen 16,9 7,0 23,8 21,3 7,9 31,5
Bremen 20,5 9,8 28,3 14,1 9,2 18,6
Nordrhein-Westfalen 16,9 6,7 25,8 19,1 9,7 27,2
Hessen 13,1 5,6 20,9 17,6 9,3 26,7
Rheinland-Pfalz 14,8 5,9 21,4 15,0 9,4 19,8
Baden-Württemberg 15,8 5,5 24,0 17,6 8,8 25,9
Bayern 14,1 6,2 20,3 17,3 8,1 24,3
Saarland 15,0 6,0 23,6 21,0 15,7 27,8
Berlin 18,8 9,7 25,8 18,3 10,6 28,4
Brandenburg 20,6 8,4 28,9 23,7 10,9 35,2
Mecklenburg-
Vorpommern
13,7 8,2 17,6 22,8 15,1 27,4
Sachsen 15,4 7,2 20,1 21,8 13,7 27,9
Sachsen-Anhalt 19,1 5,5 26,2 24,3 9,9 32,5
Thüringen 19,5 4,6 25,7 20,4 12,8 25,4
Wirtschaftszweig. A-Q
(WZ 2003)1
A Land- und
Forstwirtschaft
23,3 4,8 26,5 25,2 24,2 25,4
C Bergbau und
Gewinnung von Steinen und
Erden
19,4 * * * * *
D Verarbeitendes
Gewerbe
17,0 5,7 24,3 18,6 6,4 27,6
E Energie- und
Wasserversorgung
13,6 5,2 * 8,4 10,2 4,7
F Baugewerbe 23,0 4,5 27,9 25,5 10,9 29,8
G Handel;
Instandhaltung und Reparatur von
Kraftfahrzeugen und
Gebrauchsgütern
19,9 8,1 24,7 26,0 14,2 31,8
(Un-)Zufriedenheit mit den körperlichen Arbeitsbedingungen?
(Anteil weniger/nicht zufrieden)
2006 2018
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
H Gastgewerbe 20,2 3,3 22,1 27,0 * 27,6
I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
17,4 8,9 24,5 20,4 9,9 28,3
J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
5,7 5,0 13,5 6,1 5,4 12,0
K Immobilien,
Vermietung, DL hptsl. für
Unternehmen
11,0 6,1 25,5 11,1 8,4 19,1
L Öffentliche
Verwaltung, Verteidigung,
Sozialversicherung
8,3 6,3 14,2 10,6 10,4 11,8
M Erziehung und
Unterricht
10,1 6,8 12,1 10,8 8,3 13,0
N Gesundheits-,
Veterinär- und
Sozialwesen
22,6 10,1 29,6 28,0 15,9 33,9
O Erbringung von
sonstigen öffentlichen
und privaten
Dienstleistungen
9,1 5,0 12,3 15,5 9,6 21,3
Stellung im
Beruf. 6 Gruppen
Arbeiter 26,7 12,5 28,2 30,2 15,4 32,8
Angestellte 12,4 6,2 21,4 17,1 9,1 25,7
Beamte 7,4 6,0 10,1 11,5 10,2 14,2
Selbst./Freiber./
Freie Mit.
10,0 5,9 14,3 12,7 9,3 17,2
Mithelf.
Familienangeh.
12,9 1,2 17,2 * * *
Arbeiter/Angestellte * * * * * *
Geschlecht männlich 15,2 5,8 22,0 17,3 7,6 25,1
weiblich 17,3 7,4 25,5 20,5 11,7 28,8
Teilzeit unter
35 Stunden /
Vollzeit
Teilzeit 15,4 5,7 21,3 18,6 9,9 24,6
Vollzeit 16,3 6,8 24,3 18,8 9,5 27,6
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2006 (n=19.995), 2018 (n=19.973) (alle
Erwerbstätigen)
1 Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und Produzierendes Gewerbe (nicht
zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, P,
Q werden aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht abgebildet.
* Fallzahl zu klein
9. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei den BAuA-Erwerbstätigenbefragungen 2018 und
2012 angegeben haben, „Schmerzen im unteren Rücken,
Kreuzschmerzen“ zu haben im Vergleich zu allen Beschäftigten, und wie hoch war der
Anteil der Beschäftigten, die deswegen in den letzten zwölf Monaten in
Behandlung waren (bitte nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen,
Stellung im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw.
Vollzeit ausweisen)?
Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung
im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zu Schmerzen im unteren
Rücken bzw. Kreuzschmerzen sowie zur Behandlung deswegen sind Tabelle
9.1 zu entnehmen.
Tabelle 9.1: Anteil der Beschäftigten mit Schmerzen im unteren Rücken/
Kreuzschmerzen sowie der Beschäftigten, die in den letzten 12 Monaten wegen
Schmerzen im unteren Rücken/Kreuzschmerzen in Behandlung waren,
differenziert nach „Büroarbeit“/keine „Büroarbeit“ in Prozent
Schmerzen im unteren Rücken/
Kreuzschmerzen – Ja
In den letzten 12 Monaten
wegen Schmerzen im unteren
Rücken/Kreuzschmerzen in
Behandlung – Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt 46,2 39,0 52,3 54,3 55,1 53,8
Bundesland
des Wohnortes
Schleswig-Holstein 44,8 39,1 49,0 55,5 51,3 57,9
Hamburg 42,3 36,5 49,5 48,0 54,2 *
Niedersachsen 45,8 40,1 50,0 55,1 55,3 54,9
Bremen 42,8 38,5 * * * *
Nordrhein-Westfalen 45,5 37,9 52,1 56,5 59,3 54,7
Hessen 45,2 39,8 51,1 51,6 50,9 52,2
Rheinland-Pfalz 47,2 39,3 54,0 57,4 59,5 56,0
Baden-Württemberg 42,6 35,1 49,7 55,7 55,5 55,8
Bayern 47,8 39,5 54,2 54,5 59,7 51,5
Saarland 46,9 36,5 60,4 61,5 * *
Berlin 43,7 37,5 51,7 48,6 49,2 48,0
Brandenburg 46,3 44,1 48,3 55,6 56,9 54,5
Mecklenburg-
Vorpommern
48,9 40,3 54,2 51,0 * 48,5
Sachsen 51,6 46,2 55,7 47,1 41,0 50,9
Sachsen-Anhalt 50,9 41,3 56,4 53,8 57,2 52,5
Thüringen 54,6 45,2 60,8 55,0 46,8 59,0
Wirtschaftszweig. A-Q
(WZ 2003)1
A Land- und
Forstwirtschaft
52,2 44,4 54,2 48,4 * 45,6
D Verarbeitendes
Gewerbe
45,2 33,6 53,7 56,3 55,1 56,8
E Energie -und
Wasserversorgung
42,5 36,0 * 61,6 * *
F Baugewerbe 53,2 37,1 57,9 51,0 52,5 50,8
G Handel;
Instandhaltung und
Reparatur von
Kraftfahrzeugen und
Gebrauchsgütern
51,6 46,7 54,0 50,4 50,1 50,6
H Gastgewerbe 52,6 * 54,9 45,3 * 44,8
Schmerzen im unteren Rücken/
Kreuzschmerzen – Ja
In den letzten 12 Monaten
wegen Schmerzen im unteren
Rücken/Kreuzschmerzen in
Behandlung – Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
47,3 41,0 52,1 55,3 52,4 56,9
J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
38,5 37,9 43,2 64,6 62,5 *
K Immobilien,
Vermietung, DL hptsl.
für Unternehmen
39,3 38,5 42,0 51,4 52,0 49,6
L Öffentliche
Verwaltung,
Verteidigung,
Sozialversicherung
44,0 42,9 48,7 62,2 60,5 68,3
M Erziehung und
Unterricht
36,6 34,7 38,3 55,1 55,8 54,5
N Gesundheits-,
Veterinär- und
Sozialwesen
51,9 43,8 55,8 52,8 53,6 52,5
O Erbringung von
sonstigen
öffentlichen und privaten
Dienstleistungen
46,0 40,9 50,9 55,9 54,8 56,8
Stellung im
Beruf. 6
Gruppen
Arbeiter 57,1 45,6 59,1 58,5 59,8 58,3
Angestellte 45,1 39,3 51,4 52,8 54,4 51,5
Beamte 39,7 39,7 39,6 62,9 65,6 57,6
Selbst./Freiber./
Freie Mit.
36,7 34,1 40,2 51,3 51,3 51,3
Mithelf.
Familienangeh.
* * * * * *
Arbeiter/Angestellte * * * * * *
Geschlecht männlich 43,8 35,1 50,7 54,5 54,4 54,5
weiblich 49,0 43,3 54,4 54,2 55,8 52,9
Teilzeit unter
35 Stunden /
Vollzeit
Teilzeit 45,1 38,2 49,9 53,5 55,1 52,7
Vollzeit 46,5 39,2 53,3 54,6 55,2 54,2
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (n=19.973; alle Erwerbstätigen)
1 Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und Produzierendes Gewerbe (nicht
zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, C,
P, Q werden aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht abgebildet.
* Fallzahl zu klein
10. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei den BAuA-Erwerbstätigenbefragungen 2018 und
2012 angegeben haben, „Schmerzen im Nacken-, Schulterbereich“ zu
haben im Vergleich zu allen Beschäftigten, und wie hoch war der Anteil der
Beschäftigten, die deswegen in den letzten zwölf Monaten in
Behandlung waren (bitte nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung im
Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw. Vollzeit
ausweisen)?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Zur
Beantwortung der Frage wurden die Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung
2018 ausgewertet. Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern,
Wirtschaftszweigen, Stellung im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zu
Schmerzen im Nacken-/Schulterbereich sowie zur Behandlung deswegen sind
Tabelle 10.1 zu entnehmen.
Tabelle 10.1: Anteil der Beschäftigten mit Schmerzen im Nacken-/
Schulterbereich sowie der Beschäftigten, die in den letzten 12 Monaten wegen Schmerzen
im Nacken-/Schulterbereich in Behandlung waren, differenziert nach
„Büroarbeit“/keine „Büroarbeit“ in Prozent
Schmerzen im Nacken-/
Schulterbereich – Ja
In den letzten 12 Monaten wegen
Schmerzen im Nacken-/
Schulterbereich in Behandlung – Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt 49,5 49,9 49,1 51,4 52,8 50,2
Bundesland
des Wohnortes
Schleswig-Holstein 48,9 49,7 48,4 55,1 56,3 54,2
Hamburg 51,0 52,1 49,7 49,1 50,4 47,4
Niedersachsen 49,5 52,6 47,1 49,3 50,8 47,9
Bremen 37,6 31,5 * * * *
Nordrhein-Westfalen 49,2 50,1 48,3 53,8 57,4 50,6
Hessen 46,8 47,1 46,5 50,0 48,7 51,4
Rheinland-Pfalz 51,5 54,4 49,0 54,9 59,2 50,7
Baden-Württemberg 47,6 48,4 46,9 51,6 51,4 51,8
Bayern 48,4 48,1 48,6 49,8 53,7 46,9
Saarland 61,5 53,6 71,5 50,1 * *
Berlin 52,1 50,4 54,4 46,7 47,9 45,1
Brandenburg 53,2 52,4 53,9 52,7 52,7 52,7
Mecklenburg-
Vorpommern
50,0 58,6 44,8 48,8 * 43,2
Sachsen 50,3 54,2 47,4 51,5 46,9 55,5
Sachsen-Anhalt 55,5 48,0 59,7 51,4 50,5 51,8
Thüringen 53,4 46,2 58,2 55,6 50,8 58,2
Wirtschaftszweig. A-Q
(WZ 2003)1
A Land- und
Forstwirtschaft
44,1 * 42,2 42,9 * 40,2
D Verarbeitendes
Gewerbe
45,7 43,3 47,5 50,7 51,1 50,5
E Energie -und
Wasserversorgung
35,5 33,7 * * * *
F Baugewerbe 48,7 54,8 46,9 46,5 46,0 46,7
Schmerzen im Nacken-/
Schulterbereich – Ja
In den letzten 12 Monaten wegen
Schmerzen im Nacken-/
Schulterbereich in Behandlung – Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
G Handel;
Instandhaltung und
Reparatur von
Kraftfahrzeugen und
Gebrauchsgütern
52,6 53,2 52,4 51,7 52,3 51,4
H Gastgewerbe 50,2 * 48,2 41,4 * 43,6
I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
49,4 52,2 47,3 51,2 51,2 51,3
J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
47,7 47,5 * 60,5 59,5 *
K Immobilien,
Vermietung, DL hptsl.
für Unternehmen
47,0 49,0 41,2 48,8 51,6 38,6
L Öffentliche
Verwaltung,
Verteidigung,
Sozialversicherung
54,5 56,1 48,2 57,6 57,3 58,8
M Erziehung und
Unterricht
50,8 51,5 50,1 53,2 51,2 54,9
N Gesundheits-,
Veterinär- und
Sozialwesen
56,3 54,8 56,9 51,6 51,6 51,5
O Erbringung von
sonstigen
öffentlichen und privaten
Dienstleistungen
47,9 52,0 43,9 54,3 52,9 55,9
Stellung im
Beruf. 6
Gruppen
Arbeiter 51,4 49,9 51,7 51,8 56,0 51,0
Angestellte 50,7 51,2 50,1 50,8 51,8 49,7
Beamte 48,9 51,2 44,5 59,7 60,4 58,1
Selbst./Freiber./
Freie Mit.
39,7 42,3 36,2 50,7 52,8 47,3
Mithelf.
Familienangeh.
* * * * * *
Arbeiter/Angestellte * * * * * *
Geschlecht männlich 40,6 38,5 42,3 48,8 50,7 47,5
weiblich 60,2 62,6 57,9 53,5 54,2 52,8
Teilzeit unter
35 Stunden /
Vollzeit
Teilzeit 51,9 55,7 49,4 52,1 53,5 51,1
Vollzeit 48,6 48,2 49,0 51,1 52,5 49,8
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (n=19.973; alle Erwerbstätigen)
1 Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und Produzierendes Gewerbe (nicht
zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, C,
P, Q werden aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht abgebildet.
* Fallzahl zu klein
11. Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) aufgrund von Muskel-
Skelett-Erkrankungen gab es nach Kenntnis der Bundesregierung in den
letzten 15 Jahren (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten
Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach
Geschlecht, Alter und nach Bundesländern differenzieren)?
12. Wie viele durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte aufgrund von
Muskel-Skelett-Erkrankungen gab es nach Kenntnis der
Bundesregierung in den letzten fünfzehn Jahren (bitte für die einzelnen Jahre sowohl
in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen
darstellen, bitte nach Geschlecht, Alter und nach Bundesländern
differenzieren)?
Die Fragen 11 und 12 werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Der
Bundesregierung liegen keine Informationen über das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen
aufgrund Muskel-Skelett-Erkrankungen bei „Büroarbeit“ vor.
13. Wie viele Personen sind in den letzten fünfzehn Jahren wegen
verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen
vorzeitig in die Rente eingetreten (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in
absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Renteneintritten darstellen,
bitte nach Geschlecht, Alter und nach Bundesländern differenzieren)?
Die Antwort zur Frage ist der Tabelle 13* zu entnehmen. Die ausgewiesenen
statistischen Daten zu den Renten wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit nach
SGB VI entstammen einer Sonderauswertung der Statistik der Deutschen
Rentenversicherung.
14. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten
fünfzehn Jahren die gesamtgesellschaftlichen Kosten, die durch Muskel-
Skelett-Erkrankungen verursacht wurden (bitte für die einzelnen Jahre
nach direkten und indirekten Kosten differenzieren)?
Für eine Unterscheidung nach direkten und indirekten Kosten sowie zu
gesamtgesellschaftlichen Kosten liegen keine Informationen vor.
In den jährlichen Berichten zum Stand von „Sicherheit und Gesundheit bei der
Arbeit“ werden Schätzungen der volkswirtschaftlichen Kosten im Sinne des
Produktionsausfalls durch Arbeitsunfähigkeit vorgenommen. Die Schätzungen
basieren auf Daten von gesetzlichen Krankenkassen und werden auf alle
Arbeitnehmer/innen hochgerechnet. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es –
neben dem Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage – weitere Faktoren gibt, die die
Interpretation der Daten als Zeitreihe einschränken). Der Produktionsausfall
insgesamt wird im Verhältnis zum Bruttonationaleinkommen dargestellt.
* Von einer Drucklegung der Tabelle wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 19/24215 auf der Internetseite
des Deutschen Bundestages abrufbar.
Tabelle 14.1: Produktionsausfallkosten und Ausfall an Bruttowertschöpfung
aufgrund von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
Jahr Kosten
Krankheiten des
Muskel-Skelett-
Systems und des
Bindegewebes
(M00-M99)
Alle
Diagnosegruppen
2018
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 18,5 Mrd. € 84,5 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,5 % 2,5 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 31,7 Mrd. € 144,7 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,9 % 4,2 %
2017
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 17,2 Mrd. € 76,4 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,5 % 2,3 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 30,5 Mrd. € 135,5 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,9 % 4,1 %
2016
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 17,2 Mrd. € 75,2 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,5 % 2,4 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 30,4 Mrd. € 133,1 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 1,0 % 4,2 %
2015
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 14,1 Mrd. € 64,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,5 % 2,1 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 24,9 Mrd. € 113,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,8 % 3,7 %
2014
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 13,2 Mrd. € 57,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,5 % 2,0 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 20,8 Mrd. € 90,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 3,1 %
2013
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 13,0 Mrd. € 59,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 2,0 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 22,7 Mrd. € 103,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,8 % 3,6 %
2012
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 12,4 Mrd. € 53,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,9 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 21,5 Mrd. € 92,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,8 % 3,4 %
Jahr Kosten
Krankheiten des
Muskel-Skelett-
Systems und des
Bindegewebes
(M00-M99)
Alle
Diagnosegruppen
2011
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 10,0 Mrd. € 46,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,8 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 17,3 Mrd. € 80,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 3,1 %
2010
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 9,1 Mrd. € 39,2 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,6 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 16,0 Mrd. € 68,4 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 2,8 %
2009
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 9,8 Mrd. € 43,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,8 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 17,1 Mrd. € 74,9 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 3,1 %
2008
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 10,6 Mrd. € 43,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,7 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 19,2 Mrd. € 78,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,8 % 3,1 %
2007
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 9,5 Mrd. € 40,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,7 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 17,3 Mrd. € 73,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 3,0 %
2006
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 8,5 Mrd. € 36,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,6 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 15,4 Mrd. € 65,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 2,8 %
2005
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 8,8 Mrd. € 37,8 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,7 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 15,5 Mrd. € 66,5 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,7 % 3,0 %
2004
Produktionsausfallkosten
Milliarden € 9,7 Mrd. € 40,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,4 % 1,8 %
Ausfall an Bruttowertschöpfung
Milliarden € 17,0 Mrd. € 70,0 Mrd. €
vom
Bruttonationaleinkommen in % 0,8 % 3,1 %
Quelle: SuGA 2004 – SuGA 2018; Daten: verschiedene Krankenkassenverbände, eigene
Berechnungen der BAuA
15. Wie hoch war nach Kenntnis der Bunderegierung der Anteil der
Beschäftigten die ihre Arbeitszeit mindestens anteilig vor einem Computer bzw.
einem Bildschirm verbringen (bitte nach Geschlecht, Alter,
Vollzeitbzw. Teilzeit, Branchen sowie nach Bundesländern differenzieren)?
a) Welche Unterschiede gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung hier
zwischen Beschäftigten allgemein und Bürobeschäftigten?
Die Fragen 15 und 15a werden gemeinsam beantwortet.
Die Fragen werden gemeinsam anhand der BIBB/BAuA-
Erwerbstätigenbefragung 2018 beantwortet.
Die Variable „Arbeiten mit dem Computer“ wird zur Operationalisierung von
„Büroarbeit“ in der BIBB/BAuA Erwerbstätigenbefragung benutzt.
Entsprechend arbeiten 100 Prozent der „Büroarbeiter“ häufig mit dem Computer.
Abgrenzend können die Anteile zu „Arbeiten mit dem Computer“ der Personen
ohne „Büroarbeit“ mit denen aller Erwerbstätigen verglichen werden.
Differenzierte Ergebnisse nach Geschlecht, Alter, Vollzeit- bzw. Teilzeit,
Wirtschaftszweigen und Bundesländern sind Tabelle 15.1 zu entnehmen.
Bei den Nicht-“Büroarbeitern“ lassen sich ähnliche Unterschiede nach
Geschlecht, Wochenarbeitszeit, Branchen und Bundesländern in der
Computernutzung wie bei allen Beschäftigten insgesamt beobachten.
Tabelle 15.1: Anteil der Beschäftigten, die mit dem Computer arbeiten,
differenziert nach „Büroarbeit“/keine „Büroarbeit“ in Prozent
Arbeiten mit dem Computer
Gesamt Büroarbeit1 keine Büroarbeit
häufig
manch
mal nie häufig
manch
mal nie häufig
manch
mal nie
Gesamt 68,8 14,6 16,6 100,0 0,0 0,0 41,9 27,1 31,0
Geschlecht männlich 66,6 15,9 17,5 100,0 0,0 0,0 39,9 28,6 31,5
weiblich 71,5 13,0 15,6 100,0 0,0 0,0 44,5 25,2 30,3
Alter.
6 Gruppen
15 – 24 52,9 20,5 26,6 100,0 0,0 0,0 32,0 29,7 38,4
25 – 34 72,4 13,5 14,1 100,0 0,0 0,0 44,7 27,0 28,3
35 – 44 73,0 12,7 14,3 100,0 0,0 0,0 47,5 24,6 27,9
45 – 54 68,6 15,2 16,2 100,0 0,0 0,0 41,6 28,3 30,1
55 – 64 65,4 15,2 19,3 100,0 0,0 0,0 38,7 27,0 34,2
65 - 71,5 11,6 16,9 100,0 0,0 0,0 34,8 26,6 38,6
Teilzeit unter
35 Stunden /
Vollzeit
Teilzeit 63,0 14,8 22,2 100,0 0,0 0,0 37,7 24,9 37,4
Vollzeit 70,9 14,5 14,6 100,0 0,0 0,0 43,6 28,0 28,4
Wirtschaftszweig. A-Q
(WZ 2003)
A Land- und
Forstwirtschaft 39,2 25,7 35,1 100,0 0,0 0,0 24,2 32,1 43,7
F Baugewerbe 33,3 18,0 48,7 100,0 0,0 0,0 13,9 23,2 62,9
G Handel;
Instandhaltung
und Reparatur
von
Kraftfahrzeugen und
Gebrauchsgütern
67,6 14,9 17,5 100,0 0,0 0,0 51,8 22,2 26,0
Arbeiten mit dem Computer
Gesamt Büroarbeit1 keine Büroarbeit
häufig
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manch
mal nie häufig
manch
mal nie
H Gastgewerbe 35,2 21,9 42,9 100,0 0,0 0,0 25,8 25,1 49,1
I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
56,0 17,4 26,7 100,0 0,0 0,0 23,0 30,4 46,6
J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
96,4 * * 100,0 0,0 0,0 66,1 * *
K Immobilien,
Vermietung, DL
hptsl. für
Unternehmen
83,9 6,0 10,1 100,0 0,0 0,0 35,5 24,1 40,4
L Öffentliche
Verwaltung,
Verteidigung,
Sozialversicherung
91,7 5,8 2,6 100,0 0,0 0,0 56,7 30,0 13,3
M Erziehung
und Unterricht 74,2 20,0 5,8 100,0 0,0 0,0 51,2 37,8 11,0
N Gesundheits-,
Veterinär- und
Sozialwesen
69,1 18,1 12,8 100,0 0,0 0,0 54,3 26,8 18,9
O Erbringung
von sonstigen
öffentlichen
und privaten
Dienstleistungen
70,0 13,0 17,0 100,0 0,0 0,0 40,7 25,7 33,6
Bundesland des
Wohnortes
Schleswig-
Holstein 63,8 18,2 18,0 100,0 0,0 0,0 37,1 31,6 31,3
Hamburg 76,1 * * 100,0 0,0 0,0 45,5 * *
Niedersachsen 64,4 15,9 19,7 100,0 0,0 0,0 37,2 28,0 34,7
Bremen 65,6 * * 100,0 0,0 0,0 * * *
Nordrhein-
Westfalen 69,2 13,5 17,3 100,0 0,0 0,0 42,4 25,3 32,4
Hessen 72,6 14,5 12,9 100,0 0,0 0,0 42,2 30,6 27,2
Rheinland-Pfalz 69,6 14,9 15,5 100,0 0,0 0,0 43,0 28,0 29,1
Baden-
Württemberg 71,8 14,5 13,7 100,0 0,0 0,0 45,1 28,2 26,8
Bayern 67,9 15,5 16,7 100,0 0,0 0,0 43,1 27,4 29,5
Saarland 76,4 * * 100,0 0,0 0,0 * * *
Berlin 73,9 11,8 14,3 100,0 0,0 0,0 40,3 26,9 32,8
Brandenburg 69,8 14,0 16,2 100,0 0,0 0,0 42,1 26,8 31,0
Mecklenburg-
Vorpommern 63,6 16,9 19,5 100,0 0,0 0,0 41,5 27,1 31,3
Sachsen 66,3 14,5 19,2 100,0 0,0 0,0 41,1 25,3 33,5
Sachsen-Anhalt 61,1 17,2 21,7 100,0 0,0 0,0 39,1 27,0 33,9
Thüringen 64,2 13,4 22,4 100,0 0,0 0,0 40,6 22,2 37,2
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (n=13.747; alle Erwerbstätigen)
1 Da das „Arbeiten mit dem Computer“ in der für die BIBB/BAuA genutzten Operationalisierung
von „Büroarbeit“ eine zentrale Variable ist, weisen die „Büroarbeit“ für die Häufigkeit „Arbeiten
mit dem Computer“ in der Kategorie „häufig“ überall 100 % auf.
2 Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und Produzierendes Gewerbe (nicht
zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, C,
P, Q werden aufgrund zu kleiner Fallzahlen nicht abgebildet.
*Fallzahl zu klein
b) Wie viele Stunden verbringen nach Kenntnis der Bundesregierung
Beschäftigte in Deutschland im Durchschnitt täglich bei ihrer Arbeit vor
dem Bildschirm?
Die Information, wie viele Stunden die Befragten im Durchschnitt täglich bei
ihrer Arbeit vor dem Bildschirm verbringen, liegt nicht vor. Allerdings kann für
die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 ausgewiesen werden, wie viel
Prozent der Arbeitszeit die Befragten im Durchschnitt bei der Arbeit am
Computer verbringen:
Die Befragten verbringen insgesamt im Durchschnitt 47,8 Prozent ihrer
Arbeitszeit mit Arbeiten am Computer. Beschäftigte, die häufig mit dem
Computer arbeiten, geben im Durchschnitt an, dass sie 55,9 Prozent ihrer Arbeitszeit
mit Arbeiten am Computer verbringen. Bei denjenigen, die manchmal mit dem
Computer arbeiten, sind es 11,9 Prozent ihrer Arbeitszeit.
c) Für welchen Anteil der Bürobeschäftigten war in den letzten fünfzehn
Jahren der Computer das wichtigste Arbeitsmittel?
Auf die Vorbemerkungen der Bundesregierung wird verwiesen.
Die Frage nach dem wichtigsten Arbeitsmittel in der BIBB/BAuA-
Erwerbstätigenbefragung ist eine offene Abfrage. Die Antworten wurden
nachträglich in die folgenden Kategorien zusammengefasst: (1) Werkzeuge, Geräte,
(2) Maschinen, Anlagen, (3) Messgeräte, Diagnosegeräte, (4) Computer, EDV-
Geräte, (5) Software, (6) Büro- und Kommunikationsgeräte, (7) Fahrzeuge,
Transportmittel, (8) andere Geräte und Hilfsmittel.
Im Folgenden wird die Kategorie „(4) Computer, EDV-Geräte“ ausgewertet.
Hinweise zur Kodierung der Frage finden sich im Zwischenbericht 2.1.314 zur
BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (
https://www.bibb.de/tools/dapro/
data/documents/pdf/zw_21314.pdf).
Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 zeigen, dass
44,7 Prozent aller Beschäftigten den Computer bzw. das EDV-Geräte als das
wichtigste Arbeitsmittel angeben. Von den „Büroarbeitern“ geben 77,4 Prozent
dies an und von den Erwerbstätigen ohne „Büroarbeit“ 15,5 Prozent.
16. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei den BAuA-Erwerbstätigenbefragungen 2018 und
2012 angegeben haben, „Kopfschmerzen“ zu haben, im Vergleich zu
allen Beschäftigten, und wie hoch war der Anteil der Beschäftigten, die
deswegen in den letzten zwölf Monaten in Behandlung waren (bitte nach
Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung im Beruf und Geschlecht
sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw. Vollzeit ausweisen)?
Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung
im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zu Kopfschmerzen sowie
zur Behandlung deswegen sind Tabelle 16.1 zu entnehmen.
Tabelle 16.1: Anteil der Beschäftigten mit Kopfschmerzen sowie der
Beschäftigten, die in den letzten 12 Monaten wegen Kopfschmerzen in Behandlung
waren, differenziert nach „Büroarbeit“/keine „Büroarbeit“ in Prozent
Kopfschmerzen – Ja In den letzten 12 Monaten wegen
Kopfschmerzen in Behandlung –
Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt 33,6 36,9 30,8 26,9 27,0 26,8
Bundesland des
Wohnortes
Schleswig-Holstein 32,6 37,6 29,0 25,2 30,4 20,3
Hamburg 38,0 39,1 36,6 26,5 30,0 21,8
Niedersachsen 32,5 37,4 28,7 25,7 26,1 25,3
Bremen 36,3 26,7 * * * *
Nordrhein-Westfalen 34,9 39,1 31,3 28,6 27,4 29,9
Hessen 32,9 34,3 31,4 24,5 24,2 24,9
Rheinland-Pfalz 32,7 39,5 26,8 31,2 34,3 27,2
Baden-Württemberg 31,7 34,3 29,2 30,4 29,5 31,4
Bayern 33,1 35,6 31,2 25,9 27,5 24,5
Saarland 40,4 41,7 38,8 14,2 * *
Berlin 35,9 37,7 33,6 29,6 27,5 32,7
Brandenburg 31,4 36,4 26,8 24,1 22,7 25,9
Mecklenburg-
Vorpommern
31,2 38,9 26,5 28,3 * *
Sachsen 32,0 36,7 28,4 25,9 23,2 28,5
Sachsen-Anhalt 37,4 40,3 35,8 25,3 19,6 28,9
Thüringen 38,2 37,9 38,4 18,1 17,3 18,7
Wirtschaftszweig. A-Q
(WZ 2003)1
A Land- und
Forstwirtschaft
22,6 26,8 21,6 20,6 * *
D Verarbeitendes
Gewerbe
29,0 32,2 26,7 25,1 23,4 26,6
E Energie -und
Wasserversorgung
29,9 32,1 * 23,0 * *
F Baugewerbe 21,9 34,3 18,3 17,1 23,3 13,6
G Handel;
Instandhaltung und
Reparatur von
Kraftfahrzeugen und
Gebrauchsgütern
36,2 40,1 34,3 29,1 25,7 31,0
H Gastgewerbe 35,4 * 35,0 17,0 * 17,0
I Verkehr und
Nachrichtenübermittlung
35,3 41,4 30,6 27,1 26,4 27,9
J Kredit- und
Versicherungsgewerbe
36,3 36,9 31,3 26,9 26,8 *
K Immobilien,
Vermietung, DL hptsl.
für Unternehmen
33,6 36,2 25,8 26,5 26,5 26,9
L Öffentliche
Verwaltung,
Verteidigung,
Sozialversicherung
37,9 40,4 27,7 29,4 28,4 35,4
M Erziehung und
Unterricht
40,0 38,1 41,7 27,4 30,5 25,0
Kopfschmerzen – Ja In den letzten 12 Monaten wegen
Kopfschmerzen in Behandlung –
Ja
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
Gesamt Büroarbeit keine
Büroarbeit
N Gesundheits-,
Veterinär- und
Sozialwesen
39,5 41,6 38,5 30,6 31,8 29,9
O Erbringung von
sonstigen
öffentlichen und privaten
Dienstleistungen
33,3 39,0 27,8 24,3 27,2 20,5
Stellung im
Beruf. 6 Gruppen
Arbeiter 28,1 33,6 27,1 29,4 30,0 29,3
Angestellte 36,6 39,3 33,6 26,4 26,7 26,0
Beamte 36,7 36,8 36,3 29,4 28,6 30,9
Selbst./Freiber./
Freie Mit.
22,5 24,8 19,5 25,5 26,5 23,9
Mithelf.
Familienangeh.
* * * * * *
Arbeiter/Angestellte * * * * * *
Geschlecht männlich 27,5 29,8 25,7 22,9 22,0 23,7
weiblich 41,0 44,9 37,3 30,1 30,6 29,5
Teilzeit unter
35 Stunden /
Vollzeit
Teilzeit 33,4 38,1 30,2 30,3 30,7 29,9
Vollzeit 33,7 36,6 31,0 25,7 25,8 25,5
Quelle: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018 (n=19.973; alle Erwerbstätigen)
1 Die Wirtschaftszweige Dienstleistungen (nicht zuzuordnen) und Produzierendes Gewerbe (nicht
zuzuordnen) wurden als nicht eindeutige Kategorien ausgeschlossen. Die Wirtschaftszweige B, C,
P, Q werden aufgrund einer zu kleiner Fallzahlen nicht abgebildet
* Fallzahl zu klein
17. Wie viele AU-Tage aufgrund von Kopfschmerzen (ICD 10: G43, G44
und R51) gab es nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten
fünfzehn Jahren (bitte für die einzelnen Jahre sowohl in absoluten Zahlen als
auch als Anteil an allen Diagnosegruppen darstellen, bitte nach
Geschlecht, Alter und nach Bundesländern differenzieren)?
18. Wie viele durchschnittliche AU-Tage je 100 Versicherte aufgrund von
Kopfschmerzen (ICD 10: G43, G44 und R51) gab es nach Kenntnis der
Bundesregierung in den letzten 15 Jahren (bitte für die einzelnen Jahre
sowohl in absoluten Zahlen als auch als Anteil an allen Diagnosegruppen
darstellen, bitte nach Geschlecht, Alter und nach Bundesländern
differenzieren)?
Die Fragen 17 und 18 werden gemeinsam beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine Informationen über das
Arbeitsunfähigkeitsgeschehen aufgrund Kopfschmerzen bei „Büroarbeit“ vor.
19. Welcher Zusammenhang besteht nach Kenntnis der Bundesregierung
zwischen Bildschirmarbeit und Augenbeschwerden, und welche
Entwicklungen sind hierzu in den letzten fünfzehn Jahren zu beobachten?
a) Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil von
Beschäftigten, die von einer negativen Belastung ihrer Augen durch
Bildschirmarbeit berichtet haben?
b) Trifft es nach Kenntnis der Bundesregierung zu, dass Augenleiden
wie Kurzsichtigkeit seit Jahren zunehmen, und welchen
Zusammenhang sieht sie hier zu Bildschirmarbeit?
Die Fragen 19 bis 19b werden gemeinsam beantwortet.
Der Bundesregierung liegen hierzu keine vergleichbaren Daten und
Informationen vor.
20. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Beschäftigten, die bei den BAuA-Erwerbstätigenbefragungen 2018 und
2012 angegeben haben, „Schmerzen in den Händen“ zu haben, im
Vergleich zu allen Beschäftigten, und wie hoch war der Anteil der
Beschäftigten, die deswegen in den letzten zwölf Monaten in Behandlung waren
(bitte nach Bundesländern, Wirtschaftszweigen, Stellung im Beruf und
Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit: Teilzeit bzw. Vollzeit ausweisen)?
Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Zur
Beantwortung der Frage wurden die Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung
2018 ausgewertet. Differenzierte Ergebnisse nach Bundesländern,
Wirtschaftszweigen, Stellung im Beruf und Geschlecht sowie Wochenarbeitszeit zu
Schmerzen in den Händen sowie zur Behandlung deswegen sind Tabelle 20.1
zu entnehmen.
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21. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung bezüglich
Berufskrankheiten vor, die mit „Büroarbeit“ einhergehen, und inwiefern wurden
solche in den letzten 15 Jahren von den Trägern der gesetzlichen
Unfallversicherung anerkannt?
Die geltende Berufskrankheitenliste (Anlage 1 zur Berufskrankheiten-
Verordnung) enthält keine Berufskrankheit, die direkt im Zusammenhang mit
„Büroarbeit“ steht.
22. Was unternehmen die Bundesregierung und ihr nachgeordnete Behörden
wie die BAuA, um zu verhindern, dass Beschäftigte durch „Büroarbeit“
körperlich erkranken?
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber, Arbeit so zu gestalten, dass
arbeitsbedingte Beschwerden und Erkrankungen verhindert werden.
Beschäftigte, die Tätigkeiten an Bildschirmgeräten ausüben haben Anspruch auf
arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge nach der Verordnung zur
arbeitsmedizinischen Vorsorge. Ziel der arbeitsmedizinischen Vorsorge ist, arbeitsbedingte
Erkrankungen einschließlich Berufskrankheiten frühzeitig zu erkennen und zu
verhüten, Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten und den betrieblichen
Gesundheitsschutz fortzuentwickeln.
Im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA)
wurden zum Thema „„Gesund und erfolgreich arbeiten im Büro“ anerkannte
Handlungshilfen und Fachinformationen veröffentlicht, die die betrieblichen Akteure
umfassend informieren und darin unterstützen, Muskel-Skelett-Belastungen
und -Erkrankungen an Büroarbeitsplätzen zu reduzieren (
https://www.gda-port
al.de/DE/Betriebe/Bueroarbeit/Bueroarbeit_node.html)
Die BAuA adressiert Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems im Rahmen
mehrerer Projekte und Publikationen, auch zu „Büroarbeit“, um Arbeitgebern
Informationen an die Hand zu geben, die sie bei der Gefährdungsbeurteilung
unterstützen können. Außerdem werden wissenschaftliche Erkenntnisse
generiert, die in Empfehlungen zur Arbeitsgestaltung einfließen.
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