Zahngesundheit bei Kindern
der Abgeordneten Dr. Wieland Schinnenburg, Michael Theurer, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, Christine Aschenberg-Dugnus, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Mario Brandenburg (Südpfalz), Dr. Marco Buschmann, Carl-Julius Cronenberg, Hartmut Ebbing, Dr. Marcus Faber, Daniel Föst, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Dr. Christian Jung, Karsten Klein, Dr. Marcel Klinge, Daniela Kluckert, Pascal Kober, Dr. Lukas Köhler, Carina Konrad, Ulrich Lechte, Roman Müller-Böhm, Dr. Martin Neumann, Bernd Reuther, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Gerald Ullrich, Sandra Weeser und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Bei Kindern tritt Karies immer noch häufig auf, im Milchgebiss „in alarmierendem Umfang“, so der Barmer-Zahnreport 2020 (https://www.barmer.de/blob/241616/3b39a6098e63921a427efe3980932c16/data/dl-zahnreport2020-komplett.pdf). Im Alter von zwölf Jahren weisen nur 67 Prozent der versicherten Kinder keine Versorgungserfahrung an bleibenden Zähnen auf, im Umkehrschluss mussten bei einem Drittel der Kinder bereits Eingriffe, etwa gegen Karies, durchgeführt werden.
Die Gruppenprophylaxe gemäß § 21 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) habe erhebliche Fortschritte bei der Zahngesundheit gebracht, so der Barmer-Report weiter, allerdings haben zwischen 9 und 15 Prozent aller Kinder keinen Zahnarztkontakt. Gleichzeitig stellt der Report fest, dass immer mehr Leistungen im Bereich der Zahngesundheit auf immer weniger Personen entfallen. 10 Prozent der versicherten Kinder nehmen zwischen 70 und 90 Prozent der Leistungen in Anspruch. Der Barmer-Report identifiziert als Risikogruppe Kinder von Eltern mit geringem Einkommen.
Auch bei der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), den sogenannten „Kreidezähnen“ sei ein Zusammenhang mit dem Einkommen der Eltern feststellbar. Das häufigere Auftreten betrifft hierbei allerdings nicht soziale Schichten mit niedrigen Einkommen, sondern ebenso Kinder von wohlhabenden Eltern. Über die Ursachen für MIH sowie die Anzahl der schweren Fälle gebe es bisher keine genauen Erkenntnisse.
Nach Auffassung der Fragesteller verdient die Zahngesundheit von Kindern eine besondere Aufmerksamkeit. Viele schmerzhafte und teure Behandlungen im Erwachsenenalter ließen sich durch eine gute Prävention im Kindesalter verhindern. Die Gruppenprophylaxe kann nur ein erster Schritt zu einer besseren Zahngesundheit sein, insgesamt zeigt der Barmer-Report, dass viele Kinder durch Vorsorge- und Präventionsmaßnahmen nicht erreicht werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen6
Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die Zahngesundheit von Kindern zu verbessern, und welche finanziellen Mittel stellt sie hierzu zur Verfügung?
Fördert die Bundesregierung Präventionsprogramme zur Zahngesundheit von Kindern, wenn ja, in welchem Umfang, und mit welchem Ergebnis?
Wurden die Programme evaluiert, wenn ja, wann, und mit welchem Ergebnis?
Plant die Bundesregierung, weitere Programme zu unterstützen oder aufzusetzen, wenn ja, welche, wann, und in welchem finanziellen Umfang?
Welche Maßnahmen hält die Bundesregierung für erforderlich, damit alle Kinder regelmäßig einen Zahnarztkontakt haben und Schäden damit früher erkannt werden können?
Wie gut ist die Kinderzahngesundheit in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung im Vergleich zu anderen Ländern?
Plant die Bundesregierung weitere gesetzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Kinderzahngesundheit, wenn ja, welche, und wann?
Welche Zahlen zur Ausbreitung der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation in Deutschland liegen der Bundesregierung vor?
Welche Forschungsprojekte fördert die Bundesregierung zur MIH?
Besteht eine Zusammenarbeit mit anderen Ländern, um die MIH zu bekämpfen, wenn ja, mit welchen, und in welchem Umfang?