Entwicklung des Schienenpersonenverkehrs in Sachsen-Anhalt
der Abgeordneten Dr. Marcus Faber, Frank Sitta, Torsten Herbst, Dr. Christian Jung, Oliver Luksic, Bernd Reuther, Daniela Kluckert, Renata Alt, Dr. Marco Buschmann, Reginald Hanke, Peter Heidt, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Dr. Gero Clemens Hocker, Reinhard Houben, Pascal Kober, Alexander Müller, Matthias Seestern-Pauly, Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Katja Suding, Gerald Ullrich und der Fraktion der FDP
Vorbemerkung
Sachsen-Anhalt gilt weiterhin als ein Pendlerland, da etwa jeder sechste Arbeitnehmer außerhalb des Bundeslandes arbeitet (https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/pendler-land-sachsen-anhalt-statistik-100.html). Viele Menschen sind deshalb tagtäglich auf Züge angewiesen, um beispielsweise zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Auch wenn die Corona-Pandemie die Fahrgastzahlen einbrechen lässt, ist der reibungslose Betrieb des Schienenpersonenverkehrs (SPV) nach Ansicht der Fragesteller von zentraler Bedeutung. Denn Einschränkungen des SPV hätten weitreichende Auswirkungen auf verschiedenste wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche in Sachsen-Anhalt. Insbesondere verbindet ein gut ausgebautes SPV-Netz die Großstädte mit dem ländlichen Raum, wodurch gesellschaftliche als auch berufliche Mobilität als Grundvoraussetzung für Teilhabe sichergestellt wird. Hierzu sind neben einer leistungsstarken und verlässlichen Bahninfrastruktur auch effiziente Planung und Durchführung notwendig. Ein starker SPV bildet somit eine wichtige Voraussetzung für die Wirtschaft, deren Wettbewerbsfähigkeit und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für Wohlstand und Arbeitsplätze.
Die Fraktionen der CDU, CSU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode „Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“ vereinbart, dass der Schienenverkehr besonders gefördert werden soll. Damit steht die Bundesregierung unter der Maßgabe, diese Vereinbarung umzusetzen und die Schiene zu stärken.
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen10
Welche sind die 20 größten Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt, gemessen an der Zahl der durchschnittlichen täglichen Ein- und Ausstiege sowie Personenzüge, und wie haben sich die Ein- und Ausstiegszahlen in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Welche Prognose gibt es für die Entwicklung der durchschnittlichen Ein- und Ausstiege sowie der Personenzüge an den 20 größten Bahnhöfen in Sachsen-Anhalt sowie in Sachsen-Anhalt insgesamt für die kommenden fünf Jahre?
Was waren die Durchfahrtszahlen für die Schienenfernverkehrsstrecken in Sachsen-Anhalt für die vergangenen zehn Jahre (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Wie hat sich die Zahl der Fernverkehrsverbindungen aus und durch Sachsen-Anhalt in den vergangenen 20 Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Wie haben sich die Fahrgastzahlen auf den Fernverkehrsverbindungen aus und durch Sachsen-Anhalt in den vergangenen 20 Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Wie hat sich die Zahl der Fernverkehrsverbindungen von und nach den zwanzig größten Bahnhöfen in Sachsen-Anhalt in den vergangenen 20 Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Wie hat sich die Fahrgastzahl im Schienenfernverkehr von und nach den zwanzig größten Bahnhöfen in Sachsen-Anhalt in den vergangenen 20 Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Welche Maßnahmen wurden in den vergangenen zehn Jahren unternommen, um die 20 größten Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt als Schienenfernverkehrsstandorte zu stärken?
Wie hat sich jeweils die Pünktlichkeit im Schienennah- und Fernverkehr in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren entwickelt (bitte in Jahresscheiben aufschlüsseln)?
Wie viele Fälle von Verspätungen und Zugausfällen gab es in den vergangenen zehn Jahren in Sachsen-Anhalt (bitte nach Typ, betroffener Strecke und Datum aufschlüsseln)?
a) Was sind die Ursachen für Verspätungen und Zugausfälle gewesen (bitte in absoluten Zahlen und Prozent aufschlüsseln)?
b) Wurden Haltestellen in den vergangenen fünf Jahren unplanmäßig ausgelassen, und wenn ja, warum (bitte nach Zug, Haltestelle und Datum aufschlüsseln)?
c) Welche Maßnahmen wurden bisher unternommen, um Verspätungen und Zugausfälle in Sachsen-Anhalt zu reduzieren bzw. zu verhindern (bitte nach Maßnahmen nebst Erläuterungen aufschlüsseln)?