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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet
Folgen der Reformstrategie "BMZ 2030" in der Dominikanischen Republik
(insgesamt 27 Einzelfragen)
Fraktion
FDP
Ressort
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Datum
26.05.2021
Antwortdauer
36 Tage
Aktualisiert
26.07.2022
BT19/2870720.04.2021
Folgen der Reformstrategie "BMZ 2030" in der Dominikanischen Republik
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
[Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jens Beeck, Alexander Graf Lambsdorff, Olaf in der Beek,
Dr. Christoph Hoffmann, Renata Alt, Nicole Bauer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-
Neckar), Sandra Bubendorfer-Licht, Dr. Marco Buschmann, Karlheinz Busen,
Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Reginald Hanke, Peter Heidt,
Markus Herbrand, Dr. Gero Clemens Hocker, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Gyde
Jensen, Pascal Kober, Carina Konrad, Konstantin Kuhle, Alexander Kulitz, Ulrich
Lechte, Michael Georg Link, Till Mansmann, Matthias Seestern-Pauly, Frank Sitta,
Dr. Hermann Otto Solms, Bettina Stark-Watzinger, Dr. Marie-Agnes Strack-
Zimmermann, Katja Suding, Stephan Thomae, Manfred Todtenhausen, Gerald
Ullrich, Nicole Westig und der Fraktion der FDP
Folgen der Reformstrategie „BMZ 2030“ in der Dominikanischen Republik
Mit dem neuen Reformkonzept „BMZ 2030“ kündigt das Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Rückzug der
bilateralen Entwicklungszusammenarbeit unter anderem aus der
Dominikanischen Republik an (http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2020/apri
l/200429_pm_09_Entwicklungsministe- rium-legt-mit-BMZ-2030-Reformkonz
ept-vor/index.html). Begründung: „geringe Signifikanz der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit“ (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 19/20436).
Die Insel Hispaniola könnte kaum zweigeteilter sein: Auf der einen Seite die
Dominikanische Republik, die sich zu der größten und dynamischsten
Volkswirtschaft Zentralamerikas und der Karibik entwickelt hat (https://dominikanisc
herepublik.ahk.de/dominikanische-republik-informationen) und sich bis 2030
zum Hocheinkommensland entwickeln will (https://www.worldbank.org/en/co
untry/dominicanrepublic/overview). Auf der anderen Seite das krisengeplagte
Haiti, das zu den am wenigsten entwickeltesten Ländern der Welt gehört und
das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist (https://www.faz.net/aktuell/pol
itik/ausland/dominikanische-republik-ein-urlaubsparadies-zaeunt-sich-ein-1722
4114.html). Die Zweiteilung der Insel könnte nach jüngsten Berichten sogar
noch sichtbarer werden. Die Fragesteller nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass
Luis Abinader, der neugewählte Präsident der Dominikanische Republik,
entlang der 380 Kilometer langen Grenze zu Haiti eine Mauer ziehen und die
Überwachung massiv ausbauen will (https://www.sn.at/politik/weltpolitik/eine-
insel-aber-zwei-welten-100840594). Damit will er gegen die illegale
Einwanderung, Drogenschmuggel und Autodiebstahl aus Haiti vorgehen (https://www.
faz.net/aktuell/politik/ausland/dominikanische-republik-ein-urlaubsparadies-za
eunt-sich-ein-17224114.html).
Die Dominikanische Republik beziffert die Zahl der geflohenen Haitianer im
Land auf mehr als eine halbe Million – bei einer Bevölkerung von 10 Millionen
Deutscher Bundestag Drucksache 19/28707
19. Wahlperiode 20.04.2021
Menschen. Die meisten Einwanderer und auch ihre Nachfahren haben keinen
geregelten Aufenthaltsstatus. Um den Schutz der Grenze zu verstärken, hat die
Dominikanische Republik 7 000 Soldaten an der Grenze stationiert; auch
Armeeflugzeuge kommen zum Einsatz. Allein seit Jahresbeginn wurden mehr als
38 000 Haitianer daran gehindert, die Grenze zu passieren. Hunderttausenden
Einwanderern aus Haiti und ihren Nachkommen droht die Staatenlosigkeit
(https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/dominikanische-republik-ein-urlau
bsparadies-zaeunt-sich-ein-17224114.html).
Auch beim Klima- und Umweltschutz steht die Dominikanische Republik vor
enormen Herausforderungen. Der Karibikstaat gehört weltweit zu den Ländern,
die von den Risiken und Auswirkungen des Klimawandels am stärksten
betroffen sind (https://www.giz.de/de/weltweit/78494.html). Zwar wurden 29
Nationalparks ausgewiesen, darunter der Jaragua National Park, ein UNESCO-
Biosphären-Reservat, sodass nahezu ein Viertel des Landes unter Naturschutz
steht (https://www.godominicanrepublic.com/de/news-posts/aktuelle/dominika
nische-republik-staerkt-mit-neuen-foerderprogrammen-und-projekten-das-nach
haltige-tourismusangebot-und-den-umweltschutz-im-land/).
Wasserverschmutzung, Überfischung und der Klimawandel haben jedoch dazu geführt, dass
schätzungsweise 90 Prozent der Korallenriffe in der Dominikanischen Republik
abgestorben sind (https://www.dw.com/de/dominikanische-republik-mit-korall
enzucht-gegen-den-ökologischen-kollaps/a-52724423).
Deutschland unterstützt die Dominikanische Republik durch Maßnahmen der
Entwicklungszusammenarbeit und über Wirtschaftskooperationen bei dem
Schutz der Biodiversität und Artenvielfalt (https://www.giz.de/de/weltweit/874
9 1 .html); bei der Stärkung von Frühwarnsystemen vor Naturkatastrophen
(https://www.giz.de/de/weltweit/79340.html) und bei der umweltverträglichen
Nutzung natürlicher Ressourcen und der Förderung von erneuerbaren Energien
(https://www.giz.de/de/weltweit/78494.html, https://www.giz.de/de/weltweit/7
2073.html). Auch im Rahmen der deutschen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen haben Deutschland und die Dominikanische Republik
beim Thema „Klima und Sicherheit“ Einigkeit demonstriert (https://www.ausw
aertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/dominikanischerepublik-node/maas-la
teinamerika-karibik-dominikanische-republik/2190970).
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und
Deutschland werden dem Auswärtigen Amt zufolge als „vielfältig und eng“
(https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/dominikanischerep
ublik-node/bilateral/206152) beschrieben. Die Durchführung von Projekten
leidet jedoch unter der COVID-19-Krise. Der Tourismus ist dabei das wichtigste
Bindeglied der Zusammenarbeit. Die Corona-Pandemie und der damit
verbundene Ausfall der Touristen stellt für die Dominikanische Republik eine
besondere Härte dar (https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/dom
inikanischerepublik-node/bilateral/206152). Dem Karibikstaat gehen
Einnahmen aus dem Tourismussektor von über 6 Mrd. Euro verloren (https://www.rn
z.de/politik/hintergrund_artikel,-harte-sperrstunde-einschraenkungen-unter-pal
men-_arid,625366.html). Mit den meisten registrierten COVID-19-Fällen ist
die Dominikanische Republik der am schwersten betroffene Staat in der
Karibik (https://www.dw.com/de/opposition-in-dominikanischer-republik-vorn/a-54
064488).
Zwischen den Jahren 2010 und 2019 beliefen sich die ODA-anrechenbaren
(Official Development Assistance, ODA) Ausgaben der Bundesrepublik
Deutschland für Projekte und Maßnahmen in der Dominikanischen Republik
auf über 48 Mio. US-Dollar. Das BMZ finanzierte im Zeitraum von 2014 bis
2019 73 Projekte. Mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium, für
Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Bundesministerium des
Innern, für Bau und Heimat sowie dem Bundesministerium der Verteidigung
beteiligten sich vier weitere Ressorts mit verschiedenen Entwicklungsvorhaben
an 75 Projekten (https://stats.oecd.org/Index.aspx?DataSetCode=crs1#). Neben
Spanien, Kanada und den USA zählt Deutschland zu den großen bilateralen
Gebern (https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/dominikani
scherepublik-node/bilateral/206152).
Zudem sind Deutschland und die Dominikanische Republik insbesondere auch
auf wirtschaftlicher Ebene eng miteinander verbunden. Etwa 60 deutsche
Unternehmen sind in der Dominikanischen Republik aktiv. Zudem betreibt das
deutsche Unternehmen F&S Solar im Norden des Landes mit Unterstützung
der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft den größten
Solarpark der Karibik (https://www.kfw.de/stories/umwelt/erneuerbare-energien/sola
rkraftwerk-in-der-karibik/). Außerdem förderte die KfW den Bau eines neuen
Umspannwerks in dem karibischen Inselstaat mit 18 Mio. Euro und trägt damit
wesentlich zur besseren Stromversorgung im Land bei (https://www.kfw-entwi
cklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/News/Ne
ws-Details_362752.html).
Aus Sicht der Fragesteller muss die enge geografische und strukturelle
Verknüpfung von Haiti und der Dominikanische Republik in der Länderauswahl
der „BMZ 2030“-Reformstrategie stärker Berücksichtigung finden. Auch in
Bezug auf die Entwicklungszusammenarbeit können beide Länder nicht
losgelöst voneinander betrachtet werden. Insbesondere beim Klimaschutz und der
nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen sind die beiden Karibikstaaten
eng miteinander verbunden, und die Abstimmung von
Entwicklungsmaßnahmen auf der Insel Hispaniola ist von enormer Bedeutung.
In den letzten Jahren wurden diverse Projekte vom Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der Dominikanischen
Republik verlängert oder neu zugesagt, was in Anbetracht der neuen
Rückzugsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung aus Sicht der Fragesteller zum einen die Frage aufwirft, nach welcher
Gesamtstrategie die Bundesregierung ihre Außen- und Entwicklungspolitik in
Lateinamerika verfolgt. Zum anderen stellt sich hinsichtlich der starken
Fragmentierung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sowie der mangelnden
Kooperation zwischen den Ressorts der Bundesregierung die Frage nach der
Wirksamkeit der Entwicklungsmaßnahmen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Gesamtstrategie verfolgt die Bundesregierung in der
Dominikanischen Republik, und wie passt diese zu der Lateinamerika- und Karibik-
Initiative des Auswärtigen Amts einerseits und der Reformstrategie „BMZ
2030“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung andererseits (bitte begründen)?
2. An welchen multilateralen Maßnahmen und Projekten beteiligt sich die
Bundesregierung derzeit in der Dominikanischen Republik, und ist eine
Aufstockung dieser Programme geplant (bitte nach Organisation,
Maßnahme, Laufzeit, Projektzielen und Finanzvolumen aufschlüsseln)?
3. Welche konkreten Indikatoren und qualitativen Kriterien waren für die
Bundesregierung ausschlaggebend dafür, die bilaterale
Entwicklungszusammenarbeit mit der Dominikanischen Republik einzustellen, und wer
war an dem Entscheidungs- und Bewertungsprozess beteiligt (bitte
begründen)?
a) Wie begründet und anhand welcher konkreten Kriterien und Daten
belegt die Bundesregierung „geringe Signifikanz der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit“ in der Dominikanischen Republik (Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache
19/20436)?
b) Wie wurde das Kriterium „geringe Signifikanz“ im Vergleich zu den
anderen strategischen Kriterien wie gute Regierungsführung,
Menschenrechte, Bedürftigkeit und qualitativen Einschätzungen zu
geopolitischen Interessen, internationalen Verpflichtungen, historischen
Bindungen und zur Qualität der Zusammenarbeit in der Dominikanischen
Republik gewichtet (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage auf Bundestagsdrucksache 19/20436)?
c) Was hat der Bundesregierung zufolge zu einer geringen Signifikanz der
deutschen Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen
Republik geführt?
4. Inwieweit wurde im Vorfeld der Entscheidung zur Beendigung der
bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit der Dominikanischen Republik
der Dialog mit anderen Gebern sowie anderen Bundesministerien gesucht,
die in der Dominikanischen Republik Entwicklungsvorhaben fördern, und
wie sah der Abstimmungsprozess aus?
5. Ist die Bundesregierung in Dominikanischen Republik an laufenden
Maßnahmen und/oder Entwicklungsprojekten beteiligt, an denen auch andere
Geber beteiligt sind, und falls ja, an welchen?
6. Welchen strukturellen Austausch gab es zwischen der Bundesregierung
und anderen privaten und/oder staatlichen EZ-Gebern, um die „BMZ
2030“-Strategie abzustimmen und ggf. weiteren Entwicklungsbedarf in der
Dominikanischen Republik zu koordinieren?
a) Wann, und wie wurden andere Geber über die „BMZ 2030“-
Reformstrategie der Bundesregierung und den damit verbundenen
Rückzug der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit aus der
Dominikanischen Republik informiert?
b) Wann, und wie wurden die großen internationalen Organisationen
(insbesondere die UN-Organisationen und deren Unterorganisationen)
sowie evangelische und katholische Hilfswerke (wie Brot für die Welt),
die Projekte und Maßnahmen im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit in der Dominikanischen Republik durchführen, über die
„BMZ 2030“-Reformstrategie der Bundesregierung und den damit
verbundenen Rückzug der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit aus
der Dominikanischen Republik informiert?
7. Wurden der Bundesregierung Rückmeldungen bzw. Kritik von
politischenund/oder zivilgesellschaftlichen Akteuren aus der Dominikanischen
Republik zu der neuen Strategiereform „BMZ 2030“ und dem damit
verbundenen Ausstieg aus der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit
zugetragen?
Falls ja, wie lautete die Rückmeldung, und wie hat die Bundesregierung
darauf reagiert?
8. Werden Entwicklungsvorhaben, die nicht durch das Bundesministerium
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sondern von
anderen Bundesministerien in der Dominikanischen Republik beauftragt
werden, innerhalb der Bundesregierung abgestimmt bzw. koordiniert?
Falls ja, wie läuft der Abstimmungs- bzw. Koordinierungsprozess ab?
Falls nein, weshalb nicht?
a) Welchen strukturellen Austausch gab es zwischen dem
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und
anderen Ressorts, um geplante, laufende sowie abgeschlossene Projekte in
der Dominikanischen Republik abzustimmen, zu koordinieren und zu
evaluieren?
b) Welche Auswirkungen hat die „BMZ 2030“-Reformstrategie auf
laufende Projekte anderer Ressorts in der Dominikanischen Republik?
c) Gibt es zwischen den Projekten, die von den staatlichen
Durchführungsorganisationen (insbesondere KfW und GIZ GmbH) im Auftrag
der verschiedenen Ressorts der Bundesregierung in der
Dominikanischen Republik durchgeführt werden, Koordinierungsmechanismen?
Falls ja, wie sehen diese aus, und in welcher Form wird die
Bundesregierung mit einbezogen?
Falls nein, weshalb nicht?
d) Wie wird innerhalb des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung sichergestellt, dass die Umsetzung der
Entwicklungszusammenarbeit koordiniert, effizient und wirksam ist,
und sieht die Bundesregierung bei den laufenden Projekten
Optimierungsbedarf?
Falls ja, welchen?
Falls nein, weshalb nicht?
9. Welche Auswirkungen hat die „BMZ 2030“-Reformstrategie des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf
Dreieckskooperationen, die im Auftrag des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch die Dominikanische
Republik einbeziehen?
10. Beziehen sich Maßnahmen und Projekte der Lateinamerika- und Karibik-
Initiative des Auswärtigen Amts auch auf die Dominikanische Republik?
Falls ja, welche?
Falls nein, weshalb nicht?
11. Wurden Maßnahmen und Projekte der Bundesregierung in der
Dominikanischen Republik mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen
für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) abgestimmt?
Falls ja, welche?
Falls nein, weshalb nicht?
12. Hat die Bundesregierung für die Dominikanische Republik – oder über
Durchführorganisationen in der Dominikanischen Republik –
Consultingfirmen zu entwicklungspolitischen Angelegenheiten beauftragt?
a) Falls ja, welchen Zweck verfolgten die Beratungsaufträge, und welche
Ergebnisse konnten erzielt werden?
b) Wie hoch waren die Gesamtkosten für die jeweiligen
Beratungsaufträge?
13. Welche Auswirkungen erwartet die Bundesregierung bei der Umsetzung
der „BMZ 2030“-Reformstrategie in der Dominikanischen Republik auf
bestehende Verknüpfungen mit der deutschen Wirtschaft?
14. Zu wann plant die Bundesregierung, die derzeit laufenden Projekte und
Maßnahmen in den Bereichen nachhaltige und umweltfreundliche
Nutzung natürlicher Ressourcen, Klimaschutz, Schutz der Biodiversität sowie
der Förderung erneuerbarer Energien in der Dominikanischen Republik im
Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit aufgrund der im
Zuge der Reformstrategie „BMZ 2030“ angekündigten Beendigung der
bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit der Dominikanischen Republik
auslaufen zu lassen (bitte begründen)?
a) Ist der Bundesregierung bekannt, ob Projekte, deren Projektziele nicht
erreicht und deren Laufzeit nicht verlängert wurden, von anderen
Gebern fortgeführt werden?
Falls ja, von wem?
Falls nein, ist die Bundesregierung der Meinung, dass die
Dominikanischen Republik die angestrebten Projektziele nachhaltig und in
absehbarer Zeit selbstständig erreichen kann?
b) Anhand welcher Kriterien wurde seitens der Bundesregierung die
qualitative und strategische Wirksamkeit der Projekte bewertet, und
welche Handlungsempfehlungen ergeben sich hieraus?
c) Wurden Projekte im Vorfeld und während der Umsetzung mit
zivilgesellschaftlichen Akteuren und Organisationen abgestimmt und
koordiniert?
d) Wie sieht der Abstimmungs- und Koordinationsmechanismus zwischen
den Projekten in der Dominikanischen Republik aus?
15. Hat die Bundesregierung die Dominikanische Republik bei der Erstellung
und Umsetzung eines nationalen Entwicklungsplans unterstützt?
Falls ja, in welcher Form?
Falls nein, weshalb nicht?
16. Welche angestrebten Ziele konnte die Bundesregierung durch ihre
entwicklungspolitischen Projekte in den Bereichen nachhaltige und
umweltfreundliche Nutzung natürlicher Ressourcen, Klimaschutz, Stärkung von
Frühwarnsystemen, Schutz der Biodiversität sowie der Förderung
erneuerbarer Energien in der Dominikanischen Republik erreichen?
17. Welche laufenden entwicklungspolitischen Maßnahmen sind der
Bundesregierung von anderen Gebern in der Dominikanischen Republik bekannt,
die sich auf die nachhaltige und umweltfreundliche Nutzung natürlicher
Ressourcen, Klimaschutz, Stärkung von Frühwarnsystemen, Schutz der
Biodiversität sowie der Förderung erneuerbarer Energien beziehen, und
inwieweit findet ein fachlicher Austausch statt?
18. Inwieweit berücksichtigt die Bundesregierung in ihren
Bewertungskriterien über die Bedingungen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit
Dominikanischen Republik den steigenden Entwicklungsbedarf im
Bereich Umweltschutz und Klimawandel in der Dominikanischen Republik,
und welchen Handlungsbedarf leitet sie daraus ab?
19. Wann, in welcher Form und auf welcher Ebene wurden die Projekte
„Support for the Implementation of the Climate Compatible Development Plan
of the Dominican Republic (CCDP) in the cement and waste sectors“
(OECD-ID: 2014011125; 2015009794; 2017011915; 2018012181;
2019013478), „Forests protect water“ (OECD-ID: 2015009696) und
„Promoting a low-carbon energy system for the achievement of the climate
objectives of the Dominican Republic“ (OECD-ID: 2017012090;
2018012330; 2019013598) des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit mit dem Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie anderen Bundesministerien,
die Entwicklungsvorhaben in Dominikanischen Republik fördern,
abgestimmt und koordiniert?
a) Wann wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung über die Entwicklungsvorhaben des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
informiert?
b) Wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung in die Planung der genannten Projekte mit einbezogen?
20. Wann, in welcher Form und auf welcher Ebene wurden die Projekte
„police training and equipment assistance“ (OECD-ID: 2014010673), „capacity
buildung (police training and equipment assistance)“ (OECD-ID:
2014010701; 2015009389; 2015009392; 2015009393; 2015009395;
2015009396; 2015009397; 2015009388; 2015009394; 2015009386;
2016011162; 2016011163; 2017011302; 2017011301; 2017011303;
2018011664; 2018011666; 2018011665; 2019012910; 2019012912;
2019012911; 2019012909) und „Assistance with police training and
equipment)“ (OECD-ID: 2017011364; 2018011740) des
Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat mit dem Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie anderen
Bundesministerien, die Entwicklungsvorhaben in Dominikanischen Republik
fördern, abgestimmt und koordiniert?
a) Wann wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung über die Entwicklungsvorhaben des
Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat informiert?
b) Wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung in die Planung der genannten Projekte mit einbezogen?
21. Wann, in welcher Form und auf welcher Ebene wurde das Projekt „support
for schools, hospitals, fire departements and civil protection“ (OECD-ID:
2014010871) des Bundesministeriums der Verteidigung mit dem
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie
anderen Bundesministerien, die Entwicklungsvorhaben in
Dominikanischen Republik fördern, abgestimmt und koordiniert?
a) Wann wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung über die Entwicklungsvorhaben des
Bundesministeriums der Verteidigung informiert?
b) Wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung in die Planung der genannten Projekte mit einbezogen?
22. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung das Regionalbüro Karibik der
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Sitz in der
Dominikanischen Republik geschlossen, oder ist eine Standortverlegung in
Planung?
23. Welche Erfolge konnte der Einsatz der Schnell Einsetzbaren
Expertengruppe Gesundheit (SEEG) in der Dominikanischen Republik erreichen,
und welchen weiteren Handlungsbedarf bei der Bekämpfung der Corona-
Pandemie leitet die Bundesregierung aus dem Einsatz in der
Dominikanischen Republik ab (https://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/202
0/november/201127_pm_039_Minister-Mueller-Gesundheitsexperten-unte
rstuetzen-Kirgisistan-Costa-Rica-und-die-Dominikanische-Republik/inde
x.html)?
24. Wie bewertet die Bundesregierung die Umsetzung der in Zusammenarbeit
mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit entstandenen Initiative „Roadmap for Low Carbon an Ressource
Efficient Accommodation in the Dominican Republic“ (https://www.intern
ational-climate-initiative.com/de/news/article/dominikanische_republik_se
tzt_auf_nachhaltigen_tourismus)?
25. Wie bewertet die Bundesregierung die Pläne von Präsident Luis Abinader,
eine Mauer an der Grenze zu Haiti zu ziehen und die Grenzüberwachung
massiv auszubauen?
26. Welche Veränderung konnte die Bundesregierung im Bereich von
Kinderrechts- und Menschenrechtsverletzungen in der Dominikanischen
Republik in den letzten Jahren beobachten, und welchen Handlungsbedarf
leitet sie daraus ab?
27. Wie bewertet die Bundesregierung die Migrationspolitik der
Dominikanischen Republik, insbesondere was den Umgang mit Flüchtlingen aus Haiti
angeht, und welchen Handlungsbedarf leitet sie daraus ab?
Berlin, den 14. April 2021
Christian Lindner und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]
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