[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Christian Görke, Dr. Gesine Lötzsch,
Klaus Ernst, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/1114 –
Nutzen der Pendlerpauschale
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Wegen der gesetzlichen Fristen zur Abgabe der Steuererklärung, der Dauer der
Veranlagungsarbeiten und der notwendigen Zeit zur Erstellung der Statistik
liegen Daten zur Lohn- und Einkommensteuerstatistik aktuell nur bis zum
Veranlagungszeitraum 2017 vor.
In den Fällen, in denen die Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag
nicht überschreiten, werden in der Einkommensteuer-Erklärung oftmals keine
Angaben zur Entfernung Wohnung-Arbeitsstätte gemacht.
1. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten fünf
Jahren, für die Informationen vorliegen, die Gesamtzahl der Steuerfälle
mit Werbungskosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte,
und wie hoch war die dabei angegebene einfache Entfernung?
2. Wie verteilen sich die in Frage 1 genannten Steuerfälle und
Entfernungskilometer über die verschiedenen Verkehrsmittel (Pkw,
Sammelbeförderung u. Ä.)?
Die Fragen 1 und 2 werden zusammen beantwortet.
Die gewünschten Angaben für Arbeitnehmer können der nachfolgenden
Übersicht entnommen werden. Eine weitergehende Aufteilung nach Verkehrsmitteln
liegt nicht vor.
Deutscher Bundestag Drucksache 20/1441
20. Wahlperiode 14.04.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 14. April 2022
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Unbeschränkte Steuerfälle1) mit Werbungskosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Veranlagungs
-jahr
Steuerfälle insgesamt darunter Steuerfällemit eigenem PKW mit Sammelbeförderung
Anzahl
Summe der
Kilometer
in 1 000
Anzahl
Summe der
Kilometer
in 1 000
Anzahl
Summe der
Kilometer
in 1 000
2013 16 571 782 74 794 837 13 374 355 61 056 364 33 619 167 605
2014 17 132 043 76 466 854 13 737 171 62 096 355 31 782 165 256
2015 17 696 165 78 338 447 14 147 826 63 524 416 32 607 166 794
2016 18 173 028 79 795 659 14 444 812 64 467 675 32 661 166 827
2017 18 764 064 80 957 588 14 780 991 65 059 250 36 337 183 442
1) Bei Ehegatten ggf. zwei Fälle. Es wurden alle Steuerfälle mit Angaben zu Wegen zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte in die Auswertung einbezogen, allerdings werden die Steuerfälle mit Arbeitnehmer-
Pauschbetrag teilweise keine Angaben zu den Kilometern in ihrer Einkommensteuererklärung angeben.
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
3. Wie hoch ist die durchschnittliche Entfernung zwischen Wohnung und
Arbeitsplatz in den letzten fünf Jahren, für die Informationen vorliegen
(bitte nach Bundesländern sowie nach den Einkommensgruppen
• bis zu 10 000 Euro,
• 10 000 Euro bis 20 000 Euro,
• 20 000 Euro bis 50 000 Euro,
• 50 000 Euro bis 100 000 Euro,
• 100 000 Euro bis 200 000 Euro,
• über 200 000 Euro
differenzieren)?
Die gewünschten Angaben für Arbeitnehmer können der nachfolgenden
Übersicht entnommen werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Durchschnittliche Entfernung der unbeschränkten Steuerfälle1) zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
in Kilometer nach Größenklassen des Gesamtbetrags der Einkünfte und Ländern
Land GdE
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
KM KM KM KM KM
Schleswig-Holstein
unter 10 000 25,3 24,7 24,7 24,5 24,2
10 000 bis 20 000 24,4 23,7 23,3 23,0 22,8
20 000 bis 50 000 26,2 25,8 25,6 25,3 25,0
50 000 bis 100 000 29,4 29,3 29,0 28,7 28,5
100 000 bis 200 000 28,8 28,8 28,7 28,8 28,5
200 000 oder mehr 25,9 25,5 26,9 27,1 27,9
Insgesamt 26,4 26,1 25,9 25,7 25,5
Hamburg
unter 10 000 20,2 20,3 20,4 19,9 20,0
10 000 bis 20 000 18,8 18,8 18,3 18,1 19,1
20 000 bis 50 000 17,8 17,9 17,6 17,4 17,2
50 000 bis 100 000 17,6 17,6 17,5 17,4 17,2
100 000 bis 200 000 17,6 18,4 17,8 18,0 17,9
200 000 oder mehr 15,1 16,3 16,4 16,5 17,0
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Durchschnittliche Entfernung der unbeschränkten Steuerfälle1) zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
in Kilometer nach Größenklassen des Gesamtbetrags der Einkünfte und Ländern
Land GdE
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
KM KM KM KM KM
Insgesamt 18,0 18,1 17,8 17,7 17,6
Niedersachsen
unter 10 000 24,1 24,3 24,2 24,2 23,8
10 000 bis 20 000 23,8 23,5 23,1 22,6 22,3
20 000 bis 50 000 25,2 25,0 24,8 24,6 24,3
50 000 bis 100 000 27,8 27,8 27,5 27,4 27,2
100 000 bis 200 000 27,5 27,8 27,8 28,1 28,4
200 000 oder mehr 23,4 23,8 24,1 23,6 24,5
Insgesamt 25,4 25,3 25,1 24,9 24,7
Bremen
unter 10 000 23,9 22,2 23,2 23,0 22,7
10 000 bis 20 000 21,6 21,3 21,6 20,7 20,9
20 000 bis 50 000 21,6 21,4 21,3 21,0 20,7
50 000 bis 100 000 22,1 22,0 21,9 21,9 21,8
100 000 bis 200 000 22,8 22,7 22,9 22,4 22,4
200 000 oder mehr 19,7 20,2 21,7 21,7 21,4
Insgesamt 21,9 21,6 21,6 21,3 21,1
Nordrhein-Westfalen
unter 10 000 23,1 22,9 22,8 22,6 22,6
10 000 bis 20 000 21,8 21,6 21,2 21,0 20,9
20 000 bis 50 000 22,7 22,6 22,4 22,2 22,0
50 000 bis 100 000 26,4 26,1 25,8 25,6 25,3
100 000 bis 200 000 28,0 28,0 27,9 28,0 28,1
200 000 oder mehr 24,3 24,4 24,6 24,5 24,8
Insgesamt 23,4 23,3 23,1 23,0 22,9
Hessen
unter 10 000 25,0 25,2 25,4 25,3 25,1
10 000 bis 20 000 23,9 23,4 23,1 23,3 23,3
20 000 bis 50 000 24,9 24,6 24,5 24,3 24,0
50 000 bis 100 000 27,4 27,3 27,1 26,9 26,7
100 000 bis 200 000 27,8 27,9 28,0 28,1 28,2
200 000 oder mehr 24,4 24,5 24,0 24,1 24,5
Insgesamt 25,4 25,2 25,1 25,0 24,8
Rheinland-Pfalz
unter 10 000 25,7 25,9 25,4 25,8 25,3
10 000 bis 20 000 23,9 23,6 23,2 23,1 23,0
20 000 bis 50 000 25,6 25,5 25,3 25,1 24,9
50 000 bis 100 000 30,5 30,4 30,1 29,8 29,5
100 000 bis 200 000 32,2 32,3 32,2 32,4 32,5
200 000 oder mehr 30,1 29,6 28,8 29,2 29,7
Insgesamt 26,4 26,3 26,1 26,1 25,9
Baden-Württemberg
unter 10 000 21,7 21,9 22,1 21,8 21,5
10 000 bis 20 000 19,7 19,6 19,4 19,5 19,2
20 000 bis 50 000 20,3 20,2 20,1 20,0 19,8
50 000 bis 100 000 23,6 23,5 23,3 23,2 22,9
100 000 bis 200 000 25,5 25,5 25,8 25,8 25,7
200 000 oder mehr 22,7 23,4 23,2 23,4 23,5
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Durchschnittliche Entfernung der unbeschränkten Steuerfälle1) zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
in Kilometer nach Größenklassen des Gesamtbetrags der Einkünfte und Ländern
Land GdE
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
KM KM KM KM KM
Insgesamt 21,2 21,2 21,2 21,1 20,9
Bayern
unter 10 000 24,5 24,6 24,5 24,6 24,1
10 000 bis 20 000 23,0 22,8 22,4 22,3 22,1
20 000 bis 50 000 23,2 23,1 22,9 22,7 22,5
50 000 bis 100 000 25,9 25,7 25,5 25,3 25,0
100 000 bis 200 000 26,3 26,4 26,3 26,5 26,3
200 000 oder mehr 22,5 22,7 22,8 22,9 23,4
Insgesamt 23,9 23,8 23,6 23,5 23,3
Saarland
unter 10 000 22,8 22,9 22,4 22,5 21,9
10 000 bis 20 000 21,9 21,3 21,5 21,1 20,8
20 000 bis 50 000 23,0 22,8 22,7 22,6 22,4
50 000 bis 100 000 25,0 24,7 24,6 24,6 24,5
100 000 bis 200 000 24,8 24,6 24,8 24,4 25,0
200 000 oder mehr 23,1 22,7 24,7 23,7 33,7
Insgesamt 23,2 23,0 22,9 22,8 22,7
Berlin
unter 10 000 20,7 20,6 20,3 20,4 19,9
10 000 bis 20 000 20,1 19,6 19,3 18,8 18,7
20 000 bis 50 000 19,0 18,8 18,5 18,2 17,9
50 000 bis 100 000 19,1 19,0 18,7 18,6 18,3
100 000 bis 200 000 18,4 18,7 18,9 19,0 19,5
200 000 oder mehr 19,2 18,3 18,0 17,5 17,7
Insgesamt 19,3 19,1 18,8 18,5 18,3
Brandenburg
unter 10 000 31,0 31,0 31,3 30,5 31,1
10 000 bis 20 000 29,5 28,8 28,0 27,7 27,7
20 000 bis 50 000 31,1 31,1 30,7 30,2 29,8
50 000 bis 100 000 30,5 30,6 30,5 30,3 30,2
100 000 bis 200 000 28,3 28,2 29,2 30,1 30,4
200 000 oder mehr 24,3 26,0 25,3 26,9 27,3
Insgesamt 30,6 30,4 30,0 29,7 29,5
Mecklenburg-Vorpommern
unter 10 000 29,8 29,8 28,8 28,3 28,3
10 000 bis 20 000 29,1 28,3 26,9 26,2 25,6
20 000 bis 50 000 32,1 32,1 31,4 30,7 29,8
50 000 bis 100 000 27,6 28,3 28,3 28,0 28,8
100 000 bis 200 000 25,1 25,0 24,9 25,6 26,0
200 000 oder mehr 22,4 22,7 21,5 22,2 23,6
Insgesamt 30,6 30,4 29,6 29,1 28,6
Sachsen
unter 10 000 22,2 22,5 22,9 22,7 21,9
10 000 bis 20 000 21,3 20,8 20,3 20,1 19,7
20 000 bis 50 000 24,3 24,2 23,8 23,2 22,8
50 000 bis 100 000 22,5 22,6 22,8 23,0 22,8
100 000 bis 200 000 21,2 21,4 21,8 21,6 22,5
200 000 oder mehr 18,0 19,1 19,0 18,9 20,1
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Durchschnittliche Entfernung der unbeschränkten Steuerfälle1) zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
in Kilometer nach Größenklassen des Gesamtbetrags der Einkünfte und Ländern
Land GdE
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
KM KM KM KM KM
Insgesamt 23,1 22,9 22,7 22,4 22,1
Sachsen-Anhalt
unter 10 000 27,3 27,2 27,1 26,7 26,2
10 000 bis 20 000 27,3 26,6 25,4 24,8 24,0
20 000 bis 50 000 31,0 30,9 30,1 29,4 28,6
50 000 bis 100 000 27,6 27,9 28,3 28,1 28,4
100 000 bis 200 000 24,2 24,9 24,8 25,6 25,6
200 000 oder mehr 21,8 22,2 22,2 21,2 21,4
Insgesamt 29,4 29,2 28,5 28,0 27,4
Thüringen
unter 10 000 25,8 26,2 27,0 26,2 25,4
10 000 bis 20 000 24,7 24,1 23,6 23,4 23,2
20 000 bis 50 000 27,7 27,6 27,0 26,6 26,0
50 000 bis 100 000 26,0 25,6 25,7 25,7 26,0
100 000 bis 200 000 22,7 23,5 23,6 23,4 24,3
200 000 oder mehr 20,5 18,7 19,6 20,5 20,5
Insgesamt 26,6 26,4 26,0 25,7 25,3
Deutschland
unter 10 000 24,0 24,0 23,9 23,8 23,4
10 000 bis 20 000 23,0 22,7 22,2 22,0 21,7
20 000 bis 50 000 23,7 23,6 23,4 23,2 22,9
50 000 bis 100 000 25,8 25,7 25,5 25,3 25,1
100 000 bis 200 000 26,5 26,6 26,6 26,7 26,7
200 000 oder mehr 23,2 23,4 23,4 23,4 23,9
Insgesamt 24,1 24,0 23,7 23,6 23,4
1) Bei Ehegatten ggf. zwei Fälle. Es wurden alle Steuerfälle mit Angaben zu Wegen zwischen Wohnung und
Arbeitsstätte in die Auswertung einbezogen, allerdings werden die Steuerfälle mit Arbeitnehmer-
Pauschbetrag teilweise keine Angaben zu den Kilometern in ihrer Einkommensteuererklärung angeben.
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022; Verbreitung mit Quellenangabe gestattet.
4. In wie vielen Fällen waren die von Arbeitnehmern geltend gemachten
Werbungskosten in den letzten fünf Jahren, für die Informationen
vorliegen, höher als der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, und wie hoch ist davon
der Anteil, der auf die Entfernungspauschale entfällt (bitte nach
Bundesländern sowie nach den Einkommensgruppen
• bis zu 10 000 Euro,
• 10 000 Euro bis 20 000 Euro,
• 20 000 Euro bis 50 000 Euro,
• 50 000 Euro bis 100 000 Euro,
• 100 000 Euro bis 200 000 Euro,
• über 200 000 Euro
differenzieren)?
Die gewünschten Daten können der Anlage 1 entnommen werden.
5. Wie hoch ist der Anteil der steuerpflichtigen Arbeitnehmer, die nur den
Pauschbetrag für Werbungskosten angeben (bitte nach Bundesländern
sowie nach den Einkommensgruppen
• bis zu 10 000 Euro,
• 10 000 Euro bis 20 000 Euro,
• 20 000 Euro bis 50 000 Euro,
• 50 000 Euro bis 100 000 Euro,
• 100 00 Euro bis 200 000 Euro,
• über 200 000 Euro
differenzieren)?
Die gewünschten Daten können der Anlage 2 entnommen werden.
6. Wie viele Menschen fallen unter die in den Fragen 4 und 5 jeweils
genannten Bruttolohngruppen?
Die gewünschten Angaben können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Unbeschränkte Steuerfälle1) nach Bruttolohngruppen2)
Bruttolohn
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle
unter 10.000 10 734 282 10 537 054 10 392 076 10 210 694 10 099 262
10 000 bis 20 000 7 235 596 7 166 962 7 187 839 7 107 115 7 000 835
20 000 bis 50 000 17 527 593 17 804 007 18 089 277 18 496 034 18 883 941
50 000 bis 100 000 4 943 512 5 341 752 5 690 365 6 022 482 6 441 602
100 000 bis 200 000 699 057 764 518 835 896 903 789 978 994
200 000 oder mehr 130 961 139 672 152 705 165 527 177 703
Insgesamt 41 271 001 41 753 965 42 348 158 42 905 641 43 582 337
1) Bei Ehegatten ggf. zwei Fälle.
2) Im Merkmal Bruttolohn sind Versorgungsbezüge enthalten. Daher gibt es mehr Steuerfälle mit Bruttolohn
als mit Werbungskosten für Arbeitnehmer.
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
7. In wie vielen Fällen wurde oder wird nach Kenntnis oder Schätzung der
Bundesregierung die Mobilitätsprämie in Anspruch genommen, und wie
hoch sind die daraus resultierenden Mindereinnahmen (bitte getrennt
nach den Veranlagungszeiträumen 2021 bis 2026 angeben)?
Für die Abschätzung der Fallzahl der Mobilitätsprämienberechtigten liefert die
amtliche Lohn- und Einkommensteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes
wichtige Größen.
Bei der Mobilitätsprämie nach § 101 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ist
wesentlich, dass die Mobilitätsprämie nur Steuerpflichtige beanspruchen
können, bei denen das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag
unterschreitet. Diese Fälle können grundsätzlich in der Lohn- und
Einkommensteuerstatistik für einen Vergangenheitszeitraum identifiziert werden und auf die
aktuellen Werte des jeweiligen Einkommens und des Grundfreibetrags
fortgeschrieben werden.
Die zusätzlichen Bedingungen für die Beanspruchung der Mobilitätsprämie –
Vorhandensein von Entfernungskilometer-Pauschalen ab dem 21. Kilometer,
die über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen – schränken den Kreis der
Anspruchsberechtigten weiter ein. Auch hierzu liefert die o. g. Statistik einige
(wenn auch unvollständige) Informationen über den Werbungskostenabzug, die
zur Eingrenzung des Berechtigtenkreises herangezogen werden können.
Zur Abschätzung der Zahl der Steuerpflichtigen, die Anspruch auf eine
Mobilitätsprämie haben, müssen auch diejenigen berücksichtigt werden, bei denen nur
wegen des Anspruchs auf eine Mobilitätsprämie eine
Einkommensteuerveranlagung durchgeführt wird. Diese bisher nicht veranlagten Steuerpflichtigen sind
im Nachweis der Lohn- und Einkommensteuerstatistik nicht enthalten. Für
diesen Personenkreis kann eine Zuschätzung vorgenommen werden.
In der Summe wurde daher von rund 250 000 Steuerfällen ausgegangen, für die
eine Mobilitätsprämie in Frage kommt.
Die tatsächliche Zahl der Steuerpflichtigen, die ab dem
Veranlagungszeitraum 2021 einen Anspruch auf Mobilitätsprämie geltend gemacht haben, wird
statistisch erfasst. Allerdings liegt die Aufbereitung der Lohn- und
Einkommensteuerstatistik für den Veranlagungszeitraum 2021 erst mit einem
Zeitverzug von mehreren Jahren vor. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Antrag auf
Mobilitätsprämie für einen Veranlagungszeitraum innerhalb von vier
Folgejahren gestellt werden kann (§ 104 EStG).
Die Mobilitätsprämie wird gemäß § 105 EStG im Rahmen einer
Einkommensteuerveranlagung festgesetzt und ausgezahlt. Die resultierenden
Steuermindereinnahmen für die öffentlichen Haushalte in Deutschland wurden
für die Jahre 2021 bis 2023 auf jährlich rund 40 Mio. Euro geschätzt – vgl.
Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht vom
21. Dezember 2019. Infolge der Anhebung der Fernpendlerpauschale von 2024
bis 2026 werden die Mindereinnahmen durch ausgezahlte Mobilitätsprämien
auf jährlich rund 50 Mio. Euro geschätzt.
8. Wie hoch war der Anteil der Arbeitnehmer in den vergangenen
Veranlagungszeiträumen, die Werbungskosten aus nichtselbstständiger Tätigkeit
hatten, die jeweils oberhalb 1 000, 1 200, 1 500 bzw. 2 000 Euro lagen
(bitte nach Bundesländern sowie nach den Einkommensgruppen
• bis zu 10 000 Euro,
• 10 000 Euro bis 20 000 Euro,
• 20 000 Euro bis 50 000 Euro,
• 50 000 Euro bis 100 000 Euro,
• 100 000 Euro bis 200 000 Euro,
• über 200 000 Euro
differenzieren)?
Die gewünschten Daten können der Anlage 3 entnommen werden.
9. Wie viele Menschen fallen unter die in Frage 8 jeweils genannten
Gewinngruppen?
Die gewünschten Angaben können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Unbeschränkte Steuerfälle1) nach Größenklassen der Gewinneinkünfte2)
Gewinneinkünfte2)
von … bis unter … Euro
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle Steuerfälle
unter 10 000 4 796 640 4 799 388 4 791 212 4 766 005 4 742 705
10 000 bis 20 000 898 214 880 933 865 625 848 425 825 560
20 000 bis 50 000 1 129 266 1 122 933 1 116 231 1 105 291 1 097 278
50 000 bis 100 000 560 400 572 407 584 840 597 916 610 553
100 000 bis 200 000 299 148 314 290 325 553 339 917 351 146
200 000 oder mehr 161 292 177 108 190 266 203 946 214 092
Insgesamt 7 844 960 7 867 059 7 873 727 7 861 500 7 841 334
1) Bei Ehegatten ggf. zwei Fälle.
2) Summe der Einkünfte aus Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit und Land und Forstwirtschaft
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
10. Wie verteilt sich der Grenzsteuersatz nach Einkommensdezilen innerhalb
der Gruppe derjenigen Steuerpflichtigen, die Werbungskosten oberhalb
des Arbeitnehmer-Pauschbetrags geltend machen, und wie bei
denjenigen, bei denen diese höheren Werbungskosten auf Fahrten zwischen
Wohn- und Arbeitsstätte zurückzuführen sind?
Die gewünschten Angaben bei Arbeitnehmern können der nachfolgenden
Übersicht entnommen werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017
Grenzsteuersatz der unbeschränkt Steuerpflichtigen mit Werbungskosten, die über dem Arbeitnehmer-
Pauschbetrag lagen, insgesamt und mit Entfernungspauschale nach Einkommensdezilen
Dezile des Gesamtbetrags
der Einkünfte
Durchschnittlicher Grenzsteuersatz bei
erhöhten Werbungskosten
Durchschnittlicher Grenzsteuersatz bei
erhöhten Werbungskosten und Angaben
zur Pendlerpauschale
Prozent Prozent
1. Dezil 12,83 13,38
2. Dezil 23,03 23,13
3. Dezil 26,20 26,25
4. Dezil 28,47 28,51
5. Dezil 29,74 29,78
6. Dezil 31,03 31,04
7. Dezil 32,41 32,38
8. Dezil 33,54 33,47
9. Dezil 34,90 34,82
10. Dezil 40,44 40,40
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
11. Mit welchen Steuermindereinnahmen rechnet die Bundesregierung für
die kommenden drei Jahre angesichts der Erhöhung der
Pendlerpauschale?
Im Regierungsentwurf zum Steuerentlastungsgesetz 2022 unter
https://www.bu
ndesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhabe
n/Abteilungen/Abteilung_IV/20_Legislaturperiode/2022-03-02-StEntlastG202
2/2-Regierungsentwurf.pdf?__blob=publicationFile&v=2 sind die erwarteten
steuerlichen Auswirkungen der Anhebung der Entfernungspauschale für
Fernpendler dargestellt.
12. Wie hoch war jeweils die gesamte jährliche Steuerersparnis und die
durchschnittliche jährliche Steuerersparnis (pro Kopf) der
Steuerpflichtigen, die sich jeweils in den letzten fünf Jahren aus der sogenannten
Pendlerpauschale ergeben hat?
Die erbetenen Schätzungen für Arbeitnehmer auf der Grundlage der amtlichen
Lohn- und Einkommensteuerstatistik können der nachstehenden Tabelle
entnommen werden.
Veranlagungszeitraum 2013 2014 2015 2016 2017
Verringerung des Steueraufkommens
in Folge der Entfernungspauschale
(Angaben in Mrd. Euro)
4,6 4,7 4,9 5,0 5,1
Anzahl der von der Entfernungspauschale
profitierenden Steuerpflichtigen
(Angaben in Mio.)
10,8 11,0 11,3 11,4 11,6
durchschnittliche Entlastung
(Angaben in Euro) 426 427 434 439 440
13. Wie viele der Steuerpflichtigen, die in den letzten fünf Jahren wegen der
Pendlerpauschale Werbungskosten geltend gemacht haben, zahlten in
den entsprechenden Jahren den Spitzensteuersatz von 42 Prozent bzw.
den Höchststeuersatz von 45 Prozent (sofern Daten aus der
Einkommensteuerstatistik noch nicht final vorliegen, wird um Schätzungen gebeten)?
Die gewünschten Angaben können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Unbeschränkt Steuerpflichtige mit Angaben zur Entfernungspauschale,
die mit dem Höchst- bzw. Reichensteuersatz besteuert wurden
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
Steuerpflichtige
Höchststeuersatz (42 Prozent) 1 057 840 1 165 836 1 285 404 1 334 402 1 424 298
darunter:
Reichensteuersatz (45 Prozent) 22 694 24 802 28 316 30 261 33 288
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
14. Wie viele der Steuerpflichtigen, die in den letzten fünf Jahren wegen der
Pendlerpauschale Werbungskosten oberhalb des Arbeitnehmer-
Pauschbetrags aufwiesen, zahlten in den entsprechenden Jahren den
Spitzensteuersatz von 42 Prozent bzw. den Höchststeuersatz von 45 Prozent
(sofern Daten aus der Einkommensteuerstatistik noch nicht final vorliegen,
wird um Schätzungen gebeten)?
Die gewünschten Angaben können der nachfolgenden Übersicht entnommen
werden.
Lohn- und Einkommensteuerstatistik
Unbeschränkt Steuerpflichtige mit Angaben zur Entfernungspauschale und mit Werbungskosten, die über
dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag lagen und mit dem Höchst- bzw. Reichensteuersatz besteuert wurden
Veranlagungsjahr
2013 2014 2015 2016 2017
Steuerpflichtige
Höchststeuersatz (42 Prozent) 613 745 674 035 743 562 769 125 814 234
darunter:
Reichensteuersatz (45 Prozent) 12 300 13 122 15 008 15 701 17 074
© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2022
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ISSN 0722-8333]