[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Gerrit Huy, René Springer, Ulrike
Schielke-Ziesing und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/4636 –
Finanzielle Situation von Witwen und Entwicklung bei den Witwenrenten
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die finanzielle Situation von Witwen lässt sich zumindest teilweise aus dem
Alterssicherungsbericht 2020 Bundestagsdrucksache 19/24926und dem
Rentenversicherungsbericht 2021 Bundestagsdrucksache 20/184 ersehen.
Gleichwohl verbleiben in den Augen der Fragesteller Fragen zur aktuellen
Entwicklung der Hinterbliebenenversorgung und insbesondere zur Anrechnung von
Einkommen auf die Witwenrente. Nach der aktuell geltenden Regelung wird
nach Ablauf des Sterbevierteljahres eigenes Einkommen des Hinterbliebenen
auf die Witwenrente angerechnet. Dabei wird sowohl Erwerbseinkommen,
wie zum Beispiel Arbeitsentgelt, als auch Erwerbsersatzeinkommen wie die
eigene Altersrente auf die Witwenrente angerechnet. Nach § 97 des Sechsten
Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI;
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_
6/__97.html) gilt ein Freibetrag in Höhe des 26,4-Fachen des Rentenwertes;
der Freibetrag beträgt demnach derzeit 950,93 Euro (West) bzw. 937,72 Euro
(Ost). Bei Kindern erhöht sich der Freibetrag um das 5,6-Fache des
Rentenwertes. Der Betrag des eigenen Einkommens, welcher über dem Freibetrag
liegt, wird für die Kürzung der Witwenrente herangezogen. Von dem den
Freibetrag übersteigenden Nettoeinkommen werden dann 40 Prozent auf die
Witwenrente angerechnet und diese Rente entsprechend gekürzt, ggf. wird die
Witwenrente auch bis auf 0 Euro gekürzt.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Im Gegensatz zu Bezieherinnen und Beziehern von vorgezogenen Altersrenten
und Erwerbsminderungsrenten haben Witwen und Witwer keine eigenen
Beiträge für ihre Hinterbliebenenrenten entrichtet. Auch ihre verstorbenen
Ehegatten haben keine zusätzlichen Beiträge hierfür geleistet. Die Zahlung von
Hinterbliebenenrenten ist vor diesem Hintergrund ein Familienlastenausgleich
innerhalb der Rentenversicherung zugunsten von Verheirateten und knüpft daran
an, dass der Verstorbene für den Hinterbliebenen vor seinem Ableben
unterhaltspflichtig war.
Denn nach dem Tod eines Ehegatten tritt die Hinterbliebenenrente aus der
gesetzlichen Rentenversicherung an die Stelle der im Bürgerlichen Gesetzbuch
Deutscher Bundestag Drucksache 20/5114
20. Wahlperiode 27.12.202
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
vom 23. Dezember 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
verankerten gegenseitigen Unterhaltsverpflichtung, da der verstorbene Ehegatte
diese nicht mehr erfüllen kann. Wie bei der Höhe des Unterhaltsanspruchs vor
dem Tode wird auch bei Witwen- und Witwerrenten daher eigenes Erwerbs-
und Erwerbsersatzeinkommen berücksichtigt. Der Unterhaltsersatzfunktion von
Hinterbliebenenrenten würde es widersprechen, wenn die Witwen- und
Witwerrenten ohne Rücksicht auf eigenes Einkommen geleistet würden, denn eigenes
Einkommen vermindert auch einen Unterhaltsanspruch oder lässt ihn entfallen.
1. Wie viele große und kleine Witwen- bzw. Witwerrenten werden aktuell
bzw. wurden im Jahr 2021 gezahlt (bitte zwischen Witwen- und
Witwerrenten differenzieren)?
Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung wurden im Rentenbestand am
31. Dezember 2021 4 511 751 große und 1 762 kleine Witwenrenten geleistet.
Ferner gab es 721 725 große und 264 kleine Witwerrenten.
2. Wie viele Rentenneuzugänge bei Witwen- bzw. Witwerrenten gab es seit
2005 (bitte in tabellarischer Übersicht darstellen und bitte nach
Witwenrenten und Witwerrenten differenzieren)?
Die erbetenen Angaben sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen.
Anzahl der Zugänge von Witwen- und Witwerrenten*, Rentenzugang
Jahr Insgesamt Witwenrenten Witwerrenten
2005 301.499 248.179 53.320
2006 311.924 256.608 55.316
2007 305.368 249.391 55.977
2008 305.274 247.825 57.449
2009 308.991 249.696 59.295
2010 311.915 251.584 60.331
2011 310.892 249.341 61.551
2012 310.934 248.619 62.315
2013 321.592 256.414 65.178
2014 308.311 244.480 63.831
2015 340.150 266.527 73.623
2016 328.219 256.398 71.821
2017 327.641 255.473 72.168
2018 340.693 264.260 76.433
2019 333.016 256.588 76.428
2020 340.213 261.356 78.857
2021 359.857 278.023 81.834
* ohne Nullrenten
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
3. Wie viele Rentenneuzugänge bei den Witwen- bzw. Witwerrenten gab es
jährlich seit 2005 von Personen zwischen dem 45. Lebensjahr (bzw. der
Altersgrenze für die große Witwenrente im Sinne von § 242a Absatz 5
SGB VI) und der Regelaltersgrenze, einzeln nach Jahrgängen aufgeteilt?
Die erbetenen Angaben sind der Tabelle zu Frage 3 in der Anlage zu
entnehmen.
4. Wie hoch war in den Jahren seit 2005 das durchschnittliche Zugangsalter
von Rentenzugängen bei den Witwen- bzw. Witwerrenten insgesamt und
bezogen auf die Hinterbliebenen, die bereits vor der Regelaltersgrenze
eine solche Rente beziehen?
Das durchschnittliche Zugangsalter für die Witwen- und Witwerrenten
insgesamt und für Personen unter 65 Jahren seit dem Jahr 2005 ist der
nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Durchschnittliches Zugangsalter (in Jahren) von Witwen- und Witwerrenten*,
Rentenzugang
Jahr Zugänge insgesamt Zugänge im Alter bisunter 65 Jahre
2005 69,0 54,8
2006 69,3 54,8
2007 69,6 54,7
2008 70,2 54,9
2009 70,6 54,9
2010 70,9 55,1
2011 71,3 55,4
2012 71,7 55,6
2013 72,1 55,8
2014 71,9 56,1
2015 72,7 56,0
2016 72,8 56,0
2017 73,3 56,1
2018 73,5 56,2
2019 73,7 56,4
2020 74,0 56,4
2021 74,2 56,6
* ohne Nullrenten
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
5. Wie hat sich die Höhe der durchschnittlichen Witwen- bzw.
Witwerrenten in der Zeit seit 1991 entwickelt (bitte in tabellarischer Übersicht
darstellen und bitte nach Witwenrente und Witwerrente sowie neuen und
alten Bundesländern differenzieren)?
Die erbetenen Angaben sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen. Die
Auswertung der statistischen Daten ist in dieser Differenzierung erst ab dem Jahr 1992
möglich.
Durchschnittlicher Rentenzahlbetrag (in Euro/Monat) der Witwen- und
Witwerrenten*, Rentenbestand am 31.12.
Jahr Alte LänderWitwenrenten
Neue Länder
Witwenrenten
Alte Länder
Witwerrenten
Neue Länder
Witwerrenten
1992 491 269 164 134
1993 509 339 168 145
1994 522 384 170 147
1995 522 422 178 168
1996 523 458 182 183
1997 529 494 186 198
1998 529 501 191 207
1999 535 519 194 216
2000 536 524 198 222
Jahr Alte LänderWitwenrenten
Neue Länder
Witwenrenten
Alte Länder
Witwerrenten
Neue Länder
Witwerrenten
2001 545 539 202 230
2002 555 557 212 245
2003 559 565 216 250
2004 553 562 216 253
2005 549 563 219 258
2006 547 564 220 260
2007 548 568 228 271
2008 551 572 230 275
2009 564 591 236 287
2010 563 590 237 289
2011 565 593 240 294
2012 576 605 245 302
2013 576 623 246 313
2014 584 628 273 347
2015 594 639 278 358
2016 616 671 290 382
2017 625 690 294 397
2018 644 708 303 412
2019 665 728 332 452
2020 686 750 338 468
2021 684 747 338 474
* ohne Nullrenten
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
6. Wie hat sich die Höhe der Witwen- bzw. Witwerrenten im Median in der
Zeit seit 1991 entwickelt (bitte in tabellarischer Übersicht darstellen und
bitte nach Witwenrente und Witwerrente sowie neuen und alten
Bundesländern differenzieren)?
Die erbetenen Angaben sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen. Die
Auswertung der statistischen Daten ist erst ab dem Jahr 1992 möglich.
Medianwert des Rentenzahlbetrags (in Euro/Monat) der Witwen- und
Witwerrenten*, Rentenbestand am 31.12.
Jahr Alte LänderWitwenrenten
Neue Länder
Witwenrenten
Alte Länder
Witwerrenten
Neue Länder
Witwerrenten
1992 490 249 124 127
1993 511 327 130 138
1994 528 380 135 138
1995 529 419 144 155
1996 531 457 147 169
1997 540 493 151 184
1998 542 500 156 193
1999 549 518 160 204
2000 553 523 164 210
2001 563 537 168 219
2002 575 554 179 233
2003 580 562 182 239
2004 575 558 182 242
2005 572 558 186 247
2006 572 559 188 250
2007 573 563 197 263
2008 578 567 199 268
Jahr Alte LänderWitwenrenten
Neue Länder
Witwenrenten
Alte Länder
Witwerrenten
Neue Länder
Witwerrenten
2009 593 585 204 279
2010 592 583 206 282
2011 596 585 208 287
2012 609 597 213 296
2013 610 614 213 307
2014 618 618 243 343
2015 629 629 246 352
2016 652 659 257 375
2017 662 678 261 391
2018 682 696 270 405
2019 703 714 297 441
2020 726 737 304 460
2021 724 735 303 465
* ohne Nullrenten
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI, Sonderauswertung
7. Wie hoch waren die jeweils höchsten gezahlten Witwen- bzw.
Witwerrenten in der Zeit seit 1991 (bitte in tabellarischer Übersicht darstellen
und bitte nach Witwenrente und Witwerrente differenzieren)?
Die Daten zu der jeweils höchsten gezahlten Witwen- bzw. Witwerrenten
werden wegen der geringen Aussagekraft und aus Gründen des Datenschutzes
nicht veröffentlicht.
8. Wie viele Bezieher einer Witwen- bzw. Witwerrente haben in den Jahren
von 2019 bis 2021 weiteres zu berücksichtigendes Einkommen im Sinne
von § 18a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IV) erzielt, und
wie viele davon gehörten der Altersgruppe unterhalb der
Regelaltersgrenze an (bitte in tabellarischer Übersicht darstellen und, soweit
möglich, zwischen Erwerbseinkommen und anderem Einkommen
differenzieren)?
9. Wie hoch war der jeweilige prozentuale Anteil der Bezieher einer
Witwen- bzw. Witwerrente, die in den Jahren von 2019 bis 2021 weiteres
Einkommen erzielt haben?
Die Fragen 8 und 9 werden mit der nachfolgenden Tabelle zusammen
beantwortet.
Differenzierte Daten zur Art des Einkommens liegen nicht vor, da die
statistisch erfassten Informationen keine verlässlichen Aussagen für die Gesamtheit
der Fälle mit Einkommen ermöglichen.
Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* im
Alter unter 65 Jahren
2019 4.919.073 83,7% 573.072 78,2%
2020 4.931.621 84,6% 553.634 78,8%
2021 4.960.359 85,6% 539.437 79,1%
mit Einkommen nach § 97 SGB VI darunter im Alter unter 65 Jahren
Jahr
* einschließlich Nullrenten
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
10. In wie vielen Fällen handelte es sich dabei (Bezugnahme auf Frage 8)
jeweils um einen rentenschädlichen Hinzuverdienst, also einen Verdienst,
der die jeweilige Zuverdienstgrenze nach § 97 SGB VI überschritten hat
und der zu einer Einkommensanrechnung führte?
11. Wie hoch war der jeweilige prozentuale Anteil der Bezieher einer
Witwen- bzw. Witwerrente, bei dem in den Jahren von 2019 bis 2021 ein
rentenschädlicher Hinzuverdienst vorlag?
Die Fragen 10 und 11 werden gemeinsam beantwortet.
Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* im
Alter unter 65 Jahren
2019 2.469.932 42,0% 345.054 47,1%
2020 2.480.650 42,6% 333.800 47,5%
2021 2.503.158 43,2% 328.957 48,3%
mit Einkommensanrechnung** darunter im Alter unter 65 Jahren
Jahr
* einschließlich Nullrenten
** Minderung oder vollständiges Ruhen der Rente wegen rentenschädlichen Hinzuverdienstes
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
12. In wie vielen Fällen eines rentenschädlichen Hinzuverdienstes
(Bezugnahme auf Frage 10) kam es zu einer Einkommensanrechnung, die im
Ergebnis zu einer 0-Euro-Witwenrente führte?
13. Wie hoch war der jeweilige prozentuale Anteil der Bezieher einer
Witwen- bzw. Witwerrente, bei dem in den Jahren von 2019 bis 2021 ein
rentenschädlicher Hinzuverdienst vorlag, der im Ergebnis zu einer 0-
Euro-Witwenrente führte?
Die Fragen 12 und 13 werden gemeinsam beantwortet.
Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* mit
Einkommensanrechnung
Anzahl
Anteil an allen Witwen-
und Witwerrenten* mit
Einkommensanrechnung
im Alter unter 65 Jahren
2019 536.403 21,7% 94.571 27,4%
2020 538.759 21,7% 93.188 27,9%
2021 535.273 21,4% 91.814 27,9%
Jahr
Nullrenten darunter im Alter unter 65 Jahren
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB
14. Wie hoch war bei Vorliegen eines rentenschädlichen Hinzuverdienstes
der durchschnittliche Anrechnungsbetrag (Bezugnahme auf Frage 10
bzw. 12; dabei bitte, soweit möglich, zwischen Beziehern ober- und
unterhalb der Regelaltersgrenze und zwischen Erwerbseinkommen und
sonstigem Einkommen differenzieren)?
Die erbetenen Angaben sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Insgesamt darunter
Nullrenten**
Insgesamt darunter
Nullrenten**
Insgesamt darunter
Nullrenten**
2019 167 245 267 416 150 208
2020 180 285 288 467 163 247
2021 182 289 291 468 165 252
Jahr
darunter im Alter ab 65 Jahrendarunter im Alter unter 65 Jahrenmit Einkommensanrechnung
* einschließlich Nullrenten
** berechnet nur für Fälle mit statistisch auswertbaren Anrechnungsbetrag
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Renten nach SGB VI
15. Wie hoch waren die Minderausgaben für die Deutsche
Rentenversicherung durch eine Einkommensanrechnung bei Überschreiten der
Zuverdienstgrenzen bei gewährten großen und kleinen Witwen- bzw.
Witwerrenten sowie Erziehungsrenten jeweils für die Jahre seit 2015 (bitte in
tabellarischer Übersicht darstellen)?
Ausgehend vom durchschnittlichen monatlichen Anrechnungsbetrag und der
Anzahl der Fälle mit einem Anrechnungsbetrag im Rentenbestand können die
jährlichen Minderausgaben näherungsweise geschätzt werden. Die sich für die
Jahre 2015 bis 2021 ergebenden Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen.
Jährliche Minderausgaben durch Einkommensanrechnung bei Witwen-,
Witwer- und Erziehungsrenten, Rentenbestand am 31.12.
Jahr Jährliche Minderausgaben*in Mio. Euro
2015 3.872
2016 4.130
2017 4.325
2018 4.533
2019 4.936
2020 5.358
2021 5.463
* nur statistisch auswertbare Fälle, Bruttobeträge, ohne KVdR-Zuschuss
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, eigene Berechnung, Renten nach SGB VI
16. Wie hoch waren die Minderausgaben für die Deutsche
Rentenversicherung durch eine Einkommensanrechnung bei Überschreiten der
Zuverdienstgrenzen bei gewährten großen Witwen- bzw. Witwerrenten
aufgrund eines anzurechnenden Erwerbseinkommens, alternativ bei den
Rentenbeziehern unterhalb der Regelaltersgrenze, jeweils für die Jahre
seit 2015 (bitte in tabellarischer Übersicht darstellen)?
Ausgehend vom durchschnittlichen monatlichen Anrechnungsbetrag und der
Anzahl der Fälle mit einem Anrechnungsbetrag im Rentenbestand können die
jährlichen Minderausgaben näherungsweise geschätzt werden. Die sich für die
Jahre 2015 bis 2021 ergebenden Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen.
Jährliche Minderausgaben durch Einkommensanrechnung bei großen Witwen-
und Witwerrenten, Rentenbestand am 31.12.
Jahr Jährliche Minderausgaben*in Mio. Euro
darunter im Alter
von unter 65 Jahren
in Mio. Euro
2015 3.854 1.042
2016 4.112 1.062
2017 4.309 1.072
2018 4.518 1.082
2019 4.921 1.100
2020 5.340 1.149
2021 5.446 1.146
* nur statistisch auswertbare Fälle, Bruttobeträge, ohne KVdR-Zuschuss
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, eigene Berechnung, Renten nach SGB VI
17. Wie hat sich die gesamte Einkommenslage der Bezieher von
Witwenbzw. Witwerrenten seit 2004 – differenziert nach Witwen und Witwern
und Beziehern ober- und unterhalb der Regelaltersgrenze – entwickelt
(bitte tabellarisch darstellen)?
Wichtigste Datenquelle für die Berichterstattung der Bundesregierung zu den
Gesamteinkommen von Seniorenhaushalten in Deutschland ist die Studie
„Alterssicherung in Deutschland“ (ASID), die als Stichprobenerhebung einmal je
Legislaturperiode durchgeführt wird. Die Nettoeinkommen von
Hinterbliebenen ab dem Erhebungsjahr 2003 können der nachfolgenden Tabelle entnommen
werden. Dargestellt sind die Einkommen aller Witwer und Witwen. Nach
Bezug einer Witwen- oder Witwerrente differenzierte Daten liegen nicht vor.
Erhebungsjahr
Altersgruppe
2019 2015 2011 2007 2003
Witwer unter 65 Jahre 1) 2.016 1.833 1.750 1.837 1.611
ab 65 Jahre 2.012 1.756 1.691 1.622 1.542
Witwen unter 65 Jahre 1) 1.851 1.496 1.345 1.375 1.296
ab 65 Jahre 1.674 1.460 1.334 1.222 1.197
1) bis 2015: 55 bis unter 65 Jahre; 2019: 60 bis unter 65 Jahre
Quelle: Studie Alterssicherung in Deutschland (ASID).
18. Wie haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung für
Renten wegen Todes einschließlich der Witwen- bzw. Witwerrenten und
die dazugehörigen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung seit
2005 entwickelt, und welchen Anteil haben diese Ausgaben jeweils an
den Gesamtausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung (bitte
differenziert tabellarisch darstellen, ähnlich wie auf Bundestagsdrucksache
16/1274,
https://dserver.bundestag.de/btd/16/012/1601274.pdf)?
Die erbetenen Angaben sind der Tabelle zu Frage 18 in der Anlage zu
entnehmen.
19. Wie hoch sind die jährlichen Ausgaben für die Neuzugänge zur
Witwenbzw. Witwerrente an Hinterbliebene vom 45. Lebensjahr an (bzw.
Altersgrenze für die große Witwenrente im Sinne von § 242a Absatz 5 SGB
VI) bis zur jeweiligen Regelaltersgrenze seit 2005?
Ausgehend von der durchschnittlichen monatlichen Bruttorente und der Anzahl
der Rentenzugänge von Witwen- und Witwerrenten im Alter von 45 bis unter
65 Jahren können die jährlichen Ausgaben näherungsweise geschätzt werden.
Die sich für die Jahre 2005 bis 2021 ergebenden Werte sind der nachfolgenden
Tabelle zu entnehmen.
Jährliche Rentenausgaben (brutto, ohne KVdR-Zuschuss) für Neuzugänge von
Witwen- und Witwerrenten von 45 bis unter 65 Jahren, Rentenzugang
Jahr Rentenausgaben* in Mio. Euro
2005 449
2006 448
2007 422
2008 400
2009 398
2010 395
2011 395
2012 391
2013 399
2014 402
2015 407
2016 406
2017 396
2018 414
2019 416
2020 429
2021 452
* Bruttobeträge, ohne KVdR-Zuschuss
Quelle: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, eigene Berechnung, Renten nach SGB VI
20. Wie viele Rentensplittingverfahren wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung im Zeitraum von 2002 bis 2021 durchgeführt (bitte tabellarisch
darstellen und nach alten und neuen Bundesländern differenzieren)?
21. Wie hoch waren bzw. sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Renten nach dem erfolgten Splitting im Durchschnitt und im Median für die
Zeit von 2002 bis 2021 (bitte tabellarisch darstellen und nach alten und
neuen Bundesländern differenzieren)?
Die Fragen 20 und 21 werden gemeinsam beantwortet.
In den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung liegen keine Daten zum
Rentensplitting vor.
22. Wie bewertet die Bundesregierung die tatsächliche Nachfrage nach dem
Rentensplitting, und sieht sie Handlungsbedarf bei den gesetzlichen
Regelungen, um die Nachteile des Rentensplittings gegenüber der
Witwenrente, wie den vollständigen Verlust des Anspruchs auf Witwenrente
nach Durchführung des Splittings, zu verringern?
Das Rentensplitting kann gewählt werden, wenn dieses für die Betroffenen
Vorteile verspricht, da zusätzliche eigenständige Rentenanwartschaften durch
denjenigen erworben werden können, der insgesamt die geringeren
Rentenanwartschaften erworben hat. Hiermit kann insbesondere die bei einer Witwen-/
Witwerrente – die bei Wahl des Rentensplittings entfallen würde – stattfindende
Einkommensanrechnung vermieden werden, wenn diese ohnehin zum Ruhen
der Witwen-/Witwerrente führen würde. Von daher ist die Fragestellung, wie
die Nachteile – Entfall der Witwen-/Witwerrente – des Rentensplittings
verringert werden könnten, irreführend, da das Rentensplitting nicht zwingend ist,
sondern gerade dann gewählt werden kann, wenn es für die Beteiligten
insgesamt vorteilhafter ist als eine voraussichtliche Witwen-/Witwerrente.
23. Wie haben sich die Anzahl und das Volumen der
Witwenrentenabfindungen in der allgemeinen Rentenversicherung seit 2019 entwickelt?
Die Anzahl der erledigten Vorgänge bezüglich Witwen- und
Witwerrentenabfindungen lag in den Berichtsjahren 2019 bis 2021 in der allgemeinen
Rentenversicherung jährlich bei ca. 5 000 Fällen. Das Volumen der geleisteten
Abfindungen betrug laut Statistik über die endgültigen Rechnungsergebnisse in der
allgemeinen Rentenversicherung im Jahr 2019 rund 43,6 Mio. Euro und in den
Jahren 2020 und 2021 jeweils rund 41,9 Mio. Euro.
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