[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Nicole Gohlke,
Anke Domscheit-Berg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 20/5212 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das Jahr 2022 –
Schwerpunktfragen zu Dublin-Verfahren
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Anteil von Verfahren zur Klärung der asylrechtlichen Zuständigkeit nach
der Dublin-Verordnung (Dublin-VO) der Europäischen Union (EU) an allen
Asylverfahren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lag im
Jahr 2021 bei 28,5 Prozent (vgl. hierzu und soweit nicht anders angegeben
auch im Folgenden: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 20/861). Übernahmeersuchen wurden im Jahr 2021 vor
allem an Griechenland und Italien gerichtet (24,7 bzw. 15,7 Prozent aller
Ersuchen), die meisten Überstellungen gingen nach Frankreich, Österreich,
Schweden, die Niederlande und Italien. Nach Ungarn wurde im Jahr 2021 das erste
Mal seit Mai 2017 wieder eine Überstellung vollzogen, obwohl die EU-
Kommission mehrere Vertragsverletzungsverfahren wegen Verstößen gegen EU-
Asylrecht eingeleitet hatte und entsprechende Verurteilungen Ungarns durch
den Europäischen Gerichtshofs ergangen sind. Über das weitere
Asylverfahren der nach Ungarn überstellten Person hat die Bundesregierung „keine
Erkenntnisse“ (ebd., Antwort zu Frage 22).
Aus den 42 284 Dublin-Ersuchen Deutschlands im Jahr 2021 resultierten
2 656 Überstellungen in andere Mitgliedstaaten. Gemessen an den
Zustimmungen der anderen Staaten zur Rückübernahme (18 429) lag die sogenannte
Überstellungsquote bei 14,4 Prozent (vor der Corona-Pandemie, im Jahr 2019,
lag die Quote bei 28,3 Prozent). Dabei basierten 78,5 Prozent aller (insgesamt
nur 42) Zustimmungen Griechenlands und 71,7 Prozent der Zustimmungen
Italiens auf nicht fristgerecht beantworteten Ersuchen Deutschlands. Vielfach
verhindern Gerichte geplante Überstellungen wegen erheblicher Mängel in
den Asyl- oder Aufnahmesystemen anderer Mitgliedstaaten oder aufgrund
individueller Umstände. So waren 2021 in Bezug auf Griechenland 80 Prozent
aller einstweiligen Rechtsschutzanträge gegen Dublin-Bescheide erfolgreich,
in Bezug auf Italien lag die Quote bei 45,8 Prozent. Bei realistischer
Betrachtung sind diese Werte nach Auffassung der Fragestellerinnen und Fragesteller
noch höher, denn ein Eilantrag gilt nach dieser Statistik auch dann als
„abgelehnt“, wenn das BAMF den angefochtenen Bescheid vor einer gerichtlichen
Entscheidung abändert, etwa nach einem richterlichen Hinweis, oder sich
Deutscher Bundestag Drucksache 20/5868
20. Wahlperiode 28.02.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat vom
27. Februar 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
durch Selbsteintritt für zuständig erklärt (vgl. Antwort zu Frage 17 auf
Bundestagsdrucksache 19/22405).
367 Beschäftigte des BAMF arbeiteten Anfang 2022 im Dublin-Bereich.
Während immer komplexere Dublin-Verfahren das BAMF und die Gerichte
zunehmend beschäftigen und betroffene Schutzsuchende stark belasten, bleibt
die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland infolge des Dublin-Systems in
etwa gleich: 2 656 Überstellungen aus Deutschland standen im Jahr 2021
4 274 Überstellungen nach Deutschland gegenüber. Das ist im Ergebnis eine
reale Umverteilung von 1 618 Personen nach über 58 000 zum Teil sehr
aufwendigen Verfahren zur Klärung der Zuständigkeit. Dublin-Verfahren
dauerten im Jahr 2021 durchschnittlich 1,9 Monate. Kommt es aber nach der
Feststellung der Zuständigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates doch noch zu
einer Asylprüfung in Deutschland (etwa infolge einer Gerichtsentscheidung
oder weil eine Überstellung nicht durchsetzbar war), dauern diese Verfahren
mit insgesamt 22,6 Monaten überdurchschnittlich lang – das betraf im Jahr
2021 10 896 Asylsuchende.
In Griechenland als Flüchtlinge Anerkannte dürfen nach überwiegender
Rechtsprechung in Deutschland nicht nach Griechenland zurückgeschickt
werden, weil ihnen dort aufgrund fehlender Unterbringungs- und
Überlebensmöglichkeiten eine menschenrechtswidrige Behandlung und
existenzbedrohliche Notlage droht (
https://www.asyl.net/view/rechtsprechungsuebersicht-zu-i
n-griechenland-als-schutzberechtigt-anerkannten-personen). Im Jahr 2021
stellten 29 508 Personen in Deutschland einen Asylantrag, nachdem sie zuvor
bereits in Griechenland einen Schutzstatus erhalten hatten, die meisten von
ihnen kamen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Ende Januar 2022 lebten
knapp 41 000 Personen, bei denen Hinweise vorliegen, dass sie bereits in
Griechenland als schutzberechtigt anerkannt wurden, als Asylsuchende in
Deutschland (
https://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2022/220207-
asylgeschaeftsstatistik-januar-2022.html). Ihre Verfahren waren im Oktober
2020 vor dem Hintergrund der genannten Rechtsprechung „rückpriorisiert“
worden, seit April 2022 werden hierzu wieder Entscheidungen getroffen,
wobei das BAMF die in Griechenland gewährten Schutzstatus inhaltlich noch
einmal überprüft. In aller Regel wird dabei erneut ein Schutzstatus erteilt,
allerdings sehr häufig nur ein subsidiärer Schutz statt eines Flüchtlingsschutzes
(vgl. Antwort auf die Schriftliche Frage 49 auf Bundestagsdrucksache
20/3097 und Nachbeantwortung des Bundesministeriums des Innern und für
Heimat hierzu vom 17. August 2022). In etwa 3 Prozent der von April bis
Juli 2022 entschiedenen 21 994 Fälle wurden Asylanträge mit Hinweis auf die
Schutzgewährung in Griechenland als „unzulässig“ zurückgewiesen, im
selben Zeitraum gab es 16 Abschiebungen nach Griechenland (ebd., zu einem
Abschiebungs-Charterflug nach Griechenland Ende Juli 2022 vgl.
https://ww
w.proasyl.de/pressemitteilung/pro-asyl-und-bayerischer-fluechtlingsrat-gefaeh
rlicher-und-schaebiger-testlauf/). Bereits im Juli 2021 hatte es eine
gemeinsame Absichtserklärung Deutschlands und Griechenlands gegeben zu
Gesprächen über ein Projekt des BAMF zur nachhaltigen Verbesserung der
Lebensbedingungen für in Griechenland anerkannte Flüchtlinge. Die Bundesrepublik
Deutschland soll hierfür 50 Mio. Euro angeboten haben (vgl. Die Welt vom
15. Dezember 2021). Im März 2022 habe es eine Einigung zu wesentlichen
Punkten des Vorhabens gegeben, Einzelheiten seien jedoch noch in der
Abstimmung (Antwort auf die Schriftliche Frage 82 auf Bundestagsdrucksache
20/3097).
Umstritten sind Dublin-Überstellungen auch nach Polen, nachdem Berichten
zufolge Polen Schutzsuchende an der polnisch-belarussischen Grenze
rechtswidrig zurückgewiesen haben und Geflüchtete, die es ins Land schaffen,
regelmäßig unter menschenrechtswidrigen Bedingungen inhaftieren soll (vgl.
https://www.proasyl.de/news/wer-ein-asylgesuch-stellt-wird-eingesperrt/;
https://www.proasyl.de/news/dublin-abschiebungen-nach-polen-muessen-gest
oppt-werden/). Polen hat zugleich die meisten Kriegsflüchtlinge aus der
Ukraine in der EU aufgenommen.
Die allermeisten in Deutschland gewährten „Kirchenasyle“ betreffen von
Dublin-Überstellungen bedrohte Flüchtlinge: Im Jahr 2021 waren jedoch nur
noch 1,7 Prozent der BAMF-Überprüfungen zu Kirchenasylfällen mit Dublin-
Bezug erfolgreich (9 von 538 Fällen).
1. Wie viele Verfahren im Rahmen der Dublin-Verordnung wurden im
Gesamtjahr 2022 bzw. im vierten Quartal 2022 eingeleitet (bitte in
absoluten Zahlen und in Prozentzahlen die Relation zu allen Asylerstanträgen
sowie die Quote der auf EURODAC-Treffern – EURODAC: europäische
Datenbank zur Speicherung von Fingerabdrücken – basierenden Dublin-
Verfahren angeben; bitte auch nach den unterschiedlichen EURODAC-
Treffern differenzieren), wie viele EURODAC-Treffer welcher Kategorie
gab es in diesen Zeiträumen?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Asylerstanträge Übernahmeersuchen
(ÜE) an die
Mitgliedstaaten gesamt
Prozentualer Anteil
der ÜE zu den
Asylerstanträgen
Prozentualer Anteil
der ÜE mit
EURODAC-Treffern
4. Quartal 2022 81.976 24.607 30,0 72,6
Jahr 2022 217.774 68.709 31,6 68,6
Übernahmeersuchen mit EURODAC-Treffern
4. Quartal 2022 Jahr 2022
EURODAC-Treffer gesamt 17.874 47.163
davon EURODAC-Treffer
nach Artikel 9 EURODAC-Verordnung 11.083 30.682
nach Artikel 14 EURODAC-Verordnung 4.830 10.580
nach Artikel 17 EURODAC-Verordnung 1.961 5.901
Liegen für eine Person mehrere unterschiedliche EURODAC-Treffer nach der
Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 26. Juni 2013 (sog. EURODAC-Verordnung) vor, werden vorrangig die
gemäß Artikel 9 der EURODAC-Verordnung vorhandenen Treffer
ausgewiesen.
EURODAC-Treffer
bei Asylerstanträgen
nach Artikel 9
EURODAC-Verordnung
nach Artikel 14
EURODAC-Verordnung
4. Quartal 2022 12.448 4.863
Jahr 2022 37.430 10.701
2. Welche waren in den benannten Zeiträumen die 15 am stärksten
betroffenen Herkunftsländer, und welche die 15 am stärksten angefragten
Mitgliedstaaten (bitte in absoluten Zahlen und in Prozentzahlen angeben
sowie in jedem Fall die Zahlen zu Polen, Griechenland, Zypern, Malta,
Bulgarien und Ungarn nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
4. Quartal 2022 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 24.607
darunter:
4. Quartal 2022 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Italien 6.280 25,5
Österreich 4.650 18,9
Kroatien 2.501 10,2
Griechenland 2.411 9,8
Bulgarien 2.132 8,7
Frankreich 1.308 5,3
Spanien 1.052 4,4
Polen 638 2,6
Litauen 475 1,9
Schweden 468 1,9
Niederlande 464 1,9
Rumänien 421 1,7
Schweiz 346 1,4
Belgien 220 0,9
Ungarn 179 0,7
Zypern 99 0,4
Malta 88 0,4
4. Quartal 2022 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 24.607
darunter:
Afghanistan 6.250 25,4
Syrien, Arabische Republik 5.502 22,4
Türkei 2.753 11,2
Irak 1.596 6,5
Iran, Islamische Republik 991 4,0
Russische Föderation 734 3,0
Tunesien 536 2,3
Algerien 524 2,1
Burundi 461 1,9
Indien 366 1,5
Libanon 356 1,4
Ungeklärt 335 1,4
Marokko 329 1,3
Nigeria 273 1,1
Georgien 271 1,1
Jahr 2022 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 68.709
darunter:
Italien 14.439 21,0
Griechenland 9.166 13,3
Österreich 8.352 12,2
Jahr 2022 Übernahmeersuchen
Ersuchen an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Bulgarien 5.438 7,9
Frankreich 5.294 7,7
Kroatien 4.657 6,8
Polen 4.482 6,5
Spanien 4.015 5,8
Litauen 1.737 2,5
Rumänien 1.608 2,3
Niederlande 1.549 2,3
Schweden 1.509 2,2
Schweiz 1.161 1,7
Ungarn 935 1,4
Belgien 802 1,2
Malta 263 0,4
Zypern 252 0,4
Jahr 2022 Übernahmeersuchen
nach Herkunftsland absolut in Prozent
gesamt 68.709
darunter:
Afghanistan 16.469 24,0
Syrien, Arabische Republik 13.811 20,1
Irak 6.540 9,5
Türkei 5.416 7,9
Iran, Islamische Republik 2.502 3,6
Algerien 1.883 2,7
Russische Föderation 1.613 2,3
Tunesien 1.286 1,9
Nigeria 1.141 1,7
Ungeklärt 1.132 1,6
Moldau, Republik 1.112 1,6
Georgien 1.078 1,6
Marokko 1.053 1,5
Pakistan 1.023 1,5
Somalia 981 1,4
3. Wie viele Dublin-Entscheidungen mit welchem Ergebnis (Zuständigkeit
eines anderen Mitgliedstaats bzw. der Bundesrepublik Detuschland,
Selbsteintritt, humanitäre Fälle, Familienzusammenführung usw.) gab es
in den benannten Zeiträumen (bitte bei der Zahl der Selbsteintritte auch
nach Mitgliedstaaten und den jeweils drei wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), in wie vielen Fällen haben andere Mitgliedstaaten von
ihrem Selbsteintrittsrecht Gebrauch gemacht?
Entscheidungen über Dublin-Verfahren werden im Statistiksystem des
Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach den in den folgenden
Tabellen aufgeführten Kategorien erfasst.
4. Quartal 2022 Jahr 2022
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat (gesamt)
7.663 27.468
Artikel 3 Absatz 2 Dublin III 18 66
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 21 58
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 6 13
Artikel 8 Absatz 3 Dublin III 4 6
Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 1.167 2.161
Artikel 9 Dublin III 24 561
Artikel 10 Dublin III 19 42
Artikel 11 Buchstabe a Dublin III 31 85
Artikel 11 Buchstabe b Dublin III 5 5
Artikel 12 Absatz 1 Dublin III 17 39
Artikel 12 Absatz 2 Dublin III 74 332
Artikel 12 Absatz 3 Dublin III 1 5
Artikel 12 Absatz 4 Dublin III 337 1.096
Artikel 13 Absatz 1 Dublin III 536 3.673
Artikel 13 Absatz 2 Dublin III 18 100
Artikel 14 Absatz 1 Dublin III 10 42
Artikel 14 Absatz 2 Dublin III 21 138
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 2 4
Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 0 5
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 8 49
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe a Dublin III 3 9
Artikel 18 Absatz 1 Buchstande b
Dublin III
1.285 4.070
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe c Dublin III 4 10
Artikel 18 Absatz 1 d Dublin III 32 108
Artikel 18 Absatz 2 Dublin III 0 2
Artikel 19 Absatz 1 Dublin III 8 24
Artikel 19 Absatz 2 Dublin III 623 2.117
Artikel 19 Absatz 3 Dublin III 246 887
Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 7 20
Artikel 22 Absatz 7 Dublin III 1 5
Ablehnende Zwischenantwort, da ÜE
an 3. MS noch nicht beantwortet
9 22
EURODAC-Treffer unvollständig 16 73
Kein Dublinfall
(i.d.R., weil int. Schutz in MS)
1.411 5.292
Keine Antwort auf Remonstration
innerhalb der Frist
566 2.337
Minderjährigkeit zw. MS strittig 241 511
Verweis auf Zuständigkeit eines
anderen MS
892 3.501
4. Quartal 2022 Jahr 2022
Zustimmung des Mitgliedstaats (gesamt) 12.698 36.219
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 0 1
Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 4 7
4. Quartal 2022 Jahr 2022
Zustimmung des Mitgliedstaats (gesamt) 12.698 36.219
Artikel 9 Dublin III 6 49
Artikel 10 Dublin III 0 3
Artikel 11 Buchstabe a Dublin III 6 19
Artikel 11 Buchstabe b Dublin III 0 5
Artikel 12 Absatz 1 Dublin III 61 193
Artikel 12 Absatz 2 Dublin III 536 2.005
Artikel 12 Absatz 3 Dublin III 4 37
Artikel 12 Absatz 4 Dublin III 628 1.706
Artikel 13 Absatz 1 Dublin III 1.094 3.323
Artikel 13 Absatz 2 Dublin III 3 12
Artikel 14 Absatz 1 Dublin III 5 72
Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 0 3
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 0 31
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe a Dublin III 28 70
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe b Dublin III 2.129 8.193
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe c Dublin III 936 3.185
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe d Dublin III 930 3.976
Artikel 19 Absatz 2 Dublin III 2 6
Artikel 19 Absatz 3 Dublin III 0 6
Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 3 14
Artikel 20 Absatz 3 Satz 2 Dublin III 1 6
Artikel 20 Absatz 5 Dublin III 1.565 2.128
Artikel 22 Absatz 7 Dublin III 2.170 5.363
Artikel 25 Absatz 2 Dublin III 2.527 5.715
Artikel 28 Absatz 3 Dublin III 60 91
4. Quartal 2022
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaat Anzahl Herkunftsland Anzahl nach Herkunftsland
Bulgarien 4 Syrien, Arabische
Republik
3
Ungeklärt 1
Dänemark 1 Marokko 1
Estland 2 Armenien 2
Frankreich 22 darunter:
Moldau, Republik 6
Türkei 5
Georgien 3
Griechenland 3 Somalia 2
Syrien, Arabische
Republik
1
4. Quartal 2022
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaat Anzahl Herkunftsland Anzahl nach Herkunftsland
Italien 44 darunter:
Syrien, Arabische
Republik
13
Afghanistan 12
Nigeria 5
Kroatien 16 Afghanistan 10
Irak 5
Türkei 1
Litauen 4 Irak 3
Syrien, Arabische
Republik
1
Niederlande 1 Ungeklärt 1
Österreich 8 Afghanistan 4
Türkei 3
Syrien, Arabische
Republik
1
Polen 11 darunter:
Russische Föderation 5
Afghanistan 4
Iran, Islamische
Republik
1
Rumänien 4 Syrien, Arabische
Republik
2
Afghanistan 1
Irak 1
Schweden 1 Irak 1
Schweiz 1 Iran, Islamische
Republik
1
Slowakei 1 Vietnam 1
Slowenien 5 Afghanistan 4
Türkei 1
Spanien 7 darunter:
Türkei 4
Afghanistan 1
Nigeria 1
Ungarn 1 Aserbeidschan 1
Gesamt 136
Jahr 2022
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaat Anzahl Herkunftsland Anzahl nach Herkunftsland
Belgien 4 Irak 2
Afghanistan 1
Nigeria 1
Jahr 2022
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaat Anzahl Herkunftsland Anzahl nach Herkunftsland
Bulgarien 30 darunter:
Afghanistan 18
Syrien, Arabische
Republik
8
Irak 2
Dänemark 6 darunter:
Iran, Islamische
Republik
3
Kasachstan 1
Marokko 1
Estland 4 Armenien 2
Kirgisistan 2
Finnland 3 Irak 2
Afghanistan 1
Frankreich 60 darunter:
Moldau, Republik 7
Tunesien 6
Türkei 6
Griechenland 23 darunter:
Irak 5
Russische Föderation 5
Syrien, Arabische
Republik
4
Italien 167 darunter:
Afghanistan 32
Nigeria 30
Syrien, Arabische
Republik
24
Kroatien 68 darunter:
Afghanistan 51
Irak 6
Iran, Islamische
Republik
4
Lettland 4 Irak 3
Syrien, Arabische
Republik
1
Litauen 12 darunter:
Irak 8
Afghanistan 1
Syrien, Arabische
Republik
1
Malta 19 darunter:
Libyen 6
Syrien, Arabische
Republik
4
Guinea 3
Niederlande 18 darunter:
Ghana 3
Gambia 2
Moldau, Republik 2
Norwegen 1 Somalia 1
Jahr 2022
Selbsteintritte, die zur Durchführung eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaat Anzahl Herkunftsland Anzahl nach Herkunftsland
Österreich 32 darunter:
Syrien, Arabische
Republik
16
Afghanistan 6
Türkei 5
Polen 31 darunter:
Georgien 7
Afghanistan 5
Russische Föderation 5
Portugal 3 Afghanistan 1
Nigeria 1
Syrien, Arabische
Republik
1
Rumänien 21 darunter:
Syrien, Arabische
Republik
11
Afghanistan 6
Irak 2
Schweden 8 darunter:
Afghanistan 4
Georgien 2
Irak 1
Schweiz 7 darunter:
Afghanistan 1
Ägypten 1
Irak 1
Slowakei 5 Vietnam 5
Slowenien 38 darunter:
Afghanistan 33
Irak 3
Syrien, Arabische
Republik
1
Spanien 46 darunter:
Afghanistan 8
Guinea 7
Marokko 4
Tschechien 1 Vietnam 1
Ungarn 13 darunter:
Kasachstan 5
Vietnam 4
Afghanistan 1
Gesamt 624
Die Mitgliedstaaten übermitteln an das Statistische Amt der Europäischen
Union (Eurostat) die Anzahl der Verfahren, in denen von der Ausübung des
Selbsteintrittsrechts (SER) Gebrauch gemacht wurde. Zum Zeitpunkt der
Beantwortung der Kleinen Anfrage lagen die durch Eurostat erhobenen Daten i. S. d.
Fragestellung (letzter Halbsatz) für das Jahr 2022 noch nicht vor.
4. Wie viele Überstellungen nach der Dublin-Verordnung wurden in den
benannten Zeiträumen vollzogen (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben und auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und
Mitgliedstaaten – in jedem Fall auch Polen, Griechenland, Ungarn,
Bulgarien, Zypern und Malta – differenzieren), wie viele dieser Personen
wurden unter Einschaltung des Bundesamtes für Migration und
Flüchtlinge, aber ohne Durchführung eines Asylverfahrens überstellt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
4. Quartal 2022 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 1.053
darunter:
Österreich 265 25,2
Spanien 131 12,4
Polen 124 11,8
Frankreich 116 11,0
Italien 76 7,2
Belgien 45 4,3
Niederlande 44 4,2
Schweden 44 4,2
Kroatien 41 3,9
Bulgarien 40 3,8
Schweiz 25 2,4
Rumänien 24 2,3
Dänemark 15 1,4
Portugal 12 1,1
Tschechien 11 1,0
Malta 3 0,3
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
Ungarn 0 0,0
4. Quartal 2022 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 1.053
darunter:
Afghanistan 180 17,1
Irak 113 10,7
Syrien, Arabische Republik 109 10,4
Algerien 78 7,4
Türkei 76 7,2
Indien 47 4,5
Marokko 43 4,1
Russische Föderation 39 3,7
Iran, Islamische Republik 32 3,0
Somalia 29 2,8
Nigeria 27 2,6
Guinea 26 2,5
4. Quartal 2022 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Pakistan 20 1,9
Ungeklärt 19 1,8
Tunesien 17 1,6
Jahr 2022 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 4.158
darunter:
Österreich 885 21,3
Frankreich 598 14,4
Spanien 549 13,2
Italien 362 8,7
Polen 315 7,6
Schweden 252 6,1
Niederlande 239 5,7
Schweiz 157 3,8
Belgien 147 3,5
Slowenien 98 2,4
Kroatien 95 2,3
Rumänien 95 2,3
Bulgarien 86 2,1
Dänemark 44 1,1
Lettland 39 0,9
Malta 20 0,5
Ungarn 8 0,2
Zypern 6 0,1
Griechenland 0 0,0
Jahr 2022 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 4.158
darunter:
Afghanistan 785 18,9
Syrien, Arabische Republik 465 11,2
Irak 397 9,5
Algerien 300 7,2
Türkei 194 4,7
Marokko 164 3,9
Russische Föderation 159 3,8
Iran, Islamische Republik 140 3,4
Guinea 120 2,9
Nigeria 114 2,7
Pakistan 99 2,4
Somalia 91 2,2
Indien 88 2,1
Jahr 2022 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Ungeklärt 85 2,0
Libanon 83 2,0
Zeitraum Überstellungen ohne Durchführung eines Asylverfahrens
4. Quartal 2022 156
Jahr 2022 494
5. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des
Ausländerzentralregisters (AZR) derzeit in Deutschland auf, für die nach Auffassung des
BAMF ein anderer Mitgliedstaat für die Asylprüfung zuständig war bzw.
ist, und wie viele dieser Personen sind ausreisepflichtig (bitte – auch für
die Teilgruppe der Ausreisepflichtigen – nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, Mitgliedstaaten sowie Schutz- bzw. Aufenthaltsstatus
differenzieren)?
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 hielten sich ausweislich des
Ausländerzentralregisters (AZR) 24 005 Personen in Deutschland auf, bei denen das
Zuständigkeitsbestimmungsverfahren gemäß der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des
Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (sog. Dublin-III-
Verordnung) abgeschlossen wurde und ein anderer Mitgliedstaat als die
Bundesrepublik Deutschland für die Prüfung des von diesen Personen gestellten
Antrags auf internationalen Schutz als zuständig festgestellt wurde. Von diesen
Personen waren zum Stichtag 9 165 ausreisepflichtig.
Die weiteren Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden.
Staatsangehörigkeit Anzahl Personen Davon ausreisepflichtig:
Gesamt 24.005 9.165
darunter:
Afghanistan 4.111 1.640
Syrien, Arabische
Republik
3.036 1.281
Irak 3.027 994
Nigeria 2.054 706
Iran, Islamische
Republik
1.458 410
Türkei 1.212 363
Russische Föderation 1.155 446
Guinea 517 236
Somalia 493 207
Aserbaidschan 390 146
Mitgliedstaat Anzahl Personen Davon ausreisepflichtig:
Gesamt 24.005 9.165
davon:
Italien 8.932 3.284
Polen 1.802 654
Österreich 1.496 713
Frankreich 1.492 685
Kroatien 1.394 450
Mitgliedstaat Anzahl Personen Davon ausreisepflichtig:
Bulgarien 1.319 542
Spanien 1.293 571
Litauen 1.081 300
Schweden 954 365
Rumänien 720 282
Niederlande 539 251
Ungarn 503 127
Belgien 332 160
Dänemark 292 123
Schweiz 269 116
Portugal 260 77
Norwegen 216 68
Finnland 209 73
Slowenien 191 64
Tschechische Republik 162 65
Lettland 139 68
Griechenland 123 15
Malta 113 56
Slowakische Republik 65 17
Estland 56 22
Zypern 24 8
Luxemburg 14 3
Großbritannien mit
Nordirland
13 5
Irland 2 1
Aufenthaltsstatus Anzahl Personen Davon ausreisepflichtig:
Gesamt 24.005 9.165
davon:
Niederlassungserlaubnis 103 0
Aufenthaltserlaubnis 1.449 0
Aufenthaltsgestattung 11.273 110
Duldung 5.026 5.026
Sonstiges (kein
Aufenthaltsrecht, Antrag auf
Titel gestellt,
Ankunftsnachweis, EU-
Aufenthaltsrechte)
6.154 4.029
6. Wie viele Personen halten sich nach Angaben des AZR derzeit in
Deutschland auf, die bereits einmal in einen anderen Mitgliedstaat
überstellt wurden, und wie viele von ihnen sind ausreisepflichtig (bitte – auch
für die Teilgruppe der Ausreisepflichtigen – nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern, Mitgliedstaaten und Schutz- bzw. Aufenthaltsstatus
differenzieren)?
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren 12 754 in Deutschland aufhältige
Personen im AZR registriert, die bereits in einen anderen Mitgliedstaat überstellt
wurden. Davon waren 4 735 Personen ausreisepflichtig.
Die weiteren Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden.
Staatsangehörigkeit Anzahl aufhältiger Personen,
die bereits in einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden
Davon
ausreisepflichtig:
Gesamt 12.754 4.735
darunter:
Russische Föderation 1.801 902
Irak 1.179 459
Afghanistan 932 274
Syrien, Arabische
Republik
773 188
Nigeria 638 238
Somalia 556 198
Iran, Islamische Republik 526 152
Guinea 438 240
Kosovo 408 95
Türkei 407 62
Mitgliedstaat Anzahl aufhältiger Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden
Davon
ausreisepflichtig:
Gesamt 12.754 4.735
davon:
Italien 3.371 1.227
Polen 1.750 781
Frankreich 1.383 585
Schweden 896 273
Spanien 850 369
Belgien 760 261
Österreich 725 244
Niederlande 469 170
Schweiz 352 127
Ungarn 344 89
Dänemark u. Färöer 229 87
Tschechische Republik 200 63
Griechenland 191 17
Norwegen 177 40
Rumänien 145 56
Slowenien 125 50
Kroatien 119 46
Litauen 118 57
Portugal 113 36
Bulgarien 108 44
Finnland 83 31
Slowakische Republik 61 20
Lettland 54 30
Luxemburg 39 13
Malta 34 10
Großbritannien mit
Nordirland
29 6
Estland 15 1
Mitgliedstaat Anzahl aufhältiger Personen,
die bereits an einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden
Davon
ausreisepflichtig:
Zypern 9 1
Irland 5 1
Schutzstatus Anzahl aufhältiger Personen,
die bereits in einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden
Davon
ausreisepflichtig:
Gesamt 12.754 4.735
davon:
Kein Schutzstatus 11.793 4.719
Flüchtlingseigenschaft
nach § 3 Absatz 4 AsylG
532 8
subsidiärer Schutz nach
§ 4 Absatz 1 AsylG
gewährt
423 8
Als Asylberechtigte/-r
anerkannt
6 0
Aufenthaltsstatus Anzahl aufhältiger Personen,
die bereits in einen anderen
Mitgliedstaat überstellt wurden
Davon
ausreisepflichtig:
Gesamt 12.754 4.735
davon:
Niederlassungserlaubnis 716 0
Aufenthaltserlaubnis 3.356 0
Aufenthaltsgestattung 1.766 28
Duldung 4.080 4.080
Sonstiges (kein
Aufenthaltsrecht, Antrag auf
Titel gestellt,
Ankunftsnachweis,
EU-Aufenthaltsrechte)
2.836 627
7. Wie vielen Asylsuchenden des Jahres 2022 war zuvor in einem anderen
Mitgliedstaat, insbesondere in Griechenland, ein Schutzstatus
zugesprochen worden (bitte auch nach Monaten auflisten), wie viele von ihnen
lebten zuletzt mit welchem Status in Deutschland (bitte auch nach den
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Statistische Daten im Sinne der Fragestellung liegen ausschließlich zu bereits
durch Griechenland anerkannt Schutzberechtigten mit erneuter
Asylantragstellung in Deutschland vor. Die Anzahl erneuter Asylantragstellungen im Jahr
2022 von bereits durch Griechenland anerkannt Schutzberechtigten kann der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden (Aufschlüsselung nach Monat der
Antragstellung).
Jahr 2022* Afghanistan Syrien Irak Iran Ungeklärt Sonstige Gesamt
gesamt 7.658 3.053 1.391 441 433 1.077 14.053
davon:
Januar 1.161 512 185 65 61 140 2.124
Februar 1.077 338 96 34 44 129 1.718
März 931 296 135 36 43 77 1.518
Jahr 2022* Afghanistan Syrien Irak Iran Ungeklärt Sonstige Gesamt
April 710 197 134 29 40 113 1.223
Mai 702 235 141 49 46 124 1.297
Juni 585 294 127 39 33 102 1.180
Juli 435 170 193 42 35 91 966
August 515 269 124 41 69 98 1.116
September 513 232 102 48 19 56 970
Oktober 442 163 57 14 21 69 766
November 395 243 70 35 15 37 795
Dezember 192 104 27 9 7 41 380
* Anmerkung: Einzelne Monatswerte können von bislang veröffentlichten
statistischen Daten abweichen, da eine bereits durch Griechenland erfolgte
Schutzanerkennung in Einzelfällen erst im weiteren Verlauf des Asylverfahrens
festgestellt worden ist.
Statistische Daten zum letzten Status der Asylantragstellenden, denen bereits in
Griechenland ein Schutzstatus zuerkannt wurde, liegen nicht vor.
8. Wie viele Entscheidungen in den (z. T. rückpriorisierten) Verfahren von
in Griechenland Anerkannten gab es im Jahr 2022 (bitte nach Monaten
differenzieren), und wie viele dieser Verfahren (zu wie vielen Personen)
sind noch offen?
Die Antwort kann der nachstehenden Tabelle entnommen werden:
Gesamt 2022
Monat Jan. Feb. März Apr Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez. Gesamt
Entscheidungen
(Personen)
53 51 391 1.013 6.111 6.959 6.545 5.886 5.725 3.911 3.370 3.076 43.091
Zum 31. Dezember 2022 waren beim BAMF rund 12 500 Verfahren von durch
Griechenland bereits anerkannt Schutzberechtigten anhängig.
a) Wie war der Ausgang dieser Verfahren im Jahr 2022 (bitte nach
Quartalen differenzieren; zudem differenzieren nach den vier üblichen
Schutzstatus, Ablehnung, Ablehnung als offensichtlich unbegründet,
sonstige Verfahrenserledigungen, und diese sonstigen Erledigungen
bitte genauer ausdifferenzieren; bitte insgesamt, aber jeweils auch für
die fünf wichtigsten Herkunftsstaaten angeben)?
Die Antwort kann den nachstehenden Tabellen entnommen werden.
Gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Anerkennung gem. Artikel 16a GG 1 1 2 10 14
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
24 872 2.254 1.833 4.983
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
321 10.393 6.693 3.554 20.961
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 Absatz 5 oder 7 AufenthG
34 1.208 5.356 3.510 10.108
Ablehnung 9 908 2.820 1.077 4.814
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- 35 107 27 169
formelle Verfahrenserledigung 106 666 924 346 2.042
Gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
davon:
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u 2,
§ 32a Absatz 2 AsylG
22 217 260 143 642
sonstige Einstellung 14 43 29 18 104
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 1 AsylG
- 1 - - 1
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 2 AsylG
66 384 582 179 1.211
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Folgeantrag)
3 19 51 4 77
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Zweitantrag)
1 2 2 2 7
Gesamtergebnis 495 14.083 18.156 10.357 43.091
Syrien gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Anerkennung gem. Artikel 16a GG 1 - 1 - 2
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
4 356 377 135 872
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
313 10.166 5.897 2.960 19.336
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 Absatz 5 oder 7 AufenthG
- 1 9 - 10
Ablehnung - - 1 - 1
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- - 5 - 5
formelle Verfahrenserledigung 45 132 232 135 544
davon:
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u 2,
§ 32a Absatz 2 AsylG
- 54 46 33 133
sonstige Einstellung 1 17 - 4 22
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 1 AsylG
- 1 - - 1
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 2 AsylG
42 51 165 95 353
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Folgeantrag)
2 9 21 3 35
Gesamtergebnis 363 10.655 6.522 3.230 20.770
Afghanistan gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Anerkennung gem. Artikel 16a GG - - - 6 6
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
4 249 1.230 1.306 2.789
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
- 58 483 457 998
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 Absatz 5 oder 7 AufenthG
10 920 4.870 3.339 9.139
Ablehnung - 6 2 1 9
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- 1 - - 1
formelle Verfahrenserledigung 5 106 196 61 368
davon:
Afghanistan gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u 2,
§ 32a Absatz 2 AsylG
2 66 36 32 136
sonstige Einstellung 1 8 9 2 20
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 2 AsylG
2 32 148 26 208
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Folgeantrag)
- - 3 - 3
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Zweitantrag)
- - - 1 1
Gesamtergebnis 19 1.340 6.781 5.170 13.310
Irak gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Anerkennung gem. Artikel 16a GG - - 1 2 3
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
- 73 111 67 251
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
3 85 122 49 259
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII AufenthG
18 214 334 70 636
Ablehnung 6 615 2.008 673 3.302
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- 17 54 8 79
formelle Verfahrenserledigung 33 138 171 43 385
davon:
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u 2,
§ 32a Absatz 2 AsylG
17 40 74 18 149
sonstige Einstellung 5 7 4 9 25
Unzulässig gem.
§ 29 Absatz 1 Nummer 2 AsylG
10 81 72 14 177
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Folgeantrag)
- 8 21 1 30
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Zweitantrag)
1 2 - 1 4
Gesamtergebnis 60 1.142 2.801 912 4.915
Ungeklärt gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
5 66 179 87 337
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
3 42 77 26 148
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 Absatz 5 oder 7 AufenthG
- 8 9 9 26
Ablehnung - 77 132 43 252
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- 5 21 8 34
formelle Verfahrenserledigung 12 99 126 39 276
davon:
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u 2,
§ 32a Absatz 2 AsylG
3 36 41 21 101
sonstige Einstellung 3 4 6 - 13
Ungeklärt gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Unzulässig gem.
§ 29 Absatz 1 Nummer 2 AsylG
6 59 77 18 160
Unzulässig gem. § 29 Absatz 1
Nummer 5 AsylG (Folgeantrag)
- - 2 - 2
Gesamtergebnis 20 297 544 212 1.073
Somalia gesamt 2022
Entscheidungen (Personen) 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamt
Anerkennung gem. Artikel 16a GG - 1 - 2 3
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1 AsylG
1 56 145 92 294
subsidiärer Schutz gem.
§ 4 Absatz 1 AsylG
- 18 45 26 89
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII AufenthG
1 41 84 69 195
Ablehnung - 53 172 77 302
Ablehnung als offensichtlich
unbegründet
- 1 6 - 7
formelle Verfahrenserledigung 1 49 59 22 131
davon:
Einstellung wg. § 33 Absatz 1 u II,
§ 32a Absatz 2 AsylG
- 5 19 18 42
sonstige Einstellung 1 1 3 1 6
Unzulässig gem.
§ 29 Absatz 1 Nummer 2 AsylG
- 42 37 3 82
Unzulässig gem.
§ 29 Absatz 1 Nummer 5 AsylG
- 1 - - 1
Gesamtergebnis 3 219 511 288 1.021
b) Wie erklärt die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass irakische
Staatsangehörige, die in Griechenland einen Schutzstatus erhalten
hatten, vom BAMF ganz überwiegend abgelehnt wurden (2 037
Ablehnungen bei 3 144 Entscheidungen bis August 2022, vgl. Antwort zu
Frage 9 auf Bundestagsdrucksache 20/4197), während es bei syrischen
und afghanischen Flüchtlingen nur vereinzelte Ablehnungen durch das
BAMF gab (vgl. ebd., insgesamt 15 Ablehnungen für beide
Staatsangehörigkeiten im genannten Zeitraum, bei fast 22 000
Entscheidungen) – was nach Auffassung der Fragestellenden der Annahme
widerspricht, dass dies auf unterschiedlichen Entscheidungen im Einzelfall
beruhen könnte?
c) Wie erklärt die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass weniger als die
Hälfte der Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit, die in
Griechenland als schutzbedürftig angesehen wurden, vom BAMF einen
Schutzstatus erhalten hat (vgl. ebd.), und um welche Gruppen bzw.
Herkunftsländer geht es hierbei im Wesentlichen (bitte darlegen)?
d) Wie erklärt die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass viele
somalische Staatsangehörige, die in Griechenland einen Schutzstatus erhalten
hatten, vom BAMF abgelehnt wurden, obwohl es z. B. bei syrischen
und afghanischen Flüchtlingen kaum Ablehnungen gab (vgl. ebd.) –
was nach Auffassung der Fragestellenden der Annahme widerspricht,
dass dies auf unterschiedlichen Entscheidungen im Einzelfall beruhen
könnte?
e) Wie erklärt die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass syrische
Staatsangehörige, die in Griechenland einen Schutzstatus erhalten
haben, vom BAMF ganz überwiegend nur subsidiären Schutzstatus
zugesprochen bekommen haben (vgl. ebd., 15 042 subsidiäre
Schutzstatus im Vergleich zu 703 Flüchtlingsstatus), obwohl die Betroffenen
nach Einschätzung der Fragestellenden in Griechenland vermutlich
überwiegend einen Flüchtlingsstatus gesprochen bekommen hatten
(nach Angaben von Eurostat – Pressemitteilung 70/2020 vom 27.
April 2020 – wurden in Griechenland im Jahr 2019 fast 14 000
Flüchtlingsstatus und 4 150 subsidiäre Schutzstatus erteilt)?
Die Fragen 8b bis 8e werden aufgrund des engen Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Die Entscheidungen des BAMF erfolgen auf Grundlage der zum Zeitpunkt der
Entscheidung vorhandenen Erkenntnisse zum Vorbringen der Antragstellenden
und zur Lage im jeweiligen Herkunftsstaat.
Bei Entscheidungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten kann es zu voneinander
abweichenden Entscheidungen kommen, zum Beispiel bei zwischenzeitlichen
Lageänderungen im jeweiligen Herkunftsstaat. Das gilt sowohl für
Anerkennungen und Ablehnungen (Fragen 8b und 8d bezogen auf irakische und
somalische Staatsangehörige), als auch für die zuzuerkennende Schutzform (Frage 8e
bezogen auf syrische Staatsangehörige).
Abweichungen der Entscheidungen durch Deutschland von Entscheidungen
durch Griechenland bezogen auf andere Staatsangehörige, zum Beispiel
Afghanistan (Fragen 8b und 8d), stellen keinen Widerspruch dar. Die Bewertung der
jeweiligen Situation in Afghanistan zum Zeitpunkt der jeweiligen
Entscheidungen durch Griechenland und durch Deutschland kann ebenso zu weitgehend
übereinstimmenden Entscheidungen führen.
Dieses gilt auch bezogen auf Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit
(Frage 8c). Die Hälfte der Personen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit kam
aus Syrien (39 Prozent) und den palästinensischen Gebieten (11 Prozent). Bei
28 Prozent der Personen liegen keine Informationen zur Herkunft vor. Die
übrigen 24 Prozent der Personen verteilen sich hinsichtlich der Herkunft im
Wesentlichen auf Kuwait, Libanon und Afghanistan.
f) Welche internen Vorgaben, Kriterien und Rechtsgrundlagen gelten,
wenn das BAMF von in Griechenland getroffenen Entscheidungen
abweichen will, etwa in Bezug auf gegebenenfalls erhöhte
Anforderungen zur Begründung in Auseinandersetzung mit dem vorliegenden
griechischen Bescheid und insbesondere für den Fall einer geplanten
Ablehnung (bitte so genau wie möglich ausführen)?
g) Welche Bindungswirkung, inhaltliche Relevanz oder rechtliche
Bedeutung hat der in Griechenland zugesprochene Schutzstatus und/oder
die dem zugrunde liegende Begründung für die Entscheidung des
BAMF (bitte ausführen)?
Gelten insbesondere die sonst üblichen Vorgaben und
Rechtsgrundsätze für einen Widerruf des Schutzstatus bei anerkannten Flüchtlingen,
wenn sich eine Ablehnung auf geänderte Verhältnisse im
Herkunftsstaat stützen soll, und wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 8f und 8g werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Antwort zu Frage 9 wird verwiesen.
h) Gelten erhöhte Anforderungen für eine Ablehnung von in
Griechenland anerkannten international Schutzberechtigten in Anlehnung an
die Schutzklausel für (zuvor) anerkannte Flüchtlinge wie beim
Widerruf nach § 73 Absatz 1 Satz 3 des Asylgesetzes, und wenn nein,
warum nicht?
Voraussetzung für eine Anwendung der genannten nationalen Regelung (seit
dem 1. Januar 2023: § 73 Absatz 3 des Asylgesetzes – AsylG) ist eine zuvor
ergangene Anerkennungsentscheidung im nationalen Asylverfahren. Allerdings
ist die Grundlage des beim BAMF geführten Asylerfahrens ein Asylantrag im
Bundesgebiet. Für diesen Asylantrag sind die Regelungen des
Anerkennungsverfahrens anzuwenden. Eine Anwendung der für das Widerrufs- und
Rücknahmeverfahren geltenden Regelungen kommt nur bei Vorliegen der
Voraussetzungen des § 73c AsylG in Betracht.
i) Gelten erhöhte Anforderungen für eine Ablehnung von in
Griechenland anerkannten international Schutzberechtigten in Anlehnung an
§ 73b Absatz 2 des Asylgesetzes, d. h. dass sich Umstände im
Herkunftsland wesentlich und nicht nur vorübergehend geändert haben
müssen, und wenn nein, warum nicht?
j) Wendet das BAMF Artikel 1 C Nummer 5 der Genfer
Flüchtlingskonvention (GFK) an, wenn es Personen ablehnen will, die zuvor in
Griechenland einen Status nach der GFK erhalten haben, d. h. dass ein
Widerruf nicht erfolgen soll, wenn dem zwingende, auf früheren
Verfolgungen beruhende Gründe entgegenstehen (was beispielsweise
insbesondere bei traumatisierten Flüchtlingen und Folteropfern der Fall sein
kann), und wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 8i und 8j werden gemeinsam beantwortet.
Auf die Antwort zu Frage 8h wird verwiesen.
9. Wie begründet die Bundesregierung bzw. das BAMF, dass die in
Griechenland erteilten Schutzstatus nicht grundsätzlich auch in Deutschland
anerkannt werden, vor dem Hintergrund, dass das Gemeinsame
Europäische Asylsystem „auf gegenseitigem Vertrauen und einer Vermutung der
Beachtung des Unionsrechts, genauer der Grundrechte, durch die
anderen Mitgliedstaaten gründet“ (so z. B. der Europäische Gerichtshof im
Urteil C-411/10 und C-493/10 vom 21. Dezember 2011,
Randnummer 83) und dass die Bundesregierung dieses Prinzip selbst heranzieht,
wenn es z. B. darum geht, ob Zusicherungen Ungarns zu einem EU-
rechtskonformen Umgang mit Dublin-Überstellten Glauben geschenkt
werden kann (vgl. Antwort zu Frage 27 auf Bundestagsdrucksache
20/4197)?
Das Unionsrecht sieht keine gegenseitige Anerkennung von positiven
asylrechtlichen Entscheidungen vor. Über den Asylantrag ist ergebnisoffen zu
entscheiden.
Eine im Einzelfall erfolgte Feststellung, dass bei Rückkehr eines durch
Griechenland anerkannt Schutzberechtigten nach Griechenland die Gefahr einer
Verletzung von Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(EMRK) bzw. Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
drohen würde, entfaltet ebenfalls keine Rechts- und Bindungswirkung in Bezug
auf die zuvor durch Griechenland getroffene Entscheidung. Nach der
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes ist in diesen Fällen nur die
unionsrechtlich vorgesehene Unzulässigkeitsablehnung wegen einer bereits in einem
anderen EU-Mitgliedstaat erfolgten Zuerkennung internationalen Schutzes
ausgeschlossen. Antragstellende werden in diesem Fall weder besser noch
schlechter gestellt als andere Ausländerinnen und Ausländer, die erstmalig in
Deutschland einen Asylantrag gestellt haben.
10. Welche Umstände genau können es sein, die im Einzelfall – entgegen der
allgemeinen Annahme – dafür sprechen, dass in Griechenland
anerkannten Flüchtlingen bei einer Abschiebung keine unmenschliche oder
erniedrigende Behandlung droht (Nachfrage auf die Antwort zu Frage 10
auf Bundestagsdrucksache 20/4197)?
Eine Ablehnung des Asylantrages als unzulässig gemäß § 29 Absatz 1 Nummer
2 AsylG kommt in Betracht, wenn die Prüfung durch das BAMF im Einzelfall
ergeben hat, dass dem Antragstellenden bei einer Rückkehr nach Griechenland
keine Verletzung von Artikel 3 EMRK (Europäische
Menschenrechtskonvention) droht. Dies betrifft vorrangig Antragstellende, denen aufgrund eigener
Angaben zu ihren wirtschaftlichen Verhältnissen keine Verelendung droht oder die
aufnahmebereite bzw. -fähige Familien oder Verwandte in Griechenland haben
oder denen aus sonstigen individuellen Gründen keine Gefahren nach Artikel 3
EMRK bzw. Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
drohen.
11. Wie bewertet die Bundesregierung aktuelle Berichte (und kann sie diese
bestätigen), wonach Griechenland entgegen dem Wunsch der EU-
Kommission darauf bestanden haben soll, ein EU-Programm zur Integration
und Unterbringung für vulnerable Asylsuchende (ESTIA II) zu beenden,
so dass Hunderte Familien bzw. Tausende Menschen gezwungen worden
seien oder ihnen dies droht, ihre Wohnungen und das vertraute Umfeld
zu verlassen und erneut in Flüchtlingslagern unterzukommen (was u. a.
mit einem Abbruch von Schulbesuchen, medizinischen Behandlungen
und Sprach- und Berufskursen verbunden sei und von Pro Asyl als „Teil
einer umfassenden Abschreckungspolitik“ bezeichnet wird; vgl.: https://
www.proasyl.de/news/griechische-abschreckungspolitik-von-der-schuetz
enden-wohnung-zurueck-ins-lager/), welche Schlussfolgerungen zieht sie
gegebenenfalls hieraus in Bezug auf eine Bewertung der Frage, ob nach
Griechenland zurückgeschickte Asylsuchende oder anerkannte
Flüchtlinge dort eine unmenschliche Behandlung fürchten müssen, und was hat
sie angesichts dieser Berichte gegebenenfalls unternommen (bitte
begründen)?
Es kann bestätigt werden, dass seitens der griechischen Regierung das
Programm ESTIA II zum Jahresende beendet bzw. nicht fortgeführt wurde. Das
griechische Migrationsministerium betonte bei Verkündung dieser
Entscheidung, dass ESTIA ein temporäres Notfallprogramm gewesen sei, dessen Ziel
mittlerweile erreicht sei, da sich die Unterbringungssituation für asylsuchende
Personen in den vergangenen Jahren maßgeblich verbessert habe. Griechenland
habe mit der Unterstützung der EU sowie unter Mithilfe einzelner
Mitgliedstaaten neue, menschenwürdige Unterkünfte errichtet oder bereits bestehende
umfassend renoviert. In allen der mehr als 30 derzeit betriebenen Einrichtungen
fänden auch eine medizinische Versorgung, Kinderbetreuung oder erste
Integrationsmaßnahmen statt.
Ebenso hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Situation im
Asylverfahren deutlich verbessert, sodass üblicherweise nach Antragstellung, je nach
Sachlage, innerhalb einiger Wochen oder im Verlauf von wenigen Monaten mit
einer Entscheidung gerechnet werden kann. Ein wie in der Frage dargestellt
und in der Vergangenheit (bei mehrjähriger Verfahrensdauer) auch gegebenes
„vertrautes Umfeld“ entstand zuletzt viel seltener, da eine Zuweisung in eine
ESTIA-Wohnung durch die Beschleunigung der Asylverfahren häufig nur noch
wenige Wochen gültig war.
Um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten, begann das
griechische Ministerium für Arbeit und Soziales mit Unterstützung des
Migrationsministeriums im April 2022 Verhandlungen mit den verschiedenen
Gemeindeverwaltungen aufzunehmen, um städtische Unterkünfte, auch für anerkannt
Schutzberechtige mit besonderem Schutzbedarf, zu errichten.
Zwar kam es nach Ende des ESTIA-Programms im Januar 2023 in Einzelfällen
zu vorübergehender Obdachlosigkeit, jedoch konnten die betroffenen Personen
zeitnah in anderen Unterkünften untergebracht werden.
12. Worauf stützt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Einschätzung
in dem Beschluss der 218. Innenministerkonferenz zu
Tagesordnungspunkt 24 („GRC-Ablage (Sekundärmigration) des BAMF“;
https://www.
innenministerkonferenz.de/IMK/DE/termine/to-beschluesse/2022-12-02/
beschluesse.pdf?__blob=publicationFile&v=2), wonach bei den rund
5 000 Personen, die nach einer Anerkennung in Griechenland in
Deutschland abgelehnt wurden, „angesichts der Herkunftsländer (…)
eine Rückführung nicht zu erwarten“ sei, und welche Konsequenzen sollen
ihrer Auffassung nach hieraus gezogen werden, etwa in Bezug auf die
Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen nach § 25 Absatz 5 des
Aufenthaltsgesetzes, insbesondere in Fällen, in denen die Betroffenen bereits
seit mehr als 18 Monaten in Deutschland leben (bitte ausführen und
begründen)?
Die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) ist
in erster Linie ein Gremium zum Austausch und für die Beschlussfassung
zwischen den Ländern. Wenngleich die Bundesministerin des Innern und für
Heimat als ständiger Gast teilnimmt, sind der Bundesregierung nicht immer alle
den Beschlüssen zugrundeliegenden Erkenntnisse der Länder bekannt. Dies
trifft auch auf den in der Frage genannten Beschluss zu.
Unabhängig davon: Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25
Absatz 5 des Aufenthaltsgesetzes setzt im Übrigen voraus, dass einer oder einem
vollziehbar ausreisepflichtigen Ausländerin oder Ausländer die Ausreise aus
rechtlichen oder tatsächlichen Gründen unmöglich ist, mit dem Wegfall der
Ausreisehindernisse in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist und die Ausländerin
oder der Ausländer unverschuldet an der Ausreise gehindert ist. Auch die
Möglichkeit der freiwilligen Ausreise steht der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis
nach § 25 Absatz 5 AufenthG entgegen.
13. Gegen wie viele der ablehnenden Entscheidungen im Jahr 2022 zu in
Griechenland Anerkannten wurden Rechtsmittel eingelegt (bitte auch
nach wichtigsten Herkunftsländern auflisten), und welche
Gerichtsentscheidungen liegen gegebenenfalls in diesen Verfahren bereits vor (bitte
ausführen)?
Die Antwort kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Klagen insgesamt (Personen) 5.504
darunter bezogen auf das Herkunftsland:
Irak 3.192
Ungeklärt 386
Pers. aus palästinensischen Gebieten (nicht als Staat anerkannt) 370
Somalia 330
Syrien, Arabische Republik 320
Klagen insgesamt (Personen) 5.504
darunter bezogen auf das Herkunftsland:
Iran, Islamische Republik 278
Afghanistan 257
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1
AsylG
Subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 Absatz 1
AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 Absatz 5
oder 7
AufenthG
Ablehnung formelle
Verfahrenserledigung
Gesamtergebnis
Entscheidungen 5 7 52 59 404 527
darunter bezogen
auf das
Herkunftsland:
Irak 13 49 105 167
Syrien, Arabische
Republik
3 98 101
Afghanistan 2 71 73
Ungeklärt 2 20 30 52
Somalia 2 1 35 38
Pers. aus
palästinensischen
Gebieten (nicht als
Staat anerkannt)
1 2 11 1 14 29
Iran, Islamische
Republik
2 2 21 25
Jemen 5 1 2 8
14. Wie viele der in Griechenland anerkannten Personen wurden nach der
Asylentscheidung in Deutschland im Jahr 2022 nach Griechenland bzw.
in ihre Herkunftsländer bzw. in andere Staaten (welche) abgeschoben
(bitte nach wichtigsten Staatsangehörigkeiten und Zielstaaten
differenzieren)?
Falls dazu keine Informationen vorliegen sollten, wie viele
Abschiebungen von Personen nichtgriechischer Staatsangehörigkeit nach
Griechenland mit einem im Jahr 2022 abgelehntem Asylantrag gab es im Jahr
2022 (bitte nach wichtigsten Staatsangehörigkeiten differenzieren und
zum Vergleich die Zahl der Dublin-Überstellungen nach Griechenland
nennen)?
Im Jahr 2022 wurden 86 Personen nach Griechenland aus Deutschland
abgeschoben. Davon hatten 72 Personen nicht die griechische Staatsangehörigkeit.
Weitere Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen der Bundesregierung
nicht vor.
15. Welche Erkundigungen und Informationen hat die Bundesregierung
gegebenenfalls dazu eingeholt, ob nach Griechenland abgeschobene
Personen mit einem dort gewährten Schutzstatus eine menschenwürdige
Unterkunft und Existenzmöglichkeit bzw. soziale Unterstützung finden
konnten, sodass zumindest ihre basalsten Existenzbedürfnisse
abgesichert waren und keine unmenschliche Behandlung drohte (bitte so
konkret wie möglich ausführen; Wiederholung der Frage 13 auf
Bundestagsdrucksache 20/4197, weil in der diesbezüglichen Antwort der
Bundesregierung nicht konkret auf nach Griechenland abgeschobene anerkannte
Flüchtlinge eingegangen wurde und darauf, welche Erkundigungen und
Informationen dazu eingeholt wurden, sondern nur ganz allgemein auf
die Situation von in Griechenland anerkannten Schutzberechtigten, die
aber ebenfalls nicht bewertet oder eingeschätzt wird)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 13 der Kleinen Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 20/4197 wird Bezug
genommen. Grundsätzlich gilt, dass die griechische Regierung keine
Unterscheidungen zwischen rückkehrenden bereits anerkannt Schutzberechtigten und in
Griechenland noch befindlichen anerkannt Schutzberechtigten vornimmt, sodass die
gleichen Umstände und Unterstützungsangebote bestehen.
Generell stehen die deutschen Vertretungen in Griechenland in engem
Austausch mit den griechischen Behörden und beobachten die gegenwärtige Lage
anerkannt Schutzberechtigter sowie die geplanten Verbesserungen in der
Integration ebensolcher Personen.
16. Wie ist der aktuelle Stand der Bemühungen des Bundesministeriums des
Innern und für Heimat (BMI), Griechenland bei der Bereitstellung von
Unterkünften und der existenzsichernden Versorgung von anerkannt
Schutzberechtigten zu unterstützen (bitte so ausführlich wie möglich
darstellen), und welche konkreten Verbesserungen konnten aus Sicht des
BMI diesbezüglich bereits erreicht werden, bzw. welche Probleme bei
der Unterbringung und Versorgung von Schutzberechtigten bestehen
nach seiner Kenntnis gegebenenfalls nach wie vor (bitte ausführen)?
Die Bundesregierung setzt sich weiterhin für eine Verbesserung der Situation
von anerkannt Schutzberechtigten in Griechenland ein und steht diesbezüglich
auf unterschiedlichen Ebenen mit ihren griechischen Partnern in Kontakt. Ziel
ist es insoweit, sowohl eine angemessene Unterbringung und Versorgung von
anerkannt Schutzberechtigten in Griechenland sicherzustellen, als auch die
irreguläre Sekundärmigration dieser Personengruppe in andere EU-Mitgliedstaaten
zu reduzieren.
17. Wie viele Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug wurden im Jahr 2022 an
das BAMF gemeldet (bitte nach Bundesländern differenzieren)?
In wie vielen dieser Fälle wurde rechtzeitig ein Dossier vorgelegt, und
was war das Ergebnis der Überprüfungen (Überstellung, Selbsteintritt
Deutschlands, sonstige Verfahrenserledigung; bitte nach Monaten
differenzieren)?
Wie viele Kirchenasylfälle ohne Dublin-Bezug gab es im Jahr 2022, und
wie waren hier die Ergebnisse?
Die Kirchenasylfälle mit Dublin-Bezug im Jahr 2022 können der
nachfolgenden Tabelle entnommen werden (Stand: 10. Januar 2023).
Monat Anzahl der
gemeldeten
Kirchenasylfälle
Dazu bisher
eingegangene
Dossiers
Ergebnisse der
bisherigen Dossier-Prüfungen
Sonstige
Erledigungen
In
Bearbeitung
SER
ausgeübt
kein SER
ausgeübt
Januar 2022 84 70 0 58 12 0
Februar 2022 92 66 1 50 15 0
März 2022 89 75 1 64 10 0
April 2022 73 59 0 50 9 0
Mai 2022 108 87 3 72 12 0
Juni 2022 83 60 1 47 10 2
Juli 2022 96 76 3 50 13 10
August 2022 131 106 1 63 21 21
September 2022 140 95 0 29 31 35
Oktober 2022 123 96 1 19 19 57
November 2022 124 93 1 3 11 78
Dezember 2022 100 28 0 0 1 27
Gesamtergebnis 1.243 911 12 505 164 230
Die Verteilung der Kirchenasylmeldungen mit Dublin-Bezug auf die Länder
kann der folgenden Tabelle entnommen werden.
Land Anzahl
Nordrhein-Westfalen 394
Bayern 230
Hessen 180
Berlin 86
Hamburg 69
Niedersachsen 65
Schleswig-Holstein 44
Sachsen-Anhalt 37
Bremen 30
Thüringen 28
Brandenburg 27
Mecklenburg-Vorpommern 22
Rheinland-Pfalz 12
Baden-Württemberg 9
Sachsen 7
Saarland 3
Gesamtergebnis 1.243
Das BAMF prüfte im Jahr 2022 insgesamt 33 Kirchenasylfälle ohne Dublin-
Bezug. Eine statistische Erhebung der Ergebnisse erfolgt nicht.
18. Wie viele Asylanträge wurden im Jahr 2022 bzw. im vierten Quartal
2022 mit der Begründung einer Nichtzuständigkeit nach der Dublin-
Verordnung als unzulässig abgelehnt bzw. die Verfahren eingestellt, ohne
dass ein Asylverfahren mit inhaltlicher Prüfung durchgeführt wurde
(bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und auch die Zahl formeller
Entscheidungen nennen), und wie viele Asylanträge wurden als
unzulässig erachtet, weil bereits in einem anderen Land ein Schutzstatus gewährt
wurde (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Zeitraum Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Dublin-Entscheidungen
(Nichtzuständigkeit)
davon unzulässig
(nach § 29
Absatz 1 Nummer 1
AsylG)
Davon
Einstellungen
4. Quartal
2022
57.478 13.178 7.105 7.085 20
Jahr 2022 228.673 50.880 22.439 22.346 93
Zeitraum Entscheidungen gesamt
davon formelle Entscheidungen
davon Schutz im Mitgliedstaat
4. Quartal
2022
57.478 13.178 452
Jahr 2022 228.673 50.880 4.637
19. Wie viele Übernahmeersuchen, Zustimmungen bzw. Überstellungen
(bitte differenzieren) im Rahmen des Dublin-Systems gab es im Gesamtjahr
2022 bzw. im vierten Quartal 2022 durch bzw. an Deutschland (bitte
auch nach Ländern differenzieren und die jeweiligen
Überstellungsquoten nennen; bitte in einer gesonderten Tabelle darstellen, wie über
Ersuchen anderer Mitgliedstaaten durch das BAMF im Jahr 2022 entschieden
wurde und nach Gründen bzw. Rechtsgrundlage der Dublin-Verordnung
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
4. Quartal
2022
Übernahmeersuchen an die
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen von
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 4.650 2.416 265 256 128 67
Belgien 220 126 45 533 317 67
Bulgarien 2.132 1.096 40 9 6 3
Schweiz 346 134 25 309 204 104
Zypern 99 36 0 22 5 2
Tschechien 261 74 11 21 10 13
Dänemark 90 52 15 55 46 18
Estland 22 16 2 1 1 1
Spanien 1.052 570 131 9 6 0
Finnland 103 59 8 28 25 7
Frankreich 1.308 518 116 1.445 811 216
Griechenland
2.411 14 0 72 24 33
Kroatien 2.501 1.585 41 37 9 1
Ungarn 179 129 0 4 3 4
4. Quartal
2022
Übernahmeersuchen an die
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen von
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Irland 2 1 0 11 6 1
Island 2 0 0 3 2 0
Italien 6.280 3.669 76 138 105 7
Liechtenstein
1 0 1 7 5 3
Litauen 475 570 5 2 1 0
Luxemburg 32 9 1 23 17 8
Lettland 66 38 7 0 0 0
Malta 88 44 3 3 1 0
Niederlande 464 261 44 450 350 118
Norwegen 50 28 3 35 25 13
Polen 638 501 124 19 18 15
Portugal 90 61 12 37 19 0
Rumänien 421 314 24 3 3 0
Schweden 468 297 44 92 70 48
Slowenien 102 71 8 20 6 0
Slowakei 54 9 2 13 4 1
Gesamt 24.607 12.698 1.053 3.657 2.227 750
Jahr 2022 Übernahmeersuchen an die
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen von
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 8.352 4.564 885 907 516 380
Belgien 802 474 147 2.204 1.240 310
Bulgarien 5.438 2.919 86 62 31 31
Schweiz 1.161 543 157 1.021 721 376
Zypern 252 58 6 87 10 4
Tschechien 499 169 20 95 42 28
Dänemark 398 235 44 197 156 76
Estland 85 70 10 5 5 2
Griechenland
9.166 58 0 339 180 212
Spanien 4.015 2.679 549 77 39 0
Finnland 210 114 29 56 53 40
Frankreich 5.294 2.420 598 5.911 3.295 1.378
Kroatien 4.657 3.276 95 91 14 1
Ungarn 935 519 8 12 10 10
Irland 13 7 5 88 27 1
Island 14 2 1 11 4 0
Italien 14.439 9.412 362 575 441 57
Jahr 2022 Übernahmeersuchen an die
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen von
Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Liechtenstein
4 1 1 17 16 12
Litauen 1.737 1.661 26 22 13 13
Luxemburg 94 33 25 79 61 38
Lettland 234 174 39 1 1 2
Malta 263 154 20 16 6 6
Niederlande 1.549 833 239 1.704 1.324 451
Norwegen 153 62 7 88 66 55
Polen 4.482 2.836 315 80 57 45
Portugal 449 303 34 113 56 11
Rumänien 1.608 1.067 95 15 7 4
Schweden 1.509 1.004 252 289 222 150
Slowenien 760 530 98 40 11 4
Slowakei 137 42 5 31 8 3
Gesamt 68.709 36.219 4.158 14.233 8.632 3.700
Jahr 2022
Ablehnungen durch das BAMF an die Mitgliedstaaten
(gesamt) 5.701
davon:
Artikel 3 Absatz 2 Dublin III 7
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 121
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 51
Artikel 8 Absatz 3 Dublin III 4
Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 57
Artikel 9 Dublin III 45
Artikel 10 Dublin III 14
Artikel 11 Buchstabe a Dublin III 68
Artikel 11 Buchstabe b Dublin III 26
Artikel 12 Absatz 1 Dublin III 2
Artikel 12 Absatz 2 Dublin III 23
Artikel 12 Absatz 3 Dublin III 3
Artikel 12 Absatz 4 Dublin III 76
Artikel 13 Absatz 1 Dublin III 5
Artikel 13 Absatz 2 Dublin III 2
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 5
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 128
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe a Dublin III 6
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe b Dublin III 87
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe c Dublin III 7
Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe d Dublin III 61
Artikel 18 Absatz 2 Dublin III 1
Artikel 19 Absatz 1 Dublin III 6
Artikel 19 Absatz 2 Dublin III 698
Jahr 2022
Ablehnungen durch das BAMF an die Mitgliedstaaten
Artikel 19 Absatz 3 Dublin III 641
Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 1
Artikel 22 Absatz 7 Dublin III 2
Kein Dublinfall (i.d.R., weil int. Schutz in MS) 487
Verweis auf Zuständigkeit eines anderen MS 2.863
Sonstige 204
Jahr 2022
Zustimmungen durch das BAMF an die Mitgliedstaaten
(gesamt) 8.632
davon:
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 121
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 43
Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 1
Artikel 9 Dublin III 22
Artikel 10 Dublin III 25
Artikel 11 Buchstabe a Dublin III 7
Artikel 11 Buchstabe b Dublin III 3
Artikel 12 Absatz 1 Dublin III 31
Artikel 12 Absatz 2 Dublin III 365
Artikel 12 Absatz 3 Dublin III 4
Artikel 12 Absatz 4 Dublin III 515
Artikel 13 Absatz 1 Dublin III 6
Artikel 13 Absatz 2 Dublin III 3
Artikel 14 Absatz 1 Dublin III 2
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 2
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 52
Artikel 18 Absatz 1 a Dublin III 513
Artikel 18 Absatz 1 b Dublin III 1.464
Artikel 18 Absatz 1 c Dublin III 401
Artikel 18 Absatz 1 d Dublin III 4.985
Artikel 18 Absatz 2 Dublin III 4
Artikel 19 Absatz 1 Dublin III 3
Artikel 19 Absatz 2 Dublin III 1
Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 1
Artikel 20 Absatz 5 Dublin III 16
Artikel 22 Absatz 5 Dublin III 12
Artikel 25 Absatz 2 Dublin III 30
20. Wie viele Zustimmungen zur Übernahme von Geflüchteten durch andere
Mitgliedstaaten basierten im Jahr 2022 auf Zustimmungen durch
Fristablauf nach Artikel 22 Absatz 7 bzw. Artikel 25 Absatz 2 Dublin-VO (bitte
im Verhältnis zu allen Zustimmungen angeben und nach beiden
Rechtsgrundlagen, differenziert nach Mitgliedstaaten, differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
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21. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die statistischen Daten zu
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen in Dublin-Verfahren für das Jahr
2022 (soweit vorliegend), und in wie vielen dieser Fälle wurde
anschließend ein Asylprüfverfahren in Deutschland durchgeführt (bitte jeweils
Gesamtsummen nennen und nach Zielstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
1. Januar bis 30. November
2022
(Stand 15. Januar 2023)
abgelehnt stattgegeben Gesamt
Belgien 89 5 94
Bulgarien 482 96 578
Dänemark 51 12 63
Estland 33 3 36
Finnland 9 1 10
Frankreich 589 53 642
Griechenland 0 2 2
Irland 1 0 1
Italien 1645 1074 2719
Kroatien 557 125 682
Lettland 95 10 105
Litauen 269 273 542
Luxemburg 3 0 3
Malta 21 8 29
Niederlande 99 3 102
Norwegen 10 2 12
Österreich 435 18 453
Polen 707 249 956
Portugal 84 22 106
Rumänien 214 83 297
Schweden 206 15 221
Schweiz 79 11 90
Slowakei 5 1 6
Slowenien 100 32 132
Spanien 590 64 654
Tschechien 33 6 39
Ungarn 44 123 167
Zypern 6 3 9
Nationales Verfahren nach gescheitertem Dublinverfahren (Stand: 17. Januar
2023) für Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren 1.
Januar bis 30. November 2022 (Stand: 17. Januar 2023)
Belgien 15
Bulgarien 139
Dänemark 13
Estland 4
Nationales Verfahren nach gescheitertem Dublinverfahren (Stand: 17. Januar
2023) für Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren 1.
Januar bis 30. November 2022 (Stand: 17. Januar 2023)
Finnland 1
Frankreich 112
Italien 640
Kroatien 188
Lettland 20
Litauen 55
Luxemburg 1
Malta 7
Niederlande 11
Norwegen 3
Österreich 56
Polen 140
Portugal 22
Rumänien 52
Schweden 56
Schweiz 7
Slowakei 1
Slowenien 44
Spanien 123
Tschechien 11
Ungarn 28
22. In wie vielen Fällen wurde im Jahr 2022 bei Asylsuchenden festgestellt,
dass Griechenland nach der Dublin-Verordnung zuständig ist (bitte auch
nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenziert angeben und
nach gestellten Übernahmeersuchen und Selbsteintritten differenzieren)?
Die nachfolgende Tabelle enthält die Anzahl der Fälle, in denen Griechenland
nach der Dublin-Verordnung zuständig ist und ein Übernahmeersuchen an
Griechenland gerichtet wurde.
Übernahmeersuchen an Griechenland Jahr 2022
Herkunftsländer gesamt: 9.166
darunter:
Syrien, Arabische Republik 2.845
Afghanistan 2.359
Türkei 1.045
Irak 879
Iran, Islamische Republik 320
Armenien 292
Ungeklärt 229
Somalia 175
Übernahmeersuchen an Griechenland Jahr 2022
Libanon 138
Pers. aus palästinensischen Gebieten
(nicht als Staat anerkannt)
129
Hinzu kommen Verfahren, in denen Griechenland zuständig wäre, das BAMF
jedoch das Selbsteintrittsrecht ausgeübt hat.
SER nach Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands Jahr 2022
Herkunftsländer gesamt 23
darunter:
Russische Föderation 5
Irak 5
Syrien, Arabische Republik 4
Somalia 2
Afghanistan 2
Armenien 2
Pakistan 1
Tunesien 1
Türkei 1
a) Wie viele schriftliche einzelfallbezogene Zusicherungen der
griechischen Behörden in Bezug auf eine Aufnahme und ein Asylverfahren
nach EU-Recht wurden 2022 für wie viele Personen ausgesprochen,
und welche Schlussfolgerungen zieht das BAMF für seine
Überstellungspraxis daraus, dass bis zum 25. August 2022 keine solchen
individuellen Zusicherungen erteilt worden waren (vgl. Antwort zu
Frage 22a auf Bundestagsdrucksache 20/4197)?
Im Jahr 2022 erteilten die griechischen Behörden keine individuelle
Zusicherung im Sinne der Fragestellung. Die bestehende Überstellungspraxis wird
beibehalten.
b) Welche konkreten Erkenntnisse hat das BAMF über den Verbleib, die
Unterbringung und das weitere Asylverfahren von gegebenenfalls
nach Griechenland Zurücküberstellten (bitte ausführen)?
Im Jahr 2022 erfolgte keine Überstellung im Rahmen des Dublin-Verfahrens
nach Griechenland, sodass dem BAMF auch keine konkreten
einzelfallbezogenen Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vorliegen.
23. Wie lange war die Dauer von Dublin-Verfahren im Jahr 2022, und wie
lange war die Verfahrensdauer in Fällen, in denen nach der Feststellung,
dass ein anderer EU-Staat für die Asylprüfung zuständig sei, dann doch
ein Prüfverfahren in nationaler Zuständigkeit durchgeführt wurde, um
wie viele Fälle handelt es sich hierbei, und wie ist das inhaltliche
Ergebnis der Prüfverfahren in diesen Fällen (bitte nach den wichtigsten
Herkunftsländern differenziert darstellen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung
bei Dublin-Verfahren in Monaten
Jahr 2022 2,3
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer seit Asylantragstellung bei Übergang ins
nationale Verfahren nach gescheitertem Dublin-Verfahren
Dauer
in Monaten
Anzahl
Entscheidungen
Jahr 2022 22,1 6.663
darunter:
Afghanistan 18,2 1.845
Syrien, Arabische Republik 17,1 1.025
Irak 22,2 704
Nigeria 32,1 461
Iran, Islamische Republik 32,7 326
Russische Föderation 28,8 287
Moldau, Republik 9,9 170
Türkei 17,2 163
Gambia 36,2 132
Somalia 36,5 131
Jahr 2022
Anerkennung
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 Absatz 1
AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 Absatz 1
AsylG
Abschiebungsverbot
gem. § 60
Absatz 5
oder 7
AufenthG
Ablehnung sonst.
Verfahrenserledigungen
Entscheidungen
gesamt
Gesamt: 9 899 1.092 1.469 2.050 1.144 6.663
darunter:
Afghanistan 0 475 62 1.259 9 40 1.845
Syrien,
Arabische
Republik
0 31 929 41 0 24 1.025
Irak 0 30 13 56 416 189 704
Nigeria 0 3 5 17 315 121 461
Iran,
Islamische
Republik
1 137 7 10 135 36 326
Russische
Föderation
0 8 12 0 171 96 287
Moldau,
Republik
0 0 0 0 45 125 170
Türkei 0 45 1 0 97 20 163
Gambia 0 3 2 5 66 56 132
Somalia 2 46 1 25 25 32 131
Guinea 1 30 6 7 42 26 112
24. Wie viele Übernahmeersuchen der griechischen Behörden an
Deutschland im Rahmen der Familienzusammenführungsregelungen nach der
Dublin-Verordnung, und wie viele entsprechende Überstellungen nach
Deutschland gab es im Jahr 2022 (bitte auch nach Quartalen auflisten)?
Mit welcher Begründung bzw. auf welcher Rechtsgrundlage wurde im
Jahr 2022 diesen Ersuchen bislang stattgegeben bzw. wurden sie
abgelehnt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Ersuchen von
Griechenland
Jahr 2022 1. Quartal 2022 2. Quartal 2022 3. Quartal 2022 4. Quartal 2022
gesamt: 339 127 82 58 72
Darunter familiäre Gründe:
Artikel 8 Absatz 1
Dublin III
170 73 39 22 36
Artikel 8 Absatz 2
Dublin III
23 4 4 3 12
Artikel 9 Dublin III 19 5 5 4 5
Artikel 10 Dublin III 19 14 0 2 3
Artikel 16 Absatz 1
Dublin III
7 3 1 1 2
Artikel 17 Absatz 2
Unterabsatz 1
Dublin III
48 20 11 8 9
Erfolgte Überstellungen
aus Griechenland an
Deutschland
Jahr 2022 1. Quartal 2022 2. Quartal 2022 3. Quartal 2022 4. Quartal 2022
gesamt 212 60 57 62 33
Darunter aus familiären Gründen:
Artikel 8 Absatz 1
Dublin III
94 18 27 34 15
Artikel 8 Absatz 2
Dublin III
41 14 7 16 4
Artikel 9 Dublin III 17 10 2 4 1
Artikel 10 Dublin III 8 0 6 0 2
Artikel 16 Absatz 1
Dublin III
2 0 0 1 1
Artikel 17 Absatz 2
Dublin III
46 17 14 6 9
Zustimmungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2022
gesamt 180
Darunter aus familiären Gründen:
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 82
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 32
Artikel 9 Dublin III 11
Artikel 10 Dublin III 8
Artikel 11 Buchstabe a Dublin III 1
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 2
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 38
Ablehnungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2022
gesamt 191
Darunter aus familiären Gründen:
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 50
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 29
Artikel 8 Absatz 3 Dublin III 1
Ablehnungen des BAMF auf Ersuchen
aus Griechenland an Deutschland
Jahr 2022
Artikel 9 Dublin III 11
Artikel 10 Dublin III 1
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 3
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 40
25. Wie viele Remonstrationen (Wiedervorlagen) durch Griechenland nach
einer Ablehnung durch das BAMF mit welchem Ergebnis gab es im Jahr
2022 in Bezug auf Überstellungen nach Deutschland, insbesondere im
Rahmen der Familienzusammenführung nach der Dublin-Verordnung
(bitte auch nach Quartalen auflisten)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Remonstrationen von
Griechenland
Jahr 2022 1. Quartal 2022 2. Quartal 2022 3. Quartal 2022 4. Quartal 2022
Jahr 2022 119 41 32 32 14
Darunter familiäre Gründe:
Artikel 8 Absatz 1
Dublin III
30 10 9 6 5
Artikel 8 Absatz 2
Dublin III
15 4 4 1 6
Artikel 9 Dublin III 2 1 0 0 1
Artikel 10 Dublin III 49 19 12 18 0
Artikel 16 Absatz 1
Dublin III
1 0 0 0 1
Artikel 17 Absatz 2
Unterabsatz 1
Dublin III
16 7 7 1 1
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2022 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 64 73
Darunter familiäre Gründe:
Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 18 34
Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 12 14
Artikel 9 Dublin III 3 0
Artikel 10 Dublin III 1 3
Artikel 11 Buchstabe a
Dublin III
0 1
Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 1 0
Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 18 20
Antworten des BAMF auf Remonstrationen von Griechenland
Jahr 2022 Ablehnungen Zustimmungen
gesamt 64 73
Darunter familiäre Gründe nach Quartalen:
1. Quartal 2022 23 17
2. Quartal 2022 13 26
3. Quartal 2022 9 18
4. Quartal 2022 8 11
26. In wie vielen Fällen scheiterte im Jahr 2022 eine fristgerechte
Überstellung (bitte auch nach den wichtigsten Herkunfts- und Mitgliedstaaten
differenzieren), und was waren die wichtigsten Gründe hierfür (bitte
ausführen)?
Im Jahr 2022 scheiterten fristgerechte Überstellungen bei 18.598 Personen, die
aus Deutschland in einen anderen Mitgliedstaat überstellt werden sollten
(Stand: 17. Januar 2023).
Gescheiterte Überstellungen im Jahr 2022 nach Herkunftsland
(gesamt) 18.598
davon:
Afghanistan 4.655
Syrien, Arabische Republik 2.072
Irak 2.040
Nigeria 1025
Algerien 819
Iran, Islamische Republik 773
Russische Föderation 660
Pakistan 478
Türkei 456
Tunesien 387
Gescheiterte Überstellungen im Jahr 2022 nach dem Mitgliedstaat
der Zustimmung
(gesamt) 18.598
davon:
Italien 5.413
Frankreich 1.567
Spanien 1.557
Polen 1.530
Rumänien 1.199
Schweden 1.182
Kroatien 1.159
Bulgarien 880
Österreich 876
Slowenien 555
27. Für welche Zeiträume und welche Personengruppen hatte oder hat Italien
nach Kenntnis der Bundesregierung Überstellungen aus Deutschland
bzw. aus allen EU-Mitgliedstaaten ausgesetzt, wie wurde das
gegebenenfalls begründet, und wie hat das BAMF bzw. die Bundesregierung
hierauf reagiert (vgl.
https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/schweiz/italie
n-stoppt-fluechtlingsruecknahme-ld.1718740?reduced=true;
https://ww
w.zdf.de/nachrichten/panorama/asyl-migration-abschiebungen-deutschla
nd-100.html; bitte ausführen)?
Gibt es andere EU-Mitgliedstaaten, die Überstellungen im Jahr 2022
z. B. mit Verweis auf begrenzte Aufnahmekapazitäten storniert haben
(entsprechende Mitgliedstaaten gegebenenfalls bitte mit Datum und
Dauer der Maßnahme und betroffenem Personenkreis auflisten)?
Mit Schreiben vom 5. und 7. Dezember 2022 teilte das italienische
Innenministerium mit, dass Überstellungen nach der Dublin-III-Verordnung
vorübergehend nicht entgegengenommen werden könnten. Hintergrund sei, dass aufgrund
der hohen Zugangszahlen nach Italien keine ausreichenden Kapazitäten in den
dortigen Aufnahmeeinrichtungen vorhanden seien.
Italien hat gleichwohl angekündigt, Überstellungen unbegleiteter
Minderjähriger zum Zwecke der Familienzusammenführung weiterhin entgegenzunehmen.
Bei der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 (Dublin-III-Verordnung) handelt es sich
um unmittelbar geltendes EU-Recht, welches durch die Mitgliedstaaten
anzuwenden ist. Daher führt Deutschland das Dublinverfahren mit Italien weiterhin
fort. Hierbei werden temporär in Italien auftretende Herausforderungen im
Einzelfall berücksichtigt. Die Lage wird weiterhin intensiv beobachtet.
Überstellungen, die bereits terminiert sind, werden ggf. kurzfristig storniert und zu
einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass Italien temporäre Hindernisse im
Überstellungsverkehr schnellstmöglich behebt. Sie beobachtet die weiteren
Entwicklungen sorgfältig und steht diesbezüglich mit ihren europäischen
Partnern auf unterschiedlichen Ebenen in Kontakt.
Es obliegt der Europäischen Kommission als „Hüterin der Verträge“, die
Einhaltung europäischen Rechts in den Mitgliedstaaten zu prüfen und auf dessen
Umsetzung hinzuwirken. Darüber hinaus kam es im Jahr 2022 zu Beginn des
Krieges in der Ukraine und dem daraus resultierenden hohen
Zugangsgeschehen in östlichen Mitgliedstaaten (Polen, Tschechische Republik, Rumänien und
die Slowakische Republik) und unter Berücksichtigung der besonderen
Herausforderungen dieser Mitgliedstaaten zu kurzfristigen Beschränkungen der
Dublin-Überstellungen. Entsprechend den Vorgaben der Dublin-III-Verordnung
konnten Überstellungen in diese Mitgliedstaaten nach Zustimmung und nach
Absprache im Einzelfall dennoch erfolgen.
28. Wie viele Beschäftigte sind aktuell mit „Dublin-Verfahren“ im BAMF
befasst bzw. in der Gruppe „Dublin-Verfahren“ tätig (bitte nach genauer
Tätigkeit und jeweiliger Stellenzahl auflisten)?
In der Dublin-Gruppe des BAMF sind Personen im Umfang von 340
Vollzeitäquivalenten (VZÄ) beschäftigt (Stand: 1. Januar 2023); hiervon sind 8,5 VZÄ
im höheren Dienst, 176,3 VZÄ im gehobenen Dienst und 155,2 VZÄ im
mittleren Dienst beschäftigt.
29. In welchem Umfang hat es im Jahr 2022 welche Unterstützung des
Bundes bei Überstellungen aus AnkER (Ankunfts-, Entscheidungs- und
Rückkehr)- oder funktionsgleichen Einrichtungen gegeben (bitte
insbesondere Zahlen zu Amtshilfeleistungen durch die Bundespolizei bei
Überstellungen, differenziert nach Einrichtung, nennen)?
Die im Jahr 2022 durch die Bundespolizei zugunsten der Länder geleitstete
Amtshilfetätigkeit kann der nachstehenden Tabelle entnommen werden.
BPOLD Land transportierte Personen vollzogene Ausreisen
Bad Bramstedt MV 10 9
Bad Bramstedt SH 30 25
Hannover HH 19 5
Koblenz SL 23 23
Berlin BB 6 6
Gesamt 88 68
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]