Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/7653 –
Fortschritte in der Umsetzung der Global-Gateway-Initiative
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Dezember 2021 hat die Europäische Kommission ihren Vorschlag „Global
Gateway“ vorgelegt, der sich mit einem attraktiven Angebot an
Entwicklungsländer richtet. Mittlerweile wurden die ersten Leuchtturmprojekte vorgestellt,
die sich besonders auf Afrika fokussieren. Die Initiative soll der Beitrag der
Europäischen Union (EU) zur Schließung der globalen Investitionslücke im
Bereich Infrastruktur sein. Gleichzeitig dient er als geopolitisches Instrument,
um das bereits massive europäische finanzielle Engagement in der
Entwicklungspolitik zu bündeln, dadurch effektiver zu gestalten und zugleich
privatwirtschaftliches Engagement einzubeziehen. Insgesamt sollen im Rahmen von
Global Gateway zwischen 2021 und 2027 Investitionen in Höhe von bis zu
300 Mrd. Euro mobilisiert werden.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die weltweite EU-Konnektivitätsinitiative „Global Gateway“ ist ein faires und
nachhaltiges Angebot an Partnerländer weltweit. Bis 2027 sollen Investitionen
in Höhe von bis zu 300 Mrd. Euro für hochwertige und nachhaltige
Infrastruktur in den Bereichen Digitales, Energie, Transport, Gesundheit, Bildung und
Forschung mobilisiert werden. Die Bundesregierung unterstützt Global
Gateway im Rahmen des Team-Europe-Ansatzes ausdrücklich und setzt sich
gemeinsam mit der EU, den EU-Mitgliedstaaten, Entwicklungsbanken und dem
Privatsektor für die zügige Umsetzung von Global Gateway ein.
Seit der Ankündigung der ersten fünf Leuchtturmprojekte am 30. September
2022 schreitet die Implementierung von Global Gateway weiterhin voran: Im
Dezember 2022 tagte das „Global Gateway Board“ unter der Leitung von EU-
Kommissionspräsidentin von der Leyen und Teilnahme von Bundesministerin
Baerbock zum ersten Mal, im März 2023 wurde eine Liste mit 87
Leuchtturmprojekten für 2023 veröffentlicht sowie im April 2023 eine
Kommunikationsstrategie der Europäischen Kommission zu Global Gateway vorgelegt. In
Vorbereitung auf den EU-Lateinamerika-Gipfel im Juli wurde außerdem eine
„Global Gateway Investment Agenda“ für Lateinamerika zusammengestellt. Derzeit
läuft die Finalisierung der Zusammensetzung der „Business Advisory Group“,
Deutscher Bundestag Drucksache 20/7904
20. Wahlperiode 28.07.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 27. Juli 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
die noch dieses Jahr tagen soll und für die sich auch deutsche
Wirtschaftsakteure beworben haben. Für Oktober wurde das erste „Global Gateway Forum“
sowie für Ende des Jahres das zweite Treffen des Global Gateway Board
angekündigt. Die Bundesregierung begleitet diese Prozesse aktiv und bringt sich bei
der Steuerung von Global Gateway ein.
1. Wie viel der von der Europäischen Kommission anvisierten 300 Mrd.
Euro Investitionsvolumen wurde nach Kenntnis der Bundesregierung
bisher bereits durch verbindliche Zusagen der Mittel konkretisiert?
a) Wie viel des bisher konkretisierten Volumens stammt aus EU-
Haushaltsmitteln, wie viel aus nationalen Haushaltsmitteln, und wie viel
sind private Investitionen?
b) Wie viel der anvisierten 150 Mrd. Euro Investitionsvolumen für den
afrikanischen Kontinent wurde bisher bereits durch verbindliche
Zusagen der Mittel konkretisiert?
c) Wie viel der anvisierten 300 Mrd. Euro Investitionsvolumen sollen in
Lateinamerika und der Karibik umgesetzt werden?
11. Welche Maßnahmen werden die Europäische Kommission und die
Bundesregierung unternehmen, um eine Zwischenevaluation des Erfolgs von
Global Gateway zu ermöglichen?
a) Wann, und durch wen wird eine solche Evaluation das erste Mal
stattfinden?
b) Anhand welcher Faktoren wird diese durchgeführt werden?
c) Wird sich die Bundesregierung in der Europäischen Kommission für
eine Evaluation einsetzen, falls bislang noch keine geplant sein
sollte?
Die Fragen 1 bis 1c und 11 bis 11c werden zusammen beantwortet.
Auf der Webseite der Europäischen Kommission (commission.europa.eu/public
ations/factsheets-global-gateway_en ) werden beispielhaft für die
verschiedenen Regionen Projekte mit den jeweiligen Volumina aufgeführt. Die
Europäische Kommission arbeitet derzeit an einem Mechanismus zur Nachverfolgung
der zugesagten Finanzvolumina des Gesamtansatzes.
2. Wie viele der von der Europäischen Kommission auf ihrer Website (inter
national-partnerships.ec.europa.eu/publications/global-gateway-2023-fla
gship-projects-infographics_en) dargestellten Projekte sind durch Global
Gateway neu entstanden?
Welche dieser Projekte waren schon vorher in Arbeit bzw. Planung und
wurden erst nachträglich als Global Gateway eingestuft (bitte nach
einzelnen Projekten auflisten)?
Die Europäische Kommission unterscheidet nicht zwischen bereits geplanten
und neu entwickelten Projekten. Die Bündelung geeigneter Projekte in Global
Gateway zielt darauf ab, sowohl Umsetzung als auch Sichtbarkeit aller
einschlägigen EU-Projekte weiter zu optimieren.
Von den auf der Website dargestellten Projekten waren die folgenden mit
deutscher Beteiligung bereits vor 2021 geplant:
• Jordanien: Rehabilitierung und Erweiterung der Kläranlage As Salt,
inklusive dem Bau einer Biogasanlage sowie Bau einer Kläranlage in Za‘atari
• Marokko: Wind- und Solarparks, Meerwasserentsalzungsanlage,
Netzausbau
• Serbien: Elektrischer Korridor Trans-Balkan. Ausbau des Stromnetzes in
Serbien
• Tunesien: Verlegung eines Unterseeelektrokabels zwischen Italien und
Tunesien
• Indonesien: Zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der S-Bahnstrecke
Surabaya
• Vietnam: Ausbau des Wasserkraftwerks Tri An
• Regional Subsahara-Afrika: Data-Governance in Afrika, Digitale
Investitionsfazilität
• Ecuador: Projektentwicklung, Ideenwettbewerb für Städte zur Finanzierung
von grüner Stadtinfrastruktur.
3. Welcher Hebeleffekt von Haushaltsmitteln zu Privatinvestitionen
erwartet die Bundesregierung für Global Gateway?
a) Stimmt sie Analysen zu, wonach dieser bei 3,4 liegen soll (
www.bru
egel.org/blog-post/global-gateway-real-step-towards-stronger-europ
e-world)?
b) Wie hoch ist der Hebeleffekt im Durchschnitt bei früheren EU-
Infrastrukturprojekten gewesen, bei denen sich die Privatwirtschaft mit
Eigenkapital eingebracht hat?
c) Gab es bereits EU-Infrastrukturprojekte mit einer ähnlichen
Hebelerwartung, und wie groß war hier die Divergenz zwischen erwartetem
und tatsächlichem Hebel?
Die Fragen 3 bis 3c werden zusammen beantwortet.
Global Gateway ist so konzipiert, dass durch öffentliche Mittel im Team-
Europe-Ansatz bei nachhaltigen Infrastrukturprojekten Maßnahmen ergriffen und
gleichzeitig Anreize für größere Investitionen des Privatsektors gesetzt werden.
Beispielhaft sei das Impfstoffprojekt MAV+ sowie die Partnerschaft für die
Herstellung von grünem Wasserstoff mit Namibia genannt.
Spezifische Daten zur Hebelwirkung bei einzelnen Maßnahmen werden nicht
erfasst.
Auf die Antwort zu Frage 7 wird verwiesen.
4. Wie viele deutsche Unternehmen sind bisher an der Umsetzung von
Global-Gateway-Projekten beteiligt?
a) An welchen Projekten genau sind diese Firmen beteiligt, und falls
hierzu keine Daten vorliegen, wieso nicht?
b) Was ist das finanzielle Gesamtvolumen der deutschen
privatwirtschaftlichen Beteiligung bis jetzt, und falls hierzu keine Daten
vorliegen, wieso nicht?
c) Gibt es Erkenntnisse darüber, an welchen Projekten sich deutsche
Unternehmen beteiligen wollten, aber nicht den Zuschlag erhalten
haben (bitte auflisten)?
Die Fragen 4 bis 4c werden zusammen beantwortet.
Deutsche Unternehmen können sich an allen Projekten mit
privatwirtschaftlichem Einbezug weltweit beteiligen, das heißt auch an Projekten aus anderen EU-
Mitgliedstaaten, Partnerstaaten oder der EU. Für das Erreichen der Zielsumme
von 300 Mrd. Euro Investitionen bis zum Jahr 2027 ist das Engagement der
Privatwirtschaft für Global Gateway wichtig. Die Bundesregierung begrüßt und
unterstützt im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung daher das Interesse der
deutschen Privatwirtschaft an Global Gateway als Vehikel zur Förderung
hochwertiger und nachhaltiger Infrastrukturinvestitionen weltweit. Darüber hinaus
hat die Bundesregierung die Europäische Kommission um eine Liste aller an
der Umsetzung von Global-Gateway-Projekten beteiligten Unternehmen
gebeten.
An den in der Antwort zu Frage 2 genannten Projekten sind beispielsweise
deutsche Unternehmen bei den Vorhaben in Marokko, Jordanien und Serbien
beteiligt. Die Vorhaben in Vietnam, Indonesien, Tunesien befinden sich derzeit
noch im Planungsstadium; daher kann noch keine Aussage über beteiligte
Unternehmen getroffen werden. Beim Regionalvorhaben in Subsahara-Afrika und
dem Vorhaben in Ecuador sind keine deutschen Unternehmen beteiligt.
d) Wie genau sieht der Austausch der Bundesregierung mit Verbänden
und Unternehmen (vgl. Antwort der Bundesregierung zu Frage 16 auf
Bundestagsdrucksache 20/2876) zu Global Gateway aus?
Die Bundesregierung steht regelmäßig mit Verbänden und Unternehmen in
einer Vielzahl von Austauschformaten in Kontakt. Dazu gehören Gespräche mit
Vertreterinnen und Vertretern einzelner Unternehmen sowie
Unternehmensverbänden.
Darüber hinaus richtet die Bundesregierung regelmäßig Dialogveranstaltungen
zur Umsetzung von Global Gateway für die Privatwirtschaft, Verbände und die
deutschen Auslandsvertretungen aus. Die Bundesregierung nimmt zudem aktiv
an diversen Paneldiskussionen und anderen Formaten Dritter teil, die sich mit
Global Gateway befassen.
5. Wie viele deutsche Unternehmen und Verbände haben sich für das
Business Advisory Board von Global Gateway beworben, und für wann ist
die Entscheidung über die finale Zusammensetzung des Business
Advisory Board vorgesehen?
Wie stellt die Bundesregierung eine ausreichende Beteiligung von
kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus Deutschland am Business
Advisory Board sicher?
Der Bundesregierung sind Bewerbungen von drei deutschen Wirtschaftakteuren
(Unternehmen und Verbänden) für die Global Gateway Business Advisory
Group bekannt. Die Bundesregierung hat sich im Rahmen der
Ratsarbeitsgruppe RELEX Horizontale Fragen sowie in bilateralen Treffen wiederholt
gegenüber der Europäischen Kommission für die Einbeziehung von Kleinen und
Mittleren Unternehmen (KMU) eingesetzt. Die Europäische Kommission hat
angekündigt, bis Ende Juli 2023 über die finale Zusammensetzung der Global
Gateway Business Advisory Group zu entscheiden.
6. Was unternimmt die Bundesregierung, um deutsche Unternehmen über
Global Gateway zu informieren und zur Teilnahme an Global-Gateway-
Projekten zu motivieren, und greift die Bundesregierung hierbei auf
private Akteure, wie z. B. Marketingagenturen, zurück?
Auf die Antwort zu Frage 4d wird verwiesen.
Projekte im Rahmen von Global Gateway werden in der Regel durch die
Privatwirtschaft (mit-)initiiert. Die Bundesregierung ermutigt im Rahmen ihrer
aktiven Außenwirtschaftsförderung die Privatwirtschaft bei allen sich bietenden
Gelegenheiten und in unterschiedlichen Formaten, sich bei Global Gateway
einzubringen.
a) Welche zusätzlichen finanziellen Mittel stellt die Bundesregierung für
die Vermarktung und generelle Kommunikationsstrategie rund um
Global Gateway zur Verfügung?
Die Bundesregierung stellt keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur
Verfügung, da die Europäische Kommission eine Kommunikationsstrategie zu
Global Gateway vorgelegt hat. Die Bundesregierung unterstützt die Europäische
Kommission aktiv bei der Umsetzung der Strategie durch die deutschen
Auslandsvertretungen und regionalen Deutschlandzentren sowie durch die in der
Antwort zu Frage 4d geschilderten Aktivitäten.
b) Inwieweit nutzt die Bundesregierung etablierte Instrumente wie die
Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) mit
ihren Kontakten in die Privatwirtschaft, um privatwirtschaftliches
Engagement im Rahmen von Global Gateway zu mobilisieren?
Die Bundesregierung steht in engem Austausch mit der Deutschen Investitions-
und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und prüft derzeit auch die Mobilisierung
von privatwirtschaftlichem Engagement über die DEG im Rahmen von Global
Gateway.
7. Wie setzten sich die anvisierten 300 Mrd. Euro Investitionsvolumen im
Detail zusammen (bitte nach Förderinstrumenten aufschlüsseln)?
Die EU-Kommission stellt Mittel im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens
2021 bis 2027 aus dem Instrument für Nachbarschaft,
Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) und dem dort verorteten
Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung Plus (EFSD+), dem
Instrument für Heranführungshilfe (IPA III), Interreg, InvestEU und Horizon Europe
zur Verfügung. Größtenteils soll die Zielsumme durch Garantien/Blending
(135 Mrd. Euro), Investitionen von Finanzinstitutionen/Entwicklungsbanken
aus Europa (145 Mrd. Euro) und Hebelung von Privatkapital aufgebracht
werden.
8. Wie sollen die anvisierten 300 Mrd. Euro Investitionsvolumen über den
Zeitrahmen des Projekts, 2021 bis 2027, zeitlich verteilt werden?
Im Zeitraum von 2021 bis 2027 sollen insgesamt 300 Mrd. Euro an
Investitionen mobilisiert werden. Die Verteilung der Summe über den Zeitrahmen ist
unter anderem abhängig vom Voranschreiten des Projektportfolios und
Investitionen der privatwirtschaftlichen Partnerinnen und Partner.
9. Was ist der Stand der Dinge bezüglich der Einrichtung einer
Europäischen Exportkreditfazilität, um Global Gateway zu flankieren, und wann
wird ein belastbares Ergebnis der im Jahr 2022 gestarteten
Machbarkeitsstudie erwartet?
Setzt sich die Bundesregierung aktiv für dieses Instrument ein, und
welche Vor- bzw. Nachteile sieht die Bundesregierung bei einer
Europäischen Exportkreditfazilität im Vergleich zu den deutschen staatlichen
Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen)?
Die Studie über die Machbarkeit einer EU-Strategie für Exportkredite
(Feasibility study on an EU strategy on export credits, op.europa.eu/en/publication-deta
il/-/publication/4aa03d2a-08cc-11ee-b12e-01aa75ed71a1) wurde im Juni 2023
veröffentlicht. Laut dieser Studie ist die Einrichtung einer Europäischen
Exportkreditfazilität einer von mehreren möglichen Ansatzpunkten eines EU-
Engagements zur Stärkung der europäischen Exportwirtschaft.
Die Bundesregierung begrüßt die Studie, die unterschiedliche Möglichkeiten
für eine verbesserte Koordinierung der europäischen Finanzierungsinstrumente
aufzeigt. In diesem Sinne unterstützt die Bundesregierung die Prüfung von
Optionen zur Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit zwischen nationalen
Förderinstrumenten sowie möglicher Instrumente auf EU-Ebene.
10. Mit welchen Mitteln hat die Bundesregierung bislang Projekte im
Rahmen von Global Gateway unterstützt, und wie weit ist die
Bundesregierung bei ihrer Prüfung verfügbarer Mittel (siehe Antwort der
Bundesregierung zu Frage 12 auf Bundestagsdrucksache 20/2876)
fortgeschritten?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 8 bis 10 der
Kleinen Anfrage der Fraktion der CDU/CSU auf Bundestagsdrucksache 20/2876
verwiesen. Die Zusammenstellung und Prüfung möglicher weiterer deutscher
Beiträge für zukünftige Global-Gateway-Leuchtturmprojekte dauert an.
Darüber hinaus stehen alle Außenwirtschaftsförderinstrumente, wie
beispielsweise staatliche Garantieinstrumente (Exportkreditgarantien,
Investitionsgarantien, Garantien für ungebundene Finanzkredite/UFK) zur Verfügung.
12. Welches Bundesministerium ist federführend in der Umsetzung von
Global Gateway?
Das Auswärtige Amt ist federführend für die Koordinierung des deutschen
Umsetzungsbeitrags von Global Gateway.
a) Welcher Staatssekretär in diesem Bundesministerium ist dafür
zuständig?
Im Auswärtigen Amt ist Staatssekretärin Susanne Baumann zuständig.
b) Welche anderen Bundesministerien sind an der Umsetzung beteiligt,
und welche Staatssekretäre sind in diesen Bundesministerien jeweils
zuständig?
Neben dem Auswärtigen Amt sind an der Umsetzung von Global Gateway
folgende Bundesministerien beteiligt und dortige Staatsekretärinnen und
Staatssekretäre zuständig.
Bundesministerium Zuständige Staatssekretärin/zuständiger Staatssekretär
Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz Udo Philipp
Bundesministerium der Finanzen Heiko Thoms
Bundesministerium für Ernährung und
Landwirtschaft Silvia Bender
Bundesministerium für Gesundheit Thomas Steffen
Bundesministerium für Digitales und
Verkehr Hartmut Höppner
Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, nukleare Sicherheit und
Verbraucherschutz
Stefan Tidow
Bundesministerium für Bildung und
Forschung Sabine Döring
Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung Jochen Flasbarth
c) In welchen Formaten findet die Abstimmung zwischen diesen
Bundesministerien statt?
Die Abstimmung zwischen den obengenannten Bundesministerien erfolgt unter
anderem durch regelmäßige Ressortbesprechungen und insbesondere im
Rahmen der Ressortabstimmungen der Weisungen der regelmäßig tagenden für
Global Gateway zuständigen EU-Ratsarbeitsgruppe RELEX Horizontale
Fragen sowie der Vorbereitung weiterer Gremien, die mit der politischen
Steuerung von Global Gateway beauftragt sind, wie dem Rat für Auswärtige
Angelegenheiten oder dem Global Gateway Board.
d) Welche Begründung gibt es dafür, falls nicht das Auswärtige Amt
federführend zuständig sein sollte, dass die Außenminister auch an
den Vorstandstreffen von Global Gateway teilnehmen?
Auf die Antwort zu Frage 12 wird verwiesen.
13. Welches Bundesministerium ist federführend bei der Umsetzung der
Digital-Global-Gateway-Initiative?
a) Welcher Staatssekretär in diesem Bundesministerium ist dafür
zuständig?
b) Welche Schwerpunkte forciert die Bundesregierung besonders im
Rahmen der Umsetzung der Digital-Global-Gateway-Initiative, und
welche Maßnahmen sieht sie hierfür vor bzw. sind bereits zum
Einsatz gekommen?
Die Fragen 13 bis 13b werden zusammen beantwortet. Laut gemeinsamer
Mitteilung der Europäischen Kommission und des Europäischen Auswärtigen
Dienstes vom 1. Dezember 2021 (commission.europa.eu/document/3378e8f6-9
d65-4ca0-8ab6-ce81399d5db6_de) sind Investitionen in digitale Infrastruktur
Bestandteil und einer der Schwerpunkte von Global Gateway. Es gibt für den
Bereich digitaler Infrastrukturen im Rahmen von Global Gateway daher keine
gesonderte Zuständigkeit. Bezüglich bestehender Projekte wird auf EU-
Dokument 6738/23 verwiesen.
14. Sind bei der Vergabe von Global-Gateway-Projekten auch chinesische
Firmen zum Zuge gekommen, und wenn ja, bei welchen Projekten ist
dies geschehen, und Mittel in welcher Höhe sind davon betroffen?
a) Ist es das Ziel der Bundesregierung, eine Auftragsvergabe bei
Projekten im Rahmen von Global Gateway an chinesische Firmen in
Zukunft zu erschweren oder gar zu unterbinden, und wenn ja, welche
konkreten Schritte unternimmt die Bundesregierung diesbezüglich?
b) Kann die Bundesregierung ausschließen, dass chinesische oder
russische Firmen an der Umsetzung laufender oder bereits
abgeschlossener Global-Gateway-Projekte beteiligt sind, und wenn nein, an
welchen Projekten sind diese Firmen konkret beteiligt?
Die Fragen 14 bis 14b werden zusammen beantwortet.
Die Bundesregierung hat die Europäische Kommission um eine Liste aller an
der Umsetzung von Global-Gateway-Projekten beteiligten Unternehmen
gebeten.
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 15 der Kleinen Anfrage
der Fraktion der CDU/CSU auf Bundestagsdrucksache 20/7485 verwiesen.
15. Was ist die genaue Rolle der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in der Umsetzung von Global Gateway?
16. Was ist die genaue Rolle der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in
der Umsetzung von Global Gateway?
Die Fragen 15 und 16 werden zusammen beantwortet.
Die KfW und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH setzen die in der Antwort zu Frage 2 genannten acht Global-
Gateway-Projekte um. Die KfW fokussiert dabei eher auf großvolumige
Infrastrukturinvestitionen, die GIZ GmbH auf Maßnahmen zur Förderung eines
„enabling environment“.
17. Was ist die genaue Rolle der Europäischen Investitionsbank (EIB) in der
Umsetzung von Global Gateway?
Die Europäische Investitionsbank (EIB) unterstützt durch ihren neu
gegründeten Geschäftszweig EIB-Global mit ihren Finanzierungen Investitionsprojekte
in nachhaltige Infrastruktur weltweit. Dazu gehören auch Global-Gateway-
Projekte. Die Bundesregierung setzt sich kontinuierlich für eine starke Rolle von
Entwicklungsbanken in Global Gateway ein und begrüßt das Engagement der
EIB als wichtiger Partner für die Umsetzung von Global Gateway.
18. Wie erfolgt die Abstimmung von Projekten im Rahmen von Global
Gateway und solchen anderer Geber bzw. auch gemeinsam realisierter
Projekte im Rahmen der Partnerschaft für globale Infrastruktur und
Investitionen (Partnership for Global Infrastructure and Investment – PGII)?
Global Gateway ist der Beitrag der EU und der europäischen G7-
Mitgliedstaaten zur G7-Partnerschaft für globale Infrastruktur und Investitionen (PGII). Die
Abstimmung des deutschen Beitrags erfolgt im Rahmen von
Ressortabstimmungen und wird eng mit den Abstimmungen der G7-PGII-Arbeitsgruppe und
dem dazugehörigen Ressortkreis koordiniert.
19. Gibt es Absprachen seitens der EU-Mitgliedstaaten, ihre nationalen
Außen- und Entwicklungspolitiken entlang der Ziele und Instrumente der
Global-Gateway-Initiative auszurichten, wenn ja, wie planen die EU-
Mitgliedstaaten, ihr Vorgehen widerspruchsfrei zu koordinieren, und
wenn nein, warum nicht?
Die EU-Mitgliedstaaten stimmen sich hierzu fortlaufend untereinander und im
Rahmen der Arbeit der zuständigen Ratsarbeitsgruppe sowie im Rat für
Auswärtige Angelegenheiten und dem Global Gateway Board ab.
20. Setzt sich die Bundesregierung in Abstimmung mit den EU-
Mitgliedstaaten und der EU für eine strategische Kommunikation über die
Projekte der EU-Global-Gateway-Initiative ein, um die Projekte und deren
Vorzüge für die Bevölkerung in den Partnerstaaten sichtbar zu machen,
wenn ja, wer koordiniert dies, und welche Mittel der strategischen
Kommunikation werden bereits eingesetzt bzw. sind geplant, und wenn nein,
warum nicht?
Es wird auf die Antwort zu Frage 6a und EU-Dokument 5086/2023 verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333