Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Carolin Bachmann, Marc Bernhard,
Roger Beckamp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/7849 –
Flächeninanspruchnahme durch sogenannte erneuerbare Energien
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Ausgehend von den Antworten der Bundesministerin für Wohnen,
Stadtentwicklung und Bauwesen, Klara Geywitz, mit Blick auf die Befragung der
Bundesregierung am 21. Juni 2023 (Plenarprotokoll 20/111, S. 13524 f.),
bleibt das Interesse der Fragesteller an der gestiegenen
Flächeninanspruchnahme durch Windindustrie- und Photovoltaikanlagen, sogenannte erneuerbare
Energien, bestehen:
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, vermeintliche
Klimaschutzziele zu erreichen und unabhängig von fossilen Energieimporten zu werden.
Dazu soll der Anteil der sogenannten erneuerbaren Energien am
Bruttostromverbrauch von 46,2 Prozent im Jahr 2022 bis 2030 auf mindestens 80 Prozent
gesteigert werden. Die Bundesregierung sieht sich daher unter anderem
veranlasst, für Windindustrie- und Photovoltaikanlagen mehr Fläche bereitzustellen
(
www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/energiewende-b
eschleunigen-2040310#:~:text=Bis%202030%20Wind%2D%20und%20Solar
strom,waren%20es%2046%2C2%20Prozent).
Die Bundesregierung verfolgt gleichzeitig das Ziel, die
Flächeninanspruchnahme zu reduzieren. So will sie in mehreren Zwischenschritten den
Flächenverbrauch bis zum Jahr 2050 auf „Netto-Null“ zurückführen (
www.bmwk.de/
Redaktion/DE/Publikationen/Industrie/klimaschutzplan-2050.pdf?__blob=pub
licationFile&v=1, S. 67 f.).
Die steigenden Flächenverbräuche durch Windindustrie- und
Photovoltaikanlagen ziehen viele Umweltschädigungen und auch visuell-ästhetische
Probleme nach sich, wie unter anderem die Delegation der Bundesrepublik
Deutschland in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates
ausführte: „Die Forschung muss darauf ausgerichtet sein, diesen Schaden und alle
Auswirkungen auf die Umwelt, die die erneuerbare Energieproduktion haben
könnte, wie visuelle Verschmutzung und Lärmbelästigung oder das
Vorkommen von potenziell gesundheitsgefährdenden Substanzen zu minimieren und
wenn möglich zu vermeiden“ (Bundestagsdrucksache 20/1813, S. 52).
Deutscher Bundestag Drucksache 20/8097
20. Wahlperiode 23.08.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 21. August 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wie viel Freifläche hat der Ausbau der Windindustrie- und
Photovoltaikanlagen nach Kenntnis der Bundesregierung, konkret und in absoluten
Zahlen ausgedrückt, bislang verbraucht (bitte nach jeweiligen
Nutzungsarten aufschlüsseln)?
Mit der Flächeninanspruchnahme von Photovoltaik-(PV-)Freiflächenanlagen
hat sich das Umweltbundesamt in einem Bericht eingehend auseinandergesetzt
(
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/texte_
141-2022_umweltvertraegliche_standortsteuerung_von_solar-freiflaechenanlag
en.pdf). Nach diesem Bericht beträgt die Ende 2021 durch PV-
Freiflächenanlagen beanspruchte Fläche insgesamt rund 32 000 Hektar. Davon entfallen
11 460 Hektar auf Konversionsflächen, 9 600 Hektar auf Ackerflächen und
2 440 Hektar auf Randstreifen an Verkehrswegen. Anlagen auf bestehendem
Grünland belegen rund 1 060 Hektar. Weiterhin sind 3 380 Hektar Gewerbe-
und Industriegebiete (mit Bebauungsplan vor 2010) mit Freiflächenanlagen
belegt. Die restlichen 4 060 Hektar entfallen auf verschiedene sonstige Flächen.
In diesen Zahlen zur Flächeninanspruchnahme von Freiflächenanlagen sind
auch Flächen mit Doppelnutzung enthalten.
Zu der Frage, wie viel Freifläche konkret und in absoluten Zahlen durch den
Ausbau der Windenergie an Land in Anspruch genommen wurde, liegen der
Bundesregierung keine belastbaren Zahlen vor. Der kumulierte Anlagenbestand
zum Ende des 1. Halbjahr 2023 umfasste etwa 29 500 Windenergieanlagen
(Statistiken der Bundesnetzagentur ausgewählter erneuerbarer Energieträger
zur Stromerzeugung – Juni 2023). Flächen werden durch Fundament,
Kranstellfläche und Zuwegung in Anspruch genommen. Eine Datenerhebung der
Fachagentur Wind ergab, dass speziell bei Windenergieanlagen im Wald etwa
0,05 Hektar durch das Fundament und 0,15 Hektar für die Kranstellfläche bei
Windenergieanlagen im Wald dauerhaft freizuhalten sind. Hinzu kommt die
Inanspruchnahme für die Zuwegung, welche sehr unterschiedlich sein kann. Im
Schnitt ergab sich bei Windenergieanlagen im Wald eine Inanspruchnahme von
0,46 Hektar je Windenergieanlage (FA Wind 2023, Seite 15,
www.fachagentur-
windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wi
nd_im_Wald_8Auflage_2023.pdf). Für Windenergieanlagen außerhalb von
Waldgebieten liegen keine Zahlen vor, im Offenland ist jedoch eher von einer
etwas geringeren Flächeninanspruchnahme auszugehen.
2. Schafft die Bundesregierung einen Ausgleich für die durch den Ausbau
der Windindustrie- und Photovoltaikanlagen verbrauchten Flächen, und
wenn ja, wie erreicht sie das (bitte begründen und etwaig nach
Programmtitel, Projekttitel, Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz,
Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck und Haushaltsjahr, für die 20.
Wahlperiode, aufschlüsseln)?
Hinsichtlich des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes sind Eingriffe nach
der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung vorrangig zu vermeiden. Sofern
das nicht möglich ist, sind die Beeinträchtigungen durch Ausgleichs- und
Ersatzmaßnahmen zu kompensieren (§§ 13 ff. des Bundesnaturschutzgesetzes –
BNatSchG). Die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden durch die
Vorhabenträger planerisch vorbereitet, in den Genehmigungsbeschlüssen festgelegt
und dann bei Projektrealisierung durch die jeweiligen Anlagenbetreiber
umgesetzt. Die Maßnahmen werden durch die Vorhabenträger finanziert.
Haushaltsmittel werden insofern nicht eingesetzt.
3. Wie viel doppelt genutzte Fläche (etwa Dachfläche oder Agrarfläche für
Photovoltaikanlagen etc.) hat der Ausbau der Windindustrie- und
Photovoltaikanlagen nach Kenntnis der Bundesregierung, konkret und in
absoluten Zahlen ausgedrückt, bislang beansprucht (bitte nach jeweiligen
Nutzungsarten aufschlüsseln)?
Aufgeschlüsselte Daten zur Flächeninanspruchnahme der besonderen PV-
Freiflächenanlagen, wie Agri-PV, Parkplatz-PV, Moor-PV oder schwimmende PV,
ebenso wie von PV-Anlagen auf, an und in Gebäuden und baulichen Anlagen
liegen der Bundesregierung derzeit nicht vor. Die Anlagentypen sind in den in
der Antwort zu Frage 1 genannten Daten enthalten. Die Kategorien sollen in
Zukunft separat erfasst werden.
Für die Windenergie an Land existiert keine mit der Photovoltaik vergleichbare
Doppelnutzung der Flächen. Innerhalb der ausgewiesenen Flächen für die
Windenergie wird zum weit überwiegenden Anteil die bisherige Nutzung durch
die Land- oder Forstwirtschaft fortgesetzt. Je Windenergieanlage wird eine
bestimmte Fläche in Anspruch genommen (siehe die Antwort zu Frage 1), der
Bereich zwischen den Anlagen wird in seiner bisherigen Nutzung nicht
eingeschränkt.
4. Über welche konkreten Flächenpotenziale hat die Bundesregierung
Kenntnis, angesichts ihrer Absicht, Flächen doppelt zu nutzen (vgl.:
Bundestagsdrucksache 20/5663, Ausschussdrucksache: 20(24)136, Plenarprotokoll
20/111, S. 13525) (bitte entsprechende Flächenpotenziale nach Art und
Fläche aufschlüsseln)?
Ein Bericht des Umweltbundesamtes beziffert das Dachflächenpotenzial für
Photovoltaikanlagen auf 1 630 Quadratkilometer bzw. 163 000 Hektar (
www.u
mweltbundesamt.de/rescue). Ansonsten wird auf die Antworten zu den
Fragen 3 und 8 verwiesen.
5. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung angesichts doppelt zu nutzender
Flächen (Bundestagsdrucksache 20/5663, Ausschussdrucksache:
20(24)136, Plenarprotokoll 20/111, S. 13525) über eine qualitative
Verschlechterung der ursprünglichen Flächennutzung, durch die angestrebte
doppelte Flächennutzung?
Der Bundesregierung liegen keine Daten zu einer Verschlechterung gegenüber
der Vornutzung vor. Da die Vornutzung maßgebend ist, kann dies nur im
Einzelfall beurteilt werden. Im Hinblick auf die Windenergie an Land wird auf die
Antwort zu Frage 3 verwiesen.
6. Steigt nach Kenntnis der Bundesregierung durch den Krieg in der Ukraine
der deutsche Flächenverbrauch an, und wenn ja, inwiefern (bitte ausführen
und begründen)?
Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine hat die Energieversorgung
auch in Deutschland beeinflusst. Es wurde deutlich, dass ein beschleunigter
Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland nicht nur aus
Klimaschutzgründen geboten ist, sondern wegen der Nutzung heimischer Ressourcen zur
Versorgungssicherheit beiträgt, indem er die Importabhängigkeit bei der
Energieversorgung verringert.
Für den Ausbau der erneuerbaren Energien sind Ziele gesetzlich verankert; im
Strombereich durch das Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) und im
Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG). Diese Ausbauziele wurden zuletzt mit der
Novelle des EEG (EEG 2023) angehoben, die zum 1. Januar 2023 in Kraft trat.
Dieser Ausbaupfad wurde auf der Grundlage des im Jahr 2030 zu erwartenden
Stromverbrauchs in Deutschland ermittelt. Die Flächeninanspruchnahme durch
den Ausbau der erneuerbaren Energien hängt von den Ausbauzielen und deren
Umsetzung ab.
7. Sind nach Kenntnis der Bundesregierung in den letzten zehn Jahren
weitere Ereignisse im Ausland geschehen, bzw. haben sich Entwicklungen
abgespielt – etwa Naturereignisse oder Kriege –, die dazu führten, dass der
Flächenverbrauch in Deutschland anstieg bzw. ansteigt (bitte ausführen
und begründen)?
a) Wenn ja, erkennt die Bundesregierung darin ein grundsätzliches
Problem hinsichtlich des Flächenverbrauchs und der Raumentwicklung,
das gegebenenfalls gesetzgeberisch zu steuern ist (bitte ausführen und
begründen)?
b) Wenn ja, bestehen seitens der Bundesregierung Planungen,
diesbezügliche Flächeninanspruchnahmen und Raumwirkungen gesetzgeberisch
zu unterbinden (bitte ausführen und begründen)?
Die Fragen 7 bis 7b werden gemeinsam beantwortet.
Die Flächeninanspruchnahme durch erneuerbare Energien in Deutschland war
nach Einschätzung der Bundesregierung bislang nicht durch Naturereignisse
oder Konflikte im Ausland beeinflusst. Globale Ereignisse wie die Einflüsse
der Corona-Pandemie haben sich kurzzeitig zwar auch auf Produktion,
Lieferketten und den Transport von Anlagen oder Anlagenkomponenten für die
Nutzung erneuerbarer Energien ausgewirkt, hatten aber keine Anpassung der
Ausbauziele und damit auch keine Änderung mit Blick auf die
Flächeninanspruchnahme zur Folge.
8. Stehen nach Kenntnis der Bundesregierung für sogenannte erneuerbare
Energien in ehemaligen Tagebaugebieten Flächen zur Verfügung und
wenn ja, um wie viel Fläche handelt es sich dabei (bitte in konkreten und
absoluten Zahlen angeben und etwaige lokale Schwerpunkte benennen)?
PV-Freiflächenanlagen auf Tagebaugebieten sind als Teil der Flächenkategorie
„Konversionsfläche“ im EEG förderfähig. Zudem wurde durch den neuen
§ 249b des Baugesetzbuches (BauGB) jüngst eine erleichterte Möglichkeit für
die Länder geschaffen, für den Ausbau der Windenenergie und der
Photovoltaik auf Tagebaufolgeflächen Flächen bereitzustellen. Es wurden vereinzelt
Solar-Freiflächenanlagen und Windparks in Tagebaugebieten bereits umgesetzt.
Alle Tagebaureviere verfügen nach der Studie „Erneuerbare Energien-Vorhaben
in den Tagebauregionen“ (abrufbar unter:
www.erneuerbare-energien.de/EE/Re
daktion/DE/Downloads/Berichte/erneuerbare-energien-vorhaben-in-den-tageba
uregionen.pdf) über signifikante Potenziale, aber in unterschiedlicher
Zusammensetzung. Im Lausitzer Revier wurden knapp 2 Gigawatt für die
Windenergie und rund 9 Gigawatt Peak für PV ermittelt. Das Mitteldeutsche Revier
verfügt mit circa 4,5 Gigawatt Peak über hohe Solar-, jedoch kaum
Windenergiepotenziale. Das Rheinische Revier hat mit jeweils über 1 Gigawatt Potenziale
bei beiden Technologien.
9. Werden nach Kenntnis der Bundesregierung Flächen von ehemaligen
Tagebaugebieten zugleich für Windindustrie- und Photovoltaikanlagen sowie
für Maßnahmen zur Rekultivierung und Renaturierung dieser ehemalige
Tagebaugebiete genutzt (vgl.:
www.lmbv.de/wp-content/uploads/2021/03/
LMBV-Broschuere-Rekultivierung-deutsch.pdf, S. 3), und wenn ja,
inwiefern (bitte ausführen und begründen)?
Zur gemeinschaftlichen Nutzung von Tagebaufolgeflächen für die
Rekultivierung und den Ausbau der Windenergie an Land und der Photovoltaik liegen der
Bundesregierung keine Daten vor.
Rekultivierungsziele für die Tagebaufolgeflächen werden regelmäßig in
Braunkohle- und Sanierungsplänen festgelegt. Diese sind als Ziele der Raumordnung
bei der Genehmigung der Anlagen grundsätzlich verbindlich zu
berücksichtigen. Im Falle der Flächenbereitstellung durch Rechtsverordnung auf Grundlage
von § 249b BauGB (siehe die Antwort zu Frage 8) sind die
Rekultivierungsziele angemessen zu berücksichtigen. Unter diesen Bedingungen ist eine
gemeinsame Nutzung von Flächen zur Rekultivierung und zum Ausbau der
Erneuerbaren Energien aber grundsätzlich möglich. Eine solche erscheint z. B. durch
Agri-PV im Falle einer Rekultivierung in Form von landwirtschaftlicher
Folgenutzung oder durch Floating-PV auf Tagebauseen denkbar.
10. Sind in der 20. Wahlperiode im Lobbyregister aufgeführte Vertreter des
Interessen- und Vorhabenbereichs „Erneuerbare Energien“ im
Interessenbereich „Energie“ mit Interessen und Vorhaben an die Bundesregierung
herangetreten, welche in Zusammenhang mit der
Flächeninanspruchnahme in Deutschland stehen?
a) Wenn ja, welche Interessenvertreter waren das?
b) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben waren das (bitte
ausführen)?
c) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben wurden von der
Bundesregierung auf welche Art und Weise berücksichtigt (bitte
begründen)?
Die Fragen 10 bis 10c werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung kann die Frage aufgrund ihrer Allgemeinheit nicht
beantworten. Die Bundesregierung prüft gegebenenfalls Eintragungen einzelner
Interessenvertreter in einem konkreten Einzelfall. Hierzu müsste auch konkretisiert
werden, was die Fragesteller unter „herantreten“ verstehen, auf welche
Vorhaben sich die Fragen beziehen und um welche Fragen der
„Flächeninanspruchnahme“ es konkret geht (siehe auch die Antwort zu Frage 12).
Die Bundesregierung erfasst jedoch nicht gesondert den Interessen- und
Vorhabenbereich des jeweiligen Interessenvertreters. Das Lobbyregister ermöglicht
es, die Anzahl der aktiven Interessenvertreter nach Interessen- und
Vorhabenbereich zu filtern. In der Kategorie „Erneuerbare Energien“ sind derzeit 1 393
Einträge zu finden (mit Stand vom 3. August 2023).
Allgemein ist darauf hinzuweisen, dass die im Lobbyregister eingetragenen
Interessenvertreter zu vielen Themen auf unterschiedlichen Ebenen mit dem
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und anderen
Ressorts der Bundesregierung in Austausch stehen. An Gesetzgebungsvorhaben
der Bundesregierung sind Interessenverbände insbesondere im Rahmen von
Verbändeanhörungen beteiligt. Die Stellungnahmen der Verbände in diesem
Rahmen werden auf den Internetseiten der jeweils federführenden
Bundesministerien veröffentlicht.
11. War die Bundesregierung an Projekten der „Agora Energiewende“ und
deren Rechtsträger „Smart Energy for Europe Platform (SEFEP)
gGmbH“ (
www.agora-energiewende.de/ueber-uns/agora-energiewende/)
beteiligt, und wenn ja, an welchen (bitte nach Programmtitel, Projekttitel,
Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz, Projektbeginn,
Projektende, Ziel, Zweck und Haushaltsjahr aufschlüsseln)?
Die Frage wird mithilfe der nachfolgenden Tabelle beantwortet. Die
Zuwendungen des BMWK an die Agora Energiewende sind zudem auch auf der
Internetseite des BMWK unter
www.bmwk.de/Redaktion/DE/Meldung/2023/20230
509-veroffentlichung-der-zuwendungen-des-bmwk.html veröffentlicht.
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12. Trat die Agora Energiewende und deren Rechtsträger „Smart Energy for
Europe Platform (SEFEP) gGmbH“ (
www.agora-energiewende.de/uebe
r-uns/agora-energiewende/) mit Interessen und Vorhaben an die
Bundesregierung heran?
a) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben waren das (bitte
ausführen)?
b) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben wurden von der
Bundesregierung auf welche Art und Weise berücksichtigt (bitte
begründen)?
c) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben stehen in Zusammenhang
mit der Flächeninanspruchnahme in Deutschland (bitte ausführen)?
Die Fragen 12 bis 12c werden gemeinsam beantwortet.
Für die Beantwortung dieser Fragen wird „herantreten“ als aktives,
unaufgefordertes, schriftliches Anschreiben und Zusenden von Stellungnahmen durch
Agora Energiewende oder deren Rechtsträger Smart Energy for Europe
Platform (SEFEP) gGmbH auf Fachebene verstanden. Das Zusenden von
Newslettern sowie Einladungen zu Fachveranstaltungen werden dabei nicht als
„herantreten“ verstanden. In Frage 10 wird auf die 20. Wahlperiode abgestellt.
Entsprechend wird für die Beantwortung dieser Frage die zeitliche Einschränkung
ab Antritt der aktuellen Bundesregierung bis zum Zeitpunkt der Fragestellung
zugrunde gelegt. Im Kontext der vorliegenden kleinen Anfrage wird
„Flächeninanspruchnahme“ für diese Frage in Bezug auf Windenergie an Land und
Photovoltaik (PV) verstanden.
Für entsprechendes „Herantreten“ wird auf die Antwort der Bundesregierung
zu Frage 28 der Kleinen Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
„Personalentscheidungen im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz“ auf
Bundestagsdrucksache 20/6919 verwiesen. Hier steht das Vorhaben bzw. Thema
„Stellungnahme zum Entwurf der Windenergie-an-Land-Strategie“ in einem
Zusammenhang mit der „Flächeninanspruchnahme“. Gegenstand der Strategie
sind Maßnahmen in zwölf Handlungsfeldern, darunter auch Maßnahmen zur
Sicherung der Flächenverfügbarkeit für den Windenergieausbau an Land.
Zudem weist das „Impulspapier ‚Energiesicherheit und Klimaschutz vereinen –
Maßnahmen für den Weg aus der fossilen Energiekrise‘“ die Bereitstellung von
Flächen als eine Maßnahme zur Beschleunigung des Ausbaus der Wind- und
Solarenergie aus. Die übrigen in der Antwort der Bundesregierung zu Frage 28
der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/6919 gelisteten Vorhaben
bzw. Themen stehen nicht mit der „Flächeninanspruchnahme“ im
Zusammenhang.
Darüber hinaus liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse zu weiteren
Vorgängen vor.
Grundsätzlich nimmt die Bundesregierung Stellungnahmen von
Interessensverbänden, Stakeholdern sowie von Think Tanks und aus der Forschung mit
Interesse zur Kenntnis und berücksichtigt diese gegebenenfalls in Rahmen von
Prozessen.
13. War die Bundesregierung an Projekten des „Bundesverband Wind
Energie e. V.“ (
www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R002154/20900?back
Url=%2Fsuche%3Fq%3Dbundesverband%2BWIndenergie%26pageSize
%3D10%26filter%255Bactivelobbyist%255D%255Btrue%255D%3Dtru
e%26sort%3DRELEVANCE_DESC) seit dem Jahr 2012 beteiligt, und
wenn ja, an welchen (bitte nach Programmtitel, Projekttitel,
Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz, Projektbeginn, Projektende, Ziel,
Zweck und Haushaltsjahr aufschlüsseln)?
14. Trat der „Bundesverband WindEnergie e. V.“ (
www.lobbyregister.bunde
stag.de/suche/R002154/20900?backUrl=%2Fsuche%3Fq%3Dbundesver
band%2BWIndenergie%26pageSize%3D10%26filter%255Bactivelobbyi
st%255D%255Btrue%255D%3Dtrue%26sort%3DRELEVANCE_
DESC) seit dem Jahr 2012 mit Interessen und Vorhaben an die
Bundesregierung heran?
a) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben waren das (bitte
ausführen)?
b) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben wurden von der
Bundesregierung auf welche Art und Weise berücksichtigt (bitte ausführen)?
c) Wenn ja, welche Interessen und Vorhaben stehen in Zusammenhang
mit der Flächeninanspruchnahme in Deutschland (bitte ausführen)?
Die Fragen 13 bis 14c werden gemeinsam beantwortet.
Der Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE) ist ein Interessenverband der
Windenergiebranche in Deutschland und im Lobbyregister eingetragen. In
dieser Funktion wird der BWE auch im Rahmen von Verbändeanhörungen an
Gesetzesvorhaben und damit nicht zuletzt auch am politischen
Meinungsbildungsprozess beteiligt. Umgekehrt ist es Aufgabe eines Verbandes, seine Mitglieder
über aktuelle Entwicklungen zu Rahmenbedingungen der Windenergie und
zum politischen Diskurs zu informieren, dies fachlich in Gremien
weiterzuführen, um damit u. a. Gesetzgebungsprozesse beratend zu begleiten. Vor diesem
Hintergrund steht der Verband zu vielen Themen der Nutzung der Windenergie
auch mit dem BMWK und anderen Ressorts der Bundesregierung in
Austausch. Der BWE hat aktiv an den Windgipfeln des BMWK mitgewirkt, welche
am 22. März und am 23. Mai 2023 stattgefunden haben. Hier hat der BWE zu
den vom BMWK veröffentlichten Eckpunkten für eine Windenergie-an-Land-
Strategie umfassend Stellung genommen und darin auch weitere
Lösungsvorschläge zum beschleunigten Ausbau der Windenergie an Land unterbreitet. Das
BMWK hat bei der Erarbeitung der finalen Windenergie-an-Land Strategie die
Stellungnahmen des BWE und anderer Verbände, Stakeholder und
Bundesländer berücksichtigt.
Projekte und Vorhaben des BWE, die für den Bundeshaushalt
ausgabenwirksam sind, sind der Bundesregierung nicht bekannt.
15. Welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus der Unterrichtung
aus der Versammlung des Europarates (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller) über die „visuelle Verschmutzung“ gezogen (bitte ausführen und
begründen und etwaig nach Programmtitel, Projekttitel, Haushaltskapitel,
Haushaltstitel, Mitteleinsatz, Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck
und Haushaltsjahr aufschlüsseln)?
16. Welche Anstrengungen unternimmt die Bundesregierung, unabhängig
von der Unterrichtung aus der Versammlung des Europarates, im
Hinblick auf die „visuelle Verschmutzung“, insbesondere hinsichtlich des
beschleunigten Ausbaus der sogenannten erneuerbaren Energien (
www.b
undesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/klimaschutz/energiewende-bes
chleunigen-2040310#:~:text=Bis%202030%20Wind%2D%20und%20So
larstrom,waren%20es%2046%2C2%20Prozent) (bitte ausführen und
begründen und etwaig nach Programmtitel, Projekttitel, Haushaltskapitel,
Haushaltstitel, Mitteleinsatz, Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck
und Haushaltsjahr aufschlüsseln)?
Die Fragen 15 und 16 werden gemeinsam beantwortet.
Der Effekt einer „visuellen Verschmutzung“ ist der Bundesregierung im
Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht geläufig. Es
wird davon ausgegangen, dass hiermit Eingriffe in das Landschaftsbild und der
optische Schutz der Anwohner gemeint sind und auf Grundlage dieses
Verständnisses lautet die Antwort wie folgt:
Die Bundesregierung befürwortet grundsätzlich einen planerisch gesteuerten
Ausbau der Windenergie an Land. Im Rahmen der planerischen Ausweisung
von Windenergiegebieten sind mögliche Beeinträchtigung des
Landschaftsbildes in die planerische Abwägung einzubeziehen. Auch im Rahmen der
Bauleitplanung von PV-Freiflächenanlagen sind die Belange des Naturschutzes und
der Landschaftspflege (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 BauGB) in Form eines
Umweltberichts zu berücksichtigen. Der Umweltbericht bewertet die
Auswirkungen auf die Natur und die Landschaft (§§ 1 Absatz 6 Nummer 7, 2 Absatz 4
BauGB).
Auf Genehmigungsebene werden regelmäßig Auflagen zur visuellen
Gestaltung der Anlage angeordnet, damit diese sich visuell besser in das
Landschaftsbild einfügt (so etwa bei der Mastfußgestaltung, Farbgebung der Rotorblätter
bei Windenergieanlagen).
Schließlich werden Eingriffe in das Landschaftsbild im Rahmen der
Eingriffsregelung nach dem Bundesnaturschutzgesetz geprüft. Hierfür sind regelmäßig
Ausgleichszahlungen zu leisten, die zur Verbesserung des Landschaftsbildes an
anderer Stelle genutzt werden.
Zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor den optischen
Einwirkungen von Windenergieanlagen an Land sind nach der Rechtsprechung bestimmte
Abstände zwischen Windenergieanlage und anliegender Wohnbebauung
einzuhalten. Diese gelten neben den immissionsschutzrechtlich und
bauordnungsrechtlich erforderlichen Abstandsvorgaben.
17. An welchen Forschungen und Forschungsbemühungen, die in der
Unterrichtung aus der Versammlung des Europarates (s. o.) auf S. 52 unter
Punkt 6 erwähnt werden, ist die Bundesregierung beteiligt, hat diese
initiiert, fördert diese und hat Kenntnis darüber (bitte nach etwaigem
Programmtitel, Projekttitel, Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz,
Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck und Haushaltsjahr
aufschlüsseln)?
Die Frage wird mithilfe der nachfolgenden Tabelle beantwortet.
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18. Gibt es nach Auffassung der Bundesregierung eine Kulturlandschaft oder
mehrere Kulturlandschaften in Deutschland, und wenn ja, durch welche
Besonderheiten zeichnet bzw. zeichnen sich diese aus (bitte ausführen
und begründen)?
Kulturlandschaften sind, im Gegensatz zu Naturlandschaften, durch eine
vorherrschend anthropogene Nutzung (z. B. in Form von beispielsweise Mahd
oder Beweidung) charakterisiert. In Deutschland gibt es diverse
Kulturlandschaften (z. B. Heidelandschaften, Geest, Feuchtwiesen, etc.), die durch eine
historisch extensive Nutzung ein hohes Maß an Biodiversität aufzeigen/
entwickelt haben.
19. Schützt die Bundesregierung eine Kulturlandschaft oder mehrere
Kulturlandschaften in Deutschland (bitte ausführen und begründen)?
a) Wenn ja, inwiefern hinsichtlich des Ausbaus sogenannter
erneuerbarer Energien (bitte begründen und etwaig nach Programmtitel,
Projekttitel, Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz,
Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck und Haushaltsjahr, für die 20.
Wahlperiode, aufschlüsseln)?
b) Wenn ja, inwiefern unabhängig vom Ausbau sogenannter
erneuerbarer Energien (bitte begründen und etwaig nach Programmtitel,
Projekttitel, Haushaltskapitel, Haushaltstitel, Mitteleinsatz,
Projektbeginn, Projektende, Ziel, Zweck und Haushaltsjahr, für die 20.
Wahlperiode, aufschlüsseln)?
Die Fragen 19 bis 19b werden gemeinsam beantwortet.
Im Bereich des Naturschutzes gibt es verschiedene Arten von Schutzgebieten,
die im Bundesnaturschutzgesetz geregelt sind. Innerhalb dieser Schutzgebiete
sind auch Kulturlandschaften enthalten. Gemäß der grundgesetzlichen
Kompetenzverteilung sind die Länder (mit Ausnahme der in Bundeszuständigkeit
liegenden ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)) für die Ausweisung von
Schutzgebieten zuständig.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien geht eine Veränderung von
Kulturlandschaften einher.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333