Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jan Ralf Nolte, Gerold Otten,
Hannes Gnauck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/9823 –
Rohstoffreserven und Vorsorge durch die Bundesregierung
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Die Gewährleistung einer zuverlässigen Rohstoffversorgung ist ein
unverzichtbarer Eckpfeiler der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik
Deutschland. Sie ist nicht nur das Lebenselixier der Wirtschaft im Alltag, sondern
auch ein entscheidender Faktor für eine funktionierende nationale
Verteidigung und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Zeiten von
Krisen (vgl.
https://www.baks.bund.de/de/arbeitspapiere/2019/unter-dem-radar-di
e-strategische-bedeutung-seltener-erden-fuer-die).
Insbesondere seltene Erden und spezielle Metalle, die eine Schlüsselrolle in
der Rüstungsindustrie spielen, sind von entscheidender Bedeutung. Sie sind
integraler Bestandteil der Herstellung von Hochtechnologieprodukten, von
fortschrittlichen Kommunikationssystemen bis hin zu modernen
Waffensystemen. Daher ist die Verfügbarkeit dieser Materialien von strategischer
Bedeutung für die nationale Sicherheit.
Allerdings sind diese Ressourcen oft in geopolitisch instabilen Regionen
konzentriert oder unter der Kontrolle von wenigen Ländern, was die
Versorgungssicherheit gefährdet (vgl.
https://www.ig.com/de/trading-strategien/vorkomme
n-seltene-erden-weltweit-230209). In Krisen- und Katastrophenzeiten werden
die Schwachstellen in den Lieferketten und der Wirtschaftslogistik besonders
deutlich. Störungen in der Versorgung können schnell zu Engpässen führen,
die die Wirtschaftsleistung beeinträchtigen und die nationale Sicherheit
gefährden (vgl.
https://www.baks.bund.de/de/arbeitspapiere/2019/unter-dem-rad
ar-die-strategische-bedeutung-seltener-erden-fuer-die). Daher ist es von
entscheidender Bedeutung, robuste und widerstandsfähige Lieferketten zu
entwickeln und zu pflegen (ebd.).
Die Versorgung mit Rohstoffen ist ein komplexes und vielschichtiges
Problem, das eine sorgfältige Planung und Koordination auf nationaler und
internationaler Ebene erfordert. Es ist ein Bereich, der ständige Aufmerksamkeit
und Anpassung erfordert, um die Sicherheit und das Wohlergehen der
Bundesrepublik Deutschland zu garantieren (ebd.).
Deutscher Bundestag Drucksache 20/10024
20. Wahlperiode 12.01.2024
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 27. Dezember 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche Rohstoffe werden für die Produktion von Rüstungsgütern und für
die Aufrechterhaltung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands im
Spannungs- und Kriegsfall benötigt?
Der Bundesregierung sind aussagekräftige Studien zum Rohstoffbedarf für die
Verteidigungsindustrie und damit für die Produktion von Rüstungsgütern
lediglich auf europäischer Ebene bekannt (z. B. JRC 2016,
https://publications.jrc.e
c.europa.eu/repository/handle/JRC98333 und HCSS 2023,
https://hcss.nl/repor
t/strategic-raw-materials-for-defence/). Das EU-Joint Research Centre (JRC)/
Gemeinsame Forschungsstelle identifizierte 39 Rohstoffe, die für die
europäische Verteidigungsindustrie benötigt werden:
• Metalle: Aluminium, Barium, Beryll, Kadmium, Chrom, Kobalt, Kupfer,
Gallium, Germanium, Hafnium, Indium, Eisen, Blei, Lithium, Magnesium,
Mangan, Molybdän, Nickel, Niob, Rhenium, Tantal, Thorium, Zinn, Titan,
Wolfram, Vanadium, Zink, Zirkon
• Seltenerdelemente (SEE): Dysprosium, Samarium, Neodym, Yttrium,
Praseodym, andere SEE
• Edelmetalle: Gold, Platin, Silber
• Nichtmetalle: Bor, Selen
Jedoch stellen alle Quellen fest, dass die genannten Rohstoffe in der Regel
nicht in ihrer elementaren Form, sondern in höheren Verarbeitungsstufen und
Legierungen in den einzelnen Produkten zur Anwendung kommen.
2. Welche dieser Rohstoffe (vgl. Frage 1) werden importiert, und wenn ja,
aus welchen Ländern, und welche Mengen der genannten Rohstoffe
müssen importiert werden?
Deutschland ist bei den oben angegebenen Rohstoffen stark auf Importe
angewiesen (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe/BGR 2022, www.
bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Downloads/rohsit-2021.pdf). Die
untenstehende Tabelle zeigt für die benannten Warengruppen die jeweils
wichtigsten sechs Zulieferländer Deutschlands mit ihren Tonnagen im Jahr 2022. Es
gilt zu beachten, dass die europäischen Länder zum Teil nur als Transitländer
fungieren und die außereuropäischen Abhängigkeiten damit höher sein können.
In manchen Fällen sind die Daten über Handelspartner aus kommerziellen oder
militärischen Gründen vertraulich.
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3. Welche dieser Rohstoffe können in Deutschland selbst in ausreichenden
Mengen abgebaut, substituiert oder synthetisch hergestellt werden?
Die deutsche Importabhängigkeit für Metallerze und -konzentrate
(Primärrohstoffe) liegt bei nahezu 100 Prozent, da in Deutschland fast kein primärer
Abbau von Metallen mehr stattfindet. Durch das Recycling von Metallrohstoffen
und den Zukauf von Schrotten und Abfällen kann die Abhängigkeit von
Primärrohstoffimporten reduziert werden. In der deutschen Raffinade- und
Rohstahlproduktion stammten im Jahr 2022 etwa 58 Prozent des Aluminiums,
46 Prozent des Rohstahls, 40 Prozent des Kupfers sowie 18 Prozent des Zinks
aus dem Angebot an Recyclingrohstoffen.
Aktuell laufen fortgeschrittene Explorationsprojekte hinsichtlich der
Gewinnung von Lithium aus geothermalen Wässern im Oberrheingraben sowie der
Gewinnung aus Festgesteinen im Erzgebirge. Weiterhin sind derzeit insgesamt
rund 30 Bergbauberechtigungen zur Exploration auf Erze und Spate im
Freistaat Sachsen erteilt, die neben Lithium auch eine Vielzahl anderer kritischer
Metalle beinhalten und zukünftig möglicherweise einen Beitrag für die
heimische Rohstoffsicherung leisten können. Darüber hinaus wird in Brandenburg,
Sachsen, Thüringen und Hessen auf u. a. Kupfer aus dem Kupferschiefer sowie
in Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg auf Fluss- und Schwerspat
exploriert.
4. Welche Länder haben die größten Vorräte an Rohstoffen, die für die
moderne Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nötig sind?
In der Frage sind mit „Vorräten“ vermutlich natürliche, geologische Potentiale
gemeint. In der Antwort bezieht sich die Bundesregierung jedoch auf die im
Hinblick auf die Rohstoffsicherung deutlich relevantere Definition der
Reserven. Reserven sind die zu heutigen Preisen und mit heutiger Technik
wirtschaftlich gewinnbaren Rohstoffmengen. In untenstehender Tabelle sind die
Länder mit den größten Rohstoffreserven, die u. a. auch in der
Verteidigungsindustrie benötigt werden, aufgeführt. Für Rohstoffe, die als Beiprodukt
gewonnen werden (u. a. Beryll, Kadmium, Gallium, Germanium, Hafnium, Indium,
Thorium), liegen in der Regel keine Informationen zu den Reserven vor.
Rohstoff Einheit Top 80 Prozent im Zeitraum 2019 bis 2021 (jahresweise,
mindestens in einem Jahr), mit mittlerem Anteil
Aluminium (Bauxit) Millionen
Tonnen
Guinea (24 Prozent); Australien (18 Prozent); Vietnam (14 Prozent);
Brasilien (8,7 Prozent); Jamaika (6,5 Prozent); Indonesien (3,9
Prozent); China (3,3 Prozent); Indien (2,2 Prozent)
Baryt Millionen
Tonnen
Kasachstan (24 Prozent); Iran (20 Prozent); Indien (14 Prozent);
China (10 Prozent); Türkei (10 Prozent); Pakistan (9,8 Prozent)
Blei Inhalt in
1.000 Tonnen
Australien (41 Prozent); China (20 Prozent); Peru (7 Prozent); Mexiko
(6,3 Prozent); USA (5,6 Prozent); Russische Föderation (5,4 Prozent)
Bor Minerale 1.000 Tonnen Türkei (89 Prozent)
Chrom (Chromerz) Millionen
Tonnen
Kasachstan (40 Prozent); Südafrika (35 Prozent); Indien (18 Prozent)
Eisen Inhalt in
Millionen
Tonnen
Australien (29 Prozent); Brasilien (18 Prozent); Russische Föderation
(17 Prozent); China (8,3 Prozent); Indien (4,1 Prozent); Kanada
(2,8 Prozent); Ukraine (2,8 Prozent)
Rohstoff Einheit Top 80 Prozent im Zeitraum 2019 bis 2021 (jahresweise,
mindestens in einem Jahr), mit mittlerem Anteil
Gold Inhalt in
Tonnen
Australien (20 Prozent); Russische Föderation (12 Prozent); Südafrika
(6,9 Prozent); USA (5,7 Prozent); Indonesien (5 Prozent); Brasilien
(4,6 Prozent); Peru (4,3 Prozent); Kanada (4 Prozent); China (3,8
Prozent); Usbekistan (3,4 Prozent); Argentinien (3,1 Prozent); Mexiko
(2,7 Prozent); Papua-Neuguinea (2,1 Prozent); Ghana (1,9 Prozent);
Kasachstan (1,9 Prozent)
Kobalt Inhalt in
1.000 Tonnen
Kongo, DR (49 Prozent); Australien (18 Prozent); Indonesien (7,8
Prozent); Kuba (6,9 Prozent); Philippinen (3,6 Prozent); Russische
Föderation (3,5 Prozent)
Kupfer Inhalt in
1.000 Tonnen
Chile (23 Prozent); Australien (10 Prozent); Peru (9,8 Prozent);
Russische Föderation (7 Prozent); Mexiko (6,1 Prozent); USA (5,6
Prozent); Polen (3,6 Prozent); China (3 Prozent); Indonesien (3 Prozent);
Kongo, DR (2,6 Prozent); Sambia (2,3 Prozent); Kasachstan (2,3
Prozent); Kanada (1,1 Prozent)
Lithium Inhalt in
Tonnen
Chile (46 Prozent); Australien (22 Prozent); Argentinien (9,7 Prozent);
China (6,6 Prozent)
Mangan Millionen
Tonnen Inhalt
Südafrika (38 Prozent); Brasilien (19 Prozent); Australien (16 Prozent);
Ukraine (12 Prozent); Gabun (5,4 Prozent)
Molybdän Inhalt in
1.000 Tonnen
China (48 Prozent); USA (16 Prozent); Peru (15 Prozent); Chile
(8,1 Prozent)
Nickel Inhalt in
1.000 Tonnen
Indonesien (23 Prozent); Australien (22 Prozent); Brasilien (15
Prozent); Russische Föderation (7,7 Prozent); Kuba (6 Prozent);
Philippinen (5,2 Prozent); China (3 Prozent); Kanada (2,7 Prozent);
USA (0,2 Prozent)
Niob Inhalt in
1.000 Tonnen
Brasilien (89 Prozent)
Platin-Metalle
(insgesamt)
Inhalt in
Tonnen
Südafrika (91 Prozent)
Rhenium Inhalt in
Tonnen
Chile (55 Prozent); USA (17 Prozent); Russische Föderation (13
Prozent)
Selen Inhalt in
Tonnen
China (26 Prozent); Russische Föderation (20 Prozent); Peru (13
Prozent); USA (10 Prozent); Kanada (6 Prozent); Polen (3 Prozent)
Seltene Erden
(insgesamt)
1.000 Tonnen
Seltene
Erdoxide, SEO
China (37 Prozent); Vietnam (19 Prozent); Brasilien (18 Prozent);
Russische Föderation (13 Prozent)
Silber Inhalt in
1.000 Tonnen
Peru (21 Prozent); Australien (17 Prozent); Polen (15 Prozent);
Russische Föderation (8,5 Prozent); China (7,7 Prozent); Mexiko
(7 Prozent); Chile (4,9 Prozent); USA (4,8 Prozent)
Tantal Inhalt in
Tonnen
Australien (68 Prozent); Brasilien (32 Prozent)
Titan 1.000 Tonnen
Titandioxid, TiO2
China (30 Prozent); Australien (28 Prozent); Indien (12 Prozent);
Brasilien (5,6 Prozent); Südafrika (5,2 Prozent); Norwegen (4,8
Prozent)
Vanadium Inhalt in
1000 Tonnen
China (42 Prozent); Russische Föderation (22 Prozent); Australien
(20 Prozent)
Wolfram Inhalt in
1000 Tonnen
China (56 Prozent); Russische Föderation (10 Prozent); Vietnam
(2,8 Prozent); Spanien (1,6 Prozent); Großbritannien (1,4 Prozent);
Korea, DVR (0,85 Prozent); Österreich (0,29 Prozent); Mongolei
(0,13 Prozent); Portugal (0,11 Prozent)
Zink Inhalt in
1.000 Tonnen
Australien (27 Prozent); China (17 Prozent); Russische Föderation
(8,7 Prozent); Mexiko (8,3 Prozent); Peru (7,7 Prozent); Kasachstan
(4,8 Prozent); USA (4,1 Prozent); Indien (3,5 Prozent)
Rohstoff Einheit Top 80 Prozent im Zeitraum 2019 bis 2021 (jahresweise,
mindestens in einem Jahr), mit mittlerem Anteil
Zinn Inhalt in
1.000 Tonnen
China (23 Prozent); Indonesien (17 Prozent); Brasilien (11 Prozent);
Australien (10 Prozent); Bolivien (8,5 Prozent); Myanmar (6,2
Prozent); Russische Föderation (5,9 Prozent); Malaysia (3,4 Prozent);
Kongo, DR (3,1 Prozent)
Zirkon 1.000 Tonnen
Zirkoniumdioxid, ZrO2
Australien (69 Prozent); Südafrika (9,8 Prozent); Mosambik (2,8
Prozent)
5. Legt Deutschland Vorräte an Rohstoffen an, die für den Spannungs- oder
Kriegsfall notwendig sind, und wenn ja, welche, und in welchem
Umfang?
6. Wie lange könnte Deutschland im Verteidigungsfall autark seine
Sicherheits- und Verteidigungsindustrie unter Berücksichtigung der aktuellen
Vorräte und der inländischen Produktionskapazitäten für diese Rohstoffe
betreiben?
7. Welche Notfallpläne gibt es für den Fall, dass die Versorgung mit einem
oder mehreren dieser essenziellen Rohstoffe unterbrochen wird?
10. Ergreift die Bundesregierung Maßnahmen, um eigene, nationale
strategische Reserven von kritischen Rohstoffen anzulegen?
Die Fragen 5 bis 7 und 10 werden gemeinsam beantwortet.
Derzeit gibt es keine konkreten Pläne zur Einführung einer staatlichen
Lagerhaltung mineralischer Rohstoffe. Für die Versorgung mit mineralischen
Rohstoffen sind in erster Linie die Unternehmen selbst verantwortlich. Die
Bundesregierung macht bezüglich der Lagerhaltung nicht-energetischer Rohstoffe
keine Vorgaben an die Unternehmen. Die kürzlich im sogenannten Trilog von
Europäischem Parlament, Rat und Kommission vorläufig geeinigte Verordnung
über kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act, CRMA) sieht ebenfalls
keine verbindlichen Vorgaben zur Lagerhaltung vor, enthält jedoch
Berichtspflichten zu vorhandenen staatlichen Vorräten der Mitgliedstaaten an die EU-
Kommission. Diese veröffentlicht einen Bericht auf Basis der gesammelten
Daten und präsentiert die Ergebnisse dem noch zu gründenden CRMA-Ausschuss,
in dem alle Mitgliedstaaten vertreten sind. Zudem wird die EU-Kommission
auf Basis des Berichtes eine „Benchmark“ für eine geeignete Höhe von
Lagerbeständen strategischer Rohstoffe definieren. Die Bundesregierung wird die
Entwicklung mitverfolgen und gegebenenfalls die Politik bezüglich einer
nationalen Lagerhaltung anpassen.
8. Welche Rohstoffe sind laut Ansicht der Bundesregierung für die Zukunft
von besonderer Bedeutung?
In der aktuellen Liste der kritischen Rohstoffe für die Europäische Union
werden 25 der oben angegebenen Rohstoffe als kritisch bzw. strategisch eingestuft
(EC 2023,
https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/raw-materials/ar
eas-specific-interest/critical-raw-materials_en) und haben eine besondere
Bedeutung für diverse Industriesektoren.
9. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um sich den Zugriff
auf kritische Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu sichern und Lieferketten
zu diversifizieren?
Für die Sicherung der Rohstoffe bzw. Vorprodukte sind in erster Linie die
Unternehmen verantwortlich, die Bundesregierung flankiert im Rahmen der
Rohstoffpolitik diese Bemühungen der Unternehmen. Dabei verfolgt die
Bundesregierung die Diversifizierung von Rohstofflieferketten als einen der
Schwerpunkte ihrer Rohstoffpolitik. Die Bundesregierung setzt sich in diesem
Zusammenhang für den Erhalt und Ausbau der heimischen und EU-
Rohstoffgewinnung und die Erhöhung und den Zugang zu Produktionskapazitäten im
In- und Ausland unter Einhaltung hoher ESG-Standards ein. Bei der
Entscheidung über neue Vorhaben der Rohstoffförderung werden im Zuge der
Umsetzung der Nationalen Sicherheitsstrategie sicherheitspolitische Erwägungen
verstärkt berücksichtigt.
Um Versorgungslücken bei kritischen Rohstoffen langfristig zu decken, setzt
sich die Bundesregierung darüber hinaus für den Auf- und Ausbau bi- und
multilateraler sowie regionaler Partnerschaften mit Wertepartnern der
Bundesregierung im Rohstoffbereich ein, um einseitige Abhängigkeiten von einigen
Staaten und Regionen zu reduzieren.
Die Bundesregierung erarbeitet ebenfalls zusätzliche nationale Maßnahmen mit
dem Ziel, die Lieferketten kritischer Rohstoffe breiter zu diversifizieren. Dies
soll u. a. durch den Ausbau der Gewinnungs- und Verarbeitungskapazitäten
kritischer Rohstoffe in Deutschland und der Europäischen Union sowie der
Stärkung der Kreislaufwirtschaft erfolgen. Darüber hinaus flankiert die
Bundesregierung die Bemühungen der Unternehmen unter anderem durch die
Übernahme von Bundesgarantien für ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantien),
Rohstoffpartnerschaften sowie durch Beratungsangebote der Deutschen
Rohstoffagentur (DERA) und der Kompetenzzentren an den deutschen
Auslandshandelskammern (AHKs) im Ausland.
Zusätzlich unterstützt die Bundesregierung die Europäische Kommission, die
eine ehrgeizige bilaterale EU-Handelspolitik verfolgt, welche für EU-
Unternehmen einen erleichterten und diskriminierungsfreien Zugang zu den Rohstoffen
in den Partnerländern ermöglichen soll.
11. Auf welche Staaten ist Deutschland hinsichtlich der Rohstoffe, Technik
oder Patente angewiesen, um die Bundeswehr auf dem aktuellen
technischen Stand zu halten bzw. diesen gemäß aktuellen Planungen zu
verbessern?
Die Bundeswehr stützt sich zur bedarfsgerechten Ausrüstung auf eine weite
Bandbreite diversifizierter, global vernetzter internationaler Wirtschaftsakteure.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333