Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Edgar Naujok, Markus Frohnmaier,
Dietmar Friedhoff, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/10051 –
Projekte zur Vermeidung von Plastikmüll im Mittelmeer- und Karibikraum
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Fragesteller interessieren sich für die Art und Weise der Umsetzung des
von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Projekts der Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) „Vermeidung von Plastikmüll in
Mittelamerika und der Karibik“, Projektnummer 2019.2284.8 (
https://www.giz.de/pr
ojektdaten/projects.action?request_locale=de_DE&pn=201922848), dessen
Ziel es ist, die Voraussetzungen für die Vermeidung des Eintrags von
Plastikabfällen in das karibische Meer zu verbessern. Die Projektkosten werden bei
einer Laufzeit vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2024 mit 10 Mio. Euro
beziffert (a. a. O.). Der Projektpartner ist das Zentralamerikanische
Integrationssystem (Sistema de la Integración Centroamericana). Als sonstige Partner führt
die GIZ die Black Forest Solutions GmbH sowie die adelphi Consult GmbH
an (a. a. O.). Laut Vorgehensweise unterstützt das Projekt in acht
Pilotprojekten die Umsetzung ganzheitlicher Maßnahmen zur Vermeidung von
Plastikmüll. Es arbeitet dabei im Rahmen von Multiakteurspartnerschaften und
bewertet die Wirksamkeit der Maßnahmen (a. a. O.). Außerdem unterstützt das
Projekt die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die mit innovativen
Wertschöpfungsketten die Plastikmüllbilanz verbessern. Ferner sensibilisiert das
Projekt laut GIZ mit lokalen, nationalen und regionalen Kampagnen sowie
digitalen und analogen Lernspielen die Zivilgesellschaft und Unternehmen
dafür, nach Alternativen für Kunststoffe zu suchen und den eigenen
Plastikverbrauch zu reduzieren (a. a. O.). Laut entwicklungspolitischen Kennungen hat
das Projekt eine nachweislich positive Wirkung auf die Gleichberechtigung
der Geschlechter (a. a. O.).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Entgegen dem Titel dieser Kleinen Anfrage wird das genannte Projekt nicht im
Mittelmeerraum sondern in Mittelamerika (und der Karibik) umgesetzt.
Deutscher Bundestag Drucksache 20/10214
20. Wahlperiode 31.01.2024
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 30. Januar 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche Kosten entfallen auf die acht Pilotprojekte des Projekts (bitte
Kosten nach Verwaltung, Personal, weiteren Durchführungskosten
auflisten)?
Für die Implementierung von Pilotprojekten ist seit dem Projektstart bis
Dezember 2023 in fünf Ländern ein Budget von 3 688 161 Euro vorgesehen.
Davon entfallen 1 363 819 Euro auf Personal, 418 515 Euro auf Verwaltung und
1 905 827 Euro auf weitere Durchführungskosten.
a) Welche Einzelmaßnahmen beinhalten die acht Pilotprojekte jeweils?
Für die einzelnen Maßnahmen in den acht Pilotprojekten wird auf die Anlage*
zu dieser Antwort verwiesen. Darüber hinaus wird übergreifend u. a. auch der
regionale Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den
Pilotprojekten gefördert.
b) Wie weit ist der jeweilige Finanzierungsfortschritt der acht
Pilotprojekte (Stand: Dezember 2023)?
Der Finanzierungsfortschritt aller Pilotprojekte lag im Dezember 2023 bei
61 Prozent der Kosten.
c) Welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung über gesicherte
Erfolge und Misserfolge der Pilotprojekte vor, auf welche Quellen stützt
sich die Bundesregierung hierbei, und wo sind diese öffentlich und in
deutscher Sprache einsehbar?
Dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) werden jährliche interne Fortschrittsberichte auf deutscher Sprache über
die Bewertung der Pilotprojekte vorgelegt.
Das Projekt ist auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit GmbH (GIZ) (
www.giz.de/de/weltweit/137306.html) in
deutscher Sprache mit weiterführenden Materialien einsehbar.
Auf der Webseite des politischen Partners Sistema de Integración
Centroamericana (SICA) (
www.sica.int/caribecircular/proyectos-piloto) können alle
Informationen zu den acht Pilotprojekten in der lokalen Sprache abgerufen werden.
So werden auch nach Abschluss der Pilotprojekte die erzielten Ergebnisse der
Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
d) Um welche Akteure handelt es sich bei den
Multiakteurspartnerschaften im Rahmen der acht Pilotprojekte jeweils (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller; bitte nach Organisationen, Unternehmen, Regierungen
etc. auflisten)?
Die jeweiligen Akteure können der Anlage* zu dieser Antwort entnommen
werden.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/10214 auf der
Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
2. Wie genau sind die innovativen Wertschöpfungsketten, welche im
Rahmen der Unterstützung der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zur
Verbesserung der Plastikmüllbilanz von der GIZ bezeichnet werden,
ausgestaltet (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Auf lokaler und nationaler Ebene werden öffentlich-private Allianzen
aufgebaut und relevante Akteure der Wertschöpfungsketten für Plastikvermeidung
und -verwertung gestärkt.
Es geht hierbei z. B. auf lokaler Ebene um die Stärkung von Kapazitäten in der
Sammellogistik oder der Implementierung von innovativen Technologien zum
Plastikmüll-Upcycling, u. a. durch Maschinen zum Produktdesign von
recyceltem Plastik oder alternativen, umweltfreundlichen Materialien zu Plastik.
Auf nationaler Ebene werden Schlüsselakteure der Wertschöpfungskette gezielt
gefördert. Beispielsweise werden die strategischen und operativen Kapazitäten
von Unternehmen im Bereich der Erweiterten Produzentenverantwortung
(EPR) gestärkt, um innovative Systeme, Organisationsstrukturen und
entsprechende Geschäftsmodelle für die Verpackungswertschöpfungskette zu schaffen
und damit die nationalen Ziele zur Vermeidung, Sammlung und zum Recycling
von Kunststoffabfällen zu erreichen.
Hierbei spielen insbesondere auch deutsche Erfahrungen und Technologien
z. B. beim Aufbau von Pfandsystemen eine Rolle. Diese Entwicklungen bieten
Möglichkeiten für Investitionen.
Außerdem werden gemeinsam mit Partnern innovative digitale Lösungen wie
z. B. zur Reduzierung von Einwegplastikbehältern in der
Gastronomiewertschöpfungskette eingesetzt.
a) Um welche konkreten Akteure aus der Privatwirtschaft handelt es sich
hierbei?
Es handelt sich um private Akteure wie Recyclingunternehmen, Stiftungen
privater Großunternehmen, regionale Nachhaltigkeitsnetzwerke,
Industrieverbände oder private Initiativen und Plattformen in der sich Einzelunternehmerinnen
und Einzelunternehmer und Verbände organisieren.
b) In welcher konkreten Form leistet die GIZ im Rahmen des Projekts für
die hier relevanten Akteure aus der Privatwirtschaft Unterstützung in
der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (bitte zumindest nach
Akteur, Unterstützungsart und ggf. finanziellem Betrag bzw.
Beschreibung von Sachleistungen aufschlüsseln)?
Akteure wie das Unternehmensnetzwerk zu Nachhaltigkeit INTEGRARSE
oder lokale Initiativen zum Plastikmüllrecycling werden über
Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer bei der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen
unterstützt. Es werden Webinare, Workshops und Einzelberatung durchgeführt,
um wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Modelle zu entwickeln.
Ebenso werden nationale Verbände und privatwirtschaftliche Initiativen wie die
„Asociación de Industrias de la República Dominicana“ (AIRD) oder private
Initiativen und Plattformen, u. a. „Nuevas Vidas para los Residuos“ (NUVI),
durch Finanzierung, internationale Vernetzung und Beratung unterstützt.
3. Um welche Art von analogen Lernspielen zur Sensibilisierung von
Zivilgesellschaft und Unternehmen handelt es sich nach Kenntnis der
Bundesregierung, und wie bewertet sie den bisherigen Erfolg dieser Lernspiele
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Neben einer Reihe von digitalen Ansätzen gibt es auch analoge Lernspiele, wie
„la Fuga“ und „la Lotteria Circular“. Beide Spiele basieren auf traditionellen
Spielen der Region und sensibilisieren die Spielenden zu den Themen Konsum,
Problematik des Plastikmülls, Umweltverschmutzung und Chancen durch die
Kreislaufwirtschaft. Sie bieten in einem spielerischen und damit für Kinder gut
zugänglichen Format nachhaltigere Handlungsalternativen an.
Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden aus Mexiko und
des regionalen Erfahrungsaustausches wurde das Spiel nun auf fünf weitere
Länder ausgeweitet und durch die Umweltministerien immer mehr Schulen zur
Verfügung gestellt.
a) Anhand welcher konkreten Kriterien und Quellen gelangt die
Bundesregierung zu ihrer Bewertung?
Anhand der Bewertungen der Implementierungspartner, die das Spiel vermehrt
nutzen und anleiten, sowie anhand der Nachfrage durch das Sekretariat für
Ökologie und Umwelt des Bundesstaates Quintana Roo in Mexiko, welches das
Spiel mitentworfen hat.
b) Sind entsprechende Quellen (z. B. Evaluierungen, Berichte etc.)
öffentlich und in deutscher Sprache einsehbar, und wenn ja, wo?
Nein.
4. Wie viele Frauen nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung prozentual
an dem Projekt teil?
An dem Projekt nehmen zu 45 Prozent Frauen teil.
5. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob, und wenn ja, wie viele
Personen marginalisierter und schutzbedürftiger Gruppen am Projekt
partizipieren?
Hierzu werden keine Erhebungen durchgeführt.
6. Welche staatlichen Regierungsgremien (z. B. Ministerien usw.) sind
abgesehen vom zentralamerikanischen Integrationssystem (Sistema de la
Integración Centroamericana) in die Projektumsetzung sowie
Durchführung eingebunden, und welche Kompetenzen sowie mit dem Projekt
zusammenhängende Entscheidungen obliegen diesen unmittelbar (bitte
zumindest nach Staat, staatlichen Gremien und Entscheidungskompetenzen
aufschlüsseln)?
Bei der Projektumsetzung sind die staatlichen Umweltministerien oder
untergeordnete Sekretariate der Partnerländer eingebunden. Hinsichtlich des Projektes
sind sie wie folgt eingebundene:
Ministerium/Sekretariat Kompetenzen in Verbindung mit dem Projekt
Sekretariat für Ökologie
und Umwelt des
Bundesstaates Quintana Roo,
Mexiko, gemeinsam mit
dem staatlichen
Sekretariat für Umwelt und
natürliche Ressourcen
(SEMARNAT)
• Teilnahme und Entscheidungen in der leitenden Steuerungsgruppe gemeinsam
mit der Zentralamerikanischen Umweltkommission (CCAD)
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Unterstützung lokaler Aktionen auf Ebene des Pilotprojektes (Omoa)
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen der Dominikanischen
Republik
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Unterstützung lokaler Aktionen auf Ebene der Pilotprojekte (Samaná, Miches
und Costa Norte)
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen von Guatemala
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Unterstützung lokaler Aktionen auf Ebene des Pilotprojektes (Puerto Barrios)
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen von El Salvador
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Sekretariat für natürliche
Ressourcen und Umwelt
von Honduras
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Unterstützung lokaler Aktionen auf Ebene des Pilotprojektes (Omoa)
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen von Nicaragua
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium/Sekretariat Kompetenzen in Verbindung mit dem Projekt
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen von Costa Rica
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Department of the
Environment, Belize
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Unterstützung lokaler Aktionen auf Ebene des Pilotprojektes (Belmopan), das
im Land durchgeführt wird
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
Ministerium für Umwelt
und natürliche
Ressourcen von Panama
• Förderung der politischen Agenda zum Thema nachhaltiges
Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft und eine entsprechende Positionierung bei
internationalen und regionalen Veranstaltungen
• Anhörung und Genehmigung der Umsetzung regionaler Maßnahmen des
Projekts (regionale Austauschkomponente) im Ministerrat
• Teilnahme und Entscheidungen in der fachlichen Steuerungsgruppe
7. Wie viele deutsche Staatsbürger sind nach Kenntnis der Bundesregierung
als Hilfs- bzw. Arbeitskräfte vor Ort unmittelbar oder mittelbar an dem
Projekt beteiligt (Stand: Dezember 2023)?
Es sind vier deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger als Arbeitskräfte vor
Ort im Einsatz, weitere deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger werden im
Rahmen von Kurzzeiteinsätzen durch Beratungsfirmen eingesetzt.
8. Inwieweit sind die adelphi consult GmbH sowie die Black Forest
Solutions GmbH in das Projekt eingebunden (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Die Beratungsfirmen unterstützen im Rahmen von Consultingverträgen das
Projekt punktuell mit fachlicher Expertise und Methoden zu spezifischen
Fragestellungen der Kreislaufwirtschaft und des Abfallmanagements.
9. Werden im Rahmen des Projekts etwaige Maßnahmen zur Einbindung
des Pyrolyseverfahrens von Plastikabfall zum Zwecke einer nachhaltigen
Kreislaufwirtschaft gefördert bzw. angewendet?
a) Wenn ja, wie sind derartige Maßnahmen konkret ausgestaltet?
b) Wenn nein, weshalb zieht die GIZ bei der Umsetzung des Projekts
das Pyrolyseverfahren von Plastikmüll nicht in Betracht?
Die Fragen 9 bis 9b werden gemeinsam beantwortet.
Chemische Recyclingverfahren, einschließlich der Pyrolyse, sind noch nicht
auf dem Entwicklungsstand, der für einen Technologietransfer erforderlich ist.
Die GIZ beobachtet diese und andere neue technologische Entwicklungen
kontinuierlich und bewertet sie im Hinblick auf ihre ökologischen Auswirkungen,
Kosteneffizienz, betrieblichen Anforderungen und ihre Eignung für
Entwicklungs- und Schwellenländer.
10. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung bis dato
Mittelfehlverwendungen im Rahmen des Projekts gemeldet, und wenn ja, welche?
Nein.
Anlage zur Antwort der Bundesregierung auf die Fragen 1 a) und 1d) der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD in Bundestagsdrucksache 20/10051
Ort Einzelmaßnahmen Multi-Akteurs-Partnerschaften
Mexiko
Mahahual,
Bundesstaat
Quintana Roo
• Etablierung eines städtischen
Netzwerkes von Trinkwasser-
Nachfüllstationen, das die Herstellung
von Plastikflaschen vermeidet
• Erarbeitung einer integrierten Strategie
zur Bewirtschaftung fester
Siedlungsabfälle
• Entwicklung und Durchführung von
Lernspielen zum Umwelt- und
Ressourcenschutz für Schulkinder
Öffentliche Einrichtungen:
Stadtverwaltung Othón P. Blanco;
Bürgermeisteramt Mahahual, Sekretariat für
Ökologie und Umwelt (SEMA) des
Bundesstaates Quintana Roo
Unternehmen:
Hotels und Unternehmen, die die Stationen
übernommen haben, ESIPA (lokale
Beraterfirma), Blackforest Solutions GmbH,
internationale Reiseveranstalter
Zivilgesellschaft:
NGO „Weniger Plastik ist fantastisch“
Holbox,
Bundesstaat
Quintana Roo
• Erarbeitung einer integrierten Strategie
zur Bewirtschaftung fester
Siedlungsabfälle, inkl. eines Geschäftsmodell für
Wertstoffsammelstellen und
Kompostieranlagen, und Empfehlungen für
regulatorische Verbesserungen
• Entwicklung und Umsetzung von
Präventionsmaßnahmen durch die
Beratung von Hotels und weiteren
Akteuren der Tourismusbranche zur
Reduktion von Einwegkunststoffen
• Einrichtung diverser Sammelstellen
für PET-Kunststoffe und Aluminium
Öffentliche Einrichtungen:
Stadtrat von Lázaro Cárdenas,
Bürgermeisteramt der Insel Holbox,
Nationale Kommission für natürliche
Schutzgebiete (CONANP), Sekretariat für
Ökologie und Umwelt (SEMA) des
Bundesstaates Quintana Roo
Unternehmen:
SUEMA und SUSTENTUR (lokale
Beratungsfirmen), Blackforest Solutions
GmbH, Hotelverband Holbox,
Gastronomische Gesellschaft Holbox,
Unternehmen „Lebende Kräfte“ und Gruppe
der Nomaden, Fähre „Holbox Express“,
weitere Reiseveranstalter, auch aus
Deutschland
Zivilgesellschaft:
Nichtregierungsorganisationen: Centinelas
del Agua, ECOCE, Jáaal Káak Náab,
Manaholchi
Wissenschaft:
Diverse Bildungszentren
Honduras
Omoa • Entwicklung und Verbreitung von
Handbüchern zu guten Praktiken für
Bildungszentren sowie für Hotels,
Gastronomie und Schulen
• Etablierung von Basisinfrastruktur,
u.a. Trinkwasserfilter,
Müllsammelstellen, Abfalltrennbehälter und -
pressen, Maschinen zum
Produktdesign von wiederverwertetem
Plastik
• Fachliche Unterstützung beim Bau
einer Abfallsammelstelle durch die
Zentralregierung mit zusätzlichen
Mitteln der amerikanischen USAID
Öffentliche Einrichtungen:
Sekretariat für natürliche Ressourcen und
Umwelt von Honduras (SERNA),
Stadtverwaltung Omoa
Unternehmen:
Stiftung Cervecería Hondureña
(Honduranischen Brauerei), Grupo
Vanguardia (locales Unternehmen),
INVEMA (Recyclingunternehmen),
Blackforest Solutions GmbH, Grupo
Vidriero Centroamericano (VICAL,
Zentralamerikanischer Glashersteller)
Zivilgesellschaft:
• Organisation und Fortbildung eines
Frauenverbandes von Recycler des
informellen Sektors (vulnerable
Gruppe) sowie Entwicklung und
Umsetzung eines Geschäftsmodells
zur Sammlung und zum Recycling von
Kunststoffen durch den
Frauenverband, der den im Rahmen
des Projekts eingerichteten
Sammelpunkt bewirtschaftet. Monatlich wird
eine Tonne Plastikabfall dem
Recycling zugeführt.
Zentrum für Meeresstudien, Sustenta
Honduras (Jugendorganisation),
LARECOTURH (Gemeindeverband zur
Förderung nachhaltigen Tourismus), WWF
Mesoamérica (World Life Fund for Nature)
Wissenschaft:
Zentralamerikanische technologische
Universität (UNITEC)
Internationale Kooperation:
USAID (US-Amerikanische Agentur für
internationale Entwicklung)
Guatemala
Puerto Barrios,
Izabal
• Durchführung von Fortbildungen für
den öffentlichen, privaten und
akademischen Sektor, u.a. unter
Nutzung der vom Projekt entwickelten
Lernmaterialien
• Erarbeitung eines Handbuches für die
Einarbeitung von Kunststoffabfällen in
Asphalt inkl. erste Testung
• Aufsetzen einer mobilen Lernwerkstatt
zu Produktdesign von recyceltem
Kunststoff zur Sensibilisierung
• Etablierung und Weiterbildung eines
technischen Ausschusses zum
integrierten Abfallmanagement
Öffentliche Einrichtungen:
Ministerium für Umwelt und natürliche
Ressourcen, Stadtverwaltung Puerto Barrios,
Departamentsregierung Izabal,
Präsidialkommission für kommunale
Angelegenheiten (COPRESAM)
Unternehmen:
Grupo Vidriero Centroamericano (VICAL,
Zentralamerikanischer Glashersteller),
Blackforest Solutions GmbH
Zivilgesellschaft:
Stiftung für Umweltentwicklung und
Naturschutz (FUNDAECO),
Nichtregierungsorganistion Semillas del
Océano
Wissenschaft:
Universitäres Zentrum Izabal der Universität
San Carlos Guatemala
Belize
Belmopan • Erstellung einer Bestandsanalyse des
Recyclingsektors sowie vergleichende
Analyse von Gesetzen zu
Mehrwegverpackungen als Basis für
politische Entscheidungen
• Durchführung von Weiterbildungen
für Kunststoffrecycler
• Unterstützung der internationalen
Konferenz für staatliche Institutionen
zum Thema erweiterte
Herstellerverantwortung und
Rücknahmesysteme (Anreize)
• Partizipative Erarbeitung des
Aktionsplans zur Reduktion von
Plastikabfällen im Hafen von Belize
Öffentliche Einrichtungen:
Stadtrat Belmopan, Umweltministerium,
Behörde für Abfallwirtschaft, Hafenbehörde
Belize
Unternehmen:
Caribbean Chicken, Santandar Sugar
Group, Hafenbetreiber, Beratungsfirma
Adelphi GmbH
Zivilgesellschaft:
Nichtregierungsorganisationen Full Circle,
Humana Menschen für Belize, Ecofriendly
Solutions sowie Friends of Swallow Caye
Dominikanische
Republik
Samaná • Analyse und Evaluierung des
integrierten Abfallmanagementsystems
in fünf Gemeinden und Erstellung
eines Aktionsplans
Öffentliche Einrichtungen:
Bürgermeisterämter von drei Gemeinden
(Sánchez, Santa Bárbara de Samaná und
Terrenas), Ministerium für Umwelt und
natürliche Ressourcen
• Stärkung der lokalen
Umweltmanagementeinheiten und Bildungszentren
zur Prävention von Plastikabfällen
• Etablierung von Präventions- und
Müllsammelrouten mit
Ladefahrzeugen sowie „Kreislaufwirtschafts-
Stationen“ für die temporäre
Sammlung von Kunststoffabfällen in
drei Gemeinden.
• Einrichtung einer Lehrwerkstatt mit
Maschinen zur Transformation von
Kunststoffabfällen und zur Schulung
von technischem Personal für die
Bedienung dieser Maschinen
Unternehmen:
Grupo Piñero (Hotels in Bahía Príncipe),
Samaná Tourismus Cluster, Beratungsfirma
Blackforest Solutions GmbH
Zivilgesellschaft:
Drei Bezirksvorstände (Las Galeras, El
limón, Arroyo Barril), Zentrum für die
ökologische Erhaltung der Bucht von
Samaná und ihrer Umgebung (CEBSE),
Nichtregierungsorganisation PARLEY for the
Oceans
Puerto Plata y
Cabarete
• Etablierung von Infrastruktur zur
Förderung der Abfalltrennung in
öffentlichen Gebäuden und Schulen
• Entwicklung und Umsetzung einer
mobilen Kreislaufwirtschaftsstation
zur Abgabe von Plastikmüll,
Produktdesign und Bildungsarbeit
• Etablierung öffentlich-privater
Partnerschaften zu sektorspezifischen Themen
• Aufarbeitung und Verbreitung von
Fortschritten und guten Praktiken
Öffentliche Einrichtungen:
Stadtrat de San Felipe de Puerto
Plata, Bildungsdistrikt (Schule Abraham
Smith), Ministerium für Umwelt und
natürliche Ressourcen
Unternehmen:
Eco Atlántico
(Abfallwirtschaftsunternehmen), Ons (Sauberer Ozean),
Tourismuscluster, Unternehmen Inspire, diverse Hotels,
Blackforest Solutions GmbH
Zivilgesellschaft:
Mütterclub, Verband der Nachbarschaftsräte,
Zivilverteidigung, Gruppe Nachhaltiges
Cabarete, Nachbarschaftsrat Callejón de la
Loma, Bezirksvorstand Cabarete,
Nichtregierungsorganisation Héroes de Medio
Ambiente
Internationale Kooperation:
UNESCO
Miches • Umsetzung der Initiative „Saubereres
Miches“ in öffentlich-privater
Partnerschaft zur Erarbeitung eines
nachhaltigen
Abfallmanagementsystems und
Stärkung der Recycler des informellen
Sektors
• Entwicklung von
Gemeindeaktionsplänen mit sieben Nachbarschaftsräten
und Umsetzung von Sensibilisierungs-
und Bildungsmaßnahmen zur
Klassifizierung von Haushaltsabfällen
• Etablierung von Infrastruktur für
Abfallsammelrouten,
Abfallsortieranlagen und ein mobiles
Bildungszentrum
• Umweltbildung für Schülerinnen und
Schüler zwischen sechs und 16 Jahren
Öffentliche Einrichtungen:
Stadtrat von Miches, Bildungsministerium,
Ministerium für Umwelt und natürliche
Ressourcen, Lucas-Guilbes-Schule,
Unternehmen:
Promiches (lokales Beratungsunternehmen),
Stiftung Tropicalia, Beratungsfirma
Blackforest Solutions GmbH
Zivilgesellschaft:
Jugendverband, verschiedene
Nachbarschaftsvereine, Fischergruppe,
Fischereiverband, Verein der Kaufleute und Unternehmer
in Miches
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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