Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/10328 –
Bürokratieabbau in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN und FDP vereinbart, Bürokratie abzubauen, um die
Wirtschaft, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltung von
Bürokratieaufwand zu entlasten.
Bislang wurden kaum Entlastungen von bürokratischen Vorgaben auf den Weg
gebracht. Nach Medienberichten (BILD vom 5. Februar 2024, S. 5) hatte die
Bundesregierung 50 Wirtschafts- und Industrieverbände nach Möglichkeiten
zur Bürokratieentlastung angefragt. Die Unternehmen hatten insgesamt über
400 Vorschläge zur Streichung bürokratischer Vorschriften eingereicht. Davon
sollen lediglich 34 vollständig umgesetzt worden sein, 55 Vorschläge
teilweise, 26 abgewandelt und 210 wurden überhaupt nicht aufgegriffen. Das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales soll insgesamt 61 Vorschläge als nicht
umsetzbar eingestuft haben.
1. Wann hatte die Bundesregierung Wirtschafts- und Industrieverbände
sowie sonstige Verbände und Institutionen nach Möglichkeiten zum
Bürokratieabbau angefragt, und was war der Anlass für die Fragestellung,
erfolgte dies im Rahmen der Vorbereitung eines
Bürokratieentlastungsgesetzes?
Der Staatssekretärsausschuss Bessere Rechtsetzung und Bürokratieabbau
beschloss im November 2022 die Durchführung einer Verbändeabfrage. Ziel war
es, Potenziale für die Reduzierung bürokratischer Belastungen zu identifizieren,
ohne dabei Schutzstandards zu senken. Im Januar 2023 startete die Abfrage
über ein Online-Tool, durchgeführt vom Statistischen Bundesamt. Einzelheiten
können dem Monitoring-Bericht von Dezember 2023 sowie der
Ergebnisdokumentation von April 2023 entnommen werden (
https://www.destatis.de/DE/The
men/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/ver
baendeabfrage-monitoringbericht.pdf?__blob=publicationFile und
https://ww
w.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachinformationen/Verbaendeabfrage_B
uerokratieabbau_Ergebnisdokumentation_Einzelvorschlaege.html?nn=11
0490).
Deutscher Bundestag Drucksache 20/10523
20. Wahlperiode 01.03.2024
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom
29. Februar 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Welche Wirtschafts- und Industrieverbände sowie sonstigen Verbände
und Institutionen hatte die Bundesregierung nach Möglichkeiten zum
Bürokratieabbau angefragt (bitte alphabetisch auflisten)?
Die 71 angeschriebenen Verbände können dem Anhang 2 der in der Antwort zu
Frage 1 genannten Ergebnisdokumentation des Statischen Bundesamts
entnommen werden. Weiteren 34 Verbände wurde auf deren Wunsch hin ebenfalls die
Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben; in alphabetischer Reihenfolge:
asr (allianz selbstständiger Reiseunternehmen - Bundesverband e. V.)
Beirat Junge Digitale Wirtschaft
Bundesnotarkammer K.d.ö.R.
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)
Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e. V. (BTW)
Bundesverband der Sekundarrohstoffe u. Entsorgung e. V.
Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e. V. (bdo)
Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland e. V. (BED)
Bundeszahnärztekammer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen
Zahnärztekammern e. V. (BZÄK)
Bündnis für Gemeinnützigkeit
DER MITTELSTANDSVERBUND - ZGV e. V.
Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.
Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)
Deutscher Steuerberaterverband e. V.
DSLV Bundesverband Spedition und Logistik e. V.
DTV (Deutscher Tourismus-Verband)
Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband e. V. (GIH)
Gesamtmetall | Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und
Elektro-Industrie e. V.
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckereihandwerk
Plattform Shared Mobility
RDA (Internationaler Bustouristik Verband e. V.)
Startup-Verband
Stiftung Familienunternehmen und Politik
V.I.R. (Verband Internet-Reisevertrieb)
Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.
(VATM)
Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V. (VGSD)
Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK)
Verband der Privaten Bausparkassen e. V.
Verband deutscher Kreditplattformen e. V.
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V. (vfa)
Verband UNIVERSITÄTSKLINIKA DEUTSCHLANDS E.V.
Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e. V.
Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e. V.
3. Wie viele und welche Wirtschafts- und Industrieverbände sowie
sonstigen Verbände und Institutionen hatten der Bundesregierung Vorschläge
zum Abbau von Bürokratie übersandt (bitte alphabetisch auflisten)?
Es wurden 442 Vorschläge von 57 Verbänden eingereicht. Sofern die Verbände
mit der Veröffentlichung einverstanden waren, wurden die Vorschläge in der in
der Antwort zu Frage 1 genannten Ergebnisdokumentation veröffentlicht.
Alphabetische Auflistung:
Allianz der Wissenschaftsorganisationen
Bitkom e. V.
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
Bundesnotarkammer K.d.ö.R.
Bundessteuerberaterkammer K.d.ö.R (BStBK)
Bundestierärztekammer e. V.
Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)
Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e. V. (BTW)
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW)
Bundesverband der Unternehmensjuristen e. V. (BUJ)
Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e. V. (bdo)
Bundesverband für Ergotherapeut:innen in Deutschland e. V. (BED)
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA)
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA)
Bündnis für Gemeinnützigkeit
DER MITTELSTANDSVERBUND - ZGV e. V.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Gesamtverband e. V.
Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.
Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE)
Deutscher Bauernverband e. V.
Deutscher Caritasverband e. V.
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V. (Dehoga)
Deutscher Reiseverband (DRV)
Deutscher Städte- und Gemeindebund
Deutscher Städtetag
Deutscher Steuerberaterverband e. V.
Deutsches Rotes Kreuz e. V.
Diakonie Deutschland - Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung
e. V.
Die Deutsche Kreditwirtschaft (Die DK)
Die Familienunternehmer e. V.
DIHK | Deutsche Industrie- und Handelskammer
eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.
Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverband e. V. (GIH)
Gesamtmetall | Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und
Elektro-Industrie e. V.
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.
Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckereihandwerk
Lebensmittelverband Deutschland e. V.
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.
Sozialverband Deutschland e. V. (SoVD)
Sozialverband VdK Deutschland e. V. (VdK)
Startup-Verband
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V.
Stiftung Familienunternehmen und Politik
V.I.R. (Verband Internet-Reisevertrieb)
Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.
(VATM)
Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI)
Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V. (VGSD)
Verband der Privaten Bausparkassen e. V.
Verband deutscher Kreditplattformen e. V.
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA)
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V. (vfa)
Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)
Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZdH)
Zentralverband Deutscher Schiffsmakler e. V.
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. (ZVEI).
4. Wie viele Wirtschafts- und Industrieverbände sowie sonstige Verbände
und Institutionen hatten der Bundesregierung Vorschläge zum
Bürokratieabbau im Ressortbereich des Bundesministeriums für Arbeit und
Soziales übersandt?
Es wurden von 30 Verbänden Vorschläge eingereicht, die Bezug zum
Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben.
5. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau wurden der Bundesregierung
übersandt, die in den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für
Arbeit und Soziales fallen (bitte die Vorschläge vollständig auflisten)?
Die im Rahmen der Abfrage eingereichten 442 Verbändevorschläge wurden
vom Statistischen Bundesamt im Auftrag der Bundesregierung zunächst in fünf
Kategorien wie folgt eingeordnet und priorisiert:
In Kategorie 1 hat das Statistische Bundesamt die Vorschläge eingeordnet, die
potenziell geeignet für zeitnah umsetzbare gesetzliche Maßnahmen der
Ressorts oder in einem weiteren Bürokratieentlastungsgesetz („BEG IV“) sind. In
Kategorie 2 wurden die Vorschläge eingeordnet, bei denen zu prüfen war, ob
mit entsprechender gesetzlicher Regelung oder mit einer untergesetzlichen
Maßnahme die Rahmenbedingungen für Verfahrensverbesserungen geschaffen
werden können.
In Kategorie 3 fallen die Vorschläge, die mittels Praxis-Check oder
projekthafter Untersuchung weiterverfolgt werden, um Lösungsansätze und ggf. konkrete
Maßnahmen zu entwickeln. In Kategorie 4 sind Vorschläge zu finden, die an
außerhalb der Bundesregierung zuständige Stelle zur Prüfung (z. B.
Bundesländer, EU, Selbstverwaltungsorganisationen) weiterzuleiten sind. Die insgesamt
386 Vorschläge der Kategorien 1 bis 4 wurden von den zuständigen Ressorts
bewertet und der Stand der Umsetzung ermittelt.
Die 56 Vorschläge der Kategorie 5 betreffen die Weiterentwicklung von
Werkzeugen und Methoden der „Besseren Rechtsetzung“, die in einen
Methodendiskurs zur Weiterentwicklung der Instrumente zur „Besseren Rechtsetzung und
zum Bürokratieabbau“ einbezogen werden.
Insgesamt war der Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Arbeit
und Soziales von 85 Vorschlägen betroffen. 67 Vorschläge betrafen die
Kategorien 1 und 2, 16 Vorschläge im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums
für Arbeit und Soziales die Kategorie 3 und zwei Vorschläge die Kategorie 4.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat zu diesen Vorschlägen
Stellung genommen.
Der in der Antwort zu Frage 1 genannte Monitoring-Bericht dokumentiert für
jeden Vorschlag der Kategorien 1 bis 4 den Sachstand der Umsetzung und
bietet zudem eine Erläuterung, warum einzelne Vorschläge nicht aufgegriffen
werden können. Er stellt in tabellarischer Form den Umsetzungsstatus mit
Sachstand zum 11. Dezember 2023 dar.
Vollständige Auflistung der Vorschläge aus dem Zuständigkeitsbereich des
Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (sortiert nach
Identifikationsnummer):
31207 Vereinfachte Erfüllung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes für
KMU
93109 Abbau von Nachweispflichten für KMU nach Lieferkettengesetz, RE-
ACH, Energieaudit, CSRD etc.
93303 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
95102 Temporäre Beschäftigung von nicht-EU Arbeitnehmern vereinfachen
07102 Qualifikationen bei der IT-Fachkräfteeinwanderung
16110 Anpassungen im Kurzarbeitergeld-Prozess
23101 LkSG, insbesondere §§ 6, 10 LkSG
37105 Etablierung eines gemeinsamen Qualitätssicherungsverfahrens für die
medizinische Rehabilitation im SGB IX
39102 Etablierung gemeinsamer Grundantrag Reha, niedrigschwelliger
Zugang
53201 Stempelfelder auf jeder Art von Vordruck entfernen
74103 Überbordende Lieferketten-Pflichten im EU-Binnenmarkt verhindern
74109 Befreiungen für Entsenderichtlinie
81105 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
07101 Schriftformerfordernisse
08101 Schriftformerfordernis im Nachweisgesetz streichen
27105 Schriftformerfordernis für Arbeitgeberpflichten im Nachweisgesetz
aufgeben
53110 Nachweisgesetz
57102 Bestätigung einer weiteren Schriftformerfordernis in Arbeitsverträgen
93208 Rechtssicherheit schaffen durch zügige Überarbeitung von
(unwirksamen) Gesetznormen an aktuelle Rechtsprechung/Rechtslage
28103 Digitalisierung der Betriebsverfassung
79101 Rechtssicherheit in Hinblick auf Scheinselbstständigkeit schaffen und
Statusfeststellungsverfahren vereinfachen
93210 Modernisierung und Digitalisierung der Betriebsverfassung
98105 Notare übermitteln der Bundesagentur für Arbeit die für die Erteilung
der Betriebsnummer erforderlichen Angaben.
98106 Notare zeigen dem Unfallversicherungsträger die Gründung an.
23106 Nachweisgesetz, insbesondere § 2 Absatz 1, § 2 Absatz 2, § 3 Satz 1
NachwG
23108 SGB IV, insbesondere § 109 SGB
23109 EntgFG, insbesondere § 5 Absatz 1a EntgFG
27106 Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
schnell und kostengünstig ermöglichen
27108 Keine Verpflichtung zur Nutzung der Berichtsvorlage des BAFA zum
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
27109 Risikoanalyse- und mangagement auf der Basis von Green-/White-
Lists beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
28101 Schriftformerfordernis Nachweisgesetz
28102 Unternehmensmitbestimmung: Delegiertenwahl
28104 Rechtssicherheit bei Massenentlassungsanzeige schaffen
28105 Widerspruchsrecht beim Betriebsübergang rechtssicher gestalten
28109 Beschäftigtendatenschutz sinnvoll anpassen
28110 Bürokratiearme Umsetzung des Verfahrens zum Abruf der
elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (EFZG) und Koppelung mit
dem Ausgleichsverfahren (AAG)
28201 Schriftform durch digitale Wege in der Sozialversicherung ablösen
28202 Alle Bescheinigungen im Rahmen von Abkommen über soziale
Sicherheit digitalisieren
28203 Harmonisierung steuer- und sozialrechtlicher Vorschriften
28207 Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes
31203 Genehmigungsfiktion bei Überschreitung bestimmter Fristen
37102 Begriff der Angemessenheit mit festen Kriterien hinterlegen
37103 Angemessenheit eines Kraftfahrzeuges sollte vermutet werden
(Harmonisierung mit dem SGB II)
37104 Schnittstellenprobleme UVG - SGB II/XII lösen
40101 Arbeitszeitflexibilisierung
40102 Schriftform im Arbeitsrecht
41108 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
45104 Drohende Arbeitszeiterfassung gemäß neuester Rechtssprechung
48107 Klarstellungen zu den Vertretungsbefugnissen im Kug-Verfahren
48108 Erleichterungen bei den Kug-Abschlussprüfungen
51104 Notlagenhilfen
53101 Arbeitszeiterfassung
53102 Lieferkettengesetz
53103 A1-Bescheinigung
53105 elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
53108 Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge
58101 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)
58102 Nachweisgesetz (NachwG)
58103 Kurzarbeit/Abschlussprüfung § 421c SGB III
58104 Künstlersozialversicherungsgesetz
58105 Beitragseinzugsverfahren § 28h SGB IV
58107 Entgeltfortzahlungsgesetz/Elektronische
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
58108 Qualifizierungschancengesetz/Zugangsvoraussetzungen und
Antragsverfahren
58110 Kündigungsschutzgesetz/Reduzierung des Umfangs der
Anzeigepflicht nach §§ 17, 18 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) bei
Massenentlassungen
66110 Kleinbetriebsklausel bei der Dokumentationspflicht im Arbeitsschutz
wieder einführen
66202 Gefährdungsbeurteilung nach der Betriebssicherheitsverordnung nach
Anschaffung eines neuen Arbeitsmittels abschaffen
71104 Vermögensprüfung Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung
71106 Einkommensprüfung Grundrente
71107 Bewilligungszeiträume verlängern
72102 Gesetzes z. Umsetzung d. Richtlinie (EU) 2019/1152 ü. transparente
u. vorhersehb. Arbeitsbedingungen i. d. EU im Bereich Zivilrecht
(„Arbeitsbedingungenrichtlinie“)
74108 A1-Bescheinigungen digitalisieren
78101 Künstlersozialabgabe als Umlage einführen
81107 Vorbeschäftigungsverbot
81108 Schriftform beim Nachweisgesetz
91101 Rückverlegung der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge auf den
Folgemonat
93102 Abschaffung des ArbnErfG
93104 Nachweis für Arbeitssicherheitsunterweisung
93110 Klarstellung der Informationspflichten nach dem Mindestlohngesetz
93201 Krankmeldung per E-Mail
93203 Geltungsbereich Lieferkettengesetz begrenzen
93205 Handhabung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
93207 Digitalisierung vorantreiben durch Anpassung des Nachweisgesetzes
und des BetrVG
100106 Mehr Freiheiten für Handwerksbetriebe bei der Arbeitszeiterfassung
100107 Rücknahme der Abrufpflicht der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
durch den Arbeitgeber
104101 A1-Bescheinigung abschaffen.
6. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau aus dem Zuständigkeitsbereich
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden bereits
umgesetzt, und in welchen Gesetzen (bitte die Vorschläge vollständig
auflisten)?
Es wurden bzw. werden untenstehende vier Vorschläge vollständig umgesetzt.
Die Einzelheiten können dem in der Antwort zu Frage 1 genannten Monitoring-
Bericht entnommen werden.
95102 Temporäre Beschäftigung von nicht-EU Arbeitnehmern vereinfachen
31207 Vereinfachte Erfüllung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes für
KMU
93109 Abbau von Nachweispflichten für KMU nach Lieferkettengesetz, RE-
ACH, Energieaudit, CSRD etc.
93303 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
7. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau aus dem Zuständigkeitsbereich
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden teilweise
umgesetzt, und aus welchen Gründen erfolgte nur eine teilweise Umsetzung
der Vorschläge (bitte die Vorschläge vollständig auflisten)?
8. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau aus dem Zuständigkeitsbereich
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden abgewandelt
umgesetzt, und mit welcher Begründung wurden die Vorschläge in
abgewandelter Form umgesetzt, und in welchen Gesetzgebungsvorhaben
(bitte die Vorschläge vollständig auflisten)?
Die Fragen 7 und 8 werden gemeinsam beantwortet.
Es wurden bzw. werden 16 untenstehende Vorschläge teilweise bzw. durch
sonstige Lösungen umgesetzt. Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Die
Einzelheiten können dem in der Antwort zu Frage 1 genannten Monitoring-Bericht
entnommen werden.
07102 Qualifikationen bei der IT-Fachkräfteeinwanderung
07101 Schriftformerfordernisse
16110 Anpassungen im Kurzarbeitergeld-Prozess
08101 Schriftformerfordernis im Nachweisgesetz streichen
23101 LkSG, insbesondere §§ 6, 10 LkSG
27105 Schriftformerfordernis für Arbeitgeberpflichten im Nachweisgesetz
aufgeben
31207 Vereinfachte Erfüllung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes für
KMU
37105 Etablierung eines gemeinsamen Qualitätssicherungsverfahrens für die
medizinische Rehabilitation im SGB IX
39102 Etablierung gemeinsamer Grundantrag Reha, niedrigschwelliger
Zugang
53201 Stempelfelder auf jeder Art von Vordruck entfernen
53110 Nachweisgesetz
57102 Bestätigung einer weiteren Schriftformerfordernis in Arbeitsverträgen
74103 Überbordende Lieferketten-Pflichten im EU-Binnenmarkt verhindern
74109 Befreiungen für Entsenderichtlinie
81105 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
93208 Rechtssicherheit schaffen durch zügige Überarbeitung von
(unwirksamen) Gesetznormen an aktuelle Rechtsprechung/Rechtslage
9. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau aus dem Zuständigkeitsbereich
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sollen noch 2024
umgesetzt werden, und in welchem Gesetzgebungsvorhaben (bitte die
Vorschläge vollständig auflisten)?
Folgende Vorschläge sollen im Rahmen des geplanten Vierten
Bürokratieentlastungsgesetzes in abgewandelter Form aufgegriffen werden:
07101 Schriftformerfordernisse
08101 Schriftformerfordernis im Nachweisgesetz streichen
27105 Schriftformerfordernis für Arbeitgeberpflichten im Nachweisgesetz
aufgeben
53110 Nachweisgesetz
57102 Bestätigung einer weiteren Schriftformerfordernis in Arbeitsverträgen.
Dem Vorschlag 98106 „Notare zeigen dem Unfallversicherungsträger die
Gründung an“ soll mittelbar durch die Änderung in der Bundesnotarordnung im
Vierten Bürokratieentlastungsgesetz Rechnung getragen werden.
10. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau aus dem Zuständigkeitsbereich
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wurden als nicht
umsetzbar eingestuft oder abgelehnt, und mit welcher Begründung (bitte die
Vorschläge vollständig auflisten)?
Die untenstehenden 60 Vorschläge werden vom Bundesministerium für Arbeit
und Soziales nicht umgesetzt. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die
Vorschläge teilweise identisch oder sehr ähnlich sind, aber als einzelne
Ablehnungen gezählt wurden. Die Gründe für die Nichtumsetzung sind sehr
unterschiedlich. Einzelheiten können dem in der Antwort zu Frage 1 genannten
Monitoring-Bericht entnommen werden.
23106 Nachweisgesetz, insbesondere § 2 Absatz 1, § 2 Absatz 2, § 3 Satz 1
NachwG
23108 SGB IV, insbesondere § 109 SGB
23109 EntgFG, insbesondere § 5 Absatz 1a EntgFG
27106 Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
schnell und kostengünstig ermöglichen
27108 Keine Verpflichtung zur Nutzung der Berichtsvorlage des BAFA zum
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
27109 Risikoanalyse und- mangagement auf der Basis von Green-/White-
Lists beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
28101 Schriftformerfordernis Nachweisgesetz
28102 Unternehmensmitbestimmung: Delegiertenwahl
28104 Rechtssicherheit bei Massenentlassungsanzeige schaffen
28105 Widerspruchsrecht beim Betriebsübergang rechtssicher gestalten
28109 Beschäftigtendatenschutz sinnvoll anpassen
28110 Bürokratiearme Umsetzung des Verfahrens zum Abruf der
elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (EFZG) und Koppelung mit
dem Ausgleichsverfahren (AAG)
28201 Schriftform durch digitale Wege in der Sozialversicherung ablösen
28202 Alle Bescheinigungen im Rahmen von Abkommen über soziale
Sicherheit digitalisieren
28203 Harmonisierung steuer- und sozialrechtlicher Vorschriften
28207 Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes
37102 Begriff der Angemessenheit mit festen Kriterien hinterlegen
37103 Angemessenheit eines Kraftfahrzeuges sollte vermutet werden
(Harmonisierung mit dem SGB II)
37104 Schnittstellenprobleme UVG - SGB II/XII lösen
40101 Arbeitszeitflexibilisierung
40102 Schriftform im Arbeitsrecht
41108 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
45104 Drohende Arbeitszeiterfassung gemäß neuester Rechtssprechung
48107 Klarstellungen zu den Vertretungsbefugnissen im Kug-Verfahren
48108 Erleichterungen bei den Kug-Abschlussprüfungen
51104 Notlagenhilfen
53101 Arbeitszeiterfassung
53102 Lieferkettengesetz
53103 A1-Bescheinigung
53105 elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
53108 Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge
58101 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)
58102 Nachweisgesetz (NachwG)
58103 Kurzarbeit/Abschlussprüfung § 421c SGB III
58104 Künstlersozialabgabe durch Umlage ersetzen
58105 Beitragseinzugsverfahren § 28h SGB IV
58107 Entgeltfortzahlungsgesetz/Elektronische
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)
58108 Qualifizierungschancengesetz/Zugangsvoraussetzungen und
Antragsverfahren
58110 Kündigungsschutzgesetz/Reduzierung des Umfangs der
Anzeigepflicht nach §§ 17, 18 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) bei
Massenentlassungen
66110 Kleinbetriebsklausel bei der Dokumentationspflicht im Arbeitsschutz
wieder einführen
66202 Gefährdungsbeurteilung nach der Betriebssicherheitsverordnung nach
Anschaffung eines neuen Arbeitsmittels abschaffen
71104 Vermögensprüfung Grundsicherung im Alter und bei
Erwerbsminderung
71106 Einkommensprüfung Grundrente
71107 Bewilligungszeiträume verlängern
72102 Gesetzes z. Umsetzung d. Richtlinie (EU) 2019/1152 ü. transparente
u. vorhersehb. Arbeitsbedingungen i. d. EU im Bereich Zivilrecht
(„Arbeitsbedingungenrichtlinie“)
74108 A1-Bescheinigungen digitalisieren
78101 Künstlersozialabgabe durch Umlage ersetzen
81107 Vorbeschäftigungsverbot
81108 Schriftform beim Nachweisgesetz
91101 Rückverlegung der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge auf den
Folgemonat
93102 Abschaffung des ArbnErfG
93104 Nachweis für Arbeitssicherheitsunterweisung
93110 Klarstellung der Informationspflichten nach dem Mindestlohngesetz
93201 Krankmeldung per E-Mail
93203 Geltungsbereich Lieferkettengesetz begrenzen
93205 Handhabung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
93207 Digitalisierung vorantreiben durch Anpassung des Nachweisgesetzes
und des BetrVG
100106 Mehr Freiheiten für Handwerksbetriebe bei der Arbeitszeiterfassung
100107 Rücknahme der Abrufpflicht der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
durch den Arbeitgeber
104101 A1-Bescheinigung abschaffen
11. Welchen Austausch hat es bisher zwischen der Bundesregierung bzw.
den beteiligten Bundesministerien und den Wirtschafts-, Arbeitgeber-
und sonstigen Verbänden und Institutionen zu den abgelehnten bzw. nicht
aufgegriffenen Vorschlägen gegeben?
Die Bundesregierung hat sich dazu entschlossen, die Verbändevorschläge sowie
die Bewertung der Ressorts zu veröffentlichen, um Transparenz herzustellen
und einen Dialog zwischen Verbänden und Bundesregierung zu den
Vorschlägen zu ermöglichen. Bürokratieabbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die die
Bundesregierung nur im ständigen Dialog, u. a. mit den Akteuren der
Wirtschaftsverbände, der Sozialpartner, der Verwaltung sowie den Bürgerinnen und
Bürgern bewältigen kann.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333