Deutscher Bundestag Drucksache 20/13455
20. Wahlperiode 17.10.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frank Rinck, Stephan Protschka, Peter
Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/13202 –
Ertrags- und Qualitätsrückgang mit sinkenden Getreidepreisen für
deutsches Getreide
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Gegenwärtig sind Landwirte in Deutschland stark besorgt über die
Erntemengen und die Qualität des Getreides sowie über dessen Preisentwicklungen
(vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-schlechteste-getr
eideernte-seit-sechs-jahren-577945).
In den vergangenen 15 Jahren gab es nur im Dürrejahr 2018 so eine schlechte
Getreideernte wie die diesjährige, denn mit 39 Millionen Tonnen bleibt die
Getreideernte unter der 40-Millionen-Tonnen-Marke (vgl.
www.topagrar.com/
management-und-politik/news/getreideernte-2024-kleine-ernte-kleine-preise-2
0006357.html). Gleichzeitig sind die Preise für Brot- und Futterweizen
deutlich niedriger als im letzten Jahr (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflan
zenbau/bayern-schlechteste-getreideernte-seit-sechs-jahren-577945). Der
Preisdruck für die Landwirte steigt (vgl.
www.rbb24.de/panorama/beitrag/av7/
video-getreideernte-ernte-landwirte-getreidepreise-berlin-brandenburg.html).
Zusätzlich zu den Ernteverlusten kann es für Landwirte noch zu
Schadenersatzforderungen der Getreidehändler kommen, insbesondere bei weit vor der
Ernte abgeschlossenen Vorkontrakten, bei denen die Qualität und Menge der
eigenen Ernte nicht ausreichen, um die vertraglich vereinbarten Lieferungen
zu erfüllen (vgl.
www.agrarheute.com/management/recht/landwirt-liefervertra
g-getreide-erfuellen-rechte-pflichten-623710).
Gründe für den Ertrags- und Qualitätsrückgang sind unter anderem späte
Aussaaten aufgrund von Hochwasser, Kälteeinbrüchen und Hitzeperioden sowie
strengere Regelungen bei Düngung und Pflanzenschutz (vgl.
www.wochenbla
tt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-schlechteste-getreideernte-seit-sechs-ja
hren-577945). Umweltbedingter Stress erhöht die Anfälligkeit der Pflanzen
für Krankheiten und Schädlinge, während nach Ansicht der Fragesteller
„verfehlte“ gesetzliche Vorgaben die Unterstützungsmöglichkeiten der Landwirte
einschränken (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-sch
lechteste-getreideernte-seit-sechs-jahren-577945,
www.agrarheute.com/markt/
marktfruechte/gefahr-real-bauernverband-legt-ernuechternde-erntebilanz-62
5173). So ist bereits seit Jahren bekannt, dass die Qualitätsanforderungen des
Handels von vielen Getreideproduzenten durch die Düngeauflagen in den Ro-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
vom 17. Oktober 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
ten Gebieten immer schwerer erfüllt werden können (vgl.
www.agrarheut
e.com/pflanze/getreide/alarmstufe-fuer-qualitaetsweizen-rote-gebiete-besser-d
ifferenzieren-563756).
Der Verbrauch an Getreide in Deutschland wird aktuell auf ca. 40 Millionen
Tonnen geschätzt, sodass in diesem Jahr die Selbstversorgung Deutschlands
nicht erreicht wird (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayer
n-schlechteste-getreideernte-seit-sechs-jahren-577945). Insgesamt ist der
Selbstversorgungsgrad im Getreideanbau selbst in guten Jahren schwer zu
erreichen (ebd.). Dies lässt sich damit begründen, dass die Getreideanbaufläche
in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, besonders bei Weizen (vgl.
www.wo
chenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-schlechteste-getreideernte-
seitsechs-jahren-577945).
Der Bayerische Bauernverband fordert unter anderem eine wirtschaftliche
Risikoabsicherung durch stärkere Förderung von Mehrgefahrenversicherungen
und steuerlichen Instrumenten, neue Züchtungsmethoden in der
Pflanzenzüchtung und eine Neuausrichtung der Pflanzenschutzpolitik, um den effektiven
Pflanzenschutz sicherzustellen (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanz
enbau/bayern-schlechteste-getreideernte-seit-sechs-jahren-577945). Der
Präsident des Deutschen Bauernverbands e. V. Joachim Rukwied weist in
diesem Zuge darauf hin, dass das „Zukunftsprogramm Pflanzenschutz“, mit dem
das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die
Verwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent
verringern möchte, keine Lösungen für die Herausforderungen, vor denen
Landwirte im Ackerbau stehen, bietet (vgl.
www.agrarheute.com/markt/markt
fruechte/gefahr-real-bauernverband-legt-ernuechternde-erntebilanz-625173).
„Um Erträge und Qualitäten auch in Zukunft zu sichern, müssen praxisferne
und nicht-praktikable Vorgaben gestrichen werden“, fordert Rukwied (ebd.).
1. Welche Informationen liegen der Bundesregierung zum Umfang und
Zweck des aus der EU exportierten Getreides aus Deutschland und aus
den anderen Staaten der EU vor, und wie hat sich nach Kenntnis der
Bundesregierung die Menge des aus der EU exportierten Getreides in
den letzten fünf Jahren entwickelt?
2. Welche Informationen liegen der Bundesregierung zum Umfang und
Zweck des in die EU importierten Getreides in Deutschland und in den
anderen Staaten der EU vor, und wie hat sich nach Kenntnis der
Bundesregierung die Menge des importierten Getreides demnach innerhalb der
EU in den letzten fünf Jahren entwickelt?
Die Fragen 1 und 2 werden gemeinsam beantwortet.
Informationen zum Umfang und Zweck des gehandelten Getreides
Deutschlands und der anderen Staaten der EU können bei Eurostat im nachfolgenden
Link abgerufen werden
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/bookmark/8efde553-fc87-4f67-9954-
abf636515923?lang=de.
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anbaufläche von
Getreide in Deutschland sowie dessen Verwendungszweck in den letzten
fünf Jahren entwickelt, welche Gründe gibt es hierfür, und zieht die
Bundesregierung hieraus Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln, und
wenn ja, welche?
Die deutsche Anbaufläche von Getreide einschließlich Körnermais betrug im
Jahr 2019 rund 6,4 Millionen Hektar. Im Laufe der letzten fünf Jahre war die
Anbaufläche für Getreide rückläufig und betrug 2024 nach vorläufigen Zahlen
rund 5,8 Millionen Hektar. Für die rückläufige Getreideanbaufläche gibt es
verschiedene Gründe. Zum einen ging die landwirtschaftlich genutzte Fläche
insgesamt zurück. Außerdem führen die unternehmerischen Entscheidungen der
Landwirtinnen und Landwirte von Jahr zu Jahr zu Veränderungen beim
Verhältnis der Anbauflächen. Beispielsweise war im Winter 2023 in einigen Regionen
eine Wintergetreideaussaat aufgrund von ungünstigen Witterungsbedingungen
nicht möglich, sodass 2024 vermehrt Sommerkulturen wie Zuckerrüben und
Kartoffeln angebaut wurden. Detaillierte Zahlen zu den Anbauflächen können
der Website des Statistischen Bundesamtes entnommen werden: www-genesi
s.destatis.de/datenbank/beta/statistic/41271/table/41271-0003/table-toolbar.
Wie sich die Getreideverwendung in Deutschland entwickelt, geht aus den
Versorgungsbilanzen für Getreide der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung hervor. Die aktuellsten Zahlen liegen für das Wirtschaftsjahr 2022/2023
vor. Die Hauptverwendung von Getreide war, wie in den Vorjahren, die
Futternutzung (56 Prozent) vor der direkten Nutzung für die menschliche Ernährung
(21 Prozent). Detaillierte Zahlen können folgendem Link entnommen werden:
www.bmel-statistik.de/ernaehrung/versorgungsbilanzen/getreide.
4. Ist der Bundesregierung die Kritik bekannt, dass man Gefahr laufe, am
Markt vorbei zu produzieren und ein Importland für Brot- bzw.
Backweizen zu werden, und wenn ja, welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes
Handeln zieht die Bundesregierung hieraus (vgl.
www.agrarheute.com/m
arkt/marktfruechte/gefahr-real-bauernverband-legt-ernuechternde-erntebi
lanz-625173)?
5. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung dem Erhalt des
Selbstversorgungsgrades Deutschlands mit Getreide zu, und welche
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für ihr eigenes Handeln hieraus?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Die landwirtschaftlichen Erzeugerinnen und Erzeuger in Deutschland und der
Europäischen Union handeln in einem marktwirtschaftlichen Rahmen und
treffen als Unternehmerinnen und Unternehmer im Lichte der Preissignale aus dem
Markt ihre Anbau- bzw. Produktionsentscheidungen. Die Verfügbarkeit von
Weizen in Backqualität ist nicht nur abhängig von der Anbauentscheidung,
sondern vor allem auch von der Witterung im Vegetationszeitraum. So lässt sich
insbesondere bei ungünstigen Wetterbedingungen für Wachstum und
Entwicklung der Kultur nicht immer die avisierte Qualität realisieren. Vor diesem
Hintergrund gehört der Austausch von Weizen verschiedener Qualitäten auf EU-,
aber auch auf internationaler Ebene zur üblichen Marktpraxis. Die
Bundesregierung beobachtet gemeinsam mit der Europäischen Kommission die
Agrarmärkte aufmerksam und sieht hierbei gegenwärtig keinen Handlungsbedarf.
Die Versorgung mit Qualitätsweizen ist aktuell gesichert.
Der Bundesregierung ist es wichtig, eine leistungsfähige und nachhaltige
Landwirtschaft in Deutschland zu erhalten und zu unterstützen. Dabei ist jedoch eine
Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen, nicht nur der Selbstversorgungsgrad
bestimmter Sektoren per se.
6. Haben nach Kenntnis der Bundesregierung die strengeren Regelungen
bei Düngung und Pflanzenschutz Einfluss auf die Selbstversorgung mit
Qualitätsweizen im Jahr 2024 gehabt, wenn ja, welchen, und welche
Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung
hieraus (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-schl
echteste-getreideernte-seit-sechs-jahren-577945)?
7. Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um den aktuellen
Herausforderungen im Getreideanbau zu begegnen und die Landwirte besser zu
unterstützen, und wenn ja, welche?
Die Fragen 6 und 7 werden gemeinsam beantwortet.
Der Bundesregierung liegen keine Informationen darüber vor, dass die
düngebzw. pflanzenschutzrechtlichen Vorgaben Einfluss auf die Selbstversorgung mit
Qualitätsweizen in diesem Jahr gehabt haben. Die Regelungen zur guten
fachlichen Praxis ermöglichen eine bedarfsgerechte Pflanzenernährung sowie die
Erhaltung der Pflanzengesundheit und eine optimale Pflanzenentwicklung unter
Beachtung der Belange des vorbeugenden Verbraucherschutzes sowie des
Schutzes des Naturhaushaltes. Damit tragen sie zur grundsätzlichen Sicherung
von Ertrag und Qualität bei.
Die Annahme, dass sinkende Qualitätsweizenanteile auf strengere Regeln bei
Düngung und Pflanzenschutz zurückzuführen wären, trifft nicht zu. Ein
unmittelbarer Handlungsbedarf der Bundesregierung leitet sich daraus nicht ab.
Vielmehr wirkten gerade bei der diesjährigen Ernte vielfältige ungünstige
Witterungsfaktoren, die ein gutes Ergebnis regional erschwert haben. Daher
müssen die Anstrengungen für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in
der landwirtschaftlichen Erzeugung konsequent weiterverfolgt werden.
8. Plant die Bundesregierung, in naher Zukunft Regelungen im Bereich
Düngung und Pflanzenschutz zu überarbeiten, um den Landwirten beim
Getreideanbau mehr Unterstützungsmöglichkeiten zu bieten?
Mit dem am 4. September 2024 vorgestellten Zukunftsprogramm
Pflanzenschutz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
wurden konkrete Maßnahmen vorgelegt, um der Landwirtschaft zu
ermöglichen, ihre Kulturen nachhaltig gesund zu erhalten und gleichzeitig auch in
Zukunft einen betriebswirtschaftlichen Gewinn zu erwirtschaften. Bei diesen
Maßnahmen setzt das BMEL vor allem auf Kooperation, Anreize,
Unterstützung und Beratung sowie auf innovative Technik.
Generell soll durch die aktuell vorgesehene Änderung des Düngegesetzes
(DüngG) und der damit verbundenen Einführung einer Monitoringverordnung
das Verursacherprinzip weiter gestärkt werden. Darauf basierend soll zukünftig
eine mögliche erweiterte Maßnahmendifferenzierung in den mit Nitrat
belasteten Gebieten diskutiert werden. Wer Wasser gefährdet, soll in die Pflicht
genommen werden. Wer Wasser schützt, soll entlastet werden.
9. Plant die Bundesregierung, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte in
Anbetracht der niedrigeren Ernten und Getreidepreise zu sichern, und
wenn ja, wie?
Die europäische wie auch die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft zeigten
sich auch angesichts multipler Krisen bislang resilient und wettbewerbsfähig.
Zuletzt sind Energiepreise und damit verbunden auch die Preise für
Betriebsmittel wie Düngemittel wieder gesunken. Gleichzeitig haben sich die
Erzeugerpreise für Getreide jüngst stabilisiert. Damit haben sich die mittelfristigen
Perspektiven verbessert. Langfristig müssen die Ernten gegenüber multiplen
Krisen, wie z. B. der Klimakrise und dem Artensterben, gesichert werden. Die
wesentliche Voraussetzung dafür ist ein nachhaltiges Agrar- und
Ernährungssystem. Die Bundesregierung hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die
notwendige Transformation des Agrar- und Ernährungssystems im Rahmen der
Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie voranzutreiben und sich für eine
Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik in diesem Sinne einzusetzen.
10. Sind der Bundesregierung die Forderungen des Bayerischen
Bauernverbands unter anderem nach einer wirtschaftlichen Risikoabsicherung
durch stärkere Förderung von Mehrgefahrenversicherungen und
steuerlichen Instrumenten, neuen Züchtungsmethoden in der Pflanzenzüchtung
und einer Neuausrichtung der Pflanzenschutzpolitik, um den effektiven
Pflanzenschutz sicherzustellen, bekannt, wenn ja, welche
Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln zieht die Bundesregierung hieraus (vgl.
www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/pflanzenbau/bayern-schlechteste-getr
eideernte-seit-sechs-jahren-577945), plant die Bundesregierung in
diesem Zusammenhang Maßnahmen, und wenn ja, welche?
Die Forderung des Bayerischen Bauernverbands nach einer wirtschaftlichen
Risikoabsicherung ist der Bundesregierung bekannt. Auch wenn das
Risikomanagement in erster Linie Aufgabe der Betriebe selbst ist, werden diese durch
verschiedene Instrumente in vielfältiger Weise unterstützt: Die 1. Säule der
Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bietet mit Direktzahlungen, Marktmaßnahmen
und den speziellen Krisenmaßnahmen ein Sicherheitsnetz. Darüber hinaus gibt
es die Förderung investiver Maßnahmen zur Prävention wetterbedingter
Risiken (z. B. Hagelschutznetze, Frostschutzberegnung) sowie verschiedene
Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität der Betriebe. In der Tierproduktion gibt es
die Tierseuchenkassen. Weiterhin unterstützt die Bundesregierung die
Einführung und Inanspruchnahme von Versicherungen für die Risiken Hagel,
Starkregen, Sturm, Frost und Dürre mit einem ermäßigten Versicherungssteuersatz.
Über die 2. Säule der GAP besteht zudem die Möglichkeit zur Förderung von
Mehrgefahrenversicherungen durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds
für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Über das Angebot einer
solchen Förderung entscheiden alleine die Länder angesichts der Situation vor
Ort. Auch die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung trägt durch die
langfristige Vorbeugung von Klimaschäden zum Risikomanagement bei.
Mit dem Gesetz zur Verlängerung der Tarifermäßigung für die Einkünfte aus
Land- und Forstwirtschaft hat der Deutsche Bundestag rückwirkend ab dem
Jahr 2023 die Verlängerung der Regelung für sechs Jahre beschlossen; der
Bundesrat hat am 27. September 2024 beschlossen, dem Gesetz zuzustimmen. Die
Tarifermäßigung kann bei stark schwankenden Gewinnen zu einer
Steuerermäßigung führen, indem ertragreiche mit ertragsarmen Wirtschaftsjahren
ausgeglichen werden und die nachteilige Wirkung der Progression abgemildert wird.
Die Prüfungen möglicher alternativer steuerlicher Maßnahmen zur
Risikoabsicherung in der Landwirtschaft sind abgeschlossen (auf den Entwurf eines
Gesetzes zur Verlängerung der Tarifermäßigung für Einkünfte aus Land- und
Forstwirtschaft auf Bundestagdrucksache 20/11947 und Bundestagsdrucksache
20/12152; Bundesratsdrucksache 415/24 vom 6. September 2024 wird
verwiesen).
Die Verhandlungen zum Vorschlag der Kommission zu einer neuen Verordnung
des Europäischen Parlaments und des Rates über mit bestimmten neuen
genomischen Techniken (NGT) gewonnene Pflanzen und die aus ihnen gewonnenen
Lebens- und Futtermittel sowie zur Änderung der Verordnung (EU) 2017/625
dauern gegenwärtig noch an. Der Umgang mit NGT sollte aus Sicht der
Bundesregierung wissenschaftsbasiert und im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip
erfolgen. Dabei müssen auch die Belange der Verbraucherinnen und
Verbraucher, der Landwirtinnen und Landwirte sowie der Pflanzenzüchterinnen und
-züchter berücksichtigt werden.
Die vielfältigen Perspektiven und Anregungen der Verbände für einen
zukunftsfähigen Pflanzenschutz sind im Rahmen eines breiten
Beteiligungsprozesses in die Erarbeitung des Zukunftsprogramms Pflanzenschutz eingeflossen.
Viele der im Zukunftsprogramm enthaltenen Maßnahmen sollen über
Beteiligungsprozesse weiter ausgestaltet werden.
11. Ist der Bundesregierung die Forderung des Präsidenten des Deutschen
Bauernverbands e. V. bekannt, dass, um Erträge und Qualitäten auch in
Zukunft sicherzustellen, praxisferne und nichtpraktikable Vorgaben
gestrichen werden müssen und dass das Zukunftsprogramm Pflanzenschutz
keine Lösungen für die Herausforderungen, vor denen Landwirte im
Ackerbau stehen, bietet (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), und wenn
ja, welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln zieht die
Bundesregierung hieraus?
Der Abbau unnötiger Bürokratie ist ein wichtiges Anliegen der
Bundesregierung. Gerade auch in der Land- und Ernährungswirtschaft ist der
Bürokratieabbau von besonderer Bedeutung. Das BMEL verfolgt daher seit Beginn der
Legislatur das Ziel, Maßnahmen zum Abbau unnötiger bürokratischer
Belastungen zu identifizieren und umzusetzen.
Zentrale Ziele sind einfachere, effizientere und bessere Verfahren, um
Belastungen für den Berufsstand, aber auch für die Verwaltungen zu reduzieren,
ohne Standards zum Schutz von Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier
abzubauen und damit den nötigen Wandel unseres Agrar- und
Ernährungssystems hin zu mehr Nachhaltigkeit zu gefährden.
Die von Ländern und Verbänden, u. a. auch vom Deutschen Bauernverband,
eingereichten Vorschläge zur Vereinfachung von Fach- und Förderrecht wurden
in den laufenden Prozess zum Bürokratieabbau integriert.
Der Arbeitsfortschritt wird regelmäßig auf der Internetseite des BMEL
veröffentlicht.
Auch hat das BMEL zu den Melde- und Dokumentationspflichten im
Pflanzenbau im Sommer 2024 mit Praktikerinnen und Praktikern einen Praxischeck
durchgeführt, um bürokratische Hemmnisse im Pflanzenbau zu identifizieren
und Lösungen zu deren Abbau zu erarbeiten. Die Ergebnisse werden nun
aufbereitet und zielgerichtet in die Arbeitsprozesse einfließen.
Hinsichtlich des Zukunftsprogramms Pflanzenschutz des BMEL wird auf die
Antworten zu den Fragen 7, 8 und 10 verwiesen.
12. Wie hat sich die Situation der Getreidemühlen, insbesondere der kleinen
und mittelständischen, in den letzten fünf Jahren nach Kenntnis der
Bundesregierung entwickelt, und sieht die Bundesregierung hier politischen
Handlungsbedarf?
13. Wie wirkt sich, nach Einschätzung der Bundesregierung, die
Entwicklung der Anzahl der Mühlen auf das regionale Lebensmittelhandwerk
aus?
14. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung den Getreidemühlen im
Hinblick auf die regionale Nahversorgung mit Getreideprodukten
insgesamt zu, und welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung
hieraus für ihr eigenes Handeln?
Die Fragen 12 bis 14 werden gemeinsam beantwortet.
Die in der Anlage 1* beigefügte Tabelle gibt die Struktur der Mühlen nach
Größenklassen von 2018/2019 bis 2022/2023 wieder. Daraus ist zu erkennen,
dass die Anzahl der Mühlen insgesamt über alle Klassen im Zeitraum von 191
auf 176 zurückgegangen ist, ein Rückgang von 8 Prozent und die
durchschnittliche Vermahlung von knapp 45 400 Tonnen auf 49 500 Tonnen anstieg. Der
Rückgang der Anzahl der Mühlen wird letztlich durch einen Anstieg der
Verarbeitungskapazität ausgeglichen, sodass die Verarbeitungskapazität der Branche
bei über 8,5 Millionen Tonnen nahezu konstant bleibt. Dabei ist der Anteil der
Mühlen in der Klasse unter 5 000 Tonnen Vermahlung von 47,6 Prozent auf
49,4 Prozent leicht gestiegen, ähnlich wie der Anteil der Mühlen, die über
100 000 Tonnen verarbeiten.
Die Herstellung von Weizenmehl in hiesigen Handelsmühlen im
Wirtschaftsjahr 2022/2023 belief sich auf 6,7 Millionen Tonnen und der Verbrauch auf
5,8 Millionen Tonnen (Getreidebilanz 2022/2023 auf
www.bmel-statistik.de).
Aus der Außenhandelsstatistik ist zu entnehmen, dass Deutschland zwischen
2019 und 2023 Nettoexporteur von Weizenmehl ist.
Die in Deutschland vorhandenen Logistikstrukturen ermöglichen die effiziente
Distribution von Waren in alle Regionen des Landes, so dass das regionale
Lebensmittelhandwerk von technisch und ökonomisch effizienten
Vermahlungsstrukturen profitiert. Vor dem Hintergrund erkennt die Bundesregierung weder
ein strukturelles Problem in der Müllereiwirtschaft noch ein
Wettbewerbsproblem mit ausländischen Anbietern auf dem deutschen Weizenmehlmarkt.
15. Hat die Bundesregierung im Zeitraum von 2018 bis 2023 die
Erforschung von neuen Züchtungsmethoden in der Pflanzenzüchtung im
Hinblick auf Getreide gefördert, und wenn ja, mit welchen Beträgen (bitte
nach Projekt, Projektträger, Forschungsgebiet und Förderbetrag
angeben)?
Die Ressorts der Bundesregierung fördern entsprechend ihrer Zuständigkeiten
Forschungs- und Entwicklungsansätze im vorwettbewerblichen Bereich der
Züchtungsforschung, auch im Hinblick auf Getreide. Es wird davon
ausgegangen, dass mit neuen Züchtungsmethoden in der Pflanzenzüchtung sogenannte
Neue genomische Techniken gemeint sind. Geförderte Vorhaben zu Getreide,
die den Einsatz derartiger Techniken beinhalten, sind der Anlage 2* zu
Frage 15 zu entnehmen.
16. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob Getreideproduzenten die
Qualitätsanforderungen des Handels trotz der Düngeauflagen in den
Roten Gebieten in einem wirtschaftlichen Ausmaß erfüllen konnten, und
wenn ja, plant die Bundesregierung dahin gehend Maßnahmen (vgl.
www.agrarheute.com/pflanze/getreide/alarmstufe-fuer-qualitaetsweizen-r
ote-gebiete-besser-differenzieren-563756)?
Daten über die in den mit Nitrat belasteten Gebieten erzielten
Qualitätseinstufungen liegen der Bundesregierung nicht vor.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/13455 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
17. Sind der Bundesregierung Getreideimporte auf den Routen der sog.
Solidaritätskorridore aus der Ukraine in die EU oder nach Deutschland
bekannt, die nicht alle gesetzlichen Auflagen erfüllen?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen über besondere
Auffälligkeiten bei Kontrollen von ukrainischem Getreide durch die amtliche Lebensmittel-
und Futtermittelüberwachung in Deutschland vor.
Auch Lebensmittel und Futtermittel, die aus Drittländern – wie der Ukraine –
in die EU eingeführt werden, müssen die in der EU geltenden Anforderungen
nach dem Lebensmittel- und Futtermittelrecht einhalten.
18. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Importmenge von
Futter- und Brotgetreide aus der Ukraine nach Deutschland in den letzten
fünf Jahren entwickelt?
Die folgende Übersicht gibt die Importmengen von Futter- und Brotgetreide
aus der Ukraine von 2020 bis Juli 2024 wieder.
2020 2021 2022 2023 2024
Importe (Tonnen)
Mais, nicht zur Aussaat 444 529 190 042 427 124 619 273 446 720
Weizen und Mengkorn, a. n. g. 11 954 6 693 39 020 105 767 16 562
Hirse, a. n. g. 6 240 7 965 9 428 5 206 3 993
Gerste, a. n. g. 1 3 20 078 1 514 5 000
Getreide, a. n. g. 23 66 45 5 740 12 065
Mais zur Aussaat - 149 109 130 3 275
Körner-Sorghum, a. n. g. 233 444 1 241 894 619
Hafer, a. n. g. 301 558 6 354 1 213
Roggen, a. n. g. - - - 1 680 -
Buchweizen 81 75 10 6 169
Kanariensaat 22 - 140 146 -
Körner-Sorghum, zur Aussaat 101 26 129 26 -
Hartweizen, a. n. g. - - - 171 3
Reis, geschliffen, auch poliert oder glasiert 9 4 2 - -
Hirse, zur Aussaat - - 11 - -
Roggen, zur Aussaat 0 0 - - 0
Rohreis (Paddy-Reis) - - - - -
Weizen und Mengkorn, a. n. g., zur Aussaat - - - - -
Reis, geschält (Cargo-Reis oder Braunreis) - - - - -
Hafer, zur Aussaat - - - - -
Triticale - - - - -
Bruchreis - - - - -
Hartweizen zur Aussaat - - - - -
Gerste, zur Aussaat - - - - -
Gesamt 463 495 206 025 497 341 740 905 489 618
Quelle: Statistisches Bundesamt
19. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung eine Exportförderung für
ukrainisches Getreide nach Deutschland, und wenn ja, wie hoch ist diese
Förderung?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen über eine ukrainische
Förderung von Getreideexporten in die Europäische Union vor.
20. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung eine
Transportkostenförderung für ukrainisches Getreide nach Deutschland, und wenn ja, wie hoch
ist diese?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen über eine ukrainische
Förderung von Transportkosten von Getreide in die Europäische Union vor.
21. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Getreidepreis für
Futtergerste an der MATIF (Marché à Terme International de France), an
der Getreidebörse Kiew und auf dem deutschen Getreidemarkt?
Nach Kenntnis der Bundesregierung werden weder an der Pariser
Warenterminbörse (MATIF) noch an der Getreidebörse in Kiew Kontrakte für
Futtergerste gehandelt. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft
mbH (AMI) lag am 8. Oktober 2024 der Verkaufspreis der Erzeuger (frei
Erfasserlager) im Bundesmittel für Futtergerste 169,05 Euro je Tonne, in der
Vorwoche lag er bei 163,69 und im Vorjahr bei 170,29 Euro je Tonne.
Anlage 1 – Frage 14
Mühlen nach Größenklassen
5 000 25 000 50 000 davon
WJ
unter 1) bis unter bis unter bis unter 100 000 t Insgesamt 2) Hartweizen
5 000 t 25 000 t 50 000 t 100 000 t und mehr
2018/19 Anzahl
Mühlen 91 43 15 13 29 191 7
dgl*. in % 47,6% 22,5% 7,9% 6,8% 15,2%
Vermahlung
1 000 t 200 509 525 857 6 189 8 669 389
Marktanteil 2,3% 5,9% 6,1% 9,9% 71,4% 4,5%
Durchschnittliche
Vermahlung 2 201 11 834 35 015 65 937 213 399 45 389 55 591
5 000 25 000 50 000
davon
WJ
unter 1) bis unter bis unter bis unter 100 000 t Insgesamt Hartweizen
5 000 t 25 000 t 50 000 t 100 000 t und mehr
2019/20 Anzahl
Mühlen 86 43 17 10 30 186 7
dgl. in % 46,2% 23,1% 9,1% 5,4% 16,1%
Vermahlung
1 000 t 178 502 595 643 6 325 8 676 432
Marktanteil 2,1% 5,8% 6,9% 7,4% 72,9% 5,0%
Durchschnittliche
Vermahlung 2 074 11 683 34 985 64 296 210 850 46 646 61 737
5 000 25 000 50 000 davon
WJ
unter 1) bis unter bis unter bis unter 100 000 t Insgesamt 2) Hartweizen
5 000 t 25 000 t 50 000 t 100 000 t und mehr
2020/21 Anzahl
Mühlen 87 43 14 12 29 185 7
dgl. in % 47,0% 23,2% 7,6% 6,5% 15,7%
Vermahlung
1 000 t 179 495 467 803 6 059 8 445 440
Marktanteil 2,1% 5,9% 5,5% 9,5% 71,8% 5,2%
Durchschnittliche
Vermahlung 2 062 11 521 33 387 66 932 208 947 45 647 62 845
5 000 25 000 50 000
davon
WJ
unter 1) bis unter bis unter bis unter 100 000 t Insgesamt Hartweizen
5 000 t 25 000 t 50 000 t 100 000 t und mehr
2021/22 Anzahl
Mühlen 89 42 8 12 30 181 7
dgl. in % 49,2% 23,2% 4,4% 6,6% 16,6%
Vermahlung
1 000 t 187 529 254 777 6 805 9 016 463
Marktanteil 2,1% 5,9% 2,8% 8,6% 75,5% 5,1%
Durchschnittliche
Vermahlung 2 099 12 588 31 782 64 763 226 842 49 811 66 214
5 000 25 000 50 000 davon
WJ
unter 1) bis unter bis unter bis unter 100 000 t Insgesamt Hartweizen
5 000 t 25 000 t 50 000 t 100 000 t und mehr
Mühlen nach Größenklassen
2022/23 Anzahl
Mühlen 87 40 9 10 30 176 8
dgl. in % 49,4% 22,7% 5,1% 5,7% 17,0%
Vermahlung
1 000 t 175 491 332 670 6 609 8 713 435
Marktanteil 2,0% 5,6% 3,8% 7,7% 75,9% 5,0%
Durchschnittliche
Vermahlung 2 015 12 285 36 931 67 016 220 299 49 504 62 079
*dgl : dergleichen
1) Betriebe, die eine Vermahlung gemeldet haben.
2) Die Hartweizenvermahlung ist nur in der Summe über alle Größenklassen enthalten.
Quelle:
https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung/strukturberichte
Anlage 2 – Frage 15
Geförderte Züchtungsvorhaben zu Getreide, die Neue Genomische Techniken einsetzen.
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
BLE Verbundprojekt: Neue
allelische Diversität für das
ertragsbestimmende Merkmal
Halmlänge des Weizens durch
gezielte, genspezifische
Mutagenese (DivHa) –
Teilprojekt 2
2814603113 Pflanzenzüchtung 662.376,24 01.06.2015 31.05.2020
BLE Verbundprojekt: Neue
allelische Diversität für das
ertragsbestimmende Merkmal
Halmlänge des Weizens durch
gezielte, genspezifische
Mutagenese (DivHa) -
Teilprojekt 3
2814603213 Pflanzenzüchtung 113.234,87 01.06.2015 31.05.2020
BLE Verbundprojekt: Neue
allelische Diversität für das
ertragsbestimmende Merkmal
Halmlänge des Weizens durch
gezielte, genspezifische
Mutagenese (DivHa) -
Teilprojekt 4
2814606013 Pflanzenzüchtung 34.690,55 01.06.2015 31.05.2020
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
PtJ-BIO Cornwall-1 Verbesserung von
Mais Lignozellulose
Materialien für die
Bioökonomie
031B0193A-B Der Großteil der landwirtschaftlichen Reststoffe
besteht aus sogenannten Lignozellulosen,
einem Verbundstoff, dessen Zucker, sobald sie
freigesetzt werden, für die Produktion von
Grundchemikalien verwendet werden kann. Die
größte Herausforderung bei der Umwandlung
von Lignozellulose in Chemikalien besteht darin,
die Abbauresistenz des Materials zu
überwinden. Das CORNWALL-Konsortium
identifizierte und identifiziert nicht-transgene,
wirtschaftlich wettbewerbsfähige Maissorten,
die bei der Verarbeitung ganzer Pflanzen zu
veränderten Zuckererträgen aus ihrer
lignozellulosehaltigen Biomasse führen.
631.002,00 01.11.2016 31.10.2019
PtJ-BIO Cornwall-2 031B0885A-B 658.568,00 01.02.2020 31.01.2023
PtJ-BIO Cornwall-3 031B1303A-B 731.930,33 01.02.2023 31.01.2026
PtJ-BIO CrisBar- Optimierung der
CRISPR-Cas-Effizienz in
Rablkonfigurierten Getreide-
Genomen
031B0551 Das Ziel des CrisBar Projektes ist die Etablierung
von hoch Durchsatz Methoden für die Auswahl
von Zielsequenzen, das Design von effizienten
sowie hoch-spezifische gRNAs und dessen
Screening auf Mutageneseeffizienz und
mögliche Phänotypen, die mit der pflanzliche
Immunität zusammenhängen. CrisBar
spezialisiert sich dabei auf Gerste und vor allem
Weizen.
456.778,00 01.07.2018 30.06.2020
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
PtJ-BIO DELITE -
Zielsequenzspezifische Genom-
Modifikation von Getreide-
Elitematerial durch DNA-
integrationsfreie Applikation
RNA-vermittelter
Endonukleasen im Kontext
Haploidie-induzierender
Kreuzungen
031B0550 Das Projekt zielt auf die Erschließung eines
neuartigen Prinzips der Übertragung
Zielsequenz-spezifischer Endonukleasen, das
auf Bestäubung der genetisch zu verändernden
Empfängerlinien mit gRNA/Cas9-transgenen,
Haploidie-induzierenden Linien beruht.
436.741,00 01.07.2018 30.06.2020
PtJ-BIO HAGEMA - Haploide
Maiszellen als Ziel für die
Regeneration von
homozygoten
genomeditierten Maislinien
031B0543 In dem vorliegenden HAGEMA Projekt soll die
Regenerationsfähigkeit von Mais Mikrosporen
gesteigert werden, indem neueste Erkenntnisse
im Bereich der zellbiologischen Forschung
berücksichtigt werden. In grundlegenden
Studien konnte gezeigt werden, dass HDAC
Proteine die Totipotenz im Verlauf der
Pollenentwicklung unterdrücken kann.
475.732,00 01.07.2018 30.06.2020
PtJ-BIO PRECISE - Plattform für einen
präzisen Austausch von
Genvarianten unter Nutzung
synthetischer Endonukleasen
031B0547 Das Ziel des Projektes PRECISE ist die
Etablierung eines präzisen Austausches von
Genvarianten in Getreide. Dadurch soll der
Züchtungsprozess beschleunigt und verbessert
werden, da ein direkter Austausch von
schwachen Genvarianten aktueller
Hochleistungssorten nicht durch langwieriges
und zeitaufwändiges Kreuzen und Rückkreuzen
bereinigt werden muss.
316.338,00 01.06.2018 31.05.2020
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
PtJ-BIO ProTal - Stabile TALEN- und
scTALEN-Proteine zur
Entwicklung von resistenten
Reis
031B0541 TALEN sind hoch-effizient, hoch-spezifisch und
können mit der größtmöglichen Flexibilität aller
Genome-Editing-Werkzeuge in komplexem
Erbgut positioniert werden. Dennoch ist ihre
Konstruktion signifikant mühseliger, als das
derzeit favorisierte CRISPR/Cas-System. Dieses
Projekt hat es zum Ziel, diesen Aufwand stark zu
verringern durch die Produktion
maßgeschneiderter, direkt nutzbarer TALEN-
Proteine im Hochdurchsatz-Verfahren.
368.108,00 01.07.2018 30.06.2020
PtJ-BIO IdeMoDeResBar -
Identifikation, Modifikation
und Nutzung von Resistenzen
gegen bedeutende Pathogene
der Gerste
031B0199A-E Das Hauptziel des Projektes IdeMoDeResBar ist
die Aufrechterhaltung von Ertragsstabilität und
Qualität der Gerste-Ernte, die durch
verschiedene Schaderreger negativ beeinflusst
werden kann. Dieses Ziel soll erreicht werden
durch (i) die Identifikation und Isolierung bisher
unbekannter Resistenzgene, welche die
Ausprägung von Abwehrmechanismen gegen
wichtige Pflanzenpathogene Pilze und Viren
regulieren, (ii) durch die Erzeugung neuer Allele
anhand von Geneditierung an zwei bereits
charakterisierten Reistenzgenen sowie (iii) die
Nutzung dieser Gene bzw. Allele in der
praktischen Züchtung durch die Anwendung
entsprechender molekularer
Markertechnologien.
1.204.222,00 01.11.2016 31.10.2019
PtJ-BIO IdeMoDeResBar II -
Identifikation, Modifikation
und Nutzung von Resistenzen
gegen bedeutende Pathogene
der Gerste
031B0887A-D 1.212.938,00 01.02.2020 31.01.2023
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
PtJ-BIO GeneBank2.0 -
Genomikbasierte Nutzbarmachung
genetischer Ressourcen im
Weizen für die
Pflanzenzüchtung
031B0184A-F Das Ziel des GeneBank2.0-Projekts ist es, die
Weizensammlung in der Genbank des IPK
Gatersleben für die Züchtung über einen Ansatz
der Genomik, Phenomik,
Biodiversitätsinformatik und Präzisions-
PreBreeding integriert zu erschließen.
3.077.873,00 01.11.2016 31.10.2019
PtJ-BIO GeneBank2.0-III -
Genomikbasierte Nutzbarmachung
genetischer Ressourcen im
Weizen für die
Pflanzenzüchtung
031B0880A-E 2.645.217,00 01.11.2019 31.10.2022
PtJ-BIO GeneBank3.0-II -
Genomikbasierte Nutzbarmachung
genetischer Ressourcen im
Weizen für die
Pflanzenzüchtung
031B1300A-E 2.629.376,00 01.11.2022 31.10.2025
PtJ-BIO Maze - Verbesserung
quantitativer Merkmale durch
Erschließung genomischer
und funktionaler Diversität
aus Mais-Landrassen
031B0195A-J Das Projekt MAZE hat zum Ziel, Mais-
Landrassen als Quelle neuer Diversität
zugänglich zu machen. Dazu wird eine aus Flint-
Landrassen erstellte, einzigartige genetische
Ressource von doppelhaploiden Linien
umfassend charakterisiert. Mittels neu zu
entwickelnder probabilistischer und
bioinformatischer Methoden soll die
genomische Diversität der Ressource und damit
auch der Landrassen über Haplotypen
abgebildet werden.
4.055.269,00 01.10.2016 30.09.2019
PtJ-BIO Maze II - Verbesserung
quantitativer Merkmale durch
Erschließung genomischer
031B0882A-J 3.639.405,00 01.02.2020 31.01.2023
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
und funktionaler Diversität
aus Mais-Landrassen
PtJ-BIO Maze III - Verbesserung
quantitativer Merkmale durch
Erschließung genomischer
und funktionaler Diversität
aus Mais-Landrassen
031B1301A-J 2.807.843,00 01.02.2023 31.01.2025
PtJ-BIO Phasi-EPMS- Umweltbedingte
phasiRNAabhängige
männliche Sterilität in Mais –
Grundlagenerkenntnis für
zukünftige Anwendungen
031B1222 Das vorliegende Projekt adressiert die
momentane Wissenslücke bezüglich
umweltbedingter Pollen-Sterilität in
Zusammenhang mit sogenannten phasiRNAs,
speziellen kleinen nicht-kodierenden RNAs.
1973 wurde dieses Phänomen in Reis entdeckt
und seitdem für die Hybridzüchtung eingesetzt.
Nur langsam versteht man die molekularen
Grundlagen, die zu Defekten in der
Pollenproduktion führen. Auch in Mais wurde
kürzlich umweltbedingte Sterilität durch
phasiRNAs beschrieben. Mais eignet sich
besonders gut als Modell- und
Nutzpflanzensystem, um die Wissenslücke mit
Hilfe von speziellen Mutanten,
Sequenziertechnologien und ergänzender
Mikroskopie zu füllen.
510.220,00 01.09.2022 31.08.2025
Projektträger Projekt
Forschungs
kennzeichen
Forschungsgebiet
Gesamt
zuwendung Laufzeitbeginn Laufzeitende
PtJ-BIO BarEpiEdit - Epigenetisches
Editieren von
Immunitätsgenen zur
Verbesserung der
Krankheitsresistenz gegen
Pilzpathogene am Beispiel der
Gerste (Hordeum vulgare)
031B1232A-B Erstmalig wird im Projekt der molekulare
Mechanismus des transkriptionellen Gen-
Silencings(TGS) genutzt, um eine innovative,
umweltfreundliche Pflanzenschutztechnologie
zu entwickeln. Mittels eines modifizierten
CRISPR-dCas9-Systems werden Pflanzen-
Immunitätsgene epigenetisch editiert (EpiEdit)
und damit die Resistenz von Kultur- und
Nutzpflanzen gegenüber Pathogenen und
Krankheiten erhöht.
579.370,00 01.07.2022 30.06.2025
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333