Deutscher Bundestag Drucksache 20/13681
20. Wahlperiode 05.11.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Carolin Bachmann, Marc Bernhard,
Roger Beckamp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 20/13434 –
Beschleunigung in Genehmigung, Planung und Umsetzung zugunsten der Klima-
und Migrationspolitik
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung möchte den Ausbau der Windenergieanlagen, der
Solaranlagen, der Stromnetze (
www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/kli
maschutz/planungs-und-genehmigungsbeschleunigung/erneuerbare-netzausba
u-2194562) sowie der Infrastruktur zur Versorgung der Flüchtlinge
beschleunigen (
www.bmwsb.bund.de/Webs/BMWSB/DE/themen/stadt-wohnen/staedt
ebaurecht/fluechtlingsunterbringung/fluechtlingsunterbringung.html). Dazu
wurden beispielsweise folgende Gesetze und Gesetzesänderungen
beschlossen: das Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von
Windenergieanlagen an Land (
www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsver
fahren/Webs/BMWSB/DE/ExterneLinks/wind-an-land-gesetz.html), das
Gesetz zur Änderung des Raumordnungsgesetzes und anderer Vorschriften
(
www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsverfahren/Webs/BMWSB/
DE/rog-aend-g.html) und das Gesetz zur Stärkung der Digitalisierung im
Bauleitplanverfahren und zur Änderung weiterer Vorschriften (
www.bundesta
g.de/dokumente/textarchiv/2023/kw24-de-bauleitplanverfahren-950400).
Die Fragesteller interessieren sich für eine vollständige Übersicht aller
diesbezüglichen Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungen, Planung
und Umsetzung, wie z. B. Gesetzen und Gesetzesänderungen,
Durchführungsregelungen, Anreizsystemen etc., mindestens seit dem Jahr 2014.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung hat in der ihr zur Verfügung stehenden Zeit die
nachstehenden Informationen zusammengetragen. Ergänzend hierzu verweist sie auf
öffentlich verfügbare Informationen auf den Webseiten der Bundesregierung,
beispielsweise
www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/erneuerbare-energie
n.html (zuletzt abgerufen am 1. November 2024) und
www.bmwk.de/Redaktio
n/DE/Dossier/netze-und-netzausbau.html (zuletzt abgerufen am 1. November
2024).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz
vom 5. November 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche Maßnahmen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung insgesamt, mindestens jedoch seit dem Jahr
2014, getroffen, um den Ausbau der Windenergieanlagen zu
beschleunigen und zu vereinfachen (bitte in eine chronologische Reihenfolge bringen
und nach Genehmigungen, Planung und Umsetzung aufschlüsseln)?
a) Wie lautet der Titel der Maßnahme?
b) Welcher Art war die Maßnahme?
c) Wann trat die Maßnahme in Kraft?
d) Welche Normen waren davon betroffen?
Die jeweiligen Fragen 1a bis 1d werden nachstehendend spezifisch für den
Bereich Windenergie gemeinsam beantwortet.
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e) Wie beschreibt die Bundesregierung die Maßnahme?
Es wird auf die Bundestagsdrucksachen der jeweiligen Gesetzentwürfe,
abrufbar unter
www.bundestag.de/drucksachen, sowie auf die unter Nummer 9
(Vollzugsempfehlungen/Leitfäden) angebenden Links verwiesen.
f) Welche messbaren Effekte hatte die Maßnahme nach Kenntnis der
Bundesregierung im Allgemeinen und insbesondere in Bezug auf die
energiewirtschaftlichen Zielvorgaben des Erneuerbare-Energien-
Gesetzes?
Die Bundesregierung hat seit 2014 den Ausbau der erneuerbaren Energien
stetig vorangetrieben. Die einzelnen ergriffenen Maßnahmen können – auch
innerhalb der jeweiligen Energieträger – nicht isoliert betrachtet werden, sondern
sind im Gesamtkontext zu beurteilen. Insgesamt haben nach Ansicht der
Bundesregierung die genannten Maßnahmen zu einem beschleunigten und erhöhten
Ausbau der erneuerbaren Energien beigetragen.
Die Ausbauzahlen gehen dabei insbesondere in die nachstehenden Berichte ein:
a)
www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/zeitreihen-zur-entwicklu
ng-der-erneuerbaren-energien-in-deutschland-1990-2023.pdf?__blob=publi
cationFile&v=6 (Tabelle 4, S. 8/56; zuletzt abgerufen am 1.11.2024)
b)
www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/monitoringbericht-zu
m-ausbau-der-erneuerbaren-energien-im-strombereich-2023.pdf?__blob=pu
blicationFile&v=10 (zuletzt abgerufen am 1.11.2024)
2. Welche Maßnahmen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung insgesamt, mindestens jedoch seit dem Jahr
2014, getroffen, um den Ausbau der Solaranlagen zu beschleunigen und
zu vereinfachen (bitte in eine chronologische Reihenfolge bringen und
nach Genehmigungen, Planung und Umsetzung aufschlüsseln)?
a) Wie lautet der Titel der Maßnahme?
b) Welcher Art war die Maßnahme?
c) Wann trat die Maßnahme in Kraft?
d) Welche Normen waren davon betroffen?
Die jeweiligen Fragen 2a bis 2d werden nachstehendend gemeinsam
beantwortet.
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e) Wie beschreibt die Bundesregierung die Maßnahme?
Es wird auf die Bundestagsdrucksachen der jeweiligen Gesetzentwürfe,
abrufbar unter
www.bundestag.de/drucksachen, sowie auf den unter Nummer 4
angebenden Link verwiesen.
f) Welche messbaren Effekte hatte die Maßnahme nach Kenntnis der
Bundesregierung im Allgemeinen und insbesondere in Bezug auf die
energiewirtschaftlichen Zielvorgaben des Erneuerbare-Energien-
Gesetzes?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1f verwiesen.
3. Welche Maßnahmen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung insgesamt, mindestens jedoch seit dem Jahr
2014, getroffen, um den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen und zu
vereinfachen (bitte in eine chronologische Reihenfolge bringen und nach
Genehmigungen, Planung und Umsetzung aufschlüsseln)?
a) Wie lautet der Titel der Maßnahme?
b) Welcher Art war die Maßnahme?
c) Wann trat die Maßnahme in Kraft?
d) Welche Normen waren davon betroffen?
Die jeweiligen Fragen 3a bis 3d werden nachstehendend gemeinsam
beantwortet.
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e) Wie beschreibt die Bundesregierung die Maßnahme?
Es wird auf die Bundestagsdrucksachen der jeweiligen Gesetzentwürfe,
abrufbar unter
www.bundestag.de/drucksachen, verwiesen.
f) Welche messbaren Effekte hatte die Maßnahme nach Kenntnis der
Bundesregierung im Allgemeinen und etwaig in Bezug auf die
energiewirtschaftlichen Zielvorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes?
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz führt ein fortlaufendes
Controlling des Stromübertragungsnetzausbaus durch. Die Fortschritte beim
Ausbau des Stromübertragungsnetzes werden von der Bundesnetzagentur unter
www.netzausbau.de/Vorhaben/de.html (zuletzt abgerufen am 1.11.2024)
veröffentlicht.
4. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung Maßnahmen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller) getroffen, um den Ausbau der klimaneutralen
Wärmeversorgung zu beschleunigen und zu vereinfachen, und wenn ja, welche
sind das insgesamt, mindestens jedoch seit dem Jahr 2014 (bitte in eine
chronologische Reihenfolge bringen und nach Genehmigungen, Planung
und Umsetzung aufschlüsseln)?
a) Wie lautet der Titel der Maßnahme?
b) Welcher Art war die Maßnahme?
c) Wann trat die Maßnahme in Kraft?
d) Welche Normen waren davon betroffen?
Die jeweiligen Fragen 4a bis 4d werden nachstehendend gemeinsam
beantwortet.
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e) Wie beschreibt die Bundesregierung die Maßnahme?
Es wird auf die Bundestagsdrucksachen der jeweiligen Gesetzentwürfe,
abrufbar unter
www.bundestag.de/drucksachen, sowie auf die unter Nummer 4
(Vollzugsempfehlungen/Leitfäden) angebenden Links verwiesen.
f) Welche messbaren Effekte hatte die Maßnahme nach Kenntnis der
Bundesregierung im Allgemeinen und insbesondere in Bezug auf die
energiewirtschaftlichen Zielvorgaben des Wärmeplanungsgesetzes?
Zu Nummer 1: Die gesetzlichen Regelungen leisten einen Beitrag zum Ausbau
von Wärmenetztrassen mit einer Gesamtlänge von 500 bis 700 km pro Jahr.
Zu Nummer 2: Der Zeitraum seit Inkrafttreten ist zu kurz für messbare Effekte.
Zu Nummer 3: Nach dem Projektionsbericht des Umweltbundesamtes stellt das
Gebäudeenergiegesetz eins der beiden wirksamsten Instrumente dar zur
Emissionsminderung im Gebäudesektor, das im Zeitverlauf bis 2050 stark in seiner
Wirkung zunehmen wird (vgl. Umweltbundesamt, Treibhausgas-Projektionen
2024 – Ergebnisse kompakt, abrufbar hier).
Zu Nummer 4: Die BEW fördert Investitionsprojekt in die klimaneutrale
Wärmeinfrastruktur. Diese befinden sich noch in der Umsetzungsphase, so dass
konkrete Daten über die Wirkung noch nicht erhoben werden können.
5. Welche Maßnahmen (siehe Vorbemerkung der Fragesteller) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung insgesamt, mindestens jedoch seit dem Jahr
2014, getroffen, um den Ausbau der Infrastruktur für Flüchtlinge zu
beschleunigen und zu vereinfachen (bitte in eine chronologische Reihenfolge
bringen und nach Genehmigungen, Planung und Umsetzung
aufschlüsseln)?
a) Wie lautet der Titel der Maßnahme?
b) Welcher Art war die Maßnahme?
c) Wann trat die Maßnahme in Kraft?
d) Welche Normen waren davon betroffen?
Die jeweiligen Unterfragen 5a bis 5d werden nachstehend gemeinsam
beantwortet.
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3. Im Übrigen wird wie folgt geantwortet:
Maßnahmen für die Unterbringung und Versorgung geflüchteter Menschen sind
Angelegenheit der Länder. Wegen Maßnahmen zur Förderung einzelner
Gesichtspunkte, wie etwa der Asylverfahrensberatung oder der gesellschaftlichen
Integration, wird auf die ausnahmslos veröffentlichten Förderrichtlinien
hingewiesen, ansonsten auf bestehende gesetzliche Regelungen im Bundesrecht.
e) Wie beschreibt die Bundesregierung die Maßnahme?
Zu Nummer 1: Mit Maßnahme 1 wurden die Wertgrenzen für Direktaufträge
befristet angehoben, was eine Verfahrenserleichterung und -beschleunigung
beim Ausbau der Infrastruktur für Flüchtlinge ermöglicht. Die Maßnahmen 2
bis 5 beinhalten keine Rechtsanpassungen, sondern sind
Auslegungsrundschreiben des Bundeswirtschaftsministeriums oder des Bundesbauministeriums. Zu
den konkreten Regelungsinhalten und Auslegungshinweisen wird auf die
entsprechenden Fundstellen und Links verwiesen.
Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass allgemeine
Verfahrenserleichterungen im Vergaberecht (zum Beispiel) in der Vergaberechtsnovelle aus 2016, vgl.
BGBl. 2016 I S. 203 ff. und BGBl. 2016 I, S. 624 ff.) im Sinne einer
verfahrensrechtlichen Beschleunigung auch dem Ausbau der Infrastruktur für
Flüchtlinge zugutegekommen können.
Zu Nummer 2: Es wird auf die Bundestagsdrucksachen der jeweiligen
Gesetzentwürfe, abrufbar unter
www.bundestag.de/drucksachen, verwiesen.
f) Welche messbaren Effekte hatte die Maßnahme nach Kenntnis der
Bundesregierung?
Zu Nummer 1: Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse dazu vor,
inwieweit die genannten vergaberechtlichen Maßnahmen zu einem messbaren
Effekt geführt haben.
Zu Nummer 2: Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse zu messbaren
Effekten vor. Da sowohl Länder als auch kommunale Spitzenverbände für eine
Verlängerung der befristeten Regelungen eingetreten sind, geht die
Bundesregierung von ihrer Wirksamkeit aus.
6. Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung sichergestellt, dass die
Vereinfachungen und Beschleunigungen im Genehmigungsverfahren bei der
Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff (§ 249a des
Baugesetzbuchs – BauGB) zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung von Belangen
von Natur und Umwelt führen, da sich nach dem Verständnis der
Fragesteller die pauschalierenden Prüfinhalte im Planungsverfahren von denen
im Genehmigungsverfahren von konkreten Projekten an konkreten
Standorten unterscheiden?
§ 249a des Baugesetzbuches (BauGB) enthält Sonderregelungen zu den
Vorschriften über die privilegierte Zulässigkeit von Vorhaben im Außenbereich
(§ 35 BauGB). Konkret erfasst § 249a BauGB Vorhaben zur Herstellung und
Speicherung von Wasserstoff, die im Zusammenhang mit Anlagen für
erneuerbare Energien (Wind, Solarenergie) eingesetzt werden. Die Regelung stellt klar,
dass diese Vorhaben unter den darin genannten Voraussetzungen im Sinne des
§ 35 Absatz 1 BauGB privilegiert sind. Die Genehmigung konkreter Vorhaben
im Anwendungsbereich des § 249a BauGB erfolgt durch die zuständige
Genehmigungsbehörde. Diese prüft im Hinblick auf mögliche entgegenstehende
öffentliche Belange (§ 35 Absatz 1 zweiter Halbsatz BauGB) unter anderem, ob
das Vorhaben schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann (§ 35
Absatz 3 Nummer 3 BauGB) oder Belange des Naturschutzes und der
Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche
Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts-
und Landschaftsbild verunstaltet (§ 35 Absatz 3 Nummer 5 BauGB). Damit
wird sichergestellt, dass genehmigte Wasserstoffvorhaben im
Anwendungsbereich von § 249a BauGB die Belange des Umweltschutzes und des
Naturschutzes nicht wesentlich beeinträchtigen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333