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Kleine AnfrageWahlperiode 21Noch nicht beantwortet

Perspektiven und Zukunft des Future Combat Air System nach Beendigung des Teilprojekts New Generation Fighter

Diese Kleine Anfrage von AfD gehört zur 21. Wahlperiode und hat den Stand „Noch nicht beantwortet“.

Fraktion

AfD

Datum

17.08.2026

Aktualisiert

18.08.2026

Offizielle Quellen und Volltext

Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.

Deutscher BundestagDrucksache 21/760317.08.2026

Perspektiven und Zukunft des Future Combat Air System nach Beendigung des Teilprojekts New Generation Fighter

der Abgeordneten Dr. Daniel Zerbin, Jan Ralf Nolte und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Das Vorhaben New Generation Fighter NGF war mitunter ein Bestandteil des FCAS-Projekts aus deutscher, französischer und spanischer Kooperation. Jedoch scheiterte es aufgrund einer deutsch-französischen Disharmonie industrieller Konflikte und nationaler Interessen sowie differenzierter militärischer Ausrüstungsvoraussetzungen (https://esut.de/2026/06/meldungen/71514/fcas-gescheitert-was-das-ende-des-deutsch-franzoesischen-kampfflugzeugs-fuer-europa-bedeutet/). Zentral dabei war der französische Wunsch nach einem nuklearfähigen und flugzeugträgergestützten Kampfflugzeug (www.welt.de/politik/deutschland/article6a26d4faf1ea924ca06cc925/fcas-scheitern-milliardenprojekt-der-europaeischen-ruestungskooperation-am-ende.html), wohingegen sich Deutschland auf die Landes- und Bündnisverteidigung mit längeren Reichweiten fokussierte. Trotz dieses Scheiterns werden bestehende Programme wie die unbemannten Systeme (Remote Carrier), die Vernetzung (Air Combat Cloud) und das New Generation Weapon System NGWS, als Kernelement, weiterhin verfolgt. Durch das Scheitern des Leuchtturmprojekts entsteht Europa ein sicherheitspolitischer Schaden und wirft dieses entwicklungstechnisch, im Vergleich zur Konkurrenz, weit zurück (https://esut.de/2026/06/meldungen/71514/fcas-gescheitert-was-das-ende-des-deutsch-franzoesischen-kampfflugzeugs-fuer-europa-bedeutet/). Das FCAS-Scheitern statuiert ein Exempel für die Komplexität multinationaler Abkommen und der Abgleich nationaler, militärischer und industrieller Positionen. Besonders die Autonomieabsichten und die europäische Verteidigungsintegrationen sind betroffen.

Infolgedessen ist es unabwendbar eine Stellungnahme, bezüglich grundlegender Fragen in Bereichen der entstandenen Kostenaufwendung und Meilensteine, (Neu-)Orientierung und (alternativer) Kooperationsbereitschaft, ggfs. potenzieller Anpassungsbedarf, etc., zu veranlassen.

Darüber hinaus ist ungeklärt, welche Folgen sich durch die Veränderungen auf die Entwicklung, Exportfähigkeit und möglichen Beschaffungszahlen, Einbindung alternativer Projekte sowie auf die allgemeine europäische Kampfflugzeugentwicklung auswirken.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen9

1

Welche Auswirkung hat das Scheitern des NGF-Teilprojekts auf bestehende Vereinbarungen innerhalb und außerhalb von FCAS (bitte konkretisieren, welche Vereinbarungen betroffen sind)?

a) Welche rechtlichen, finanziellen und vertraglichen Konsequenzen gehen mit dem Scheitern einher?

b) Was geschieht mit den bereits erwirtschafteten Ressourcen/ Aufwendungen und werden diese anderweitig eingeplant?

c) Welche Leistungen sind diese konkret?

d) Welche Nutzerrechte ergeben sich aus den beanstandeten Leistungen (Komponenten, Daten, Technik, Software und Simulationen, Lizenzen etc.)?

e) Wäre eine Angliederung der Leistungen in bestehende und ggfs. zukünftige Projekte möglich und denkbar? Wenn ja, wie?

f) Welche der o. g. Leistungen befinden sich derzeit im deutschen Besitz, welche sind ausstehend und wieso?

2

Wie wahrscheinlich ist das Scheitern des parallelen Projekts Main Ground Combat System MGCS auf Basis der anhaltenden Interessenkonflikte?

a) Was wird derzeitig unternommen, um ein frühzeitiges Aussteigen Frankreichs zu verhindern?

b) Gibt es Tendenzen welche Ausführung aus den bestehenden Optionen von Deutschland und Frankreich jeweils favorisiert wird?

c) Welche MGCS-Alternativen werden in Erwägung gezogen?

3

Welche Komponenten des FCAS-Projekts werden in welchen Länder- Konstellationen weitergeführt und welche Komponenten werden mit anderen Partnern oder ggfs. gar nicht fortgeführt (bitte aufschlüsseln)?

a) Welcher Zeitplan wird für die einzelnen Kernelemente in Bezug auf Demonstrationen und erstmaliger, teilweiser sowie vollständiger Einsatzbefähigung anvisiert?

b) Wie verteilt sich die länderspezifische Arbeitsteilung insbesondere der nationalen Industrien?

4

Welchen Beitritt zu alternativen Kampfflugzeugentwicklungen der 6. Generation zieht die Bundesregierung derzeit in Erwägung (GCAP, Saab, etc.) oder wird es in Erwägung gezogen eine Alternative national zu entwickeln?

a) An welche industriellen, finanziellen und zeitlichen Kriterien ist diese Entscheidung angebunden?

b) Wird Deutschland als „Nachzügler“ in eine sekundäre Rolle fallen? Wenn ja, wie wird damit umgegangen oder dies ggfs. verhindert?

c) Wie kann eine faire Arbeitsteilung garantiert werden?

d) Wie kann eine Interkompatibilität zwischen den FCAS-Fragmenten und der alternativen Kampfflugzeugentwicklung garantiert werden und wem wird diese Aufgabe zugeordnet?

e) Welchen Bedarf identifiziert die Bundesregierung an Kampfflugzeugen?

5

Wie will die Bundesregierung die derzeitig entstandene Fähigkeitslücken schließen und welche potenziellen Entwicklungen von vorhandenen Elementen wird beabsichtigt?

a) Inwieweit können die Weiterentwicklungen bestehender Systeme (Bsp. F‑35A und Eurofighter) in das NGWS integriert werden?

b) Gibt es Risiken in Bezug auf Daten-, Lizenz- und Softwarenutzungen?

c) Welche Freigaben seitens Amerika werden benötigt, um eine einwandfreie Funktionalität amerikanischer Technik und des Gesamtsystems zu erreichen?

d) Welche Risiken der Interoperabilität zwischen F‑35A und zukünftigen unbemannten Flugsystemen (CA‑1) können identifiziert werden?

6

Wie realistisch ist der Einsatz eines Gesamtkampfsystems bis 2040 auf Basis aktueller Datenlage?

7

Ist das Vorhaben eines multinationalen Rüstungsprojekts langfristig exportfähig?

a) Welche infrastrukturellen und exportrechtlichen Bedingungen müssen hierzu beachtet werden?

b) Wie bewertet die Bundesregierung das parallele Bestehen mehrerer Kampfflugzeuglinien unter aktuellen europäischen Bedingungen?

8

Welche Gespräche wurden seit dem Scheitern mit der spanischen Regierung geführt und wie positionieren sich Deutschland und Spanien jeweils?

9

Wie wird der Combat Fighter System Nucleus CFSN in das vorhandene FCAS-Projekt integriert oder wird dieses durch CFSN abgelöst?

a) Welche Systembestandteile umfasst das CFSN?

b) Welche Fähigkeiten werden hierdurch abgebildet?

c) Wie viele CFSN-Stufen werden beabsichtig und worin unterscheiden sich diese in der Tiefe?

Berlin, den 21. Juli 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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