Deutscher Bundestag Drucksache 21/8528
21. Wahlperiode 13.10.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Swantje Henrike Michaelsen,
Tarek Al-Wazir, Victoria Broßart, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/7924 –
Hitzebedingte Schäden an der Verkehrsinfrastruktur
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Hitzewellen in diesem Sommer brachte in Deutschland
Temperaturrekorde mit bis zu 41,8 Grad Celsius. Die Extremtemperaturen hatten dramatische
Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur und damit auf den Alltag vieler
Menschen genauso wie auf das Funktionieren der Wirtschaft.
Die extreme Hitze führte zum Aufplatzen von Autobahnen mit Beton-
Fahrbahndecke („blow-ups“) und zur Bildung von Spurrinnen, Verdrückungen
oder Aufwölbungen auf Autobahnen aus Asphalt. Auf der Bundesautobahn 1
(A 1), der A 2, der A 14 und der A 115 waren Vollsperrungen von Abschnitten
nötig. Auf zahlreichen weiteren Autobahnabschnitten führten Hitzeschäden zu
Fahrstreifensperrungen oder machten Tempolimits notwendig (
www.autobah
n.de/aktuelles/aktuell/hitzeschaeden-autobahn-gmbh-hat-gefaehrdete-abschnitt
e-im-blick). In mehreren Städten hat die Hitze Straßenbahnlinien zum
Erliegen gebracht, weil geschmolzene Fugenmasse einen sicheren Betrieb
verhinderte. Auch die Bahn war massiv von der extremen Hitze betroffen: Während
der Hitzewelle Ende Juni 2026 mussten hunderte Menschen aus
liegengebliebenen Zügen evakuiert werden. Die Bahn rief die Menschen dazu auf, die
Bahn nicht zu nutzen, Fahrkarten konnten zurückgegeben werden. Über den
gesamten Sommer kam es hitzebedingt zu teilweise erheblichen Verspätungen.
An den Flughäfen in Hamburg, Hannover und Mannheim kam es zu
Störungen, weil durch die Hitze die Start- und Landebahnen beschädigt worden
waren.
Schäden an der Verkehrsinfrastruktur infolge der extremen Hitze ziehen
erhebliche volkswirtschaftliche Kosten nach sich, wie etwa Reparaturkosten,
höhere Transportkosten für Unternehmen, Störung von Betriebsabläufen und
Lieferketten, Produktivitätsverluste durch Verzögerungen im Personen- und
Güterverkehr. Während es erste Abschätzungen zu den gesamten
volkswirtschaftlichen Schäden des Hitzesommers gibt (
www.greenpeace.de/klimaschut
z/klimakrise/kosten-der-hitze-so-teuer-war-der-extremsommer-2026) ist
unklar, welche Kosten durch Hitzeschäden an der Verkehrsinfrastruktur in
Deutschland entstanden sind und in welchem Umfang künftige Schäden durch
unzureichende Prävention und nicht klimaresiliente Verkehrsinfrastruktur
drohen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 12. Oktober 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. An wie vielen Tagen kam es nach Kenntnis der Bundesregierung im Jahr
2026 bisher zu Vollsperrungen von Bundesautobahnen aufgrund von
hitzebedingten Schäden (bitte Autobahn, Autobahnabschnitt, Ursache des
Schadens und Dauer der Sperrung auflisten)?
2. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher zu Sperrungen von
Fahrbahnen oder Fahrstreifen auf Bundesautobahnen aufgrund von
hitzebedingten Schäden (bitte Autobahn, Autobahnabschnitt, Ursache des
Schadens und Dauer der Sperrung auflisten)?
4. Wie viele hitzebedingte Schadensereignisse an Bundesautobahnen
wurden in den Jahren von 2006 bis 2026 jeweils registriert (bitte nach Jahren
aufschlüsseln und zusätzlich die Zahl der betroffenen
Autobahnabschnitte, die betroffene Streckenlänge und die Zahl der Sperrtage angeben)?
Die Fragen 1, 2 und 4 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Bereich der Bundesautobahnen liegen der Bundesregierung folgende
Angaben zu Streckenabschnitten mit hitzebedingten Schäden vor. Diese umfassen
sowohl Streckenabschnitte mit Beton- als auch mit Asphaltfahrbahnen.
Meldungen zur betroffenen Streckenläge sowie die Anzahl der Sperrtage liegen
nicht vor.
Jahr Anzahl Autobahnabschnitte mit hitzebedingten
Schäden
2006 bis 2012 keine Meldungen
2013 30
2014 18
2015 19
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 102 der Abgeordneten Michaelsen auf Bundestagsdrucksache 21/6834
verwiesen.
3. Wie viele Ausfälle von Telematikanlagen (Verkehrs- und
Streckenbeeinflussungsanlagen), Verkehrsüberwachungsanlagen und zugehöriger
Sensorik gab es bisher im Jahr 2026 an Bundesautobahnen?
Nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes liegen keine Meldungen über
hitzebedingte Ausfälle von Telematikanlagen (Verkehrs- und
Streckenbeeinflussungsanlagen), Verkehrsüberwachungsanlagen und zugehöriger Sensorik im
Jahr 2026 an Bundesautobahnen vor.
5. Welche Kosten sind dem Bund in den Jahren von 2006 bis 2026 jeweils
durch die Beseitigung hitzebedingter Schäden an Bundesautobahnen
entstanden (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
6. Welche Kosten entstanden dem Bund im Jahr 2026 bisher durch
hitzebedingte Schäden an Bundesautobahnen für Verkehrssicherung,
Umleitungen, Notmaßnahmen und sonstige unmittelbar mit den Schäden
zusammenhängende Maßnahmen?
Die Fragen 5 und 6 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Angaben zu Kosten der Schadensbeseitigung werden nicht separat erfasst,
sondern sind Bestandteil der Maßnahmen der baulichen Erhaltung des
Bundesautobahnnetzes.
7. Welche Methodik hält die Bundesregierung für geeignet, um die
volkswirtschaftlichen Kosten hitzebedingter Schäden an Bundesautobahnen zu
quantifizieren, und liegen der Bundesregierung entsprechende
Modellierungen oder Berechnungen vor?
8. Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten nach Kenntnis der
Bundesregierung, die durch hitzebedingte Einschränkungen des Verkehrs auf
Bundesautobahnen entstanden sind?
Die Fragen 7 und 8 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Hitzebedingte Schäden an den Fahrbahnen der Bundesautobahnen sind
Einzelfälle und sind kein flächendeckend auftretendes Phänomen. Es kommt in der
Regel nur zu kurzen Beeinträchtigungen. Betroffen sind insbesondere ältere,
vorgeschädigte und sehr stark belastete Streckenabschnitte in Verbindung mit
sehr starker Hitzeeinwirkung über einen längeren Zeitraum. Generell werden
diese Bereiche aufgrund ihres Zustands bei der Umsetzung von Erhaltungs-
und Erneuerungsmaßnahmen besonders berücksichtigt.
9. Welche Maßnahmen werden derzeit ergriffen, um Bundesautobahnen
gegenüber künftig häufiger und intensiver auftretenden Hitzeperioden
resilienter zu machen (bitte zwischen baulichen, technischen und
betrieblichen Maßnahmen unterscheiden)?
10. Wie hoch waren die Ausgaben des Bundes für Maßnahmen zur
Anpassung der Bundesautobahnen an steigende Temperaturen in den Jahren
von 2006 bis 2026 jeweils (bitte nach Jahren und, soweit möglich, nach
Art der Maßnahme aufschlüsseln)?
11. Bei wie vielen Kilometern Bundesautobahnen wurden seit 2006
Fahrbahnen präventiv angepasst, um hitzebedingte Schäden zu vermeiden,
und welche zusätzlichen Kosten sind dadurch entstanden (bitte nach
Jahren aufschlüsseln)?
Die Fragen 9 bis 11 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Zur Vermeidung von hitzebedingten Schäden im Bereich der
Bundesautobahnen wurden in den vergangenen Jahren die Konstruktionsstandards für
Betonfahrbahnen verbessert, um insbesondere Verschiebungen von Betonplatten
oder Blow-ups zu verhindern. Im Rahmen der Erhaltung wird der Bestand
sukzessive ersetzt. Dies betrifft auch Bereiche, in den es in der Vergangenheit zu
hitzebedingten Schäden gekommen ist. Die aktuellen Fahrbahnkonstruktionen
aus Beton sind deutlich unempfindlicher gegenüber extremer Hitze. Angaben
zu Einzelprojekten mit einem ausschließlichen Anpassungsziel gegen
Hitzeeinwirkung sowie deren Kosten werden nicht gesondert kategorisiert und im
Rahmen der Bestandserhaltung nicht separat erfasst.
12. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher zu Vollsperrungen von
Bundesstraßen aufgrund von hitzebedingten Schäden (bitte Bundesland,
Bundesstraße, Bundesstraßenabschnitt, Ursache des Schadens und Dauer
der Sperrung auflisten)?
13. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher zu Sperrungen von
einzelnen Fahrbahnen oder Fahrstreifen auf Bundesstraßen aufgrund von
hitzebedingten Schäden (bitte Bundesland, Bundesstraße,
Bundesstraßenabschnitt, Ursache des Schadens und Dauer der Sperrung auflisten)?
14. Wie viele hitzebedingte Schadensereignisse an Bundesstraßen wurden in
den Jahren von 2006 bis 2026 jeweils registriert (bitte nach
Bundesländern und Jahren aufschlüsseln)?
15. Welche Kosten sind in den Jahren von 2006 bis 2026 jeweils durch die
Beseitigung hitzebedingter Schäden an Bundesstraßen entstanden (bitte
nach Jahren aufschlüsseln)?
16. Welche Methodik hält die Bundesregierung für geeignet, um die
volkswirtschaftlichen Kosten hitzebedingter Schäden an Bundesstraßen zu
quantifizieren, und liegen der Bundesregierung entsprechende
Modellierungen oder Berechnungen vor?
17. Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten nach Kenntnis der
Bundesregierung, die durch hitzebedingte Einschränkungen des Verkehrs auf
Bundesstraßen entstanden sind?
18. Welche Maßnahmen werden derzeit ergriffen, um Bundesstraßen
gegenüber künftig häufiger und intensiver auftretenden Hitzeperioden
resilienter zu machen (bitte zwischen baulichen, technischen und betrieblichen
Maßnahmen unterscheiden)?
19. Wie hoch waren die Ausgaben des Bundes für Maßnahmen zur
Anpassung der Bundesstraßen an steigende Temperaturen in den Jahren von
2006 bis 2026 jeweils (bitte nach Jahren und, soweit möglich, nach Art
der Maßnahme aufschlüsseln)?
20. Bei wie vielen Kilometern Bundesstraßen wurden seit 2006 Fahrbahnen
präventiv angepasst, um hitzebedingte Schäden zu vermeiden, und
welche zusätzlichen Kosten sind dadurch entstanden (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
Die Fragen 12 bis 20 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die regelmäßige Aktualisierung des technischen Regelwerkes, um die
Bauweisen an die geänderten Anforderungen anzupassen, gilt analog zu den
Bundesautobahnen für die Bundesstraßen.
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 103 der Abgeordneten Michaelsen auf Bundestagsdrucksache 21/6834
verwiesen.
21. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher ergriffen, um in
Umsetzung der Deutschen Klimaanpassungsstrategie an den
Klimawandel (DAS) die Resilienz der Bundesfernstraßen zu erhöhen (bitte nach
Bundesautobahnen und Bundesstraßen differenzieren)?
Die Bundesregierung hat im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an
den Klimawandel (DAS 2024) und des Bundes‑Klimaanpassungsgesetzes
zentrale Maßnahmen eingeleitet, um die Resilienz der Bundesfernstraßen
gegenüber Hitze, Starkregen, Hochwasser, Dürre und Extremwetter zu erhöhen. Die
Maßnahmen reichen von technischen Anpassungen (Entwässerung, Beläge,
Bauwerksnormen) über ökologische und planerische Aktivitäten (Vegetation,
Auen, Trassenwahl) bis hin zu systemischen Instrumenten (Monitoring,
Frühwarnsysteme, gesetzliche Verpflichtungen). Die Umsetzung erfolgt durch die
Autobahn GmbH des Bundes für die Bundesautobahnen und durch die Länder
für die Bundesstraßen.
22. Wie hoch waren die verausgabten Mittel für die in Frage 21 genannten
Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Bundesfernstraßen jeweils
(bitte pro Jahr angeben)?
Für Maßnahmen zur Erhöhung der Resilienz der Bundesfernstraßen werden
keine gesonderten Haushaltsmittel ausgewiesen.
Die Finanzierung erfolgt integriert innerhalb der allgemeinen Investitions‑ und
Erhaltungsprogramme für Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Hitzeschutz
und Klima-/Hitzeresilienz werden bei allen Investitionen angemessen
berücksichtigt. Eine jährliche, zweckgebundene Mittelaufstellung liegt daher nicht
vor.
23. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher zu Niedrigwasser
(Wasserstand eines Gewässers, wenn er signifikant unter dem langjährigen
Durchschnitt [dem Mittelwasser] liegt) an Rhein, Main, Mosel, Neckar,
Donau, Elbe, Weser, Saar und Oder (bitte tabellarisch auflisten)?
Die nachfolgende Auswertung wurde für die freifließenden Abschnitte der
Binnenschifffahrtsstraßen Rhein, Donau, Elbe, Weser und Oder vorgenommen. Die
Bundeswasserstraßen Main, Mosel, Neckar und Saar wurden nicht
berücksichtigt, da die Schifffahrt dort aufgrund der Stauregelung nicht durch
Niedrigwasser beeinträchtigt war. Als Bewertungsgröße wurde der Abfluss herangezogen,
da dieser das verfügbare Wasserdargebot besser abbildet. Als Schwellenwert
diente der gewässerkundlich etablierte mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ),
um signifikante Unterschreitungen des langjährigen Niedrigwasserzustands
darzustellen. Die angegebenen Tage beziehen sich daher auf Zeiträume, in
denen der Abfluss unter dem jeweiligen MNQ lag. Stand der Daten: 10.
September 2026
Niedrigwassertage 2026 an repräsentativen Pegeln an freifließenden
Bundeswasserstraßen
Messstellenname Gewässer Summe MNQ
[m3/s]Niedrigwassertage
(<MNQ)
seit 01.01.2026
Pfelling Donau 77 187,98
Hofkirchen Donau 85 301,57
Dresden Elbe 69 105,22
Magdeburg Strombrücke Elbe 109 213,48
Wittenberge Elbe 99 247,09
Eisenhüttenstadt Oder 99 112,72
Hohensaaten Finow Oder 111 226,86
Maxau Rhein 59 609,29
Kaub Rhein 70 825,58
Duisburg-Ruhrort Rhein 73 1053,56
Hann. Münden Weser 48 39,82
Vlotho Weser 47 62,45
Intschede Weser 59 107,95
24. An wie vielen Tagen im Jahr 2026 war auf den in Frage 23 genannten
Bundeswasserstraßen der Schiffsverkehr nur eingeschränkt möglich
(bitte tabellarisch auflisten)?
25. An wie vielen Tagen im Jahr 2026 war auf den in Frage 23 genannten
Bundeswasserstraßen kein Schiffsverkehr möglich (bitte tabellarisch
auflisten)?
26. An wie vielen Tagen war in den Jahren von 2006 bis einschließlich 2025
auf den in Frage 23 genannten Bundeswasserstraßen kein Schiffsverkehr
möglich (bitte tabellarisch auflisten)?
Die Fragen 24 bis 26 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Schifffahrt orientiert ihre Ladungsmengen an den aktuell gegebenen
Wassertiefen. Es gibt keine Regelungen über Verkehrsbeschränkungen (und damit
Einschränkungen der Schifffahrt) unterhalb bestimmter Wasserstände. Anders
als bei hohen Wasserständen gibt es für Niedrigwasserstände keine formale
Einstellung der Schifffahrt. Ob bzw. wie lange mit welchem Tiefgang und mit
welchen Ladungsmengen die Schifffahrt verkehrt, ist eine unternehmerische
Entscheidung.
27. Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten des Niedrigwassers an
den in Frage 23 genannten Wasserstraßen nach Einschätzung der
Bundesregierung (bitte tabellarisch auflisten), und wenn dies der
Bundesregierung nicht bekannt ist, wann werden diese Daten vorliegen?
Die Bundesregierung hat keine eigenen Analysen der volkswirtschaftlichen
Kosten des Niedrigwassers durchgeführt. Entsprechende Untersuchungen
liegen vom Institut für Weltwirtschaft, Kiel sowie dem ifo Institut für
Wirtschaftsforschung, München vor.
28. Welche Unternehmen waren vom Niedrigwasser 2026 in Deutschland
betroffen?
Betroffen sind die Unternehmen, die mit Vorprodukten über die vom
Niedrigwasser betroffenen freifließenden Wasserstraßen beliefert werden oder deren
Endprodukte über diese Wasserstraßen abtransportiert werden. Die betroffenen
Güter sind insbesondere den Bereichen chemische Erzeugnisse,
Mineralölerzeugnisse, Erze, Steine und Erden sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse
zuzuordnen.
29. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher ergriffen, um in
Umsetzung der DAS bessere Transport- und Logistikbedingungen an den
Bundeswasserstraßen bei Niedrigwasser zu erreichen, und wie hoch
waren die verausgabten Mittel für diese Maßnahmen jeweils (bitte pro Jahr
angeben)?
Die für den Verkehrsbereich und die Bundeswasserstraßen relevanten
Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind in Deutsche
Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 (DAS 2024) im Cluster Infrastruktur
aufgeführt. Die Maßnahmen orientieren sich u. a. am 2019 vom
Bundesministerium für Verkehr zusammen initiierten Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“.
Die kurzfristigen Maßnahmen des Aktionsplans wurden bereits umgesetzt.
Durch die vierzehn‑Tage- und sechs‑Wochen‑Wasserstandsvorhersagen der
Bundesanstalt für Gewässerkunde an Rhein, Donau und Elbe wird eine
effiziente Logistik unterstützt. Seit Juli 2026 steht mit dem
Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS) erstmals ein bundesweites, einheitliches Lagebild zu
Niedrigwasser zur Verfügung. Zudem wurde der Dienst für klimabezogene
Planungs- und Entscheidungsgrundlagen (DAS-Basisdienst „Klima & Wasser“)
etabliert. Dieser dient unter anderem der Wasserstraßen- und
Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), den Aspekt Klimawandel systematisch in
Planungsvorgänge zu integrieren. Des Weiteren bereitet das Bundesministerium
für Verkehr die Verlängerung der Förderung zur Niedrigwasseroptimierung von
Binnenschiffen vor. Bei den Infrastrukturprojekten an Rhein und Donau werden
entsprechende Meilensteine sukzessive erreicht.
30. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher ergriffen, um in
Umsetzung der Deutschen Klimaanpassungsstrategie an den
Klimawandel die Resilienz der Gleisanlagen zu erhöhen?
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Resilienz der
Bundesschienenwegeinfrastruktur gegenüber drohenden Schäden aufgrund von
Starkregen, Hochwasser, Hitze, Dürre, Sturm und gravitativen
Massenbewegungen zu erhöhen sowie wetter- und witterungsbedingte Unfälle zu
verringern. So enthält die von der Bundesregierung im Dezember 2024
beschlossenen Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024
(Klimaanpassungsstrategie) Maßnahmen, die sich auf die Anpassung der
Schieneninfrastruktur an den Klimawandel beziehen. Diese Maßnahmen wurden mit der
Deutschen Bahn AG (DB AG) und dem Deutschen Zentrum für
Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt (DSZF) abgestimmt.
31. Wie hoch waren die verausgabten Mittel zur Erhöhung der Resilienz auf
Gleisanlagen im Rahmen der DAS?
Im Rahmen der DAS 2024 werden der DB AG durch die Bundesregierung
keine zusätzlichen Mittel zur Erhöhung der Resilienz auf Gleisanlagen
bereitgestellt. Nach Auskunft der DB AG werden Mittel zur Erhöhung der Resilienz
auf Gleisanlagen nicht separat ausgewiesen. Allerdings leistet jede Erneuerung
und Modernisierung der Schieneninfrastruktur auf den heutigen Stand der
Technik und nach geltendem Regelwerk einen Beitrag zur Erhöhung der
Resilienz der Infrastruktur.
32. Welche Förderprogramme gibt es für Kommunen und Verkehrsverbünde,
um bestehende, nichtklimatisierte Fahrzeuge des öffentlichen
Personennahverkehrs (ÖPNV) durch klimatisierte, hitzeresistente Fahrzeuge zu
ersetzen (bitte Haushaltstitel nennen)?
33. Plant die Bundesregierung neue Förderprogramme, um den Ländern und
Kommunen beim Aufbau eines klima- und hitzeresilienten ÖPNV zu
helfen?
Frage 32 und 33 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Bundesregierung stellt den Ländern Regionalisierungsmittel zur
Verfügung, die von den Ländern in eigener Verantwortung für Zwecke des
öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) eingesetzt werden. Im Jahr 2026 belaufen
sich diese Mittel auf 11,9 Mrd. Euro. Aus diesen Regionalisierungsmitteln
können klimatisierte und hitzeresistente Fahrzeuge für den ÖPNV finanziert
werden.
34. Gibt es seitens der Bundesregierung einen Leitfaden oder Vorgaben zur
Klimaresilienz im ÖPNV, und wo ist dieser abrufbar?
Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen des Forschungsprogramms
Stadtverkehr (FoPS) das Projekt „Klima-Anpassungsstrategie für den ÖPNV“
(VB710107). Das Ziel des Projekts ist es, einen Handlungsleitfaden mit
Vorschlägen zu erarbeiten, um den ÖPNV gegenüber Klimawandelfolgen und
Extremwetterereignissen resilienter aufzustellen.
35. Wie viele mängelbedingte Langsamfahrstellen traten in den Monaten
Juni, Juli und August 2026 im Netz der Deutschen Bahn (DB) InfraGO auf
(bitte alle betreffenden Langsamfahrstellen in Bundesländer untergliedert
nach Streckennummer, Streckenkilometer, Zeitpunkt der erstmaligen
Geschwindigkeitsreduzierung, Betrag der Geschwindigkeitsreduzierung,
Dauer und Ursache auflisten)?
36. Wie viele mängelbedingte Langsamfahrstellen traten in den Jahren von
(einschließlich) 2015 bis (einschließlich) 2025 in den Monaten Juni, Juli
und August im Netz der DB InfraGO auf (bitte alle betreffenden
Langsamfahrstellen in Bundesländer untergliedert nach Streckennummer,
Streckenkilometer, Zeitpunkt der erstmaligen
Geschwindigkeitsreduzierung, Betrag der Geschwindigkeitsreduzierung, Dauer und Ursache
auflisten)?
37. Wie viele mängelbedingte Langsamfahrstellen traten in den
Gesamtjahren von (einschließlich) 2015 bis (einschließlich) 2025 im Netz der
DB InfraGO auf (bitte alle betreffenden Langsamfahrstellen in
Bundesländer untergliedert nach Streckennummer, Dauer und Ursache
auflisten)?
40. Wie viele Störfälle an der Bahninfrastruktur aufgrund von
Extremwetterlagen wurden seitens der DB InfragoGO (DB Netz) seit 2017 erfasst
(bitte nach Jahren, Art des Störfalls und Ursachen getrennt auflisten)?
45. Wie viele Gleisstopfmaschinen und andere notwendige technische Geräte
stehen zur Behebung von kurzfristig behebbaren Ursachen für
mängelbedingte Langsamfahrstellen bundesweit zur Verfügung (bitte
gegebenenfalls auch getrennt aufseiten der DB InfraGO bzw. DB Bahnbau und
Drittfirmen zur Verfügung stehende Kapazitäten eingehen)?
46. Wie lange dauert durchschnittlich die Behebung des ursächlichen
Mangels für eine mängelbedingte Langsamfahrstelle (bitte getrennt nach
Ursachen und Jahren zwischen einschließlich 2015 und 2026 auflisten)?
49. Wie viele Böschungsbrände an Bundesschienenwegen wurden in den
Jahren von 2006 bis 2026 jeweils registriert, und welche
Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs waren damit jeweils verbunden
(beispielsweise in Stunden oder Anzahl betroffener Züge)?
Die Fragen 35 bis 37, 40, 45, 46 und 49 werden aufgrund des
Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.
Nach sorgfältiger Abwägung ist die Bundesregierung zu der Auffassung
gelangt, dass die Beantwortung einzelnen Fragen nicht öffentlich erfolgen kann.
Die Verkehrsinfrastruktur stellt einen wichtigen Baustein der Resilienzfähigkeit
der Bundesrepublik Deutschland im Krisen- und Katastrophenfall dar. In
Anbetracht der sich in den letzten Jahren sowohl global als auch in Deutschland
zunehmend verschärfenden Sicherheitslage würde durch die Veröffentlichung der
Daten ein Sicherheitsrisiko entstehen, weil dadurch gezielte Sabotagen und
Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht würden. Der Deutsche Bundestag
hat am 28. Januar 2026 in einem Entschließungsantrag auf
Bundestagsdrucksache 21/3906 verschärfte Transparenzregeln zum Schutz Kritischer
Infrastrukturen von der Bundesregierung eingefordert. Der Beschluss fordert einen
zeitgemäßen Umgang mit bestehenden Transparenz- und Informationspflichten.
Infolge einer Abwägung der Informationsrechte des Deutschen Bundestags mit
den Belangen des Staatswohls der Bundesrepublik Deutschland sind die
erbetenen Informationen als „VS-Vertraulich“ geheimhaltungsbedürftig
eingestuft und in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages hinterlegt*.
38. Welche Kosten sind durch mängelbedingte Langsamfahrstellen und
deren Behebung seit 2015 entstanden (bitte nach Jahren getrennt
auflisten)?
39. Welche volkswirtschaftlichen Kosten entstanden durch mängelbedingte
Langsamfahrstellen seit 2015, beispielsweise durch nicht mehr fahrbare
Fahrplankonzepte, verpasste Anschlüsse oder verspätet bzw. nicht
verkehrende Güterzüge (bitte nach Jahren getrennt aufschlüsseln)?
Die Fragen 38 und 39 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor, da die DB InfraGO
AG die Kosten nicht in der erfragten Form erfasst.
41. Welches Verfahren greift bei einer Meldung eines Gleislagefehlers durch
einen Triebfahrzeugführer oder durch andere Beteiligte?
Nach Angaben der DB InfraGO AG erfolgt die Meldung über die betrieblichen
Kommunikationswege an den zuständigen Fahrdienstleiter bzw. die
Betriebsleitstellen. Da es sich um einen potenziell sicherheitsrelevanten
Infrastrukturmangel handelt, veranlasst der Fahrdienstleiter unverzüglich die Entstörung
über die „Entstörungsveranlassende zuständige Stelle“. Diese bewertet den
Sachverhalt und leitet erforderliche betriebliche Sicherungsmaßnahmen ein,
beispielsweise Langsamfahrstellen, Sperrungen oder eine unverzügliche
technische Überprüfung vor Ort.
42. Ist der Oberbau (Gleise, Weichen, Schotterbett) im neu gebauten oder
neu sanierten Zustand von Bahnstrecken der DB InfraGO für
Extremtemperaturen wie im Sommer 2026 ausgelegt?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist ein regelkonform hergestellter Oberbau
unempfindlich gegenüber Hitze.
* Das Bundesministerium für Verkehr hat die Antwort als „VS-Vertraulich“ eingestuft. Die Antwort ist in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages hinterlegt
und kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung eingesehen werden.
43. Ist der Unterbau auf neu gebauten oder generalsanierten Bahnstrecken
der DB InfraGO für derartige Extremtemperaturen und anhaltende
Trockenheit wie im Sommer 2026 ausgelegt?
Nach Angaben der DB InfraGO AG werden Neubauprojekte der DB InfraGO
AG nach aktuellen Erdbau-Entwässerungs- und Geotechnik-Regelwerken
dimensioniert und berücksichtigen dabei auch klimatische Einwirkungen.
44. Verliert der Unterbau (anstehendes oder aufgeschüttetes Erdreich oder
Gestein) auf (seit vor 1980) bestehenden Strecken der DB InfraGO im
Zuge anhaltender Trockenheit wie im Sommer 2026 seine Tragfähigkeit
oder verursacht die anhaltende Trockenheit andere Einschränkungen
hinsichtlich des Unterbaus?
Nach Angaben der DB InfraGO AG besteht kein genereller Verlust der
Tragfähigkeit des Unterbaus durch Trockenheit. Bei vielen älteren Strecken
entsprechen Geologie, Baumaterialien und Entwässerung nach Angaben der DB
InfraGO AG nicht immer heutigen Standards. Längere Trockenperioden
können lokal Auswirkungen hervorrufen. Zudem kann Trockenheit die
Böschungen und Vegetation schwächen und dadurch nachfolgende Starkregenereignisse
mit Erosionen oder Verformungen begünstigen. In der Praxis können solche
Effekte nach Angaben der DB InfraGO AG zu erhöhtem Überwachungs- und
Instandhaltungsaufwand führen, nicht aber zu einem sicherheitsrelevanten Verlust
der Tragfähigkeit des Unterbaus.
47. Ist während extremer Hitzewellen wie im Sommer 2026 die Behebung
der Ursachen von mängelbedingten Langsamfahrstellen in den
Nachtstunden aus technischer Sicht uneingeschränkt möglich?
Nach Angaben der DB InfraGO AG werden bei der Beseitigung von
Gleislagefehlern Stopf- und Richtarbeiten durchgeführt, die die Gleislagestabilität
vorübergehend reduzieren. Gleichzeitig wirken bei hohen Schienentemperaturen
bereits hohe Druckspannungen im lückenlos verschweißten Gleis. Dadurch
steigt nach Angaben der DB InfraGO AG das Risiko von Gleisverwerfungen.
Aus diesem Grund sind die Arbeiten nur eingeschränkt oder gar nicht zulässig,
das trifft auch bei anhaltend hohen Tagestemperaturen für Arbeiten in der
Nacht zu.
48. Entstanden durch die Extremhitze im Sommer 2026 an weiteren
Bestandteilen der Eisenbahninfrastruktur (z. B. Weichen, Oberleitungen,
Signale, Stellwerke) Schäden und Einschränkungen, und wenn ja, welche
Art von Schäden und Einschränkungen?
Nach Angaben der DB InfraGO AG kam es bei der extremen Hitze im Sommer
2026 zu Störungen an Gleisen und Weichen, der Leit- und Sicherungstechnik
sowie Bahnübergängen. Die Art der Einschränkung durch die Störungen hängt
von diversen Faktoren ab (bspw. gestörte Komponente, Größe/ Umfang der
Entstörung).
50. Ist es zutreffend, dass während der Hitzewellen des Sommers 2026
Weichen nur soweit nötig gestellt werden sollten (und dabei auch
Verspätungen in Kauf genommen wurden)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG wurden zur Prävention von hitzebedingten
Weichenstörungen in diesem Sommer an einzelnen Tagen Weichen festgelegt.
Damit soll nach Angabe der DB AG verhindert werden, dass während des
Umstellens der Weiche ein hitzebedingter Defekt entsteht, der das Befahren der
Weiche gänzlich ausschließen würde. Dies erfolgte meist zur Nachmittagszeit
(heißeste Tageszeit) für wenige Stunden. Hauptgleise konnten ohne
Einschränkungen genutzt werden, jedoch nicht die über Weichenverbindungen
angeschlossenen Überholgleise. Hieraus entstanden nach Angaben der DB InfraGO
AG in Einzelfällen Zugfolgeverspätungen.
51. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher aufgrund von
hitzebedingten Schäden zu Einschränkungen des Flugbetriebs an deutschen
Flughäfen (bitte Flughafen, Dauer und Ursache der Einschränkungen
auflisten)?
52. An wie vielen Tagen kam es im Jahr 2026 bisher aufgrund von
hitzebedingten Schäden zur kompletten Einstellung des Flugbetriebs an
deutschen Flughäfen (bitte Flughafen, Dauer und Ursache auflisten)?
53. Wie viele hitzebedingte Schadensereignisse an deutschen Flughäfen
wurden in den Jahren von 2006 bis 2026 jeweils registriert (bitte nach Jahren
und Flughäfen aufschlüsseln)?
54. Wie viele Passagiere waren im Jahr 2026 bisher von Einschränkungen
des Flugbetriebs aufgrund von hitzebedingten Schäden an deutschen
Flughäfen betroffen (bitte nach Flughäfen aufschlüsseln)?
55. Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten nach Kenntnis der
Bundesregierung, die durch hitzebedingte Einschränkungen des Flugbetriebs
entstanden sind?
Die Fragen 51 bis 55 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet:
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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ISSN 0722-8333