[Deutscher Bundestag Drucksache 17/9120
17. Wahlperiode 26. 03. 2012 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. Lukrezia Jochimsen,
Petra Pau, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/8901 –
Zusammenarbeit von deutschen und tschechischen Rechtsextremen
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Zwischen der rechtsextremen NPD und tschechischen Rechtsextremisten der
„Arbeiterpartei für soziale Gerechtigkeit“ (DSSS) findet seit einiger Zeit eine
engere Kooperation statt. Bereits am 3. Juli 2010 fand in der Gaststätte
„Jägerwirt“ im bayerischen Buchhofen die Veranstaltung „Day of Friendship“ mit
rund 120 Neonazis aus Deutschland und der Tschechischen Republik statt, zu
der ein „Deutsch-Böhmischer Freundeskreis“ (DBF) mobilisiert hatte, um die
Beziehungen zwischen tschechischen und deutschen Neonazis zu verfestigen
und auszubauen. So vereinbarten tschechische und deutsche
Rechtsextremisten anlässlich der „Jahresfeier“ der Deutsche Stimme Verlags GmbH am
2. April 2011 in Riesa im „Manifest z Riesy/Manifest von Riesa“ eine
Zusammenarbeit von NPD und DSSS. Bei einem rechtsextremen Aufmarsch am
1. Mai 2011 in Heilbronn trat ein Vertreter der DSSS als Redner auf, während
in Brno zwei Funktionäre der NPD sprachen. Am Wochenende des 28. und
29. Mai 2011 trafen sich der damalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt,
der damalige Berliner Landesvorsitzende Uwe Meenen und der oberpfälzische
Bezirksgeschäftsführer Karsten Panzer sowie die Chemnitzer Stadträtin
Katrin Köhler in Prag mit dem DSSS-Vorsitzenden Tomas Vandás¬ und dessen
Stellvertreter Jir¬í S µte¬pánek. Erneut bekundeten die Parteivorsitzenden den
Willen zur Zusammenarbeit ihrer Parteien, etwa bei den tschechischen
Bezirksratswahlen 2012. Die NPD verfüge über „einen reichen
Erfahrungsschatz“, aus dem die DSSS schöpfen möchte, so Tomas Vandás¬. Wie die NPD
es geschafft habe, „in Deutschland eine so starke nationalistische Partei“
aufzubauen, sei für die DSSS „eine Inspiration dafür, das Gleiche mit ähnlichen
Methoden in der Tschechischen Republik zu erreichen.“ Ausgespart blieb
auch auf diesem Treffen die Thematik der Benes¬-Dekrete. Während die DSSS
die Benes¬-Dekrete als abgeschlossene Angelegenheit und Bestandteil der
tschechischen Rechtsordnung versteht, fordert die NPD in ihrem
Parteiprogramm die Aufhebung dieser „Vertreibungs-Dekrete“ und eine
Wiedergutmachung. Der DBF erklärt dagegen in einer „Grundlegende Vereinbarung
zwischen böhmisch/mährischen (tschechischen) und deutschen
Kameradengruppen“ die Benes¬- Dekrete für „als null und nichtig“. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 22. März 2012
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/9120 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeAuf der Website des DBF rief die Chemnitzer NPD-Stadträtin Katrin Köhler
deutsche und tschechische Neonazis dazu auf, „das alte Kriegsbeil für immer
[zu] begraben und gemeinsam für eine freies Europa der Vaterländer
zusammen [zu] stehen“. Als verbindende Elemente einer deutsch-tschechischen
Zusammenarbeit dienen ihr völkischer Rassismus und antisemitische
Verschwörungstheorien gegen „die Erfüllungsgehilfen des USraelischen
Hochfinanzkapitals im EU-Parlament“.
Als sich im Sommer 2011 in mehreren tschechischen Kleinstädten bis zu
tausend Menschen versammelten, um Wohnhäuser von Roma anzugreifen, riefen
Nazis wie das „Freie Netz Süd“ und der NPD-nahe „Deutsch-Böhmische
Freundeskreis“ aus Bayern und Sachsen sowie das neonazistische „Thiazi“-
Internet-Forum zu diesen Protesten auf. In Varnsdorf, 500 Meter hinter der
deutschen Grenze, konnten Spezialeinheiten der tschechischen Polizei Anfang
September 2011 in letzter Sekunde ein Pogrom verhindern. NPD-Funktionäre
sowie Mandatsträgerinnen und -träger beteiligten sich regelmäßig an
Demonstrationen der DSSS gegen ein Roma-Wohnheim in Varnsdorf. Auf diesen
Demonstrationen werden Parolen wie „Böhmen für die Tschechen“ und
„Zigeuner zur Arbeit“ aber auch „Zigeuner ins Gas“ skandiert. Auf Einladung des
stellvertretenden DSSS-Landesvorsitzenden Petr Kotab nahmen so zuletzt am
29. Januar 2012 die Zittauer NPD-Stadträtin Antje Hiekisch, der Görlitzer
Kreisvorsitzende der NPD und weitere NPD-Mitglieder an einer
antiziganistischen Demonstration in Varnsdorf teil. Auf der Rückfahrt wurde die
deutsche Delegation an der Grenze von der Bundespolizei kontrolliert.
1. Inwieweit ist der Bundesregierung eine Zusammenarbeit deutscher und
tschechischer Rechtsextremen bekannt?
a) Welcher Art ist die Zusammenarbeit jeweils?
b) Welche Bedeutung hat diese Zusammenarbeit jeweils für die beteiligten
Gruppierungen?
c) Welche strategischen inhaltlichen Absprachen zwischen deutschen und
tschechischen Rechtsextremen sind der Bundesregierung bekannt?
d) Welche gemeinsamen Veranstaltungen, Aufzüge oder Aktionen
deutscher und tschechischer Rechtsextremer sind der Bundesregierung
bekannt, (bitte Datum, veranstaltende Organisationen, Art der
Veranstaltungen, Teilnehmerzahl nennen)?
Die der Bundesregierung bekannten Beziehungen zwischen der deutschen und
der tschechischen rechtsextremistischen Szene gründen sich zumeist auf
persönliche Kontakte einzelner beteiligter Personen. Diese Kontakte finden ihren
Niederschlag auch in Absichtserklärungen und Vereinbarungen zu
gemeinsamen Zielen und Grundlagen, bleiben in der politischen Praxis jedoch in ihrem
tatsächlichen Ausmaß und ihrem effektiven Nutzen deutlich hinter den
Kooperationsankündigungen zurück.
So besteht etwa seit April 2009 eine grundlegende Vereinbarung zwischen
böhmisch/mährischen (tschechischen) und deutschen Kameradschaftsgruppen. Im
Rahmen eines informellen Arbeitstreffens zwischen den Aktivisten des „Freien
Netzes Chemnitz“ und den Kameraden aus Böhmen/Mähren („Deutsch-
Böhmischer Freundeskreis“) wurden gemeinsame Grundlagen und Richtlinien
festgelegt. Einer vertieften Zusammenarbeit stehen aber regelmäßig grundlegende
ideologische Differenzen entgegen. Hinzuweisen ist aber auf eine durchaus
feststellbare Parallelität in der Entwicklung der neonazistischen Szenen beider
Länder. So gibt sich auch die tschechische neonazistische Szene verstärkt
jugendaffin und greift auf Aktionsformen wie die der „Autonomen Nationalisten“
zurück, wie sie auch in Deutschland bekannt sind. Wenngleich es auch insoweit
Ansätze eines vermehrten Kontakts z. B. im Rahmen von Demonstrationen und
Konzerten gibt, liegen bislang keine Erkenntnisse zu gemeinsamen
Veranstaltungen im Sinne einer gemeinsamen organisatorischen Verantwortung vor.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/9120Auch hinsichtlich der NPD beschränken sich engere Beziehungen zu
tschechischen Rechtsextremisten vorwiegend auf direkte persönliche Kontakte
einzelner beteiligter Personen. Hierzu zählen beispielsweise wechselseitige
Einladungen zu Parteitagen, Kongressen, Demonstrationen und ähnlichen
Veranstaltungen. Seit dem Wechsel des Parteivorsitzes der NPD im November 2011 sind
bislang keine nennenswerten Aktivitäten der NPD in diesem Zusammenhang
mehr bekannt geworden. Auch in der derzeitigen innerparteilichen NPD-
Debatte über die weitere strategische Ausrichtung spielen die Kontakte zu
ausländischen Parteien mit ähnlicher ideologischer Ausrichtung keine oder kaum eine
Rolle.
2. Welche verfassungsschutzrelevanten Erkenntnisse liegen der
Bundesregierung zum DBF und seinen Mitgliedern vor?
Erklärtes Ziel des Freundeskreises ist es, den gemeinsamen Glauben an ein
„Europa der Vaterländer“ durch gemeinsame Erklärungen sowie
länderübergreifende Aktionen, Veranstaltungen und Besuche weiter zu manifestieren.
Tatsächlich beschränken sich die Aktivitäten jedoch auf die Durchführung des
„1. Tag der Freundschaft“ am 3. Juli 2010 und den „2. Tag der Freundschaft“
am 4. Juni 2011.
3. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die DSSS in der
tschechischen Republik (Vorläuferorganisationen, Mitgliederstärke,
Wahlergebnisse, Verbotsverfahren, Ideologie)?
Die DSSS (Dělnická strana sociální spravedlnosti; Arbeiterpartei für soziale
Gerechtigkeit) wurde am 21.Januar 2004 unter dem seinerzeitigen Namen
„Partei der Bürger der Tschechischen Republik“ gegründet.
DSSS-Vorsitzender ist seit dem 20. November 2010 der ehemalige Vorsitzende
der verbotenen Arbeiterpartei (Dělnická strana, DS), Tomáš Vandas. Er folgte
seiner Mutter, Hana Pavlíčková, im Amt. Die 2003 gegründete und am 17.
Februar 2010 verbotene Arbeiterpartei (Dělnická strana, DS) ist damit rechtlich
gesehen keine direkte Vorgängerpartei der DSSS. Beide wenden sich mit ihrer
Ideologie jedoch an dieselbe Wählergruppe.
Bei den Parlamentswahlen 2010 erhielt die DSSS 59 888 Stimmen
(1,4 Prozent) und verpasste damit klar den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
Die Agitation der DSSS ist fremdenfeindlich und insbesondere antiziganistisch,
was sich insbesondere in Demonstrationen und Aufmärschen an
gesellschaftlichen Brennpunkten widerspiegelt.
Laut Extremismusbericht des tschechischen Innenministeriums 2011 haben die
Aktivitäten rechtsextremer Parteien in der Tschechischen Republik insgesamt
jedoch abgenommen. Die allgemeine Politik- und Parteiverdrossenheit scheint
sich auch auf die DSSS auszuwirken, laut Bericht ging die Zahl der aktiven
Parteimitglieder zurück.
4. Welche weiteren rechtsextremen Organisationen und Parteien neben der
DSSS existieren nach Kenntnis der Bundesregierung in der Tschechischen
Republik, und in welchem Verhältnis stehen diese zu deutschen
Rechtsextremen?
Nach Kenntnis der Bundesregierung existieren in der Tschechischen Republik
zusätzlich zur DSSS im Wesentlichen folgende rechtsextreme Organisationen
und Parteien:
Drucksache 17/9120 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode● Autonome Nationalisten (Autonomní nacionalistí)
● Nationale Aktivisten (Národní aktivisté), Splittergruppe der Autonomen
Nationalisten seit 2010
● Nationaler Widerstand (Národní odpor)
● Freie Jugend (Svobodná mládež)
● Heimatfront (Vlastenecká fronta)
● Blood & Honour Division Bohemia
● Resistance Women Unity
● sowie weitere regionale Gruppierungen (z. B. der „Deutsch-Böhmische
Freundeskreis“ (DBF), der „Nationale Widerstand Krusnohori“ (NOK,
„Nationale Widerstand Erzgebirge“), der „Nationale Widerstand Böhmen“).
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
5. Auf welchen Aufzügen oder Veranstaltungen in der Tschechischen
Republik innerhalb der letzten fünf Jahre waren Neonazis oder sonstige
Rechtsextreme aus Deutschland organisiert beteiligt (bitte nach Datum und Ort,
Art und Thema der Veranstaltung bzw. des Aufzuges, Name der
Organisation und Anzahl der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
auflisten)?
6. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über eine Teilnahme
deutscher Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten an antiziganistischen
Demonstrationen in der Tschechischen Republik (bitte Zeitpunkt, Ort,
Anzahl der Teilnehmenden aus Deutschland und gegebenenfalls die Namen
teilnehmender Funktionärinnen und Funktionäre oder Mandatsträgerinnen
und Mandatsträger rechtsextremer Parteien bzw. Organisationen
benennen)?
Seit 2007 nahmen deutsche Rechtsextremisten zumindest an folgenden
Veranstaltungen in Tschechien teil:
10. November 2007:
Demonstration in Prag mit Beteiligung des „Rings Nationaler Frauen“ (RNF)
in Sachsen und des NPD-Landesverbands Sachsen zusammen mit dem
„Nationalen Widerstand Böhmen“, insgesamt ca. 400 Teilnehmer, darunter ca. 60 bis
70 Deutsche.
1. Mai 2008:
Veranstaltung der „Arbeiterpartei“ (DS) in Prag, insgesamt ca. 600 Teilnehmer,
zwei Redebeiträge seitens der Dortmunder NPD.
16. August 2008:
„Internationale Freiheitstage“ in Hradec Kralove (Königsgrätz), organisiert
vom „Nationalen Widerstand“, ca. 300 Teilnehmer, einige deutsche Teilnehmer
der NPD-Sachsen und des „Nationalen Widerstandes Dortmund“.
18. April 2009:
Gedenkmarsch unter dem Motto „Für die Opfer des alliierten Bombenterrors“
in Usti nad Labem (Aussig), als Organisatoren traten die „Autonomen
Nationalisten Nord-Böhmen“ auf, unter den 600 Teilnehmern waren auch ca. 130
deutsche Rechtsextremisten, insbesondere aus der sächsischen Neonazi- und
Kameradschaftsszene.
1. Mai.2009:
Veranstaltung der „Arbeiterpartei“ (DS) in Brno (Brünn) mit ca. 600
Teilnehmern, darunter einige wenige deutsche Teilnehmer.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/91201. Mai 2010:
Veranstaltung der „Arbeiterpartei für soziale Gerechtigkeit“ (DSSS) in Brno
(Brünn) mit dem Motto: „Fremdarbeiterinvasion stoppen!“ mit wenigen
Teilnehmern aus Deutschland.
24. April 2010:
Demonstration in Pilsen unter dem Motto „Unterstützung der politischen
Gefangenen“, die Teilnehmerzahl belief sich auf ca. 150 Personen, unter ihnen
einige deutsche Teilnehmer.
28. Oktober 2010:
Freundschaftstreffen der NPD-Stadträtin und RNF-Landesvorsitzenden
Sachsen mit Vertretern der DSSS in Prag.
29. Mai 2011:
Besuch einer NPD-Delegation mit Udo Voigt in Prag auf Einladung der DSSS.
10. September 2011:
Seitens der DSSS organisierte antiziganistische Demonstration im
„Schluckenauer Zipfel“ mit deutscher Beteiligung aus der Region Chemnitz
Erzgebirge.
29. September 2011:
Demonstration für mehr Bürgerrechte (gegen die Zigeunerkriminalität) im
böhmischen Rotava (Rothau); Organisator war die DSSS, die durch Aktivisten des
„Freien Netzes Süd“ unterstützt wurde; unter den ca. 500 Teilnehmern
befanden sich ca. 100 Rechtsextremisten aus Deutschland, vorwiegend aus Sachsen.
29. Januar 2012:
Seitens der DSSS organisierte, antiziganistische Demonstration in Varnsdorf
mit NPD-Beteiligung aus Zittau und Görlitz.
7. Inwieweit wurden bei der Kontrolle deutscher Rechtsextremer, die sich an
antiziganistischen Demonstrationen in der Tschechischen Republik
beteiligt haben, von der Bundespolizei Waffen oder Propagandamaterialien
gefunden?
Nach Erkenntnis der Bundesregierung hat die Bundespolizei keine
Feststellungen im Sinne der Fragestellung getroffen.
8. Welche deutschen rechtsextremen Gruppierungen oder bekannte
rechtsextreme Einzelpersonen haben im Einzelnen zu einer Beteiligung an
antiziganistischen Demonstrationen in der Tschechischen Republik
aufgerufen?
Keine. Die Aufrufe zu antiziganistischen Demonstrationen bzw.
Veranstaltungen gingen nach der Bundesregierung vorliegenden Erkenntnissen
ausschließlich von der DSSS und einzelnen, organisationsungebundenen tschechischen
Nationalisten aus.
9. Welche Auftritte rechtsextremer Musikgruppen aus Deutschland in der
Tschechischen Republik bzw. aus der Tschechischen Republik in
Deutschland sind der Bundesregierung bekannt, und inwieweit kam es dabei zu
Straftaten?
Rechtsextremistische Musikgruppen aus Deutschland treten seit Jahren
vereinzelt bei Konzertveranstaltungen in der Tschechischen Republik auf. Umgekehrt
Drucksache 17/9120 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodenehmen Musikgruppen aus der Tschechischen Republik an
Musikveranstaltungen in Deutschland, insbesondere im Grenzbereich zu Sachsen, teil.
Jedoch sind weder die örtlich zuständigen Polizeien verpflichtet, Auftritte
rechtsextremistisch ausgerichteter Musikgruppen in Deutschland dem
Bundeskriminalamt (BKA) zu melden, noch besteht für die tschechischen Behörden
eine Verpflichtung, in Tschechien auftretende deutsche Musikgruppen aus der
rechtsextremistischen Szene dem BKA zu melden.
Die nachfolgende Aufstellung erhebt daher keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Sie basiert auf einer händischen Auswertung des gesamten Schriftverkehrs
des für Zentralstellenaufgaben und Auswertung im Bereich der politisch
motivierten Kriminalität – rechts (PMK-rechts) zuständigen Fachreferates des BKA
mit Tschechien. Mangels der Nennung eines genauen Zeitraumes ist in
Anlehnung an die Fragestellung zu Frage 13 der dort vorgegebene Zeitraum von fünf
Jahren bei der Durchsicht zugrundegelegt worden.
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
–
7
–
D
ru
cksach
e 17/9120
ch relevante Sachverhalte sind BKA nicht
beh relevante Sachverhalte sind BKA nicht
beer tschechischen Band „Conflict 88“ –
Strafworden
lich relevante Sachverhalte sind BKA nicht
h relevante Sachverhalte sind BKA nicht
belich relevante Sachverhalte sind dem BKA
est der Völker“ – Strafrechtlich relevante
-Heil“-Rufen durch Bandmitglieder; über die
erfahrens liegen hier keine Informationen
chverhalte sind BKA nicht bekannt
geworigra anlässlich der Veranstaltung „Fireblade
evante Sachverhalte sind BKA nicht bekannt
anstaltung „Saturday night heroes against
KA nicht bekannt geworden.
evante Sachverhalte sind BKA nicht bekannt
vante Sachverhalte sind BKA nicht bekannt
relevante Sachverhalte sind BKA nicht
bebei diesem Konzert „Sieg Heil“, zeigten denNr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
1 03. 03. 2007 Leipzig/SN Auftritt der tschechischen Band „Conflict 88“ – Strafrechtli
kannt geworden.
2 26. 05. 2007 Neustadt/Orla/TH Auftritt der tschechischen Band „Disdainful“ – Strafrechtlic
kannt geworden.
3 30. 06. 2007 Gera/THB Veranstaltung „Rock für Deutschland“. Möglicher Auftritt d
rechtlich relevante Sachverhalte sind BKA nicht bekannt ge
4 Juli 2007 Blatno/CZ Auftritt der deutschen Band „Projekt Irminsul“ – Strafrecht
bekannt geworden.
5 07. 07. 2007 Neustadt/Orla/TH Auftritt der tschechischen Band „Disdainful“ – Strafrechtlic
kannt geworden.
6 18. 08. 2007 Chrudium/CZ, Auftritt der deutschen Band „Projekt Irminsul“ – Strafrecht
nicht bekannt geworden.
7 07. /
08. 09. 2007
Jena/TH, Auftritt der tschechischen Band „Conflict 88“ anlässlich „F
Sachverhalte sind BKA nicht bekannt geworden.
8 06. 10. 2007 Jenisovice/CZ Auftritt der deutschen Band „Projekt Irminsul“.
9 12. 04. 2008 Trutnov/CZ Verdacht der Volksverhetzung im Zusammenhang mit „Sieg
Einleitung bzw . den Ausgang eines möglichen Ermittlungsv
vor .
10 07. 06. 2008 CZ Auftritt der Band „Priorität 18“ – Strafrechtlich relevante Sa
den.
11 10. /
11. 10. 2008
Lichtenstein/SN Ankündigung eines Auftritts der tschechischen Band Silva N
Force 2008“ – keine weiteren Informationen bekannt.
12 07. 03. 2009 Pilsen/CZ Auftritt der deutschen Band „Blue Max“ – Strafrechtlich rel
geworden.
13 21. 03. 2009 CZ Auftritt der deutschen Band „Faustrecht“ anlässlich der V er
communism“ – Strafrechtlich relevante Sachverhalte sind B
14 27. 06. 2009 Nähe Chemnitz Auftritt der tschechischen Band „Attack“ – Strafrechtlich rel
geworden.
15 27. 06. 2009 CZ Auftritt der deutschen Band „Moshpit“ – Strafrechtlich rele
geworden.
16 12. 03. 2010 Staupitz/SN Auftritt der tschechischen Band „Legion S“ – Strafrechtlich
kannt geworden.
17 13. 03. 2010 Annaber g-Buchholz/SN Auftritt der tschechischen Band „Legion S“. Besucher riefen
„Hitler gruß“ und sangen strafrechtlich relevante Lieder .
D
ru
cksach
e 17/9120
–
8
–
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
as Konzert wurde durch die Polizei beendet
nd Freiheit unterdrückt).
ässlich des NPD/JN-Sachsentages. Die V
ersogenannten Day of Friendship. Die V
eranverhalte sind BKA nicht bekannt geworden.
Black-Metal-Konzertes. Die V eranstaltung
ten tschechischen Band „Inferno“, fand nicht
t bekannt geworden.
V erlauf mit ca. 50 Besuchern.
der friedlich verlaufenden Veranstaltung
nahhalte sind BKA nicht bekannt geworden.18 20. 03. 2010 Lovosice/CZ Auftritte der deutschen Bands „I.W .D.T“ und „Last Pride“. D
(V erherrlichung einer Bewegung, die die Menschenrechte u
19 05. 06. 2010 Quitzdorf/SN geplanter Auftritt der tschechischen Band „Conflict 18“ anl
anstaltung verlief friedlich und störungsfrei.
20 03. 07. 2010 Buchhofen/BY Auftritt der tschechischen Band „Right W ay“ anlässlich des
staltung verlief störungsfrei. – Strafrechtlich relevante Sach
21 25. 09. 2010 Kirchheim/TH Auftritt der tschechischen Band „Sekhmet“ anlässlich eines
verlief störungsfrei. Der Auftritt, der im Vorfeld angekündig
statt. – Strafrechtlich relevante Sachverhalte sind BKA nich
22 07. 01. 2012 Rothenbur g-Geheege/SN Auftritt der tschechischen Band „Legion S“, störungsfreier
23 04. 02. 2012 Rothenbur g-Geheege/SN Auftritt der tschechischen Band „Satanic Black Metal“. An
men ca. 75 Personen teil. – Strafrechtlich relevante Sachver
Nr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/912010. Inwieweit sind der Bundesregierung gemeinsame Kampf- bzw.
Wehrsportübungen deutscher und tschechischer Rechtsextremer bekannt (bitte
Ort, Zeitpunkt, Teilnehmerzahl und teilnehmende Organisationen
nennen)?
Der Bundesregierung sind keine gemeinsamen Kampf- oder Wehrsportübungen
deutscher und tschechischer Rechtsextremer bekannt. Ihr liegen lediglich
Hinweise auf Schießübungen einzelner Personen aus dem deutschen und
tschechischen rechtsextremistischen Spektrum in Tschechien vor, beispielsweise unter
Beteiligung hessischer Rechtsextremisten im Jahr 2009 bzw. im Jahr 2011 aus
dem Raum Bayern und Baden-Württemberg.
11. In welchen und in wie vielen Fällen wurden deutsche Rechtsextreme
wegen des Verdachts auf einschlägige Straftaten in der Tschechischen
Republik festgenommen oder Strafanzeige gegen sie erstattet (bitte Datum, Ort
und Grund der Festnahme oder Anzeige, mögliche Anklageerhebung und
Verurteilung angeben)?
Der Bundesregierung liegen über Straftaten deutscher Rechtsextremisten in der
Tschechischen Republik keine Erkenntnisse vor.
Es besteht keine entsprechende Meldeverpflichtung der tschechischen
Behörden gegenüber dem BKA. Aber auch aus dem beim BKA ausgewerteten
Schriftverkehr mit Tschechien (vgl. auch Antwort zu Frage 9) haben sich keine
entsprechenden Erkenntnisse ergeben.
12. In welchen und in wie vielen Fällen wurden tschechische Rechtsextreme
wegen des Verdachts auf einschlägige Straftaten in der Bundesrepublik
Deutschland festgenommen oder Strafanzeige gegen sie erstattet (bitte
Datum, Ort und den Grund der Festnahme oder der Anzeige, mögliche
Anklageerhebung und Verurteilung angeben)?
Zu Anklageerhebungen und Verurteilungen in den genannten Fällen liegen der
Bundesregierung keine umfassenden statistischen Erkenntnisse vor.
Entsprechende Angaben werden in den Strafrechtspflegestatistiken nicht gesondert
erhoben.
Dem BKA sind im Rahmen des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes –
Politisch motivierte Kriminalität (KPMD-PMK) von den Ländern seit 2007 die
nachfolgenden, durch tschechische Staatsangehörige in Deutschland
begangenen politisch rechts motivierten Straftaten gemeldet worden:
D
ru
cksach
e 17/9120
–
1
0
–
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
Strafrechtliche
Konsequenzen
d Hakenkreuzen bei ei-
Keine Angaben
er Or ganisationen
it rechtsextremisti-
Keine Angaben
-T-Shirt mit alten ver-
Keine Angaben
ger Or ganisationen
rigen und Anstimmen
tsangehörigen.
Keine Angaben
Staatsangehörigen Tä-
Keine Angaben
g wurde bei einem
Keine Angaben
g wurde bei einem
y aufgefunden.
Keine Angaben
slich des „2. Fest der
ierte, ohne die Straftat
Ingewahrsamnahme beider
Personen und V
ernehmung.
onen
Ausreise nach T
scheen sich auch Flyer mit
Keine Angaben
Ring mit Hakenkreuz
Keine Angaben
den Hinter grundbilder
Keine AngabenNr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
1 12. 03. 2007 Schirnding/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Feststellung von Tätowierungen mit „SS-Rune“ , „W olfsangel“ un
nem tschechischen Staatsangehörigen.
2 08. 04. 2007 Waidhaus/BY Volksverhetzung, V erwenden von Kennzeichen verfassungswidrig
Bei einem tschechischen Staatsangehörigen wurden Musik-CDs m
schem Inhalt aufgefunden.
3 24. 04. 2007 Marienber g/SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei einer tschechischen Staatsangehörigen wurde ein Thor -Steinar
fassungswidrigen Markenzeichen festgestellt.
4 07. 05. 2007 Butzbach/HE Körperverletzung, V erwenden von Kennzeichen verfassungswidri
Körperverletzung zum Nachteil eines pakistanischen Staatsangehö
von rechtsextremistischen Liedern durch einen tschechischen Staa
5 13. 06. 2007 Bad Gottleuba/SN Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei der Ausreise nach Tschechien wurden bei einem tschechischen
towierungen mit SS-Runen festgestellt.
6 04. 08. 2007 Dresden/SN Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Bei einer Personenkontrolle im V orfeld einer rechten V ersammlun
tschechischen T atverdächtigen ein Golfschläger aufgefunden.
7 04. 08. 2007 Dresden/SN Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Bei einer Personenkontrolle im V orfeld einer rechten V ersammlun
tschechischen T atverdächtigen ein Klappmesser sowie Pfef ferspra
8 08. 09. 2007 Jena/TH Sachbeschädigung
Ein tatverdächtiger tschechischer Staatsangehöriger zerstach anläs
Völker“ Reifen eines Pkw , während ein anderer ihn dabei fotograf
zu verhindern.
9 02. 12. 2007 Schírnding/BY Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Or ganisati
Ein tatverdächtiger tschechischer Staatsangehöriger führte bei der
chien „NPD“-Flyer und -W erbematerial mit sich. Darunter befand
Hakenkreuzen.
10 23. 01. 2008 Höchstadt a.d.
Aisch/BY
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei der Kontrolle eines tschechischen Staatsangehörigen wurde ein
und Doppelsigrune aufgefunden.
11 31. 01. 2008 Annaber g-
Buchholz/SN
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Auf dem Mobiltelefon eines tschechischen Staatsangehörigen wur
mit Hakenkreuzen festgestellt.
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
–
11
–
D
ru
cksach
e 17/9120
a. ein Ring mit vier
Keine Angaben
stark
rechtsextremistilen.
Keine Angaben
n
inen tschechischen
Keine Angaben
eimal den „Hitler-
Keine Angaben
eibeamten den „Hitler-
Keine Angaben
erdächtigen gehörte
Keine Angaben
einem öf fentlichen
Keine Angaben
a. ein Messer mit ei-
Keine Angaben
an einer Kontrollstelle
Keine Angaben
onen
besetzten Fahrzeuges
ymbolen
verfassungsonträger).
Keine Angaben
, beschmierten u. a. ein
Keine Angaben
Strafrechtliche
Konsequenzen12 02. 02. 2008 Waldsassen/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei der Kontrolle eines tschechischen Staatsangehörigen wurde u.
Hakenkreuzen sicher gestellt.
13 06. 03. 2008 Hambur g/HH Volksverhetzung
Der Beschuldigte, ein tschechischer Staatsangehöriger , spielte laut
sche Musik ab und äußerte sich u. a. mit ausländerfeindlichen Paro
14 17. 03. 2008 Dresden/SN Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisatione
Zeigen des „Hitler grußes“ sowie „Sieg-Heil“-Äußerungen durch e
Staatsangehörigen gegenüber einem Polizeibeamten.
15 22. 03. 2008 Berlin Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Ein tschechischer Staatsangehöriger zeigte in der Öf fentlichkeit dr
gruß“.
16 17. 10. 2008 Düren/NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Ein tschechischer Staatsangehöriger zeigte gegenüber einem Poliz
gruß“.
17 15. 11. 2008 Stühlingen/BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Aufbringen eines Hakenkreuzes an eine W ohnungstür , zu den T atv
ein tschechischer Staatsangehöriger .
18 14. 02. 2009 Dresden/SN Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Der tschechische T atverdächtige wurde an einer Kontrollstelle zu
rechten Aufzug mit Quarzhandschuhen festgestellt.
19 19. 02. 2009 Philippsreut/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei der Kontrolle eines tschechischen Staatsangehörigen wurde u.
nem am Grif f befindlichen Hakenkreuz aufgefunden.
20 05. 03. 2009 Chemnitz/SN Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Bei einem tatverdächtigen tschechischen Staatsangehörigen wurde
ein Reizstof fsprühgerät festgestellt.
21 11. 04. 2009 Pleystein/BY Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Or ganisati
Bei der Kontrolle eines mit zwei tschechischen Staatsangehörigen
wurde eine V ielzahl von Gegenständen sicher gestellt, welche mit S
widriger Or ganisationen bedruckt bzw . bespielt waren (T -Shirts, T
22 12. 07. 2009 Werneuchen/BB Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Die Tatverdächtigen, darunter ein tschechischer Staatsangehöriger
Silo mit Hakenkreuzen.
Nr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
D
ru
cksach
e 17/9120
–
1
2
–
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
während einer V eran-
Keine Angaben
in Klappmesser mit
Keine Angaben
s wurden aus der
Degesetzte Polizisten
gelzahl von Tatverdächti-
Ermittlungsverfahren wegen
Landfriedensbruch
eingeleitet
chechischen Staatsan-
Keine Angaben
dem tatverdächtigen
ruch „Blut und Ehre“
Keine Angaben
bei einem tatverdäch-
, auf dem eine Lebens-
Keine Angaben
n bei einem
tatverdächolfsangel, Odal- und
Keine Angaben
in einem tschechi-
Keine Angaben
in einem tschechi-
Munition, u. a. Pfef fer-
Keine Angaben
Strafrechtliche
Konsequenzen23 12. 09. 2009 Pößneck/TH Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Der tatverdächtige tschechische Staatsangehörige vermummte sich
staltung.
24 27. 10. 2009 Schirnding/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei der Kontrolle eines tschechischen Staatsangehörigen wurden e
Adolf-Hitler -Abbildung sowie zwei Hakenkreuze aufgefunden.
25 17. 10. 2009 Leipzig/SN Landfriedensbruch
Anlässlich einer genehmigten Demonstration des rechten Spektrum
monstration heraus Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf ein
worfen. Nach Auflösung der Veranstaltung wurden gegen eine Vie
gen, darunter 24 tschechische Staatsangehörigen, ermittelt.
26 19. 02. 2010 Dresden/SN Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Auf der Anreise zu einer rechten Kundgebung wurde bei einem ts
gehörigen ein Klappmesser sicher gestellt.
27 13. 03. 2010 Landau an der Isar/
BY
Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Bei Kontrollen im V orfeld einer rechten V eranstaltung konnte bei
tschechischen Staatsangehörigen ein Kapuzenpullover mit dem Sp
festgestellt werden.
28 03. 07. 2010 Buchhofen/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Im Rahmen einer V orkontrolle zu einer NPD-V eranstaltung konnte
tigen tschechischen Staatsangehörigen ein Ring festgestellt werden
rune, eine T odesrune und eine W olfsangel zu sehen waren.
29 03. 07. 2010 Buchhofen/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Im Rahmen einer Vorkontrolle zu einer NPD-V eranstaltung wurde
tigen tschechischen Staatsangehörigen mehrere Tätowierungen (W
Sigrune, Zivilabzeichen der SA) festgestellt.
30 03. 07. 2010 Buchhofen/BY Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Im Rahmen einer V orkontrolle zu einer NPD-V eranstaltung wurde
schen Fahrzeug Pfef ferspray (ohne Prüfzeichen) sicher gestellt.
31 03. 07. 2010 Buchhofen/BY Verstoß gegen das V ersammlungsgesetz
Im Rahmen einer V orkontrolle zu einer NPD-V eranstaltung wurde
schen Kfz eine teilgeladene Schreckschusspistole mit zugehöriger
patronen, sicher gestellt.
Nr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
erio
d
e
–
1
3
–
D
ru
cksach
e 17/9120
enüber eingesetzten
Der T atverdächtige
wurde in
Gewahrsam genommen;
nach Rücksprache
mit der
Staatsanwaltschaft wurde
eine
Sicherheitsleistung von 300 Euro
erhoben.
kreuztätowierung“ auf
Keine Angaben
nn sichtbar einen Kel-
Keine Angaben
ngehöriger) eine Täto- Keine Angaben
sichtbar ein Kelten-
Keine Angaben
rend einer Kontrolle
erspione“.
Der T atverdächtige
wurde aufgrund
einer Entscheidung
des AG München
wegen V erwendens
von Kennzeichen
verfassungswidriger Or ganisationen
in T ateinheit mit
zwei
tateinheitlichen Fällen der
Beleidigung zu einer
Geldstrafe von 50
Tagessätzen à 15
Euro verurteilt.
Strafrechtliche
Konsequenzen32 21. 05. 201 1 Lengerich/NW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Ein tatverdächtiger tschechischer Staatsangehöriger skandierte geg
Polizeibeamten mehrmals „Heil Hitler“ und „Nazis“.
33 28. 05. 201 1 Stuttgart/BW Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Der tatverdächtige tschechische Staatsangehörige trug eine „Haken
der Handoberfläche.
34 20. 05. 201 1 Nürnber g/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Der tatverdächtige tschechische Staatsangehörige trug für jederma
tenkreuzanhänger .
35 08. 07. 201 1 Marienber g/SN Bei einer Kontrolle trug der T atverdächtige (tschechischer Staatsa
wierung in Form von Hakenkreuzen.
36 07. 09. 201 1 Bir gland/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Auf dem Führerhaus eines tschechischen Lkw war für jedermann
kreuz aufgeklebt.
37 21. 09. 201 1 München/BY Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Or ganisationen
Ein tatverdächtiger tschechischer Staatsangehöriger beleidigte wäh
die eingesetzten Polizeibeamten und rief „Heil Hitler“ sowie „Hitl
Nr . Datum Tatort Straftatbestand/Kurzsachverhalt
Drucksache 17/9120 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode13. Sind der Bundesregierung Amtshilfeersuchen tschechischer Behörden bei
deutschen Behörden bezüglich der Aktivitäten deutscher Rechtsextremer
in der tschechischen Republik aus den letzten fünf Jahren bekannt, und
wenn ja, welche, und wie wurden diese von welcher Stelle beschieden?
Beim Generalbundesanwalt sind in den letzten fünf Jahren keine
Rechtshilfeersuchen tschechischer Staatsanwaltschaften bezüglich der Aktivitäten
deutscher Rechtsextremer in der Tschechischen Republik eingegangen. Weitere
Erkenntnisse zu entsprechenden Rechtshilfeersuchen liegen der Bundesregierung
nicht vor. Der Rechtshilfeverkehr innerhalb der Europäischen Union verläuft
unmittelbar zwischen den beteiligten Staatsanwaltschaften.
14. Auf welchen Aufzügen oder Veranstaltungen in Deutschland innerhalb
der letzten fünf Jahre waren Neonazis oder sonstige Rechtsextreme aus
der Tschechischen Republik organisiert beteiligt (bitte nach Datum und
Ort, Art und Thema der Veranstaltung bzw. des Aufzuges, Name der
Organisation und Anzahl der tschechischen Teilnehmerinnen und
Teilnehmer auflisten)?
Der Bundesregierung ist bekannt, dass seit 2007 tschechische
Rechtsextremisten an folgenden Veranstaltungen in Deutschland teilnahmen, wobei die
jeweilige konkrete Anzahl der tschechischen Teilnehmer nicht bekannt ist:
13. Februar 2007:
„Junge Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) – JLO-Trauermarsch in
Dresden.
8. September 2007:
„Fest der Völker“ in Jena.
1. Dezember 2007:
Besuch einer Gruppe tschechischer Vertreter des „Nationalen Widerstandes
Böhmen“ bei der NPD-Sachsen.
13. Februar 2008:
JLO-Trauermarsch in Dresden.
15. Februar 2008:
Besuch einer tschechischen Delegation des „Nationalen Widerstandes“ bei der
NPD im sächsischen Landtag.
16. Februar 2008:
JLO-Trauermarsch in Dresden.
21. Juni 2008:
„Sachsentag“ in Dresden.
28. Juni 2008:
Bundeskongress des „Ring Nationaler Frauen“ (RNF) in Berlin mit
Teilnehmerinnen der tschechischen Frauenorganisation „Resistance Woman Unity“.
6. September 2008:
„Antikriegstag“ in Dortmund mit tschechischer Beteiligung von Aktivisten der DS.
13. September 2008:
„Fest der Völker“ in Altenburg.
1. Mai 2009:
NPD-Demonstration in Weiden/Bayern.
13. Juni 2009:
„8. Thüringentag der Nationalen Jugend“ in Arnstadt.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/912027. Juli 2009:
NPD-Sommerfest in Jänkendorf.
August 2009:
Unterstützung der sächsischen NPD im Landtagswahlkampf durch
tschechische Aktivisten.
5. September 2009:
„Antikriegstag“ in Dortmund unter dem Motto „Gegen imperialistische
Kriegstreiberei und Aggressionskriege“.
12. September 2009:
„Fest der Völker“ in Pößneck/Thüringen.
5. März 2010:
Trauermarsch der NPD-KV Chemnitz.
5. Juni 2010:
„3. JN-Sachsentag“ mit einem Redebeitrag eines Vertreters der tschechischen
Widerstandsbewegung.
3. Juli 2010:
„1. Tag der Freundschaft“ in Buchhofen/Bayern. Teilnehmer waren deutsche
und tschechische Aktivisten des „Nationalen Widerstandes“. Organisiert wurde
es vom DBF.
2. April 2011:
Treffen der Vorsitzenden der NPD und der DSSS in Riesa.
1./2. Juli 2011:
Pressefest der „Deutschen Stimme“.
4. Juni 2011:
„2. Tag der Freundschaft“ in Neustadt/Waldnaab. Aufruf zu einem
gemeinsamen Musikprogramm und themenbezogenen Ansprachen. Organisator war der
DBF.
7. August 2011:
Unterstützung der NPD bei Plakatierungsaktionen (Wahlkampf) in Berlin und
Mecklenburg-Vorpommern.
15. Inwieweit gab es bislang Einreiseverbote gegen tschechische
Rechtsextreme nach Deutschland oder deutsche Rechtsextreme in die
Tschechische Republik (bitte Personen, Anzahl, Datum und Anlass nennen)?
Die Feststellung des Verlustes des Rechts auf Einreise und Aufenthalt im
Bundesgebiet aus Gründen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit richtet sich bei
Unionsbürgern nach § 6 des Freizügigkeitsgesetzes/EU und obliegt
grundsätzlich der Prüfung durch die jeweils zuständige Ausländerbehörde.
Die Bundesregierung führt keine Statistik, die Angaben über die als
„Rechtsextreme“ bezeichneten Personen im Zusammenhang mit Grenzkontrollen
enthält.
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, ob Einreiseverbote für
„deutsche Rechtsextreme“ in der Tschechischen Republik bestehen.
Drucksache 17/9120 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode16. Inwiefern steht die Bundesregierung in Gesprächen mit den Freistaaten
Sachsen und Bayern und den tschechischen Behörden, um ein
gemeinsames Vorgehen gegen Rechtsextreme zu koordinieren und den
Informationsaustausch zu stärken?
Die Entwicklung in den letzten Jahren wird von den Sicherheitsbehörden
beider Länder aufmerksam beobachtet. Eine gegenseitige zeitnahe Unterrichtung
ist, insbesondere durch bilaterale anlassbezogene Konsultationen sowie
institutionalisierte, regelmäßig stattfindende Fachgespräche, gewährleistet.
So nimmt Deutschland vertreten durch das Bundeskriminalamt neben
Österreich alljährlich als Gast/Beisitzer am Treffen der „Visegrád-Gruppe“ (auch
unter der Bezeichnung „V 4“ bekannt) zur Bekämpfung des Extremismus teil,
deren reguläre Mitglieder die Tschechische Republik, die Slowakische
Republik, Polen und Ungarn sind. Zweck dieses Treffens ist der
Informationsaustausch, die Diskussion der aktuellen Lage in den jeweiligen Staaten und die
Verbesserung der gegenseitigen Kommunikation. Eine Teilnahme des
Bundeskriminalamts wird regelmäßig von Seiten der tschechischen Geschäftsführung
gerade wegen der rechtsextremistischen Szene in Deutschland erbeten.
Auch wenn sich das am 16. Dezember 2011 in Betrieb genommene
Gemeinsame Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus (GAR) bisher mit dieser
speziellen Thematik noch nicht befasst hat, ist diese Einrichtung insoweit für einen
mittelbaren Informationsaustausch geeignet, als auch Vertreter von Europol im
GAR mitarbeiten.
17. Inwieweit ist die Bekämpfung grenzüberschreitender
rechtsextremistischer Betätigung Gegenstand des „Gemeinsamen Zentrums der
deutschtschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit“ in Schwandorf?
Das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und
Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf unterstützt die zuständigen deutschen und
tschechischen Behörden insbesondere in den Grenzgebieten bei der
Bekämpfung und Verhütung von Kriminalität durch die aktuelle und schnelle
Informationsweitergabe an die zuständigen Einsatzzentralen beiderseits der Grenze.
Neben dem täglichen Lageaustausch, findet im Eilfall der Austausch von
aktuellen Ermittlungserkenntnissen für die ermittelnden
Kriminalpolizeidienststellen über das Gemeinsame Zentrum statt. Insofern trägt das Gemeinsame
Zentrum auch zur Bekämpfung und Verhütung rechtsextremistischer Straftaten
bei. Eigene operative Maßnahmen trifft das Gemeinsame Zentrum nicht.
18. Welche weiteren Konsequenzen sind aus Sicht der Bundesregierung aus
der Zusammenarbeit deutscher und tschechischer Rechtsextremer zu
ziehen?
Der intensive Austausch der deutschen und tschechischen Sicherheitsbehörden
über die Kontakte von Rechtsextremisten aus beiden Ländern ist fortzusetzen.Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]