[Deutscher Bundestag Drucksache 17/11443
17. Wahlperiode 12. 11. 2012 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Heidrun Dittrich, Harald Koch,
Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/11231 –
Bürgerschaftliches Engagement von Seniorinnen und Senioren
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
2012 ist das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den
Generationen, das unter anderem auch für mehr Engagement von Seiten der
Seniorinnen und Senioren werben möchte. Mit dem Sechsten Altenbericht und
dem Achten Familienbericht werden der Bundesregierung Vorschläge
unterbreitet, mit denen das bürgerschaftliche Engagement von Seniorinnen und
Senioren weiter ausgebaut werden könnte und wie man Seniorinnen und
Senioren für bürgerschaftliches Engagement gewinnen könnte. Zudem ist nun
der Erste Engagementbericht der Bundesregierung veröffentlicht worden
(Bundestagsdrucksache 17/10580), der sich ab Seite 14 auch mit dem
Engagement älterer Menschen beschäftigt.
In den letzten Jahren haben sich viele neue Engagementmöglichkeiten für
Seniorinnen und Senioren entwickelt, diese reichen von Au-pair-Strukturen bis
zu ehrenamtlichen Pflegetätigkeiten.
Auch der Bundesfreiwilligendienst gehört dazu. Er wurde als Ersatz für den
Zivildienst geschaffen, welcher nach der Aussetzung der Wehrpflicht als
primärer Ersatzdienst wegfiel, und ist auch für Menschen über 27 Jahre
geöffnet worden. Mit dieser Altersöffnung wird eine Möglichkeit geschaffen, dass
ältere Menschen ihre Minirenten und Erwerbslose die zu geringen
Sozialleistungen mit einem Freiwilligendienst aufbessern können. Der
Bundesfreiwilligendienst hat sich von einem Ersatzdienst zu einem öffentlich-rechtlichen
Dienstverhältnis auf freiwilliger Basis entwickelt. Durch die Schaffung dieses
Dienstes soll das Loch im sozialen System schnell und möglichst
kostenneutral gestopft werden.1
Inzwischen liegt auch ein Gesetzentwurf aus dem Bundesrat vor, der den
bereits ausgelaufenen Freiwilligendienst aller Generationen als weitere Säule in
den Bundesfreiwilligendienst aufnehmen möchte, um somit noch mehr
Seniorinnen und Senioren für das Ehrenamt bzw. den Bundesfreiwilligendienst zu
gewinnen. Ebenso sollen familiäre Hilfsleistungen, z. B. Kinderbetreuung,
1 Vergleiche die Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesfreiwilligengesetzes von Prof. Dr. Mechthild
Seithe (Ausschussdrucksache 17(13)82c). Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend vom 8. November 2012 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/11443 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodeweiter in den Engagementbereich überführt werden, anstatt die öffentliche
Infrastruktur zu stärken und auszubauen.
Die „Bundesseniorenministerin“ Dr. Kristina Schröder selbst spricht von
einem „Schatz“, der gehoben werden muss, um den demografischen Wandel
abzufangen.2 Tatsächlich betreibt die Bundesregierung aber Sozialabbau und
zieht damit den Staat aus dem Sozialbereich zurück.3
1. Was versteht die Bundesregierung unter dem Begriff „aktives Altern“, und
wie möchte sie es fördern und unterstützen?
Die Zukunft unserer Gesellschaft wird zunehmend von älteren Menschen
geprägt. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der 60 bis 75-Jährigen, auf deren
Engagement wir besonders zählen können, bei insgesamt sinkenden
Bevölkerungszahlen, um rund 1,4 Millionen Personen erhöhen und damit 22 Prozent
der Gesamtbevölkerung ausmachen. Das Alter entwickelt sich zunehmend zu
einer eigenständigen und immer längeren Lebensphase, die viele Menschen bei
guter Gesundheit erleben.
Für älter werdende und alte Menschen ist es wichtig, diese bisweilen mehrere
Jahrzehnte umfassende Lebenszeit aktiv auszugestalten. Gerade die Gruppe der
„Jungen Alten“ ist zunehmend bereit, Kenntnisse und Erfahrungswissen in die
Gesellschaft einzubringen. Sie werden für die eigene Generation und ebenso für
nachkommende Generationen aktiv, sie stützen das traditionelle Ehrenamt und
sind auch immer stärker daran interessiert, eigene Projekte aufzubauen. Dabei
erwarten sie Gestaltungsmöglichkeiten, sie wollen ihre Ideen verwirklichen und
mitentscheiden, auf Augenhöhe mit Trägern, hauptamtlichen Kräften, Politik
und Verwaltung.
Das Engagement älterer Menschen liegt in ihrem Interesse, es erhält die
Sozialkontakte und baut neue auf, erweitert Wissen und gibt das Gefühl „gebraucht“
zu werden. Aktiv zu sein macht Spaß: Weiterentwicklung und das Ausloten der
eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, die Bestätigung des bereits
erworbenen Erfahrungswissens und die Möglichkeit, es weiter zu geben, schaffen
Lebenssinn und bedeuten einen Gewinn für die Gemeinschaft. Das Engagement
der Älteren ist gelebte Generationensolidarität.
Die Daten des Deutschen Alterssurveys, dessen Ergebnisse auch in den
Sechsten Altenbericht (Bundestagsdrucksache 17/3815 vom 17. November 2010)
eingeflossen sind, weisen darauf hin, dass eine enge Verbindung zwischen
Bildung, lebenslangem Lernen und bürgerschaftlichem Engagement besteht.
Höhere Bildung geht oftmals mit besserer Gesundheit, gesundheitsförderlichen
Verhaltensweisen und höherer Langlebigkeit einher. Daher fördert die
Bundesregierung Bildungsaktivitäten in allen Altersgruppen und verbessert
Rahmenbedingungen und Anreize zum aktiven Engagement. Sie unterstützt die
Entwicklung und Entfaltung von Potenzialen des Alters und will dazu beitragen,
dass die Chancen des längeren Lebens für den älteren Menschen selbst, aber
auch für die Gesellschaft besser genutzt werden.
Die Bundesregierung fördert das Aktive Alter(n) mit einer Vielzahl von
Maßnahmen:
Mit den beiden Aktionsprogrammen Mehrgenerationenhäuser I und II wurden
seit 2006 flächendeckend in Deutschland über 500 Orte geschaffen, an denen
insbesondere ältere Menschen hervorragende Möglichkeiten finden, ihre Kom-
2 Vergleiche die Rede der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Kristina
Schröder vom 11. Mai 2012 im Deutschen Bundestag.
3 Vergleiche die Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesfreiwilligengesetzes von Prof. Dr. Mechthild
Seithe (Ausschussdrucksache 17(13)82c).
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/11443petenzen und Fähigkeiten einzubringen. Insbesondere Menschen der
Generation 50 oder 60 Plus, die in der Übergangsphase vom Erwerbsleben in den
Ruhestand stehen, sind sehr gern bereit, die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser
zu unterstützen, z. B. als Paten für Jugendliche beim „Einstieg“ in Ausbildung
und Beruf, als „Leihgroßeltern“, in Fahrrad- und Holzwerkstätten. Kinder und
Jugendliche, die von diesem Einsatz profitieren, lernen die Kompetenzen der
Älteren kennen und schätzen – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ein
neues Altersbild entstehen kann.
In herausragender Weise wird der Bundesfreiwilligendienst von älteren
Menschen positiv angenommen. Die Gruppe der aktuell 7 928 Freiwilligen, die älter
als 50 Jahre sind, macht einen Anteil von rund 22 Prozent aus. Von insgesamt
aktuell 37 237 Bundesfreiwilligen sind 18,7 Prozent zwischen 51 und 65 Jahre,
2,59 Prozent sind in der Altersgruppe über 65 Jahre.
Mit insgesamt rund 16 Mio. Euro hat die Bundesregierung von Anfang 2009 bis
Ende 2011 erfolgreich die bundesweite Etablierung der Freiwilligendienste aller
Generationen unterstützt.
Von 2008 bis 2010 wurden insgesamt 150 Kommunen in Deutschland mit
jeweils 10 000 Euro im Programm „Aktiv im Alter“ gefördert, um das Leitbild
des aktiven Alters in diesen Kommunen zu verankern, Die im Oktober 2012
durch das zze vorgelegte Nacherhebung beschreibt, wie Kommunen diese
Aktivitäten auch nach Ende der Projektlaufzeit weiter fortführen.
Die gesellschaftliche Teilhabe und den Erhalt der Selbstständigkeit älterer
Menschen zu fördern und zu unterstützen, ist ferner Ziel in folgenden Programmen
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ):
Um der Vielfalt des Alters gerecht zu werden, fördert das BMFSFJ realistische,
differenzierte Bilder vom Alter mit dem Programm „Altersbilder“. Damit
wurde eine Plattform geschaffen, die Erkenntnisse des Sechsten Altenberichts
zu den Altersbildern in der Gesellschaft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
macht. Es werden dabei nicht nur die Auswirkungen spezifischer Altersbilder in
den unterschiedlichen Lebensbereichen aufgezeigt, sondern auch alle
gesellschaftlichen Akteure für potenziell negative Auswirkungen bestimmter
Altersbilder sensibilisiert.
Das Förderprogramm „Zuhause im Alter – Soziales Wohnen“ entwickelt
gemeinsam mit Wohlfahrtsverbänden, Zivilgesellschaft, Seniorenorganisationen,
Handwerk, Kommunen und Wohnungsverbänden Projekte, die es älteren
Menschen ermöglichen, so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu
wohnen und zugleich aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Gesundheitssport und Fitness in der zweiten Lebenshälfte werden unterstützt
mit dem Kooperationsprojekt des Deutschen Olympischen Sportbundes „AUF
(Aktiv Und Fit) Leben“ sowie dem abgeschlossenen Projekt
„Bewegungsnetzwerk 50plus“, um neue Zugangswege für ältere Menschen zu Sport und
Bewegung zu erschließen.
2. Erhebt die Bundesregierung eine Statistik darüber, wie viele Seniorinnen
und Senioren sich ehrenamtlich engagieren?
Falls nein, warum nicht, und für wann ist eine solche Statistik angedacht?
Die Berichterstattung zu freiwilligem Engagement von älteren Menschen findet
unter anderem auf Basis von Erkenntnissen des Freiwilligensurveys, des
Deutschen Alterssurveys sowie der Zeitbudgeterhebung statt. Der Freiwilligensurvey
ist eine repräsentative telefonische Befragung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit
und bürgerschaftlichem Engagement, die sich an Personen ab 14 Jahren richtet
und in den Jahren 1999, 2004 und 2009 erhoben wurde. Freiwilliges Engage-
Drucksache 17/11443 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodement und die Bereitschaft zum Engagement können differenziert nach
Bevölkerungsgruppen und Landesteilen dargestellt werden. Die Verbreitung freiwilligen
Engagements insgesamt wird anhand der Engagementquote abgebildet, in deren
Berechnung das für vierzehn gesellschaftliche Bereiche abgefragte Engagement
eingeht. Die Engagementquote berichtet entsprechend des allgemeinen Anteils
aller freiwillig Engagierter in der Bevölkerung und kann für spezifische
Altersgruppen gesondert ausgewiesen werden. Aus Daten des Freiwilligensurveys
kann entnommen werden, dass rund 30 Prozent der Rentner/-innen sich
bürgerschaftlich engagieren: In der Altersgruppe von 55 bis unter 65 Jahre engagieren
sich 40,2 Prozent der Männer und 33,1 Prozent der Frauen (insgesamt 36
Prozent); in der Altersgruppe 65 Jahre und älter sind es 31,7 Prozent der Männer
und 22,3 Prozent der Frauen (insgesamt 26,1 Prozent). Die Engagementquote
älterer Menschen insgesamt ist gegenüber 1999 gestiegen. Bemerkenswert ist
dabei der deutliche Anstieg der Quote Älterer zwischen 65 und 74 Jahren. Es
wird davon ausgegangen, dass diejenigen, die bereits vor 10 Jahren engagiert
und um die 60 Jahre alt waren, ihr Engagement beibehalten haben.
Der Deutsche Alterssurvey ist eine bundesweit repräsentative Befragung von
Personen in der zweiten Lebenshälfte (40 Jahre und älter), die in den Jahren
1996, 2002 und 2008 erhoben wurde. Die Befragten geben Auskunft zu ihrer
Lebenssituation, unter anderem zu ihrem beruflichen Status oder ihrem Leben
im Ruhestand, zu gesellschaftlicher Partizipation und nachberuflichen
Aktivitäten, zu wirtschaftlicher Lage und Wohnsituation, zu familiären und sonstigen
sozialen Kontakten sowie zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebenszielen.
Die Zeitbudgeterhebungen des Statistischen Bundesamtes gehören zu den
umfassendsten Studien zur Zeitverwendung in Deutschland und erfassen unter
anderem auch die für freiwilliges Engagement aufgewendete Zeit. Die
Zeitbudgeterhebungen wurden bisher zweimal – 1991/1992 und 2001/2002 – vom
Statistischen Bundesamt zusammen mit den Statistischen Ämtern der Länder
durchgeführt. Die Stichprobenauswahl erfolgte nach einem Quotenverfahren.
Dabei wurden mehr als 5 400 Haushalte mit über 12 000 Personen und
insgesamt rund 37 000 Tagesabläufe erfasst. Die gewonnenen Daten wurden an den
Mikrozensus angepasst und auf die Bevölkerung ab 10 Jahren in
Privathaushalten hochgerechnet.
3. In welchen Bereichen engagieren sich Seniorinnen und Senioren nach
Kenntnis der Bundesregierung (bitte in absoluten Zahlen, nach
Altersgruppen [ab 55. Lebensjahr], Geschlecht, Ort, Art der Tätigkeit, Name des
Verbandes/des Trägers etc. aufschlüsseln)?
In Tabelle 1 finden sich die Bereiche, in denen Menschen ab 55 Jahren
engagiert sind, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen und Geschlecht. Der Wohnort
der Befragten sowie der Name des Verbandes/des Trägers sind aus
Datenschutzgründen nicht im Datensatz des Freiwilligensurveys enthalten.
Lesehilfe Tabelle 1: Von allen Personen ab 55 Jahren engagieren sich 10
Prozent im Bereich Kultur und Geselligkeit, 9,9 Prozent im Bereich Soziales und
Gesundheit, sowie 7,1 Prozent im Bereich Sport. Die hier berichteten
Prozentzahlen beziehen sich auf die prozentualen Anteile nach Gewichtung.
D
eu
tsch
er B
u
n
d
estag
–
1
7
. W
ah
lp
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–
5
–
D
ru
cksach
e 17/11443
iche die Prozentzahl der insgesamt freiwillig Engagierten.
ol., berufl.
teressenertretung
Kirche,
Religion
Justiz,
Rettungsdienst
Sonst.
,4 7,0 1,8 2,1
,7 7,0 3,0 1,9
,2 7,2 1,5 2,7
,7 6,7 0,2 1,1
,4 8,0 0,8 1,1
,0 5,9 3,0 3,4Tabelle 1. Anteil Engagierter ab 55 Jahren in gesellschaftlichen Bereichen, nach Altersgruppen und Geschlecht
Anmerkungen: Freiwilligensurvey 2009, alle Angaben gewichtet.
Für die Engagement-Bereiche waren Mehrfachangaben möglich, daher übersteigt die Summe der Prozentzahlen aller einzelnen Bere
Freiwillig
Engagierte
GESAMT
Sport Kultur ,
Geselligkeit
Soziales,
Gesundheit
Schule/
Kinder garten,
Jugend-,
Erwachsenenarbeit
Umwelt,
Natur -,
Tierschutz
P
In
v
% aller Befragter ab 55 31,4 7,1 10,0 9,9 3,6 3,2 4
AL TERSGRUPPEN
% aller Befragter von 55 bis 64 35,3 8,2 11,4 9,9 4,7 3,2 5
% aller Befragter von 65 bis 74 33,4 7,9 10,8 11,7 3,2 3,8 4
% aller Befragter ab 75 20,0 3,6 6,2 6,7 2,4 2,1 2
GESCHLECHT
% aller Frauen ab 55 27,4 4,6 8,5 11,1 3,0 2,5 2
% aller Männer ab 55 36,4 10,7 12,2 8,6 4,1 4,2 7
Drucksache 17/11443 – 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode4. Wie viele Seniorinnen und Senioren machen einen Freiwilligendienst (bitte
nach Dienst, Alter, Geschlecht, Ort und Tätigkeitsbereich aufschlüsseln)?
Im Bundesfreiwilligendienst befinden sich im Oktober 2012 37 237
Bundesfreiwillige im Dienst. 18,7 Prozent dieser Freiwilligen sind zwischen 51 und
65 Jahre alt, 2,59 Prozent sind älter als 65 Jahre. Bezogen auf die Gesamtheit
aller Bundesfreiwilligen beträgt der Anteil der Frauen 50,48 Prozent.
Zu den Einsatzbereichen liegen keine Statistiken vor.
5. Wie viele dieser Freiwilligen arbeiten jeweils in den verschiedenen
Vereinen, Verbänden und Organisationen (u. a. AWO, Deutsches Rotes Kreuz
e. V., Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V.,
Deutscher Caritasverband e. V., die einzelnen Mitgliedsorganisationen des
Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband e. V.)?
Die Aufteilung aller Bundesfreiwilligen seit Einführung des
Bundesfreiwilligendienstes (BFD), die älter als 55 Jahre alt sind, auf die einzelnen
Zentralstellen ist in folgender Tabelle dargestellt.
6. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung bezüglich der
Bildungsabschlüsse, über die Einkommenssituationen und den Erwerbsstatus
(arbeitslos, selbstständig usw.) der Menschen ab 55 Jahren, die sich ehrenamtlich
engagieren (bitte in Altersgruppen ab 55 Jahren aufschlüsseln)?
Bildungsabschlüsse und Erwerbsstatus der Engagierten ab 55 Jahren finden
sich in den Tabellen 2 und 3.
Name 2011 2012 2013 2014 2015 Gesamt
Arbeiter-Samariter Bund Deutschland e. V. 50 69 0 0 0 119 1,41%
AWO Bundesverband e.V. 91 123 1 0 0 215 2,55%
Bundesverband Deutsche Tafel e. V. 20 240 3 0 0 263 3,11%
BUND 6 33 0 0 0 39 0,46%
BAFzA 298 1 235 847 2 0 2 382 28,20%
BAFzA 675 1 454 854 2 0 2 985 35,34%
BKJ 3 154 2 0 0 159 1,88%
Deutsche Sportjugend 36 134 1 0 0 171 2,02%
Deutscher Caritasverband e. V. 136 190 1 0 0 327 3,87%
DLRG Bundesgeschäftsstelle 0 1 0 0 0 1 0,01%
DPWV Gesamtverband e. V. 159 325 1 0 0 485 5,74%
DRK Generalsekretariat 138 149 0 0 0 287 3,40%
Evangelische Freiwilligendienste 147 237 2 0 0 386 4,57%
ÖBFD beim FÖF e. V. c/o Stiftung
Naturschutz Berlin
9 42 0 0 0 51 0,60%
Internationaler Bund 115 164 20 0 0 299 3,54%
Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. 18 24 0 0 0 42 0,50%
Malteser Hilfsdienst e. V. 14 34 0 0 0 48 0,57%
NABU Bundesgeschäftsstelle 11 70 0 0 0 81 0,96%
ASC Göttingen v. 1846 e. V. 0 38 0 0 0 38 0,45%
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in
Deutschland
0 64 4 0 0 68 0,81%
1 926 4 780 1 736 4 0 8 446 100,00%
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/11443Lesehilfe Tabelle 2: Laut Freiwilligensurvey 2009 verfügen 26,1 Prozent der
Engagierten ab 55 Jahren lediglich über einen Volks-/Hauptschulabschluss und
25,5 Prozent über ein abgeschlossenes Hochschulstudium.
Tabelle 2. Bildungsabschlüsse der Engagierten ab 55 Jahren
Anmerkungen: Freiwilligensurvey 2009, alle Angaben gewichtet.
Lesehilfe Tabelle 3: Insgesamt sind 26,5 Prozent der Engagierten ab 55
erwerbstätig; unter den 55- bis 64-jährigen Engagierten beträgt der entsprechende
Anteil 59,3 Prozent.
Tabelle 3. Erwerbsstatus der Engagierten ab 55 Jahren
Anmerkungen: Freiwilligensurvey 2009, alle Angaben gewichtet.
Über die Einkommenssituation gibt es im Datensatz des Freiwilligensurveys
2009 keine Erkenntnisse, da das Haushaltsnettoeinkommen nicht erfasst wird.
Nach Berechnungen des ISG 2011 auf der Grundlage des Freiwilligensurveys
2009 korreliert die Engagementquote bei der Altersgruppe der 55 bis 64-
Jährigen sowie bei den jüngeren Senioren im Alter von 65 bis 74 Jahren mit dem
Einkommensniveau: Je höher das Einkommen ist, desto höher fällt auch die
Engagementquote aus. Dieser Zusammenhang geht allerdings bei älteren
Menschen ab 75 Jahren zurück (hier scheinen andere Faktoren wie Gesundheit und
Leistungsfähigkeit ausschlaggebender zu werden). Gleiche Korrelationen
wurden für die Mitgliedschaft in Vereinen und Organisationen ermittelt.
7. Seit wann erhebt die Bundesregierung die Daten über den Erwerbsstatus
der ehrenamtlich und bürgerschaftlich engagierten Menschen, bzw. wann
plant die Bundesregierung, diese Daten zu erheben (bitte begründen)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
Der Freiwilligensurvey erfasst sowohl das freiwillige Engagement als auch den
Erwerbsstatus. Erhebungen des Freiwilligensurveys werden seit 1999
durchgeführt.
Auch im Deutschen Alterssurvey werden ehrenamtliches Engagement und
Erwerbsstatus erhoben. Der Alterssurvey wird seit 1996 als kombinierte
Querschnitt- und Panelerhebung durchgeführt.
Kein
Abschl.
Volks-/
Hauptschule
Mittl.
Reife
Fachhochschulreife
Hochschulreife
Hochschulstud.
% aller Engagierten ab 55 0,4 26,1 28,3 10,2 9,2 25,5
ALTERSGRUPPEN
% aller Engagierten von 55 bis 64 0,0 23,7 28,6 9,2 8,8 29,4
% aller Engagierten von 65 bis 74 0,8 28,8 27,8 10,9 8,8 22,7
% aller Engagierten ab 75 0,3 24,5 29,1 11,0 11,9 23,2
Erwerbstätig Arbeitslos Hausfrau,
Hausmann
RenterIn,
PensionärIn
Sonstiges
% aller Engagierten ab 55 26,5 2,4 5,0 64,7 1,3
ALTERSGRUPPEN
% aller Engagierten von 55 bis 64 59,3 5,9 6,6 25,5 2,6
% aller Engagierten von 65 bis 74 4,4 0,0 2,9 92,2 0,5
% aller Engagierten ab 75 1,8 0,0 7,3 90,8 0,0
Drucksache 17/11443 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode8. Wie viele Stunden engagieren sich Menschen ab 55 Jahren nach Kenntnis
der Bundesregierung bürgerschaftlich und ehrenamtlich pro Jahr (bitte
nach Altersgruppen ab 55 Jahren, Ort, Geschlecht, Art der Tätigkeit,
insgesamt und im Durchschnitt aufschlüsseln)?
Die freiwillig geleisteten Stunden für bürgerschaftliches Engagement finden
sich in Tabelle 4.
Lesehilfe Tabelle 4: Freiwillig engagierte Frauen im Alter von 55 bis 64 Jahren
verwenden pro Jahr durchschnittlich 173 Stunden auf ihr Engagement,
freiwillig engagierte Männer in dieser Altersgruppe verwenden 192 Stunden darauf.
Tabelle 4. Durchschnittliche Zahl der freiwillig geleisteten Jahresstunden aller
Engagierten ab 55 Jahre in Deutschland, nach Altersgruppen und Geschlecht
Anmerkungen: Freiwilligensurvey 2009, alle Angaben gewichtet.
Die durchschnittliche Jahresstundenzahl bezieht sich auf das von den Befragten ausgeübte
zeitaufwändigste Engagement.
9. Wie sehen bezüglich der investierten Stunden nach Kenntnis der
Bundesregierung die Veränderungen (mehr oder weniger Stunden) zu den
vergangenen Jahrzehnten (bis 1990) aus (bitte in Fünfjahresschritten aufschlüsseln)?
a) Welche Veränderungen sind seit dem Jahr 2000 feststellbar (bitte
begründen)?
b) Wie erklärt sich die Bundesregierung die beobachteten Entwicklungen,
und welche Schlüsse zieht sie daraus?
Es liegen aus dem Freiwilligensurvey keine Daten vor, die eine belastbare und
vollständige Beantwortung der Frage ermöglichen.
Folgende Informationen, die zu dem fraglichen Themenbereich gehören, stehen
nach Erhebungen des aktuellen Freiwilligensurveys zur Verfügung.
Zeitaufwand pro Tätigkeit: In ihre wichtigste Tätigkeit investierten die
Freiwilligen 1999 durchschnittlich 18 Stunden pro Monat. Bis 2009 reduzierte sich
dieser Zeitaufwand auf 16 Stunden. Besonders deutlich war der Rückgang bei
älteren Engagierten, die sich auch in diesem Punkt an die mittleren
Altersgruppen anpassten. Der gesunkene Zeitaufwand bei den älteren Freiwilligen wird
jedoch durch den inzwischen höheren Anteil von Seniorinnen und Senioren im
Engagement kompensiert.
Gründe für die wachsende Beteiligung Älterer (vgl. Abbildung III 2-4) könnte
der moderne Lebensstil und eine verhältnismäßig gute ökonomische Situation
sowie ein sich veränderndes Altersbild sein (vgl. S. 81).
GESCHLECHT 55 bis 64 Jahre 65 bis 74 Jahre ab 75 Jahre
Frauen 173 195 159
Männer 192 240 198
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/11443Abbildung III 2-4
Freiwillig Engagierte nach 13 Altersgruppe
Bevölkerung ab 14 Jahren, Angaben in Prozent, 1999 und 2009
Quelle: Freiwilligensurveys 1999, 2009
10. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der volkswirtschaftliche
Beitrag (in Euro und in Prozent des Bruttoinlandsprodukts/
Bruttosozialprodukts) des bürgerschaftlichen Engagements und speziell der Beitrag
von Menschen ab 55 Jahren?
Ehrenamtliches Engagement wird nach den international gültigen Regeln der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen4 in der Regel nur dann einbezogen,
wenn es entgeltlich erfolgt. Darüber hinaus sollen freiwillig übernommene
(unentgeltliche) Tätigkeiten5 einbezogen werden, wenn sie zur Erstellung von
Waren führen (z. B. dem Bau einer Wohnung, einer Kirche oder eines sonstigen
Gebäudes). Ausgenommen sind dagegen freiwillig übernommene
Dienstleistungen, wie z. B. unentgeltliche Hausmeister- oder Reinigungsarbeiten.
Vor diesem Hintergrund ist der Beitrag des ehrenamtlichen Engagements zum
Bruttoinlandsprodukt nicht bekannt und wird in der amtlichen Statistik nicht
ermittelt; das gehört auch nicht zum international vereinbarten
Aufgabenprogramm der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Eine noch weitergehende
Aufgliederung nach Altersklassen liegt ebenfalls nicht vor.
4 Vgl. Verordnung Europäische Gemeinschaft (EG) Nummer 2223/96 des Rates vom 25. Juni 1996 zum
Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen auf nationaler und regionaler Ebene in
der Europäischen Gemeinschaft (ABl. EG Nr. L 310 S. 1), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr.
715/2010 der Kommission vom 10. August 2010 (ABl. L 210 vom 11.8.2010, S. 1). Siehe insbesondere
Artikel 2 Absatz 1 („Methodik“) i. V. m. Anhang A, Kapitel 1, Nr. 1.05.g) – „Merkmale der ESVG-
Konzepte“ (monetäre Tatbestände) und Nr. 1.13.b) – „ehrenamtlich erbrachte Tätigkeiten“.
5 Ebenda, Kapitel 3, Nr. 3.08.e) – Bestimmungen darüber, was die Produktion umfasst.
Drucksache 17/11443 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode11. Wie groß ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des
bürgerschaftlichen Engagements von Menschen ab 55 Jahren an der
Gesamtarbeitszeit in Bezug auf die Gesamtarbeitszeit der Gesamtbevölkerung
und der Gesamtarbeitszeit der Bevölkerung ab 55 Jahren (bitte für
Gesamtdeutschland und die einzelnen Bundesländer, absolut und prozentual
sowie ab dem Jahr 2000 pro Jahr aufschlüsseln)?
In der letzten Zeitbudgeterhebung 2001/02 wurde die Frage zum
ehrenamtlichen Engagement, freiwilligen Engagement und informellen Hilfe erhoben6.
Eine Auswertung kann aufgrund der kleinen Fallzahlen in der Stichprobe
allerdings nur für die Personengruppe zwischen 45 und 64 Jahren für den Bund
insgesamt durchgeführt werden7. In dieser Altersgruppe werden durchschnittlich
30 Minuten täglich für ehrenamtliche Tätigkeiten verwendet und 2 Stunden und
43 Minuten für Erwerbstätigkeit. Im Vergleich dazu betragen die
Durchschnittswerte für „alle Personen“ (d. h. alle Altersgruppen ab 10 Jahren) für das
Ehrenamt 24 Minuten und für die Erwerbstätigkeit 2 Stunden und 27 Minuten.
Die neue Erhebung zur Zeitverwendung 2012/2013 hat begonnen: Seit August
2012 werden in einem Zeitraum von einem Jahr ca. 5 000 Haushalte mit rund
12 000 Personen zu ihrem individuellen Zeitverhalten befragt. Dabei wird ein
Haushaltsfragebogen und von jeder Person ab 10 Jahren im Haushalt ein
Personenfragebogen ausgefüllt. Zusätzlich wird über drei Tage ein Tagebuch zur
Zeitverwendung geführt. Mit Ergebnissen aus der neuen
Zeitverwendungserhebung ist in 2015 zu rechnen.
12. Wie hat sich das bürgerschaftliche Engagement von über 55-Jährigen
(Ehrenamt und Freiwilligendienste bitte einzeln aufschlüsseln) nach
Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2000 sowohl in
Arbeitsstunden, der Art der Tätigkeit und in der Anzahl der Aktiven entwickelt (bitte
nach Jahren in absoluten Zahlen aufschlüsseln)?
Es liegen aus dem Freiwilligensurvey keine Daten vor, die eine belastbare
Beantwortung der Frage ermöglichen.
13. Wie gestaltet sich die Altersstruktur im Bundesfreiwilligendienst ab
55 Jahren (bitte jedes Lebensjahr einzeln ausführen)?
Die Übersicht der Altersstruktur im BFD seit dem 1. Juli 2011 gestaltet sich wie
folgt:
Dienstbeginn Bundesfreiwilligendienst nach Alter
6 Vgl. hierzu Zeitbudgets – Tabellenband I – 2001/2002, Tabellenteil 1 und 1.4.
7 Weitere methodische Erläuterungen und Auswertungen zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten finden sich
bei Kahle, Dr. Irene und Dieter Schäfer, Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement – Ergebnisse
der Zeitbudgeterhebung 2001/2002 in: Wirtschaft und Statistik, Nr. 4/2005, Seite 311–317.
Alter
55 566
56 588
57 678
58 582
59 669
60 621
61 516
62 469
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/1144314. Wie gestaltet sich die Bildungsstruktur im Bundesfreiwilligendienst ab
55 Jahren?
Wie viele ältere Menschen nehmen wo, über welchen Zeitraum, an
welchen Bildungsveranstaltungen teil?
Gemäß § 4 Absatz 3 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes beteiligen sich über
27-jährige Bundesfreiwillige im angemessenen Umfang an Seminaren;
einvernehmlich mit den Zentralstellen ist mindestens ein Bildungstag pro Monat
festgelegt. Statistiken über die Verteilung nach Ort, Zeit und Art der
Bildungsveranstaltungen liegen dem BMFSFJ nicht vor.
15. Wie wird sich die Zahl der sich engagierenden
Bundesfreiwilligendienstleistenden ab 55 Jahren, nach Annahme der Bundesregierung, weiter
entwickeln?
Welche Entwicklung strebt die Bundesregierung an, und welche
Maßnahmen unternimmt sie in diesem Sinne?
Eine Prognose zur Entwicklung des BFD nach Altersgruppen kann derzeit
– 16 Monate nach Beginn des BFD – noch nicht erstellt werden.
16. In welchen Bereichen sind die Bundesfreiwilligendienstleistenden von
55 Jahren bis 65 Jahren eingesetzt (bitte nach absoluten und relativen
63 321
64 281
65 267
66 184
67 144
68 153
69 116
70 92
71 61
72 45
73 44
74 31
75 17
76 4
77 13
78 13
79 4
80 2
81 2
82 1
83 3
84 1
85 1
Gesamt 6489
Alter
Drucksache 17/11443 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeZahlen, Orten – in Städten über und unter 100 000 Einwohnern,
Geschlecht, Alter, Einsatzbereichen in der sozialen Arbeit wie Altenpflege,
Unterstützung der Menschen mit Behinderung, Kinder- und Jugendhilfe
etc. aufschlüsseln)?
Zahlenangaben in der gewünschten Aufschlüsselung liegen nicht vor.
Hinsichtlich der Aufteilung auf die einzelnen Zentralstellen wird auf die Tabelle in der
Antwort zu Frage 5 verwiesen.
Die Aufteilung des Bundesfreiwilligen im Dienst auf die einzelnen Länder ist
der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
BFD im Dienst Oktober 2012
17. In welchen Bereichen sind die Bundesfreiwilligendienstleistenden ab
65 Jahren eingesetzt (bitte in absoluten Zahlen, Art der Tätigkeit, Name
des Verbandes/des Trägers etc. aufschlüsseln)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 16 verwiesen.
18. Aus welcher Erwerbssituation haben sich nach Kenntnis der
Bundesregierung die Bundesfreiwilligendienstleistenden ab 55 Jahren angemeldet?
Wie wird diese ermittelt, oder warum erhebt die Bundesregierung diese
Daten nicht?
Die Erwerbssituation vor Beginn des BFD ist kein Bestandteil der BFD-
Vereinbarung und wird statistisch nicht erfasst.
Altersgruppen < 27 27 bis 50 51 bis 65 > 65 gesamt
Bundesland ▼ Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Frauen Männer Summe
Schleswig-
Holstein
437 526 42 57 33 48 6 9 518 640 1 158
Hamburg 382 366 33 22 16 27 1 2 432 417 849
Niedersachsen 1 287 1 324 132 137 116 105 23 42 1 558 1 608 3 166
Bremen 118 99 13 16 19 11 1 0 151 126 277
Nordrhein-
Westfalen
2 985 2 859 301 343 235 273 34 64 3 555 3 539 7 094
Hessen 618 747 118 110 66 106 8 21 810 984 1 794
Rheinland-
Pfalz
434 449 76 63 39 43 4 11 553 5
66
1 119
Baden
Württemberg
1 797 2 108 232 181 110 151 21 34 2 160 2 474 4 634
Bayern 1 228 1 501 115 105 73 107 18 29 1 434 1 742 3 176
Saarland 150 135 22 13 9 7 5 1 186 156 342
Berlin 328 306 116 119 117 180 19 34 580 639 1 219
Brandenburg 173 206 351 235 433 284 29 32 986 7 57 1 743
Mecklenburg-
Vorpommern
178 237 144 147 174 207 8 23 504 614 1 118
Sachsen 430 499 1 105 628 1 170 872 112 173 2 817 2 172 4 989
Sachsen-Anhalt 193 187 456 283 510 383 35 42 1 194 895 2 089
Thüringen 196 201 549 355 574 468 41 86 1 360 1 110 2 470
Bund 10 934 11 750 3 805 2 814 3 694 3 272 365 603 18 798 18 439 37 237
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/1144319. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Motivation der
Bundesfreiwilligendienstleistenden ab 55 Jahren, sich im
Bundesfreiwilligendienst zu engagieren?
Erkenntnisse zur Motivationslage der Freiwilligen liegen der Bundesregierung
derzeit nicht vor. Diesbezügliche Fragestellungen sollen jedoch im Rahmen der
angelaufenen gemeinsamen Evaluation des BFD und der
Jugendfreiwilligendienste aufgegriffen werden.
20. Wie beurteilt die Bundesregierung die indirekte Vermittlung von
Bundesfreiwilligendienststellen über die Bundesagentur für Arbeit/Jobcenter?
Wie reagiert die Bundesregierung auf Schilderungen nach einem „sanften
Druck“, dass Erwerbslose und gerade Ältere einen solchen Dienst
aufnehmen sollen?
Die Bundesagentur für Arbeit betreibt keine Vermittlung in Stellen des BFD. Es
erfolgt auch keine gezielte Akquise von Stellen für Freiwilligendienste. Initiativ
von Trägern des BFD angebotene Plätze können auf deren ausdrücklichen
Wunsch in die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen
werden.
Im Beratungsgespräch erteilen gemeinsame Einrichtungen und Agenturen für
Arbeit auf Nachfrage Auskünfte und verweisen auf Informationsquellen (z. B.
BAFzA). Es erfolgt aber grundsätzlich keine Initiativberatung. Ergänzend wird
auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
„Weiterentwicklung des Bundesfreiwilligendienstes“ (Bundestagsdrucksache 17/9548,
Antwort zu Frage 27) hingewiesen.
21. In welcher Form sieht die Bundesregierung das Freiwilligenprinzip
verletzt (bitte begründen)?
Die Agenturen für Arbeit und die gemeinsamen Einrichtungen sind
angewiesen, das Prinzip der Freiwilligkeit zu wahren. Die Bundesregierung geht somit
davon aus, dass sich grundsätzlich alle Beteiligten an das Prinzip der
Freiwilligkeit halten.
22. Tragen der Bundesfreiwilligendienst und auch generelles
bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen dazu bei, dass diese – sofern
gewünscht – den „Sprung“ auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen?
Wie viele ältere Menschen schaffen diesen Sprung, in welchen Bereichen
arbeiten sie dann, und eignen sich Bundesfreiwilligendienst oder eine
sonstige freiwillige Tätigkeit am ehesten (welche?), diesen Sprung zu
schaffen (bitte begründen und aufschlüsseln)?
Es liegen keine Erkenntnisse vor, ob und von welchen Plätzen des BFD
Übergänge in welche Stellen des ersten Arbeitsmarkts erfolgen bzw. welche Art des
BFD diesem Zweck besonders zuträglich ist.
23. Welche Meinung hat die Bundesregierung zu dem neuen
Engagementsektor von Leihgroßeltern?
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Umfang der
Arbeit der dort engagierten Seniorinnen und Senioren?
Großelterndienste oder vergleichbare Initiativen, wie z. B. Leihomas/-opas,
Wunschgroßeltern oder Familienpaten (hier zusammengefasst als Großeltern-
Drucksache 17/11443 – 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodedienste) sind eine generationsübergreifende Form des bürgerschaftlichen
Engagements, die für ältere Mitbürger, Familien und Kinder einen sehr positiven
Effekt haben. Auf Grund der oft großen räumlichen Entfernung zwischen den
Generationen infolge beruflich bedingter Mobilität gestaltet sich die familiäre
Unterstützung zwischen den Generationen heute zunehmend schwierig. Parallel
dazu ist mit der steigenden Lebenserwartung die Suche nach sinnstiftender
Beschäftigung verbunden.
Diese Wandlungsprozesse erzeugen einerseits individuelle Wünsche, wie z. B.
den Wunsch nach Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen. Andererseits ist
die Gesellschaft auf verstärktes und besser koordiniertes ehrenamtliches
Engagement gerade älterer Menschen angewiesen.
Das BMFSFJ prüft derzeit, wie ein Unterstützungs- und Begleitsystem für das
Engagement der Großelterndienste angeboten werden kann, um bundesweit
Qualität, Wissenstransfer und Vernetzung zu befördern. Mit dem Aufbau
tragfähiger Strukturen und Angebote kann dem gesellschaftlichen Anspruch,
gezielt auf das Engagement, die Erfahrungen und die verfügbare Zeit älterer
Menschen zu setzen sowie den individuellen Wünschen nach einem
generationenübergreifenden Miteinander und einem aktiven Altern entsprochen werden.
Bereits seit 2006 fördert das BMFSFJ über die beiden Aktionsprogramme
Mehrgenerationenhäuser I und II vielfältige Aktivitäten in diesem Bereich:
Großelterndienste, Lesepaten und Mentoren gehören zum Standardangebot fast
aller Mehrgenerationenhäuser. Neben den sehr positiven Effekten dieser
Angebote auf Jung und Alt und das gesellschaftliche Miteinander haben viele
Kommunen erkannt, dass durch die Großelterndienste ein wesentlicher Beitrag zur
besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet wird. Dies ist
mittlerweile ein arbeitsmarktrelevanter Standortfaktor identifiziert worden.
24. Welche Meinung vertritt die Bundesregierung zu den Au-pair-
Dienstleistern für ältere Au-pairs, z. B. „Granny Au-pair“?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Eine Nachfrage bei
der Geschäftsstelle der Gütegemeinschaft Au-pair (IJAB) hat ergeben, dass
nach dortigem Kenntnisstand keine der in der Gütegemeinschaft Au-pair
zusammengeschlossenen Agenturen mit Seniorinnen und Senioren arbeitet.
25. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den Umfang und die
Art der Arbeit der dort engagierten Seniorinnen und Senioren?
Es wird auf die Antwort zu Frage 24 verwiesen.
26. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie viele Stunden
in der Kinderbetreuung durch Leihomas und -opas eingespart werden,
und wie hoch der finanzielle Effekt dieser Einsparung ist?
Strebt die Bundesregierung eine Ausweitung an?
Wenn ja, in welchem Ausmaß und mit welcher Begründung (bitte jeweils
begründen)?
27. Wie hoch ist nach Auffassung der Bundesregierung der wirtschaftliche
Wert der Kinderbetreuung durch die Großeltern?
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 15 – Drucksache 17/11443Wie viele Stunden betreuen Großeltern ihre Enkel nach Kenntnis der
Bundesregierung im Durchschnitt, und wie viele Stunden sind es
insgesamt?
Die Fragen 26 und 27 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Daten des Deutschen Alterssurveys aus dem Jahr 2008 betreuen 24,7
Prozent der 40- bis 85-jährigen Großeltern regelmäßig eines oder mehrerer ihrer
Enkelkinder, von den 55- bis 69-jährigen Großeltern sind es 30,7 Prozent.
Großeltern, die sich mindestens einmal im Monat an der Betreuung von
Enkelkindern beteiligen, wenden für die Betreuung ihrer Enkel (und anderer Kinder,
die nicht ihre eigenen sind) pro Jahr im Durchschnitt 612 Stunden auf.8 Unter
Berücksichtigung der genannten Kinderbetreuungsquote von 24,7 Prozent aller
Großeltern und ihres durchschnittlichen jährlichen Zeitaufwands hierfür haben
die ca. 17,9 Millionen 40- bis unter 85-jährigen Personen mit Enkelkindern in
Deutschland im Jahr 2008 zusammen rund 2,7 Milliarden Stunden für private
Kinderbetreuung eingesetzt.
Laut DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A)
wurden 2009 29,1 Prozent aller Kinder im Alter von Null und dem abgeschlossenen
vierten Lebensjahr auch durch ihre Großeltern betreut.
Der Umfang der Betreuung stellt sich wie folgt dar:
Der wirtschaftliche Wert der Betreuung durch die Großeltern lässt sich aus
dieser Erhebung nicht ermitteln.
28. Wie hoch ist nach Auffassung der Bundesregierung der wirtschaftliche
Wert der Kinderbetreuung durch Leihomas und -opas (bitte begründen)?
Wie viele Stunden werden Kleinkinder nach Kenntnis der
Bundesregierung von Leihomas und -opas betreut (bitte nach Geschlecht, Bundesland
etc. aufschlüsseln)?
Es liegen keine Erkenntnisse vor.
8 Die durchschnittliche Stundenzahl pro Jahr wurde aus den Angaben zu den Betreuungsstunden pro
Tag, pro Woche oder pro Monat berechnet.
Prozent
bis 5 Stunden 52,6
5 bis 10 Stunden 13,5
10 bis 15 Stunden 12,5
15 bis 20 Stunden 9,3
21 bis 25 Stunden 3,3
26 bis 30 Stunden 3,3
31 bis 35 Stunden 0,3
36 und mehr Stunden 5,2
Quelle: AID:A 2009, Berechnungen des DJI n= 1303
Drucksache 17/11443 – 16 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode29. Hat die Bundesregierung Erkenntnisse darüber, wie viele Seniorinnen und
Senioren sich in nachbarschaftlichen Vereinen engagieren und welche
Aufgaben diese Seniorinnen und Senioren übernehmen?
Wenn ja, welche konkret?
Es liegen keine Erkenntnisse vor.
30. Ist der Bundesregierung bekannt, wie viele Seniorinnen und Senioren sich
in der Pflege engagieren und warum sie sich dort engagieren?
Es liegen keine Erkenntnisse vor.
31. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung darüber, wie groß der
Anteil der bürgerschaftlich engagierten älteren Migrantinnen und Migranten
ab 55 Jahren ist?
Der Zweite Integrationsindikatorenbericht, erstellt für die Beauftragte der
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Dezember 2011) zeigt
auf, dass die 40 bis 64-Jährigen mit Migrationshintergrund gleich stark politisch
engagiert sind wie jüngere Altersgruppen. Ihr Engagement liegt aber deutlich
unter dem der Personen ohne Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe.
Dies hängt wie auch bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund
maßgeblich mit dem Bildungsstand der Personen zusammen.
Die Mitgliedschaft der ab 65-jährigen Migrantinnen und Migranten in Vereinen,
Verbänden und sozialen Diensten hingegen liegt mit 43,1 Prozent besonders
hoch und auch geringfügig höher als bei Personen ohne Migrationshintergrund
(41,8 Prozent). Die Engagementquote liegt bei Personen mit
Migrationshintergrund in der Altersgruppe der 40 bis 64-Jährigen bei 29 Prozent und in der
Altersgruppe der ab 65-Jährigen bei 23,4 Prozent. Auch sind ältere
Migrantinnen und Migranten in Leitungsfunktionen in Vereinen oder anderen festen
Organisationsformen engagiert: 8,9 Prozent der ab 65-Jährigen und 9,6 Prozent
der 40 bis 64- Jährigen.
Im Rahmen der Studie „Freiwilliges Engagement von Migrantinnen und
Migranten – Vergleichende Fallstudien in multiethnischer Perspektive“, die im
Dezember 2012 vorgestellt wird, wurden 532 freiwillig Engagierte in
Nordrhein-Westfalen befragt, die selbst bzw. deren Eltern aus der Türkei (285) oder
aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion (247) nach Deutschland
gekommen waren. Der Zugang zu den Befragten erfolgte über die Organisationen, in
denen sie tätig sind.
Unter den Befragten waren 161 Personen im Alter von 55 Jahren und älter
(30 Prozent). Unter den Migrantinnen und Migranten aus der Türkei betrug der
Anteil der Älteren ab 55 Jahren 10 Prozent, (27 Personen) unter denjenigen aus
den Nachfolgestaaten der ehem. Sowjetunion mehr als die Hälfte (57 Prozent,
134 Personen). Es lassen sich daraus jedoch keine belastbaren Rückschlüsse
ziehen, wie hoch dieser Anteil in den jeweiligen Bevölkerungsgruppen ist.
32. In welchen Bereichen engagieren sich nach Kenntnis der
Bundesregierung Migrantinnen und Migranten ab 55 Jahren (bitte genau
aufschlüsseln)?
Mehr als die Hälfte der im Rahmen der Studie „Freiwilliges Engagement von
Migrantinnen und Migranten – Vergleichende Fallstudien in multiethnischer
Perspektive“ befragten Migrantinnen und Migranten ab 55 Jahren (53 Prozent)
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 17 – Drucksache 17/11443engagiert sich in traditionellen „deutschen“ Organisationen. Unter den
befragten älteren Migrantinnen und Migranten aus der Türkei ist dieser Anteil mit
einem Viertel (26 Prozent) geringer. Unter den befragten älteren Engagierten aus
dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion liegt der Anteil des Engagements in
den traditionellen Organisationen bei 58 Prozent.
Der größte Bereich des Engagements der befragten älteren Engagierten aus den
Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ist „Kirche und Religion“
(59 Prozent), hierunter v. a. Jüdische Gemeinden, darauf folgen „Kultur und
Musik“ (31 Prozent) sowie „Integration“ (20 Prozent). Die Fallzahlen der
befragten älteren Migrantinnen und Migranten aus der Türkei ist mit 27 Personen
zu klein, um belastbare Aussagen zu treffen. Die Mehrzahl von ihnen (17)
engagiert sich in der politischen Interessenvertretung, v. a. in Integrationsräten.
33. Hat die Bundesregierung vor, das Engagement von Migrantinnen und
Migranten ab 55 Jahren besonders zu fördern, und wenn ja, wie und warum?
Welche Zielvorstellung hat die Bundesregierung diesbezüglich in fünf
Jahren?
Wenn nein, warum nicht?
Das Engagement älterer Migrantinnen und Migranten wird von der
Bundesregierung gezielt gefördert. So ist in die „Öffentliche Bekanntmachung des
Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Ausschreibung von
Fördermittel für Projekte zur gesellschaftlichen und sozialen Integration im
Förderjahr 2013“ ein konkreter Themenschwerpunkt „Förderung der
gesellschaftlichen Teilhabe älterer Migrantinnen und Migranten durch ihre
Gewinnung für das Ehrenamt“ aufgenommen worden. Förderfähige Projekte zu dieser
Thematik haben das Ziel, ältere Migranten zum freiwilligen Engagement für
andere Senioren, aber auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund zu
motivieren. Ältere Menschen mit Migrationshintergrund über 55 Jahre sollen
für die generationsübergreifende Integrationsarbeit (z. B. als
„Integrationslotsen“) gewonnen werden, um Hilfe bei der Bewältigung von
Alltagsproblemen älterer oder jüngerer Menschen mit Migrationshintergrund zu leisten.
Gleichzeitig trägt dieses Signal, dass die älteren Migrantinnen und Migranten
von der Gesellschaft gebraucht werden und ihr Engagement anerkannt und
wertgeschätzt wird, zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins und
Zugehörigkeitsgefühls bei. Gefördert werden entsprechende Projekte mit einer Laufzeit von
bis zu drei Jahren.
Die Bundesregierung fördert darüber hinaus das Engagement von Migrantinnen
und Migranten aller Altersgruppen mit Hilfe unterschiedlicher Maßnahmen die
im 9. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge
und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in
Deutschland (Juni 2012, Bundestagsdrucksache 17/2400) aufgezeigt sind.
34. Plant die Bundesregierung, ein Seniorenmitwirkungsgesetz zu
verabschieden, und wenn ja, mit welchen Inhalten?
Ein Seniorenmitwirkungsgesetz plant die Bundesregierung nicht.
35. Sieht die Bundesregierung ein solches Gesetz als sinnvoll an (bitte
begründen), um darin neben der Mitwirkung von Senioren beim
bürgerschaftlichen Engagement auch konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten z. B.
im Gesetzgebungsprozess im Bund oder bei kommunalen und
länderspezifischen Entscheidungen festzuschreiben?
Drucksache 17/11443 – 18 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode36. Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung z. B. aus dem Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz, und sieht sie
darin Regelungen, die auf Bundesebene übernommen werden sollen?
Sieht die Bundesregierung ein solches Gesetz als gute Ergänzung zu
Regelungen, die das bürgerschaftliche Engagement von Senioren stärken
sollen, an (bitte begründen)?
Die Fragen 35 und 36 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet:
Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass die Interessen der älteren
Menschen durch die Seniorenorganisationen, insbesondere durch die
Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, hinreichend vertreten werden. Zur
Verabschiedung eines Seniorenmitwirkungsgesetzes auf Bundesebene wird
kein Handlungsbedarf gesehen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]