[Deutscher Bundestag Drucksache 18/1745
18. Wahlperiode 12.06.2014Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Sevim Dağdelen, Dr. Alexander S. Neu,
Heike Hänsel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/1539 –
Die Konflikte in der Republik Moldau vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und
die Beziehungen zwischen der NATO und der Republik Moldau
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nach der Loslösung von der Sowjetunion kam es in dem neu gegründeten Staat
Moldau zu zwei großen Territorialkonflikten. Die Zentralmacht in Chisinau
verlor de facto die Kontrolle über die beiden Gebiete Gagausien im Süden und
Transnistrien (eigentlich: Pridnestrowische Moldauische Republik bzw.
Pridnestrowje) im Osten des Landes. Im südmoldauisch gelegenen Gagausien
kam es zu kleineren Zwischenfällen, in deren Folge die Zentralregierung
faktisch keine Kontrolle mehr über dieses Gebiet ausübt (Jeff Chinn/Steven
D. Roper: Territorial autonomy in Gagauzia, in: Nationalities Papers: The
Journal of Nationalism and Ethnicity, Jg. 26 (1998), Nr. 1, S. 87 bis 101, hier:
S. 95). Die Regierungen der Republik Moldau und der selbst ernannten
„Republik Gagausien“ einigten sich im Jahr 1994 auf eine weitreichende Autonomie
Gagausiens. Dieses kam somit Mitte der 90er-Jahre in den moldauischen
Staatsverband.
Dagegen eskalierten die Auseinandersetzungen um Transnistrien zu einem
Krieg, in dem auch russische und rumänische Truppen involviert waren. Der
Transnistrien-Krieg endete nach wenigen Monaten im Jahr 1992 mit der
Einrichtung der Gemeinsamen Kontrollkommission aus moldauischen,
transnistrischen und russischen Soldaten, die gemeinsam eine Sicherheitszone
kontrollieren.
Die Ereignisse in der Ukraine „[…] nähren die Befürchtung, der Konflikt am
Dnjestr könnte neuerlich eskalieren“ (
www.faz.net/aktuell/politik/ausland/
moldau-der-naechste-konflikt-12829969.html). Bereits vor der Paraphierung
des Assoziierungsabkommens der Europäischen Union mit der Republik
Moldau vermuteten Experten des polnischen „Zentrums für Oststudien“, dass
in der Sicherheitszone bewaffnete Zusammenstöße realistisch seien (www.
osw.waw.pl/en/publikacje/osw-commentary/2012-10-23/could-
transnistriablock-moldovas-integration-eu). Die international nicht anerkannte
transnistrische De-facto-Regierung lehnt die Assoziierung Moldaus mit der
Europäischen Union offen ab (
www.osw.waw.pl/en/publikacje/osw-commentary/2012-
10-23/could-transnistria-block-moldovas-integration-eu). Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 10. Juni 2014 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/1745 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeIn einer im Herbst 2013 durchgeführten Umfrage in Kernmoldau gaben 42
Prozent der Befragten an, sie würden im Falle eines Referendums für den Beitritt
zur Europäischen Union stimmen – auf der anderen Seite bekundeten jedoch
38 Prozent, einen Beitritt zur Eurasischen Union (EaU) vorzuziehen
(
www.faz.net/aktuell/politik/ausland/moldau-der-naechste-konflikt-12829969.
html). In einer von der autonomen Regierung Gagausiens initiierten
Volksabstimmung in dieser Region stimmte Anfang Februar 2014 eine eindeutige
Mehrheit gegen eine Annäherung an die Europäische Union und sprach sich für
die Integration in die Zollunion/EaU aus (
www.eurasischesmagazin.de/ticker/
Moskau-nutzt-Minderheit-der-Gagausen-um-EU-Kurs-Moldaus-zu-stoeren/105).
Der Vorsitzende des transnistrischen Parlamentes, Michail Burla, wandte sich
Mitte März 2014 an die russische Duma mit der Bitte der Aufnahme
Transnistriens in die Russische Föderation (
www.faz.net/aktuell/politik/ausland/
europa/transnistrien-russlands-naechster-beitrittskandidat-12851911.html). Im
Jahr 2006 hatten bereits bei einem international nicht anerkannten Referendum
in Transnistrien 97,2 Prozent der Wahlteilnehmenden für den Anschluss an die
Russische Föderation gestimmt.
Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise äußerten sich Vertreter der
moldauischen Regierung dahingehend, dass sie eine „Absicherung der
Parlamentswahlen (in Moldau im November 2014) durch NATO-Streitkräfte“ wünschen
würden (ÖMZ, 03/2014).
1. Wie schätzt die Bundesregierung aktuell die allgemeine Sicherheitslage in
der Republik Moldau ein?
Die Bundesregierung bewertet die Sicherheitslage in der Republik Moldau
gegenwärtig als stabil. Die Bedrohungslage wird als „niedrig“ eingeschätzt.
2. Besteht eine sicherheitspolitische Strategie der Bundesregierung
(namentlich des Auswärtigen Amts), falls es zu einer militärischen Eskalation des
Konfliktes in der Republik Moldau kommen sollte?
Die Politik der Bundesregierung zielt darauf ab, zur Lösung vorhandener
Probleme in der Republik Moldau beizutragen. Mit diesem Ziel hat die
Bundesregierung im Jahr 2010 gemeinsam mit der Russischen Föderation das
Meseberg-Memorandum verabschiedet. Danach konnten die Verhandlungen zur
Lösung des Transnistrienkonflikts im 5+2-Format (Republik Moldau,
transnistrische „Führung“; Mediatoren: Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (OSZE), Russische Föderation, Ukraine; Beobachter: Europäische
Union und Vereinigte Staaten von Amerika) formell wieder aufgenommen und
Fortschritte bei der Vertrauensbildung erreicht werden. Seit dem Meseberg-
Memorandum wurden vier Konferenzen der OSZE zu vertrauensbildenden
Maßnahmen im Transnistrienkonflikt in Deutschland mit Mitteln des
Auswärtigen Amts gefördert: 2010 in Garmisch-Partenkirchen, 2011 in Bad
Reichenhall, 2012 in Rottach-Egern, 2013 in Landshut. Die fünfte Konferenz findet am
10./11. Juni 2014 in Freising statt. Die Bundesregierung wird diesen Weg weiter
mit Nachdruck verfolgen.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/17453. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der transnistrische Export
und Import mit Deutschland von 2003 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr,
Umfang des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
Transnistrien ist Teil der Republik Moldau. Der Anspruch dieser Region auf
Unabhängigkeit wird von keinem Mitglied der Vereinten Nationen anerkannt.
Die von den deutschen Behörden erhobenen Statistiken erfassen den
Warenaustausch der Bundesrepublik Deutschland mit der Republik Moldau. Die
Handelsströme, die innerhalb Moldaus Transnistrien zum Ziel oder als Ausgang
haben, werden nicht gesondert erfasst. Der Bundesregierung liegen aus diesem
Grunde keine eigenen Erhebungen zum Handel zwischen Deutschland und
Transnistrien vor.
In einer vom Auswärtigen Amt in Auftrag gegebenen und finanzierten Studie
kamen Experten der Berlin Economics GmbH für das Jahr 2012 bezüglich des
Handelsvolumens zwischen Deutschland und Transnistrien zu den folgenden
Werten:
Wert transnistrischer Exporte nach Deutschland: 25,3 Mio. US-Dollar
Wert transnistrischer Importe aus Deutschland: 79,5 Mio. US-Dollar.
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der moldauische Import
und Export mit der EU von 2003 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr,
Umfang des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
Auf die nachfolgende Auflistung von Eurostat für die Jahre 2003 bis 2013 wird
verwiesen.
Quelle: Eurostat
Zeitraum Einfuhr in die EU
(Mio. Euro)
Ausfuhr aus der EU
(Mio. Euro)
Jan.-Dez. 2003 430,5 783,6
Jan.-Dez. 2004 519,8 914,7
Jan.-Dez. 2005 434,8 1 079,5
Jan.-Dez. 2006 514,2 1 183,3
Jan.-Dez. 2007 727,0 1 493,8
Jan.-Dez. 2008 747,9 1 713,7
Jan.-Dez. 2009 515,5 1 244,5
Jan.-Dez. 2010 582,6 1 561,4
Jan.-Dez. 2011 843,3 1 860,5
Jan.-Dez. 2012 940,4 2 035,3
Jan.-Dez. 2013 960,0 2 282,5
Drucksache 18/1745 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeDie Angaben zu den Hauptexport- und Hauptimportgütergruppen beziehen sich
auf die Jahre 2012 und 2013:
Warengütergruppen
gemäß Internationalem Warenverzeichnis
für den Außenhandel (SITC)
Einfuhr in die EU,
Angaben in Euro
Produkte/Zeitraum Jan.-Dez. 2013 Jan.-Dez. 2012
0 Nahrungsmittel und lebende Tiere 166 864 299 148 350 600
1 Getränke und Tabak 29 195 233 21 911 111
2 Rohstoffe (ausgenommen Nahrungsmittel und
mineralische Brennstoffe) 67 351 661 76 735 186
3 Mineralische Brennstoffe, Schmiermittel und
verwandte Erzeugnisse 17 093 249 33 130 214
4 Tierische und pflanzliche Öle, Fette, Wachse 39 765 384 65 508 307
5 Chemische Erzeugnisse, anderweitig nicht genannt 5 240 054 4 757 763
6 Bearbeitete Waren, vorwiegend nach
Beschaffenheit gegliedert 120 825 715 113 550 208
7 Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge 197 138 682 158 378 551
8 Verschiedene Fertigwaren 315 452 690 318 845 891
9 Waren und Warenverkehrsvorgänge, anderweitig in
der SITC nicht erfasst 1 529 150 1 051 713
Warengütergruppen
gemäß Internationalem Warenverzeichnis
für den Außenhandel (SITC)
Ausfuhr aus der EU
Angaben in Euro
Produkte/Zeitraum Jan.-Dez. 2013 Jan.-Dez. 2012
0 Nahrungsmittel und lebende Tiere 156 087 883 149 959 165
1 Getränke und Tabak 41 183 737 35 634 363
2 Rohstoffe (ausgenommen Nahrungsmittel und
mineralische Brennstoffe) 48 137 197 43 238 671
3 Mineralische Brennstoffe, Schmiermittel und
verwandte Erzeugnisse 373 978 141 320 614 499
4 Tierische und pflanzliche Öle, Fette, Wachse 3 399 823 3 590 725
5 Chemische Erzeugnisse, anderweitig nicht genannt 275 326 428 256 480 759
6 Bearbeitete Waren, vorwiegend nach
Beschaffenheit gegliedert 393 386 049 368 271 960
7 Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge 788 116 081 636 029 453
8 Verschiedene Fertigwaren 189 242 007 206 142 156
9 Waren und Warenverkehrsvorgänge, anderweitig in
der SITC nicht erfasst 10 350 324 12 479 047
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/17455. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der moldauische Import
und Export mit Russland von 2003 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr,
Umfang des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der moldauische Import
und Export mit der Ukraine von 2003 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr,
Umfang des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
Auf die nachfolgende Auflistung des Statistikamts der Republik Moldau wird
verwiesen.
Republik Moldau – Außenhandel nach Ländern* (in 1 000 US-Dollar)
Quelle: Statistikamt der Republik Moldau
* Enthält keine Angaben zu Transnistrien.
7. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der moldauische Import
und Export mit Transnistrien von 2003 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr,
Umfang des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
Wie ordnet sich nach Einschätzung der Bundesregierung der deutsch-
transnistrische und deutsch-gesamtmoldauische Handel in den Kontext des
russisch-transnistrischen, des russisch-gesamtmoldauischen, des
ukrainischtransnistrischen und des ukrainisch-gesamtmoldauischen Handels ein?
Der Bundesregierung liegen zu den Handelsrelationen der Republik Moldau mit
der Region Transnistrien wie auch zu den Handelsbeziehungen zwischen
Transnistrien und Deutschland, Russland oder der Ukraine keine eigenen Erhebungen
vor.
In einer vom Auswärtigen Amt in Auftrag gegebenen und finanzierten Studie
ermittelten Experten der Berlin Economics GmbH für das Jahr 2012 folgende
Angaben zum Handel Transnistriens:
Exporte 2003 2010 2011 2012 2013
Exporte insg. 789 934 1 541 487 2 216 815 2 161 880 2 428 303
Darunter
Russische
Föderation 308 413 403 978 625 509 655 132 631 931
Ukraine 56 135 91 587 152 998 122 408 140 386
Importe 2003 2010 2011 2012 2013
Importe insg. 1 402 347 3 855 289 5 191 271 5 212 928 5 492 393
Darunter
Russische
Föderation 182 921 586 477 822 961 816 882 788 041
Ukraine 309 253 528 520 641 162 594 284 659 140
Drucksache 18/1745 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeExporte aus Transnistrien, 2012
Quelle: Transnistrische Zentralbank (2013)
Importe nach Transnistrien, 2012
Quelle: Transnistrische Zollbehörde (2013)
Demnach ist die Handelsbilanz Transnistriens hoch defizitär. Das Defizit ist
überwiegend auf das Ungleichgewicht im Handel mit Russland zurückzuführen.
Es wird durch offene und verdeckte Transferzahlungen ausgeglichen. Die Rolle
Russlands als wichtigster Handelspartner ergibt sich aus der Bedeutung der
Energieimporte für das Handelsvolumen Transnistrien (50,3 Prozent der
Importe bzw. 86 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in 2012). Der Handel innerhalb
Moldaus ist der wichtigste Absatzweg für transnistrische Produkte (v. a.
Elektrizität). Deutschland und andere Staaten der Europäischen Union sind ein
wichtiger Handelspartner für Transnistrien. Hauptabsatzgüter waren Textilien,
metallurgische Erzeugnisse, Energie und Schuhe.
8. Welche formellen und informellen Beziehungen existieren seit dem Jahr
2003 zwischen dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium des Innern
sowie dem Bundesministerium der Verteidigung zu transnistrischen
Behörden?
Welche formellen und informellen Beziehungen existieren seit dem Jahr
2003 nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen deutschen Landes- und
kommunalen Behörden und transnistrischen Behörden?
Das Auswärtige Amt führt Gespräche mit Vertretern aus Transnistrien im
Rahmen der Bemühungen um eine Konfliktlösung und bei der Vorbereitung und
Umsetzung von vertrauensbildenden Maßnahmen. Das Bundesministerium des
Innern und das Bundesministerium der Verteidigung pflegen keine formellen
oder informellen Beziehungen zu transnistrischen Behörden. Über Beziehungen
von Landesbehörden zu Transnistrien liegen der Bundesregierung keine
Kenntnisse vor. Auf kommunaler Ebene besteht seit dem Jahr 2002 eine
Städtepartnerschaft der Stadt Tiraspol mit Eilenburg (Sachsen). Diese wird nach Kenntnis der
Bundesregierung jedoch nicht mehr aktiv gepflegt.
Land $ Mio. Anteil in %
Deutschland 25,3 3,6
Innerhalb Moldaus 250,2 35,8
Russland 154,7 22,2
Ukraine 59,6 8,5
Exporte, gesamt 698,0 100,0
Land $ Mio. Anteil in %
Deutschland 79,5 4,4
Innerhalb Moldaus 125,0 6,9
Russland 911,7 50,7
Ukraine 222,6 12,4
Importe, gesamt 1799,9 100,0
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/17459. Wie hat sich die deutsche personelle Beteiligung an der Mission EUBAM
(European Union Border Assistance Mission to Moldova and Ukraine) von
2005 bis 2013 entwickelt?
Deutschland beteiligt sich seit 2005 an der Grenzmission der Europäischen
Union für die Republik Moldau und die Ukraine (EUBAM Moldau/Ukraine):
2005: 10 Entsendungen (5 Bundeszollverwaltung, 5 Bundespolizei)
2006: 7 Entsendungen (5 Bundeszollverwaltung, 2 Bundespolizei)
2007: 3 Entsendungen (3 Bundespolizei).
Für den Zeitraum ab dem Jahr 2008 wird auf die Antworten der
Bundesregierung auf Bundestagsdrucksache 16/10252 vom 17. September 2008,
Bundestagsdrucksache 16/11314 vom 8. Dezember 2008, Bundestagsdrucksache 16/
11548 vom 5. Januar 2009, Bundestagsdrucksache 16/12968 vom 11. Mai 2009,
Bundestagsdrucksache 16/13897 vom 14. August 2009, Bundestagsdrucksache
17/84 vom 27. November 2009, Bundestagsdrucksache 17/1006 vom 15. März
2010, Bundestagsdrucksache 17/2264 vom 22. Juni 2010,
Bundestagsdrucksache 17/2845 vom 3. September 2010, Bundestagsdrucksache 17/3931 vom
25. November 2010, Bundestagsdrucksache 17/4939 vom 28. Februar 2011,
Bundestagsdrucksache 17/6034 vom 1. Juni 2011, Bundestagsdrucksache 17/
6710 vom 29. Juli 2011, Bundestagsdrucksache 17/7617 vom 8. November
2011, Bundestagsdrucksache 17/8688 vom 15. Februar 2012,
Bundestagsdrucksache 17/9536 vom 8. Mai 2012, Bundestagsdrucksache 17/10450 vom
10. August 2012, Bundestagsdrucksache 17/11251 vom 29. Oktober 2012,
Bundestagsdrucksache 17/12469 vom 26. Februar 2013, Bundestagsdrucksache 17/
13437 vom 10. Mai 2013, Bundestagsdrucksache 17/14552 vom 14. August
2013 und Bundestagsdrucksache 18/154 vom 10. Dezember 2013 verwiesen.
a) Wie hat sich der transnistrisch-ukrainische Handel nach Kenntnis der
Bundesregierung von 2005 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr, Umfang
des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
b) Wie hat sich der transnistrisch-russische Handel nach Kenntnis der
Bundesregierung von 2005 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr, Umfang
des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
c) Wie hat sich der transnistrisch-moldauische Handel nach Kenntnis der
Bundesregierung von 2005 bis 2013 entwickelt (bitte nach Jahr, Umfang
des Handels und Hauptexport- und Hauptimportgüter auflisten)?
d) Wie hat sich der Schmuggel von Menschen und Gütern (Waffen und
Drogen), dessen Verhinderung durch EUBAM unterstützt werden soll,
über die transnistrischen Außengrenzen von 2005 bis 2013 entwickelt?
Hierzu liegen der Bundesregierung keine Informationen vor. Im Übrigen wird
auf die veröffentlichten Jahresberichte der Mission EUBAM Moldau/Ukraine
verwiesen.
e) Zu welcher Evaluation kommt die Bundesregierung angesichts der über
achtjährigen Arbeit der Mission EUBAM?
Die Bundesregierung unterstützt die Europäische Kommission seit dem Jahr
2005 bei der Erfüllung des Mandates der Mission EUBAM Moldau/Ukraine
durch die Entsendung (i. d. R. einjährige Abordnung) von bis zu 15
Polizistinnen und Polizisten des Bundes sowie Zollbeamtinnen und -beamten. Die
Bundesregierung bewertet die Arbeit von EUBAM als erfolgreich. Die Fortschritte
der Mission können im Einzelnen den veröffentlichten Jahresberichten der
Mission EUBAM Moldau/Ukraine entnommen werden.
Drucksache 18/1745 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodef) Inwieweit sieht die Bundesregierung einen Widerspruch in der
Stationierung von Polizisten in der Ukraine und dem im Jahr 2010 vom
ukrainischen Parlament verabschiedeten Neutralitätsgesetz?
Die Grenzmission EUBAM Moldau/Ukraine wurde am 30. November 2005 auf
Initiative der Präsidenten der Republik Moldau und der Ukraine bei der
Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Die Bundesregierung unterstützt die
Europäische Kommission bei der Erfüllung des Mandates der Mission EUBAM
Moldau/Ukraine durch die Entsendung (i. d. R. einjährige Abordnung) von bis
zu 15 Polizistinnen und Polizisten des Bundes sowie Zollbeamtinnen und -
beamten. Der in der Frage aufgeworfene Widerspruch besteht nach Ansicht der
Bundesregierung nicht.
g) Inwieweit sieht die Bundesregierung einen Widerspruch in der
Stationierung von Polizisten in der Republik Moldau und der
verfassungsgemäß festgeschriebenen Neutralität?
Auf die Antwort zu Frage 9f wird verwiesen.
10. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den gegebenenfalls
sicherheitsrelevanten Zwischenfall in Parcani in der moldauischen
Sicherheitszone Anfang Februar 2014, bei dem transnistrische
Sicherheitskräfte mehrere Moldauer wegen angeblichem Schmuggel festnahmen
(osce.usmission.gov/feb_6_14_moldova.html)?
Nach den der Bundesregierung vorliegenden Informationen wurde Anfang
Februar 2014 der Schulleiter des Lyzeums in Tiraspol („Latin script“-Schule) in
Bender von transnistrischen Sicherheitskräften vorübergehend festgenommen.
Dabei wurden sein Fahrzeug, sein Mobiltelefon und die Mobiltelefone seiner
Mitfahrer sowie Bargeld und Schulstempel beschlagnahmt. Die Gegenstände
wurden später wieder herausgegeben. Darüber hinaus liegen keine über die
Presseberichterstattung hinausgehenden eigenen Erkenntnisse vor.
11. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über den Vorschlag der
moldauischen Regierung, eine unabhängige OSZE-Untersuchung (OSZE =
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) zur
Lokalisierung nichtberechtigter Truppenteile in der Sicherheitszone anzufordern
(
www.timpul.md/articol/transnistrenii-i-ruii-continua-sa-ignore-
comisiaunificata- de-control-42010.html), und beabsichtigt die Bundesregierung
eine Teilnahme an dieser OSZE-Untersuchung über die bisherige OSZE-
Mission hinaus?
Der Bundesregierung liegen darüber keine Erkenntnisse vor.
12. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Auswirkungen der
aktuellen Ukrainekrise auf die Gemischte Kontrollkommission (Joint
Control Commission) in der Republik Moldau?
Der Bundesregierung sind keine Änderungen in der Arbeit der Gemischten
Kontrollkommission bekannt.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/1745a) Welchen Umfang hat nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit die
Gemischte Kontrollkommission?
Die Gemischte Kontrollkommission setzt sich aus jeweils sechs Vertretern der
Republik Moldau, Transnistriens und Russlands sowie drei Vertretern der
Ukraine zusammen. Ferner sekundieren nach Bedarf Experten. Zu den
Gemeinsamen Friedensschaffenden Kräften wurden durch die Republik Moldau derzeit
402 Personen, von Russland 395 Personen und seitens Transnistriens 331
Personen entsandt. Darüber hinaus nehmen weiterhin zehn ukrainische
Militärbeobachter an den Gemeinsamen Friedensschaffenden Kräften teil.
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die ukrainischen
Militärbeobachter in der Gemischten Kontrollkommission in der
Republik Moldau angesichts der aktuellen Ukrainekrise?
Die Arbeit der ukrainischen Mitglieder der Gemischten Kontrollkommission
verläuft nach Kenntnis der Bundesregierung entsprechend den Vereinbarungen.
13. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über das Referendum in
Gagausien von Anfang Februar 2014?
Nach Kenntnis der Bundesregierung fand am 2. Februar 2014 ein Referendum
in der Autonomen Territorialen Einheit Gagausien statt. Es wurde über folgende
Aussagen abgestimmt:
1. „Sind Sie mit dem außenpolitischen Vektor der Republik Moldau
einverstanden, der den Beitritt zur Europäischen Union zum Ziel hat?“ (rot unterlegtes
Kästchen) und „Sind Sie mit dem außenpolitischen Vektor der Republik
Moldau einverstanden, der den Beitritt zur Zollunion (Russland, Weißrussland
und Kasachstan) zum Ziel hat?“ (grün unterlegtes Kästchen).
2. „Stimmen Sie der Annahme des beigefügten Gesetzentwurfes zu, welcher es
dem Volk Gagausiens gestattet, seine Selbstbestimmungsrechte
wahrzunehmen, falls die Republik Moldau ihren Status als unabhängiges Land verliert?“
Nach Angaben des gagausischen Wahlkomitees beteiligten sich über 70 Prozent
der ca. 100 000 Wahlberechtigten an der Abstimmung. Die Auszählung ergab
Mehrheiten von jeweils über 98 Prozent für die Orientierung des Landes in
Richtung Russland und Zollunion bzw. für den Gesetzentwurf, der Gagausien
die Unabhängigkeit vorbehält. Ein Referendum zu außenpolitischen Fragen
steht der Autonomen Territorialen Einheit Gagausien nach der moldauischen
Verfassung nicht zu. Es ist somit verfassungswidrig.
a) Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus den Ergebnissen
des gagausischen Referendums?
Die Bundesregierung erkennt das Referendum nicht an, da es gegen die
Bestimmungen der moldauischen Verfassung verstößt. Gleichzeitig unterstützt die
Bundesregierung die Bemühungen der EU, die Öffentlichkeit in der Republik
Moldau besser über die Potenziale, die das Assoziierungsabkommen mit der EU
bietet, zu informieren.
Drucksache 18/1745 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeb) Welchen Einfluss wird das gagausische Referendum nach Kenntnis der
Bundesregierung auf die geplante Paraphrasierung der EU-
Assoziierung Moldaus haben?
Das Referendum in Gagausien im Februar 2014 hatte keinen Einfluss auf die
Paraphierung des Assoziierungsabkommens. Diese erfolgte auf dem Gipfel der
Östlichen Partnerschaft am 28./29. November 2013 in Wilna.
c) Könnte nach Kenntnis der Bundesregierung eine Assoziierung
Moldaus mit der Europäischen Union den in dem gagausischen
Referendum angesprochenen Verlust der Souveränität und somit die
Unabhängigkeitserklärung Gagausiens bedeuten?
Das Assoziierungsabkommen mit der EU bedeutet keinen Verlust von
Souveränität für die Republik Moldau. Die Entscheidung zur Unterzeichnung des
Abkommens ist vielmehr Ausdruck der souveränen Entscheidung der Republik
Moldau bzw. der in demokratischen Wahlen legitimierten zuständigen
Verfassungsorgane.
14. Wie schätzt die Bundesregierung den aktuellen Stand der im Meseberg-
Memorandum (einem von der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und
dem damaligen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew bei ihrem
Treffen im Juni 2010 erarbeiteter Vorschlag, in dem u. a. die gemeinsame
Lösung des Transnistrien-Konfliktes angedacht war, vgl.
Bundestagsdrucksache 17/8239) gemachten Vorschläge zur Lösung des Transnistrien-
Konfliktes ein?
Das Meseberg-Memorandum versteht die Lösung des Transnistrienkonflikts als
Teil eines Prozesses, dem eine verstärkte Kooperation zwischen der
Europäischen Union und Russland folgen soll. Infolge des Meseberg-Memorandums
kam es zur Wiederaufnahme offizieller Verhandlungen im 5+2-Format im
November 2011. Im Jahr 2012 fanden sechs Verhandlungsrunden statt, im Jahr
2013 fünf, im Jahr 2014 bislang eine. Die nächste Runde findet am 5./6. Juni
2014 in Wien statt. Im April 2012 einigten sich die Parteien auf Prinzipien der
Verhandlungsführung und eine gemeinsame Agenda, die drei Themenkörbe
umfasst: (1) Soziale und Wirtschaftsfragen, (2) Rechtliche und humanitäre Fragen
und Menschenrechte sowie (3) Konfliktlösung. Die formellen 5+2-Gespräche
zur Lösung des Transnistrienkonflikts verzeichnen seit der zweiten Jahreshälfte
2012, nach einer Verhärtung der Positionen Russlands und der transnistrischen
„Führung“, keine Veränderungen bei der Diskussion des dritten Korbes.
Die Gespräche sind seitdem auf Fortschritte bei vertrauensbildenden
Maßnahmen fokussiert. Grundsätzlich ist die Durchführung praktischer
vertrauensbildender Maßnahmen zwischen der Republik Moldau und ihrem Landesteil
Transnistrien eine Kernaufgabe der OSZE-Mission in Chișinău. Die
Bundesregierung unterstützt die OSZE-Mission bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. So
wurde im Jahr 2013 mit deutscher Unterstützung ein Umweltprojekt am Nistru/
Dnjestr angestoßen. Von der beabsichtigten Modernisierung der Infrastruktur
zur Abwasserentsorgung in den Städten Dubǎsari und Criuleni sowie
umliegenden Gemeinden beiderseits des Flusses würden ca. 30 000 Menschen
profitieren.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/1745a) Worin sieht die Bundesregierung die Ursachen für die ggf.
nichterfolgte Umsetzung der im Meseberg-Memorandum gemachten
Vorschläge Transnistrien betreffend?
Das Meseberg-Memorandum sieht vor, durch den Anreiz einer engeren
Kooperation zwischen der EU und Russland greifbare Fortschritte bei den
Verhandlungen zur Lösung des Transnistrienkonflikts im 5+2-Format zu erzielen. Diese
Fortschritte sind bislang im Bereich der vertrauensbildenden Maßnahmen
erreicht worden. Hier hat es konkrete Verbesserungen für die Menschen auf beiden
Seiten des Flusses Nistru/Dnjestr gegeben. Der Einstieg in die Substanz der
Konfliktlösung erweist sich dagegen weiterhin als schwierig, da dies eine
Diskussion der Kernfragen des Konflikts auf der Grundlage der Souveränität und
territorialen Integrität der Republik Moldau erfordern würde. Die
Bundesregierung unterstützt den Prozess der Lösung des Transnistrienkonflikts weiter aktiv.
Sie führt dazu mit allen Beteiligten des 5+2-Formats zur Lösung des Konflikts
in Transnistrien und in der Region Gespräche.
b) Welche Haltung nimmt nach Kenntnis der Bundesregierung die US-
Regierung von Präsident Obama (im Amt seit dem Jahr 2009) zum
deutsch-russischen Meseberger Memorandum von 2010 ein?
c) Welche Haltung nimmt nach Kenntnis der Bundesregierung die
polnische Regierung unter Donald Tusk (2007 bis 2011) zum Meseberger
Memorandum von 2010 ein?
d) Welche Haltung hatte nach Kenntnis der Bundesregierung die
litauische Regierung von Ministerpräsident Andrius Kubilius (2008 bis
2012) zum Meseberger Memorandum von 2010 eingenommen?
Die Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, der Republik Polen und
der Republik Litauen teilen das Interesse der internationalen Gemeinschaft an
einer Lösung des Transnistrienkonflikts unter Wahrung der Souveränität und
territorialen Integrität der Republik Moldau.
15. Welche Fortschritte hat der Meseberg-Prozess nach Ansicht der
Bundesregierung für die „5+2“-Verhandlungen bisher gebracht?
Auf die Antwort zu Frage 14 wird verwiesen.
16. Inwiefern widersprechen nach Ermessen der Bundesregierung die
verschiedenen NATO-Feierlichkeiten (NATO = Organisation des
Nordatlantikvertrags) in den Jahren 2013 und 2014 in Chişinău zum 10. Jahrestag
der NATO-Osterweiterung (
www.novinite.com/articles/159230/Capitals
+of+US,+EU,+Moldova+to+Host+NATO%E2%80%99s+Enlargement
+Anniversary) der in der moldauischen Verfassung festgeschriebenen
Neutralität des Landes?
17. Mit welcher Begründung ist die moldauische Regierung als Nicht-NATO-
Mitglied an die NATO herangetreten, um die verschiedenen
Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der NATO-Osterweiterung auszurichten, bzw.
mit welcher Begründung ist die bulgarische Regierung als
„Kontaktpunkt“ in der NATO für die moldauische Regierung an die moldauische
Regierung herangetreten, die verschiedenen Feierlichkeiten zum 10.
Jahrestag der NATO-Osterweiterung auszurichten?
In den Jahren 2013 und 2014 hat es nach Kenntnis der Bundesregierung keine
Feierlichkeiten der NATO in Chișinău gegeben.
Drucksache 18/1745 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode18. Welche Erkenntnisse (auch nachrichtendienstliche) hat die
Bundesregierung darüber, wieso die Stellvertreterin des US-Außenministers Victoria
Nuland die Lage in Transnistrien „mit Sorge“ betrachte (AFP-Meldung,
30. März 2014)?
Die Bundesregierung hat diesbezüglich keine Erkenntnisse.
19. Befinden sich – vor dem Hintergrund, dass die moldauischen Streitkräfte
in Alarmbereitschaft versetzt wurden (
www.zeit.de/politik/ausland/2014-
05/ukraine-moldau) – nach Kenntnis der Bundesregierung die
ukrainischen Truppen an der Grenze zu Moldau bzw. Transnistrien ebenso in
Gefechtsbereitschaft?
Die Bundesregierung kann Presseberichte, in denen behauptet wird, dass die
Streitkräfte der Republik Moldau in Alarmbereitschaft versetzt worden seien,
nicht bestätigen.
Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte bereits am 10. März 2014 eine
Überprüfung der eigenen Gefechtsbereitschaft angeordnet. Die Streitkräfte
übten landesweit. Zudem wurde volle Kampfbereitschaft angeordnet. Seit Beginn
der Anti-Terror-Operationen in der Ostukraine befinden sich die ukrainischen
Streitkräfte in allgemeiner Alarmbereitschaft.
20. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Kontrolle aller
russischen Sender in der Republik Moldau durch den moldauischen
Rundfunkskoordinierungsrat und die Initiative der moldauischen
Parlamentarierin Ana Guțu, alle russischen Sender in dem Land abzuschalten
(
www.media-azi.md/en/stiri/bcc-begins-monitoring-russian-tv-
channelsrebroadcast-moldova)?
Nach Kenntnis der Bundesregierung wurden die Bestrebungen in der Republik
Moldau zur Abschaltung aller russischen Sender – die auch auf die Initiative der
moldauischen Parlamentarierin Ana Guțu zurückgehen – nicht in die Tat
umgesetzt. Kontrollmaßnahmen, über die in Medien vereinzelt berichtet wurde,
hatten nach Kenntnis der Bundesregierung keine Auswirkung auf die Freiheit
der Medien in der Republik Moldau zur Folge.
a) Welche Haltung hat die moldauische Regierung nach Kenntnis der
Bundesregierung zu der Initiative von Ana Guțu eingenommen?
Nach Kenntnis der Bundesregierung hat die moldauische Regierung ihre
Besorgnis über die Ausstrahlung tendenziöser russischer Rundfunksendungen zum
Ausdruck gebracht.
b) Welche Haltung vertritt die Bundesregierung zu der Initiative von Ana
Guțu?
c) In welchem Rahmen hat die Bundesregierung ihre Haltung gegenüber
der moldauischen Regierung klargemacht?
Die Bundesregierung hat ihre Haltung gegenüber der Initiative zur Abschaltung
russischer Sender in Moldau in einer gemeinsamen Antwort der EU dargelegt
und unter Verweis auf die Gewährleistung der Medienfreiheit Bedenken
erhoben.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/1745d) Ist der Bundesregierung bekannt, dass Vertreter der OSZE den
moldauischen Rundfunkskoordinierungsrat gebeten haben, von dem Ansinnen
Ana Guțus abzusehen, um die Meinungsfreiheit in dem Land nicht zu
gefährden (
www.media-azi.md/en/stiri/bcc-begins-monitoring-
russiantv-channels-rebroadcast-moldova)?
Der Bundesregierung sind diese Äußerungen von OSZE-Vertretern nicht
bekannt.
21. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über das Ersuchen von
Vertretern der moldauischen Regierung, dass eine „Absicherung der [
moldauischen] Parlamentswahlen [im November 2014] durch NATO-
Streitkräfte“ gewünscht ist (ÖMZ, 03/2014)?
a) In welcher Form hat die moldauische Regierung nach Kenntnis der
Bundesregierung diese Anfrage gestellt?
b) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus der Initiative der derzeitigen moldauischen Regierung?
c) Inwiefern hält die Bundesregierung eine Stationierung von NATO-
Truppen in Moldau mit der verfassungsgemäß festgeschriebenen
Neutralität vereinbar?
d) Plant die Bundesregierung eine Beteiligung an der Stationierung von
NATO-Truppen in der Republik Moldau?
Die Republik Moldau ist ein neutraler Staat und hat nach Kenntnis der
Bundesregierung die NATO nicht um Entsendung von Streitkräften unter NATO-
Kommando gebeten.
22. Ist der Bundesregierung die Aussage des derzeitigen rumänischen
Präsidenten Traian Băsescu bekannt, dass die Republik Moldau ein
„zweiter rumänischer Staat“ sei (
www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/
einzelansicht/artikel/2014/05/18/basescu-moldau-ist-zweiter-
rumaenischerstaat/)?
a) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus dieser Aussage des rumänischen Präsidenten?
b) Welche Schlussfolgerungen und Konsequenzen zieht die
Bundesregierung aus der Aussage Traian Băsescus aus dem Jahr 2006, dass
Rumänien „das einzige Volk [sei], das noch geteilt ist, da die deutsche Nation
ja wiedervereinigt ist” (
www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/
57560)?
Die in der Presse zitierte Äußerung des rumänischen Präsidenten Traian Băsescu
ist der Bundesregierung nicht bekannt. Nach Kenntnis der Bundesregierung
erklärte der Präsident Traian Băsescu jedoch in einem Interview am 17. März
2014, dass er das Vereinigungsprojekt mit der Republik Moldau nicht weiter
verfolgen werde, weil hierzu die nötige Unterstützung in Rumänien fehle. Die
Bundesregierung tritt für die Wahrung der territorialen Integrität der Republik
Moldau ein und ist an stabilen Beziehungen zwischen Rumänien und der
Republik Moldau interessiert.
Drucksache 18/1745 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode23. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über politische Flüchtlinge
aus Gagausien, die nach Transnistrien ins Exil gegangen sind, wie
beispielsweise Iwan Burgudzhi, dessen Inhaftierung von der OSZE als
„politischer Fall“ anerkannt wurde (Hannes Hofbauer: Transnistrien, in:
Hannes Hofbauer: Mitten in Europa: Politische Reiseberichte aus
Bosnien-Herzegowina, Belarus, der Ukraine, Transnistrien/Moldawien und
Albanien, Wien 2006, S. 141)?
Nach Kenntnis der Bundesregierung lebt Iwan Burgudzhi seit 2010 in
Gagausien und ist dort Mitglied der gagausischen Volksversammlung. Über seinen
Aufenthalt in Transnistrien und mögliche Gründe hierfür liegen keine
Erkenntnisse vor.
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