[Deutscher Bundestag Drucksache 18/4633
18. Wahlperiode 15.04.2015Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Tabea Rößner, Anja Hajduk,
Ulle Schauws, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/4247 –
Zur aktuellen Umstrukturierung der Deutschen Welle
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Unter der Führung der im Oktober 2013 neu besetzten Intendanz des Hauses
hat die Deutsche Welle (DW) eine vom Deutschen Bundestag verabschiedete
Aufgabenplanung vorgelegt. Diese sieht vor, dass die Deutsche Welle eine
Spitzenposition unter den internationalen Auslandssendern einnehmen und
Sendern wie BBC World, CNN oder Al Jazeera Konkurrenz machen soll.
Damit begibt sich die Deutsche Welle offenkundig in einen aussichtslosen
Konkurrenzkampf, der inhaltlich zwangsläufig zulasten der sendereigenen
Stärken gehen dürfte. Diese Stärken liegen unter anderem in der
Berichterstattung in zahlreichen Regionalsprachen und der weltweiten Unterstützung beim
Aufbau bzw. bei der Fortentwicklung einer freiheitlichen Medienlandschaft
durch die DW Akademie.
Die Umstrukturierung des Hauses hin zu einem „breaking news“-fähigen
Fernsehsender als Flaggschiff ist nicht nur im Hinblick auf die damit verbundenen
personellen Kürzungen kritikwürdig. Dem richtigen Ansatz einer
Modernisierung der Deutschen Welle muss die passgenauere Wahl der Form für die
Berichterstattung zugrunde liegen – und nicht Einsparungen an Sprachen und
Personal zugunsten eines Ziels, für das die Deutsche Welle weder journalistisch
noch finanziell noch rechtlich ausgestattet ist. Auch die Konzentration auf
Englisch als Hauptsprache ist sehr problematisch, da es bereits eine Reihe von
weltweiten Informationsangeboten auf Englisch, aber nicht in
Regionalsprachen gibt. In der Vielsprachigkeit liegt die Stärke und Kompetenz der
Deutschen Welle. Diese Vielsprachigkeit ist jedoch auf Grund der strukturellen
Unterfinanzierung und der kostenintensiven Konzentration auf einen linearen
Fernsehkanal mittel- und langfristig gefährdet.
Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass die Deutsche Welle ihren
Auftrag gemäß dem Deutsche-Welle-Gesetz erfüllen kann. Es muss aber auch
im Interesse der Bundesregierung sein, dass die Deutsche Welle ihr Renommee
nicht verliert und ihre Reichweite erhält bzw. ausbaut. Die Reichweite erreicht
sie insbesondere durch ihre Angebote in Regional- bzw. Muttersprachen.
Zudem erfüllt die Deutsche Welle, auch dank der Arbeit der DW Akademie, die
für unfreie Medienmärkte elementaren Funktionen eines in Regionalsprache Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien vom 13. April 2015 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/4633 – 2 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiodeverfassten Informationskanals und der Medienbildung. Zum Ziel der
Vermittlung Deutschlands als europäisch gewachsene Kulturnation in der Welt gehört
ebenso untrennbar der Einsatz für die Pressefreiheit, für die sich gerade die DW
Akademie mit der Förderung von Journalisten und freier und unabhängiger
Medien in aller Welt in vorbildlicher Weise einsetzt.
Vo r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Deutsche Welle ist auf dem internationalen Medienmarkt gut etabliert und
hoch angesehen, auch mit ihrem englischsprachigen TV-Angebot. Da in allen
Zielregionen der Deutschen Welle das Fernsehen auf absehbare Zeit
Leitmedium bleiben wird, ist es nach Ansicht der Bundesregierung sinnvoll und
geboten, an den linearen TV-Angeboten festzuhalten und diese auszubauen, um
mehr Akzeptanz bei ihrer Kernzielgruppe und insgesamt mehr Nutzer zu
erreichen.
Die Aufgabenplanung der Deutschen Welle für die Jahre 2014 bis 2017 macht
Englisch nicht zur Hauptsprache der Deutschen Welle. Richtig ist, dass die
Deutsche Welle mit dem Ausbau ihres englischen Angebotes die Zielgruppe der
internationalen Entscheider und Teilnehmer an der politischen
Meinungsbildung zielgenauer und umfangreicher als bisher ansprechen will. Die Deutsche
Welle bleibt neben Deutsch und Englisch auch weiterhin mehrsprachig.
1. Wie hat sich die institutionelle Förderung der Deutschen Welle über die
vergangenen zehn Jahre entwickelt?
2. In welcher Höhe sind Projektmittel aus welchen Einzelplänen in den
vergangenen zehn Jahren an die Deutsche Welle geflossen?
Die Fragen 1 und 2 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Es wird auf die beigefügte Tabelle (Anlage 1) verwiesen.
3. Was sind die konkreten Gründe für die Finanzierungslücke bei der
Deutschen Welle in Höhe von 23,9 Mio. Euro im Jahr 2015 (
www.dw.de
vom 18. Dezember 2014 „Intendant: Parlamentsbeschluss zur DW‚starkes
Signal der Unterstützung‘ “), und aus welchen Fehlposten setzt sich diese
Summe im Einzelnen zusammen?
Die Summe von 23,9 Mio. Euro gibt die Mehrkosten an, die nach Berechnungen
der Deutschen Welle im Jahr 2017 gegenüber dem Basisjahr 2013 durch Tarif-
und Sachkostensteigerungen voraussichtlich anfallen.
Die Sachkostensteigerungen wurden seitens der Deutschen Welle mit 4,8 Mio.
Euro (1,2 Mio. Euro p. a.) auf Basis einer durchschnittlichen Steigerungsrate
von 1 Prozent p. a. angesetzt. Der Restbetrag von 19,1 Mio. Euro ergibt sich
aus den kumulierten Personalkostensteigerungen (feste und freie Mitarbeiter)
durch Tariferhöhungen auf Basis bereits abgeschlossener Tarifverträge bis zum
Jahr 2015 und seitens der Deutschen Welle erwarteter Erhöhungen für die
Folgejahre. Die Annahmen für die Zukunft basieren auf den Tarifabschlüssen des
öffentlichen Dienstes, an denen sich die Deutsche Welle meist mit zwei Jahren
Verzögerung orientiert hat.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 3 – Drucksache 18/46334. Welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung über die Zusage von
12 Mio. Euro ab dem Jahr 2016 (
www.taz.de vom 23. Februar 2015 „Alles
Gute kommt von oben“) hinaus vor, um die strukturelle Unterfinanzierung
der Deutschen Welle zu beenden?
Die Deutsche Welle ist in ihrer Wirtschaftsführung grundsätzlich selbstständig
(§ 46 Absatz 1 des Deutsche-Welle-Gesetzes – DWG). Die Entscheidung über
ihre Aufgabenplanung obliegt der Deutschen Welle (§ 4 b Absatz 5 DWG).
In der Finanzplanung des Bundes (BKM-Etat-, BKM – Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien) wurden bereits für das zurückliegende
Haushaltsjahr zusätzliche Mittel für die Deutsche Welle in Höhe von rund 2 Mio.
Euro veranschlagt, die auf rund 4 Mio. Euro im Jahr 2015 steigen. Insgesamt
zusätzlich 7 Mio. Euro werden in den Jahren 2014 und 2015 für Investitionen
gewährt. Diese Mittel fließen in den Ausbau der Studios am Standort Berlin.
Außerdem werden – wie im letzten Jahr – auch im Jahr 2015 wieder 3,5 Mio. Euro
zum Ausbau der Programmangebote für Russland und die Ukraine
bereitgestellt. Das Auswärtige Amt hat in den Jahren 2014 und 2015 seine Mittel für
Förderungen von Projekten der Deutschen Welle erhöht. Darüber hinaus unterstützt
das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) einmalig und auf diese Legislaturperiode begrenzt mit Barmitteln
entwicklungspolitisch relevante Projekte der Deutschen Welle. Im Ergebnis stehen
der Deutschen Welle gegenüber der Haushaltssituation 2013 bereits 2015 über
13,5 Mio. Euro mehr zur Verfügung.
Die im Kabinettsbeschluss der Bundesregierung zu den Eckwerten des
Bundeshaushaltes 2016 genannten Beträge (etwa die genannten 12 Mio. Euro) können
noch keine „Zusagen“ sein, sondern stellen den aktuellen Stand der
Haushaltsaufstellung dar, der abhängig vom weiteren Verlauf des Verfahrens und den
diesem zugrunde zu legenden Planungsvoraussetzungen (z. B. aktualisierte
gesamtwirtschaftliche Prognosen oder geänderter politischer
Schwerpunktsetzungen u. Ä.) volatil ist. Eine Zusage für das Jahr 2016 sieht das Verfahren erst mit
Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes im Dezember im Jahr 2015 vor.
5. Wie hoch ist die Summe der Haushaltsausgaben für die Deutsche Welle, die
in die deutsche Quote der Öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit
(ODA) einberechnet werden, und aus welchen Haushaltstiteln setzt sich
diese Summe im Einzelnen zusammen?
Für das Jahr 2015 wurden ODA-anrechenbare Haushaltsausgaben der
Deutschen Welle in Höhe von rund 164 Mio. Euro prognostiziert. Die betreffenden
Haushaltsausgaben sind im Kapitel 04 05 Titel 685 91 (BKM) in Höhe von rund
153 Mio. Euro, im Kapitel 23 10 Titel 896 33 und Kapitel 23 01 Titel 687 05
(beide BMZ) in Höhe von insgesamt rund 7 Mio. Euro, im Kapitel 16 02
Titel 869 05 (BMUB – Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit) in Höhe von rund 1 Mio. Euro und im Haushalt des
Auswärtigen Amts (AA) in Höhe von rund 3 Mio. Euro veranschlagt.
6. Sind die aktuellen Planungen zur Umstrukturierung der Deutschen Welle
im Finanzplan der Deutschen Welle und im Finanzplan der
Bundesregierung bis zum Jahr 2018 hinterlegt, und falls nein, in welchem Finanzplan
der Bundesregierung ist dies vorgesehen?
Planungsgrundlage für die Deutsche Welle sind die finanziellen Rahmendaten
der Bundesregierung, soweit die Deutsche Welle betroffen ist (§ 4a Absatz 1
DWG). Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4 verwiesen.
Drucksache 18/4633 – 4 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 7. Hat die Bundesregierung Kenntnis von dem Finanzplan der Deutschen
Welle, und wenn nein, hat sie diesen Finanzplan eingefordert?
Die Deutsche Welle hat für jedes Wirtschaftsjahr einen Wirtschaftsplan
aufzustellen (§ 48 Absatz 1 DWG). Der Wirtschaftsplan enthält u. a. den Finanzplan
(§ 48 Absatz 2 Nummer 3 DWG). Die Deutsche Welle leitet den Wirtschaftsplan
vor Beginn der Haushaltsverhandlungen der Bundesregierung und dem
Bundesrechnungshof zu (§ 48 Absatz 5 DWG).
8. Aus welchen Einzelposten setzen sich die in der Presse kursierenden
(
www.tagesspiegel.de vom 17. Dezember 2014 „Die Sprache ist das
Medium“) Mehrkosten für den englischsprachigen TV-Infokanal „DW
News“ in Höhe von 7,7 Mio. Euro pro Jahr zusammen?
Die Mehrkosten von 7,7 Mio. Euro fallen für eine ganzjährige Produktion der
englischsprachigen Nachrichten im neuen Format an. Sie werden im
Wesentlichen für feste und freie Mitarbeiter in der englischsprachigen Redaktion und
den zuliefernden Bereichen (Wirtschaft, Sport etc.) aufgewendet. Daneben
werden in geringerem Maße außerdem zusätzliche Technikschichten
(Studiomannschaft, Schnitt etc.) benötigt.
Von den mit dieser Summe erweiterten Nachrichtenflächen und zusätzlich
erstellten Beiträgen für das englischsprachige Programm profitieren auch die
weiteren Sendesprachen im linearen TV. So sollen die Nachrichtenflächen in
Deutsch, Arabisch und Spanisch um fast 50 Prozent erweitert werden.
Die Deutsche Welle wird darüber hinaus auch weiterhin Dokumentationen,
Talkshows und Magazine in ihrem englischsprachigem Kanal (sowie den
linearen TV-Kanälen in Deutsch, Arabisch und Spanisch) anbieten, die mit den
bestehenden Mitteln finanziert werden.
9. Liegt der Entscheidung für den englischsprachigen TV-Infokanal „DW
News“ ein Businessplan zugrunde, und wenn nein, hat die
Bundesregierung diesen eingefordert?
Der Ausbau des englischsprachigen Nachrichtenkanals ist im Rahmen der
Beschlussfassung über die Aufgabenplanung für die Jahre 2014 bis 2017
entschieden worden. Der Beschlussfassung liegt auf Basis objektiver Kriterien eine
Priorisierung der Zielregionen zugrunde. Die Gewichtung der Sprachangebote
folgt dieser Priorisierung. Im Ergebnis liegt der Schwerpunkt der
programmlichen Anstrengungen zunächst auf dem englischsprachigen Angebot.
Das Verfahren und die Inhalte der Aufgabenplanung sind in § 4a und § 4b DWG
beschrieben. Die Verabschiedung der Aufgabenplanung erfolgt durch die
Gremien der Deutschen Welle unter Einbeziehung der Stellungnahmen des
Deutschen Bundestages und der Bundesregierung.
10. Wie schätzt die Bundesregierung nach den abgeschlossenen
Haushaltsberatungen für das Jahr 2015 die Chancen für die Beibehaltung aller 30
Sendersprachen der Deutschen Welle ein?
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die 30 Sprachen der Deutschen Welle
erhalten bleiben.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 5 – Drucksache 18/463311. Wie steht die Bundesregierung zu einer Werbefinanzierung der Deutschen
Welle?
Die Deutsche Welle finanziert sich nach dem DWG aus dem jährlichen
Zuschuss sowie Zuwendungen des Bundes und sonstigen Einnahmen wie Werbung
unter Einhaltung der Vorgaben aus §10 DWG (z. B. maximal 20 Minuten
Werbung werktäglich, Trennung von Werbung und Programm).
Die Deutsche Welle bietet Unternehmen, Organisationen, Institutionen und
anderen Werbetreibenden Werbe- und Sponsoring-Möglichkeiten innerhalb klar
definierter Werbeplätze im Programm und in weiteren Angeboten an (bspw.
Veranstaltungen, Printprodukte). Dies erfolgt nach Maßgabe des DWG sowie der
vom Rundfunkrat beschlossenen „Richtlinien der Deutschen Welle für Werbung
und Sponsoring vom 16. November 2007“.
Die Deutsche Welle verfolgt das Ziel, über die Erzielung von Erlösen aus diesem
Geschäftsfeld die Einnahmesituation insgesamt zu unterstützen. Aktuell zielt
das Bestreben der Deutschen Welle darauf ab, trotz des weltweiten Rückgangs
der TV-Werbeausgaben („Spendings“), die seit jeher zur Verfügung stehenden
Werbeslots im linearen TV-Angebot besser auszulasten.
Die Bundesregierung sieht diese Entwicklung bei Einhaltung der Vorgaben aus
§ 10 DWG positiv, da sie neben dem Bundeszuschuss, den Kooperationen mit
der Wirtschaft sowie mit ARD, ZDF und Deutschlandradio die Möglichkeit
eröffnen, attraktives Programm für möglichst viele Menschen zu machen.
12. Wie viele Beendigungs- und Einschränkungsmitteilungen, aufgeschlüsselt
nach den Standorten Bonn und Berlin, wurden zwischen dem 1. Januar
2014 und dem 31. Dezember 2014 versendet?
Die Neuausrichtung des Deutsche-Welle-Programms hin zu einer Stärkung des
englischsprachigen Angebots erfordert einen strukturellen Umbau finanzieller
wie personeller Art. Der notwendige Personalumbau führt neben Ausbau des
Personals in strategisch zu stärkenden Bereichen auch zu einem Personalabbau.
Um diesen sozialverträglich zu gestalten, wurde durch die Deutsche Welle für
die festgelegten Abbaubereiche ein breit angelegtes Maßnahmenpaket
festgelegt, im Wesentlichen
– keine betriebsbedingten Kündigungen bei festen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern,
– auch bei freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Möglichkeit
Vermeidung von Kündigungen. Vielfach war und ist zum Erreichen der
vorgegebenen Einsparziele eine Reduzierung der Tätigkeit als sozialverträglichere
Maßnahme ausreichend. Die Deutsche Welle versucht, die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter aus Abbaubereichen in anderen Bereichen weiter
einzusetzen und forciert dies unter anderem durch einen internen Stellenmarkt und
gezielte Schulungsmaßnahmen. Der Personalabbau unterliegt im Übrigen
den Regelungen des Tarifvertrags für arbeitnehmerähnliche Personen, der
einen guten finanziellen Schutz bietet (Ausgleichszahlungen, Abfindungen).
Tariflich vorgeschrieben sind dabei auch die Einhaltung bestimmter Fristen
und Formen (schriftliche „Mitteilungen“).
Die Deutsche Welle musste im Jahr 2014 in insgesamt 62 Fällen die Beendigung
der freien Mitarbeit aussprechen. Für ein Drittel der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter (21 Personen) konnte die Deutsche Welle die Beendigung
zurücknehmen und entgegen der ursprünglichen Planung eine Weiterbeschäftigung in
anderen Bereichen anbieten. Existent sind derzeit noch 41 Beendigungen, davon
betreffen 39 den Standort Bonn und zwei den Standort Berlin.
Drucksache 18/4633 – 6 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode13. Sind im Jahr 2015 bereits Beendigungsmitteilungen und
Einschränkungsmitteilungen an Deutsche-Welle-Mitarbeiterinnen und Deutsche-Welle-
Mitarbeiter versendet worden, und wenn ja, wie verteilen sich diese
Mitteilungen auf die einzelnen Redaktionen?
Seit Beginn des Jahres 2015 wurden durch die Deutsche Welle am Standort
Berlin vorsorglich 62 Einschränkungen in den Bereichen Nachrichten TV/Englisch
(20 Sprecher) und Produktion – Nachvertonung (42 Toningenieure)
ausgesprochen. Ausschlaggebend für diese Personalmaßnahmen sind laut Deutscher
Welle in erster Linie technische Neuerungen (Nachvertonung am Arbeitsplatz,
VPMS), die unabhängig von der Programmreform ergriffen wurden, bereits seit
längerer Zeit projektiert und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt
waren. Die Deutsche Welle hat mitgeteilt zu versuchen, möglichst vielen
Kolleginnen und Kollegen über Umschulungsmaßnahmen eine weitere Zukunft im
Unternehmen zu ermöglichen.
14. Inwieweit setzt sich die Bundesregierung angesichts der Finanzzusage in
Höhe von 12 Mio. Euro ab dem Jahr 2016 für die Rücknahme der bisher
ausgesprochenen Beendigungs- und Einschränkungsmitteilungen ein?
Aufgrund der Rundfunkfreiheit unterliegt die Deutsche Welle keiner staatlichen
Fachaufsicht, die auch die Zweckmäßigkeit des Handelns der Deutschen Welle
überprüfen könnte, sondern nur einer Rechtsaufsicht. Teil der Rundfunkfreiheit
ist die Programmfreiheit, also die Freiheit, über Inhalte und Umfang des
Programms selbst zu entscheiden. Verfassungsrechtlich geschützt sind alle
Tätigkeiten, die der Informationsbeschaffung und der Programmgestaltung bis zur
Ausstrahlung und Verbreitung des Programms dienen. Für diese zum Betrieb der
Deutschen Welle gehörenden Maßnahmen ist der Intendant unter Beteiligung
des Rundfunkrates zuständig. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 4
verwiesen.
15. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die Deutsche Welle auch nach
der Einrichtung des englischsprachigen Nachrichtenkanals ihre gesetzlich
festgelegten kulturpolitischen Aufgaben wahrnehmen kann?
Die Aufgaben der Deutschen Welle sind in § 4 DWG festgelegt. Die vom
Rundfunkrat mit Zustimmung des Verwaltungsrates beschlossene Aufgabenplanung
für die Jahre 2014 bis 2017 stellt sicher, dass die Deutsche Welle ihren
kulturpolitischen Aufgaben vollumfänglich nachkommen kann. Die Bundesregierung
verweist hierzu auch auf ihre Stellungnahme zur Aufgabenplanung vom 29.
Oktober 2014. Darüber hinaus achtet die Bundesregierung im Rahmen und in den
Grenzen ihrer Rechtsaufsicht darauf, ob der Auftrag der Deutschen Welle gemäß
dem DWG erfüllt wird.
16. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die Deutsche Welle nicht nur
eine „schnelle journalistische Eingreiftruppe“ in Krisensituationen ist,
sondern eine solide weltweite Berichterstattung in der Art einer
journalistischen Grundversorgung gewährleisten kann?
Die Deutsche Welle berichtet aktuell in 30 Sprachen multimedial über deutsche
und europäische Sichtweisen auf internationale Ereignisse und stellt
insbesondere das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen in Deutschland
für ein internationales Publikum dar. Gemäß der Aufgabenplanung für die Jahre
2014 bis 2017 prägen in allen Angeboten neben der aktuellen Berichterstattung
auch Hintergrundbeiträge aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft in un-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 7 – Drucksache 18/4633terschiedlichen Formaten weiterhin das Programm. Die Bundesregierung hat in
ihrer Stellungnahme zur Aufgabenplanung entsprechend Stellung genommen.
Darüber hinaus achtet die Bundesregierung auch diesbezüglich im Rahmen der
Rechtsaufsicht, ob der Auftrag der Deutschen Welle gemäß dem DWG erfüllt
wird.
17. Welchen Stellenwert misst die Bundesregierung der insbesondere durch
die DW Akademie wahrgenommenen Aufgabe bei, Informationsfreiheit
in kontrollierten Medienmärkten zu gewährleisten, und welche
Vorschläge hat die Bundesregierung zur dauerhaften Finanzierung der DW
Akademie?
Die Bundesregierung misst Achtung, Schutz und Gewährleistung des
Menschenrechts auf Meinungsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Zugang zu
Information und damit auch dem Erhalt bzw. der Herstellung von
Informationsfreiheit als elementarem Grundrecht gerade in Krisengebieten eine sehr hohe
Bedeutung bei. Dies ist Aufgabe der gesamten Deutschen Welle.
Die Bundesregierung begrüßt die in der Aufgabenplanung für die Jahre 2014
bis 2017 der Deutschen Welle beschriebenen Ziele der Deutsche-Welle-
Akademie. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verfolgt die Deutsche-Welle-Akademie
in ihren Programmen und Projekten der Medienentwicklung als zentrales Ziel
die Verwirklichung des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung und den
freien Zugang aller Menschen zu Informationen. Die Maßnahmen der Deutsche-
Welle-Akademie zielen nicht mehr allein auf die Aus- und Fortbildung von
Journalisten ab, sondern sollen dazu beitragen, politische und rechtliche
Rahmenbedingungen für Meinungsfreiheit und Medienentwicklung in den
Entwicklungsländern zu verbessern, Professionalität und Nachhaltigkeit des
Mediensektors zu sichern und insbesondere die Stimme und den Zugang zu
Information benachteiligter Personengruppen zu stärken. Entsprechende
Maßnahmen der Deutsche-Welle-Akademie werden vom BMZ gemäß Einzelplan
23 01/68 705-023 gefördert.
18. Soll es auch bei den Bildungsprogrammen der DW Akademie eine
Konzentration auf die englische Sprache geben?
Nein.
19. Sieht die Bundesregierung einen Widerspruch zwischen dem Ansatz der
DW Akademie, Sprachkompetenz zu fördern und der aktuellen
Umstrukturierung der Deutschen Welle?
Nein.
20. Plant die Deutsche Welle nach Kenntnis der Bundesregierung weiterhin
(
www.noz.de vom 12. Dezember 2014 „Streit bei der Deutschen Welle:
Mitarbeiter contra Intendant“), das arabische Fernsehprogramm
aufzugeben, und inwieweit hält die Bundesregierung diese Maßnahme vor dem
Hintergrund der Debatten über Meinungs- und Religionsfreiheit sowie der
rückläufigen Pressefreiheit im arabischen Raum für zielführend?
Mit Blick auf die in Aussicht gestellte Mittelerhöhung beabsichtigt die Deutsche
Welle nicht, das TV-Programm in arabischer Sprache aufzugeben.
Drucksache 18/4633 – 8 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode21. Liegen der Bundesregierung Zahlen darüber vor, in welcher Höhe andere
Länder (beispielsweise, Russland, China, USA, Frankreich,
Großbritannien) ihre Auslandssender finanzieren?
Die USA investieren im laufenden Jahr 742 Mio. US-Dollar (rund 676 Mio.
Euro), Frankreich 242 Mio. Euro (zuzüglich Steuern). In Großbritannien wird
der Auslandssender BBC World Service aus den Rundfunkgebühren finanziert.
Für die fremdsprachigen Angebote beträgt das Budget 245 Mio. Pfund (rund
333 Millionen Euro), hinzu kommen 101 Mio. Pfund (137 Mio. Euro) für das
englischsprachige Angebot BBC World News. Allerdings sind die
Auslandssender und ihr Auftrag nicht unmittelbar vergleichbar.
Russland und China veröffentlichen ihre Ausgaben für den Auslandsrundfunk
nicht. Auf Basis von Presseberichten und einer Studie des US-Auslandssenders
beträgt das Budget des russischen Auslandsrundfunks rund 570 Mio. US-Dollar
(529 Mio. Euro), das chinesische Engagement wird auf 2,5 Mrd. US-Dollar
(2,3 Mrd. Euro) geschätzt.
22. Inwieweit unterstützt die Bundesregierung den Vorschlag des Deutschen
Journalisten-Verbandes (
www.djv.de, Pressemitteilung vom 15. Mai 2014),
auch neue Modelle für die europäische Finanzierung von unabhängigem
Journalismus zu prüfen?
Die Bundesregierung sieht es als außerordentlich wichtig an, Medien- und
Meinungsfreiheit durch geeignete Rahmenbedingungen zu schützen. Das Gebot der
Staatsferne der Medien gebietet allerdings Zurückhaltung bei staatlichen bzw.
europäischen Finanzierungsmodellen.
23. Wann hat die Bundesregierung auf welchem Weg Kenntnis von der auf der
Webseite der Deutschen Welle angekündigten Kooperation zwischen der
Deutschen Welle und dem chinesischen Staatssender CCTV erhalten, und
hat die Bundesregierung Einblick in etwaige schriftlich fixierte
Kooperationsverhandlungen?
Wie verhält sich die Bundesregierung zu der Tatsache, dass die Deutsche
Welle ihre eigene Pressemitteilung zur Kooperation mit dem CCTV
mittlerweile gelöscht hat?
Die Deutsche Welle plant nach Kenntnis der Bundesregierung anlässlich des
Beethovenfests Bonn bei einem deutsch-chinesischen Musikprojekt den
Austausch von Filmmaterial mit CCTV, aus dem beide Sender in eigener
redaktioneller Verantwortung für ihr Programm Berichte erstellen. Nach Aussage der
Deutschen Welle existiert hierzu noch keine schriftliche
Kooperationsvereinbarung.
Die Kooperation der Deutschen Welle mit dem chinesischen Staatssender China
Central Television (CCTV) ist grundsätzlich von der in Artikel 5 des
Grundgesetzes (GG) garantierten Rundfunkfreiheit umfasst. Verfassungsrechtlich
geschützt sind alle Tätigkeiten, die der Informationsbeschaffung und der
Programmgestaltung bis zur Ausstrahlung und Verbreitung des Programms dienen.
Grenzen setzen die geltenden Gesetze, u. a. das DWG.
Der Bundesregierung ist es wichtig, dass die Deutsche Welle – ihrem Auftrag
entsprechend – auch weiterhin Werte wie Meinungs- und Pressefreiheit und den
Schutz der Menschenrechte transportiert und für sie eintritt.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 9 – Drucksache 18/463324. Welche Kooperationen mit anderen Sendern existieren darüber hinaus?
In China strahlt die landesweite digitale Plattform CNCDP eine chinesische
Fassung des Lifestyle-Magazins Euromaxx der Deutschen Welle aus. Die
redaktionelle Hoheit liegt bei der Deutschen Welle. CNCDP ist PayTV-Anbieter und hat
in China derzeit rund 110 Millionen Abonnenten.
25. Wie beurteilt die Bundesregierung derartige Kooperationen im Hinblick
auf den Auftrag und die Aufgabenerfüllung der Deutschen Welle?
Die Bundesregierung erachtet Kooperationen der Deutschen Welle mit anderen
Sendern für grundsätzlich sinnvoll und notwendig, um auf möglichst vielen
Medienmärkten präsent zu sein. Voraussetzung ist, dass die redaktionelle
Verantwortung bei der Deutschen Welle verbleibt. Es ist zudem darauf hinzuweisen,
dass auch verschiedene andere öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland mit
CCTV und anderen chinesischen Sendern kooperieren.
26. Wie verhält sich die Bundesregierung vor dem Hintergrund der
Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutschen Welle und dem CCTV zu der
vor laufender Kamera erfolgten Festnahme der 70-jährigen Deutsche-
Welle-Journalistin Gao Yu im Mai 2014 (
www.dw.de vom 21. November
2014 „Gao Yu wehrt sich gegen Vorwürfe des Geheimnisverrats“)?
Die Bundesregierung missbilligt in diesem Fall und generell solche
Vorgehensweisen in aller Deutlichkeit. Der Bundesminister des Auswärtigen Dr. Frank-
Walter Steinmeier hat den Fall im Rahmen der Deutsch-Chinesischen
Regierungskonsultationen am 10. Oktober 2014 gegenüber dem chinesischen
Außenminister Wang Yi angesprochen. Auch der Intendant der Deutschen Welle hat
sich wiederholt für Gao Yu eingesetzt und auch öffentlich ihre Freilassung
gefordert, zuletzt in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom 24. März 2015.
27. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung von den von der Intendanz
der Deutschen Welle in der Aufgabenplanung für die Jahre 2014 bis 2017
angekündigten oder bereits erfolgten Umschulungsmaßnahmen für
Deutsche Welle-Mitarbeiterinnen und Deutsche-Welle-Mitarbeiter?
28. Wie unterstützt die Bundesregierung diese Umschulungen?
Die Fragen 27 und 28 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Aufgrund der Rundfunkfreiheit unterliegt – wie bereits ausgeführt – die
Deutsche Welle keiner staatlichen Fachaufsicht, die auch die Zweckmäßigkeit des
Handelns der Deutschen Welle überprüfen könnte, sondern nur einer
Rechtsaufsicht. Teil der Rundfunkfreiheit ist die Programmfreiheit, also die Freiheit, über
Inhalte und Umfang des Programms selbst zu entscheiden. Verfassungsrechtlich
geschützt sind alle Tätigkeiten, die der Informationsbeschaffung und der
Programmgestaltung bis zur Ausstrahlung und Verbreitung des Programms dienen.
Für diese zum Betrieb der Deutschen Welle gehörenden Maßnahmen ist der
Intendant in Zusammenarbeit mit den Rundfunkgremien zuständig.
Drucksache 18/4633 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode29. Wie vereinbart die Bundesregierung ihre von der Staatsministerin Monika
Grütters im Plenum vom 4. Juni 2014 formulierte Forderung
(Plenarprotokoll 18/38, Anlage 21), dass die Programmangebote der Deutschen
Welle „jeweils über die Kanäle [ausgesendet werden], die bei der
Zielgruppe die größte Reichweite erzielen“, mit der in der Aufgabenplanung
anvisierten verstärkten Konzentration auf das lineare Fernsehen, gerade
im Hinblick auf das sich global verändernde Medienkonsumverhalten der
14- bis 29-Jährigen?
Weder in der Aufgabenplanung der Deutschen Welle noch in der Stellungnahme
der Bundesregierung wird eine verstärkte Konzentration auf das lineare
Fernsehen avisiert. Die Bundesregierung hält allerdings die linearen TV-Kanäle neben
der Verbreitung über das Internet für notwendig, um eine möglichst große
Reichweite zu erzielen.
30. Welche wissenschaftlichen Studien liegen der in der Aufgabenplanung
formulierten Fokussierung der Deutschen Welle auf lineares Fernsehen als
primäre Medienquelle der sogenannten globalen Entscheider zugrunde?
Die Aufgabenplanung für die Jahre 2014 bis 2017 der Deutschen Welle
formuliert – wie erwähnt – keine Fokussierung auf das lineare Fernsehen: Nur für vier
der insgesamt 30 Sprachangebote bietet die Deutsche Welle lineare TV-Kanäle
an; TV-Inhalte werden in insgesamt 20 Sprachen zur nichtlinearen Verbreitung
im Internet und über regionale Fernsehpartner produziert. Hierüber erreicht die
Deutsche Welle rund 50 Millionen Zuschauer pro Woche – so das Ergebnis einer
Hochrechnung auf der Basis von 34 repräsentativen Befragungen und
elektronisch gemessener Fernsehnutzungsdaten aus 14 Ländern. Insgesamt sind die
Ergebnisse repräsentativ für die Hälfte der Weltbevölkerung. Sämtliche der neuen
Aufgabenplanung zugrunde liegenden Studien und Erkenntnisse sind im
Evaluationsbericht des Jahres 2013 der Deutschen Welle dargelegt und in die
jeweiligen Kontextfaktoren der Zielregionen eingeordnet.
Über alle Zielregionen der Deutschen Welle hinweg nutzen täglich 80 Prozent
der Deutschen-Welle-Zielgruppe das Fernsehen, um sich über das aktuelle
Geschehen zu informieren. Das weltweite TV-Publikum umfasst knapp fünf
Milliarden Menschen. Im weltweiten Durchschnitt ist das Fernsehen darüber hinaus
mit drei Stunden und vierzehn Minuten täglich das am intensivsten genutzte
Medium. In den meisten Zielregionen der Deutschen Welle liegt die Verweildauer
sogar noch über dem Durchschnitt: Im Nahen- und Mittleren Osten wird täglich
4:39 Stunden lang ferngesehen, in Afrika und Lateinamerika dreieinhalb
Stunden (Quelle: One Television Year of the World 2014).
In allen Zielregionen bleibt das Fernsehen also kurz- und mittelfristig
Leitmedium zur Informationsbeschaffung. In vielen Ländern Afrikas und Asiens
steigt die Fernsehnutzung noch rasant an. Lediglich in hoch entwickelten
Märkten verschiebt sich die Nutzung: Auch hier bilden weiterhin Bewegtbild-Inhalte
den Schwerpunkt der Information – allerdings werden diese zunehmend
häufiger zeit- und ortsunabhängig über das Internet abgerufen.
Die Deutsche Welle berücksichtigt in ihrer Angebotsstrategie stets die
Entwicklung der Mediennutzung ihrer Zielgruppen und distribuiert ihre Angebote
31. Wie genau definiert sich die Gruppe der sogenannten globalen
Entscheider?
Die Deutsche Welle richtet ihre Angebote in erster Linie an Entscheider und
Teilnehmer an der politischen Meinungsbildung außerhalb Deutschlands. Diese
Definition der Kernzielgruppe schließt keine weiteren Nutzergruppen aus. Bei
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 11 – Drucksache 18/4633der Zielgruppendefinition geht es vielmehr darum, die Kerngruppe von
Menschen, die sich für die Inhalte internationaler Informationsanbieter interessieren,
möglichst plastisch zu beschreiben, um hieran die Deutsche-Welle-Angebote
auszurichten.
Die Kernzielgruppe der Deutschen Welle wurde allein im Zeitraum der Jahre 2010
bis 2013 von ihr in 35 qualitativen Befragungen hinsichtlich Motivation und
Nutzungsinteressen untersucht.
In der Aufgabenplanung für die Jahre 2014 bis 2017 wird aus Gründen der
Übersichtlichkeit nur die allgemeine Zielgruppe beschrieben. Die Zielgruppe wird,
wie auch dort beschrieben, pro Zielregion und Sprachangebot jeweils genau
spezifiziert.
Die Zielgruppe der Deutschen Welle ist danach interessiert an Informationen
und Analysen zu lokalen und nationalen Entwicklungen sowie der
internationalen Nachrichtenagenda. Sie nutzt mehrere Informationsquellen zur
Meinungsbildung, ist politisch interessiert und unterstützt in der Regel Demokratie,
Freiheitsrechte und Pluralismus. Die Zielgruppe weist tendenziell eine höhere
Bildung auf. Sie hat durch berufliches Engagement oder gesellschaftliche Stellung
Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Die Entscheider und Teilnehmer
an der politischen Meinungsbildung suchen nach freien Informationen – die
Deutsche Welle ist in zensierten Märkten oft die einzige neutrale Quelle. In den
meisten Zielregionen ist die Zielgruppe aufgrund der Altersstruktur in den
Gesellschaften deutlich jünger, zudem selbstbewusst, kommunikations- und
interaktionsstark, vor allem in sozialen Medien. Die Zielgruppe erwartet von der
Deutschen Welle deutsche und europäische Perspektiven.
32. Welche Strategie verfolgt nach Kenntnis der Bundesregierung die
Deutsche Welle damit, vermehrt globale Entscheider anzusprechen (
www.dw.de,
Aufgabenplanung für die Jahre 2014 bis 2017)?
Die Strategie der Deutschen Welle hinsichtlich der vermehrten Ansprache von
globalen Entscheidern beruht auf der Annahme, dass diese Entscheider als
Multiplikatoren dienen können, da aufgrund zahlreicher Faktoren, wie z. B.
Empfangsmöglichkeit, nicht die gesamte Weltbevölkerung erreicht werden kann. Die
vorrangig adressierte Zielgruppe der globalen Entscheiderinnen und
Entscheider und Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der politischen Meinungsbildung
ist vielschichtig und sollte aus Sicht der Bundesregierung je nach Zielregion
offen und dynamisch definiert werden. In unfreien Medienmärkten sollte die
gesamte Zivilgesellschaft als Zielgruppe definiert werden.
33. Wie viele deutsche Bildungsinländer nutzen nach Einschätzung der
Bundesregierung in welcher Häufigkeit nichtdeutschsprachige Informations-
und Medienkanäle?
Zu einer Nutzung internationaler Informationsanbieter innerhalb Deutschlands
oder von deutschen „Bildungsinländern“ liegen keine Informationen vor.
34. Welche Kenntnis hat die Bundesregierung von Studien, die untersuchen,
wie viel Prozent aller Einwohner pro Land Nachrichten in
Nichtmuttersprache konsumieren, und hat die Deutsche Welle diese Studien ihrer
Entscheidung für Englisch als Hauptsendesprache zugrunde gelegt?
Die Deutsche Welle verfügt über umfassende Erkenntnisse über die Nutzung
von Medien zur Informationsbeschaffung in allen Sprachen und in allen ihren
Drucksache 18/4633 – 12 – Deutscher Bundestag – 18. WahlperiodeZielregionen (siehe auch Antwort zu Frage 30). Neben frei verfügbaren Quellen,
die beispielsweise über die International Telecommunication Union (ITU), oder
Studien, wie „Future of News“ des Reuters Institute veröffentlicht werden, führt
sie seit dem Jahr 2004 kontinuierlich eigene repräsentative Befragungen durch.
Auf der Basis von 175 repräsentativen Befragungen kann – nach Aussage der
Deutschen Welle – die Entwicklung von Nutzungstrends nachvollzogen werden.
Diese Studien werden von ihr für die Evaluation der Angebote genutzt und
fließen in den partizipativen Strategieprozess ein. Auf dem Ergebnis dieser
Evaluationen beruht der gesetzliche Evaluationsbericht, und die Aufgabenplanung
baut darauf auf.
Die Bundesregierung und die interessierte Öffentlichkeit haben Kenntnis über
die Studien, die in den Evaluationsberichten der Deutschen Welle veröffentlicht
werden.
Mit Blick auf die Erkenntnisse setzt die Deutsche Welle in ihrem
journalistischen Angebot auf Englisch als Lingua franca und Sprache mit dem größten
Nutzungspotenzial in der Zielgruppe. Gleichzeitig setzt die Deutsche Welle in
Zielregionen, in denen englische Sprachkenntnisse nicht weit verbreitet sind,
auf die jeweiligen regionalsprachigen Angebote. Die Vielsprachigkeit ist eine
besondere Stärke der Deutschen Welle.
35. Wie geht es mit den Inhalten, Sprachen und Verbreitungswegen für den
afrikanischen Kontinent weiter, zu denen sich die Bundesregierung im
Rahmen der Aufgabenplanung äußern wollte (Plenarprotokoll 18/38,
Anlage 21)?
Afrika (vor allem südlich der Sahara) ist in der Aufgabenplanung für die Jahre 2014
bis 2017 eine prioritäre Zielregion der Deutschen Welle. Dabei konzentriert
sich die Deutsche Welle auf Angebote in den Regionalsprachen Kisuaheli,
Amharisch und Haussa sowie auf die überregionalen Angebote in Englisch,
Französisch und Portugiesisch für Afrika. Für alle Angebote liegt der
Schwerpunkt kurz- und mittelfristig auf einem modernen Radioangebot. Radio wird
dabei weniger über Kurzwelle gehört, auch nicht in unfreien Medienmärkten wie
Angola. Die Angebote werden entsprechend auf die Nutzung über UKW und
Mobiltelefone („Featurephones“) optimiert. Die Online- und Social-Media-
Angebote für Afrika werden, parallel zur wachsenden Internetnutzung, weiter
ausgebaut. Das TV-Angebot in englischer Sprache wird um regionalisierte Afrika-
Inhalte erweitert. Darüber hinaus wird aktuell geprüft, inwiefern TV-Angebote
in afrikanischen Regionalsprachen realisierbar sind – denn zur
Informationsbeschaffung greifen die Zielgruppen vermehrt auf TV-Inhalte zurück. Die Online-
Angebote, insbesondere für das in Afrika zunehmend wichtige mobile Internet,
werden weiter gestärkt.
36. Welche Schlüsse hinsichtlich einer möglichen Reform des Deutsche-
Welle-Gesetzes zieht die Bundesregierung aus ihrer Beobachtung der
Umsetzung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts in Bezug auf die
Gremienzusammensetzung des ZDF?
Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum ZDF-Staatsvertrag ist auch
angesichts der vorhergehenden Grundsatzurteile, die ausgehend vom
Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Inland und der dualen
Rundfunkordnung argumentieren, nicht auf die Deutsche Welle übertragbar. Der
Bund stützt seine Gesetzgebungs- und Verwaltungskompetenz für die Deutsche
Welle auf seine Zuständigkeit für auswärtige Angelegenheiten (Artikel 32, 73
Absatz 1 Nummer 1, Artikel 87 des Grundgesetzes). Im Auslandsbereich gibt es
weder einen Grundversorgungsauftrag noch eine Dualität. Auch hat die Deut-
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 13 – Drucksache 18/4633sche Welle keine ARD und ZDF vergleichbare gesellschaftliche Funktion als
„vierte Gewalt“ zur Kontrolle der Exekutive und Legislative und keine für die
innerdeutsche Demokratie und den Meinungsbildungsprozess konstituierende
Bedeutung.
37. Wie ist der aktuelle Umgang der Deutschen Welle mit der im Jahr 2014
ausgesprochenen Empfehlung des Bundesrechnungshofes, mehr Beiträge
von ARD und ZDF zu übernehmen, insbesondere im Hinblick auf
lizenzrechtliche Fragen?
Die Zahl der auf im Fernsehprogramm der Deutschen Welle ausgestrahlten
ARD-Beiträge ist im Jahr 2014 gegenüber dem Jahr 2013 um 8 Prozent
gestiegen; die Ausstrahlung von ZDF-Beiträgen ist in diesem Zeitraum konstant
geblieben. Die Wiederholungsquote ist in diesem Zeitraum angestiegen. Das Ziel
von Bundesregierung und Deutscher Welle ist es, die Übernahmequote weiter zu
steigern.
38. Hat die Bundesregierung Kenntnis von den Kooperationen, die aus der im
April 2014 mit den Landesrundfunkanstalten von ARD und ZDF
getroffenen Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit im Fernsehbereich (vgl.
Bericht des Bundesrechnungshofes aus dem Jahr 2014) hervorgegangen
sind?
Aktuell übernimmt die Deutsche Welle 24 Sendungen von ARD und ZDF, die
ausschließlich in deutscher Sprache und mit den Inserts und dem Logo der
jeweils abgebenden Anstalt ausgestrahlt werden. Ab dem 22. Juni 2015 (Start des
neuen englischsprachigen TV-Kanals) sollen insgesamt 25 ganze Sendungen
von ARD-Landesrundfunkanstalten, ZDF und Phoenix auf den
deutschsprachigen Deutsche Welle-Kanälen ausgestrahlt werden (13-mal ARD, 12-mal ZDF,
1-mal Phoenix). Es handelt sich hierbei ausschließlich um Formate, die auf
Deutsch gezeigt werden. Ihr Programmvolumen umfasst jede Woche rund ein
Viertel des gesamten deutschsprachigen Programms pro Sendeschiene.
Von den festen Sendeplätzen für ARD- bzw. ZDF-Produktionen sind die
einzelnen Beiträge bzw. Dokumentationen von ARD und ZDF zu unterscheiden, die
für verschiedene Deutsche Welle-Produktionen genutzt und in mehrere
Sendesprachen übersetzt werden.
Im Jahr 2014 realisierte die Deutsche Welle folgende Koproduktionen mit ARD
und ZDF (Sendetermine sind zum Teil im laufenden Jahr 2015):
– „Tunesien, die letzte demokratische Hoffnung der arabischen Welt?“ (DW,
ZDF Info),
– „Suchen was einen verzaubert. Der Pianist Menahem Pressler“ (BR, WDR,
rbb, DW),
– „Mord in Titos Namen“ (DW, BR),
– „Die unbekannten Toten von Chepintsi“ (DW, WDR),
– „Die Schuld der anderen“ (DW, rbb, ARTE),
– „Ich. Karl. Lagerfeld.“ (SWR, DW),
– „Friedland“ (DW, NDR),
– „Deutschland, dein Tag“ (NDR, SWR, rbb, DW),
– „Welcome to Berlin“ (rbb, DW).
Drucksache 18/4633 – 14 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode39. Unterstützt die Bundesregierung die Forderung nach dem Aufbau eines
Deutsche-Welle-Korrespondentennetzwerks (
www.dw.de vom 4. Juni
2010 „Die Rolle der Deutschen Welle in der ARD“), und wenn ja, mit
welchen Mitteln?
Neben anderen war es ein Ziel des gemeinsamen Beschlusses der
Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit der Bundeskanzlerin im Juni
2013, dass die Deutsche Welle das umfangreiche Korrespondentennetz von
ARD, ZDF und Deutschlandradio stärker nutzen kann als bislang. Darüber
hinaus kann es aber durchaus notwendig und sinnvoll sein, in einigen, nach
bestimmten Kriterien ausgewählten Ländern, eigene Korrespondenten zu haben.
40. Hat die Bundesregierung Kenntnis von Verhandlungen, die der nun
verkündeten Schließung der Sendestation in Kigali, Ruanda, zum 29. März
2015 vorausgegangen sind (
www.radioszene.de vom 3. Februar 2015
„Deutsche Welle trennt sich von letzter Sendeanlage“), und wenn ja, mit
wem fanden diese Verhandlungen wann statt?
Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Kigali (Ruanda) begleiten
seit Jahren die Gespräche zwischen der Deutschen Welle und der ruandischen
Regierung: Mit Unterstützung des deutschen Botschafters in Kigali hat die
Deutsche Welle im Jahr 2014 die notwendigen Verhandlungen mit der
ruandischen Regierung über die Zukunft der Relaisstation vorbereitet, der ruandischen
Seite umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt und in diversen
Vorgesprächen erläutert. Von ruandischer Seite waren überdies im dritten und
vierten Quartal 2014 mehrere Delegationen vor Ort, um sich ein eigenes Bild von
der Relaisstation zu machen.
Der Lizenzvertrag der Deutschen Welle für den Betrieb der Sendeanlage in
Kigali endet zum 16. August 2016. Bereits bei der letzten Lizenzverlängerung
im Jahr 2011 hatte die ruandische Regierung klar zum Ausdruck gebracht, dass
sie kein Interesse an einem Weiterbetrieb der Station durch die Deutsche Welle
in Kigali über das Jahr 2016 hinaus hat, wohl aber das attraktiv gelegene und gut
erschlossene Grundstück als Bauland nutzen möchte. Im Januar 2015 fanden in
Kigali die Verhandlung der zwischen ruandischer Regierung und Deutscher
Welle sowie dem Deutschen Botschafter statt. Die ruandische Regierung hat
nach eingehender und gründlicher Beschäftigung mit den Fakten kein Interesse
daran, die Relaisstation weiter zu betreiben und deswegen das Angebot der
Deutschen Welle abgelehnt, die Station für einen eigenen Sendebetrieb zu
übernehmen. Auch eine entsprechende Unterstützung beim Betrieb durch Deutsche-
Welle-Ingenieure sowie Schulungen für ruandische Techniker komme für sie
nicht infrage. Das Gleiche gilt für das Angebot der Deutschen Welle, über zwei
Jahre lang feste Sendezeit anzumieten.
41. Warum hat sich die Deutsche Welle zur Schließung der Sendestation zum
29. März 2015 entschlossen, obwohl nach Information der Fragesteller die
Sendelizenz noch bis 2016 und der Pachtvertrag der Station noch bis 2018
gelaufen wären?
Durch die Nichtverlängerung der Sendelizenz durch die ruandische
Lizensierungsbehörde verliert automatisch der Pachtvertrag seine Gültigkeit. Somit ist
die Deutsche Welle verpflichtet, den Rückbau einzuleiten und das Gelände mit
Infrastruktur bis spätestens Mitte August 2016 an die ruandische Regierung zu
übergeben. In der Konsequenz bedeutet das, dass die Deutsche Welle am
29. März 2015 mit Beginn des Kurzwellen-Sommerplans ihren Sendebetrieb
eingestellt hat, um den aufwändigen Rückbau der technischen Anlagen
vertragsgerecht erfüllen zu können.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode – 15 – Drucksache 18/463342. Hat die Bundesregierung Kenntnis davon, ob die Reichweite der
ersatzweise angemieteten Stationen ebenfalls bis Afghanistan und Russland
reicht, und wenn nein, bis in welche Regionen ist das Programm der
Deutschen Welle zukünftig über Kurzwelle zu empfangen?
Die bisher vom Senderstandort Kigali ausgestrahlten Stunden werden nach
Kenntnis der Bundesregierung durch Anmietungen bei sogenannten Service-
Providern wie Babcock oder Media Broadcast ausgeglichen. Es wird weiterhin
eine Versorgung mit Kurzwellenprogrammen in den Sprachen Amharisch (für
Äthiopien), Haussa (v. a. für Niger und Nigeria), Kisuaheli (für Ost-Afrika),
Dari und Paschtu (beide für Afghanistan), Englisch (für Subsahara-Afrika) und
Französisch (für die Länder des frankophonen Afrika) angeboten. Diese
Deutsche Welle-Programme werden seit Jahren kombiniert vom Standort Kigali und
von Service-Provider-Standorten gesendet. Künftig werden die Sendungen wie
bei anderen internationalen Sendern, beispielsweise der BBC, ausschließlich
über Service-Provider verbreitet. Alle Zielgebiete werden in gewohnter Qualität
versorgt.
Allerdings ist die Kurzwellen-Nutzung auf dem afrikanischen Kontinent weiter
stark rückläufig. Um in den afrikanischen Märkten ihre gute
Wettbewerbsposition zu halten, setzt die Deutsche Welle zunehmend auf Verbreitungswege wie
Fernsehen und UKW-Radio.
Bu
nd
es
zu
sc
hu
ss
Is
t
20
06
T€
Is
t
20
07
T€
Is
t
20
08
T€
Is
t
20
09
T€
Is
t
20
10
T€
Is
t
20
11
T€
Is
t
20
12
T€
Is
t
20
13
T€
So
ll
20
14
T€
So
ll
20
15
T€
la
uf
en
de
r B
un
de
sz
us
ch
us
s
-
B
et
rie
bs
ha
us
ha
lt
-
In
ve
st
iti
on
en
G
es
am
ts
um
m
e
in
st
itu
tio
ne
lle
F
ör
de
ru
ng
B
K
M
26
1.
40
6
11
.5
99
27
3.
00
5
27
3.
00
5
26
1.
40
6
7.
83
1
26
9.
23
7
26
9.
23
7
26
1.
39
5
13
.7
15
27
5.
11
0
27
5.
11
0
26
1.
40
9
13
.7
15
27
5.
22
4
27
5.
22
4
26
0.
88
8
12
.2
33
27
3.
12
1
27
3.
12
1
25
9.
60
5
13
.7
15
27
3.
32
0
27
3.
32
0
25
7.
40
6
13
.7
15
27
1.
12
1
27
1.
12
1
26
3.
39
0
13
.7
15
27
7.
10
5
27
7.
10
5
26
8.
99
0
16
.7
15
28
5.
70
5
28
5.
70
5
26
8.
99
0
17
.7
15
28
5.
70
5
28
6.
70
5
Pr
oj
ek
tfö
rd
er
un
ge
n
an
D
W
Bu
nd
es
m
in
is
te
riu
m
fü
r w
irt
sc
ha
ftl
ic
he
Z
us
am
m
en
ar
be
it
un
d
E
nt
w
ic
kl
un
g
(B
M
Z)
B
un
de
sk
an
zl
er
am
t/D
ie
/D
er
B
ea
uf
tra
gt
e
de
r B
un
de
sr
eg
ie
ru
ng
fü
r K
ul
tu
r u
nd
M
ed
ie
n
(B
KM
)
A
us
w
är
tig
es
A
m
t (
A
A)
B
un
de
sm
in
is
te
riu
m
fü
r V
er
ke
hr
u
nd
d
ig
ita
le
In
fra
st
ru
kt
ur
(B
M
VI
)
(K
on
ju
nk
tu
rp
ak
et
II
)
Bu
nd
es
m
in
is
te
riu
m
fü
r U
m
w
el
t,
N
at
ur
sc
hu
tz
B
au
u
nd
R
ea
kt
or
si
ch
er
he
it
B
un
de
sm
in
is
te
riu
m
d
er
V
er
te
id
ig
un
g
(B
M
Vg
)
B
un
de
sm
in
is
te
riu
m
fü
r B
ild
un
g
un
d
Fo
rs
ch
un
g
(B
M
B
F)
G
es
am
ts
um
m
e
Pr
oj
ek
tfö
rd
er
un
g
au
s
B
un
de
sh
au
sh
al
t
35
2,
0
3.
21
6,
5
3.
56
9
43
0,
0
2.
63
4,
5
29
0,
0
3.
35
5
40
9,
0
6.
01
6,
9
85
5,
4
7.
28
1
53
2,
0
6.
55
0,
2
89
7,
7
11
0,
2
93
0,
0
9.
02
0
53
2,
0
7.
51
7,
8
1.
21
4,
9
1.
65
1,
9
63
1,
4
11
.5
48
53
2,
0
4.
25
2,
9
5.
55
3,
0
1.
04
9,
8
66
4,
1
12
.0
52
53
2,
0
5.
24
6,
8
1.
30
0,
0
0,
0
7.
07
9
47
5,
0
3.
31
1,
9
1.
39
3,
6
0,
0
5.
18
1
1.
50
0,
0
44
0,
0
3.
72
2,
1
1.
19
1,
1
36
,5
6.
89
0
7.
00
0,
0
48
0,
0
6.
11
0,
0
1.
12
3,
3
11
5,
0
14
.8
28
G
es
am
ts
um
m
e
D
eu
ts
ch
e
W
el
le
in
cl
. D
W
M
ed
ia
S
er
vi
ce
s
27
6.
57
4
27
2.
59
2
28
2.
39
1
28
4.
24
4
28
4.
66
9
28
5.
37
2
27
8.
19
9
28
2.
28
6
29
2.
59
5
30
1.
53
3
Pr
oj
ek
tfö
rd
er
un
g
an
D
W
A
ka
de
m
ie
B
un
de
sm
in
is
te
riu
m
fü
r w
irt
sc
ha
ftl
ic
he
Z
us
am
m
en
ar
be
it
un
d
E
nt
w
ic
kl
un
g
(B
M
Z)
A
us
w
är
tig
es
A
m
t (
A
A)
Ge
sa
m
ts
um
m
e
PF
a
us
B
un
de
sh
au
sh
al
t D
W
A
ka
de
m
ie
5
.2
60
,2
71
1,
7
5.
97
2
5
.3
20
,5
19
7,
7
5.
51
8
5
.4
92
,4
77
1,
8
6.
26
4
6
.1
94
,0
1.
08
2,
5
7.
27
7
6
.3
49
,0
1.
10
8,
0
7.
45
7
5
.7
75
,0
78
9,
9
6.
56
5
7
.3
10
,0
2.
49
1,
1
9.
80
1
9
.3
35
,2
2.
71
1,
6
12
.0
47
1
5.
93
3,
0
3.
68
9,
9
19
.6
23
1
4.
28
0,
0
3.
00
9,
4
17
.2
89
H
in
w
ei
s:
B
ei
d
en
Z
ah
le
n
fü
r d
ie
J
ah
re
2
01
4
un
d
20
15
h
an
de
lt
es
s
ic
h
um
S
ol
l-Z
ah
le
n.
A
nl
ag
e
1
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]