[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom
14. April 2016 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/8149
18. Wahlperiode 18.04.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Markus Tressel, Dr. Thomas Gambke,
Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/7963 –
Mittelabruf von Wirtschaftsförderprogrammen des Bundes im Saarland
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Kleine und mittelständische Betriebe im Saarland sind die Basis der regionalen
Wirtschaft. Sie schaffen qualitativ hochwertige Arbeitsplätze und stärken
regionale Wertschöpfung. Doch besonders jenseits der Ballungszentren fällt es
schwerer, Produktivkapital und Arbeitsplätze zu schaffen und dauerhaft zu
binden. Der Fachkräftemangel, die Frage der Unternehmensnachfolge, nötige
Innovationen und Investitionen sind für die Betriebe große Herausforderungen.
V o r b e me r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die mit dieser Kleinen Anfrage gestellten Fragen wurden zu einem großen Teil
bereits im Rahmen der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN betreffend die “Verteilung des
Mittelabflusses der Mittelstands- und Handwerksförderung des Bundes in städtischen und
ländlichen Raum“ (Bundestagsdrucksache 18/7245) vom 13. Januar 2016
beantwortet. Mit der Beantwortung dieser Anfrage wurden Auswertungen auf Ebene
der Bundesländer geliefert, die auch Informationen zum Saarland abdecken.
Die Einwohnerzahl beträgt laut Statistischem Bundesamt im Saarland rd. 989 040
und im Rest der Bundesrepublik Deutschland rd. 80 208 500 Personen (jeweils
Stand: 31. Dezember 2014). Demnach entfällt ein Anteil von ca. 1,22 Prozent der
bundesdeutschen Bevölkerung auf das Saarland. Ein entsprechender Vergleich
zeigt, dass rd. 1,16 Prozent des deutschen BIP im Saarland erwirtschaftet wird (BIP
Saarland: 33 548 Mio. Euro; BIP im restlichen Bundesgebiet: 2 870 243 Mio.
Euro).
1. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Unternehmen im Saarland im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet, die Probleme
haben, an eine Finanzierung zu kommen?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Informationen vor.
Nachfolgende Fragen werden zunächst für folgende Programme
beantwortet:
a) ERP-Kapital für Gründungen (European Recovery Program),
b) ERP-Gründerkredit – StartGeld,
c) ERP-Gründerkredit – Universell,
d) ERP-Startfonds,
j) KfW-Unternehmerkredit,
k) ERP-Beteiligungsprogramm,
m) ERP-Innovationsprogramm,
n) Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM),
q) Unternehmerkredit Plus.
2. Wie groß war die Nachfrage nach den einzelnen Fördermöglichkeiten für
Unternehmen im Saarland in den Jahren 2005 bis 2015 bemessen an der
Anzahl der Anträge und Zusagen im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet
(bitte pro Einwohner, bezogen auf die Wirtschaftskraft sowie bezogen auf
die Anzahl der förderfähigen Unternehmen angeben):
a) ERP-Kapital für Gründungen (ERP: European Recovery Program),
b) ERP-Gründerkredit – StartGeld,
c) ERP-Gründerkredit – Universell,
d) ERP-Startfonds,
e) High-Tech Gründerfonds,
f) EXIST-Gründungsstipendien aus der Wissenschaft,
g) INVEST-Zuschuss für Wagniskapital,
h) Mikrokredit,
i) Mikromezzaninfonds,
j) KfW-Unternehmerkredit (KfW: Kreditanstalt für Wiederaufbau),
k) ERP-Beteiligungsprogramm,
l) EIF (Europäischer Investitionsfonds) ERP-Dachfonds,
m) ERP-Innovationsprogramm,
n) Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM),
o) SIGNO – Schutz von Ideen für Gewerbliche Nutzung (Patente),
p) Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF),
q) Unternehmerkredit Plus und
r) Go-Inno?
3. In welcher Höhe sind Mittel in diesen Förderprogrammen im Zeitraum von
2005 bis 2015 im Saarland abgerufen worden im Vergleich zum gesamten
Bundesgebiet (bitte pro Einwohner, bezogen auf die Wirtschaftskraft sowie
bezogen auf die Anzahl der förderfähigen Unternehmen angeben)?
4. Wie viele Unternehmen haben diese Fördermöglichkeiten im
entsprechenden Zeitraum im Saarland abgerufen (bitte zwischen kleinen und
mittelständischen Betrieben [KMU] und Großbetrieben, Branchen und Höhe der
bewilligten Mittel unterscheiden)?
Zur Beantwortung der obigen Fragen kann eine Auswertung der
Inanspruchnahme der o. g. Programme durch Unternehmen im Saarland von 2005 bis 2015
nach Anzahl der Zusagen und zugesagte Mitteln mit nachfolgender Tabelle zur
Verfügung gestellt werden.
Ergänzend folgende Hinweise zur nachfolgenden Tabelle:
Da – über die Gesamtheit der Programme – die Ablehnungsquote minimal ist,
ändert sich bei Zugrundelegung der Anzahl der Anträge (wie in Frage 2 erfragt)
das Bild nicht.
Der in Frage 3 verwendete Begriff der „abgerufenen Mittel“ ist kredittechnisch
spezifisch besetzt. Daher wird unterstellt, dass sich Frage 3 auf die „zugesagten
Mittel“ bezieht.
Die Programme b) ERP-Gründerkredit – Startgeld und c) ERP-Gründerkredit –
Universell existieren erst seit 2012. Sie wurden in nachfolgender Tabelle um die
Vorläuferprodukte ERP-/KfW-Gründerkredit ergänzt.
Zusagen im Saarland und Deutschland Gesamt 2005 – 2015
Stand: 29.03.2016
(einschl. Belegungsmeldungen bzw. Hochrechnungen bei programmbasierten Globaldarlehen)
Programme
Saarland Deutschland Gesamt
Anzahl Mio. EUR Anzahl Mio. EUR
ERP-Kapital für Gründung 2005 10 1 1.619 170
2006 17 1 1.524 160
2007 23 2 1.366 158
2008 17 1 1.168 138
2009 13 2 1.361 176
2010 17 1 1.376 179
2011 * 1 1.228 168
2012 16 2 888 138
2013 11 2 838 144
2014 * 1 784 127
2015 * 1 751 133
Gesamt 142 15 12.903 1.691
Zusagen im Saarland und Deutschland Gesamt 2005 – 2015
Stand: 29.03.2016
(einschl. Belegungsmeldungen bzw. Hochrechnungen bei programmbasierten Globaldarlehen)
ERP/KfW- Gründerkredit
(StartGeld und Universell)
2005 42 1 4.546 122
2006 47 1 3.947 106
2007 85 2 5.836 151
2008 67 2 5.399 159
2009 68 2 5.502 165
2010 115 3 7.166 220
2011 185 18 12.414 943
2012 263 34 20.721 2.334
2013 272 34 21.730 2.599
2014 234 26 20.939 2.631
2015 286 42 23.767 3.577
Gesamt 1.664 163 131.967 13.007
ERP-Startfonds 2005 0 0 68 33
2006 0 0 111 44
2007 * 1 115 55
2008 0 0 130 63
2009 * 2 169 71
2010 * 1 169 80
2011 0 0 164 70
2012 * 1 153 58
2013 * 0 133 45
2014 * 1 116 42
2015 * 1 110 33
Gesamt 17 6 1.438 594
Zusagen im Saarland und Deutschland Gesamt 2005 – 2015
Stand: 29.03.2016
(einschl. Belegungsmeldungen bzw. Hochrechnungen bei programmbasierten Globaldarlehen)
KfW-Unternehmerkredit 2005 324 57 14.005 4.709
2006 304 48 11.350 6.067
2007 379 74 10.503 8.992
2008 384 59 35.965 9.010
2009 529 89 32.100 6.365
2010 655 131 40.470 8.006
2011 461 92 30.882 6.338
2012 561 131 32.914 7.811
2013 567 107 33.995 7.982
2014 467 84 29.292 6.870
2015 321 62 19.690 5.995
Gesamt 4.952 934 291.166 78.145
ERP-Beteiligungsprogramm 2005 0 0 225 60
2006 0 0 275 71
2007 0 0 417 105
2008 0 0 322 65
2009 0 0 263 66
2010 0 0 316 90
2011 0 0 281 83
2012 0 0 237 69
2013 0 0 209 67
2014 0 0 200 59
2015 0 0 147 43
Gesamt 0 0 2.892 778
Zusagen im Saarland und Deutschland Gesamt 2005 – 2015
Stand: 29.03.2016
(einschl. Belegungsmeldungen bzw. Hochrechnungen bei programmbasierten Globaldarlehen)
ERP-Innovationsprogramm 2005 0 0 15 72
2006 * 5 587 1.594
2007 * 11 365 7.072
2008 * 2 432 888
2009 * 3 675 1.220
2010 * 4 474 814
2011 * 7 695 1.309
2012 * 4 483 879
2013 * 2 482 975
2014 * 6 629 1.329
2015 * 7 259 620
Gesamt 23 51 5.096 16.772
KfW-Unternehmerkredit
Plus
2014 0 0 0 0
2015 0 0 46 48
Gesamt 0 0 46 48
Gesamt 6.804 1.168 421.832 111.035
Quelle: KfW
* Eine Anzahl kleiner als 10 kann aus Datenschutzgründen nicht dargestellt werden.
Für die Programme k) ERP-Beteiligungsprogramm und q) Unternehmerkredit
Plus liegen im Betrachtungszeitraum im Saarland keine Zusagen vor.
Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet ergibt sich Folgendes: Der relative
Anteil der über alle o. g. Programme zwischen 2005 und 2015 zugesagten Mittel
ist in etwa vergleichbar mit dem saarländischen BIP. Demnach entfallen
rd. 1,05 Prozent der zugesagten Mittel auf das Saarland, während der BIP-Anteil
des Saarlands rd. 1,16 Prozent beträgt.
Daten auf Unternehmensebene liegen nicht vor. Ein Unternehmen kann
verschiedene Förderprogramme kombinieren. Daher ist ein Inbezugsetzen der Förderung
von Unternehmen im Saarland zur Bevölkerung nicht möglich.
Aus demselben Grund kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie viele
Unternehmen diese Fördermöglichkeiten im entsprechenden Zeitraum im
Saarland abgerufen haben (Frage 4). Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass in
den Produkten ERP-Gründerkredit – StartGeld und ERP-Startfonds nur kleine
Unternehmen (KU) mit einem Gruppenumsatz bis zu 10 Mio. Euro
antragsberechtigt sind. Im ERP-Kapital für Gründung sind natürliche Personen
antragsberechtigt, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Gruppenumsatz
bis 50 Mio. Euro gründen oder festigen. Im ERP-Gründerkredit – Universell sind
Unternehmen mit einem Gruppenumsatz von mehr als 50 Mio. Euro bis 500 Mio.
Euro erst seit dem 1. Dezember 2014 antragsberechtigt. Die Zusagen für diese
Gruppe machen einen sehr geringen Anteil aus. Aber auch bei ihnen handelt es
sich um mittelständische Unternehmen. Im KfW-Unternehmerkredit ergingen
50 Prozent der Zusagen an KU, im ERP-Innovationsprogramm liegt der
Schwerpunkt der Zusagen eher bei mittleren und großen Unternehmen (beide über
40 Prozent). Insgesamt betrachtet gingen 63 Prozent der Zusagen an KMU.
Bezüglich der Branchenaufteilung der zugesagten Mittel ist Folgendes
festzuhalten:
Auf das verarbeitende Gewerbe entfielen 23 Prozent aller Zusagen. An
Unternehmen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Veterinärwesen, aus Grundstück- und
Wohnungswesen sowie Vermietung beweglicher Sachen 17 Prozent und auf
Handel, Instandhaltung und Reparaturen von KfZ und Gebrauchsgütern gingen
16 Prozent der zugesagten Mittel. Alle weiteren Branchen liegen im einstelligen
prozentualen Bereich.
Das Programm n) Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist im
Sommer 2008 gestartet. Eine detaillierte Sonderauswertung der Regionaldaten liegt
für den Zeitraum 1. Januar 2009 bis 30. November 2015 vor, auf den sich die
folgenden Antworten beziehen. Für weitere Erläuterungen und detaillierte
Gliederungen der Daten wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Verteilung des
Mittelabflusses der Mittelstands- und Handwerksförderung des Bundes in städtischen und
ländlichen Raum“ (Bundestagsdrucksache 18/7245) verwiesen.
Insgesamt wurden 78 Unternehmen in Saarland ZIM-gefördert, davon 72 KMU
und sechs größere Mittelständler. Davon waren 21 wissensintensive Dienstleister
(inkl. IT), zehn Maschinenbauer, 13 Hersteller aus dem Bereich
Datenverarbeitung/Elektronik/Optik und 14 Hersteller aus dem Bereich Kunststoff/Chemie/
Keramik; 20 Unternehmen waren anderen Branchen zugehörig. 61 der geförderten
Unternehmen erhielten weniger als 200 000 Euro, 17 mehr als 200 000 Euro.
Die Daten zu den Fragen 2 und 3 sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Saarland Deutschland
Anträge für ZIM-Projekte 265 48.176
pro 100.000 Einwohner* 27 59
pro 10 Mrd. € BIP** 79 166
pro 100 FuE-Beschäftigte/ KMU*** 64 79
Bewilligte Anträge für ZIM-Projekte 164 32.266
pro 100.000 Einwohner* 17 40
pro 10 Mrd. € BIP** 49 111
pro 100 FuE-Beschäftigte/ KMU*** 39 53
Auszahlungsvolumen in Mio. € 14,87 3177,20
pro 100.000 Einwohner* 1,50 3,91
pro 10 Mrd. € BIP** 4,43 10,94
pro 100 FuE-Beschäftigte/ KMU*** 3,58 5,19
*lt. Stat. BA zum 31.12.2014 Einwohnerzahl Saarland 0,989 Mio.; Deutschland 81,198
Mio.
** lt. Stat. BA BIP 2014 im Saarland 33,55 Mrd. €, in Deutschland 2903,79
*** lt. Stifterverband Wissenschaftsstatistik 2013 im Saarland 416 FuE-Beschäftigte in
KMU, in Deutschland 61.183 (jeweils Vollzeitäquivalente).
Die Fragen 2 bis 4 werden zudem für folgende Programme jeweils gebündelt
beantwortet:
e) High-Tech-Gründerfonds,
f) EXIST-Gründungsstipendien aus der Wissenschaft,
g) INVEST-Zuschuss für Wagniskapital,
h) Mikrokredit,
i) Mikromezzaninfonds,
l) EIR/ERP-Dachfonds.
Zum Programm e) High-Tech Gründerfonds gibt nachfolgende Tabelle gibt einen
Überblick über Anfragen, Zusagen und investierte Mittel beim High-Tech
Gründerfonds in der Zeit von 2005 bis 2015:
Saarland Bundesrepublik ohne
Saarland
Einwohner 989.040 80.208.500
Wirtschaftskraft BIP in Mio. € 33.548 2.870.243
Anfragen HTGF 48 7492
Zusagen HTGF 1 512
Investierte Mittel HTGF 600.000 € 274.702.653 €
Anfragen je Einwohner 0,00005 0,00009
Zusagen je Einwohner 0,000001 0,000006
Investitionen HTGF je Einwohner 0,61 € 3,42 €
Anfragen je Mio. € BIP 0,0014 0,0026
Zusagen je Mio. € BIP 0,00003 0,00018
Investitionen HTGF je Mio. € BIP 17,88 € 95,71 €
Quelle: High-Tech Gründerfonds
Beim Programm f) EXIST-Gründungsstipendien aus der Wissenschaft werden
Projekte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen gefördert mit dem Ziel
der anschließenden Unternehmensgründung. Unternehmen direkt werden nicht
gefördert.
Das Programm EXIST-Gründerstipendium existiert seit Ende 2007, somit
beziehen sich alle Zahlen auf den Zeitraum 2007 bis 2015.
Im Gründerstipendium gab es im Zeitraum 20 Anträge und 10 Förderzusagen.
Im Programm EXIST-Forschungstransfer teilt sich die Maßnahme in zwei
Phasen. In der ersten Phase werden Projekte an der Hochschule oder
Forschungseinrichtung gefördert und in der zweiten Phase Unternehmen.
Phase I: 6 Skizzen, 5 Anträge und 3 Bewilligungen,
Phase II: 2 Anträge, 2 Bewilligungen.
Es wurden insgesamt 2,382 Mio. Euro Fördermittel im Rahmen der Programme
EXIST-Forschungstransfer (1,458 Mio. Euro) und EXIST-Gründerstipendium
(923 852 Euro) zur Verfügung gestellt.
Zwei Unternehmen haben die Förderung in Anspruch genommen.
Das Programm g) INVEST-Zuschuss für Wagniskapital existiert seit Mai 2013,
somit beziehen sich alle Zahlen auf den Zeitraum Mai 2013 bis Ende 2015.
Wie sich aus nachfolgender Tabelle ergibt, wurden in diesem Zeitraum
bundesweit insgesamt 1 916 Unternehmen die Förderfähigkeit im INVEST-Verfahren
bescheinigt. Hiervon entfallen neun Förderfähigkeitsbescheide auf Unternehmen
mit Sitz im Saarland.
Von den neun als förderfähig deklarierten Unternehmen im Saarland haben in
dem o. g. Zeitraum vier Unternehmen privates Beteiligungskapital attrahiert, für
das den Investoren im Rahmen von INVEST Zuschüsse von insgesamt
rd. 66 000 Euro bewilligt wurden. Bundesweit waren es 802 Unternehmen, die
eine Beteiligung attrahiert haben, und insgesamt bewilligte Zuwendungen über
INVEST in Höhe von rd. 24 Mio. Euro.
Bundesland
Anzahl
Förderfähigkeitsbescheide
Anzahl
Förderfähigkeitsbescheide mit
Beteiligungen
Summe der wirksamen
bewilligten
Zuwendungen
Bayern 451 205 7.244.951,08 €
Berlin 417 200 5.407.031,60 €
Nordrhein-
Westfalen 243 86 2.749.433,48 €
Baden-
Württemberg 196 66 1.432.534,00 €
Hessen 132 71 2.158.614,65 €
Hamburg 124 54 1.624.335,24 €
Sachsen 81 27 778.039,60 €
Niedersachsen 70 17 600.286,38 €
Rheinland-
Pfalz 58 14 457.584,20 €
Brandenburg 40 18 665.055,32 €
Thüringen 31 15 427.900,00 €
Mecklenburg-
Vorpommern 24 8 144.282,42 €
Schleswig-
Holstein 18 10 189.260,00 €
Sachsen-
Anhalt 14 5 50.378,80 €
EU-Ausland 11 6 380.456,86 ���
Saarland 9 4 65.996,80 €
Bremen 8 2 53.220,00 €
Ergebnis 1927 808 24.429.360,44 €
Quelle: BAFA
Der Mittelabruf erfolgt beim INVEST-Programm durch den Investor. Mit
INVEST werden ausschließlich Investitionen in kleine Unternehmen gefördert.
Die bisher ausgezahlten Zuwendungen für Beteiligungen an Unternehmen im
Saarland beziehen sich auf die Branchen Biotechnologie und Herstellung
elektrischer Geräte.
Im Rahmen des Fonds h) Mikrokredit Deutschland wurden bundesweit
18 804 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 100 Mio. EUR ausgereicht.
Davon gingen 82 Kredite mit einem Gesamtvolumen von knapp 400 000 EUR ins
Saarland. Es handelt sich bei den Angaben um in den Jahren 2010 bis 20015
ausgezahlte Kredite.
Aus Mitteln des i) Mikromezzaninfonds wurden von Programmstart im
September 2013 bis Ende 2015 insgesamt 16 Unternehmen mit Sitz im Saarland
unterstützt. Das Fördervolumen betrug 700 000 Euro.
Es handelt sich ausschließlich um Klein- und Kleinstunternehmen.
Aus dem l) ERP/EIF-Dachfonds refinanzieren sich Wagniskapitalfonds. Insofern
handelt es sich nicht um ein Förderprogramm, in dem Unternehmen Anträge
stellen können. Daher erhebt die Bundesregierung keine Daten zu Unternehmen, in
die der Dachfonds indirekt investiert. Ihr ist jedoch bekannt, dass es ein indirektes
Investment des ERP/EIF-Dachfonds in ein Unternehmen mit Sitz im Saarland
gibt. Aus Datenschutzgründen können zu diesem keine näheren Angaben
gemacht werden.
Zu den folgenden Programmen sind nur Aussagen zu Frage 3 möglich:
o) SIGNO (Patente),
p) Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF),
r) Go-Inno.
Zu o) SIGNO (Patente):
Mittelabruf von Förderprogrammen des Bundes im Saarland:
Jahr Anzahl Förderfälle Anteil Förderfälle
im Saarland in %
Mittelabfluss in €
Saarland Deutschland
2011 3 689 0,44 221.100
2012 2 610 0,33 187.867
2013 5 604 0,83 233.624
2014 3 623 0,48 246.431
2015 5 662 0,76 297.114
Bis 2010 wurde das Programm vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln als
Projektträger verwaltet. Dabei wurde jedoch nicht das Projektförder-
Informationssystem der Bundesregierung „profi“ verwendet. Weitere Daten liegen deshalb
nicht vor.
Zu p) Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF):
Jahr
Mittelabfluss in €
Saarland IGF gesamt
2005 211.270 100.725.281
2006 397.981 107.227.475
2007 187.859 111.985.120
2008 51.990 123.060.225
2009 95.122 127.945.565
2010 34.500 129.424.982
2011 224.000 135.193.534
2012 374.450 141.248.577
2013 459.766 138.157.997
2014 695.410 139.958.174
2015 786.950 140.277.084
gesamt 3.519.298 1.395.204.014
Die Besonderheit bei dem Programm ist, dass nur gemeinnützige
Forschungsvereinigungen, die Mitglied der AiF sind, Anträge auf Förderung stellen können. Im
Saarland ist keine Forschungsvereinigung ansässig. Hier sind also nur befristet
mitwirkende Forschungsstellen erfasst (Uni Saarland, Fraunhofer Gesellschaft
Saarbrücken). Daraus ergibt sich der niedrige Anteil von 0,25 Prozent, pro
Einwohner 3,6 Euro.
Zu r) Go-Inno:
Jahr
Mittelabfluss in €
Saarland Go-Inno gesamt
2011 155.200 6.690.733
2012 119.000 6.318.000
2013 50.750 591.516
2014 69.900 5.916.899
2015 45.400 7.092.853
gesamt 440.250 26.610.001
Das Beratungsprogramm gibt es seit 2011. Es erreicht im Saarland einen Anteil
von 1,65 Prozent, pro Einwohner 0,45 Euro. Angaben zu Unternehmen sind
derzeit nicht möglich.
5. Bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung Schwierigkeiten für die
Unternehmen im Saarland, die bestehenden Fördermöglichkeiten in den
Bereichen Gründung, Unternehmensfinanzierung, Innovations- oder
Forschungsförderung in Anspruch zu nehmen (bitte mit Begründung)?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen darüber vor, dass der Zugang
von Unternehmen zu Finanzierungsförderung im Saarland schwieriger ist als in
anderen Bundesländern. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung
zu Frage 6 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
betreffend die „Verteilung des Mittelabflusses der Mittelstands- und
Handwerksförderung des Bundes in städtischen und ländlichen Raum“ (Bundestagsdrucksache
18/7245) verwiesen.
6. Welche Unterstützung erhalten Unternehmen, um in die Lage versetzt zu
werden, diese Fördermöglichkeiten in Anspruch zu nehmen und die Mittel
abzurufen?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 7 der o. g. Kleinen
Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Bundestagsdrucksache
18/7245) verwiesen.
Ergänzend wird mit Bezug auf das EXIST-Programm auf folgendes hingewiesen:
Die Gründerteams und jungen Startups erhalten Unterstützung durch die
Gründungsnetzwerke in der Region, insbesondere durch die Universität des Saarlandes
im Rahmen des Projektes Gründer-Campus Saar. Hier werden die Startups
unterstützt mit wissenschaftlicher Expertise, unternehmerischem Know-how,
Finanzierungsnetzwerken sowie Kontakten zu potentiellen Kunden und
Kooperationspartnern. Auf dem Gründer-Campus Saar erlauben kurze Wege zwischen
Universität, außeruniversitären Forschungsinstituten und Unternehmen rasches Handeln
und unkonventionelle Entwicklungen. Die Lage der UdS im Zentrum Europas
und ihre enge Vernetzung in der Großregion SaarLorLux erweitern die
Wachstumsperspektiven in Richtung internationaler Märkte.
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken,
www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
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ISSN 0722-8333]